Bitte lies´oder höre zuerst Teil 1, falls Du es noch nicht getan hast...

Inhalt Teil 2:
3. Ursachen der Angst
4. Tiefere Ursachen
5. Lösungen

 

Tanz auf Distanz

3. Zehn Ursachen in der Gegenwart

NÄHE zu anderen ist IMMER gleich der Nähe zu sich selbst (- und demzufolge ist Distanz zu anderen immer gleich der Distanz zu sich selbst)

Das nur schon mal vorneweg...  😉

Schau mal, ob von diesen Gründen etwas auf Dich zutreffen könnte:

  1. Verletzlichkeit und Angst vor Verletzung: Je näher Dir jemand kommt, umso wichtiger wird er und umso besser kennt er Dich und Deine zarten Stellen. Das heißt, Du wirst verletzlicher. Was ein großes Vertrauen voraussetzt, diese Nähe und Offenheit zulassen zu können. Wenn Du verletzlich bist, könnten Dich Verletzung, Abwertung und Zurückweisung im Mark treffen, natürlich mehr als in anderen Beziehungen mit Menschen, die Dir ferner sind. Daher die Angst und möglicherweise die darauf folgende Vermeidung von Nähe.
  2. Angst vor dem EntdecktWerden: Manche haben das tiefe, meist nicht begründbare Gefühl, dass sie etwas Böses, Schlechtes in sich tragen. Das ist meist gepaart mit einem ebenso unerklärlichen, allgemeinen Schuldgefühl. Das alles könnte natürlich von jemandem entdeckt werden, je näher umso eher und ist daher unbedingt zu vermeiden. Außerdem hat man Liebe ja sowieso nicht verdient, weil man "böse" ist oder war.
    Weniger spezifisch, aber damit zusammenhängend:
  3. Wenig Eigenliebe / größere Selbstwertprobleme - einer der fettesten Punkte in der Liste: Dann hast Du das Empfinden, nicht liebenswert genug zu sein, um die Liebe, Nähe und Aufmerksamkeit eines Menschen verdient zu haben ("ich genüge nicht" - der verbreitete Selbstwertkiller). Du bist weit weg von Deinen Erwartungen, Deinem Idelabild von Dir, von dem, wie Du meinst, wie "man sein müsste".
    Und Du würdest es daher auch nicht glauben, obwohl Du es Dir so wünschst. Da ziehst Du dann lieber vor: Gar keine Beziehung, keine liebevolle Beziehung (er hat ja recht, ich bin ja auch nicht liebenswert... oder dumm... oder seltsam und anders als die anderen... oder schlecht... nicht genug... hässlich... Versager... eine Last für andere...  (oder welcher lieblose Satz auch immer in Dir sitzt)!") oder On-Off-Beziehungen. Oder sich am gleich in die verlieben, die nicht in Dich verliebt sind. Oder Du verlässt - bei bestehenden Beziehungen - die, die Dich lieben oder lieben könnten - oder findest sie von vornherein uninteressant.
    Auf welche Weise auch immer: Du meidest die Liebe wie der Teufel das Weihwasser...
    Ein negatives Selbstbild möchte immer (traurige) Bestätigung und kann eine Widerlegung nicht zulassen, Zuneigung zu Dir kann also nur eine Lüge sein: wer Dich ablehnt, hat recht. Du glaubst ja auch, dass Du ungenügend bist.  🙁
  4. Autonomie bewahren wollen: Nähe bedeutet für manche Menschen Enge und Unbeweglichkeit, AngekettetFühlen, Käfig, Lähmung. Daher haben sie Angst, ihre Freiheit und Beweglichkeit aufgeben zu müssen. Das ist also eine Art Beziehungs-Klaustrophobie.
    Das umgekehrte Phänomen, dennoch ein Autonomie-Verlust, gibt es auch: die Angst, im Anderen aufzugehen, sich aufzulösen. Das ist dann eine unangenehm empfundene Weise, die eigenen Grenzen, die eigene Identität zu verlieren.
    So oder so, es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Menschen auch Angst vor Hingabe und dem gemeinsamen Orgasmus haben, aus Angst vor der Enge im nahen körperlichen Kontakt oder vor der Auflösung im Höhepunkt. Das kann bis hin zu psychischen oder gar physischen Problemen im Genitalbereich gehen, Hautproblemen etc.
  5. Ähnlich verhält es sich mit der Angst vor Abhängigkeit: Das Gefühl der emotionalen Unabhängigkeit ist dann das größte Gut - und entsprechend die Vorstellung, von einer anderen Person emotional abhängig zu sein, ein kleiner (oder großer) Horror. Oft hängt dies zusammen mit einer Angst, etwas zurückzahlen zu müssen, was man nicht will, in der Schuld eines anderen zu stehen und vor allem sich durch den Anderen schnell kontrolliert zu fühlen. Abhängigkeit ist bei Vielen auch gleichbedeutend mit SichKleinFühlen, sich ohnmächtig und ausgeliefert fühlen. Daher switchen sie "gerne" um in Helferbeziehungen, da scheint der Andere abhängig zu sein, weil er hilfsbedürftig ist (siehe oben die erwähnten "gestörten Partner", "Spiegelfunktion" etc...) Oder - nur scheinbar paradoxerweise - zieht man dominierende Partner an, findet das dann aber problematisch. Oder meidet eben gleich Partnerschaften, die näher werden könnten.
  6. Verlustangst ist einer der stärksten Punkte hier: Die Vermeidung der Nähe (oder von tiefen Beziehungen überhaupt) soll verhindern, dass Du jemanden wirklich Wichtigen verlierst. "Es soll möglichst keine Wichtigen geben", macht dann zwar nicht glücklich, ist aber logisch.
    Der Grund für den befürchteten Verlust kann hier sowohl der Tod, als auch das VerlassenWerden sein.
    Der Tod ist noch etwas eher Unpersönliches, das man weniger auf sich selbst bezieht, ist seltener schuldbeladen (manchmal jedoch schon: bei Eltern, die Kinder verloren haben oder bei Kindern, die glauben, sie hätten Schuld am Tod eines Elternteils). Einen vertrauten, nahen, geliebten Menschen zu verlieren, vor allem unter bestimmten Bedingungen (wenn doch Schuldgefühle da sind, oder bei plötzlichem Tod, oder dem eines jungen Menschen, Selbstmord oder ein Tod unter dramatischen Umständen...) kann zu den schlimmsten Erfahrungen zählen - deren weitestgehend mögliche Vermeidung dann sehr verständlich ist.Beim VerlassenWerden bzw. der Angst davor, spielt oft das Selbstwertgefühl eine entscheidende Rolle: "Jemand verlässt mich sowieso irgendwann, weil ich nicht so toll bin, es gibt ja viele Bessere." Zweifel am eigenen Frau- oder MannSein oder an unserer kompletten Persönlichkeit machen uns unsicher. Auch das kann zur Vermeidung von Beziehungen führen oder zu permanenter Angst und/oder Eifersucht innerhalb von Beziehungen, die diese dann auch übel zermürben können ... und diese Angst kann dann tragischerweise zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden: Der Partner verlässt uns wirklich oder wir ihn schon vorher, damit wir das VerlassenWerden vermeiden, "schneller als er sind".
    Und/oder diese Ängste und Unsicherheiten führen schon ganz am Anfang zum Anziehen von Partnern, die zum Beispiel notorisch fremdgehen (das erfüllt dann den Glaubenssatz "ich reiche nicht aus"). Solche Erfahrungen können dann wiederum zum Vermeiden von Nähe führen - ein Teufelskreis.
    Verlustangst führt oft auch zu unauthentischem Verhalten, weil die Angst so groß ist, den anderen zu verlieren: Wut wird unterdrückt, man kann nicht Nein sagen, will nicht enttäuschen etc. Das führt zu einer inneren Distanz zu sich selbst und irgendwann wahrscheinlich auch zu Rückzug und Distanz vom anderen. Man kann nicht "ungestraft" Wut dauernd unterdrücken, ohne auf andere Weise irgendwie vom Anderen abzurücken.
  7. Fehlendes Vertrauen gehört ebenfalls zu den "fetten" Punkten: Wenn Du das Gefühl hättest, Dir passiere nichts, Du bist es wert, gut behandelt und nicht betrogen zu werden, dann wäre das eine super Resonanz für eine vertrauensvolle Beziehung. Wenn das nicht der Fall ist, bleibst Du lieber mit einem Zeh (/Fuß oder Bein) draußen und dann wird es wahrscheinlicher, betrogen, belogen, verletzt, hintergangen zu werden - das ist dann die Resonanz, die Anziehung für eine ebensolche Beziehung, die schon von Dir (unbewusst oder bewusst) erwartet wird.
  8. Schlechte Kommunikation: Die Partner reden aneinander vorbei oder gar nicht, verstehen sich nicht, es gibt Missverständnisse und es kommt dadurch im Verlauf einer längeren Beziehung zu größerer Distanz, die erste Anziehung in der Verliebtheit genügt nicht mehr: man will mehr gesehen werden, sich austauschen, übereinstimmen, das Innere teilen. Vielleicht ist der Partner doch nicht der Richtige... (Auch hier - mir schwant da sowas jetzt beim Schreiben - wie bei allen anderen Punkten, bitte nicht den Partner als "Verursacher" sehen und sich als Opfer! Wenn doch, hat man das Resonanzgesetz noch nicht verstanden oder nicht verstehen wollen... 😉 )
  9. Generelle Angst vor Veränderung im Leben, bis hin zu einer Angst vor Veränderungen im eigenen Lebens- und Wohnraum und diesen als eigenes Terrain "freihalten" wollen, also seinen inneren und/oder äußeren Raum nicht verlieren wollen. Das ist vielleicht kein ganz so häufiger Grund, aber wer weiß...
  10. Frühere Traumata, Beziehungstraumata: Das ist aus meiner Sicht der dickfettestfette Punkt überhaupt - der Dreh- und Angelpunkt, der die Probleme überhaupt so langwierig macht, sonst hätte man sie schon längst überwunden. Das Trauma oder die Traumata können im Erwachsenenalter, in der Kindheit, im Mutterleib, in früheren Leben geschehen sein - der Zeitpunkt spielt weniger eine Rolle.
    Dieser Punkt braucht weitere Ausführung und gehört eigentlich schon in das Kapitel:

4. Tiefere Ursachen in der Vergangenheit
- sozusagen die Ursachen der eben genannten Ursachen

Du hast alle Deine Erfahrungen in Dir, speicherst alle ab, gleich, wann Du sie gemacht hast:
in früheren Leben, im Mutterleib, bei der Geburt, in der Kindheit oder die Erlebnisse vor zwei Monaten.
Vieles vergisst Du, manches verdrängst Du, manches davon wertest Du aus und lernst.
Die jedoch uns am einschränkendsten beeinflussenden Ereignisse sind die unbewusste, die verdrängten, an die wir nicht mehr herankommen. Gerade diese beinhalten das Maximum an Macht und Ohnmacht und Angst vor Schuld und möglicher Zerstörung unserer Seele und dadurch wirken sie in unser Leben umso stärker hinein, gerade weil sie unbewusst sind. (Diesen Vorgang habe ich an vielen Stellen hier im Blog schon ausführlich erklärt, weil es den Hintergrund und die Notwendigkeit für die Rückführungstherapie überhaupt darstellt.)

In diesem Kapitel geht es um die eigentlichen Hintergründe für das Vermeiden von Nähe. Die damit verknüpften Situationen sind dann auch das, was uns in der Rückführungstherapie begegnen wird, um sie dort aufzuarbeiten und zu neutralisieren.

 

 

 

 

 

 

 

Die traumatischen Situationen für das Vermeiden von Nähe sind so prägend gewesen, weil es um existentielle Ängste geht, die dann aus dem Unbewussten weiterwirken. Sie können aus der Kindheit stammen, weil wir da von der Familie, von deren Aufmerksamkeit, einer mindestens einigermaßen positiven Gestimmtheit und deren materiellen Versorgung existentiell abhängig sind (als Baby oder im Mutterleib gilt ganz einfach: Ablehnung = Tod).

Und auf der emotionalen Ebene benutzen wir als Kind die anderen als Spiegel unseres Wertes bzw. werten deren Blick auf uns selbst aus (kritisch? ablehnenden? liebevoll?...), um uns danach auszurichten, wenn möglich, um weiterhin ein "funktionierendes", in einer Gemeinschaft mit deren Regeln aufgehobenes Mitglied zu sein oder uns anstrengen, zu werden. Ausgeschlossen- oder gar AngefeindetWerden löst immer existentielle Ängste aus. Man ist tot außerhalb der Gemeinschaft. Das alles macht Anpassungskräfte so stark und das SichVerstellen so verbreitet.
Oder sie stammen aus früheren Leben, in denen uns auch Dinge passiert sind, die unsere Verarbeitungskräfte überstiegen haben: Wir haben Schlimmes getan oder uns ist Schlimmes widerfahren. Auch das ist zwar unbewusst, wird aber genauso wie alles andere abgespeichert und wirkt umso mehr auf uns, WEIL es verdrängt wurde. Und hier liegen in den allermeisten Fällen die Ursachen für die Probleme - auch mit den Eltern und Partnern im heutigen Leben. Wir kommen nicht durch Zufall in das Familiensystem. Es bietet uns genau die Umstände, die wir abgespeichert haben - die meisten und größten Probleme im heutigen Leben sind von solchen verdrängten Situationen verursacht.

Dabei muss es aber nicht bleiben. Eine gewisse Unabhängigkeit von diesen existentiellen Ängsten bedeutet meines Erachtens ErwachsenWerden und die Seele aufblühen lassen, zu den eigenen Potentialen kommen, in den eigenen Flow zu kommen. In den Einschränkungen der kindlichen, frühkindlichen oder den Erlebnissen in früheren Leben weiter zu verbleiben, schränkt die Größe der Seele ein, es führt zu Blockaden, Misserfolgen, Selbstsabotagen, UnglücklichSein, Krankheiten, weil man auf dem (Anpassungs-)Holzweg, den Notfallprogrammen zur eigenen Rettung aus den vergangenen Erlebnissen bleibt. Das lässt die Seele auf Dauer nicht zu bzw. der Widerstand dagegen wächst mit der Zeit, weil man sich nicht traut, man selbst zu sein und zu strahlen, sich angstfrei auszudrücken und in der Welt seinen Platz einzunehmen. So etwas könnte man den entschiedenen und rigorosen Willen zur Selbstheilung nennen.

Die Balken, die Dein Licht verdecken, müssen irgendwann weg.

Ob Dein Ich das will oder nicht, ist der Seele egal. Es lässt Dich auch leiden, könnte man sagen, bis sie irgendwann wieder erstrahlen kann. Lass´ sie nicht mehr länger leiden, lies weiter und nutze die Möglichkeiten, die es jetzt gibt. Es gibt zum Glück mittlerweile für alle Menschen Methoden, die Einschränkungen durch frühere Erfahrungen zu minimieren oder auszuräumen, wenn Du Dich darauf einlässt und Zeit (und - ja, auch Geld) investierst. Viel geht auch schon ohne Geld, aber umso mehr musst Du dann mit mehr Geduld und Soloarbeit `ran. (Traumata wirst Du damit jedoch nicht bewusst machen und bearbeiten können.)

Das Leben und Beziehungen SIND unsicher und man wird sich daher auch des Partners nie sicher sein. Man kann das Leben und die anderen nicht kontrollieren. Was in drei Jahren wird: ob der stirbt, weggeht oder was man selbst in der Zukunft machen wird, ist nicht klar und nicht zu programmieren. Therapie kann Dich "nur" so stark machen, diese Risiken wieder einzugehen und/oder Dich tiefer einzulassen, Vertrauen in DICH zu erhöhen, dass Du diese Geschehnisse überlebst und die Nähe zu Dir nicht verlierst. UND Dir dabei helfen, diese tragischen Verläufe, diese unseligen Muster, die Dich unglücklich machen, nicht zu wiederholen, das heißt, solche Partner und Beziehungen möglichst nicht mehr anzuziehen (s. Resonanzgesetz, an vielen anderen Stellen hier im Blog erläutert).

5. Lösungen

Tanz und Nähe

Es gibt meines Erachtens vier Möglichkeiten, auf Beziehungsprobleme - und Probleme allgemein - zu reagieren:
1. Gar nicht mit dem Problem umgehen: ignorieren, wegschauen, weitermachen. (...wahrscheinlich, bis es gar nicht mehr geht und dann irgendwann tief in einer Krise stecken und in der Not schnell wieder heraus müssen. Und dann ist irgendwann der Leidensdruck sehr hoch und die Lösung soll ganz schnell kommen. Dieser Verleugnungsansatz ist aber leider weit verbreitet - sicher nicht unter meinen Leser*innen.)

2. Problembewusst, aber das Gegenüber verantwortlich machen: der ANDERE sei "Narzisst"; "zieht sich zurück", "toxisch", "kann aber nicht anders", "redet nicht", "reflektiert seine Probleme nicht" etc. Erst einen solchen anziehen und dann an diesem "herumdoktern" wollen (Nörgeln und Vorwürfe; "helfen": ihn therapieren wollen oder in Therapie schicken; sich als Opfer fühlen etc.) - das sind hier die Verleugnungs- und Ablenkungsstrategie.

Die beiden kommenden Punkte 3 & 4 setzen voraus:
Das Erkennen, dass Du selbst Zentrum des Problems bist und nur Du etwas in Dir verändern kannst, um im Außen, im Anziehen von liebevolleren Partnern oder einer Verbesserung der bestehenden Beziehung, etwas zu verändern. Möglicherweise erkennen die Betroffenen sogar schon Muster in der Partnerwahl, die schon auf tiefere eigene Themen hinweisen. (Zu diesen beiden Gruppen zähle ich natürlich auch Dich, liebe Leserin, lieber Leser! 🙂 )

3. Versuchen, an der sichtbaren, fühlbaren Oberfläche (nicht wertend gemeint) etwas zu verändern, das berühmte "anders Umgehen mit dem Problem" (darin steckt schon, dass das Problem wohl bleibt 😉 ): Lesen von Selbsthilfebüchern; Eigenliebe zum Beispiel durch positive Affirmationen stärken; gute Gespräche / therapeutische Gespräche; Methoden, die entspannen; Meditation; Gutes für sich tun; sich von dem Partner trennen; lernen, sich abzugrenzen und nein zu sagen; trainieren, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen etc. Hier versucht man, sich vor allem den oben aufgelisteten "Ursachen der Ängste" zuzuwenden und sie zu verändern.
Den "Tieferen Ursachen" widmet sich eher die nächste "Gruppe von Problemlösern":

4. An die Wurzeln des Problems gehen (meist erst, wenn Lösungsversuch 3. nicht oder nicht ausreichend geholfen hat). Was auf jeden Fall bedeutet, sich Hilfe zu holen. Das alleine ist schon ein großer Schritt für Viele, die gelernt haben, alles mit sich selbst auszumachen, keinem wirklich zu vertrauen, Nähe zu vermeiden. Du spürst oder weißt, da gibt es tiefere Dinge in Dir, die schwer oder gar nicht in einer Selbsthilfearbeit zu entdecken, geschweige denn zu lösen sind.

Was ist jetzt mit Lösungen bei den genannten Vieren?
Die Betroffenen in "Stadium" eins und zwei werden schwer weiterkommen und ihre Probleme lösen können, hat die erste Gruppe ja offensichtlich gar keine Schwierigkeiten und die zweite auch nicht selbst, nur deren Partner! - Sehr gut gelöst!  😉  Die zweiten können sich immerhin beschweren und warten oder drängeln, dass der andere sich ändert, im Glauben, sie selbst wären "weiter" und wenn er doch nur...         .....Viel Spaß dabei!
Beide bleiben auf jeden Fall auf ihrem Stand, es sei denn, etwas Besonderes passiert und ändert etwas, was immer das auch sein könnte, vielleicht ein Vulkanausbruch, eine Heuschreckenplage, ein Meteoreinschlag.   😉

Die Tapferen und Offenen, die unter Punkt drei gemeint sind, sind meist schon ein Stück des Weges gegangen und sind sich mittlerweile ihrer Mitbeteiligung am Leiden an oder Unzufriedenheit in ihren Beziehungen bewusst. Sie versuchen, sich erst mal selbst aus dem Sumpf zu ziehen oder mit Unterstützung von Trainern, Workshops, Büchern etwas an dem, was ihnen jetzt schon bewusst ist - und dadurch vielleicht noch mehr bewusst wird - zu arbeiten. Es geht hierbei um: Sich kennenlernen, erforschen, auf die Spur kommen, mit den bestehenden Problemen umgehen.
Für Viele ist das ein riesen Fortschritt in ihrer Entwicklung. Wenn Du das hier liest, hast Du das wahrscheinlich schon hinter Dir und es bleibt doch noch ein Rest an Problematik in Beziehungen, Dein Herz fühlt sich noch immer nicht richtig offen an, Du möchtest noch ein wenig mehr Angst und damit Kontrolle loslassen und die Muster, die Du in Deinen Partnerschaften vielleicht entdeckt hast, ganz fallenlassen. Und Dich endlich in einer liebevollen Gemeinsamkeit leichter und freier fühlen.

Viele (nicht alle!) dieser Methoden oder Therapien, die nicht in die Tiefe gehen (und auch nicht unbedingt gehen wollen), so wertvoll sie vielleicht sind oder eine Zeit lang sein mögen, sie arbeiten oft nicht über das Annehmen. Sie gehen oft eher über das SichAbgrenzen von sogenannten "negativen" Gefühlen oder Situationen oder Menschen. Oder/und sie versuchen sich im Stärken der sogenannten "positiven" Gefühle. (Eine Selbsthilfemethode, die diesen Fehler nicht macht, nenne ich Dir unten.)
Es geht doch meines Erachtens bei echter Entwicklung immer um das JA, nicht um das NEIN. Ein Nein zu unangenehmen Gefühlen oder Zuständen ist eben doch auch ein Nein und NichtAnnehmen. Und auf der anderen Seite ist ein Ja zu angenehmen Gefühlen oder Zuständen oft sowohl ein Nein zu den unangenehmen als auch ein verkrampftes, gewolltes Ja für die angenehmen. Und ein Nein ist immer Widerstand und hat auf Dauer unangenehme Folgen und hat mit "Heilung" oder "GanzWerden" nichts zu tun, eher mit Flucht, Vermeidung, Ausweichen, Verleugnen, Verdrängen, Lüge. Und Lügen haben bekanntlich...

Erste mögliche Schritte, wenn Du sie noch nicht versucht hast, wären, Dich in Deinen Freundes- oder Liebesbeziehungen offener, ehrlicher und verletzlicher zu zeigen. Zuerst vorsichtig da nach vorne wagen, wo Du am wenigsten verletzt werden könntest. Dabei geduldig und langsam und liebevoll mit Dir vorgehen. Deinen Emotionen und Reaktionen gegenüber bewusst werden, "an Dir dran" bleiben, Dich nicht dabei verlieren, den Fokus auf Dir halten. Viele verlieren sich im Kontakt schnell (d.h. also, die NÄHE zu sich selbst!), schauen auf den anderen, wie und warum es ihm so und so geht etc. Das Verständnis für Andere mal eine Zeit lang herunterfahren und Dich selbst in den Mittelpunkt stellen, Deine Bedürfnisse, Deine Gefühle beachten und Dich nicht gleich von deren Durchsetzung abbringen lassen, beharrlich bleiben.

GesehenWerdenWollen fängt mit dem eigenen SichSehen an. Und Du könntest realistisch einschätzen, was in der Beziehung wirklich für Dich zurückkommt, das heißt, wie weit Deine Hoffnungen und Wünsche an eine Beziehung und die Realität auseinandergehen bzw. wie lange Du schon in Hoffnung (oder Verblendung) lebst und wie lange Du darin weiter leben möchtest. Das kann hart sein, ist aber ehrlich zu Dir selbst und bringt Dich näher zu Dir selbst.

OK, das sind vielleicht gut gemeinte Ratschläge oder nennen wir sie schöner "Bestärkungen". Einiges davon hast Du sicher schon versucht. Aber ich möchte sie hier aufgeführt haben, denn für Manche könnten es Erinnerungen oder Anstöße sein, die für Andere wiederum schon ganz selbstverständlich sein können. Diese Hinweise gehen sicher nicht in die Tiefe und für alles gibt es natürlich Gründe, die diese gewünschte Klarheit verhindern, und die uns dann gleich mehr interessieren werden.

Es gibt weitergehende Unterstützung, die nicht auf Vermeiden oder Verschönern aus ist, sondern ehrlich das zum Thema macht, worum es eigentlich bei Punkt 3. ("Ursachen") ging und die die interessieren werden, die nicht gleich den tieferen Ursachen auf den Grund gehen wollen:
Also: Es geht bei Problemen immer um einen ungeliebten Zustand (zum Beispiel abhängig fühlen, Verlustangst, hilflos fühlen) und den Widerstand dagegen (frei sein wollen, distanziert bleiben, angstfrei sein wollen etc.) und der Widerstreit zwischen den beiden, der das Ganze ja auflädt und in Gang hält.

Da ich in meinem Blog hier schon oft über Widerstand und Emotionen geschrieben habe, will ich mich nicht noch einmal wiederholen, sondern verweise die, die jetzt an Weiterem interessiert sind und meine Ausführungen dazu nicht kennen, auf mein "Emotionspaket" (keine Angst, nichts Kostenpflichtiges - das gibt es auf meiner Website nicht -, nur die Bündelung der Artikel über Emotionen und Widerstände). Ich bin überzeugt, es bringt Dir Einiges, Dich da mal durchzuschmökern, Du wirst Vieles in Deinem Leben besser verstehen und bekommst dazu noch:

Praktische Übungen, nicht oberflächlich!

Hier daher ein praktischer Vorschlag:
Nutze die von mir favorisierten Emotionsübungen aus den eben verlinkten Artikeln und setze den Widerstand, also das Nein, gegen eben solche Zustände frei, die oben in der Liste der "Ursachen der Ängste vor Nähe" genannt sind und auf Dich zutreffen.
Als da wären vor allem:
Abhängigkeit, Unfreiheit, (Verlust-)Ängste, Angst vor dem Verlust von Kontrolle, dem Äußern von Emotionen, AusgeliefertFühlen/KontrolliertFühlen, Misstrauen, Sehnsucht, Verletztheit, Bedrohtheit.
Du kannst sie "ganz einfach" nehmen und Dich mit ihnen anfreunden - ja, es geht! Und dann ziehst Du nicht immer wieder Situationen und Menschen an, die Dich dort "hineinbringen", kannst Dich mehr einlassen, bist angstfreier und auf eine "gesunde" Weise stärker, nimmst Dich mehr an, kannst Dich und andere mehr so sein lassen, fühlst Dich zentrierter, musst nicht immer diese Zustände und damit die Auslöser (Deine Partner und die Beziehungen) fliehen oder vermeiden.
Was bedeutet: Du hast mehr liebevolle, annehmende Nähe zu Dir und Deinem Innenleben und damit kannst Du auch Nähe zu einem liebevollen Gegenüber zulassen (Du erinnerst Dich: Spiegel...). Du nimmst Dich gerade in den abgelehnten Anteilen und Emotionen an.

Ich kann Dir nur ans Herz legen, die Artikel zu lesen, dann verstehst Du sowohl mehr die Übungen als auch die Hintergründe für die Übungen - und die aller Deiner Probleme - nicht übertrieben! Und dann natürlich die Übungen anwenden, denn Lesen alleine hilft meist wenig. Du kannst damit ganz praktisch Deine Eigenliebe erhöhen und einen großen Schritt mit einer Selbsthilfe weiterkommen, die nicht auf Widerstand setzt, sondern auf ehrliches Annehmen, den Schlüssel zu aller Problemlösung. Nimm´ Dir aber ein bisschen Geduld und Zeit dafür, je mehr, desto besser. (Entwicklung und Ungeduld schließen sich sowieso aus, deswegen kann zu großer Leidensdruck schnell unproduktiv werden...)

Rückführungstherapie

Vielleicht gehörst Du auch zu denen, die sich jetzt mehr für die Arbeit an den tieferen Ursachen interessieren, weil sie der Weg zu einem bestimmten Punkt gebracht hat, wo sie spüren: ok, es ist alles besser geworden, doch es geht auf diesem Weg nicht mehr richtig weiter und sie sind noch nicht da, wo sie sein wollen:
Alte Muster greifen noch, da sind Reste von mehr oder weniger unklaren Blockaden, es könnte noch mehr Offenheit, Weichheit, Liebe, Nähe und Selbstliebe im Leben sein.
Da kommt (tadaa! wie sollte es auch anders sein in einem Blog eines Rückführungstherapeuten? 😉 ) die Rückführungstherapie ins Spiel. Hier würden wir zusammen zu den Ursachen der noch verbliebenen Ängste gehen. Diese sind immer in Traumata zu finden, daher sind sie so hartnäckig und erscheinen einem "irrational" (zumindest bis man die Gründe kennt).
Auch hierüber habe ich schon so viel geschrieben, das ich hier nicht wiederholen möchte. Daher mögen mir meine neuen Leser*innen verzeihen, wenn ich wieder auf meine bestehenden Texte zur Rückführungstherapie verweise, wenn - hoffentlich - weitergehendes Interesse besteht.)

Doch trotzdem hier in aller Kürze: Auch und vor allem geht es auch in dieser Therapiemethode um das Annehmen - hier dann (im Unterschied zu den oben vorgeschlagenen Übungen) von unbewussten, traumatischen Inhalten, die wir verdrängt haben und die aber gerade deshalb eine so große Wirkung auf uns haben, da sie mit existentiellen Ängsten und Zuständen in der Vergangenheit verbunden sind.
Diese Vergangenheit kann sein: Deine Zeit im Mutterleib, während der Geburt, in der Kindheit, Jugend oder auch im Erwachsenenleben - oder - und vor allem - in früheren Leben: Deine Seele führt uns schon da hin, wo wir hin müssen, wo etwas nicht heil ist, nicht angenommen und jetzt (endlich!) wieder integriert werden will.

Das bedeutet, wir kommen in den Therapiesitzungen vielleicht erst einmal in eine Zeit des VerlassenSeins, in der Du, das Kind im heutigen Leben, für Wochen getrennt von den Eltern war, oder in Situationen von Gewalt, oder in Gefühle des AbgelehntWerdens von Mitschülern in der Schule oder auch gleich in eine Situation in einem früheren Leben, wo wir zum Beispiel von einem Geliebten verraten wurden und dadurch unser Leben verloren haben.

Diese Situationen tauchen auf und wir machen sie uns ganz bewusst und nehmen sie dadurch gleichzeitig an. Dann am Ende haben sie keine unangenehmen Wirkungen mehr auf uns, da keine (unbewusste Widerstands-)Energie mehr darauf liegt, die Vermeidung und gleichzeitige Anziehung von solchen Situationen und ähnlichen Menschen verursacht. Was sollte man vermeiden wollen, was nicht mehr ängstigt, sondern emotional neutral ist? Der ballastige Rucksack ist leerer und leichter geworden, wir können Muster loslassen, die der vermeintlichen und ziemlich erfolglosen Vermeidung von unangenehmen Beziehungssituationen und -konstellationen dienten. Wir können auf die Gegenwart, auf unser Gegenüber reagieren, ohne die verzerrte Brille der (bis dato unbewussten) Vergangenheit.

Kleiner Exkurs "Warum unbedingt Rückführungstherapie"?
Es gibt ganz viele Unterschiede der Rückführungstherapie zu "weniger spirituellen" und anderen spirituellen Methoden. Der größte ist vielleicht, dass es nicht nur um das Annehmen geht, sondern wir Deiner Seele folgen, ohne Agenda, die bestimmt, wo wir zu suchen und zu finden haben (zumindest so, wie ich diese Therapie praktiziere, das sehen andere Rückführungstherapeuten sicher anders). Deine Seele weiß es am besten - dieses Vertrauen hat sich in den mehr als zwanzig Jahren Arbeiten mit Seelen als feste Überzeugung in mir noch verstärkt.

Und einer der größten Unterschiede zu den Methoden, die sich ausschließlich mit Ursachen im heutigen Leben beschäftigen ("traditionelle" Psychotherapieformen wie Psychoanalyse zum Beispiel) besteht darin, dass wir oft nicht nur Opfer waren (wie dies, bei meinen Klient*innen zumindest, meist im heutigen Leben der Fall ist), sondern uns auch jetzt noch mit Schuldgefühlen herumplagen, die aus früheren Leben stammen, deren Gründe nur eine Rückführungstherapie aufdecken kann.

Denn sie nennt sich vor allem deshalb spirituell, weil sie die Seele und damit frühere Leben einschließt. Natürlich gibt es auch genügend Opfersituationen in früheren Leben, die oft erst einmal aufzuarbeiten sind und die ebenfalls Ursachen für Muster und Probleme im heutigen Leben sind. Man kommt meist nicht um sie herum, auch wenn Situationen aus dem heutigen Leben aufgearbeitet sind.

Gerade - und vor allem - durch unsere "weniger gelungenen" Aktionen in den sogenannten "Täterleben" (der Begriff ist nicht so präzise, aber er ist der knackigste und muss uns hier genügen), in denen wir aus unserer Sicht Schuld aufgeladen haben (zum Beispiel Andere betrogen, belogen, ihr Vertrauen missbraucht, sie ausgenutzt, gar umgebracht etc.), sinkt unsere Eigenliebe natürlich am meisten (siehe hier auch die entsprechenden Punkte am Anfang dieses Artikels: Verstecken, "unerklärliche" Schuldgefühle, schlechtes Selbstwertgefühl, "nicht genügen", "falsch sein" etc.) und kann nur hier in dieser Therapieform bewusst gemacht und aufgehoben werden, nämlich durch ... wieder mal: BewusstWerden, Annehmen, SichSelbstVergeben.
Dies stellt dann eine bis dahin - seit den Vorkommnissen in dem oder den früheren Leben - nie dagewesene Nähe zu Dir selbst wieder her, die Dich durch SelbstAblehnung nach den Taten ("wie konnte ich das nur tun?", "wie schlecht bin ich doch" etc.) verlassen hat. Und Deine Eigenliebe steigt wieder, vor allem durch das emotionale Verständnis für Dich selbst in den damaligen Situationen. Diese tiefe Empathie Dir selbst gegenüber führt dann zum SelbstVergeben - eine unbeschreibliche Erleichterung von einer Last, deren Inhalt vorher gar nicht bewusst war und nur durch Probleme und Symptome an die Oberfläche kam.
Loslassen und Lieben.   🙂

Beide von mir dargestellten Methoden - die Übungen und die Therapie - dienen dazu, Deine "NEINs" zu früheren Situationen und Emotionen in "JAs" zu verwandeln - und DAMIT IMMER zu JAs zu Dir selbst. Sie sind die praktischen Umsetzungen zu dem verbreiteten, aber immer in der Umsetzung nebulös bleibenden Heilsgebot "Liebe Dich selbst!". Sicher ist und bleibt das der Schlüssel zum Zulassen und Genießen von Nähe, doch bleibt der Weg dahin bei vielen ein toller Rat, wird aber nie praktisch erklärt, wie man da hin kommt.

Auch bunte Zettelchen am Spiegel mit "Ich liebe mich" ändern nicht viel, außer Klebeflecken am Spiegel. Eigenliebe lässt sich nicht künstlich tünchen. Es muss von innen heraus kommen, authentisch sein - das genau tun die von mir vorgestellten Methoden, deren Kombination ich folgerichtig auch in meiner Praxis anwende. Rückführungstherapie ist dabei die Therapieform, die Übungen dienen in ihrem Rahmen der Vertiefung und dem Annehmen von konkreten Zuständen/Emotionen, auf die wir in den Rückführungen treffen.

Ich freue mich, wenn ich Dein Interesse geweckt habe, auf tiefere Weise mehr Nähe zu Dir und anderen zu erreichen - und wenn ich Dich dabei begleiten darf, wie so viele andere vor Dir. Für mehr Leichtigkeit und Liebe.
Wie immer herzlichst,
Dein
Ulf Parczyk

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Zur Beantwortung Deiner ersten Fragen (Verlauf, Kosten etc.) hilft Dir meine Fragen- & Antworten-Seite.

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Narzissmus und die zwiespältige Diagnostiziererei
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Das Sitzungsbeispiel mit einer Klientin mit Verlustangst (und einem Folgeartikel, an den entsprechenden Emotionen selbst zu arbeiten)
Über die Vor- und Nachteile des Nein-Sagens

Meine Spezial-Seite zu Karmischen Beziehungen, darauf auch eine Seite zu dem noch spezielleren Thema Dualseelen
Weitere interessante Blogartikel zum Thema Liebe & Beziehungen

Zur Rückführungstherapie: Allgemeines  - und viele ausführliche Blogartikel darüber, z.B. über: Sind Erinnerungen an frühere Leben Phantasie? Wie kommt man in Erinnerungen an frühere Leben? Hinweise auf frühere Leben, Beispiele von Sitzungen und Vieles mehr.

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Photos: TänzerPaar nah: Image by Alexandr Ivanov from Pixabay; TänzerPaar fliegend: Image by Alexandr Ivanov from Pixabay; Hände: Image by Sergey Gricanov from Pixabay; Paar im Wald: Foto von Scott Broome auf Unsplash

 

 

 

Lebendiger, authentischer, gesünder
- und ein praktischer Weg dorthin! Teil 2

(Bitte natürlich vorher Teil 1 von "Emotionen befreien" lesen!)

...jetzt kommen sie endlich: Monster, Gitarre & Ball...

Der Kampf mit dem Monster und seine Reaktion darauf

Widerstand hat immer mit Zwang zu tun: Ich MUSS handeln, ich muss die Emotion wegbekommen, etwas damit machen, sie verändern. Das ist das Gegenteil von Freiheit.
Doch ich kann fliehen, schnell rausgehen und joggen, durchatmen, singen, pfeifen, auf einem Bein hoppeln oder gute Musik hören, eine Flasche Wein leeren - alles schön und gut, aber dauerhafte Änderungen gibt es dann nicht - ich muss halt immer wieder fliehen, joggen, durchatmen, singen, hoppeln, trinken oder pfeifen. Wie anstrengend auch, vor allem wenn man es gleichzeitig macht.  😉
Aber: Kann man eine Phobie vor Schlangen heilen, indem man sie immer wieder vermeidet? Sicher nicht. Langsames Annähern aber hilft. Das ist die Technik dieser Übung - und im Grunde auch die Technik der Rückführungstherapie:
Sich den Schrecknissen gelinde anzunähern, den Widerstand abbauen, statt uns unser Leben durch VermeidenMüssen und Widerstände schwer zu machen und weiter einzuschränken.

Was wir eigentlich sind, wird ja dann durch Unterdrückungen, Verleugnungen aber fast rätselhaft, unklar, kann geradezu bedrohlich sein. Manche haben ihr Zentrum fast verloren unter dicken Schichten von Kontrolle. Wir drücken bestimmte Gefühle dann oft gar nicht mehr aus (oder im besseren Fall noch alleine im stillen Kämmerlein, wenn es niemand mitbekommt). Irgendwann spüren wir sie dann auch nicht mehr, juchhu! ----- wie traurig eigentlich.

Es scheint fast, als hätten die Gefühle dann vielleicht auch keinen Bock mehr und zögen sich zurück. Weg. Scheinbar aber nur. Man versuchte sie zu knebeln und auszusperren. Doch sie warten geduldig (zumindest anfänglich) und klopfen an der Tür, wollen wieder `rein, die kleinen Monster.
Wie ich an einigen Stellen hier und in meinen anderen Artikeln schon erwähnt habe:

Widerstand ist - vor allem, wenn man den Hintergrund kennt - immer sinnvoll (spätestens in einer Rückführung wird einem das klar). Es hält aber auch genau das fest, das so unangenehm ist - bewahrt genau das, dem widerstanden wird.

Das kleine Monster bleibt glatt vor der Tür stehen, will jetzt erst recht nicht weg - so abgelehnt, gemieden, ja verleugnet: "So geht das nicht!", meint es - und fängt an, an der Tür zu hämmern und zu rütteln. Es passt ihm gar nicht, so ausgeschlossen sein! Es will zurück zu Dir! Es ist doch da!
Mist. Widerstand und Kontrolle und Aussperren helfen nicht richtig, dieses Monster wegzuschicken, ja besser: auszurotten. Es ist hartnäckig. Vor der Tür fängt es jetzt auch noch an zu schreien! Dabei willst Du doch nur Deine Ruhe! Es bleibt erst recht und macht Sperenzien, tobt und will wieder ´rein und wahrgenommen werden, das wilde Biest: Du hältst dagegen! Drückst die Tür zu, hältst Dir die Ohren zu. Stark sein, weghören, Contenance! Du willst doch nur Deinen lieben Frieden!
Dann irgendwann tobt nicht nur in Deiner Seele der Kampf an der Tür, auch im Körper fangen die Verspannungen an zu schmerzen, Stress, Krankheiten, Energieverlust drohen. In Beziehungen funkt es dazwischen, kommt ungebeten doch durch, zum Beispiel in Form von Deinen Ausbrüchen von Wut, versteckter Arroganz, herbeigeführter Ohnmacht. Und über Jahre wird das Monster stärker - oder Du langsam schwächer und müder - oder beides, egal.

Bedenke: Das "Monster Emotion" wird immer gewinnen - in diesem oder in einem kommenden Leben. Alles andere ist Illusion.

Warum dann nicht gleich jetzt dran? Die vorgeschlagene Übung lässt Dich ganz langsam und behutsam die Tür wieder öffnen, das Monster vorsichtig anschauen und dann nach und nach wieder hereinlassen. Bis es bei Dir sein darf, gewürdigt und angenommen (eben das, was sich wohl jedes Wesen im Universum tief drinnen wünscht).

Monster

1: Der Rausschmiss des ungeliebten Monsters

 

Monster

2: Das Monster will zurück und gesehen werden

 

Monster

3: Das Monster drängt herein, jetzt langt es ihm

 

Monster

4: Widerwillig öffnet sie ihm langsam die Tür (= die Übungen, oder/und die Rückführungstherapie...)

 

Monster

5: Sooo schlimm ist es gar nicht - es könnte sogar ein Freund sein!? Hilfreich? Oh!

(Die wunderschönen Monster-Bilder sind von meinem Freund Stefan Meye)

Noch ein schönes Bild: DER BALL

Weil es mir so wichtig ist, das hier alles weiterzugeben, warte ich mit noch einem Bild für diese Vorgänge auf:

Widerstand gegen Emotionen

Nehmen wir das Bild eines Balles für das Paket von unerwünschten Emotionen, die meist mit Gedanken, Erinnerungen und Körpergefühlen einhergehen.  Die Emotionen wären dann der Kern des Balles. Wir stehen also jetzt im "Swimming Pool des Lebens" 😉 und halten diesen unangenehmen Ball, zum Beispiel voll mit Hass, so weit wie möglich von uns fern: er ist uns zuwider, das wollen wir nicht fühlen - oder setze in den Ball was auch immer Du jetzt als extrem unangenehmen Zustand empfindest; beliebte Beispiele gab ich ja schon.

Wir drücken diesen Ball also möglichst ins Unsichtbare, weit unter die Oberfläche des Wassers. Unser Widerstand arbeitet so gut, wie wir Kraft haben, den Ball herunterzudrücken. Je weiter weg unter die Wasseroberfläche wir ihn drücken wollen, also je unangenehmer seine Nähe für uns ist, um so mehr Auftrieb bekommt er und um so mehr Kraft kostet uns das Herunterdrücken. Der Ball verschwindet dadurch nicht eigentlich, im Gegenteil, er haftet an uns fest und nimmt einen mehr oder weniger großen Teil unserer Aufmerksamkeit, Kraft und Energie ein. Das passiert nicht selten unbewusst.

Jetzt, mit diesem Bild, kannst Du Dir vorstellen, wie Dir die Energie und Aufmerksamkeit für Dinge im Moment des gegenwärtigen Augenblicks fehlen. Bist Du doch sehr beschäftigt mit dem Unterdrücken von Emotionen, Gedanken, Bildern: eben unserem Ball (und meist ist es noch anstrengender, weil es ja oft nicht nur ein "Solo" ist: es gibt oft mehrere Bälle gleichzeitig, auf die Du aufpassen und die Du dressieren "musst"!).

....und oberhalb der Wasseroberfläche überspielen wir dann alles und markieren die Unberührten, die im wahrsten Sinne des Wortes "alles im Griff" haben, manchmal sogar lächelnd, vielleicht nur etwas verkrampft... so lange es eben noch geht. Immer in Angst, wenn wir schwächer werden, knallt uns der Ball direkt voll auf die 12 und haut uns ganz um. (Oder in dem anderen Bild: das Monster stürmt die Tür und frisst uns...)

Das allgemeingültige Prinzip ist: Erst was Du wirklich bei Dir haben kannst, ohne es unbedingt loswerden zu wollen, kannst Du loslassen.
Daher der zweiter Merksatz:  😉  Annehmen bzw. WillkommenHeißen IST Loslassen.

Wozu können dauerhafte Unterdrückung & Kontrolle führen?

Widerstand gegen Emotionen ist zwar einmal überlebensnotwendig gewesen, irgendwann einmal wurde Widerstand aber gegen das zwanglose Sein, das Fließen gerichtet, gegen das "lebendige Leben", gegen die eigenen Anteile von Wut, Trauer, Ohnmacht, ja manchmal sogar von Freude! Daher verschlingt er so viel Energie.

Wir können uns jetzt auch gut vorstellen, dass dieser anstrengende Vorgang in der Folge auch zu körperlich und psychisch sehr eindeutigen Phänomenen führen wie BurnOut, Depression (da ist der Vorgang schon im Wort), Energielosigkeit , Erschöpfung bis hin zu Apathiezuständen. Er stellt natürlich auch körperlichen Stress dar, so dass uns Muskelverspannungen plagen und Krankheiten schneller ereilen. Aber auch Konzentrationsschwierigkeiten (wie kann man sich auf etwas konzentrieren, wenn man doch "alle Hände voll" zu tun hat?), Gedächtnisstörungen oder schnelle Ermüdung und schnelle Überforderung können uns ebenfalls das Leben im Alltag schwer machen, Aufgaben zu erledigen ("es ist alles zu viel"). Man braucht ja die körperlichen und seelischen Muckies für etwas anderes, eben zum Unterdrücken. (Stimmig an dem Bild des unterdrückten Balles ist auch, dass, wenn die Kräfte aus welchen Gründen auch immer im Leben einmal nachlassen, die alten Pakete von alleine wieder nach oben kommen, Viele kennen dieses Phänomen: genau das, was man gefürchtet hat, tritt ein...)

Widerstand und Beziehungen

Natürlich spielen Widerstände auch im Beziehungsleben eine dominante Rolle. Wir versuchen, andere zu kontrollieren (auch im Helfen über unser Mitleid oder über unser "Wohlverhalten" und Zurückstecken von Bedürfnissen), um sie aus bestimmten Zuständen zu bringen (meist die Klassiker Ablehnung, Trauer, Ohnmacht, Wut etc.), die wir selbst nicht annehmen. Wir "können es dann nicht sehen" oder aushalten, wenn andere sich so fühlen. Dann versuchen wir also zusätzlich zu unserem eigenen inneren Kampf, auch noch den Zustand des anderen zu verändern!

Was wir selbst nicht annehmen können, können wir auch nicht annehmen, wenn es andere in unserem Umfeld haben, das konfrontiert uns ja , mitschwingend, getriggert, mit unseren eigenen abgelehnten Zuständen. --- Puh, wie anstrengend! - und den anderen auch wenig in seinem Zustand annehmend. Nichts (zumindest in dem "heiklen" Bereich) wird gelassen, wie es ist. Damit alleine hat das NichtAnnehmen natürlich große Auswirkungen auf Beziehungen.

Auch wenn man versucht, Verlustangst durch Klammern, Dienen, Sorgen oder Eifersucht zu überdecken oder zu vermeiden, handelt man in Beziehungen aus Widerstand heraus und nicht aus Freiheit. Ebenso bei Ängsten vor Nähe (die auch in Verlustangst begründet sein kann).
Das sind nur einige Beispiele, wie man sich das Leben durch eigene Widerstände schwer machen kann (dem Partner manchmal auch... 😉  )

Und - da ich es schon oft hier auf meiner Seite erwähnt habe und es mittlerweile Gemeingut ist: Widerstand ist Energie und lädt damit das auf, gegen das der Widerstand gerichtet ist. Und wir wissen: Das, was aufgeladen ist, ziehe ich an. Das ist dann natürlich meist suboptimal im Falle des Widerstands, weil es genau das anzieht, was wir ja gerade überhaupt nicht wollten. Dann kommt es durch die Hintertür als Spiegel um die Ecke. Also wenn ich Aggressionen unterdrücke, könnte es sein, dass ich Mobbing-Opfer werde, hilflos ausgeliefert - wie ich mich auch wiederum nicht fühlen möchte, auch dagegen Widerstand habe - und dann vielleicht "lieb" und angepasst bin - auch als Erwachsene noch. Ein weites Thema, das ich hier nicht weiter ausführe. Es reicht, darauf hinzuweisen, um Dir deutlich zu machen, dass Widerstand nicht etwas "Privates" ist, was nur Dich betrifft. Dein ganzes Leben ist davon betroffen, auch das Beziehungsleben.

Natürlich führt die Ablehnung von Emotionen und Zuständen, da sie als zum eigenen Ich gehörig empfunden werden, immer auch zur Ablehnung oder Abwertung der eigenen Person ("Ich bin so ohnmächtig und schwach, ein Waschlappen"), zu einem Sinken der Eigenliebe. Also ist diese Übung hier auch ein praktischer Weg zur Erhöhung der Eigenliebe! (Denn das ist ja manchmal schleierhaft, wie man das praktisch machen soll: "sich selbst lieben". `Ein hehrer Aufruf, aber wie?´möchte man den oder die SchreiberIn oft fragen - hier hast Du eine Möglichkeit!)

Du siehst, es hat weitreichende Folgen für Deinen Körper, Deine Beziehungen, Arbeit, Zufriedenheit und vor allem für Deine Selbstliebe, im Kampf mit Emotionen zu liegen. Und über kurz oder lang wirst Du unterliegen, mindestens Dir nicht guttun.

JA WAT NU?

Unterdrücken, verleugnen, ausdrücken, in Anderen ersticken oder bekämpfen, VerstehenWollen - Du hast gesehen, das alles sind Techniken, um Emotionen nicht wirklich zu spüren.
Ja, was soll man denn stattdessen damit machen?

Am besten: NICHTS. Dableiben. Was da ist, anerkennen. Die Emotion einfach willkommen heißen und spüren - und dann loslassen.

Voraussetzung ist, dass wir uns der Momente bewusst werden, in denen wir uns fast automatisch und superschnell ablenken von hochkommender Trauer, Wut oder was auch immer wir nicht spüren möchten. Und uns schnell abwenden, sie wieder aus unserer Aufmerksamkeit drängen wollen, ausleben, andere oder uns verstehen oder wie auch immer verändern wollen - nur den Widerstand leben.
Dann können wir auch ruhig den Widerstand oder Widerwillen spüren, auch dieser ist ja da! Also ALLES ANNEHMEN - inklusive des NichtHabenWollens!
Und das ist dann fast schon die unten vorgestellte Übung!

Das nimmt sehr viel Druck aus dem System und eine Entspannung tritt ein, weil wir uns den Emotionen nicht mehr entgegenstellen. Immer weniger ist der Widerstand notwendig und schmilzt. Und damit auch die Masse an Gedanken, die mit dem Verändern der Gefühle beschäftigt sind: alles VerstehenWollen, Einsortieren, Analysieren, Kopfzerbrechen, das wirst Du merken.

Authentisch = Schwingend

Weniger Widerstand gegen Emotionen bedeutet auch immer, dass Du Dich selbst mehr annehmen kannst!

So wütend, arrogant, ohnmächtig, unperfekt, böse, unspirituell, traurig, kleinlich, doof wie Du dann eben bist, ist es dann eben so! Welch ein befreiendes Gefühl, von den Selbst-Be- und Abwertungen wegzukommen! Nicht mehr im Dauer-Krieg mit Dir selbst! Klingt gut? IST gut!!   🙂

Daher ist es meines Erachtens sehr sinnvoll, sich gerade mit den unbeliebten Emotionen und Zuständen zu beschäftigen und sie nicht zwanghaft und oft schon unbewusst vermeiden und unterdrücken zu müssen. Und sie dadurch loslassen. Denn sie wollen gar nicht bleiben! - nur durch unseren Widerstand halten wir auch noch an ihnen fest! In "Emotion" steckt der Begriff "Motion" das heißt: "Bewegung"! - Also gerade nicht Starrheit und Festhalten!

frei schwingen, widerstandsfrei
Pling! Clong!

Das Gesündeste - sowohl für Deine Seele als auch für Deinen Körper - wäre, wie ein Instrument zu sein, dessen angeschwungene Saiten und damit Töne ausschwingen können. Der Widerstand wäre wie eine Hand, die auf die Saiten drückt und den Ton gar nicht zum Klingen bringen möchte. Ersetze jetzt Töne mit Emotionen.
Klinge!
Sicher es gibt auch Töne, die schräg, zirpend, kratzend und nicht so angenehm sind - aber es gibt sie halt! Ohne Sinn, Zweck, Ziel, einfach da. So einfach ist das. (Das Ich will natürlich mehr draus machen, wie immer...)

Das große Zauberwort in der Psychotherapie ist seit einigen Jahren Resilienz. Das bedeutet psychische Elastizität, die Fähigkeit, mit belastenden Situationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen umgehen zu können. Was wäre für die Verbesserung der Resilienz besser geeignet als das Annehmen der (unangenehmen) Emotionen und das Einüben mit Hilfe z.B. der vorgestellten Übung? Denn nur ohne oder zumindest mit wenig Widerstand übersteht man "belastende Situationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen". Denn wie wir gesehen haben, bedeutet Widerstand immer spätere Beeinträchtigungen.

Wie schon oft hier im Blog gesagt, es geht nicht darum, sich besser zu fühlen, sondern darum, sich besser zu fühlen. Du musst ja die Emotionen nicht alle lieben - aber vielleicht kannst Du sie wertschätzen als Teil des Lebens und nicht etwas, das verleugnet und dauernd dressiert werden muss.
(Klar gibt es Situationen, in denen man nicht alles ausdrücken möchte, es geht hier nur um die Vermeidung von chronischer und/oder unbewusster Verleugnung und Kontrolle.)

Und erinnere Dich daran, dass die Zustände bei den meisten Kindern in einem bestimmten Alter noch viel beweglicher sind: da wechselt Freude schnell in Traurigkeit oder Wut in Freude oder umgekehrt. Wir Erwachsene sind da eher schwerfällig und "gesetzter" und manche Emotionen sind eben dann mittlerweile ganz tabu. Das ist, gelinde gesagt, nicht sooo toll. (Falls sich hier Widerstand in Dir regt (zum Beispiel "Was wäre denn da los, wenn ich jetzt alle Gefühle fühlen oder gar ausdrücken würde?", dann ist das schon eine interessante Widerstands-Beobachtung!)

Kommt das große ABER bei Dir?

Annehmen ist der Schlüssel.
Aber ...aber....aber ....ich kann doch nicht einfach...
Vielleicht ist es erst mal nicht einfach. Doch wieder "ich selbst" sein heißt für mich immer auch: Fühlen, was jetzt da ist! Radikal. Egal, warum, woher es kommt, wohin es geht. So ist es dann im Moment. Kein Gemache mehr, keine Erklärungsflut, Ausflüchte --- frei schwingen.
- Freilassen, Würdigen, wahrnehmen, willkommen heißen, anerkennen, aus der Dunkelheit ins Helle, den Ton schwingen lassen, den Ball loslassen, vom VorDerTürAussperren ins Warme lassen - nenne es, wie Du willst.
WOOAAAHH! Was dann? Hillfee!!

Emotionen frei

Das könnte ein guter Weg, ein gutes Ziel sein.
Sich diese Freiheit erlauben, statt der Schwere, die immer an Dir selbst und Deinen inneren Zuständen nörgeln will, etwas nicht haben will. Endlich widerstandsfrei. Ob gerade hell oder dunkel, grün oder rot, wild oder zahm - so wie wir im Moment sind, einfach sein! Und uns dafür zu lieben, dass wir ein lebendiges Wesen sind, das auch Gefühle hat, die nicht "konform" sind, die nicht "angepasst" sind, deren Ziel nicht das "Funktionieren" ist, aber gesund und authentisch. Kein ABER mehr für Dich.
Das wär´s doch, oder?
Dann ist die Übung am Ende des Artikels sicher was für Dich. Mit ein bisschen Investition von Zeit und Geduld kann es gelingen!
Und vielleicht ist das Monster dann gar nicht so groß oder unangenehm, eklig oder zerstörerisch!? Sondern arbeitet für Dich? Für Deine Lebendigkeit!

Und noch eine gute Nachricht: Es geht hier nicht darum, `rumzubrüllen, zu toben oder in der Öffentlichkeit zu weinen - es geht nur um´s Schwingen in der Emotion. Emotion ist für mich eine Frequenz, in der unsere Seele (und der Körper mit) schwingt. Das sollen sie einfach tun können. Der Ausdruck der Emotion ist dann eine Entscheidung.


Die Übung erklärt anhand des Bildes des Balles

Bei starken Widerständen gegen ein Gefühl musst Du die Emotionen und den dazugehörigen Widerstand immer wieder und oft einladen und loslassen. Also: Den Ball richtig anfassen und spüren, aber auch den Widerstand: den Ball nicht haben zu wollen, nicht spüren wollen - und dann den Widerstand loslassen. Dann alles für einen Moment loslassen. Und das mehrmals, bis der Widerstand langsam wegschmilzt und eine Erleichterung eintritt.

Ohne das Einladen und Annehmen des Widerstandes, des Verändern-Wollens, wird das Annehmen nicht funktionieren.

Ganz einfach, weil man sonst mit angezogener Handbremse (er-)lebt und der Widerstand sonst immer dagegenarbeiten wird.

Es ist also wichtig, auch den Widerstand anzuerkennen, nicht zu übergehen oder abzuwerten als "überflüssig" oder "ineffektiv", sondern ihn auch zu wertschätzen. Er ist ja auch da, also auch genauso wie das Gefühl anzunehmen! Und dann erst loszulassen. "Ich muss meine Gefühle annehmen" alleine bringt nichts, nur Druck auch noch Widerstand - ist also Widerstand gegen den Widerstand! So wird das Ganze nur energetisch noch fester. Also der Widerstand muss mit ins Boot: Ich will den Ball nicht haben, weg damit!

Das Befreiende ist dann die Befreiung vom Widerstand, nicht von der Emotion. Emotionen können dann kommen und gehen, sie verbrauchen keine Kraft mehr und sie werden nicht festgehalten, nicht vergrößert durch das Unterdrücken und nicht verschoben, weil sie angenommen werden. Die Aufmerksamkeit und Kraft kann im Moment sein und nicht aufgespalten und aufgebraucht auf aufreibenden und energiezehrenden Kriegsschauplätzen. Dadurch verlieren sie auch den größten Schrecken und ihre (Negativ-)Bewertung.

Der Ball und die Hände sind frei. Wir können fangen und werfen oder ihn einfach wegschwimmen lassen. Freier Fluss für freie Bälle!

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(Ist das nicht so einfach selbst zu erreichen, stehe ich Dir sehr gerne zur Verfügung, die größeren Bälle zusammen mit Dir zu befreien. Dann musst Du vielleicht (s. Teil I) in vergangene, festgehaltene Situationen direkt hinein und die Bälle dort befreien, um Deinen Prozess etwas zu beschleunigen, die komplexeren und tiefer sitzenden Emotionen, Glaubenssätze und damit zusammenhängenden Bilder freizusetzen. Dafür bin ich ja mit der Rückführungstherapie da. 😉 )

Jetzt wird´s endlich praktisch:

DIE ÜBUNG - "RELEASING" (=engl. Loslassen)

Wozu diese einfache Übung dient, sollte jetzt klar geworden sein. Du solltest sie so oft und lange wie möglich und nötig anwenden, sie ist auch sehr alltagstauglich.
Versuche es! Es lohnt sich!

Wenn Du die Polaritäten-Artikel (die ich noch einmal sehr empfehle) mit den Erläuterungen und Übungen schon gelesen hast, musst Du nicht mehr viel wissen und kannst gleich zur Übung fortschreiten.  Der Unterschied zur Polaritäten-Übung ist hier, dass nicht die andere Polarität zu einem inneren abgelehnten Zustand aufgerufen wird, sondern direkt der Widerstand dagegen. Immer, wenn es keine Polarität, kein Gegenstück zu einem Zustand gibt oder Du Dir nicht den Kopf darüber zerbrechen willst, welcher es denn nun sein könnte, ist diese Übung hier die einfachere. Sie bietet sich daher auch an, wenn Du in einem Moment gerade "live" Widerstand gegen eine Emotion spürst und in der Situation eine Übung machen möchtest. Dann spürst Du vielleicht auch am besten, wie sich der Widerstand anfühlt oder wie er beschaffen ist (manchmal sind es auch Gedanken, die gegen die Emotion arbeiten).

KURZBESCHREIBUNG DER ÜBUNG

Die Übung: Du rufst den inneren Zustand auf, den Du für Dich als unangenehm, problematisch oder schwierig identifiziert hast. Dann den Widerstand. Dann loslassen. So einfach.

Das kann am Anfang beim Hören schwer sein oder Dir zu schnell gehen, aber bleib´ einfach dabei und mach´ weiter. Wenn Du diese einfache Übung verstanden hast, kannst Du sie ja auch ohne Anhören anwenden und Deine eigene Geschwindigkeit benutzen. Und integriere sie in Deinen Alltag, als Haltung, das wäre am effektivsten.

Nutze den Text oben für Anregungen für Deine Übungen, Deine persönliche "Monsterliste" dafür. Auf Deiner Monsterliste stehen natürlich alle Zustände, die du vermeidest, bei denen Du großen Widerstand empfindest, die Du loswerden willst, oder aus denen Du andere herausbringen möchtest.
Und der Widerstand, was ist das? Er kommt ja manchmal fast schneller als die Emotion: er muss ja da sein, sonst würdest Du die Übung gar nicht machen. Spüre einfach nach Aufrufen der Emotion, was da auftaucht (z.B. Gedanken: "es ist ein ekliges Gefühl", "es ist zuviel", "ich will was anderes fühlen", "das darf man nicht, sollte man nicht" etc.) oder was Dein Körper als Reaktion auf die Emotion macht. Das ist dann Dein Widerstand, auch den willkommen heißen. Wenn keiner da wäre, stünde die Emotion nicht auf Deiner Liste. Diese Übung ist nichts Intellektuelles, Du musst nichts verstehen, nichts analysieren. Einfach mal machen. Du wirst sehen, wie es wirkt. Irgendwann kann der Zustand einfach in Dir sein.

Nutze die Erinnerung an unangenehme Situationen und Zustände, um die Emotion hervorzulocken. Versetze Dich möglichst lebendig hinein und dann los!

Arbeite einen Zustand nach dem anderen in der nächsten Zeit ab. Du wirst merken, es bewegt sich etwas!

 

________  ach ja, und noch was Spannendes:

ÜBUNG 2 - DER BONUS: DER SPIRITUELLE ASPEKT - FÜR "FORTGESCHRITTENE"

Neben dem Aufrufen der Emotion und des Widerstandes kann noch ein dritter Schritt dazukommen, wenn Du möchtest. Man könnte sagen, die andere Polarität zu den Emotionen, die spirituelle Seite zur eher psychologischen: das SEIN oder die UNIVERSELLE LIEBE. Versuche es einfach mal einzubeziehen, auch wenn der Kopf da auch nicht mitkommt, und es erst anfänglich schwach wirkt - ähnlich schwach wie der "positive" Pol. Wiederholung weicht auch hier Widerstände auf. 

_____________

Diese Übung hier ist ein kleiner Teil eines ganzen Übungssystems, das ich nicht erfunden habe, sondern das in beeindruckender Weise von dem Amerikaner Hale Dwoskin angeboten wird. Von ihm gibt es viele verschiedene Programme zu verschiedenen Themen auf CDs, schau mal auf der Sedona-Website. Oder besuche den Sedona-Youtube-Kanal mit vielen kostenlosen Übungen. Das ist leider alles nur auf Englisch (aber einfachem). Es lohnt sich unbedingt, falls Du ein bisschen Englisch kannst, das Original anzuschauen bzw. anzuhören, vor allem, bevor Du deutsche Anbieter suchst, die es lediglich übernommen haben (so wie ich... 😉 ).

 

Im Folgenden findest Du also hier auf der Seite unten
1. den allgemeinen Text zum Herunterladen und Ausdrucken für Dich, damit Du auch unabhängig von den Hörbeispielen arbeiten kannst, wenn Du lieber liest als hörst.
Und
2. dann zwei Hörübungen: Übung 1 ist die allgemeine "Blankoübung". Sie kannst Du dann jeweils mit Deinem aktuell interessanten Zustand füllen, den Du für Dich gefunden hast und bearbeiten möchtest, gefunden im Alltag oder mit Hilfe der vielen Anregungen oben im Text.
Die zweite Übung bezieht den spirituellen Aspekt mit ein. Wähle, was Dir eher liegt.

Wenn Du Weiteres lesen möchtest: Empfohlene Artikel zum Nein-Sagen; der erwähnte zu den Polaritäten (auch mit Übung!); über Enttäuschung; generell zu Emotionen, Kontrolle & Widerständen: Hier geht´s zu den Artikeln.

Und jetzt `ran!
Und klar, wie oben schon erwähnt, hat der hartnäckige Widerstand gegen Gefühle oft traumatische Ursachen. Wenn Du also nicht mir dieser Selbsthilfe weiterkommst und steckenbleibst, könnte Dir wahrscheinlich eine Rückführungstherapie helfen. Da gehen wir dann zu zweit die "dickeren Klöpse" an. Ich bin bereit.  😉
Wie immer herzlichst,
Dein Ulf

DER ÜBUNGSTEIL

ALLGEMEINER ÜBUNGSTEXT
zum Downloaden und Ausdrucken:

Download Übungstext

(Je nach Deinen Browser-Einstellungen können die Dateien direkt heruntergeladen werden oder Du musst sie in einem neuen Fenster über ein Menü (über einen Rechtsklick auf der Maus z.B.) abspeichern.)


1. HÖRÜBUNG "EMOTIONEN BEFREIEN:

(und bitte nicht vergessen: Die Übung ist nicht gleich im Einmal-Gebrauch effektiv:
Wiederholen, wiederholen, wiederholen!)

Audio "Emotionen"

 

2. HÖRÜBUNG "EMOTIONEN BEFREIEN - spirituell":

(auch hier bitte nicht vergessen: Die Übung ist nicht gleich im Einmal-Gebrauch effektiv:
Wiederholen, wiederholen, wiederholen!)

Audio "Emotionen - spirituell"

 


Photos: Beitragsbild Frau: Aditya Saxena on Unsplash; Monstercomic von Stefan Meye; "Ball & Widerstand" - Photos von Autor; Frau kopfüber: Persnickety Prints on Unsplash; Gitarre: Natasya Chen on Unsplash; 

Lebendiger, authentischer, gesünder
- ein praktischer Weg dorthin!
- und: Ein Monster, ein Ball und eine Gitarre.

Die brauchen wir gleich. (Nein, Du musst das nicht herbeiholen! Lesen reicht - und später üben!)

Diesen Text und die Übung halte ich für eine der wichtigsten Veröffentlichungen in meinem Blog. Denn:

Jedes Problem, das Du hast, lässt sich auf den Widerstand gegen abgelehnte Emotionen reduzieren! - Und daran kannst Du hier dann später arbeiten.

Emotionen - sie sind das Salz in der Suppe des Lebens. Ohne sie wäre das Leben fad, trist, langweilig. Sicher, in turbulenten Zeiten wünschen sich Viele eine buddhistische OM-Gelassenheit und für Manche ist das auch ein Ziel ihrer spirituellen Bemühungen und Praxis.
Mein Ansatz ist eher der, Emotionen (im Folgenden setze ich der Einfachheit halber Emotionen, Gefühle und Zustände gleich, es soll ja keine Doktorarbeit werden!) zu spüren und nicht auszubremsen und zu unterdrücken, um in der Lebendigkeit zu sein, und weil sie einfach da sind! Sie sind die Frequenz, in der wir schwingen und dieser Schwingung zu widerstehen, bedeutet unauthentisch zu sein, dem fühlenden Sein Widerstand entgegen zu setzen und damit zwangsläufig an Lebensenergie zu verlieren. Später - und nur durch das Annehmen! - kann eine echte, authentische Stärke und Gelassenheit kommen.  Denn die Erfahrung zeigt: Das Gefühlsleben ist kein Wunschkonzert - das ist die (nur scheinbar) bittere Pille.

Eine Wunschliste wird vom Leben ignoriert, weil es den ganzen Regenbogen will, wie ich immer sage. Frei schwingen heißt demnach, nicht immer fröhlich, leicht und vergnügt hüpfend durchs Leben zu gehen. Wir reagieren auf das, was in unserer Umwelt geschieht, etwas im Außen löst etwas bei uns im Innen aus - wir sind ein offenes System, keine Muschel oder ein Panzer. Natürlich ist unsere Reaktion meist individuell und abhängig von unseren Erfahrungen. Was uns traurig oder wütend macht, aus dem Häuschen wirft oder deprimiert, kann bei anderen nur ein müdes Achselzucken auslösen.

Auf der Negativliste stehen meist Emotionen wie zum Beispiel Ohnmacht, Wut, Trauer, Schutzlosigkeit, Hilflosigkeit, AlleingelassenFühlen, Verlust/VerlassenWerden, Angst, Arroganz - aber sogar auch Zustände wie Freude oder VerbundenFühlen/Nähe sind oft auch mit Widerstand belegt.

Was steht auf Deiner Wunschliste und was auf Deiner Negativliste?

(Das wird für die Übungen dann noch wichtig. Aber Du bekommst sicher noch Anregungen hier im weiteren Text. Wir haben oft Widerstände gegen Emotionen, die uns gar nicht so bewusst sind. Während des Lesens kommst Du Dir und Deiner Gefühlswelt sicher noch mehr auf die Spur.)

Wenn wir mit unserer Wunschliste an das Leben gehen, bewerten wir diese Zustände - bewusst oder unbewusst. Viele sprechen dann sogar bewusst von "negativen"/ "schlechten" oder "positiven"/"guten" Gefühlen - das drückt schon die ganze Abwehr aus. Es bleibt dann nur die liebe Kontrolle und Manipulation von einem selbst und anderen, um das System so zu halten, wie es einem passt, damit es "positiv" ist.

Welche unerwünschten Folgen diese Wunschliste für alle Bereiche Deines Lebens hat und wie Du dies ändern kannst, wenn Du das auch möchtest und ein bisschen fleißig bist: davon handelt dieser Artikel.

Emotionen Widerstand

Warum Widerstand gegen Emotionen? Gründe für die Unterdrückung

Widerstand und Kultur und Gruppe

Die Unterdrückung mancher Zustände wird von unserer Kultur unterstützt (schon der gute alte Freud schrieb über "Das Unbehagen in der Kultur"). Der strahlende, "vernünftige", "beherrschte", "positive", zugewandte, funktionierende, gesunde Mensch ist der gewollte Prototyp - als Käufer, Arbeitskraft, Mitmensch. Als spiritueller Mensch soll man dazu noch am besten wutlos, immer lichtvoll und empathisch sein. Es droht sonst der Rausschmiss aus der jeweiligen Gemeinschaft: Liebesentzug, Ablehnung, Einsamkeit, AndersSein… DU BIST `RAUS!
Das alles fühlt sich nicht gut an und löst bewusste oder unbewusste Panik aus. Anpassung ist angesagt. Wer will schon aus dem Rahmen fallen? Und früher als Kind: Wer will abgelehnt werden, wenn man als abhängiges Wesen Emotionen zeigt, die die Eltern nicht haben wollen? Liebesentzug, Bestrafung, Nichtbeachtung, NichtGesehenWerden - das alles nährt natürlich nicht ein gesundes, lebendiges Emotionsleben. Die Wegwünschliste wächst.

Angst ist der Antrieb für emotionale Kontrolle.

Und uns selbst passt es ja auch nicht, Kultur hin oder her!

Es (Wut, Hass, Trauer, Wildheit, DeprimiertFühlen, ImStichGelassen oder VerlassenFühlen, Energielosigkeit, Angst, Arroganz etc.) fühlt sich ja auch "schlecht" an! Wer will sich nicht "gut" statt "schlecht" fühlen? (s. Bewertungen…)
Also geben sich kultureller und individueller Widerstand die Hand. Dann wollen wir das Unangenehme unterdrücken und mindestens größere Coolheit zeigen oder das Angenehme suchen. Da das "Unangenehme" aber gerade durch Verleugnung und Unterdrückung bleibt und gar nicht wirklich verschwindet, kostet das unsere Kraft.
Außerdem spielt das Selbstbild eine große Rolle, vor allem wenn man "spirituell" oder "gut" sein will: Wer will schon arrogant sein? Oder "böse", zornig, dunkel, egoistisch? (ok, manche schon, die lesen das hier aber wahrscheinlich nicht... 😉 ) Da ist der Widerstand schon programmiert. Man trimmt sich zu einer Person, die man (noch?) gar nicht ist. (Dieses zerstörerische Prinzip kennen wir schon von einigen katholischen Priestern: (Spiritueller) Anspruch, Unterdrückung und Wirklichkeit...)

Der tiefere Grund: Trauma und Emotion

In traumatischen Situationen (auf die wir in der Rückführungstherapie treffen) ist das Emotionale zuviel, überwältigend - daher wird ja überhaupt verdrängt: Angst vor der Zerstörung des Ichs, des Körpers, das drohende Ende von allem. Kampf, Flucht oder Totstellen, also irgendwie funktionieren, um zu überleben, sind da die Strategien. Da ist kein Raum für Weinen, vielleicht kann man nicht um Hilfe rufen, da kann man sich nicht Gefühlen der Ohnmacht hingeben, ist im Schock. Und trotzdem sind da viele emotionale Schichten, die aber festgehalten und verleugnet werden, die wir dann in der therapeutischen Arbeit befreien können. Denn diese Strategien haben wir weiter behalten, sie sind konditioniert - auf jeden Fall tauchen sie wieder auf in Situationen, die der damaligen traumatischen Situation ähneln. Denn dann wird die entsprechende Kontrolle, die alten Gefühle wieder ausgelöst und wir gehen wieder in den Widerstand, weil wir es immer noch nicht aushalten - oder wir werden von den Gefühlen wie in einem Flashback überflutet.
(Zum absoluten Nein - der traumatischen Verdrängung als größtem Widerstand - empfehle ich Dir mein kostenloses E-Book "Der Ursprung der Probleme" auf der Schätze-Seite)

Exkurs:
Daher kann ich sagen:

Nicht Glaubenssätze & Gedanken machen etwas zum Problem, sondern die Emotionen, die sie überhaupt aufladen. Jede Therapie sollte dem dann auch Rechnung tragen.
Weil: Jeder Inhalt von Gedanken, wenn er emotional völlig neutral ist, hat keinerlei Auswirkungen auf mich. Große Zustimmung und große Ablehnung sind da am wirksamsten. Beim Wünschen / den sogenannten Bestellungen beim Universum wirken die Emotionen in erwünschter Richtung, beim Anziehen von unangenehmen Situationen spielt der Widerstand / die Ablehnung als treibende Resonanz, die große Rolle.

Die Verknüpfung von Emotionen mit traumatischen Situationen im heutigen oder in früheren Leben:

Emotionen geraten in traumatischen Situationen in den Widerstand, weil beispielsweise: man sich nicht noch mehr ausliefern will, indem man weint; oder man wird beleidigt und noch mehr gedemütigt, wenn man sich schwach zeigt; bei liebevoller Nähe zu jemandem folgte der Tod des Anderen; die Wut hat gar keinen Sinn, weil das Gegenüber stärker ist; auf Freude folgte eine Katastrophe; Wut könnte alles noch schlimmer machen; mit Macht, Stärke oder "Egoismus" kann Schuld verbunden sein; Bedürftigkeit oder Ohnmacht ist mit Schuld- oder Schamgefühlen belegt; man hat lange gehofft oder gekämpft und schließlich aufgegeben;
und natürlich die Ebene der Ängste: Angst vor Zerstörung, Auflösung, körperlichem und seelischem Schmerz, Verlustangst, Angst, verrückt zu werden, verlassen zu werden, die Liebe zu verlieren, Angst vor Schuld - das alles kann zur Unterdrückung von "gefährlichen" Impulsen und Emotionen und deren Ausdruck führen.

Widerstand hat also auch einen Sinn. Unser innerer Zustand bzw. bestimmte Emotionen waren einmal viel zuviel, zerstörerisch, traumatisch oder mit Angst und Schuld behaftet und dann haben wir sie abgestellt. Zu unserem Schutz, um weiterzuleben oder um uns nicht mit Schuld zu beladen.

Wenn es starke Widerstände gegen Emotionen gibt, unterstützt Dich eine gute Rückführungstherapie dabei, die verleugneten und verdrängten Emotionen, Seelenanteile wieder zurückzugewinnen und in Dein Leben zu integrieren, um wieder freier zu schwingen. Überhaupt ist sie geeignet, Deine wirklich in der Tiefe abgewehrten Emotionen überhaupt aufzufinden, weil wir ja im traumatischen Bereich arbeiten. Danach kannst Du, falls es noch notwendig sein sollte, mit dieser Übung an diesen weiterarbeiten. Diese Übung ist also - mit der Polaritäten-Übung - ein wichtiger Bestandteil einer Rückführungstherapiesitzung.

"Beliebte" Techniken der Unterdrückung von Emotionen

Wir pfeifen im dunklen Wald oder Keller, halten den Atem an, spannen unseren Nacken an, ziehen den Hals zu einem Kloß zusammen, halten unseren Schlag zurück, beißen die Zähne zusammen, lenken uns ab, denken schnell an etwas Anderes, suchen nach Gründen für die Emotion, wollen eher verstehen als fühlen, richten unsere Aufmerksamkeit nach außen und kümmern uns lieber um andere, rechtfertigen das Unterdrücken ("unspirituelle Wut", "niedrig schwingende Trauer"), schämen uns oder fühlen uns schuldig für bestimmte Impulse und Gefühle - das alles sind beliebte, oft auch sehr körperliche - Strategien, um dem Fühlen und dessen Ausdruck aus dem Weg zu gehen. Wir wollen etwas sein und fühlen, was in diesem Moment gar nicht da ist.

unechte Emotionen

Dies als Dauerstrategie angewandt, werden wir von zarten fühlenden zerbrechlichen starken Wesen zu uns selbst kontrollierenden Managern, dauerangespannten Dompteuren unseres Gefühllebens. Und wir sind gefangen in unserer eigenen festen Kontrolle, die wir oft selber nicht einmal mehr bewusst loslassen und damit paradoxer- und tragischerweise nicht mehr kontrollieren können!
Wir entfernen uns von uns, unsere Lebendigkeit nimmt ab, wir werden hölzern und unspontan, oft irgendwann auch körperlich krank.

Beliebte Strategien sind auch: Distanzierung ("spirituelle" Theorien: "Ich bin nicht mein Gefühl", "der Beobachter sein"), Verständnis und VerstehenWollen (von uns selbst oder den anderen, die Ungutes in uns auslösen: "Warum macht sie das?"), Interpretieren ("hat sicher alles einen Sinn") - kurzum, der Kopf leistet hier Höchstarbeit im Bewerten, Zensieren, Manipulieren. Wenn alles "oben im Hirn" abläuft, muss man ja auch "da unten im Bauch oder im Herzen" weniger spüren...
Manche sind aus denselben Gründen oft gar nicht im Körper, manche dauerhaft "draußen", obwohl sie es bewusst nicht merken. Nicht umsonst kennen Trauma-Opfer das Aussteigen aus dem Körper: Wenig Kontakt zum Körper heißt auch: weniger starke, überschwemmende, unaushaltbare Gefühle oder Schmerzen (Stichwort "Dissoziation"=Trennung). Dahinter liegen immer Traumata (siehe unten).
Depression, in der man "gar nichts mehr fühlt", man wie taub ist, stellt ebenso einen enormen Widerstand gegen alles Darunterliegende dar, eine dichte Welt von Emotionen im Dunkel, abgestellt.
Süchte - gleich, welcher Art: ob stoffgebunden wie Alkoholismus oder Medikamentenabhängigkeit oder nicht-stoffgebunden wie Spiel- oder Sexsucht - sind natürlich starker und meist sehr ungesunder, selbstschädigender Ausdruck von Widerstand gegen Emotionen. Süchte stellen vom Prinzip her die gleiche Flucht vor der eigenen emotionalen Realität dar wie die anderen Techniken auch.
Alles Mögliche kann immer auch als Widerstand benutzt werden - übermäßiges Essen, Shoppen, Fernsehen, Arbeiten, sich immer in Tätigkeiten stürzen etc. - alles, was ich tue, das das (meist unbewusste) Ziel hat, von mir abzulenken.

Leider ist dieser Vorgang der Unterdrückung von Gefühlen, wenn er schon lange "geübt" wird, zur Gewohnheit geworden. Die Reaktion auf das Auftauchen von Gefühlen ist dann so nanosekundenschnell, dass wir es oft gar nicht mehr mitbekommen! (Wenn Du die Übungen fleißig anwendest, wirst Du merken, mit wie vielen inneren Zuständen Du noch auf dem Kriegsfuß stehst. Zumindest ging es mir so... Du wirst aufmerksamer den Widerständen gegenüber und damit kannst Du immer mehr davon loslassen. Und nicht alle sind hartnäckig. Manche wollen einfach endlich mal Hallo sagen dürfen, kleine Mini-Monster, deren Aussperren aber auch in der Menge Kraft kostet.)

"Ich werde nie aggressiv, warum auch?", "Nee, das ist mir egal, das geht zum einen Ohr rein und zum andern raus, was soll ich mich aufregen?", "Schwäche? Ich habe gelernt, mich am Riemen zu reißen, das bringt doch sonst nichts", "Man muss positiv denken! Sonst macht einen ja alles krank!"...

Was kann man aus solchen Aussagen lesen? Unterstellen wir, die Redner unterdrückten Gefühle, dann "reden sie sich hier heraus", wie man so schön sagt: sie rationalisieren es. Das sind dann bewusste Erklärungen für ein Herunterschrauben unserer Emotionen, die den Widerstand rechtfertigen sollen. Das funktioniert erst mal wunderbar, weil wir dann auch noch gute Ausreden haben, die Gefühle an die Seite zu schieben oder herunterzupressen, tief in den Bauch am besten. Und ganz zufällig auch weit weg vom möglichen, bedrohlichen Ausdruck: vor allem der Kehle, dem fünften Chakra (Chakren s. kostenloses E-Book auf der Schätze-Seite). Das macht meist auch zu und "verspannt" sich. Diese Chakrenstörung dort kann auch wiederum zu körperlichen Problemen in diesem Bereich führen: Schilddrüsenprobleme, Kloßgefühl oder die Verspannung der Kiefermuskulatur, die wiederum zu Kopfschmerzen und Nackenverspannungen führen und Zahnverschleiß durch Zähneknirschen zur Folge haben kann.
Du siehst (oder spürst es am eigenen Leibe): Widerstand ist meistens auch sehr körperlich. Chronischer Widerstand kann also nicht nur zu Energieverlust, sondern auf Dauer auch zu körperlichen Schäden führen.
"Auf die Zähne beißen", "Augen zu und durch", "Ärger herunterschlucken", "am Riemen reißen", "halt´ mal die Luft an!" - der Umgangswortschatz kennt das Kontrollproblem...

Emotionen Widerstand

Kennst Du das?:
+ Ein unangenehmes Gespräch steht bevor - das mulmige Gefühl im Bauch drücke ich weg, geht jetzt nicht.
+ Der Partner hat wieder getrunken - ich stecke den Ekel weg, da muss ich durch, ansonsten geht´s ja einigermaßen mit ihm.
+ Da ist jemand schlecht drauf - das kann ich gar nicht sehen, da muss man was machen, da leidet jemand.
+ Da ist so eine Disharmonie in meiner Beziehung, das fühlt sich übel an - da muss ich was dagegen tun, das halt´ ich gar nicht aus.
+ Wenn es zu eng wird - muss ich gehen.
+ Alleine sein ist schrecklich einsam, macht mir Angst - ich tue alles, um jemanden zu haben oder zu halten.
+ Es fühlt sich furchtbar an, etwas NichtPerfektes abzuliefern, am Ende gar nicht perfekt zu sein - also mache ich mir Druck, dass das ja nicht passiert.
+ Ich habe so eine dunkle Ahnung - ach, das wird schon, steck´ ich weg.
+ Jemand beleidigt mich - ich frage mich, warum.
+ Ich fühle mich eigentlich schwach und bräuchte mal eine starke Schulter - weitermachen, stark sein
+ Wenn mich jemand lobt oder mir ein Kompliment macht - kann ich mich gar nicht freuen
+ Jemand ist traurig über einen Verlust  - und ich rette mich mit ein paar Sätzen und versuche, durch Trost aufzuheitern

- Das sind nur ein paar Alltagsbeispiele, in denen wir dem Widerstand gegen einen unangenehmen Zustand folgen, weil wir einen bestimmten Zustand nicht aushalten, ihn verändern müssen, statt ihn so zu lassen. Da hast Du jetzt schon weitere Beispiele für Deine Übungsliste.
Vielleicht erkennst Du manche dieser Beispiele auch leichter aus der anderen Perspektive: als diejenige, deren Befinden nicht gewürdigt, gesehen und angenommen wird. Auch das liegt natürlich dann in einem Widerstand im Gegenüber begründet. Da spürst Du selber in der "beobachtenden Rolle", wie das ist, wenn jemand etwas Schwierigkeiten hat, erleidest den Druck und Widerstand, der im übergriffigen Helfen, im vorschnellen Trösten, im Fliehen vor Konflikten etc. beim Anderen liegt.

Das Größte, das wir Seelen uns "antun" können, ist doch eigentlich: So gelassen und angenommen werden, wie wir sind. Da sein und mitschwingen. Dass jemand da ist und uns nicht anders haben will. Wenn wir traurig sind, uns auch traurig lassen können. Wenn wir wild sind, wild sein. Niemand, der an uns zerrt und uns anders haben möchte.
(Du siehst, in diesem Thema Emotionen ist natürlich auch das Thema "Inneres Kind" enthalten, weil Du Vieles hier aus der Kindheit kennen wirst, wenn auch die wirklichen Ursachen früher liegen können. Das Beste, was Du Deinem Inneren Kind angedeihen lassen kannst, ist eben dieses Annehmen seines Seins.)

Und Du bekommst auch hier, wenn Du das mal etwas untersuchst, wo Du Dich (sozusagen als Erleidende des Widerstands des anderen) abgelehnt oder nicht angenommen fühlst, weitere Hinweise aus dem Alltag für Deine "Negativliste". Denn da Du diese Situationen und Menschen angezogen hast, machen sie Dich aufmerksam auf Deine eigenen Widerstände: Was in Dir aus Sicht Anderer nicht sein soll, wie Du also nicht sein "darfst", das spiegelt Dir der Andere nur mit seiner Ablehnung wider. Wenn Du das dann aber als eigene Widerstände verstehst, für die nicht die anderen verantwortlich sind, sondern sie Dir Deine eigenen Widerstände spiegeln, kommst Du aus der Opferrolle heraus und machst Dir den Widerstand und die Ablehnung von eigenen Anteilen zu eigen.

Und jetzt kannst damit arbeiten! Dann ziehst Du auch solche Menschen und Situationen nicht mehr an. Denn Dein Widerstand hat das Alles (diesen demütigenden Partner, die Eltern, die Dich nicht sehen wollen etc.) in Dein Leben gezogen. Erst einmal unangenehm, sich da mitverantwortlich zu fühlen und sich mit den abgelehnten Anteilen in Dir selbst auseinanderzusetzen, sie überhaupt wahrzunehmen. Aber es ist meines Erachtens der einzige Weg aus der Opferrolle zu einem liebevolleren Umgang mit Dir selbst und folgerichtig zum Schaffen eines liebevolleren Umfeldes.

Emotionen unterdrückt gefangen

Weitere, versteckte, Techniken, sich um Emotionen zu drücken

Wir haben da noch mehr in petto. Auch hinter dem Ausleben von Gefühlen steckt manchmal ein Nicht-Spüren-Wollen. Gab es - und gibt es auch oft noch - in der Therapie-Szene und außerhalb - die Tendenz, das Ausleben von Emotionen als ultimative Heilungsmöglichkeit gerade bei Wut zu sehen, kann man aber auch darin ein Loswerden-Wollen erkennen, eine Entspannung von Druck. Das ist sicher erst einmal befreiend, es muss aber dann auch immer wieder geschehen, wenn man es spürt. Man nimmt das Gefühl ja nicht wirklich an, sonst müsste man es ja nicht loswerden. Der Choleriker macht es ja ähnlich. Er ist ein Dampfdrucktopf, der irgendwann platzt. Druck aufbauen, bis es gar nicht mehr geht - und dann wird es meist unfair und überzogen, auch doof.

Aber immerhin, als Schritt hin zum Annehmen, weil man damit zeigt, dass man zum Gefühl "öffentlich" steht, ist das Ausdrücken von Wut meist notwendig und gut - nicht falsch verstehen! Nur ist es nicht unbedingt der Emotionalität letzter Schluss. Du müsstest es Dir im Einzelfall genauer und bewusst anschauen, was da in Dir passiert, da gibt es feine Unterschiede.
Und überhaupt: es schließt sich ja auch nicht aus: Jemandem mal (verbal) richtig eine auf die Glocke zu geben und ihn oder sie klar zu stoppen, ist manchmal einfach nötig. Manche kapieren ein laues Windchen, ein gepiepstes "Das mag ich aber nicht" nicht.

Widerstandsfreier werden heißt nicht, dass Du nicht mehr handelst, gleichgültig oder emotionslos wirst. Du handelst nur nicht mehr rein aus Widerstand, und dadurch frei von dem Zwang, der aus ihm resultierte. Du könntest vielleicht äußerlich genau dasselbe tun wie ohne Widerstand. Aber dann ohne ihn, frei gewählt, und natürlich weit effektiver, weil Du nicht im Tunnelblick des LoswerdenWollens agierst.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit, dass man eine Emotion einsetzen kann, um eine andere, "schlimmere" Emotion unterdrücken zu können, weil man sie nicht spüren möchte. Man kann zum Beispiel, um Gefühle von Ohnmacht wegzudrücken, gleich wütend werden. Oder man kann sich, statt wütend zu sein, in Trauer und Weinen stürzen. Oder man legt Scham oder Schuld über Wut oder Wildheit oder sexuelle Impulse.
In diesem "Ersatzspiel" gibt es natürlich jeweils persönliche Präferenzen und Tendenzen...   😉   Und es geht oft schneller, als man gucken äh... das unangenehmere Gefühl spüren kann.

Wenn man ein Gefühl nicht vertragen kann, kann man es oft auch nicht gut vertragen, wenn Andere es haben - die sollen dann auch aus diesem Zustand. Das sieht gut gemeint aus, ist aber oft einfach egoistisch.
Zum Beispiel: Kann ich selbst nicht wütend sein, weil meine Mutter immer wütend war, mich vielleicht geschlagen hat und ich mich als Folge davon heute auch wieder ohnmächtig gegenüber jemand Wütendem fühle, muss ich ihn dann davon abhalten, wütend zu sein: bin lieb, kann auf Wut nicht "erwachsen" reagieren, ziehe mich zurück - versuche also, das alte Gefühl von Ohnmacht oder AbgelehntFühlen unbedingt zu vermeiden.

Und wenn das alles sehr aufgeladen ist, dann ziehe ich entsprechende Partner an, die mich immer wieder genau in diesen Zustand bringen. Herzlichen Glückwunsch. Auch eine Folge des Widerstands.
Das Problem lässt sich also durch Verleugnung und Vermeidung nicht aus dem Weg räumen: Das alte Spiel der Resonanz...

Diesen Vorgang "Ablehnung im Innen führt zu Anziehung im Außen" kann man auch auf das Anziehen von Fremdenergien beziehen. Das Thema, das die Fremdenergie vertritt (Blockade, Schutz, Sabotage, Aggression, Sex etc.) ist in Dir abgespalten, sonst gäbe es keine ungewollte Anziehung. (Mehr zu Fremdenergien und deren möglicher Befreiung auf der Clearing-Seite.)

Nur mal kurz für Fortgeschrittene eingeschoben:
Diejenigen, die sich etwas in der spirituelle Literatur auskennen, kennen den Satz "Energie folgt dem Gedanken".
In dieser Form halte ich ihn schlichtweg für sachlich falsch. Energie ist eigentlich Emotion und wenn der Gedanke nicht durch Emotion aufgeladen ist, folgt dem Gedanken überhaupt keine Energie. Ein neutraler Gedanke bewirkt: NICHTS.  Gedanken alleine bewirken nichts, solange sie nicht mit großer Widerstandsenergie oder eben mit starken angenehmen Gefühlen (beim "Wünschen", Kreieren, Anziehen von positiven Zuständen und Situationen) aufgeladen sind. Raketen brauchen Zunder. Sonst sind Gedanken lediglich Gespenster, die so kraftlos wabern - neutrale Wesen, die im Mentalen herumschwirren, nicht mehr (so wie eben die allermeisten alltäglichen Gedanken  😀 ).

Ich kann mir zum Beispiel, auch mehrmals, denken oder sagen "ich bin der letzte Depp". Wenn diese Aussage nicht (großen) Widerstand auslöst (weil ich durch so einen Satz in der Kindheit immer wieder verletzt wurde, zum Beispiel), werde ich das auch durch wiederholtes Denken oder Vorbeten nicht glauben.
(Und jetzt wird´s komplizierter: wenn sich in mir Widerstand auf diesen oder einen ähnlichen Satz wie "Ich bin ein Depp" oder "Ich kann ja gar nichts richtig" regt - und nicht nur Kopfschütteln oder gar Lachen-, zeigt es, dass ein Teil in mir diesen Glauben damals übernommen hat und ein anderer Teil von mir die Aussage aber begreiflicherweise nicht glaubt. Wenn diese beiden Teile streiten, muss ich mir in der Folge immer wieder beweisen, dass ich kein Depp bin (oder dumm oder Versager oder oder...). In der Tiefe glaube ich es nicht, muss also immer wieder dagegen angehen...anstrengend und aufreibend: Perfektionismus, Leistungsdruck, Überforderung und/oder BurnOut: ich komme!).

So, das reicht ja erst mal für heute...  😉     Du könntest ja schon mal Deine ersten Ideen für Deine individuelle Monsterliste notieren. Und dann lies bitte hier weiter den Teil 2 von "Befreie Deine Emotionen!", darin endlich das Monster, der Ball und die Gitarre (das Intro hier war doch länger als ich dachte, sorry!), Widerstand, Du & Deine Beziehungen - und natürlich das Wichtigste: die (auch gesprochene) Übung!....

Herzlichst, wie immer!
Dein Ulf Parczyk!

 

Photos: Beitragsbild Frau: Aditya Saxena on Unsplash; "lächelnde" Frau: Sydney Sims on Unsplash; Mann im Widerstand: Usman Yousaf on Unsplash; eingekapselter Mensch von Stefano Pollio on Unsplash;

Ich möchte auf meiner Website mein Vorgehen so transparent wie möglich machen (auch wenn das gewisse Grenzen hat - Rückführungstherapie muss man erleben!  🙂  ) Dieser Artikel soll meinen therapeutischen Ansatz anhand der Einleitung in eine Sitzung verdeutlichen. Und dabei auch das Thema Widerstand, das mir so am Herzen liegt, noch einmal von dieser Seite her näherbringen. Wiederholungen mit Inhalten anderer Artikel lassen sich da nicht ganz ausschließen, ich hoffe, das Thema wird dadurch nur deutlicher.

Wenn Du interessiert bist, ein besseres Bild von meinem Vorgehen und einen Blick "hinter die Kulissen" der Rückführungstherapie zu bekommen oder Dich für den Einstieg in eine Rückführungstherapie interessierst, dann ist dieser Artikel für Dich. Wenn Du Dich weniger für das Technische, aber mehr für den praktischen Umgang mit Widerstand in Deinem Leben interessierst, ist der Text vielleicht zu speziell und der Artikel "Emotionen befreien" (kommt bald!) oder die Polaritäten-Artikel eher das Richtige. Trotzdem wirst Du hier sicher immer mal wieder an Dich erinnert, das Thema ist ja nichts rein "Theoretisches", das ich hier teile.

Widerstand in der Einleitung in eine Rückführungs­therapie

Wie geht es los in einer Rückführungstherapie? (Ich kann immer nur von meinem Vorgehen sprechen - hier auch ein spannendes Beispiel für eine Rückführungstherapie ). Nachdem eine Interessentin ihre restlichen Fragen am Telefon geklärt hat und mich damit auch schon einmal persönlich gesprochen hat (kostenloses Orientierungsgespräch), vereinbaren wir einen Therapietermin. Der erste Termin ist meist das Komplett-Paket "IntensivPlus" (Erstgespräch mit zwei Sitzungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen).
So fängt unsere Arbeit mit dem Erstgespräch an, das natürlich auch schon intensiv sein kann. Das Gespräch vertieft das Vertrauen, denn ich habe sicher einen Vertrauensvorschuss durch die Website und den ersten Kontakt, aber das soll sich ja noch vertiefen, damit wir eine gute Grundlage haben, bald in unsere Rückführungsarbeit zu gehen. Wie wir noch sehen werden, ist Vertrauen das wichtigste Mittel, Widerstand zu erweichen, sich sicher und verstanden zu fühlen. (Das ist auch ein Grund, warum meine Zwei-Tages-Termine effektiver sind als vor sich "hinplätschernde" Einzeltermine, bei denen man sich immer wieder aufwärmen muss.)

Die meisten Klient*innen äußern im Erstgespräch, dass sie jetzt etwas nervös sind oder zumindest vorher waren.
Das ist sehr verständlich und kann zwei Gründe haben:
1. Sie kennen die ganze Situation - inklusive mich - nicht und wissen nicht so recht, auf was sie sich da eingelassen haben - trotz Telefongespräch und Websitebesuch. Noch mehr vielleicht, wenn sie auch solch eine innere therapeutische Arbeit nicht kennen.
2. Der Klient hat Angst, dass es "nicht klappt".
3. Die Klientin hat Angst vor dem, was auftauchen könnte.

Das alles zeigt schon Widerstände, schwächer oder stärker, auch wenn es Klient*innen IMMER "wissen wollen". Gerade Rückführungstherapie löst da oft einiges aus, weil so unbestimmt ist, was da so auftauchen könnte. Diese ersten Widerstände reduzieren sich meiner Erfahrung nach im Laufe des Erstgesprächs und die Nervosität sinkt. Nummer 2. kann der Klientin noch zu schaffen machen, sie "beruhige" ich, weil bei allem Leidensdruck hier nichts zu leisten ist, man nicht versagen kann (sicher ein bekannter Druck für die jeweilige Klientin). Wir gehen mit dem, was auftaucht, da muss man nichts "machen" oder sich anstrengen (eigentlich im Gegenteil, aber zu sagen "Mach´Dir keinen Druck, das hilft noch weniger" würde natürlich nach hinten losgehen...). Der dritte Punkt liegt in der Natur der Sache, damit werden wir uns im Folgenden näher beschäftigen.

Erst einmal ist durch das offene Erstgespräch schon der Grundstein für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt. Kommen wir jetzt zur Therapiesitzung "im engeren Sinne":

Die Einleitung in eine Rückführung als Beispiel für den Umgang mit Widerstand

"Widerstand" (=Hemmung, Opposition, Entgegenstellen, Gegenkraft) bezeichnet in der Therapie "jenen Zustand, wenn mit Angst verbundene Gedächtnisinhalte vom Bewusstsein fern gehalten werden. Es handelt sich ... nach Auffassung der Psychoanalyse (der Psychotherapierichtung, die Sigmund Freud Ende des 19. Jahrhunderts begründet hat) um einen Zustand, der sich der Bewusstwerdung verdrängter und damit unbewusster psychischer Inhalte widersetzt."  (aus: Stangl, W. (2020). Stichwort: 'Widerstand'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik. www: https://lexikon.stangl.eu/4632/widerstand/ (2021-01-14))  Dies jedoch nicht nur in der Psychoanalyse, auch in der Rückführungstherapie, in der wir ebenfalls an Erinnerungen kommen möchten, die unangenehm sind und die daher verdrängt wurden.

Der Widerstand ist also ein NEIN zu etwas, das auftauchen möchte, aber von Klient*innenseite lieber doch nicht soll - obwohl sie in die Praxis kam, weil sie mehr wissen möchte. Diese Spannung zwischen NachObenDrängen und NichtWissenWollen ist überhaupt die Ursache der Probleme, die jemanden zum Klienten machen (ausführlichere Informationen zu diesem Vorgang im kostenlosen E-Book "Der Ursprung der Probleme" auf der Schätze-Seite).

In der Psychotherapie, auch der Rückführungs- bzw. Reinkarnationstherapie, hat der Widerstand seitens vieler TherapeutInnen oft immer noch etwas Unerwünschtes. Diese Einstellung zeigt sich zum Beispiel in immer noch gängigen Einleitungen in eine Rückführungssitzung. Viele TherapeutInnen verlassen sich oft nicht auf den natürlichen Fluss, sondern führen Methoden wie beispielsweise Entspannung, Tiefenhypnose oder Atemübungen ein, um den Klienten in einen "besonderen Zustand" zu bringen, in dem er angeblich "leichter" Erinnerungen erreichen und erleben kann. Damit soll der Widerstand umgangen werden, der sonst angeblich das Ansteuern des unbewussten Gebietes, das die Heilung bringen könnte (in der Rückführungstherapie das dem Problem zugrunde liegende Trauma) verhindern würde. In dieser Haltung ist der Widerstand der Querulant, den es auszuschalten gilt, eben mit Hilfe der genannten Methoden. Er soll damit eingelullt werden. Darauf komme ich gleich zurück, Ihr ahnt oder wisst schon, dass das nicht mein Vorgehen ist.

Widerstand ist Merkmal und Ursache des Problems, das in die Therapie führte (s. auch den schon erwähnten Text über Emotionen und Widerstand)

Maximaler Widerstand gegen Situationen und deren Erleben ist Teil der Definition von Trauma. Verdrängung ins Unbewusste IST der größte Widerstand gegen das ErlebenWollen einer Situation, den wir kennen. Es lehnt das Erleben der Situation total ab.
Das ist jedoch keine Entscheidung, das passiert im Moment des Geschehens. Es ist Reaktion auf eine Überwältigung des Bewusstseins mit überstarken Emotionen, vor allem Angst und Schuldgefühlen.
Und Trauma (kurz erklärt: Wunde; unbewältigte, nicht verarbeitete, unbewusste, verdrängte Situation) ist das, was uns später, nach dem Trauma, die Probleme macht. Es hängt uns - wenn unbearbeitet - ewig nach - und das fast im wahrsten Sinne des Wortes.

Das heißt, dorthin, wohin die innere Reise in der Therapie gehen soll, um uns vor den nachteiligen Effekten der Verdrängung zu befreien. ist sowieso Widerstand zu finden, sonst wäre es gar kein heutiges Problem (siehe auch den Blogartikel "Ich liebe mein Problem...wäre das Ende des Problems") Genau dieser Widerstand kreiert das Problem immer wieder, wenn er durch ähnliche Situationen, Gedanken, Emotionen, Körpergefühle ausgelöst wird. So entstehen Muster, Phobien, Beziehungsprobleme etc., die allesamt der Vermeidung dienen.

Was ist das Positive am Widerstand?

Das Nicht-Zulassen von Erlebtem ist natürlich eine Folge von Angst, stellt also einen Schutz für uns dar und hat dadurch seine volle Berechtigung. Der Widerstand schützt vor dem zu schnellen Auftauchen von unbewussten Verknüpfungen mit einem inneren Zustand, der einmal traumatisch war: Extreme Zustände von AusgeliefertSein, VerlassenWerden, Ohnmacht oder Wut hatten in der Vergangenheit einmal solch große Ausmaße oder Folgen, dass sie ab da als untragbar, unerträglich eingestuft wurden. Der Widerstand gegen das Bewusstwerden ist also ein geballtes NEIN! gegen diese inneren Zustände, und damit auch gegen die diese Zustände auslösenden Situationen, gegen die Beteiligten, die Wahrnehmungen in der Situation.

In diesem Zuge wurden sie sofort oder über längere Zeit abgespalten, als nicht-existent erklärt, eben verdrängt, das heißt, ins Unbewusste verschoben, als hätte es sie nie gegeben. Das funktioniert als kurzfristiger Schutz (man kann dies ja auch gar nicht bewusst steuern). Doch im Untergrund wirkt das alles weiter, muss mühsam weiterhin weggedrückt werden,. Vor allem kann die traumatische Situation durch Ähnlichkeiten in der Umgebung (ähnliches Verhalten einer Person, z.B. Schreien, Abwerten, VerlassenWerden; Umstände wie Nacht, Enge, Geräusche etc.) oder innere Zustände (gleiche Emotionen oder Gedanken wie im Trauma, z.B. "Ich schaffe es nicht") immer wieder ausgelöst werden und einen dann regelrecht "unkontrolliert überfallen" - in Panikattacken oder sogenannten FlashBacks findet das sehr dramatisch statt. Bei unterdrückter Wut kann das im plötzlichen "unangemessenen Ausrasten" passieren; wenn man verlassen wird, in einem Gefühl, in Hilf- und Schutzlosigkeit zu versinken oder auch in einer "starken" Selbstkontrolle ("Ich muss es alleine schaffen", "Ich muss funktionieren"). Die Reaktionsweisen können sehr unterschiedlich sein.

Immer jedoch reagiert man, wenn eine unbewusste traumatische Erinnerung  ausgelöst wird, auf diese vergangene Situation mehr als auf die Gegenwart.
(Leider schafft man sich aber sehr ähnliche Situationen/Beziehungen kraft der Anziehung/Resonanz, so dass man dann doch auch wirklich auf die selbst geschaffene, dem Trauma immer ähnlicher werdende Gegenwart reagiert.)

Der Nutzen des Widerstands bzw. der Verdrängung

Die inneren Vorgänge im Trauma versuchen, unser Leben weiter am Laufen zu halten (manchmal im wahrsten Sinne des Wortes: Weglaufen, wenn es möglich ist). Die tief in der Evolution verwurzelten Reaktionsmöglichkeiten wie Kampf oder Flucht oder Totstellen werden möglicher, wenn man das Chaos in sich kontrolliert, wegdrückt, um sich erst mal einfach zu retten - körperlich und seelisch. Diese Notfallmaßnahmen behalten wir dann aber bei - vor allem, wenn die alte Situation durch eine ähnliche ausgelöst wird. Da wird es dann schwierig und macht Probleme... Dauernde Selbstkontrolle, Abstellen von Emotionen, Misstrauen in andere, auf die man sich ja nicht verlassen kann, Unterdrückung von Wut - nur ein paar Beispiele, die einem aufgrund von traumatischen Erfahrungen von Trennungen, Verlusten, Missbrauch, Demütigungen etc. entstehen. Sie sind dann bald nicht mehr gesund, aber auch nicht steuerbar und einfach abzulegen, dafür ist die Erfahrung zu tief und einschneidend gewesen. Und die Bewusstwerdung wäre immer noch so schlimm wie damals.

Der Widerstand dient also zum Schutz vor noch Üblerem, nämlich den unbewussten Erinnerungen an traumatische Erfahrungen, verbunden mit der Angst vor ihrer Wiederholung. Wir verdrängen zunächst einmal, um überleben zu können, müssen irgendwie weiter funktionieren auch in den schlimmsten Situationen und blenden sie aus, versuchen uns zu kontrollieren und machen weiter, so gut es geht.
Wir "wollen" diese Situationen in der Therapie dann wiedererleben (das ist nicht ganz richtig formuliert, Ihr wisst, ich bin gerne genau  😉  , denn eigentlich haben wir sie damals gar nicht richtig und voll bewusst erlebt, die Verdrängung schlug ja zu). Die sanfte Bewusstwerdung in einer empathischen, auffangenden therapeutischen Beziehung entkoppelt die Vergangenheit vom Heute, lässt sie frei. Dann können wir die Emotionen ohne Manipulationen, Unterdrücken, Fliehen und Vermeiden, also ohne Widerstände "einfach" da sein lassen. Das ist das Ziel. Einfach vor allem die früher kontrollierten oder eingefrorenen Emotionen fühlen und ausschwingen lassen, widerstandsfrei. Ohne einschränkende Vermeidungstechniken, die wir bis dato eingesetzt haben und die uns auch nicht recht glücklich gemacht haben.

Was genau ist überhaupt "Widerstand"?  

Widerstand heißt im emotionalen Bereich: Das NichtErlebenWollen, das Negieren. Das kann man erreichen durch Stoppen. Wenn ich z.B. als Kind nicht weinen will, damit die Umwelt mich nicht noch weiter demütigt, mich auslacht, mich als noch schwächer sieht, unterdrücke ich irgendwann auch die zugrundeliegende Trauer dauerhaft.

Wiederholtes Unterdrücken des Ausdrucks einer Emotion führt zu Verleugnung dieser Emotion

Das bewahrt mich davor, in der chronischen Spannung zu leben, Trauer zu spüren, sie aber nicht ausdrücken zu wollen. Irgendwann verschwindet sie (oder auch die Wut und sogar Freude kann betroffen sein) in den Untergrund, was aber Kraft und Energie kostet:
Wie viel Aufwand, Energie und Kräfte erforderte es, diesen Staudamm, einen solchen wie oben abgebildet, zu bauen?

Im Unbewussten wirkt die ungeliebte Emotion aber weiter! Bei länger anhaltender Unterdrückung ist sie oft sehr spürbar: Als körperliche Anspannung (beliebte Stellen dafür sind: Nacken, Rücken; die Kehle verschließen, der berühmte "Kloß im Hals" (Halschakra = Ausdruck von Emotionen), den Atem anhalten oder flach atmen, damit nicht so viel Energie da ist, sich festhalten), Schwächung des Immunsystems (als Stressfolge, weil die Emotionen nicht willkommen sind); Energielosigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen. Und natürlich nicht zu vergessen das Anziehen von Unerwünschtem, da Energie darauf liegt, eben die Widerstandsenergie. (Resonanz: das habe ich so häufig hier im Blog erklärt, ich erspare uns hier Wiederholungen...)

Unterdrückung; Selbstkontrolle; Ablenkung (auch soll zum Beispiel das sogenannte positive Denken "Negatives" umlenken in etwas Helles, Positives); KrankWerden, um sich einer unangenehmen Situation zu entziehen; in die Arbeit stürzen; alles verstehen wollen; Süchte als Flucht zu nehmen; in die Zukunft schweifen; sich nicht im Körper zu fühlen oder gar zu sein; anders sein wollen; anders oder weniger fühlen zu wollen - kurz:

Alles, womit ich meine, an meiner inneren Situation etwas verändern zu müssen, ist Widerstand.

Jede/r hat da so seine Vorlieben, Du hast Dich vielleicht in manchen der beschriebenen Reaktionen erkannt. Das ist gut. So kommst Du dem, was hinter dem Widerstand liegt, schon ein Stück näher. Und damit näher zu Deiner Eigenliebe.

Die Rückführung als Weg aus dem Widerstand

Daher ist spannend, wie eine Bewusstwerdung des Verdrängten, die wir in der Therapie wollen, denn überhaupt zustande kommt. Daher zurück zur Einleitung in eine Rückführung als Beispiel dafür:

Dieser Widerstand gegen Inhalte kann sich folgerichtig manchmal auch im Einstieg in eine Therapiesitzung äußern, und zwar in vielen Umständen: Der Verstand zweifelt alles an, was an Eindrücken kommt; die Klientin "fühlt nichts", sieht "nichts", nimmt "nichts" wahr; es kommen unzusammenhängende wirre Bilder, die man sich nicht in Ruhe anschauen kann etc.

Da scheint es für viele TherapeutInnen "schneller" und "geschickter" zu sein, sich gar nicht lange mit diesen Phänomenen aufzuhalten, die sich dazwischen stellen. Man möchte ja mit der Klientin schnell zum "Eigentlichen" vordringen und ist dann versucht, "bewusstseinsverändernde" Techniken einzusetzen (oder benutzt das sogar standardmäßig), damit es erst überhaupt nicht zu diesen "Verzögerungen" kommt, damit sich der Klient "öffnet" und der Verstand, die "linke Hirnhälfte geschwächt" wird.

Rückführungstherapeut Widerstand

Meist soll hierbei der sogenannte Alpha-Zustand (= ein Zustand leichter Entspannung) erreicht werden, damit Verdrängtes auftauchen kann. So die Agenda. Und die Agenda der TherapeutInnen wird noch durch die Ungeduld der Klient*innen gestützt, die auch ganz schnell irgendwohin kommen wollen, damit sie ihr Problem loswerden. Und manche Klient*innen trauen sich auch nicht zu, dass überhaupt etwas auftauchen wird, weil ihre Eigenkontrolle so stark ist, und finden daher Hypnose attraktiv, "damit sie endlich dahinter kommen". Das heißt, da ist so viel Kontrolle, die man selbst nicht loslassen kann, so dass jemand anderer die Kontrolle übernehmen soll! Paradox, ja fast tragisch. (Zum verbreiteten Thema "Ungeduld" gibt es einen guten Artikel hier)

Das entspricht, prägnant gesagt, der Haltung, "wenn ich getrunken habe, kann ich meiner Frau die Meinung sagen" - Nur, was ist dann später ohne Alkohol!? ohje...   🙂   Es wird also von vielen TherapeutInnen ein vom Alltagsleben separater Zustand herbeigeführt. Viele kennen das auch von anderen Drogenzuständen oder der Meditation: Da wird etwas erlebt, was sich dann aber schwer in den Alltag integrieren lässt. Das sollte Therapie aber nicht, Therapie ist fürs Leben gedacht. (Ach nee...  🙂  )   

Unser Einstieg in die Therapie (wenn Du irgendwann dabei bist... 😉  )  - simpel & effektiv

Ich (und viele meiner KollegInnen, die dies ähnlich sehen, auch) verlasse mich jedoch auf den Moment.

Der normale Einstieg in eine Sitzung ist einfach das Problem oder die Frage des Klienten. Er oder sie konzentriert sich auf dieses Problem und es taucht auf, was dadurch in seinem oder ihrem Innenleben ausgelöst wird, auftaucht. Es wird immer etwas ausgelöst - auch wenn es vielleicht nicht das ist, was manche TherapeutInnen oder Klient*innen vorher dachten...

Wir gehen dann weiter zurück bis zum ersten Mal, wo er oder sie das gefühlt/gedacht/erlebt hat. So einfach, man kann es kaum glauben. (Mehr zum Vorgehen in der Rückführungstherapie siehe den Artikel zu einem Therapiebeispiel Neues vom Salatbesteck)  Es ist wirklich kein Hexenwerk, keine Raketentechnik, kein Wunderwerk! Schwer zu vermitteln, weil Laien (ich bekomme die Frage ja vor der Therapie öfters) den Einstieg für einen Quantensprung halten. Vielleicht ist diese ganze Arbeit ein Sprung für Dein Leben, der Einstieg selbst ist kaum ein Bocksprung...   😉  Aber darum geht es ja hier in der Vorstellung meines Vorgehens - und ich glaube, das muss man einfach selbst erleben...

Einstieg in Rückführungstherapie  Jetzt mal Butter bei die Fische (mögen die das?): Nehmen wir eine Ohnmacht gegenüber einer anderen Person als Thema der Therapiesitzung: Die Klientin soll sich vorstellen, dass der andere vor ihr steht oder sich an eine Situation erinnern, wo sie sich ihm gegenüber so gefühlt hat. Diese Gedanken, Emotionen und Körpergefühle ("ich fühle mich hilflos ausgeliefert", eine Angst im Bauch und Anspannung im Nacken z.B.). Darauf soll sich die Klientin konzentrieren. Und entweder kommt schon von alleine eine Assoziation, eine Erinnerung z.B. an die Kindheit, in der sie diesen Zustand sehr gut kannte, oder ich bitte sie, zurückzugehen zum frühesten Zeitpunkt, an dem sie in diesem Zustand war. Das ist vielleicht noch nicht der früheste oder erste Zustand überhaupt, aber der, der jetzt kommen kann, zugelassen wird. Vielleicht werden wir uns nach Durcharbeiten des ersten, der aufgetaucht ist, noch weiter zurückarbeiten müssen. Eben: je nach Widerstand taucht das im Moment Verkraftbare auf. Das beantwortet auch indirekt die weitere oft gestellte Frage: Wie viele Sitzungen braucht man? Ich weiß es nicht. Es dauert, so lange es dauert, hängt vom Widerstand ab. Von mir aus eine halbe Stunde... (das geht aber wohl kaum bei größeren Problemen), vielleicht aber auch mehrere Sitzungen! Etwas unbefriedigend, diese Antwort, aber ehrlich.)

Nicht unwichtig für Viele ist hier: Die weit verbreitete Angst ist dann auch unbegründet, dass durch Druck und Manipulation Tiefliegendes zu schnell hochkommt und uns überflutet. Denn wir gehen auf den Weg, der sich selbst öffnet. Da WARTET ja auch etwas, Zerren ist da ganz unangebracht und unnötig. (Trotzdem wollen wir uns natürlich gemeinsam Unangenehmem stellen, darin besteht ja die Therapie gerade.)
Also habe ich hier in diesem Absatz gleich DREI der häufigsten Fragen an mich beantwortet: Muss ich Angst haben - wie lange dauert eine Therapie - wie kommt man überhaupt in frühere Leben? Nicht übel, was?  🙂

Erwartungen gegenüber der Therapie von Klient und Therapeut - und der Widerstand

Das sind verständliche Gedanken und Erwartungen. Erwartungen haben nur die Eigenschaften, dass sie das Erleben einschränken auf das Erwartete, in einer Art Tunnelblick. So gesehen sind diese Erwartungen ("das und das sollte jetzt kommen"; "es muss schnell gehen", "ich will das jetzt nach so viel Jahren loswerden") auch schon selber Widerstand: Widerstand gegen den Moment. Man möchte vorwegnehmen, was passiert, also die Zukunft kontrollieren, etwas überspringen, d.h. würdigt den Moment und das, was jetzt da ist, nicht.

Darin sind sich manche Klienten und Therapeuten dann einig.  😉

Der Erwartungsdruck ist Widerstand gegen den Widerstand, der ja aber eine Funktion hat. Sonst könnte man ja in Nullkommanix alles Lästige loslassen: Die Dauer einer Therapie hängt allein vom Widerstand ab.

Meiner Ansicht nach heißt das: Wenn nicht gewürdigt wird, was jetzt im Moment da ist, schaut man woanders hin, nämlich in die Fiktion, wie es eigentlich sein sollte ...und verliert das, was gerade da ist, aus den Augen, ja, es (also z.B. ein sogenannter "Widerstand") erscheint dann geradezu überflüssig, eher lästig. 

Die Motivation für diese Ungeduld kann Angst und natürlich der Leidensdruck auf Klientenseite und (Schnell)HelfenWollen, Angst und Erfolgsdruck auf Therapeutenseite sein.
In meinem Vorgehen gibt es also kein "Falschmachen" (die oben erwähnte Angst Vieler vor einer Sitzung, die Druck verursacht)!

Widerstände als großer Gewinn für die Therapie (und damit für Dich als KlientIn natürlich)

Würdigen wir jedoch den Widerstand, das heißt auch die Erwartungen oder Ängste oder jeden anderen möglichen Widerstand, tauchen möglicherweise wichtige Programmierungen gleich am Beginn der Therapie auf: Zum Beispiel "Ich gehe nicht zurück", "Ich bin hilflos", "Ich habe Angst, die Kontrolle zu verlieren", "Ich glaube, es nicht zu schaffen (also den Einstieg in die Therapie) und setze mich unter Druck". Diese Zustände spielen dann natürlich nicht nur jetzt in der Therapie, sondern auch im sonstigen Leben eine große Rolle. Und daher ist ihr Auftauchen so wertvoll, auch wenn sie nicht die Probleme sind, die der Klient bewusst ansteuern wollte. Aber jetzt sind sie da und können (und müssen natürlich) zuerst bearbeitet werden. Das alles hat erfahrungsgemäß meistens auch einen engen Zusammenhang mit dem "eigentlichen Thema", weswegen der Klient kam.

Außerdem vertieft dies alles das Vertrauen, das Wichtigste für einen Erfolg in einer Therapie. Dies, weil die Seele spürt: "Hier ist alles richtig, hier kann ich ohne Kontrolle (und das ist auch eine Themensetzung) endlich präsentieren, was mir am Herzen liegt. Und wenn das erst mal Angst in dieser ungewohnten Situation wäre (wie es die Therapiesitzung vielleicht für jemanden darstellt, zumindest kennt jemand mich in der ersten Sitzung nicht), dann ist DAS dann das Wichtigste in diesem Moment. Ohne sie zu bearbeiten und damit gleichzeitig das Vertrauen zu gewinnen, kämen wir auch nicht in das bewusst gewählte Thema. Das kann der Grund sein, dass ich öfter höre "Ich habe das schon mal versucht, aber es hat nicht geklappt". Das kann sehr gut am fehlenden Vertrauen bzw. der beiderseitigen Ungeduld, Kontrolle des Themas und Druck gelegen haben.

Das heißt aber nicht, dass Widerstand gegen das SichÖffnen IMMER eine Rolle spielt! Oft können wir auch direkt in das Thema starten.

Weitere Formen von Widerständen die auch zu Beginn in der Therapie auftauchen können

Es können sich auch Fremdenergien melden, die den Verlauf der Therapie beeinflussen oder gar torpedieren können (daher findet sinnigerweise standardmäßig ein Clearing vor der ersten Rückführungssitzung statt, um Fremdenergien gleich vorher anzusprechen und nicht später in diesen Widerstand hineinzulaufen);

oder sekundärer Krankheitsgewinn (= es hat mehr Vorteile, das Problem zu behalten, als es zu verlieren) ist ein Widerstand gegen die Besserung des Zustandes und wird jetzt in der Therapie (hoffentlich) bewusster. Dieses Bewusstsein ist sehr wichtig, weil sonst ein Therapiebesuch zum Alibi wird ("Keiner kann mir helfen, ich versuche doch alles!"). Man möchte unbewusst das Symptom eigentlich behalten  (wegen einer Rente, Arbeitsunfähigkeit, Zuwendung der Ärzte, Aufmerksamkeit des Umfeldes etc.), bewusst würde man das aber immer abstreiten. Das kann jeden Therapieerfolg unterminieren.

Also insgesamt ein reicher Schatz an vorgeschalteten ("Widerstands-")Themen, die die Klientin, wie gesagt, natürlich auch im Alltag einschränken werden. Die Therapie produziert hier keine Probleme, wo sonst keine sind. Es sind aber eben vielleicht nicht die Themen oder Schauplätze, die Therapeutin und Klientin im Vorgespräch ansteuern wollten. Da hat das Unbewusste beiden einen Streich gespielt... und wusste es besser...   😉

Wenn es gerade um die Abweichung von einer vorgegebenen Thematik geht: Natürlich kann es auch sein, dass die Seele überhaupt eine andere Agenda in der Therapie hat und das Thema des Klienten nur bewusst für ihn die oberste Priorität hat. Vielleicht taucht dann in der Sitzung überhaupt das Thema auf, weswegen der Klient eigentlich gekommen ist, woran er aber gar nicht gedacht hatte. Das passiert öfter und ist eigentlich ein Geschenk: Die Seele ist weiser als das Bewusstsein.   😉      Kontrollfreaks wird das vielleicht nicht passen...  😉

Widerstand versus Vertrauen

Vertrauen vs. Widerstand

Und außerdem ist Therapie - gerade eine, die, wie die Rückführungstherapie, tiefer gehen möchte - fast ausschließlich angewiesen auf das Vertrauen, davon war ganz am Anfang schon die Rede.

Das Vertrauen, dass nichts Schlimmes durch die Bewusstwerdung geschieht, muss größer sein als die Angst davor.

Es gibt keine kalte Technik, die man abspult und die ermöglicht, dass unbewusstes Traumatisches auftaucht. Es ist immer die Angstfreiheit, also das Vertrauen, das ermöglicht, dass Unbewusstes freigegeben wird.
Wenn Misstrauen in Menschen (incl. dann den Therapeuten), starke Emotionskontrolle und Angst vor dem Auftauchen von Überraschendem oder Unangenehmem aus dem eigenen Innenleben beim Klienten eine Rolle spielt, dann IST DAS erst einmal das Thema. Dann gibt es nichts, was wichtiger ist, sonst kommt man gar nicht zusammen tiefer bzw. an das gewünschte Thema.

Praktisch gesehen kann es sein, dass wir uns dann gemeinsam die Situationen anschauen müssen, in denen der Klient enttäuscht wurde, sein Vertrauen missbraucht wurde, er sich nicht verlassen konnte - oder in der Tiefe: er enttäuscht, im Stich gelassen hat. Erst dann ist die Kraft da, zu vertrauen und sich tiefer auf die Therapie (und überhaupt andere Menschen) stärker einzulassen.
Oder die Kontrolle von Emotionen blockiert das Einsteigen, weil Erinnerungen ja eben starke Gefühle auslösen könnten. In diesem Falle würden wir uns erst einmal die Vorteile des "Nicht-Fühlens" anschauen. Dafür gibt es sicherlich genügend Gründe und Erfahrungen, die wir dann durcharbeiten können.

Du siehst: Also ist das keine unsinnige Arbeit, die aus dem anfänglichen Widerstand gegen die Therapie entsteht!! Ganz im Gegenteil!

[Nebenbei bemerkt, habe ich schon manchmal beobachtet, dass das In-frühere-Leben-zurückgehen-Wollen von Klienten paradoxerweise manchmal ebenfalls einen Widerstand / Umweg darstellen kann. Wenn er oder sie das, was in dem heutigen Leben an Unangenehmem erlebt wurde, zuerst nicht konfrontieren kann, ist es erst einmal einfacher, in eine "entfernte Zeit" zu springen. Das kann dann erst über diesen Umweg die Möglichkeit eröffnen, in diesem Leben "aufzuräumen", z. B. Traumata aus der Kindheit zu bearbeiten. Die Abfolge dessen, was zuerst auftaucht, geschieht aber nicht auf meine Instruktion hin, sondern das Bewusstsein des Klienten lässt immer einströmen, was im Moment möglich und damit ungefährlich ist.]

Also: Mit der entsprechenden würdigenden Haltung können Widerstände zu hilfreichen "Umwegen" werden!
...und das könnte natürlich auch fürs Leben gelten!...
Oh! Ruhig nochmal lesen!  🙂

Annehmen - immer wieder!

Konsequentes Mitgehen und Annehmen dessen, was da ist, auf Seiten des Therapeuten kann überhaupt erst zu Annehmen des bisher Unakzeptablen für den Klienten führen. Wenn schon der Therapeut etwas nicht aushält, was auftaucht (inklusive der Widerstände) und sofort Techniken gegen das volle Erleben einsetzt (eine Art Aktionismus: Wegschicken von Fremdenergien oder Verändern von Emotionen, Beruhigen, Umdeuten von Situationen etc. etc.) bestätigt das den Klienten in der Tatsache, es sei wirklich unannehmbar. Therapeut und Klient wären sich in diesem Fall - etwas unselig - auch noch einig darin, dass es im Leben Aspekte gibt, die überhaupt nicht zu ertragen oder anzunehmen sind. Das Ergebnis wäre dann: wieder Verleugnung oder gar Zurückdrängen der Inhalte statt Sicherheit und Stärkung durch das Erleben des Annehmens. Denn das ist meines Erachtens genau, warum der Klient eigentlich kam, auch wenn er es nicht bewusst ausdrückt: das Annehmen des Unakzeptablen in sich.

Die Haltung des Annehmens gilt also nicht nur für den Einstieg, sondern spielt in jedem Moment der Therapie eine Rolle, auch "im Widerstand". Der Einstieg spiegelt hier nur die allgemeine Haltung des Therapeuten wider. Natürlich sind wir TherapeutInnen auch "nur Menschen" (so sagt man zumindest... 😉  - einige sagen auch, wir wären verrückt...). Und Annehmen ist ein Weg - selten 100%ig und in jeder Situation schon ausgebildet...  das muss man uns wohl auch nachsehen...  🙂

Und trotzdem wollen wir dem Traumatischen durch Beharrlichkeit begegnen und den Widerstand, zum Beispiel durch wiederholtes Erleben und Erzählen der Erinnerung, abschmelzen. Nur sich den alten verdrängten Situationen auszusetzen führt zu dem erwünschten Annehmen. Und das wiederum nimmt den Situationen die Kraft und Wirkung, die sie in Form von Problemen in der Gegenwart unbewusst verursacht haben.

Bewusstwerden ist Annehmen. Und Annehmen ist Loslassen.

Das ist wahrlich ein ganzheitlicher Prozess und findet auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene statt: "Alte" Körpergefühle, Emotionen und Gedanken werden reaktiviert, um sie dann loslassen zu können.

Emotionen Wasser

Beharrlichkeit lässt große Widerstände schmelzen

Wer sich nicht mit seiner unbewussten oder bewussten Vergangenheit beschäftigen möchte, d.h. nicht in altes Leid "zurückgehen" möchte, der sollte lieber eine andere Therapieform wählen. (Das klingt überflüssig in einem Rückführungstherapie-Blog, aber einige wenige Klient*innen scheinen dennoch überrascht davon, dass alter Schmerz auftaucht...)

Steter Tropfen höhlt den Stein: Beharrlichkeit ist wichtig in der Therapie. Wenn wir immer wieder vor etwas weglaufen (übersetzt für die Psyche heißt das eben unterdrücken, verleugnen, verdrängen, aus dem Weg gehen, kontrollieren), dann fühlt sich das vielleicht erst mal besser oder erleichternd an, ändert aber an dem Problem genau Nullkommanull. Nicht mal aufgerundet wird es mehr, eher sogar weniger. Das Ausweichen ist wie Urlaub von einem üblen Job oder ein Besäufnis: kurze Auszeit und dann zurück in dasselbe Elend - drastisch ausgedrückt. Denn es bedeutet, nur dem Widerstand zu frönen und nicht ihn zu verringern. Und all das verkleinert den Radius des Lebens und die Lebendigkeit. Auch wenn Du die Übungen im Emotionen-befreien-Artikel für Dein Leben anwendest, was mich freuen würde, spielt Beharrlichkeit natürlich dieselbe große Rolle beim Aufweichen des Widerstands. "Einmal machen" ist nicht die erfolgsträchtige Haltung dazu....  😉

Großer Widerstand funktioniert nicht ohne große Verluste im Leben.

Auto fahren Vermeidung Widerstand

Ein Beispiel für das Umgehen von Emotionen durch Widerstand:
Nehmen wir jemanden, der Angst hat, Auto zu fahren. Er würde es dann vor lauter Angst wahrscheinlich einfach nicht machen - die simple Lösung. Dadurch kann er zwar sagen, er ist nie in Furcht, weil er ja den Auslöser der Furcht vermeidet, beschneidet aber dadurch seine Möglichkeiten. Die Angst wird dadurch natürlich nicht geringer - das Leben jedoch eingeschränkter. Ok, NichtAutofahrenKönnen ist für manche vielleicht kein großer Verlust, aber setze jetzt für die Angst vor dem Autofahren die Angst vor Nähe oder vor Verletzung, vor Enttäuschung, vor VerlassenWerden, vor Ohnmacht, AusgenutztWerden oder DominiertWerden, vor Anfeindungen, "Schwäche", Emotionen generell... - dann kannst Du einen Aspekt von dieser Liste vielleicht auch auf Dich anwenden? Oder andere Beispiele finden?...
....noch andere?
...und Du kannst vielleicht auch sehen, was Dich das "SchützenVorSchlimmerem" auch kostet... ?

Therapie möchte jetzt Deine Möglichkeiten und Freiheiten wieder erweitern, indem wir das "Schlimmere" neutralisieren, damit der Schutz auf diese Weise nicht mehr nötig ist und Dich nicht mehr hemmt oder einschränkt. Dafür gehen wir zusammen dem Angstauslöser nicht aus dem Weg, sondern steuern ihn gerade an und begegnen ihm.

Zuerst einmal vermeidet der Auto-Phobiker in unserem Beispiel die Angst. Dann geht es uns aber weiter darum: Wovor hat er überhaupt Angst? Durch die Vermeidung des Autofahrens stellt er die maximale Distanz zu dem Geschehen, das die Angst auslöst, her, die ihm möglich ist. Was schreckt ihn aber so ab?
Die Theorie und Praxis der Rückführungstherapie sagt, dass es immer Gründe für Ängste gibt, sie sind nur teilweise oder gänzlich unbewusst (im Autobeispiel möglicherweise ein Unfall mit einer Kutsche in einem früheren Leben, an dem er Schuld hatte?, ein Autounfall in der Kindheit? o.ä.). Diesen traumatischen Erfahrungen weichen wir nicht mehr aus (sie sind ja so stark vermieden, könnte man sagen, dass sie unbewusst sind) - wir machen sie jetzt in der Therapie bewusst und "entschärfen" sie jetzt dadurch, neutralisieren sie.

Wir erweichen den Widerstand in der Therapie (nur) durch
1. das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen, das der Therapeut ausstrahlen und bieten sollte (achte daher auf Deine TherapeutInnenwahl! - hier dazu ein Artikel zum Finden eines guten Rückführungstherapeuten) und
2. durch das Herantasten und Wiederholen der Erinnerung, bis alles bewusst ist und alle Emotionen "entladen" sind, so dass das auslösende Ereignis (oder die Ereignisse) neutralisiert ist.

Wenn der Widerstand also gleich null ist, d.h. die traumatische Situation bewusst ist, hat das Zurückliegende auch keine unerwünschten Auswirkungen mehr.

Das ist auch die Antwort auf die mir oft gestellte Frage: "Was wirkt denn in der Rückführungstherapie? Was mache ich dann damit?" - Vor allem gut in den Sitzungen das durcharbeiten, das man findet und den Widerstand abbauen, d.h. auch alle Emotionen und Körpergefühle neutralisieren - das ist das zentral Wirkende einer Rückführungstherapie, mit dem man wirklich von der Vergangenheit loslassen kann. Das ist Arbeit genung! Fast alles andere wären wieder Tricks und Kontrollmaßnahmen: also weiteres NichtAnnehmen (Emotionen wegschicken, in Flammen werfen, Vergangenheiten umschreiben etc).
(Vergebung und Selbstvergebung am Ende ist auch wichtig, wenn sie denn authentisch ist.)

Ähnlich wie in einer Therapie einer Schlangenphobie nähern wir uns der bedrohlichen Szenerie Schritt für Schritt; spüren bei jedem Schritt, dass der Schritt uns nicht umgebracht hat - immer weiter, bis wir die Schlange (=bedrohliche Erinnerung) anfassen bzw. wir in der Rückführung das Ereignis voll bewusst haben. Am Ende steht die Angstfreiheit vor dem traumatischen Ereignis und dann das AnfassenKönnen der Schlange bzw. in unserem Beispiel, dass unser Autophobiker ins Auto steigen kann.
Peng Aus, Ende Gelände.
Frei von den mit dem früheren Trauma verbundenen Verwicklungen, Einschränkungen, Widerständen, Vermeidungen, Problemen, Symptomen etc. etc. ....

Vielleicht nicht ausschlaggebend für Dich als potentielle Klientin, möchte ich doch noch für mich persönlich erwähnen:   🙂
Wenn man nicht nur von Effizienz oder inhaltlicher Relevanz, sondern auch von einer "Ästhetik der Therapie" sprechen würde, finde ich diesen Ansatz des Auftauchenlassens ohne Kontrolle, nur durch das Folgen der Aufmerksamkeit hinsichtlich eines Themas oder Problems auch ästhetischer, geschmeidiger, purer. Ohne "Austricksen" und doppelten Boden alles annehmen, was KlientIn und TherapeutIn bei der Reise nach innen begegnet, und das schon beim Einstieg.
KontrollierenWollen ist ja schon (nicht zu vermeidende) Ursache des Problems gewesen, also führt man das in der Therapie besser nicht auch noch weiter, das wäre gegen alle Überzeugung. Wenn es ums Annehmen geht, betrifft das natürlich auch die Widerstände! Auch das gilt fürs Leben: Ein gequältes  pseudospirituelles "Ich muss Alles annehmen" muss ja dann wohl auch den Widerstand annehmen, sonst ist es Widerstand auf Widerstand!  😀

Therapie und Widerstand zusammengefasst:

Annehmen, spüren, ansehen, in der Existenz würdigen (= bejahen = aus der Verdrängung befreien), dann das nächste Auftauchende annehmen etc. - bis eine Entspannung im Thema spürbar wird. Dann ist Unbewusstheit und Verdrängung und Energie-gegen-Energie-Stellen (was ja Widerstand ist) aufgehoben und die (Aufmerksamkeits-)Energie wieder frei verfügbar ist - für ein im wahrsten Sinne des Wortes leichteres Leben. Und das Unerwünschte wird nicht durch Widerstand auch noch angezogen.

Ganz kurz gesagt

...versuchte ich zu zeigen, wie mein Vorgehen in der Rückführungstherapie am Beispiel der Einleitung in die Rückführung den Widerstand mit einbinden möchte, weil er immer gute Gründe hat. Die hat er natürlich auch im Leben. Bei allen dargestellten Vorteilen jedoch (Schutz vor unangenehmen Emotionen und Reaktionen und dahinterliegenden traumatischen Situationen) kann er - chronisch angewandt - zu einem Problem werden. Er ist dann der Verursacher von Problemen, die durch Vermeidung und Unterdrückung entstehen, auf seelischer, mentaler, körperlicher Ebene. Immer, wenn die alten Situationen und der Widerstand dagegen ausgelöst werden, schützen wir uns dann immer noch. Dann leben wir innerlich immer noch unbewusst in der Vergangenheit und reagieren darauf: Living in the Past heißt ein Album aus dem Anfang der Siebziger Jahre meiner geliebten Rockband Jethro Tull...

Die Therapie versucht, diese Widerstände aufzuweichen und letztendlich zu einer Befreiung durch Loslassen dieser Situationen und Emotionen zu kommen, indem Du das NichtAkzeptable - und damit Dich selbst - mehr annehmen kannst.

Sei mehr Fluss als Staudamm!

im Fluss

Der oben mehrmals erwähnte Artikel "Emotionen befreien: Lebendiger, authentischer, gesünder - ein praktischer Weg dorthin!" liegt mir noch am Herzen. Er handelt von den Widerständen im Alltag, die Kraft kosten und uns von unserer Lebendigkeit abschneiden, die eben erwähnte Freiheit einschränken und uns zwar zunächst Schutz, aber auch ein unerfüllteres Leben bescheren. Darin gibt es einen praktischen und einfachen Weg der Selbsthilfe, der Dir schon helfen kann - neben der Rückführungstherapie, die mit Dir die "dicksten Klöpse" ausräumen möchte. Dafür stelle ich Dir dort eine einfache Übung vor, mit einem Hörbeispiel. Also wieder - ähnlich wie im zweiten Teil des wichtigen Polaritäten-Artikels - etwas für die Fleißigen, die an sich arbeiten möchten! Freue Dich drauf und springe dorthin!  🙂
Ich freue mich, wenn Du diese Möglichkeiten nutzt - und vielleicht auch anderen weitergibst, die davon profitieren könnten!
Herzlichst!
Dein Ulf Parczyk

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Im Text erwähnte und andere hilfreiche Artikel in diesem Zusammenhang:
Das kostenlose E-Book "Der Ursprung der Probleme", Schätze-Seite
Ein Beispiel für eine Rückführungstherapie zum Thema "Sinn"
Die Polaritäten-Artikel
Die Liebe zum Problem
Zum Thema Ungeduld
Zum VerstehenWollen
Fremdenergien als Beispiele für gespiegelte abgelehnte innere Anteile 
Ein praktisches Beispiel einer Rückführungstherapie
Die ganze Artikel-Kategorie zu Emotionen & Widerstand

 

 

Photos: Beitragsfoto: Staudamm von Chuan on Unsplash; Therapie: Mark Williams on Unsplash; vom Verf. kombiniert: Butter: Alice Pasqual on Unsplash   & Fisch: David Clode on Unsplash; Kind am Adler von Dieterich01, pixabay: pixabay.com/photos/nature-waters-flying-adventure-3188987/ ; Sprudelndes Wasser von Samara Doole on Unsplash; Autofahrerin von takahiro taguchi on Unsplash; fliessender Strom von Tim Peterson on Unsplash

Falls Du nicht mitliest, hier der Link zu den wichtigen Bildern

BITTE VORHER UNBEDINGT TEIL 1 LESEN/HÖREN: HIER!


TOLARIPÄTEN KRAPTISCH - POLARITÄTEN PRAKTISCH:
Beziehungen, Ängste & andere unangenehme Gefühlssituationen ändern

Wir haben also die beiden Pole grundsätzlich theoretisch in Teil 1 des Artikels besprochen. In der Rückführungstherapie werden durch die Erinnerungen an traumatische Situationen im Seelenleben (und oft auch an den meist schöneren, stärkeren, leichteren - vortraumatischen - Zustand davor) meinen Klient*innen die extremen Pole bewusst und dadurch auch die damit verbundenen Emotionen (die hier das Wichtigste sind!). Das kann ich natürlich in den Übungsbeispielen nicht bieten, das ist individuell und das Genauere und sehr Intensive dieser Gefühlszustände wirklich unbewusst, weil es ja in den alten Situationen steckt.
Dieses Glück des Wiedererlebens, Durcharbeitens und Befreiens und dann den individuellen Übungen haben also nur die, die es in der Therapie erfahren haben. Pech für die anderen! 🙂  ...aber vielleicht bist Du ja auch bald eine(r) dieser Glücklichen?? Ich würde mich freuen!  Ich würde Dir dann nämlich, wie allen Klient*innen, die in den Sitzungen gefundenen inneren Zustände und Emotionen, die ja da schon in Begleitung ganz live empfunden wurden, als Übungsinhalte per Mail zusenden. Das, damit Du mit den Übungen, die wir in den Sitzungen direkt "im Geschehen" schon gemacht haben, zuhause weiterarbeiten kannst, sollte es noch "Reste" geben. Oder Du die Übungen mit anderen Emotionen im Alltag anwenden kannst: Emotionen, mit denen Du nicht gut zurecht kommst, sie wegdrängen willst, dadurch viel Energie verlierst und mehr oder weniger stark immer gegen das LebendigSein kämpfst.

Eine Übungsart davon lernst Du aber hier jetzt schon kennen!

Ganz allgemein gilt meiner Ansicht nach:

Widerstandsfreiheit ist das Ziel einer seriösen Methode (- und vielleicht der Weg des Lebens? ...Manche nennen es Annehmen, andere Liebe...)

Sonst ist die Methode mindestens nicht nachhaltig, kurze Erleichterung, im schlimmsten Fall wertlos und verspricht mehr als sie kann, ist höchstens Notfallprogramm. 

Und: Widerstandsfreiheit bedeutet generell mehr Freiheit. Denn wenn ich Widerstände gegen etwas habe, vor allem bei starken Widerständen, kann ich gar nicht anders als zu widerstehen, ich habe gar keine Wahl - oder der Kraftaufwand ist riesig. Welcher Klaustrophobiker hat die Freiheit, mal einfach in den Lift zu steigen?
Widerstand heißt also Einschränkung durch Ausweichen oder WegdrückenMüssen, durch den Zwang, dagegen anzugehen, um einen einigermaßen angenehmen Zustand zu erreichen, der aber NICHTS an dem unangenehmen Zustand ändert, dem widerstanden wird. Es geht immer um das NichtFühlenWollen durch Vermeiden oder Kontrollieren - der Situation, von Anderen, oder sich selbst.
Es ist eher eine Flucht oder ein Kurzurlaub, auszuweichen, um dann bald wieder mit demselben Unangenehmen konfrontiert zu werden. Man kann vielleicht den Lifts ausweichen (ok, später mit Rolator wird Treppenlaufen auch irgendwann mühsam). Aber oft ist man ja noch dazu in einer Zwickmühle: Denn, wie - in Teil 1 und überall auf dieser Website - ausführlich besprochen, zieht man genau das an, dem man widersteht, zum Beispiel in Form eines lieblosen Partners, suboptimalen Ereignissen, Krankheiten etc...
Also ist Ausweichen zwar manchmal nötig und gut, aber chronisch angewandt selbst ein Problem und schafft neue Probleme und ist keinesfalls eine Lösung...

Bei der Rückführungstherapie ist das Ziel der Widerstandsfreiheit offensichtlich, weil wir maximal einschränkende, traumatische Situationen ansteuern und neutralisieren wollen, damit auch entsprechende Wiederholungen in der Gegenwart unnötig sind. Und die Übungen hier sollen dieser Anforderung natürlich auch entsprechen - tun sie auch, wie Du gleich sehen wirst...

Überprüfe ruhig das, was Du bisher für Dich und Deine Entwicklung oder mehr - oder weniger unbewusst im Alltag - angewandt hast oder noch anwendest, mal darauf hin. Zum Beispiel mit der Frage: Frönt die Methode/Umgangsweise/Therapie dem Widerstand gegen Unerwünschtes, indem sie nur das Erwünschte verstärken will? Oder will sie auf einfache Art die Realitäten oder Vergangenheiten verändern? Unangenehmes einfach an den "Absender" zurückschicken? Oder den unangenehmen Zustand kontrollieren: durch Wegatmen, Ablenken, Beruhigen, Verstehen, EsAndersSehen, Entspannen, Energien-Hin- und Herschieben?
Dadurch wirst Du bewusster, wie Du mit unerwünschten Emotionen umgehst - und kannst dann entscheiden, ob Du es so belassen möchtest oder lieber anders mit ihnen und den Widerständen umgehen möchtest. Oft wissen wir gar nicht, was wir da im Alltag genau mit uns tun, Widerstand ist oft irgendwann zu einem unbewussten Reflex geworden.

BEISPIELE FÜR DIE ANWENDUNG DER ÜBUNG

Du kennst also als NochNichtKlientIn möglicherweise noch nicht, was da Verdrängtes in Deinem Unbewussten schlummert, aber Du kannst trotzdem von den noch kommenden Übungen profitieren. Es gibt hier gleich viele Anregungen für die, die Dir schon bewusst sind - oder durch die Fragen bewusster werden.

Wenn Du Dich nicht von dem einen Hörbeispiel angesprochen fühlst:
Nutze das zweite "Blanko-"Hörbeispiel oder übernimm das Schema daraus oder aus dem hier auch beigefügten schriftlichen Text und fülle es mit einem von Dir gewählten Thema, das Du als Problemzustand oder -emotion für Dich identifiziert hast!

Wir arbeiten hierbei erschreckend einfach mit den beiden Polen von Zuständen und Emotionen.
Hier kommen jetzt Beispiele für verschiedene Bereiche, die Du anwenden kannst, wenn Du noch keine Idee hast.
Sei experimentell! Versuche es, bleib´ aber dann auch dran, mache die Übung mit einem Thema immer wieder, am besten jeweils so lange, bis Du eine Veränderung im Moment spürst, das ist motivierend für Dein weiteres Arbeiten mit den Übungen.
Vielleicht braucht es ein bisschen Zeit - immer abhängig von der Stärke des Widerstands, klar. Für schnellere "Erfolgserlebnisse" nimm auch mal ein nicht so aufgeladenes Thema, da spürst Du schneller eine Veränderung. Und vielleicht machst Du die Erfahrung, dass die Übung nicht FÜR ALLES angemessen ist. Aber sie ist

BEINAHE UNIVERSELL ANWENDBAR! - probiere es einfach aus!

 

 

Magnet Liebe Anziehung Pole

1. IN BEZIEHUNGEN: NORDPOL & SÜDPOL

Das ist hier ganz spannend, ob für Dich, wenn Du gerade ohne eine Paarbeziehung bist (dann untersuche, ob es ein Muster in Deinen Beziehungen gab, Ähnlichkeiten Deiner PartnerInnen und vor allem Deiner Reaktionen auf sie), mitten in einer sogenannten Dualseelenproblematik, in einer unbefriedigenden oder gar unglücklichen Beziehung:

Nimm ein Beziehungsproblem (egal, ob Du mit dieser Person zusammen bist, mit ihm/ihr arbeitest, befreundet oder befeindet bist - Du kannst es sogar auch auf die Beziehung zu einer Fremdenergie anwenden!). Wir nehmen in Beziehungen oft - vor allem in den Konflikten - einen Pol ein und wir lassen den Anderen/die Andere den anderen Pol verkörpern, das heißt die gegensätzliche Rolle spielen. Und zwar überlassen wir natürlich großherzig dem anderen immer meist den Pol, den wir so gut wie völlig unterdrückt und verleugnet haben: die chaotische Seite, die nehmende Seite, die hilflose, lebensuntüchtige, kranke Seite (-> Helferbeziehungen), die schützende, die aggressive oder die freie Seite, die rücksichtslose, zerstörerische, grenzüberschreitende Seite von uns - das können solche Beispiele sein.

Falls Du hier Bedarf hast, untersuche Deine jetzige oder frühere Beziehungen daraufhin und nimm Deine Emotion/Deinen Zustand und den Zustand der von Dir wahrgenommenen "anderen Seite", des Anderen. Versuche, Dich dazu für den anderen Pol, den "Partnerpol", so gut wie möglich in den Anderen hineinzuversetzen bzw. in den Zustand, in dem Du ihn/sie wahrnimmst.

Klar, da wird es Widerstände geben, das ist jetzt nicht so verblüffend!  😉  Diese Widerstände können sich zum Beispiel folgendermaßen ausdrücken: in Form von solchen Gedanken wie: "So könnte ich nie sein!", "Das ist aber nicht gut!", "Das fühlt sich schlecht an" oder in Form von Scham- oder Schuldgefühlen. Wenn diese Widerstände in der Übung auftauchen (sie werden und sollen ja, denn darum geht es ja gerade!) - dann nicht wie im Alltag weiter ausweichen oder den anderen die Rolle spielen lassen, sondern sich weiter dem Unerwünschten in Dir selbst aussetzen, um den Widerstand abzuschmelzen und nicht in der sog. äußeren Realität anzuziehen bzw. weiter zu nähren in Form von bescheidenen Beziehungen, ewiger Sehnsucht nach dem besseren Partner etc. Das machen wir, indem wir mit den Übungen dranbleiben und uns beiden Polen immer wieder systematisch aussetzen - inklusive der Widerstände, die wir aber nicht extra adressieren, sie tauchen hier einfach mit auf und sind auch mit willkommen im Paket.

2. BEI ENTSCHEIDUNGSUNSICHERHEITEN:

Arbeite mit den Alternativen, die sich Dir darstellen: Nimm das Gefühl, das Du in der einen Möglichkeit hast/haben wirst (oder glaubst, haben zu werden) und dann nimm das Gefühl, das Dir die andere Entscheidungsmöglichkeit gibt und nimm dies als die beiden Pole.

3. BEIM WÜNSCHEN:

Versetz´ Dich in die Situation, die Du Dir wünschst, so lebendig wie möglich und schau, welche Emotion darin steckt und lasse die mit dem Wunsch verbundenen Emotionen kommen (könnten sein: Freiheit, Weite, Glück, Verbundenheit, Fülle...). Nimm die erste, die auftaucht, als einen Pol und dann nimm als anderen Pol den jetzigen Zustand: den Mangel, die Enge, die Unsicherheit oder was es auch sein mag.

 

Oder ganz allgemein

4. BEI UNANGENEHMEN EMOTIONEN:

Nimm Dir direkt eine unangenehme, eher unterdrückte, peinliche oder mit Schuldgefühlen behaftete Emotion vor (Wut, Ohnmacht, Trauer, Angst...) oder
Du kannst Dir auch eine unangenehme Situation vornehmen und erinnere Dich daran, versetze Dich dort hinein und spüre die entsprechende unbeliebte Emotion darin. Dann frage Dich, was der andere, gegenüberliegende Pol für Dich wäre und gehe dort hinein. Einige zentrale, sehr allgemein gültige Beispiele aus Therapiesitzungen findest Du unten, falls Du um Ideen immer noch verlegen sein solltest!  😉

ALLGEMEIN:
Also immer möglichst eine starke Vorstellung oder Erinnerung für jeden Pol benutzen, um in die Emotion bzw. den Zustand zu kommen!
Wie wir in Teil 1 gesehen haben, wirst Du einem Pol näher sein (z.B. Ohnmacht), d.h. dieser ist stärker und leichter zu "produzieren", aufzurufen, und der andere Pol (Macht oder Kontrolle in diesem Fall) ist weiter weg und damit schwächer und schwerer zu "produzieren". Das macht aber nichts!! Das ist ja klar und kann sich und wird sich durch die Übung verändern, Du wirst sehen! Nur etwas Geduld, einfach weitermachen. Weniger darüber sinnieren als einfach machen.

Und auch daran im Alltag denken, denn Du kannst natürlich auch mit ganz aktuellen Emotionen arbeiten, die brauchst Du dann nicht durch Erinnerungen herbeizuholen, die sind ja ganz frisch und lebendig! Und wenn Du das simple Schema verinnerlicht hast, wende es gleich "vor Ort" an, wenn dies möglich ist (ein Toilettengang oder eine kurze Auszeit ist in fast allen Situationen drin, um sie anzuwenden!   😉 )

Widerstand erhöht die Kraft des Unangenehmen und weniger Widerstand lässt frei, was frei werden will.

Nochmal zur Klarheit, weil das bestimmten starken Überzeugungen in Dir widersprechen könnte (die Überzeugung z.B. "Gib´ keine Energie ´bzw. Aufmerksamkeit auf Unerwünschtes"): Keine Angst, dass Du mit dem WillkommenHeißen des Unangenehmen das Unangenehme verstärkst!
Das ist ein riesen Irrtum! Ja, Energie folgt dem Gedanken, aber unbewusste oder unbewusster Widerstand ist die größere Kraft als ein bewusster Wunsch oder ein Gedanke - darüber habe ich hier im Blog schon oft geschrieben. Wenn man das einmal verstanden hat, kann man sich mit dem sog. "Negativen" besser anfreunden, um das zu bekommen oder freizusetzen, was angenehmer ist und zieht nicht genau das an, wovor man sich ängstigt oder was man abwehrt. Vor allem, weil die Angst vor dem Unangenehmen entschwindet.
Aber eben auch das Angenehme willkommen heißen und damit arbeiten, weil ja da auch - wie hier im Artikel vorher besprochen - Widerstand drauf ist! 

 

 

Polaritäten Übungen

WEITERE "BELIEBTE" BEISPIELE AUS SITZUNGEN

Dies hier ist eine "schöne Hitliste" von Themen aus den Therapiesitzungen. Es sind ganz grundlegende Emotionen und Zustände (ich sage oft lieber Zustände, sonst kommt man mit Manchen in Diskussionen, was Emotionen sind, was Gefühle etc. etc.,.. was hierfür einfach wurscht ist).

Falls Dir in dieser Liste etwas für Dich Passendes ins Auge springt, müssen natürlich nicht alle Begriffe in einer Aufzählung passend für DICH sein. Mache es für Dich passend! Es soll nur EIN von Dir so gefühlter Zustand sein - das bedeutet, falls z.B. "authentisch" und "wild" für Dich nicht zu EINEM Zustand gehören, lasse den unpassenden einfach weg oder ersetze ihn mit einem für Dich passenderen Wort.

Das sind alles also nur Vorschläge und Beispiele von einigen in der Tiefe gefundenen Polaritäten, vielleicht findest Du Dich in dem einen oder anderen - es wäre keine Überraschung!  😉

Nimm "Deine" Polarität, die Dich anspringt und mach´ die Übung!

Polaritäten Magnet

aggressiv, laut, Raum einnehmend brav, still, zurücksteckend,
kontrolliert, Emotionen unterdrückend, gefasst, "brav", eng unkontrolliert, wild, sich frei ausdrückend, authentisch
beschützt, geborgen, sicher unbeschützt, ausgeliefert, bedroht, ängstlich, unsicher
klein, schwach, ohnmächtig, hilflos stark, groß, weit, mächtig
verbunden, geliebt, eins unverbunden, getrennt, einsam, alleingelassen, isoliert, abgelehnt
frei, unabhängig, beweglich fest, gelähmt, gefangen, angebunden, abhängig
spielerisch, leicht, unbeschwert, "kindlich", im Moment sein, hell schwer, gedrückt, schuldbeladen, dunkel
fordernd, nehmend, "egoistisch" (& die entspr. Emotionen) gebend, auf andere schauend, bedürfnislos (& die entspr. Emotionen)

 

 

yin yang polaritäten

KURZBESCHREIBUNG DER ÜBUNG

Die Übung: Sie "verschwurbelt" Dein System dieser Polaritäten, zwischen denen Du, wie wir gesehen haben, hilflos aufgehängt bist. Dabei geht es nicht darum, in einer der Polaritäten zu "versinken", sondern jede so stark aufzurufen wie möglich, aber dann auch gleich in die andere zu wechseln. Das kann am Anfang schwer sein oder Dir zu schnell gehen, aber bleib´ einfach dabei und mach´ weiter. Wenn Du diese einfache Übung verstanden hast, kannst Du sie ja auch ohne Anhören anwenden und Deine eigene Geschwindigkeit benutzen, behalte aber das eben Gesagte dabei im Kopf.

________  ach ja, und noch was Spannendes:

DER BONUS: DER SPIRITUELLE ASPEKT - FÜR FORTGESCHRITTENE

Neben den Polaritäten kommt noch ein dritter Schritt dazu. Man könnte sagen, die andere Polarität zu den Emotionen, die spirituelle Seite zur eher psychologischen: das SEIN oder die UNIVERSELLE LIEBE. Versuche es einfach mal einzubeziehen, auch wenn der Kopf da auch nicht mitkommt, und es erst anfänglich schwach wirkt - ähnlich schwach wie der "positive" Pol. Wiederholung weicht auch hier Widerstände auf. 

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Diese Übung hier ist ein kleiner Teil eines ganzen Übungssystems, das ich nicht erfunden habe, sondern das in beeindruckender Weise von dem Amerikaner Hale Dwoskin angeboten wird und von dem es viele verschiedene Programme zu verschiedenen Themen auf CDs gibt, siehe: Sedona-Website. Oder besuche den Sedona-Youtube-Kanal mit vielen kostenlosen Übungen. Das ist leider alles nur auf Englisch (aber einfachem). Es lohnt sich unbedingt, falls Du ein bisschen Englisch kannst, das Original anzuschauen bzw. anzuhören, vor allem, bevor Du deutsche Anbieter suchst, die es lediglich übernommen haben (so wie ich... 😉 ).

Im Folgenden findest Du hier auf der Seite unten
1. den allgemeinen Text zum Herunterladen und Ausdrucken für Dich, damit Du auch unabhängig von den Hörbeispielen arbeiten kannst, wenn Du lieber liest als hörst.
Und
2. dann zwei Hörbeispiele für die Übung mit einem Beispielzustand und einer allgemeinen "Blankoübung" ohne Beispiel. Letzteres kannst Du dann jeweils mit Deinem aktuell interessanten Zustand füllen, den Du für Dich gefunden hast und bearbeiten möchtest, gefunden im Alltag oder mit Hilfe der vielen Anregungen und Anwendungen oben im Text.

Gerade in der "Corona-Zeit" bist Du vielleicht über einige persönliche Klassiker an Emotionen gestolpert oder hast sogar neue in Dir kennengelernt! Nutze sie!  🙂
Viel Erfolg und spannende Erfahrungen!

Ich hoffe, Dich damit ein wenig in der Corona-Zeit auch von Ferne zu unterstützen und bin für Dich da, wenn Du Fragen dazu hast! Und wenn Du merkst, für Selbstilfe ist Dein Problem oder Deine Blockade zu groß, dann arbeite mit mir zusammen in einer Rückführungstherapie, da gehen wir es zusammen an!

Und wenn Du Geschmack an den Übungen gefunden und deren Wirkung am eigenen Leib und Seele gespürt hast, interessiert Dich sicher auch der Artikel "Befreie Deine Emotionen"!

Herzlichst wie immer,
Dein Ulf


DER ÜBUNGSTEIL

ALLGEMEINER ÜBUNGSTEXT
zum Downloaden und Ausdrucken:

Download Übungstext

(Je nach Deinen Browser-Einstellungen können die Dateien direkt heruntergeladen werden oder Du musst sie in einem neuen Fenster über ein Menü abspeichern.)

1. POLARITÄTEN-HÖRÜBUNG:
EMOTIONS-BEISPIEL
"UNSICHER, ÄNGSTLICH"

(und bitte nicht vergessen: Die Übung ist nicht gleich im Einmal-Gebrauch effektiv: Wiederholen, wiederholen, wiederholen!)

Download Audio Emotionsbeispiel

 

2. POLARITÄTEN-"BLANKO-ÜBUNG" 

(auch hier bitte nicht vergessen: Die Übung ist nicht gleich im Einmal-Gebrauch effektiv: Wiederholen, wiederholen, wiederholen!)

Download Audio Blankobeispiel

 

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Photos: YinYang-Feuer&Wasser von Comfreak, pixabay: pixabay.com/de/ yin-und-yang-feuer-wasser-hand-1947878/, CC0 (als gif verändert) /  LED-Tafeln mit Drähten von israel palacio on Unsplash / Magnet "love" von mohamed Hassan, pixabay: pixabay.com/users/ mohamed_hassan-5229782/ ?utm_source=link-attribution&utm_medium =referral&utm_campaign =image&utm_content=2705819
"Magnet red" by Tebo Steele is licensed under CC BY-SA 2.0 

Die wichtigen Bilder zum BlogAudio
"Tolaripäten wie YAN & YING oder Polaritäten wie YIN & YANG?"

 

ABBILDUNG 1

Hinfallen - Aufstehen - Krone richten - Weitergehen

 


 

ABBILDUNG 2

Polaritäten-Skala PraeSenZ

1. Polaritäten-Skala einfach

 


 

ABBILDUNG 3

Polarität

2. Polaritäts-Skala mit Lupe rechts

 


 

ABBILDUNG 4

Polarität "angenehm, Wunsch, Ziel"

3. Polaritäts-Skala mit Lupe links


 

ABBILDUNG 5

Keltisches Kreuz Hoffnungen & Ängste

Keltisches Kreuz Position 9


 

ABBILDUNG 6

Polaritäten-Skala PraeSenZ komplett

4. Polaritäten-Skala komplett

 


 

Im Text empfohlene Artikel:
Sechs gute Tipps von Sankt Nimmerlein - Vom Aufschieben des besseren Lebens

Nicht so, wie ich wollte - Lebensvermieser Enttäuschung.

Leuchtturm der Liebe

Artikel zum Widerstand gibt es hier

Artikel zum Wünschen

Das kostenlose E-Book "Der Ursprung der Probleme"

Photos: YinYang-Feuer&Wasser von Comfreak, pixabay: pixabay.com/de/yin-und-yang-feuer-wasser-hand-1947878/, CC0 /    Polaritäten-Darstellung von Ulf Parczyk, praesenz-web.de; Smileys in der Skala von BilliTheCat auf pixabay: https://pixabay.com/de/users/billithecat-7996303/   ;  Keltisches Kreuz-Darstellung von www.tarotonline.de [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons, vom Autor verändert (Pfeil) und Hinzufügen von Tarotkarten von Daniel Albany from pixabay: pixabay.com/users/AlbanyColley-6298107/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=2728227

Ich beziehe mich im Artikel auf bildliche Darstellungen, ohne die der Text eher schwer verständlich ist.
Daher bitte vor dem Hören diese extra Bilder-Seite hier aufrufen, um das entsprechende Bild im angesagten Moment anschauen zu können!

VORSICHT, ARBEIT DROHT FÜR DICH! UND VIELLEICHT: ... VERÄNDERUNG!? (Hilfe!)

Mit diesem Grundlagen-Artikel zu Polaritäten stelle ich Dir ein sicher eher unbekanntes und auf diese Art wenig beschriebenes Thema vor: spannend, allgemein und daher auf jeden Fall auch Dich betreffend. Manches wird Dich vielleicht überraschen und Deiner Intuition widersprechen, lass´ es aber einfach mal auf Dich wirken! Es stimmt sowohl mit meiner langjährigen Erfahrung als auch der Theorie überein (wie alles, was ich hier schreibe, natürlich...).
...Und das so klar zu haben, wie ich es hoffentlich auch darstellen kann, hat etwas gedauert...

Aber neben den allgemeinen Ausführungen wirst Du in einem folgenden zweiten Teil sogar auch zwei von mir gesprochene Beispiele für eine supergute und supereinfache Übung finden, die auf dem hier Beschriebenen basieren und die Dir ganz praktisch weiterhelfen können, wendest Du sie fleißig an. Es ist das erste Mal, das ich eine Übungsform teile, die ich auch in den Rückführungssitzungen mit den Klient*innen anwende und als „Hausaufgabe“ mit nach Hause gebe!

Doch zunächst eine Grundlage:

WARUM LEIDEN WIR ÜBERHAUPT?

Leiden Probleme

Zu mir als Therapeuten begeben sich schon definitionsgemäß immer Menschen in meine Praxis, die unter etwas leiden oder zumindest sehr unzufrieden mit bestimmten Aspekten ihres Lebens sind und dies mit Hilfe meiner Begleitung ändern möchten.

In solchen Situationen oder gar Lebensphasen sind wir in einem Zustand, der mehr oder weniger von dem abweicht, was wir uns für uns wünschen: der berühmte Leidensdruck. Wenn wir Therapie nutzen, möchten wir Einschränkungen loswerden, denen wir alleine hilflos gegenüberstehen und die wir selbst bis dahin nicht aufheben konnten.

Dieser Leidenszustand ist natürlich sehr verschieden stark ausgeprägt und hat für jede und jeden auch ganz unterschiedliche Inhalte. Für manche ist es körperliches, oft chronisches, Leid; für andere Einsamkeit, problematische Beziehungen oder sich wiederholende Muster im Leben, die einfach nicht zu durchbrechen sind; unerklärliche Blockaden im Berufsleben; eine Sinnkrise; oder eine feindliche Umgebung; sehr oft auch Ängste, Selbstzweifel, wenig Eigenliebe oder auch tiefe Schuldgefühle - und meist einiges davon in Kombination.
Wir versuchen oft Vieles selbst, bis wir uns unterstützen lassen und Hilfe annehmen möchten. (Sonst wäre ich ja auch überflüssig und die schlauen Selbsthilfebücher würden ausreichen!!  😉  )   (...wenn Du auch noch wartest, bis es anders besser wird, siehe diesen Artikel).

Das Gemeinsame und Allgemeine am Leid ist
1. AnziehenWollen des Gewünschten:
"Ich habe etwas nicht - oder nicht erreicht" - eben meinen Wunschzustand (nenne es auch "Ziele"; z. B. Gesundheit, eine glückliche Beziehung, Entfaltung der eigenen Möglichkeiten, Sicherheit, Angstfreiheit, Zustand nach einem Verlust)
- also 1. ist ein erlebter Mangel: "ich habe nicht das, was ich will oder bin nicht so, wie ich will" - und

2. Abstoßung des Unerwünschten:
eine starke emotionale Negativ-Bewertung bzw. das Nicht-Annehmen dieses Umstandes; meist gekoppelt mit einer Ablehnung von uns selbst (oder Vorwürfen anderen gegenüber, je nach dem  wen man für verantwortlich hält)
- 2. ist also ein starkes NEIN, ein Wegschieben des aktuellen Zustandes. Hier liegt eine stärkere Ablehnung als im Zustand von einfacher Unzufriedenheit vor.

Der erste Punkt, das Nicht-Erreichen, wäre an sich gar nicht tragisch, ein einfaches Faktum. Die Latte gerissen, Ziel verfehlt, knapp daneben - so what? Das wäre noch sportlich zu nehmen.
Dann einfach so:

Hinfallen - Aufstehen - Krone richten - Weitergehen

(Das Bild kommt fleißigen LeserInnen sicher bekannt vor, es tauchte schon in dem Artikelduo zur Enttäuschung auf - übrigens sehr nahe mit dem hier Beschriebenen verbunden, also auch lesenswert!)

Doch der zweite Punkt, das Nicht-Annehmen, macht uns richtig zu schaffen.
Einerseits, weil der Mangel an sich dann so schmerzlich ist. Andererseits aber auch weil - das ist sehr wichtig - der Mangel, das NichtErreichen meist einhergeht mit einer (bewussten oder unbewussten) Abwertung der eigenen Person. So richten wir oft das Scheitern oder NichtBekommen von etwas und sogar auch Verluste von geliebten Menschen emotional gegen uns selbst. Schuldgefühle, wir haben nicht ausgereicht, schaffen einfach nichts, waren und sind nicht gut genug - das sind alles solche Negativbotschaften, die wir uns dann auch noch dazu "schenken", als wäre das Erlebte nicht schon genug. Schnell und vor allem, wenn es um traumatische Situationen und Wiederholungen geht, werden diese Selbstzuschreibungen allgemeingültig:
Wir sind NIE gut genug, wir schaffen es ja NIE.
Die Liebe für uns selbst kann dann bis hin zu einer starken Selbst-Ablehnung sinken. Eine traurige Verkettung von eigenen Zuweisungen und Interpretationen. (Wenn Dir das bewusst ist, lies doch bitte auch Leuchtturm der Liebe, der Tipp dort könnte ein Weg für Dich sein, diese unselige Kette zu durchbrechen!)

Dieses "Leiden an sich selbst" (das ist das eigentliche Leiden) kann in homöopathischen Dosen vielleicht noch Motivation und Ansporn sein, weiterzumachen, sich zu verbessern und die Reserven auszupacken und damit den Sportler oder die Kämpferin in uns nach vorne bringen. Ein positiv empfundener Spannungszustand.
Überschreitet diese Distanz zwischen Anspruch und wahrgenommener Wirklichkeit jedoch ein bestimmtes Ausmaß und führen Korrekturen und Neu-Versuche (oft über mehrere Leben hinweg) nicht zu einem Erfolg, ist dieses Defizit eher demotivierend, deprimierend - und im Extrem und wenn es um wirklich Wichtiges geht (unser Leben, das Leben anderer oder moralische Werte zum Beispiel), traumatisierend, da bekommt dieses Auseinanderklaffen zwischen Gewolltem und Erlebten eine schmerzhafte Endgültigkeit.

Und wie wir wissen, finden wir in den Traumata existentielle Erfahrungen, die unsere Sichtweise über uns selbst oder die Welt ab da entscheidend prägten. Glaubenssätze entstehen hier, die durch ihren Charakter des Existenziellen und noch dazu Unbewussten sehr haltbare und unerschütterliche "Wahrheiten" über uns beinhalten - und nicht die positivsten natürlich. Und sie erscheinen uns wahr: Wir haben ja diese Erfahrungen gemacht, wir haben versagt: unsere Lieben verraten, unsere Kinder nicht beschützt, unser Wohl über das anderer gestellt usw.!
Daher helfen positive Affirmationen auch wenig, weil positive Sätze und Überzeugungen ja aus dieser Seelen-Sicht der Erfahrungen in früheren oder im heutigen Leben einfach eine Lüge sind. "Ich schaffe es nie", "Ich bin nicht liebenswert und werde immer schuldig", "Ich bin zu schwach für diese Welt" - das können solche Überzeugungen sein, die natürlich - wie alle tiefen Überzeugungen - immer wieder bestätigt werden (oder mit einem immensen Energieaufwand und Widerstand von uns widerlegt werden müssen - bis wir nicht mehr können (z.B. im BurnOut stranden) und sie dann doch wieder wahr werden bzw. uns wieder klar werden, weil wir sie bewusst in unserem Leben manifestieren. Gewirkt haben sie unterschwellig immer.

Wenn Ohnmacht oder Schuldgefühle als "die großen Versagensgefühle", nämlich das "NichtAusreichen", "NichtGenugSein", "EsNichtSchaffen", in einer Situation zu übermächtig werden, verdrängen wir sie ins Unbewusste - und mit ihnen auch die Situationen und Umstände, in denen wir sie hatten. Das ist dann das maximale Leiden nach der obigen Definition. Und das sind dann genau die Situationen, mit denen wir uns in unseren Mustern und in den Wiederholungen des Scheiterns immer wieder verfangen, weil sie durch Widerstand (und in dessen Folge Verdrängung) extrem aufgeladen sind (zum Widerstand gibt es hier im Blog viele Beiträge, weil er so wichtig ist: Das "Nein!" eben hat Folgen.).
Das ist der Grund, warum wir uns selber in den Problematiken, die uns nerven, nicht verstehen. Das ist so, weil wir die Hintergründe unserer Gefühle und unseres Verhaltens gar nicht bewusst kennen, und sie daher scheinbar "irrational" erscheinen: Welcher Geplagte, der acht Mal zurück zum Herd laufen muss, um zu checken, ob wirklich alles aus ist, kennt den Grund dafür, kann es aber trotzdem nicht lassen, obwohl es ihm selbst so unsinnig erscheint? Warum gerät sie wieder an einen Mann, der verletzend und überheblich ist und dem sie trotzdem helfen will? Warum hat jemand eine Panikattacke? Das alles ist nicht bewusst, sonst wäre es kein Problem mehr. (Irrig ist daher die Überzeugung "ich weiß, woher es kommt", wenn sich dadurch nichts geändert hat.)

- Die unbewussten Hintergründe, die Dich tief drinnen motivieren, sind das, was Deinen Ängsten, festsitzenden Problemen und Mustern zugrunde liegt. Und daher sind sie auch das, wonach wir folgerichtig in der Rückführungstherapie suchen bzw. sie zusammen auffinden und aufarbeiten wollen, damit sie kraftlos werden und keine Macht mehr über uns ausüben können.

Wir selbst haben also etwas nicht geschafft. Leider "hilft" uns auch die Projektion der "Schuld" auf die anderen nur für eine gewisse Zeit. Erst einmal erleichtert es vielleicht, weil wir scheinbar die Verantwortung für das Scheitern nicht hatten. Das aber genau hält uns in der Opferrolle, macht uns schwächer und im Weiteren wieder zum Opfer. Daraus gibt es dann auch kein Entrinnen, da wir ja nichts für unsere Situation konnten - und können. Ein Teufelskreis.
Zuwendung von außen für das Opferdasein kann das auf Dauer auch nicht aufwiegen, ja, macht uns chronisch eher noch schwächer, zum Beispiel weil uns die "schwache Position" auch noch Aufmerksamkeit bringt - also im Sinne einer positiven Verstärkung (durch eine Rente, das Zuhören des Arztes, die Zuwendung des Partners, Schonung, Rückzug - je nach dem, was für uns positiv erscheint). Wir haben im Extrem keine aktiven Erfolgserlebnisse mehr in der Welt sehen sie dann eher als feindlich, mindestens aber als uns kontrollierend und mächtiger. Macher sind ja die Anderen.

Das kann fatal sein. Vor allem, weil ein Teil in uns damit gar nicht einverstanden ist - wenn wir nicht schon komplett resigniert haben - und uns noch anderes erleben lassen möchte, sich frei und lebendig und kraftvoll fühlen möchte. Es ist der Teil, der sich in der Welt einbringen, glücklich sein möchte...
So gibt es auch hier wieder einen inneren kraftraubenden Widerstreit zwischen der Tendenz zu einer Art Opfer-Wohlfühlzone (die sich gar nicht so "wohl" anfühlen muss, aber zumindest vertraut ist) und der möchte, dass wir uns angstfrei zeigen und das umsetzen, was in uns steckt und wofür wir vielleicht hierher gekommen sind...
Wenn wir mit dem Leiden zufrieden wären, wäre es ja eigentlich keins mehr...   (s. a. den Artikel "Ich liebe mein Problem! ….wäre das Ende der Therapie und das Ende des Problems.")

Und nicht zuletzt: Verständlicherweise ist das alles natürlich der Eigenliebe / dem Selbstwert auch wieder nicht gerade zuträglich. Da kommt in unserem Seelenleben in verschiedenen Erdenleben (und auch vorher) oft eine demütigende und schwächende Situationen auf die nächste und im schlimmsten Fall kann die Spirale immer weiter nach unten gehen. Negative Selbstbewertungen entstehen also auch in den späteren ähnlichen Situationen, die wir über die Resonanz zu den damals traumatischen, verdrängten Erlebnissen anziehen und die Wiederholungen der alten Situation darstellen. Innere Monologe wie "Ich habe mich wieder nicht gewehrt", "Ich habe es wieder nicht geschafft", "Ich habe es wieder falsch gemacht" - solche Sätze verstärken natürlich wieder das Abwertende und senken unsere liebevolle Einstellung zu uns selbst.

Yin und Yang Puzzle Polaritäten

Leiden bedeutet also weiterhin: Wir befinden wir uns in einer misslichen Lage, einem inneren Spannungszustand zwischen Leiden und NichtLeidenWollen, der auch oft sehr körperlich sein kann: von muskulärer Verspannung bis hin zu Krankheiten, wenn das Problem dauerhaft nicht auf der eigentlichen Ebene geklärt wird (s.a. die Rolle der Chakren, Tabelle zum Downloaden auf der Schätze-Seite).

DIE POLARE WELT

Jetzt sitzen wir scheinbar fest in einer negativ erlebten Seite der Stimmungs-Polarität. "Mir geht es schlecht", wie wir dann sagen. Und wir wollen dann meist zur anderen Seite, zum anderen, sich besser anfühlenden Pol.
Wer zum Klienten wird, d.h. jemand ist, der so weit ist, an sich arbeiten zu wollen, hat die Schuldzuweisung schon zurückgenommen (zumindest meistens und zu über 50%  😉 ) und fühlt sich für sein eigenes Schicksal verantwortlich und geht überhaupt davon aus, dass sie oder er mitverantwortlich ist für die scheinbare Misere. Wenn auch natürlich noch nicht klar ist, warum sie oder er diese negative Polarität eingenommen hat. Wer macht sich schon bewusst erfolglos, krank oder einsam oder ängstlich?
Aber der nächste Schritt ist mit der Entscheidung für eine Therapie gemacht, das alleine fühlt sich für Viele schon besser an: es kann jetzt besser werden: Hilfe ist nah.

Betrachten wir uns die Situation des Leidenden aber erst mal genauer, sitzt er gar nicht in der einen, negativ empfundenen Polarität fest. Ich würde schätzen - gleich, wie schlimm es sich anfühlt - es sind auf der Skala "nur" höchstens um die 80-90%:

Polaritäten-Skala PraeSenZ

1. Polaritäten-Skala einfach

Das klingt vielleicht für Viele unwahrscheinlich. Vor allem für Dich, wenn Du Dich fix und fertig fühlst, an der Wand stehend, am Ende.
Doch glaube mir, der "wirkliche Schrecken" wird vermieden, zur positiven linken Seite der Skala ist es nur noch weiter. So hält man sich im Leiden meist in einer Art unguten Balance und kann weder dauerhaft (oder gar nicht) nach links noch will man natürlich richtig nach rechts, in die totale Katastrophe. Denn da lauert sie (eigentlich auf beiden Seiten, aber dazu kommen wir noch...  😉 ).
Und, es wird noch besser, wie oben schon erklärt, ziehen wir uns durch den Widerstand, die Verdrängung, genau in die Situation, deren Bilder und Erleben wir innerlich aufgeladen haben, machen sie wieder real! Vertrackt, verzwickt, bescheiden! Aber eine rein energetische Geschichte.

Hier an der etwas nüchternen Skala kann man aber schön Einiges erklären, z.B. erst mal den Effekt von unterschiedlichen Methoden, mit denen wir - oder manche von uns - etwas an dieser Leidenssituation ändern wollen. Einige Beispiele sind:
Positives Denken, schöne Erfahrungen in spirituellen und therapeutischen Workshops, der Natur, im Sport, mit anderen Menschen, einige Selbsthilfeübungen und Meditationen über lichtvolle und friedliche Momente oder Hilfe von außen bei Heilerinnen oder einfachen Clearings etc., Methoden zur reinen Symptomverbesserung, Trennung vom üblen Partner, ein schöner Urlaub, gute Musik.
Sie alle können uns auf jeden Fall stützen, uns über dunkle Momente oder Phasen retten und unsere innere Situation, unsere Stimmung, zumindest kurzzeitig verbessern. Sie ziehen uns hier auf der Skala nach links. Das kann jeder selbst bestätigen, die meisten werden hoffentlich diese Erfahrung gemacht haben. Wie lange wir dort bleiben, ist von unzähligen Faktoren abhängig.
Tangiert mich der schlecht gelaunte Kollege, der mir jeden Tag gegenüber sitzt, nach einem Yogawochenende mit einer tollen Gruppe gar nicht mehr? Oder lasse ich mich nach ein paar Tagen doch wieder in den Alltag zurückziehen und seine Stimmung färbt wieder ab, nervt er mich wieder wie vorher und ich rutsche wieder auf die altbekannte Position auf meiner Skala?

WIE KOMME ICH DA WEG, VON MEINER UNGUTEN SKALENPOSITION?

Die obigen Beispiele sind zumeist von außen angestoßene Veränderungen, bei denen wir etwas an uns machen lassen und etwas tun, was uns gut tut, z.B. ein Wechsel in der Umgebung, dem Umfeld, wir setzen uns schönen Dingen aus.
Wenn solche Verschiebungen auf Deiner Stimmungsskala die Kraft haben, grundlegend etwas an Deinen Glaubenssätzen, Resonanzen und Deiner Stimmung zu verändern, können solche Erlebnisse nachhaltig sein. Das ist jedoch nicht so einfach und auch nicht so häufig, denn - wie oben erklärt - die "im negativen" wichtigsten Erfahrungen sind die tiefsitzenden, traumatischen, unbewussten - und damit die, die nicht einfach durch "korrigierende", schöne Erfahrungen geheilt werden können. Das erklärt die später oft erfolgenden "Rückfälle" (oder wie hieß es in der legendären SF-Kultserie "Raumpatrouille Orion": den "Rücksturz zur Erde"  😉 ).

Yin Yang Polaritäten

Schauen wir uns daher erst einmal den rechten Pol genauer an, da sitzt das "absolut Üble", der worst case (der schlimmste Fall), das Trauma:

Das Charakteristische am Trauma ist:
Wir alle haben wahrscheinlich an einem unangenehmen gewaltsamen Ende (oder in einem anderen Trauma inmitten eines Lebens)) irgendeines früheren Lebens gedacht: "Jetzt ist alles aus". Schock. Und Nicht-Wissen-Wollen, Verdrängung - schon im selben Moment. Wir wurden dann nur wenige Momente später, nach dem damaligen Tod, Lügen gestraft, weil wir, unsere Seele, ja weitergelebt hat. Aber die Situation hat sich trotzdem eingebrannt und sich nicht so einfach "korrigiert". Passiert ist passiert! Die Verdrängung und die Widerstandsenergie saßen in genau dem Moment und seitdem sitzt sie da weiterhin, über Jahrhunderte stabil und eingekapselt.
Das ist ein Charakteristikum für Traumata, die Erfahrung ist eingefroren und wird nicht durch andere, spätere Erfahrungen korrigiert! (Das Eingekapselte kann man sogar in Aufnahmen vom Gehirn nachweisen.)
Fest eingekapselt, bis da hin, wo Bewusstsein hinein kommt. (...meist in einer Rückführungssitzung, aber das nur nebenbei...  😉 ) Aber obwohl - oder besser: weil - es da im Untergrund ist, bleibt es leider nicht ohne Auswirkungen: die Energie auf das Verdrängte, durch den Widerstand darauf, erzeugt, wie schon erwähnt, eine Anziehung der Inhalte des Traumas. Gleichzeitig bleibt der Widerstand dagegen. Daher kommt es eben zu dem Vermeiden der Umstände, die zum Trauma geführt haben und die im Trauma eine Rolle gespielt haben; zu Abspaltungen von Fähigkeiten; zu haltbaren blockierenden Glaubenssätzen und vielem Blockierenden mehr.

Apropos Rückführungstherapie: Hier gehen wir den Weg gefühlt nach unten: Hinein in den dicksten und dunkelsten Schlamassel, im Schutz einer vertrauensvollen Begleitung noch die 20% nach rechts auf der Skala gehen, um das, was da sitzt, richtig zu spüren, bewusst zu machen. Um durch das Annehmen dessen, was da abgespeichert ist, zu heilen. Und um dann harmonisch und natürlich wieder aufzusteigen - nicht in einer Flucht vor dem Dunkel, dem Urlaub mit der zwangsweisen Rückkehr, sondern angstfrei, weil durch das Annehmen keine Angst mehr vor dieser abgespeicherten Katastrophe zu sein braucht - eine Entladung und Neutralisierung der vorher schrecklichen und verdrängten Situation. Damit hat sie keine Auswirkungen mehr auf uns.

So, jetzt ist klarer, dass das übelste Übel ganz rechts auf der Skala lauert, noch weiter rechts als unser Zustand im Leiden, weil da rechts außen noch diese größere Katastrophe unbewusst abgespeichert ist. Leider steuern wir aber darauf zu (Resonanz) und kommen ihr immer näher - das Leiden wächst und auch der Widerstand dagegen (das Ganze, dieser innere Widerstreit, kostet viel Kraft, wie man sich vorstellen kann, daher nehmen auch Lebensenergie und Stimmung langsam ab).
Wir werden dem Zustand, in dem wir im Trauma waren und gegen den wir uns wehren, also immer ähnlicher, wandern also allmählich in Richtung rechtem Pol! Wenn es zum Beispiel "arm sterben, von allen verraten, von hinten erstochen" ist, das im Unbewussten aus einer Situation aus einem früheren Leben abgespeichert ist, können wir irgendwann im heutigen Leben Rückenschmerzen bekommen, verraten werden von Freunden, Geld und Job verlieren -  genau das wird (vielleicht erst mal in Teilen) wahr, wovor wir die meiste (zumindest unbewusste) Angst hatten! Tragisch, aber ist so. (Etwas ausgearbeiteter findet Ihr das auch in dem kostenlosen E-Book "Der Ursprung der Probleme" auf der Schätze-Seite)

Polarität

2. Polaritäten-Skala mit Lupe rechts

Also heißt die (Teil-)Lösung hier: den rechten Pol entladen, damit der Widerstand weggenommen wird und wir die Situation dadurch nicht mehr anziehen (oder andere zu bewundern oder zu bekriegen, die das repräsentieren...) - Und dieses Entladen findet ja genau in der Rückführungstherapie durch das Bewusstwerden und Durcharbeiten statt und befreit und damit von den dort gespeicherten Emotionen und Widerständen. Irgendwie logisch, gell?   😉

AHA!!! DA IST NOCH WAS ANDERES!

Und zwar: Der grüne Pfeil 2, die Anziehungskraft des Traumas! Es wird einerseits gespeist durch den Widerstand, der ja eben paradoxerweise anzieht. Aber es gibt auch etwas Anziehendes im Trauma, weil darin etwas steckt, das wir brauchen!! Ohne das fahren wir nur mit halber Kraft, oft auch orientierungslos, entwurzelt, halbiert - es fühlt sich jedenfalls nicht "ganz" an. Darauf kommen wir gleich, was das wohl sein könnte...

WIDERSTAND AUF GLÜCK?

Tolaripäten wie YAN & YING oder Polaritäten wie YIN & YANG? - PraeSenZ

Jetzt kommt der "schöne Pol" dran, den wir uns genauer anschauen. Also links auf unserer Polaritäten-Skala liegt das Glück, die Freude, Leichtigkeit oder was immer Du Dir als andere Polarität zu Trauma, Schmerz, Ohnmacht etc. vorstellen kannst. Das ist der Pol, dem sich - wie oben schon ausgeführt - viele Methoden und Techniken widmen, weil es sich einfach besser anfühlt, sich nicht mit den "dunklen Seiten des Lebens"  auf der rechten Seite der Skala zu beschäftigen - und diese Vorliebe gilt für TherapeutInnen wie Klient*innen gleichermaßen. Deshalb auch so beliebt. Aber meines Erachtens als Methode nicht ausreichend, um dauerhafter freizukommen.

Mit diesem Pol beschäftigt sich auch das "Wünschen"/"Reality Creation"/"Bestellungen beim Universum" (auch dazu habe ich natürlich schon ausführlicher was geschrieben): Das wahr werden lassen, was man sich wünscht, durch positiv emotional aufgeladene Vorstellungen. Nicht nur Widerstand, wie erwähnt, lädt nämlich Bilder und Erinnerungen auf, sondern alles emotional Aufgeladene wird angezogen. Klar, dem Bild ist es egal, WAS für eine Emotion es ist, die sie auflädt: Energie ist Energie. Ob der Strom aus einem Atom- oder Kohlekraftwerk kommt oder aus einer Windkraftanlage, ist der Glühbirne wurscht. Sie brennt unterschiedslos.

Warum hast Du jetzt nicht das, was Du möchtest?

Es könnte sein, dass das, was Du willst, für Dich gar nicht vorgesehen ist. Dein Ich will es einfach nur - weil es sich gut anhört, weil andere es auch wollen, weil es cool wäre... Diesen Grund kann man kaum ausschließen, interessiert jetzt hier aber für unsere Ausführungen nicht. (Über das Thema "Non-Dualität" werde ich mal gesondert schreiben, das führt hier zu weit.)
Bleiben wir dabei: Du möchtest etwas, das liegt links auf der Skala.
Die einfachste Erklärung für das NichtHaben ist: Da ist Widerstand auf dem "Positiven".    .....Knaller. ....   Wie soll das sein? Glück ist doch sowas Schönes - oder Zweisamkeit - oder finanzielle Sicherheit - oder was immer Du Dir wünschst! Wie soll da neben Anziehung, EsHabenWollen auch eine Widerstandsenergie drauf sein? .......Tjahaaaaaa, das ist es, was ich meinte, das widerspricht dem eigenen Gefühl! Aber den Widerstand nicht zu spüren, heißt nicht, dass er nicht da ist. Das hier viel beschworene Unbewusste ist wieder mal an seinem unsichtbaren Werk. Nur oberflächlich gesehen oder gespürt ist das einfach nur toll, glücklich zu sein, eine Liebesbeziehung zu haben, in Sicherheit zu leben.      (Boah! höre ich Dich denken...)
Doch es ist nicht einfach eine wildpferdige Annahme oder billige Unterstellung zum Klientenködern. Denn ganz nüchtern: der Effekt zeigt ganz einfach, ob das stimmt oder nicht. Und wenn Du den Zustand nicht "hast", das Ziel nicht erreicht, der Wunsch nicht erfüllt, dann ist da Widerstand, der größer ist als die Anziehung. 

Wo soll der herkommen, verflixt nochmal?

Gute Frage, keine Ahnung! Kenne ich Dein Unbewusstes? Du kannst es erfahren - nämlich in der Therapie! (ok, doch Ködern...  🙂   )
Also kann ich das hier nur allgemein beantworten. Die eine wunderbare Möglichkeit, sich das Glück (setze dafür irgendeinen Wunschzustand von Dir ein) zu verbieten und zu sabotieren, ist die stärkste Gegenkraft, immer unschlagbar:

1. MANGELNDE EIGENLIEBE. SELBSTABLEHNUNG. "Ich habe es nicht verdient", "Ich genüge nicht", "Für Gutes muss ich immer irgendwas tun, was ich nicht will", "Ich schaffe es sowieso nicht"... das sind beliebte Glaubenssätze vor allem aus der Kindheit, aber auch aus der weiter zurück liegenden Vergangenheit, verallgemeinerte Wahrheiten aus traumatischen Situationen (also aus der rechten Polarität kommend).
Sogar die Selbstablehnung ist manchmal unbewusst: Eine Aussage wie "Eigentlich mag ich mich"... ist oft ganz tief drinnen nicht mehr so tragfähig. In Schuldgefühlen, im "übertriebenen" Helfen, im Vermeiden von Nähe kann sich diese ablehnende Haltung aber zeigen.

2. Die andere Möglichkeit ist, dass Glück (Stärke, Reichtum, Erfolg oder xyz) traumatisch aufgeladen ist. Das kann folgendermaßen passiert sein, ganz "einfach": Du warst einmal in diesem "positiven" Zustand und dann ist (dadurch oder einfach zeitlich verknüpft als simple Konditionierung) etwas Traumatisches geschehen. Und damit ist das Gute mit dem Schlechten gekoppelt: "Wenn ich glücklich bin, passiert was Schlimmes.", "Wenn ich stark oder mächtig bin, nutze ich das aus und schade jemandem.", "Wenn ich mit jemandem zusammen bin, verrät er mich.", "Wenn ich Nähe zulasse, stirbt der andere."
Das sind starke Verknüpfungen, die sicher (wenn man sie dann in der Therapie herausgefunden hat), sehr verständlich das Schöne und Gute oder Starke verhindern lassen. Finger weg davon! heißt es dann.
So sind der linke und der rechte Pol verbunden - "Trauma & Glück" nennen wir es mal - und hemmen sich gegenseitig - und Du hängst unglücklich leidend dazwischen.
Fatal - aber ja nicht hoffnungslos.

Polaritäten-Skala PraeSenZ

3. Polaritäten-Skala mit Lupe links

Jetzt ist auch sicher deutlich: Die Zeit vor dem Trauma, in der noch "alles in Ordnung war", ein "guter Zustand" herrschte, ist durch das Trauma (rechter Pol) überdeckt, bleibt aber als Wunsch bestehen ("ich will aber auch wieder stark sein, wenn nicht zyx passiert wäre...", "ich will wieder eine Liebesbeziehung, wenn nicht zyx..."). Das war auch mit dem "Anziehenden im Trauma" vorhin schon erwähnt.

Die Fähigkeiten, oder sogenannten positiven Zustände und Emotionen werden in der Therapie natürlich durch das Aufrollen der gesamten vergangenen Situation wiederbelebt, weil wir ja auch in die Zeit vor dem Trauma gehen. Dort wird auch das Unbelastete wiederbelebt und reaktiviert und durch das Durcharbeiten vom (Unter-)Drückenden des Traumas befreit. Und damit auch vom Widerstand gegen das, was Du heute noch brauchst und möchtest, aber damals verloren hast, erlöst. Es kann wieder aufleben! DU kannst wieder aufleben! (OK, streng genommen ist das ultimativ Starke oder Angenehme nicht IMMER im gleichen Leben vor dem Trauma zu finden, manchmal auch in anderen Leben, trotzdem gilt das Gesagte.)
Und Du siehst dann auch dadurch, was da eigentlich damals schiefgelaufen ist, was Dich ins Trauma geführt hat und wie Du das im Jetzt möglicherweise verhindern kannst. (Man kann natürlich nicht alles Leid verhindern, aber stärker werden, um es verarbeiten zu können und nicht zu verdrängen.)
Klasse, was?   🙂

YEAH, WE´VE GOT IT!

Yin Yang Polaritäten

YIN und YANG!! YING UND YAN!!
- da ist es endlich nach den ganzen ermüdenden Ausführungen klarer! Das polare Pärchen!

Apropos klarer:
.... kennst Du Tarotkarten? Da gibt es Auslagen, in denen Positionen, auf die die Karten gelegt werden, eine definierte Bedeutung zugewiesen ist. Da gibt es - zum Beispiel im sog. Keltischen Kreuz, wohl einem der ältesten und bekanntesten Auslegesysteme - die Position für EINE Karte: "Hoffnungen und Ängste".
Also: Da wo die Hoffnung ist, ist auch die Angst und umgekehrt. Diese Karte liegt direkt vor bzw. unter der Karte auf Position 10 "Ergebnis"!
Das hat was. Und wird jetzt noch verständlicher sein.

Keltisches Kreuz Hoffnungen & Ängste

Außerdem wirst Du jetzt die buddhistische Kontemplations-Übung sicher besser verstehen (nein, das ist noch nicht die versprochene Übung, aber auch gut, mal darüber zu sinnieren!):

Erkenne oder erforsche:

Das Gute im Guten

Das Schlechte im Guten

Das Gute im Schlechten

Das Schlechte im Schlechten

Die Buddhisten haben es also auch ganz gut drauf.

lachender Buddha

Diese verschiedenen Kräfte/Bewertungen in dieser Übung sind die Pfeile in unserer Polaritäts-Skala:

Polaritäten-Skala PraeSenZ komplett

4. Polaritäten-Skala komplett

...und da wird schon an dieser Übersicht der Kräfte klar, wie ungut sich das da anfühlt im Problemzustand: wie viel Zerrissenheit und K(r)ampf da bewusst und unbewusst stattfindet, wie energieraubend das ist, hilflos mittendrin aufgehängt...  Im Widerstreit gegen den aktuellen (Problem-)Zustand (nicht mal eingezeichnet!), den worst case rechts abwehrend und etwas darin aber auch zurückhaben wollen und den Wunschzustand erreichen wollen, aber auch gleichzeitig nicht... ohje... da kann einem schon die Puste ausgehen...

Aber, wie gesagt, der Königsweg da heraus ist meines Erachtens: die Rückführungstherapie.
Ihr Vorgehen stimmt genau mit den hier dargestellten Erfordernissen aufgrund der Hintergründe überein:
Sie entlädt sowohl das Trauma (extrem rechts auf der Skala) als auch den Wunschzustand (links auf der Skala) und macht dadurch den jetzt noch festgefahrenen Zustand dazwischen frei und beweglich, wie es eigentlich sein soll! (Es geht (nie) um dauernde Glückseligkeit (aber auch nicht um dauerndes Leiden...!).)
Welche Methode bietet das an? Eine Methode, die Bewusstsein und Annehmen in die (zuvor unbewussten) Situationen bringt und das in BEIDE POLE? Körperlich, emotional, mental?
Ich kenne keine.
(Und mit dem eben Gesagten erschöpft sich das Potential dieser Therapie noch nicht, aber ich will jetzt nicht schwärmen, der Text ist jetzt schon wieder so lang geworden...)

Mit den Übungen im zweiten Teil wird es dann praktisch werden. Und dann kommt die versprochene Arbeit auf Dich zu.
Bis dahin könntest Du die erwähnte buddhistische Übung mal versuchen und Dir überhaupt diesen Text noch weiter durch den Kopf gehen lassen...
Wie immer herzlichst!
Dein Ulf Parczyk

 

Im Text empfohlene Artikel:
Sechs gute Tipps von Sankt Nimmerlein - Vom Aufschieben des besseren Lebens

Nicht so, wie ich wollte - Lebensvermieser Enttäuschung.

Leuchtturm der Liebe

Artikel zum Widerstand gibt es hier

Artikel zum Wünschen

Das kostenlose E-Book "Der Ursprung der Probleme" auf der Schätze-Seite

 

 

...UND HIER GEHT ES ZUM ZWEITEN TEIL DES ARTIKELS!

 

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Photos: YinYang-Feuer&Wasser von Comfreak, pixabay: pixabay.com/de/ yin-und-yang-feuer-wasser-hand-1947878/, CC0 /  Mann in Sessel von Nik Shuliahin on Unsplash   /  YinYang-Puzzle von geralt, pixabay: pixabay.com/de/ puzzle-yin-yang-esoterik-210795/  , CC0 /  YinYangKaffee von Worthy of Elegance, unsplash, CC0   /   Polaritäten-Darstellung von Ulf Parczyk, praesenz-web.de; Smileys in der Skala von BilliTheCat auf pixabay: pixabay.com/de/ users/billithecat-7996303/, lachender Buddha "SAM_1706" by DamienStarkPics is licensed under CC BY 2.0Keltisches Kreuz-Darstellung von www.tarotonline.de [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons, vom Autor verändert (Pfeil) und Hinzufügen von Tarotkarten von Daniel Albany from Pixabay: pixabay.com/users/AlbanyColley-6298107/ ?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral &utm_campaign=image&utm_content=272822

[Vorbemerkungen: Diesmal gibt es ausnahmsweise kein Audio, weil der Text nur vorübergehend als Blogartikel zur Verfügung steht. Er wird als Teil eines E-Books erscheinen. 
Lies bitte auch den ersten, theoretischeren, Teil zu Sinn und Aufgabe in der Rückführungstherapie "Neues vom Salatbesteck"! Und natürlich solltest Du vorher ungefähr wissen, was Rückführungstherapie ist, hier grob nachzulesen...  😉 ]

"Ich habe keinen Platz!"

Welch ein Satz.

Lass´ Dir diesen Satz einmal durchs Herz gehen.
Wie fühlt sich das Leben wohl an, wenn Du diese Überzeugung hättest? ("hättest", falls Du die damit verbundenen Gefühle nicht kennst)
Wie wäre Deine Beziehung zu dem Ort, wo Du lebst, zu einem Zuhause, zu den Dich umgebenden Menschen?
Wie ist dann Deine Beziehung zu Dir selbst oder zu Deinem Körper? Willst Du hier sein oder lieber nicht?
Und wie wäre mit dieser Überzeugung das Gefühl, dass das Leben hier sinnvoll, glücklich und bereichernd sein kann?

Vielleicht kommt Dir das auch sehr bekannt vor. Denn solch ein Glaubenssatz ist verbreiteter als Viele, auch die davon Betroffenen selbst, denken würden: Denn alle anderen kommen ja (angeblich) so gut zurecht mit ihrem Leben, sind so "drin", gehören dazu, sind erfolgreich. Zumindest "packen" sie es hier ja augenscheinlich… Das macht dann noch einsamer, isolierter, als es sowieso schon ist.
Als Therapeut habe ich da sicherlich eine andere Sicht darauf, enthüllen Klient*innen doch mir gegenüber in meiner Praxis ihre tiefsten Ängste, Probleme und Überzeugungen. Und dann sieht es oft sehr anders aus als die vielleicht noch "funktionierende Oberfläche". Eine Oberfläche, die oft nicht einfach ist, aufzugeben, den Blick dahinter freizugeben und sich den auftauchenden Erinnerungen und Gefühlen zu stellen. Leiden und Verzweiflung - Folgen davon, dass es einfach zu schlimm geworden ist - helfen dabei (leider oder zum Glück?), den Widerstand dagegen zu überwinden. Dieses ÖffnenMüssen/"Wollen" ist natürlich eine Voraussetzung für eine tiefergehende Therapie wie die Rückführungstherapie.

Die Klientin, von deren Sitzungen ich hier erzählen möchte, nennen wir sie Marie, hat diesen Mut, sich dem zu stellen, sich zu offenbaren. Und hat mir netterweise erlaubt, von unserer Arbeit zu berichten.

ÜBER DEN BERICHT

Ich schreibe so wenig bis keine "Fall"beispiele (das Wort geFÄLLt mir gar nicht), denn ich habe wohl selbst zu viele davon gelesen und bin sie überdrüssig geworden (dieses "Frau E. hat Neurodermitis und kam in einem früheren Leben im Feuer..."...ach!...). Und da ich ganz egoistisch nur schreibe, was mir selber Freude macht, lasse ich das Konkrete oft weg. Wiewohl ich verstehen kann, dass man als Interessierte plastische Beispiele für so eine spannende Arbeit bekommen möchte - gerade, wenn man selbst solch eine Therapie noch nicht erlebt hat und sie sich daher schlecht vorstellen kann. (Es geht jedoch nichts über die eigene Erfahrung, also los...!  🙂  )

Daher ist aber dieser Bericht auch sicher nicht typisch für sonstige "Fallbeispiele", da ich hier offen meine Gedanken in Form von Kommentaren in BLAU gegeben habe und nicht nur den Sitzungsverlauf, die Inhalte, protokolliert habe. Dieser Blick hinter die Praxiskulissen ist hoffentlich auch spannender als nur "Frau E. und ihrer Verbrennung" auf den Scheiterhaufen zu folgen… Auf jeden FALL ist es das für mich, es zu schreiben… 😉

Es gibt Dir hoffentlich auch ein offenes Bild von meinem Therapiestil, der, kurz gesagt, ohne viel SchnickSchnack (Atemübungen, hypnotische Schlafeinleitungen, Musik etc.) - und sei er noch so angeblich "spirituell" (Engels- oder Geistführerunterstützung, Höheres Selbst etc etc….). Das alles wirst Du bei mir nicht finden, jedenfalls nicht künstlich aufgerufen. Spirituell ist diese Arbeit sowieso. Ich bin auch nicht so der Einhorn-Delphin-Erzengel-Gabriel-Freak, das wird sicher schon auf meiner Website klar. Wenn Du das brauchst, bin ich sicher nicht der richtige Therapeut für Dich (oder gerade…. 😉 ) Meine Begleitung ist eher puristisch, direkt, gedönslos, einfühlend und unterstützend zum Kern vordringend.

Mein Vorgehen hat sich über die Jahre an Erfahrung gebildet (Du kannst mich alter Hase nennen, bin ich doch seit 2001 Rückführungstherapeut und seit 35 Jahren an psychologischer und spiritueller Entwicklung interessiert, inklusive des Psychologiestudiums) und hat sich in dieser Zeit weit von dem in meinen Ausbildungen Gelernten entfernt: hin zu einem persönlichen, mir und meinen Erfahrungen passenden - wie es ja auch sein soll. Ausgerichtet an Authentizität und Effektivität, nicht an Regeln und Dogma. Ich folgte damit meinem Weg, wie ich jetzt im Überblick sehe, selbst immer weniger Widerstand gegen das Leben aufzubauen oder festzuhalten. Und damit wurde Therapietechnik im Sinne von "Machen" und "Wegmachen" eher zu DaSein, die Klienten möglichst nah und einfühlsam Begleiten - und Annehmen. Annehmen auch seines oder ihres Leids.
Wenn Du bis jetzt weder viel über andere TherapeutInnen gelesen hast, noch Therapieerfahrungen hast, kannst Du zwar nicht vergleichen, aber auch sicher so spüren, ob Dir solch ein Vorgehen liegen könnte.

Diese Sitzungsbeschreibung ist auch ein Beispiel für die (Mit-)Bearbeitung des Themas Sinn (lies bitte den VORIGEN ARTIKEL darüber), das nicht explizit angesprochen, angezielt wurde, sondern - wie meist - im Zusammenhang mit anderen Problemen auftaucht.
Der vorige Artikel darüber, welche Rolle die Themen 'Sinn' und 'Aufgabe' in der Rückführungstherapie spielen, sollte erst gar keine Fortsetzung bekommen. Dann häuften sich jedoch ("zufälligerweise" 😉 ) Sitzungen, wo es explizit um diese Themen ging. Und nicht nur das, auch ging es dabei um die im Artikel nebenbei erwähnten "außerirdischen" Vorleben, die für das bzw. die Erdenleben eine große Rolle spielen können. Sie betreffen den Kern unserer Existenz auch im Heutigen, da es um unsere Herkunft geht, also um tief in uns sitzende Erfahrungen von Seelenheimat und Zuhause, und vor allem auch von Aufgaben und Zielen von damals, die heute immer noch in ungebremster Stärke unbewusst wirken und die meist alle Lebensbereiche betreffen.
Also entschloss ich mich, diesem Wink zu folgen (auch hier, nicht nur in den Sitzungen, "mit dem Lebensstrom" gehen 😉 ) und doch einmal ein lebendiges Beispiel zu geben. Also eine Premiere hier im Blog!

Der Intensität wegen arbeite ich mit Klient*innen immer an zwei Tagen hintereinander zusammen (s. VERLAUF), der Schwerpunkt meiner Schilderung liegt hier auf dem zweiten Sitzungstag. (Natürlich hat mir die Klientin ihre Einwilligung gegeben - vielen Dank dafür nochmal! Ich habe natürlich ihren Namen geändert und bestimmte Umstände unscharf beschrieben, damit sie nicht identifiziert werden kann.)

ABGEFAHREN?! DU WIRST DICH DOCH WIEDERERKENNEN

Dieses Beispiel ist nicht so exotisch (zumindest für meine Praxis - jede/r Therapeut/in hat da natürlich individuell andere Resonanzen), wie es für manche vielleicht klingen mag. Schon gar nicht, was die dahinterliegenden Themen betrifft, die auftauchten; auch Du wirst Dich darin sicher oft wiedererkennen. Hier kommen ganz grundlegende Themen zur Sprache, die (fast) alle hier Inkarnierten betreffen - ob es ihnen bewusst ist oder nicht.
Und es macht deutlich, dass das Thema "Sinn" immer auch mit anderen Themen zusammenhängt und gar nicht so isoliert dasteht.

Und es wird vielleicht durchschimmern, dass das therapeutische Begleiten geschmeidig dem Fluss der Aufmerksamkeit folgt. Es weicht jedoch nicht allem aus, das die Klientin vermeiden möchte, sondern bleibt sanft und nahe an diesem Strom, der etwas ans Licht bringen möchte, das wir dann zusammen bergen können.
Das Vertrauen in den Willen der Seele zur Selbstheilung, genau das Richtige zu bringen, damit wir es durcharbeiten können, unterliegt diesem aufmerksamen und liebevollen Begleiten einer Klientin und ist die Ernte meiner Erfahrungen und der Sicherheit durch die bald zwanzig Jahre therapeutischer und selbstverständlich auch innerer eigenen Arbeit.

Natürlich kann in solch einem sehr verkürzten Bericht nicht die Arbeit und Mühe für die Klientin (und aller Klient*innen natürlich), die dieses Bergen kostet, transportiert werden - dies ist auch schwer möglich, soll aber in einer ehrlichen und ungeschminkten Beschreibung nicht unerwähnt bleiben. Wer Darstellungen auf meiner Website nur ein wenig kennt, weiß, dass ich nichts schönreden oder marketinggerecht aufblasen möchte. Sitzungsbeispiele sind immer einfacher zu lesen als zu erleben. (Dafür hat man aber auch weniger davon…)
Apropos Lesbarkeit: Ihretwegen habe ich auf den sprachlich korrekten Konjunktiv bei den Aussagen von Marie verzichtet ("es wäre so und so gewesen, sagt sie" ist einfach sperrig.)

KEIN PLATZ - KEIN SINN. DAS ERSTGESPRÄCH

Genug der Vorrede, wo war ich? …"wo bin ich - und wie?" … darum geht es übrigens auch in der Beschäftigung mit dem Satz
"Ich habe keinen Platz!"

Im Erstgespräch, das der tieferen Therapie - zum gegenseitigen Kennenlernen, VertrauenVertiefen, Klären von Fragen, Sondieren der Probleme - natürlich immer vorausgeht, äußert Marie diesen wichtigen (Glaubens-)Satz schon.

Wo ist dann der Platz? Warum habe ich ihn nicht? Hatte ich ihn mal? Geht es um einen Ort oder um ein Gefühl für Heimat? wären beispielsweise gute Fragen, die aber nur in der späteren Arbeit mit dem Unbewussten wirklich beantwortet werden können. Aber wir sind jetzt noch im Erstgespräch, im Bewusstsein sozusagen, offene Augen, gegenübersitzend, kennenlernend, "normal therapeutisch". Dieses Gespräch kann schon sehr tief und emotional sein und ist es hier mit Marie auch. Ihre Situation, nicht verwunderlich mit diesem das gesamte Leben und alle seine Bereiche betreffenden Satz im Hintergrund, ist mittlerweile in der letzten Zeit unerträglich geworden:
In großem Maße Schlaflosigkeit, eine starke Energielosigkeit, körperliche Symptome (Magen, Schilddrüse, Haut), das Fehlen von Sinn oder Zielen. Auch Selbstmordgedanken hatte sie in der Vergangenheit schon, verständlich.
Die Verzweiflung an ihrer Situation ist groß.

Sie ist um die 50, die Kinder zum größten Teil außer Haus. Doch eine 'einfache Midlife-Crisis' ist keine Begründung, wie sowieso überhaupt kein Etikett irgendeine Begründung liefert, noch irgendeine Hilfe darstellt. (Übrigens auch das nahe liegende Etikett 'Depression' nicht. Es sei denn für einen Psychiater, von dem man entweder ein Psychopharmakon möchte oder eine Krankschreibung.)

"...um die 50…" Sicher spielt für uns das Alter oft eine wichtige Rolle (s. a. mein ARTIKEL ÜBER DIE 50er…) im Sinne eines Katalysators und Druckes, in diesem Leben noch Potentiale einzubringen oder/und Themen zu lösen: wir merken, unsere Zeit ist begrenzt, bestimmte Lebensabschnitte (die Kindererziehung z.B.) sind abgeschlossen. Und nicht zuletzt: die Energie, ein möglicherweise angepasstes und in Teilen unechtes, aus den festen Strukturen aus Kindheit und früheren Inkarnationen entstandenes, Leben aufrechtzuerhalten, kann nicht zusammengehalten werden.
Kurz: Der innere unbewusste Widerstand, der zum Echten & Heilen, ruft, wird stärker - nenne es Selbstheilung - und will endlich durchkommen.

WIE ENTSTEHT EINE KRISE? DURCH WIDERSTAND.

In einem sehr aufgeladenen Kampf zwischen Wollen/NichtWollen, Funktionieren/UngeliebtFühlen und Freiheit/wirklicher Bestimmung kreierst Du genau die Situationen, vor denen Du immer - bewusst oder unbewusst und mehr oder minder erfolgreich - geflüchtet bist. Genau das Drama spielt sich jetzt in der Krise auf Dir ab, vor dem Du die ganze Zeit geflohen bist: Schwäche, Einsamkeit, Depression, NichtMehrKönnen, Abhängigkeit, VerlassenFühlen, SchuldigFühlen - was immer Du als größte Katastrophe in Dir trägst, kommt jetzt durch. Weil der innere Druck nach dem "echten", authentischen Leben stärker wird ("Mach´ jetzt endlich hin!") und gleichzeitig der innere jahrzehntealte Widerstand erschöpft ausbrennt… (...das heißt jedoch keinesfalls, dass Jüngere nicht schon dasselbe Problem haben können. Alter ist ja relativ und der Druck kann auch in früheren Jahren schon stark werden…)
Dadurch kommt es, dass Du Dich dann in exakt Deinem unerwünschtesten inneren (vorher unbewussten, jetzt 'realen') Film wiederfindest - genau in dem, den Du immer verhindern wolltest - das Verdrängte drängt zurück und zeigt sich. Und Dein Widerstand, d. h. Leiden und Verzweiflung, wird dadurch wiederum größer.
JETZT sitzt Du richtig im Schlamassel.

Das ist sicher ein Teil der jetzigen Situation von Marie (und jeder, die mit unerwünschten Problemen kämpft): Jetzt genau, in diesem Tief, ist also die Zeit, an diese Themen zu gehen. Für Viele ist das der Weg in körperliche Symptome oder in Therapien - oder beides. Rückführungstherapie ist hier ein Weg, den aufgetauchten, unliebsamen Erscheinungen wirklich auf den Grund zu gehen, da uns unbewusste Erfahrungen und abgespaltene Emotionen dorthin gebracht haben.

Aber es ist nicht nur die jetzige Situation, in der Marie wenig Unterstützung in der Beziehung fühlt, kaum Freundschaften hat, wenig Liebevolles erfährt, feststeckt, keine Kraft mehr hat. Diese Situation, das wird schon im Erstgespräch klar, ist ihr - nicht sehr überraschend mit solch einem Glaubenssatz - schon seit der Kindheit vertraut:
Ihre Kindheit ist geprägt von extremer Ablehnung bis hin zu physischer Gewalt, lieblos dominiert von den Eltern und daher im Gefühl, von Anfang an nicht willkommen zu sein, nicht dazuzugehören, sich extrem isoliert zu fühlen, einsam, mit einem starken Bedürfnis nach GeliebtWerden, VerbundenFühlen, Sicherheit und Schutz. Letzteres findet sie nur alleine, im Rückzug von den anderen, denn keiner stellt der kleinen Marie das zur Verfügung. Die Eltern sind viel weg, niemand beschützt sie vor dem abwertenden und gewalttätigen Bruder, dem sie also allein ausgeliefert ist.
Hier gibt es kein Zuhause für sie, keinen liebevollen Platz - das lernt sie schnell (ob sie mit dieser Überzeugung schon in diese Inkarnation gestartet ist, wissen wir noch nicht; ist also jetzt, im Erstgespräch, nur eine Annahme). Die emotionale Situation der "kleinen" Marie hat sich später eigentlich nie wirklich verändert, sich in den letzten Jahren eher noch zugespitzt. Die Schlaf- und Energielosigkeit schwächt jetzt nur noch mehr und lässt irgendwelche Ziele, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und sich mehr mit Menschen zu verbinden, eher weit weg erscheinen. Die Kraft reicht ja gerade noch für das, was im Alltag nötig ist, für Herausforderungen jedoch nicht mehr.

Das Erstgespräch ist durch ihre Offenheit schon sehr tiefgehend. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass sie nicht unerfahren in Therapie ist, sie hatte unter anderem schon viele Familienaufstellungen. Unser Vorgespräch jedenfalls hat uns wichtige Themen auf der bewussten Ebene gezeigt und hat durch die Geballtheit, das "Leben" in so kurzer Zeit komprimiert zu erzählen, einiges emotional verdichtet und fokussiert. Eine gute Voraussetzung für die kommenden Sitzungen. Das Clearing folgt gleich nach einer kurzen Pause von wenigen Minuten. Damit nutzen wir die Energie des Vorgesprächs gleich für die Sitzung (KompaktIntensivPaket s. VERLAUF).

Was jetzt? Sie findet verständlicherweise die Schlaflosigkeit zur Zeit am quälendsten und schwächendsten. Dieses Thema werden wir im Hinterkopf behalten, ich kläre sie jedoch auf, dass wir - mit ihrer Einwilligung natürlich - zuerst mit dem Clearing beginnen.

DER ERSTE TAG

Das als erste Sitzung bei mir standardmäßig durchgeführte Clearing hat das Ziel, mit möglicherweise wirkenden fremden Energien (mehr Informationen HIER) in oder bei ihr Kontakt aufzunehmen. Sie beschweren uns in den meisten Fällen eher, auch dann, wenn sie nicht feindlich gesonnen sind. Und wenn sie uns im Leben sabotieren möchten, könnten sie, wenn nicht vorher angesprochen, auch unsere weitere therapeutische Arbeit torpedieren. Und außerdem zeigt uns das Clearing, egal, was uns begegnet, vor allem schon die unbewussten Themen auf, Resonanz sei dank.

Ich möchte mich hier jedoch der Rückführungsarbeit und eben dem Beispielthema "Sinn" zuwenden, das in der ersten Sitzung nur indirekt eine Rolle spielte. (Doch versprochen, ein Beispiel für mein Vorgehen in der Clearingarbeit werde ich Dir in einem der nächsten Artikel geben. Wenn Du automatisch über kommende Artikel informiert werden möchtest, abonniere meinen Newsletter HIER, falls Du das noch nicht getan hast.)

Nur so viel zur ersten Sitzung: Marie öffnet hier Ihr Inneres weiter und daher gewinnen wir schon viel Boden und wir können Einiges bearbeiten. Wir entdecken eine widerstreitende Energie in ihr, die sich, so könnte man sagen, im heutigen Leben in ihrer Mutter verkörpert hat. Es geht hier schon darum, dass Marie sich in ihrem HierSein von der Mutter bedroht fühlte. Und es geht auch um den Willen, diesen Kampf aufzugeben, indem sie ihr Leben in der Pubertät beenden will. Sie schafft es in der Sitzung dann, durch Bewusstwerdung von diesen sich bekriegenden Energien, schon einen guten Schritt in Richtung einer Integration dieser Kräfte zu gehen.

DER ZWEITE TAG

Marie kommt mit einem Schmerz im Oberbauch in die Sitzung. Der hatte sich am ersten Tag noch nicht gezeigt.

Der erste Tag setzt immer auch etwas frei - und das muss nicht immer gleich angenehm sein - Therapie ist ein Prozess, das kann man nicht oft genug betonen. "Instant Happiness" wird hier eher selten bedient - wer das will, muss woanders suchen...

"Wasch mich, aber mach mich nicht nass" ist meines Erachtens jedenfalls keine Option, wenn es um Therapie geht. Du willst ein Symptom loswerden, aber Dich nicht ändern?
Wenn ich mich nicht gleich top fühle nach einer Therapie, gehört das dann auch dazu. Weitermachen wie vorher? Als wäre nichts gewesen? Als hätte man nicht traurige, wütende, unangepasste Teile nicht ewig unterdrückt und nach dem Freilassen soll alles wieder zurück in die Reihe, schön weiterfunktionieren? Das geht nicht immer. Es geht erst einmal ums besser FÜHLEN, nicht ums BESSER fühlen. Da kann dann endlich Bewegung hinein kommen, die nicht immer angenehm ist, weil ja vorher alles in einer zwar ungesunden, aber immerhin in Balance war. Doch die war trügerisch und krankmachend.

Wir haben jetzt jedenfalls den Vorteil, wir können am zweiten Tag eines Doppeltermins gleich weiterarbeiten. Jetzt ist Marie drin im Fluss und wir können noch tiefer gehen, die nächste Schicht anschauen, da das Vertrauen durch die erste Sitzung und das Erstgespräch gewachsen ist und wir schon einiges am ersten Tag durcharbeiten konnten.

Wir gehen gleich in die Sitzung und untersuchen diesen Schmerz im Bauch. Ich frage Marie, wie er aussieht: es ist eine rote, bewegliche Kugel "so groß wie ein Tennisball" unter dem Rippenbogen (Solarplexusbereich). Außerdem nimmt sie von dem "Ball" in der Mitte nach links und rechts Bänder - eine Art "Geländer" - wahr, starr und in etwas anderem Rot. Dieses "Geländer" ist jedoch nicht immer da, aber sie kennt es.

WISSEN UND KONTROLLE - BEI KLIENTINNEN UND THERAPEUTEN

Jetzt zeigt sich, wer informierter Laie ist und wer in meiner Sicht guter Profi: Der informierte Laie - und viele schlaue Experten - haben gleich Hypothesen: "unter Rippenbogen" = Solarplexus = 3. Chakra = …. und zu "rot, beweglich" = Feuer = Aggressionen. Das alles kann wahr sein oder auch nicht, mir ist dieses Wissen im Moment gleichgültig, es nützt mir nichts. Was sollte man mit diesem "Wissen" jetzt anfangen? Besser nichts! Sonst kämen nur schlaue Kommentare vom Therapeuten, wo Marie jetzt steht - oder sogar schlimmer noch: hin müsste. Oder es sind "nur" innere Kommentare im Therapeuten, das ist auch nicht viel besser ("Ah, das ist es jetzt … und da sollte sie jetzt hin."). WENN Marie etwas mit Aggressionen zu tun hat, kommt es sowieso - oder nicht - oder NOCH nicht - egal. Ich muss nicht vorher wissen, was los ist, ich muss nicht mehr wissen; ich vertraue hier nicht meinem Wissen, sondern lieber ihr: dem, was auftaucht und ihrer Entwicklung - mehr, als sie höchstwahrscheinlich sich selbst vertraut.
- Möglichst einen Freiraum lassen, in dem alles unbewertet und wie von alleine erscheinen und sich entwickeln kann.
Hinter WissenWollen steht meist das Bedürfnis nach Kontrolle (s. a. diesen ARTIKEL).

Und die Klientin sollte es selbst erfahren, nicht von außen hören, was für sie richtig ist und was ihr Innerstes ausdrücken möchte. Es ist halt, wie gesagt, Therapie und kein Kaffeesatzlesen (nichts gegen gutes Kaffeesatzlesen, aber nicht hier.).
Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass nicht nur wie hier Klientin Marie, auch wir TherapeutInnen gerne Kontrolle haben - hier dann durch Techniken ("Toolbox") oder durch Wissen. Das sind perfekte Waffen gegen direkte Erfahrungen - auf in den Kampf mit dem ganzen Equipment! Es macht uns Helfer vermeintlich sicher, reduziert die Angst vor dem, was in der Klientin hochkommen könnte, macht alles griffig, denn: "das kriegen wir alles schon hin". Diese Art der Experten-Ausstrahlung haben wir verständlicherweise sehr gerne. Alles im Griff, das weckt Vertrauen. Doch eigentlich bedeutet es: Gemeinsam mit der Klientin im Widerstand mit dem unerträglichen jetzigen Zustand, der Verzweiflung, dem BurnOut, der Depression, der Angst etc.
Doch: "einfach" begleiten, sich als Therapeut offen halten, möglichst nichts dagegensetzen. Das ist der bessere Weg. Und ist eine ganz andere, tiefere Sicherheit des Therapeuten.

Ich habe irgendwann angefangen, meine Sicherheit nicht mehr auf Wissen und Techniken zu bauen, sondern auf Vertrauen in den Moment, in "das Ganze", wenn Du so willst. Das schließt, könnte man sagen, natürlich das Vertrauen in den Klienten oder die Klientin (in seine oder ihre Seele vielleicht ein wenig mehr als in die Konzepte, wie etwas sein müsste… 😉 ) und ihren Prozess ein; das heißt, in das, was geht oder nicht geht - jetzt im Moment. Meine Motivation dabei war ganz einfach: Freiheit. Ich wollte/will frei sein von Ängsten und Widerständen, die meine Arbeit und/oder mein Leben (was ja untrennbar ist…) zu sehr einschränken. Das heißt für mich dann auch, die Widerstände in mir selbst anzuschauen, denen ich möglicherweise in der Arbeit begegne.

Klient*innen selbst wollen natürlich meist den Prozess kontrollieren, forcieren, weil sie etwas "loswerden" wollen. Dazu gehört auch die Überzeugung, nie gut genug zu sein. In all seinen Auswirkungen und Schattierungen ist das der Mangel, der die Eigenliebe herunterzieht und Schuldgefühlen Tür und Tor öffnet, bewusst oder unbewusst. Dies und das soll weg sein oder anders werden, aber das ist der EIGENTLICHE, tief sitzende Mangel, der ihn oder sie in die Praxis gebracht hat - nie (gut) genug zu sein, falsch, nicht ausreichend, nicht liebenswert (für sie selbst zuerst) -zumindest nicht ohne Leistung und Mühe.
Und das Problem oder Symptom ist auch nicht gut, klar.

Darin ist dann auch "folgerichtig" eine Angst vor der ersten Sitzung begründet (die jedoch unbegründet ist 😉 ): "Ich bekomme das mit der Rückführung nicht hin" - oder (noch besser! 😉 ): "Der Therapeut kriegt es vielleicht nicht hin". Denn solch eine Überzeugung schließt auch immer die Umwelt mit ein: "nicht nur ich bin, nein, es ist nie genug, was ich bekomme. Die anderen sind auch nicht genug (s. Helferbeziehungen) oder geben mir auch nie genug". Der Schluss daraus dann: noch besser werden, mehr anstrengen, sich noch mehr kontrollieren, perfekter werden - dann klappt es schon, dann werde ich geliebt und liebe mich dann auch selbst mehr.

Dieser Druck, es richtig zu machen, macht auch vor einer Praxistür nicht halt. Nur: Hier in der Praxis ist nichts falsch, musst Du nicht irgendwo hin, irgendwie anders sein, ist irgendwas zu schaffen, zu leisten, zu bringen. (Du kannst sogar den Druck mitbringen…. oder die Probleme wieder mitnehmen, wenn Du sie festhalten möchtest! 😉 ) Jedenfalls ist hier aus meiner Sicht nichts "gut" oder "schlecht" zu machen. Klient*innen, wie gesagt, sehen das oft weniger relaxt und glauben, sie könnten "versagen"... (und, ähem, auch ich habe etwas gebraucht, um als Mensch und Therapeut mir "genug zu sein"…)

Natürlich gibt es Voraussetzungen (s. FRAGEN UND ANTWORTEN - "Bin ich geeignet...?"), und darunter auch solche, die eine Therapie "einfacher", "schneller effektiver" machen, was mir persönlich jedoch nicht wichtig ist. Überkontrolliert zu sein z. B.: Doch wenn eine Klientin sich nicht (mir nicht, im Moment nicht oder überhaupt nicht) öffnen, emotional sein, d. h. etwas Kontrolle loslassen kann - so what? Dann können wir uns doch immer weiter herantasten und Boden an Vertrauen gewinnen, als Voraussetzung dafür, sich dann immer weiter zu öffnen, um dann dickere Brocken auszuräumen. ...zumindest wenn die Ungeduld (was nichts anderes ist als wieder der Kontrollwille und Widerstand) nicht zu groß ist und sie nach einer Doppelsitzung schon "geheilt" sein wollte und daher nicht mehr wiederkommt. - Um lieber den nächsten Therapeuten oder die nächste Therapieform "auszuprobieren"... Dann so.

Tja - es dauert, so lange es dauert. Hier in diesem sensiblen Bereich große Versprechungen zu machen oder die Brechstange anzusetzen ist nicht nur schlechter Stil, sondern auch kontraproduktiv.
Ist doch der Widerstand zwar nicht effektiv, um zu dem zu kommen, das man ist. Aber in dem Widerstand stecken langerprobte Schutzmechanismen, begründet auf dem Misstrauen in die Welt, die man manchmal nicht mal eben so in fünf Minuten ablegen kann, weil ich vielleicht ein netter Kerl bin. Wir umarmen jedenfalls die Widerstände in der Therapie und nehmen sie mit, machen sie gegebenenfalls zum Thema. Das ist das Geschmeidigste: mit dem Fluss schwimmen. Dann kommen wir da schon an, wo die Seele hin will, was sie zeigen will, wodurch sie heilen kann.
- Doch ich schweife sehr ab, zurück zu Marie - die mit dem Einlassen auf die Sitzung wenig Probleme hatte, wie viele Klient*innen auch.

Also: roter Ball - Schmerz im Bauch. Diesen Schmerz hätte Marie in den letzten zwei Wochen vermehrt gehabt - und sie kenne ihn von früher aus Situationen, die sie als sehr stressig empfunden hat. Was genau ist das für ein Stress?
Es liegt auf der Hand, wir gehen jetzt zurück, um den Schmerz weiter zu erforschen:
Wo und wann ist der Schmerz schon einmal aufgetreten, der früheste Moment, der ihr jetzt einfällt?

Meist formuliere ich die Bitte, zurückzugehen, so frei, dass die Seele wählen kann, ob sie schon weit zurück geht oder noch "in sichererem Terrain" bleibt, d.h. in Erinnerungen, die ganz oder zum größten Teil schon bewusst sind. Die Seele muss nicht (und SOLLTE meines Erachtens auch nicht) in frühere Situationen GEDRÜCKT werden. Es kommt schon, was nötig ist, zu dem Zeitpunkt, zu dem es freigegeben werden kann. Das ist - oder sollte sein - alleine abhängig von dem Vertrauen, das auch wirklich verarbeiten zu können, was kommt.
Daher lautet die Devise, schon wieder: Einfach auf die Seele verlassen, nicht auf Techniken.

Es taucht eine Situation auf, in der Marie ein Fest vorbereiten wollte, das ist viele Jahre her: Es gibt viel zu tun, doch die professionellen Helferinnen arbeiten nicht so, wie sie es möchte. Dieses Fest ist ihr sehr wichtig, daher soll alles schön werden und sie möchte es gut machen! Ein ganzer Strauß von Emotionen explodiert in ihr: Druck, es so machen und hinbekommen zu wollen, wie sie möchte: Wut, darunter Ohnmacht und Hilflosigkeit. Doch das ganze Gemisch erlebt sie bewusst nur in einer Starre: da ist es, das "Geländer im Bauch". Im Bauch wird signalisiert, so Marie: "Alarm! Aber Ruhe bewahren! Aufpassen!" Sie lässt ihrer Wut damals keinen Raum und spürt, dass das "Geländer deeskalierend" wirkt. Es beschützt sie (und die anderen…) davor, "wie ein Berserker" (Maries Worte) auszuflippen, "aus der Bahn geworfen zu werden". Mit dem "Geländer" kann sie diplomatisch bleiben. Sie verletzt niemanden mit Worten oder gar Taten und bewahrt sich so auch vor Schuldgefühlen und möglicher Ablehnung.

So ist die Gefühls- & Widerstands-Kette, die wohl das "Geländer" im Bauch kreiert und alles dort festhält. Eine Art Rahmen, der sie in der Bahn hält:
Bedürfnis nach Liebe - Ohnmacht, das Gefühl falsch oder nicht ausreichend zu sein, Wut gegen andere, die auch nicht genügen und das Ergebnis torpedieren könnten - Starre, letzteres scheint erst mal in dieser früheren Situation das Passendste zu sein.
Wir arbeiten mit diesen Emotionen und Zuständen Abhängigkeit, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Wut - und den Widerständen gegen diese Zustände genauer, in Form von Übungen, die ihr Annehmen ermöglichen.

Ich höre sie jetzt, die "Diagnostiker" unter den LeserInnen, die nun Recht bekommen haben 😉 : Schilddrüsenprobleme (5. Chakra: u. a. Ausdruck, Kommunikation) und Magenprobleme (3. Chakra: u. a. Ego, Durchsetzung, Abgrenzung). (Übrigens, wer sich da schlau machen möchte, kann sich gerne mein kostenloses Chakra-E-Büchlein auf der SCHÄTZE-SEITE anschauen oder herunterladen. 😉 )
Man sieht aber hier auch, diese Hypothesen hat es gar nicht gebraucht…

Diese Situation vor dem Fest ist so stark aufgeladen, jedoch bei gleichzeitigem Fehlen eines "existentiell wichtigen Anlasses" für die Stärke der Gefühle und des Widerstands dagegen. Die Frage "Aus welchem Erlebnis genau kommt die Angst vor dem Äußern der Gefühle der Wut und ihrer Gedanken bzw. ihr Gedanke ˋRuhe bewahren´?" bleibt natürlich daher in meinem Hinterkopf, das ist ja die Ursache für den Widerstand bzw. das "Contenance-Geländer".)

Wir bleiben weiter bei diesem Thema. Es kommt noch mehr und wir verfolgen den Faden "nach hinten". Und ja, dieser Schutz, den das Geländer und die Starre darstellen, spielte schon mal eine Rolle in ihrer Vergangenheit. Sie spürt diesen "Berserker" hinter dem Geländer deutlich: ein "Borstenvieh", wie sie ihn nennt. Sein Name ist ja schon vielsagend... Wir haben dieses Vieh gestern in der ersten Sitzung schon kennengelernt, da war es aber noch weit weniger explosiv und eher versteckt hinter dem Geländer, noch ausschließlich starr - eine Entwicklung... mal sehen...
Sie beschreibt das Vieh so: Es ist eine sehr irdische, bodenständige Energie, die helfen und beschützen kann, sich frei und stark fühlt, jedoch - einmal losgelassen - richtig gefährlich wird und keine Grenzen oder gar Gerechtigkeit kennt. Dieses Borstenvieh kann in anderen sein, das weiß Marie. Und es ist in ihr, also gefährlich und böse und gleichzeitig gut und nötig... Diese Kombination ist nicht ganz einfach (ok, wenn es einfach wäre, wäre Marie nicht Klientin).

In diesem Zusammenhang tauchen jetzt Erinnerungen an ihren Bruder auf. Das Borstenvieh hat sie da geschützt. Denn beides kann schützend sein: Nicht-Explodieren und Explodieren, was, anders gesagt, bedeutet: "Totstellen" und Kampf, zwei evolutionäre Reaktionsweisen auf existentielle Bedrohung. Für beide Schutzreaktionen ist es anscheinend zuständig. (Die andere mögliche Reaktion, Flucht, findet sich bei Marie in der Todessehnsucht, den Selbstmordgedanken wieder.)

EINE ENTDECKUNG - NOCH TIEFER VERSTECKT!

Und jetzt plötzlich wird Marie bewusst: Da gibt es noch etwas anderes, das im Schatten des Borstenviehs steht, von ihm beschützt wird, aber dort nicht wachsen kann und vom Borstenvieh verstellt wird, unsichtbar ist. Es taucht quasi hinter dem Raum einnehmenden, großen Vieh langsam auf, lugt vorsichtig hervor: Und das ist etwas Zartes, Empfindsames, Empathisches...

Da ist also jetzt eine Polarität aufgetaucht (die sehr häufig und in den Extremen in Sitzungen bewusst wird), nämlich die zwischen Härte, Schützen, Aggression, "Stärke" einerseits und andererseits dem Zarten, Hellen, Leichten, Lichtvollen, Zerbrechlichen.
Diese Polaritäten zeigen sich im irdischen Spiel auch oft als männlich vs. weiblich, körperlich vs. seelisch, dunkel vs. hell, erwachsen vs. "kindlich unschuldig", stark/schwach, kontrollierend/ausgeliefert, mächtig/ohnmächtig - am Ende: Licht und Dunkelheit, yin und yang.

Also eine sehr grundlegende Polarität in aller unserer Leben. Im Missbrauch z. B. crashen diese beiden Polaritäten brutal zusammen. Die archetypisch männliche dunkle "machtvolle" überwältigende aggressive Energie und die archetypisch weibliche zarte kindliche helle "schwache" ausgelieferte Energie. Im Extrem der Widerstände, in der extremen Abspaltung der Anteile in beiden, in Opfer und Täter, kann dieses Zusammentreffen in einem Missbrauch traumatisch werden.

Jetzt gehe ich mit Marie in eine Situation mit ihrem Bruder hinein. Marie ist neun oder zehn Jahre alt, ihr älterer Bruder steht vor ihr, sie fühlt sich alleine, hilflos, ohnmächtig und tief verletzt durch seine Worte und Schläge.

Nur darüber reden hilft nicht viel: wir müssen uns mit der Person, die wir damals waren, verbinden, so gut es geht, sonst bleibt alles ein mentales Filmchen ohne viele Auswirkungen. Man muss sich manchmal aus einer Distanz annähern, wenn der Widerstand groß ist, aber dabei bleiben sollte es nicht. Wir wollen die Erfahrung möglichst eins zu eins, dann erst findet das heilsame Annehmen statt, nicht durch weiteres VonSichWegHalten und Abwehr. Daher: immer möglichst direkt hinein in die Situation! Aber ohne Druck.

Der Bruder ist machtvoll, verletzend, böse zu ihr, schlägt sie manchmal. Eine ablehnende Angstfigur, der sie jeden Tag ausgeliefert ist und vor der sie weder Eltern noch Großmutter schützen, deren Lieblingsenkel er auch noch ist. Alle Liebesbeweise - zum Beispiel Bilder, die sie für ihn gemalt hat - helfen nichts, genügen nicht(!). Nichts hilft. Er will sie nicht; nicht ihre Zuneigung, ihre Friedensangebote oder ihre Geschenke. Er schlägt sie weiter und sie ist wehrlos und noch dazu allein damit. Angst, Ablehnung: "Ich habe keinen Platz" - wo auch, wenn nicht mal in der eigenen Familie.
Das Borstenvieh möchte aber helfen - es ist der Teil, der hier sein will, sich schützen, den Platz verteidigen, damit das Zarte leben kann. Marie will hier nicht untergehen, gar sterben, aber es fühlt sich jetzt schon fast so an (und Selbstmordgedanken sind nicht weit). Sie fühlt sich ungeliebt, ausgeliefert, hilflos, isoliert, ungeschützt und total unverbunden - weder mit sich noch mit der Welt eins. Man könnte sagen, "im Stich gelassen", aber sogar dafür müsste in diesem Leben wenigstens schon mal jemand wirklich für sie dagewesen sein.

Im direkten Kontakt mit dem Bruder bleibt nur die Starre, das NichtRühren, um nicht alles noch schlimmer zu machen durch Wehren. Oder ihn gütig stimmen wollen, was ja aber auch nichts bringt, wie sich immer wieder zeigt.
Eigentlich bringt absolut nichts etwas, um ihre Situation zu ändern. Und von außen kommt auch keine Unterstützung. Niemand stellt sich vor sie. Sie muss sich selber helfen und ruft innerlich das Borstenvieh.

Borstenvieh lässt sie ein Buch gegen die Wand schmeißen vor Hass und Verzweiflung. Wenigstens das bleibt, mal eine Entladung.

MACHT UND OHNMACHT

Es ist das Schwanken zwischen einerseits Totstellen/SichAbschneidenVonGefühlen/"Geländer" und aktivem Borstenvieh/Rage/SichAktivSchützen/"Ball" - zwei Verteidigungsschichten. Und zwar einerseits (Ball) gegen die Angst vor dem Untergehen, Verschwinden, Sterben, ZerstörtWerden - und andererseits (Geländer) die Angst gegen das SelbstZumZerstörerWerden, SchuldigWerden - wiederum zwei grundlegenden Ängste.

Und dann dieses Zarte, das mühsam und tief drinnen überleben will und immer noch die Sehnsucht nach einem Platz hier hat, wo es endlich ungefährdet leben und wachsen kann und eine Freude ist, willkommen, dazugehörig, geliebt - hell und leicht.
Und in Maries Drama ist der Bruder hier der Gegenspieler. Und eigentlich ist er jetzt die dunklere, "bösere", grenzüberschreitende Version des Borstenviehs.

Die Beschreibung einer Sitzung gibt, wie erwähnt, kein sehr genaues Bild:
Was hier z. B. nicht übermittelt werden kann und was hier als kurzer und schnell zu lesender Text erscheint, ist manchmal mühsam abgerungen. Es dauert oft etwas, dem Widerstand und der Verdrängung sei dank, bis Situationen erforscht sind und möglichst alles darin bewusst ist. Vielleicht taucht erst mal ein Bild oder gar ein Wort auf, und wir nehmen es auf und untersuchen es. Es wird nicht sofort der Breitwand3D-Buntfilm gegeben, der mühelos abläuft.
Dabei antwortet eine Klientin auch meist nicht so schnell wie in einem normalen Gespräch. Sie geht ja in sich, lässt eine Antwort zu, die nicht einfach schnell "aus dem Kopf" kommt (der das Meiste sowieso nicht beantworten könnte und oft Vieles für Quatsch hält…)

SEHR WICHTIG: UNSERE EMOTIONEN

Und außerdem bleiben wir in Sitzungen immer wieder bei den auftauchenden Emotionen, die uns begegnen, denn sie sind das Zentrale in unserer Arbeit. Sie sind es ja, die über Trauma oder nicht, Zuviel und Überforderung oder "AllesSafe" entscheiden.

Die Widerstände gegen die Emotionen, die in der Therapiearbeit erscheinen, sind das, was uns im alltäglichen Leben zu schaffen macht und unsere Probleme kreiert.

Und die Emotionen, die in den früheren Situationen am stärksten waren, sind die, denen wir in der Therapie begegnen und die wir bewusst machen und "zur Blüte" kommen lassen wollen. Und dadurch die Widerstände abschmelzen lassen, damit diese eben nicht mehr in unserem Leben genau das wieder kreieren, das wir gerade vermeiden wollen und was uns zu Klienten gemacht hat.


(Das war die absolute Kurzfassung zur Rückführungstherapie. Wenn Dir das verständlicherweise zu komprimiert war, schmökere einfach ein bisschen hier auf der Webseite und im Blog weiter.)

Bis jetzt waren es bei Marie schon viele aufgeladene Emotionen und Zustände wie Druck, AusgeliefertFühlen, Trauer, Wut, Schutzlosigkeit, Abhängigkeit von der Zuwendung - und jeweils die Widerstände dagegen: körperliche (Starre z. B.), gedankliche ("Das ist zuviel, ich will weg", "Es ist egal, was ich mache, ich kann nichts ändern", "ich werde nicht geschützt, nicht geliebt" und der bekannte Satz "Ich habe keinen Platz"), und wiederum emotionale (Wut als Widerstand gegen Ohnmacht etc.)
Sich diesen Emotionen in Ruhe und mit Begleitung zu widmen, erleichtert schon wesentlich, dabei tritt oft schon eine Entspannung ein. Ich leite sie mit einfachen Übungen an, um das Annehmen der Emotionen systematisch zu erleichtern. Das übt schon einen annehmenderen und gesünderen Umgang mit Emotionen auch im Alltag ein, wenn Marie diese Übungen dort weiter anwendet, um sich dem Leben widerstandsfreier und energieschonender widmen zu können. Eben mehr im Flow! Nicht mehr auf der Bremse stehen oder auf dauernden Umwegen um bestimmte ungeliebte Emotionen herumlarvieren oder in Ablenkungen flüchten vor dem, was ist.

Wir sind jetzt hier bei eine zentralen Fragen des Seelenlebens überhaupt:

Wie schütze ich hier meine zerbrechlich anfühlende Seele, mein Licht?

Was ist mit DIR? Wie hast DU es bis hierher geschafft? Wie hast DU Dein kleines, zartes, helles Wesen bewahrt? Gab es dabei innere Verluste? Hast Du etwas verkauft, um es zu behalten? Etwas gewonnen? Kontrolle anstelle von Vertrauen gesetzt? Funktionieren anstelle von Fühlen? Erwachsen spielen, "stark, tough und selbständig", aber eigentlich innerlich doch noch abhängig vom Außen … aber keiner soll´s entdecken, Du am Ende auch nicht mehr? Oder hast Du beides gut in Dir integriert: Kannst Dich mal anlehnen, hingeben, vertrauen, mal alles laufen lassen und dann auch mal wieder machen, führen, Dein Leben steuern, Dich abgrenzen?
Wenn Dein Resultat dieser Fragen ist, diese Wechsel sind noch nicht so geschmeidig in Dir, gehörst Du wahrscheinlich zur Mehrheit der Menschen. Wir haben wohl alle mehr oder mehr Probleme mit dem Themenkreis Kontrolle und Vertrauen.

Was ist das "Zarte" aber genau? Wir wollen es untersuchen, es ist von Marie so wenig beachtet worden, dort im Schatten des schützenwollenden Borstenviehs. Schon das ist wichtig und wird vielleicht unterschätzt: Wir kommen in den Sitzungen immer an Energien (seien es Emotionen oder Zustände), die wir weg geschoben haben, meist schon über viele Leben hinweg. Wir ahnen sie vielleicht, manche kennen wir vielleicht sogar, aber gemeinsam ist ihnen: wir wollten sie immer so wenig wie möglich wirklich haben. Wir leben ja mehr oder weniger oft und viel im Widerstand mit unserem (Er-)Leben. Meist ist uns nicht einmal bewusst, wie sehr. Verdrängungen und Verleugnungen stellen dabei die stärksten Widerstände dar. Das, was wir überhaupt nicht in und von uns wahrhaben und wahrnehmen wollen. Für Solches ist dann Therapie da, da das schwer oder gar nicht alleine geht.
Manche nennen ungewollte, verleugnete innere Anteile "unsere Schatten". Und, wie das "Zarte" hier uns lehrt, sind Schatten nicht immer nur düstere Energien aus Gewalt und Schuld, sondern auch vom "Bewusstsein geliebte" wie Freiheit, Stärke, Leichtigkeit - oder eben dieses Zarte. Aber auch dagegen haben wir meist Widerstände.
Das "ruft" jetzt, daher muss ich hier jetzt zu Marie zurückkehren…

Was ist das Zarte genau, was ist so unbedingt zu beschützen und so fragil?
In Marie erscheint ein Bild einer "Pflanze in ätherischem Hellblau", so sagt sie.

Interessant! "Nur" ein Bild - oder eine Erinnerung? Wir Rückführungstherapeuten schließen NIE aus, dass es eine Erinnerung ist, gleich, wie merkwürdig oder absurd es einem (bzw. dem Verstand) erst einmal vorkommen mag, sind aber auch offen für Symbolisches (- letzteres ist meiner Erfahrung nach zugegebenermaßen weitaus seltener als TherapeutInnen anderer Richtungen glauben. Zum Thema Wahrheit in Rückführungstherapien siehe die Artikelreihe "ICH WAR NIE CLEOPATRA!").
Wir müssen es sowieso erst untersuchen, bevor wir irgendetwas in Richtung "Wahrheit" entscheiden können. Schubladenlosigkeit in Form von möglichst unvoreingenommenem Fragen ohne Theorienbelastung - wie oben schon bei den Chakren erwähnt - macht einen guten Therapeuten aus. Daher ist möglichst große Angstfreiheit auf Therapeutenseite gefragt, damit Raum für Auftauchen und Annehmen entstehen kann. Sonst würde dann gleich das SichEntfaltende nach dem "HalloSagen" schon gedeutet, verändert oder gar weg geschoben.

"Was ist mit dieser Pflanze?"
"Diese zarte Pflanze hat etwas Schutzengelhaftes.… und hat zu tun mit LIEBE."

Hier taucht also noch einmal das Thema "Schutz" auf … und …. Liebe...

"Wo siehst Du sie?"
"Sie ist außerhalb von mir, rechts oben…"
Marie hält kurz inne, lässt das Bild auf sich wirken.

Diese Haltung ist wichtig, WirkenLassen statt DarüberWegHuschen. Annähern, es senken lassen: in diesem fragilen Feld geschieht Annehmen. Sich dem, was kommt, in Ruhe aussetzen, JA sagen dazu, was vorher unbewusst war und ein NEIN hatte. Und das braucht auch Zeit.

AUS DER RUHE KOMMT DIE KRAFT, könnte man hier in Abwandlung eines Spruches sagen.
Oder - noch eine Abwandlung: GESCHWINDIGKEIT IST HEXEREI. Und damit meines Erachtens schlechte Therapie, Aktionismus, Therapeut und Klientin im gleichen Widerstand: Das Unangenehme schnell verändern, wegmachen, loswerden. Das ist sicher NICHT Annehmen. Und transportiert dadurch wieder das, was die Klientin in die Praxis gebracht hat: Es gäbe etwas, das absolut nicht anzunehmen ist. Die Symptome vorneweg, aber auch das dahinterliegende natürlich erst recht - das Wegschieben dessen hat ja die Symptome erst verursacht.
Damit sind Wissen und VerändernWollen, wie erwähnt, immer in der Gefahr, grundlegende therapeutische Fallen zu sein!
Tückisch, sind wir Therapeuten doch da, damit sich etwas verändert… Paradox…

Es arbeitet sichtlich in ihr.
Dazu kommt ein überraschtes:
"Ich bin das selbst! - Die Pflanze bin ich selbst!"

Solche "Schreckmomente" gibt es häufig in der Rückführungstherapie. Sie sind die logische Folge der vorherigen Verleugnung und sind aber (bzw. daher) sehr heilsam. Wie Du Dir vorstellen kannst, bemerkt die innere Stimme in solchen, selbst entdeckten Erkenntnissen zuerst kopfschüttelnd: "Das kann nicht sein, das warst Du nicht (je nach dem: weil zu peinlich, zu monströs, zu gewalttätig, zu spirituell, zu mächtig, zu dunkel, zu hell, zu ohnmächtig)."
Doch etwas Tieferes weiß schon jetzt: "Es stimmt. Ich war´s. Klar."

Und das ist dann immer auch sehr erleichternd, sogar wenn der Schrecken unangenehm ist und man zum Beispiel "Täter" in einer Situation war. Erleichternd, weil es eben das besagte JA zu einer Wahrheit ist, die bis dahin verleugnet wurde. "Unbewusst gewusst" hat man es ja doch immer. Nur nicht zugelassen - was es eher schlimmer als besser macht.

Dieser Konflikt zwischen Wahrheit und Verleugnung (=Lüge) hat bis dahin eine starke innere Spannung aufgebaut, die sich jetzt endlich, oft nach Jahrhunderten, entspannen, befrieden kann.
Den Widerstand also loslassen und die damit einhergehende Erleichterung durch das Annehmen und Integrieren führen auch dazu, die ewigen unangenehmen Wiederholungen lassen zu können, die sich durch Abwehr und die daraus folgende Resonanz immer wieder ergeben haben.

Das alles sei auch den Vielen gesagt, von denen ich, halb lustig gemeint, höre: "Ich finde Deine Therapie ja spannend, Ulf, aber ich will gar nicht wissen, was ich irgendwann mal gemacht habe!" Und dann folgen normalerweise natürlich "lustig gemeinte", ganz "zufällige" Beispiele, was sie alles Furchtbares gewesen sein könnten... 😉
Tja… Chance (noch) nicht genutzt, sich das anzuschauen und zu überprüfen - nicht mehr unbewusst wirken zu lassen, sondern loszulassen... dann kommen die eigentlich Neugierigen irgendwann vielleicht: wenn der Druck größer ist, das Verdrängte "real" in ihrem Leben wird… ich kann warten… 😉 (Sarkasmusalarm 😉 )

Maries "Ja, ich bin das!" ist ein wichtiger Schritt zur Integration. Denn Sie IST das auch JETZT im Moment, diese Pflanze - sie WAR das nicht nur. Sie ist sehr lebendig in ihr - und mit ihr all das, was das Pflanzendasein begleitet hat. Und das werden und müssen wir herausfinden. Das ist der Grund, warum die Pflanze als Thema aufgetaucht ist. Sie hat jetzt eine Verbindung mit irgendetwas Erlebtem, das überhaupt zur Verleugnung geführt hat. Diese Pflanze ist heute wichtig für Marie, sie stellt etwas Blockiertes dar, das sie aber braucht.

Es ist klar, das Wort "Pflanze" ist nur ein Begriff, der uns jetzt zwar etwas sagt, aber nicht irdisch-wörtlich gemeint ist. Es ist die Beschreibung einer Energieform, die sicher feiner und unkörperlicher ist als unsere Pflanzen hier auf der Erde, feinstofflich eben, "ätherisch", wie sie sagt..
Meiner Erfahrung nach sind außerirdische "Leben" oft wenig star-warsmäßig, eher feinstofflich (komisch, dass man sie immer noch nicht mit Teleskopen gefunden hat… 🙂 ) und oft Ziel einer ("Todes-")Sehnsucht von Menschen, da das der Seele nähere Gefühl der Verbindung und des Friedens und der Leichtigkeit stärker war - bis ein Abschied von oder der Verlust dieser Welt eine schmerzliche Trennung verursacht. Die Rückverbindung dahin und IN diesem Menschenkörper diese Energie umzusetzen stellt dann eine Herausforderung dar.

Weiter geht´s mit der Untersuchung! (...und da äußern manche unerfahrenen Klient*innen beim Hinlegen auf die Couch die Befürchtung, sie könnten einschlafen!…):

extraterrestrisch, außerirdisch, Aufgabe

Meine Frage an Marie ist jetzt, woher kommt diese "Pflanze"? Wo ist sie zu Hause? Auf der Erde? Auf einem anderen Planeten?
Die Antwort kommt ohne Verzögerung:
"Die Pflanze …ich …komme nicht von einem Planeten, da ist kein PLANET", stellt sie klar.
An diesem Ort gäbe es aber noch andere, die ihr ähnlich sind. Sie ist nicht alleine dort - wo immer das ist.
"Die Erde ist da unten irgendwo, aber hier oben fühle ich mich wohler.
Aber ich musste gehen…"

Beim Lesen stutzt der Laie vielleicht: Wie kommt man auf sowas, bzw. AN sowas? Tiefenhypnose? Weg geschossenes Bewusstsein durch psychedelisch wirksame Pilze? Exzessive Weihrauchinhalation?
Nein, Quatsch. Wir haben genau das gemacht, was ich hier am Anfang beschrieben habe, nicht mehr und nicht weniger. Keine Schlafbefehle, keine Entspannungsübung, keine künstliche Atmung oder sonst eine noch so schillernde Brechstange, um irgendetwas zu öffnen, was sich gar nicht öffnen wollte.
Bei Marie hier nur anfänglich die Konzentration auf das Körperliche (hier: den Bauch) - und dann der Spur folgen, so einfach ist das. Dann kommt an die Oberfläche, was sich zeigen MÖCHTE. Das "kannst" auch Du, LeserIn.

Manchen begegnet bei diesem Vorgehen vielleicht mehreres aus der Kindheit, manche springen gleich in ein früheres Leben, manche später erst - das liegt an der Stärke des Widerstandes gegen das, was da tief drinnen auftauchen möchte.
Beschleunigung?
Kann man nicht ungeduldig aufs Gas treten und gleich zum Kern vorstoßen?
Auf (auch sanften) Druck oder gar Befehl wird (zum Glück bzw. zum Schutz) gar nichts gehen. Verständlich.

Und: Wir WOLLTEN da nicht hin (so in dem Stil: "Geh´ doch einfach mal in eine vorirdische Existenz!"). Nein, wir SOLLTEN da hin - über die Empfindungen im Bauchbereich, nicht über unser Wollen.

So jedenfalls ist Marie am zweiten Sitzungstag schon in einer vorinkarnationellen (? gibt´s das Wort? glaube nicht…), sagen wir: "vorirdischen" Existenz, gelandet, die nicht nur zeitlich vor den Inkarnationen liegt, sondern dadurch auch alle folgenden Inkarnationen mit dieser Erfahrung geprägt haben wird. Aber das sehen wir erst noch, ich nehme vorweg…

ABSCHIED UND AUFGABE

"…ich MUSSTE gehen…"

Da wird man natürlich hellhörig (dumme Formulierung, das ist man als Therapeut ja immer...).

"…da war was, da muss ich hin!"

Hm. Wir forschen weiter…

"Ich muss da hin, um was zusammenzubringen, Menschen verbinden…"

Warum gerade auf der Erde?
"Die Erde lag in meinem Sichtfeld."

Aus irgendwelchen Gründen hatte sie also von vornherein die Erde im Fokus. Und eine Aufgabe mit dieser Erde gefühlt - im wahrsten Sinne des Wortes eine Berufung.

Spannend, oder? 😉 Ja, Du siehst, neben allem Leid, das einen in die Rückführungstherapie bringt, ist sie doch immer auch eine spannende Entdeckungsreise - auch wenn sie nicht immer in solch exotische Gefilde führt wie hier. Immer auch eine "Reise zu Dir", den verlorenen Teilen oder Wurzeln, zu Deiner verschütteten Wahrheit.

Und jetzt willst Du als LeserIn hier natürlich mehr über dieses "Pflanzenleben" wissen.
Die Klientin sondiert zusammen mit mir das Terrain, um Widerstände abzubauen und Bewusstsein über das Vergangene zu schaffen. Man könnte jetzt hier als Begleiter alles Mögliche fragen, was sicher hochinteressant wäre. Auch in anderen Rückführungen: "Wie hat das genau geschmeckt, was Du da gegessen hast?", "Wie genau hast Du da in der Schmiede gearbeitet?", "Wie fühlt sich so ein Römerschwert genau an?", für Frauen im heutigen Leben: "Wie ist das Pinkeln als Mann? oder für Männer: "Wie ist es, als Mutter ein Kind zu säugen?" etc. etc.

Aber bei aller Neugier für die Historie oder andere Existenzformen sind die Fragen doch immer davon geleitet, die Klientin weiterzubringen. Sie kann dann immer nochmal selbst zu Hause innerlich dorthin gehen und weiter forschen, wenn sie mehr wissen möchte. Denn ist einmal der Widerstand aus der Situation draußen, kann sie ja auch alleine wieder hineingehen und sich mehr anschauen. Wir konzentrieren uns in den Sitzungen auf das therapeutisch Nötige, da haben wir genug zu tun.

Ich frage daher weiter nach, wie das genau war und warum sie unbedingt gehen musste.
"Es war keine plötzliche Idee. Und es war dann schwer für mich, zu gehen. Es war so, wie wenn man seine Familie zurücklässt..."

HEIMAT & KRIEG

Da ist sie also, Maries "eigentliche" Familie. Die Heimat. Die Geborgenheit, Sicherheit und Verbundenheit. Und scheinbar überhaupt kein Anlass, sich schützen zu müssen.
Da "oben" zumindest.

Und "da oben" ist nicht ein fiktiver "Himmel" oder eine viel beschworene "geistige Welt" (zu diesem Unwort sage ich nichts mehr) - nein, es ist eine Erinnerung an einen ganz bestimmten Ort in einer bestimmten Zeit (auch wenn wir sie nicht bestimmen müssen).

Und diesen Ort und diese Zeit hat Marie ihrem Gefühl nach verloren. Das ist die Tragik, die deutlich wurde. Kein guter Abschied damals und damit keine gute Ankunft hier, da ein Teil von ihr noch oben blieb.
Damit hat sie sich auch von den Gefühlen der Verbundenheit getrennt und sie in dieser Phase "zurückgelassen". Schwer, es dann woanders wiederzuerlangen. Und dann, mit der Ablehnung des Neuen trifft sie dann auf die Ablehnung durch die Anderen, die Neuen, die Erdenbewohner.
Der Einstieg in eine/jede Erdinkarnation ist daher schon kompliziert und unharmonisch. Auch diese Gefühle sind nicht einfach etwas "Altes von früher", etwas "Aufgewärmtes aus früheren Leben, mit dem wir nichts zu tun haben, weil wir ja genug Probleme im heutigen Leben haben" (ein uraltes, ignorantes und falsches Argument gegen die Rückführungstherapie), sondern, wie ihre Erfahrungen ja im heutigen Leben zeigen, sehr aktuell und immer wiederholt.
Aber weiter:

Da ist eine große Zerrissenheit in ihr:
"Es ist so… wo hingehen, wo man weiß, dass es schwer wird… es war klar, dass es traurig wird:
Es ist WIE IN DEN KRIEG ZIEHEN."

Das war ihr von vornherein klar, sagt sie.
Sie weint sehr. Sie ist nochmal da, bei dem Abschied, erlebt ihn wieder. Gut. Heilsam.

Eigentlich ist sie unbewusst immer in diesem Verlust; mal mehr, mal weniger ausgelöst.
Wie kam sie in die Praxis? Schlaflos, energielos, Schmerzen…
Nicht, dass wir alles auf dieses eine "Leben" bzw. diese Phase zurückführen können, das wäre vermessen. Aber, wie schon gesagt und hier sicher deutlich wird: es sind zentrale Erlebnisse, die die Gefühle der Schwere, Trauer und Isolation, das Nicht-Mehr-Wollen begründen. Und dahinter die Vergeblichkeit und die Sehnsucht nach dem, was sie tief drinnen als Heimat kennt und der Unterschied zwischen den Welten, der einen zerreißen kann…
Das alles kennt Marie ja so gut: keinen Platz haben.

Worum geht es in diesem Krieg und wieso ist er so wichtig?

"Es geht um den Kampf; darum, dort Ruhe und Frieden hineinzubringen. [Mit "dort" ist die Erde gemeint]

Was für ein Kampf ist das?
"Es geht eigentlich um den KAMPF ZWISCHEN BORSTENVIEH UND PFLANZE!"
[bzw. den Energien, die sie repräsentieren, darf ich hier der Leserin anfügen]

PENG!, da ist es ´raus! Genau der Konflikt, der uns schon gestern, am ersten Tag, beschäftigt hat, weil er uns als Einstieg angeboten wurde (die Seele hat´s einfach drauf…) und uns heute weiter beschäftigt! Wer eine Bestätigung brauchte, dass die Seele in den Sitzungen immer von selbst das Wichtigste nach vorne bringt, dem ist hier wieder ein Beispiel gegeben.
Es ist also DER grundlegende Konflikt, DIE Kernpolarität, die sich durch Maries Leben (Plural) zieht und so ziemlich allem unterliegt, da es eine so allgemeine Polarität ist, dass man ihr schwer oder gar nicht aus dem Weg gehen kann.
Und sich nicht nur als Konflikt durch die Leben zieht (es gibt jedenfalls keinen Grund anzunehmen, warum es Leben gegeben haben soll, in denen dieser Konflikt keine Rolle gespielt haben soll. Die Erfahrungen sind ja ab dem "Abschied" in ihrer Seele, samt der Verdrängungen.). Also nicht nur der Konflikt, sondern auch als unerfüllte Aufgabe bis heute. Eine Aufgabe, die sonst weiterwirken würde, ohne dass man ihr und diesem Konflikt wüsste - nur die Symptome, problematischen "Ausläufer", Muster, Wiederholungen - so stellt es sich eben vor einer Therapie dar.
(Und mal ganz nebenbei gesagt, welche Therapieform fällt Dir noch ein, die überhaupt so etwas Zentrales aufdecken und bewusst machen kann?) (Marketingalarm)

Genau dieser innere Konflikt stellt den Sinn in Form einer Aufgabe her, die hier auf der Erde im Außen zu meistern ist. Der GRUND, überhaupt hier zu sein. Das ist, klar, nicht gerade etwas Marginales im Seelenleben und noch weniger in den Erdenleben.

Und der Hinderungsgrund, hier einen Platz zu finden. Schlechter Start durch
- erstens nur halbfreiwilligen Aufbruch,
- zweitens die Aufgabe sehr groß und die Konfrontation Pflanze-Borstenvieh sehr polar war,
- drittens die Ressourcen fehlten, mit den fremdartigen (Borstenvieh-)Energien zurecht zu kommen, auf die sie hier auf der Erde getroffen ist ("ich reiche nicht, schaffe es nicht"),
- viertens soll oder will sie genau diese ihr fremde Borstenvieh-Energie mit ihrer eigenen (und damit denen ihr ähnlichen auf der Erde, in allen Erdlingen befindliche) befrieden! Sie konnte ja selbst diese beiden Kräfte nicht in sich integrieren!

Das alles führte genau wieder zu einem Verlust bzw. Verstecken, Verleugnen des "Pflanzendaseins" und sich trotzdem gleichzeitig anders, einsam und unter den Erdlingen isoliert fühlend - die Pflanze ist ja nicht tot in ihr. Und dann immer wieder die gleichen Konfliktsituation im Außen anziehend. Diese Sehnsucht nach Schutz, die aber auch Menschen, Partner, Umfeld anzieht, die sich oft - nicht erstaunlich - als "starke", lieblose Vertreter dieser Borstenvieh-Energie entpuppen.
Was wiederum verstärkt, wegzuwollen - ob zurück oder einfach weg.
Unerträglich hier.

(Das ist auch die Antwort auf die vielleicht aufgekeimte Frage "Und was war jetzt so schlimm daran? Kein Tod auf dem Scheiterhaufen, kein Beziehungsmord, kein Blutrausch?".)

POLARITÄTEN SCHMILZEN

Wir gehen jetzt zurück auf den ganz aktuellen Zustand von Borstenvieh und Pflanze, hier und jetzt im Moment in Marie:

Wir nehmen Kontakt auf, rufen die Energien nochmal explizit auf und dabei sieht sie die beiden vor ihrem inneren Auge vor sich:
Das Borstenvieh ist kleiner geworden, etwas zurückgetreten und die Pflanze in Maries inneren Raum ist nach vorne getreten: "Das Borstenvieh hat seinen Dienst getan", sagt Marie, "es ist nicht mehr so feindlich und böse, blind und wütend… es hat mir auch geholfen, wenn man richtig mit ihm umgeht…" Marie weint wieder sehr. Ihre Sehnsucht nach der verlorenen Welt, wo diese Art Schutz nicht nötig war und der Schmerz über alles, was sie mit ihm und durch diese Energie in den anderen erlebt hat, ist noch groß, die ganze Einsamkeit und Hilflosigkeit und das Gefühl, ungeliebt und nicht richtig zu sein ist noch sehr präsent. Sie fängt jedoch an, sich voller Liebe für sich und Trauer über diese Zeiten davon zu verabschieden.

Das Weinen lässt nach und sie spürt schon etwas Zutrauen: "Die Pflanze kann jetzt schon überleben hier… es wird jetzt erst mal anders. Es ist Zeit für einen Stellungswechsel zwischen den beiden."

"Stellungswechsel". Ein passendes Wort dafür, dass sich hier die scheinbaren Polaritäten neu arrangieren. Denn sie waren vor den Sitzungen 1. weitgehend unbewusst, 2. haben sich gegenseitig nicht abgesprochen, 3. nicht auf eine gesunde Art (im wahrsten Sinne des Wortes) in Marie austariert: das Borstenvieh "zu stark und zerstörerisch", aber "zu starr" und unterdrückt - und die Pflanze "zu schwach für diese Welt".
Man könnte auch sagen, das Verhältnis der beiden hat einmal früh in ihrem Leben im Sinne einer Überlebensnotwendigkeit gestimmt, aber als Dauerzustand hat Marie unter dem Schutz und damit der weitgehenden Unterdrückung der Pflanzenenergie gelitten. Und auch unter der Unterdrückung des Berserkeranteils des Borstenviehs.

Chronisch ist dieser Kampf keine Lösung, er ist nur überlebenswichtiges Notfallprogramm.

Aber das Leben als Notfallprogramm - das ist hyperanstrengend …und macht krank. 

Außerdem hat sie ja interessanterweise das Wilde des Borstenviehs, also das Trennende, die Wutseite, die sie von ihrer Heimat "da oben" nicht so kannte, aber dann doch hier auf der Erde in sich gespürt - die Energie, die nötig ist, um die Pflanze zu verteidigen. (Übrigens: Wenn dieser Konflikt gelöst ist, geht es nicht mehr um Kampf und Verteidigung, weil keine Bedrohung empfunden wird.)

Und dann wurde das Borstenvieh aber von ihr kontrolliert und unterdrückt, warum? Was wir bis jetzt wissen: Aus dem Gefühl der Fremdheit und Ablehnung des Irdischen, aber auch, weil sich dann so viel aufgestaut hatte, dass es drohte, zur zerstörerischen Bestie und schuldig zu werden. Und wenn sie das Vieh auch nur ein kleines Minibisschen von der Leine lässt, hat(te) sie Angst, gleich die Liebe der anderen zu verlieren. Und das in einer Umgebung, in der sie sich sowieso nie heimisch fühlte, auch noch einsamer und verlassener fühlen, ist kaum eine Option...
Also blieb wohl nur, es an die kurze Leine nehmen (mit dem "Geländer" im Bauch), brav sein, um die Liebe ringen, beschwichtigen, versuchen, sich einzureihen und die eigenen Bedürfnisse und das Gefühl, Vieles so nicht zu wollen und eigentlich gar nicht dazuzugehören, nach hinten zu drücken, und doch immer wieder zu versuchen, "dabeizusein".
Leben im Widerstand - gegen Innen, gegen Außen; gegen das "rohe, gewalttätige" Irdische und gegen das "schwache, sensible" Außerirdische. Und damit nach allen Seiten isoliert.

Mit diesem Widerstand ist aber fatalerweise, wieder Resonanz sei Dank, diese Borstenvieh-Energie in ihr so aufgeladen, dass sie in der Umwelt genau solche Menschen anzieht, die diese Energie im wahrsten Sinne des Wortes verkörpern und ausleben. Und zwar dann gegen Marie - so wie eben der Bruder im heutigen Leben und später im Leben andere Personen. Schutz und Bedrohung durch solche Menschen, die Zugriff auf diese inneren Energien haben, liegen sehr nahe beieinander.

Wehren ohne Schuldgefühle oder Angst vor Ablehnung und das SichSelbstSchützenKönnen (und es vielleicht dann auch nicht mehr brauchen) - das ist die Integration des Borstenviehs, die Viele brauchen können.

Woher genau diese Unterdrückung stammt, die Erfahrung, dass dieses Borstenvieh zuviel ist und so zerstörerisch, wäre eine sehr gute therapeutische Frage für weitere Sitzungen, um auch die Energie noch weiter anzunehmen und zu integrieren. Denn es könnte sein, dass es nicht nur so zerstörerisch ist, weil es immer wieder unterdrückt wurde (die Cholerikervariante), sondern - das wäre der "Klassiker" - irgendwann einmal so unangenehm stark gewesen, dass es danach verleugnet werden musste (in einem "Täterleben", wenn ich diesen Begriff auch sehr ungenau finde). Aber jetzt können wir uns in dieser Sitzung nicht mehr damit beschäftigen. Alles kann man oft auch in einer Doppelsitzung nicht ausräumen. Wir sind schon weit gekommen, auch wenn manches noch offen bleibt, was ja in einer weiteren Sitzung Thema sein kann. Marie und ich haben in dieser einen Sitzung heute schon fast vier Stunden intensiv gearbeitet. Jetzt ist nicht mehr viel Energie für mehr übrig, daher machen wir die Sitzung jetzt noch rund.

Das war die Situation von Marie vor der Sitzung: Rückzug, Energielosigkeit, unbewusste Selbstvorwürfe, Abwertung, Schlaflosigkeit, körperliche Symptome.
Dazu kennen wir jetzt schon wichtige Hintergründe. Sie hat die Pflanze unterdrückt, das Borstenvieh unterdrückt, sich nie hier heimisch gefühlt, daher schon lange Sehnsucht nach einem Ende des Daseins hier auf der Erde. Sehnsucht nach Schutz (der auch gefühlten Wert bedeutet) und auch in der Todessehnsucht wahrscheinlich das unbewusste Verlangen nach dem Platz, den sie hier nicht findet, weil dieser "da oben" ist, wo das (Pflanzen-)Dasein mühelos war, und das AngenommenSein gar kein Thema. Und das war natürlich auch die Zeit vor ihrer Aufgabe, die immer noch unerfüllt über ihr schwebt, aus ihrer Sicht bis jetzt da versagt, sie hat in ihren Augen nie genügt, es nicht gut genug gemacht! Und sie erfährt hier starke Ablehnung, lehnt selber ab, fühlt sich falsch, sie reicht nie. Woher sollen dann Eigenliebe und Selbstwert kommen?

Wir sind also sehr weit gekommen. Trotz anderer Therapien vorher hat sie viel Neues tief in ihr kennengelernt.
Die Aufgabe und ihre Heimat ist jetzt bewusst. Sie hat angefangen, die Emotionen anzunehmen, die mit den Polaritäten zusammenhingen, die die Widerstände gegen beide Pole darstellten. Die Übungen, die wir in den Sitzungen zum Annehmen dieser Emotionen gemacht haben, sind dabei gut und sehr wichtig gewesen.

In manchen Fällen ist es förderlich, die Übungen mit den Emotionen aus den Sitzungen zu Hause weiterzuführen. Vor allem, wenn sehr viel Widerstand eine Rolle spielte, wir noch nicht alles durcharbeiten konnten und Marie daher noch Reste im Alltag spüren sollte, kann sie dann - anhand einer Mail, die ich ihr, wie jedem Klienten, nach der Sitzung zusende - die Emotionen selbständig weiter bearbeiten. Und auch selbstverständlich jede andere unangenehme Emotion, die ihr im Alltag begegnet: Denn weniger Widerstand gegen das Leben macht uns insgesamt zentrierter, ruhiger, annehmender - uns selbst und anderen gegenüber.

DIE AUFGABE, JA!

Das war ja der Anlass, diesen Artikel zu schreiben, das Thema "Sinn"! Das ist natürlich wichtig. Wir kommen darauf noch einmal zurück.

Maries Aufgabe ist noch offen, die (jetzt bewusst kennengelernten) Polaritäten in der Welt zu befrieden. Als Beispiele nennt Marie ihre Ursprungsfamilie und ihre jetzige. Das ist noch nicht erledigt. Doch jetzt, mit diesem Bewusstsein kann sie sich überhaupt entscheiden: Will ich diese Aufgabe überhaupt jetzt noch? Ist sie doch zuviel oder könnte es jetzt, bewusster, klappen? Welche Aufgabe soll sie haben, wann ist sie erfüllt? Bewusstsein ist daher wichtig, denn im Laufe unseres Seelenlebens übernehmen wir uns sehr gerne mal in unseren Aufgaben. An deren Zielerreichung knüpfen wir unsere Erwartung an uns. Und wir fesseln auch unsere Eigenliebe daran, weil wir so sehr identifiziert mit der Zielerfüllung sind. Das letztere ist eigentlich das Fatalste, sonst könnten wir alles spielerischer nehmen und es würde nicht gleich zu so dramatischen Verallgemeinerungen wie "Ich genüge nicht", "Ich schaffe es nicht", "Es reicht nie aus" etc. führen.

Wenn wir uns nur in der Perfektion oder Zielerreichung, dem LeistungErfüllen lieben, "bedingungsvoll", ist es fatal.

Dann, wenn ein Malheur (d. h. traumatisches Versagen in der Aufgabe oder wie hier durch die zweifelhafte Startsituation) passiert, können wir die Aufgabe aber durch die Verdrängung des Traumatischen gar nicht mehr revidieren! Wir versenken alles so gut wie möglich im Dunkel, auch die Aufgabe selbst. Vergessen, als wäre sie nie gewesen. Doch sie arbeitet unbewusst trotzdem weiter, sie ist ja unerfüllt. Das ist sicher sogar der Normalfall: Denn das allermeiste, was wir tun, ist durch unbewusste Erfahrungen "kontaminiert": unterstützt oder blockiert.

Und Marie kann sich bzw. ich sie jetzt fragen: Kann sie sich vergeben, dass sie es bis jetzt nicht geschafft hat? Das wäre ein Schritt hin zum Ende von Schuldgefühlen, Versagensgefühlen, Selbstvorwürfen, HelfenWollen und Abhängigkeit von Liebe, dem Glaubenssatz "Ich reiche nicht aus, bin nicht genug" und damit der enttäuschten Erwartung, Hoffnungslosigkeit und Vergeblichkeit, die das alles verursacht. Also der dicken Portion Selbsthaß, die das alles begleitet und die in alles, was man tut oder möchte, ausstrahlt - Beziehungen, Beruf, Kinder, Freude, alles.
Selbstvergebung entlastet sehr, wie Du Dir vorstellen kannst. Endlich enden damit diese Selbstvorwürfe - oder zumindest beginnen sie zu heilen.
Vergebungen dürfen aber nie ein Muss sein! Das einzige Muss ist hier, dass sie echt sein müssen. Kein aufgesetztes, verstandesgesteuertes "Ist schon ok, verzeihe mir/dir/ihm, dann bin ich frei". Da höre ich als Therapeut sehr genau hin. Das, was gegebenenfalls doch nicht so recht vergeben möchte, müsste angesprochen werden. Davon ist hier bei Marie aber nichts zu spüren.

So gesehen ist Marie mit einer Aufgabe hier "herunter" gekommen und landet dann - nicht verwunderlich - genau mitten im gleichen "Themenschlamassel". Der Kampf, der im Außen tobt und uns wohl fast alle beschäftigt, ist plötzlich auch in ihr. Die Themen Identifikation, Schutz, Kontrolle, Sicherheit, Macht, Getrenntheit aber auch "einfach Sein", Ohnmacht, Verletzlichkeit, Vertrauen, Freiheit, Verbunden-/EinsSein spielen dabei eine Rolle, wie wir gesehen haben.
Genau um solche Themen geht es in der Rückführungstherapie, d.h. wenn wir unter die Oberfläche der Symptome schauen, eigentlich immer. Höchstwahrscheinlich wirst Du also, wenn Du tief genug nach innen gehst, auch über diese Themen stolpern.

Wir haben also hier gesehen, dass die Aufgabe zwar das vemeintliche "Außen" betrifft, doch derselbe Konflikt im Innen liegt. Wie kann man jedoch im Außen erfolgreich wirken, wenn im Innen derselbe Kampf tobt? (Marie wollte dies ja auch schon gar nicht mehr, so hoffnungslos war die Situation für sie, was aber nichts an dem inneren Konflikt änderte.)

Wenden wir uns alle also besser erst mal uns selbst zu, wie Marie dies mutig in diesen Sitzungen tut, dann können wir uns immer noch um die anderen kümmern - zumindest, wenn wir wollen bzw. uns dann bewusst dafür oder dagegen entscheiden können. Frei(er) von Schuldgefühlen, Ängsten vor Ablehnung, Versagen, NichtGenugSein, dem Druck, dass die anderen unbedingt anders und besser sein sollen etc etc. - das fühlt sich schon allein beim Lesen leichter an, oder? Und der innere Konflikt wird ja nie durch Arbeit am Außen befriedet, das ist Hamsterrad, irgendwann BurnOut.

VERSÖHNUNG, VERGEBUNG UND HEILUNG

Zurück in die Sitzung.
Die beiden Energien, Borstenvieh und Pflanze, sind bewusst und haben sich also schon neu formiert und "berappeln" sich jetzt. Mit Hilfe der besagten "Hausaufgaben-Übungen" kann Marie selber noch weiter daran feilen.

Zum Abschluss der Sitzung bitte ich Marie, nacheinander die Personen, die sie einmal war und die in unseren beiden Sitzungen eine Rolle gespielt haben (in ihrem Fall die 3-, 9- und die 14-jährige Marie aus dem heutigen Leben) in der Vorstellung zu sich zu bitten. Eine innere Gegenüberstellung mit sich und anderen ist eine meiner seltenen "Standards" in einer Rückführungstherapie, weil so machtvoll und versöhnend.
Dabei noch einmal in Kontakt sein und das aussprechen oder mit dem inneren Gegenüber das tun, wonach sich Marie oder ihr jüngeres Gegenüber schon so lange sehnt: GesehenWerden, Mit-Fühlen, Sprechen, Umarmen, Vergeben, Bestätigen, InsOhrFlüstern "Du bist richtig und hast alles richtig gemacht", GehaltenWerden, AngenommenWerden…
Da kann in Marie auch noch viel heilen, was mich, der Zeuge sein darf, auch sehr berührt ja, auch als Therapeut hat man des öfteren ein Tränchen in den Augen, die Klient*innen sehen es nur nicht…). In solchen Momenten der inneren Begegnung passiert so viel, was so lange unerfüllt gewartet hat.
Es kommen hier in Marie noch viele Emotionen nach oben, vor allem Trauer und tiefe Rührung. Hier findet echte Vergebung statt und ganz viel Vereinigung und Liebe zu sich selbst.
Das alles ist wichtig für die Aussöhnung mit sich selbst: sich umarmen bei allen sogenannten "Fehlern", die wir angeblich gemacht haben, dem vermeintlichen "ZuwenigSein" oder gar "FalschSein". Sich die Liebe geben, weil alles so richtig war, nicht anders sein konnte, wir immer unser Bestes getan haben. Wir haben uns in diesen Therapiesitzungen bewusst und wirklich tief vom Herzen her verstanden, wenn wir uns vergeben. Die Bedingungen, die unsere Eigenliebe hatte, fallengelassen und uns "virtuell" in den Arm genommen. Jeweils die Person, die wir damals waren: innere Kinder, Ichs aus früheren Inkarnationen...
Vereinigung, Annehmen, Integration.

In Marie ist es jetzt sehr ruhig geworden. Ein Frieden ist in sie und die Praxis eingezogen, der typisch ist für das Ende von Sitzungen am zweiten Tag. Wir haben begonnen, viel von ihren inneren erschöpfenden Kämpfen zu befrieden.
Ein guter Moment, die Sitzung zu beenden, wir haben genug gearbeitet an den zwei Tagen.

Erschöpft und erleichtert öffnet Marie die Augen und kommt wieder ganz "in die Gegenwart zurück"…
Noch ein wenig Nachbesprechung, so viel Marie das jetzt überhaupt noch braucht.
Doch Marie braucht jetzt nicht viel, weil erst einmal nicht viel mehr zu klären ist.

Und hoffentlich hat sie jetzt ein wenig den Platz "da oben", den sie verloren bzw. aufgegeben hat für ihre Aufgabe, wieder etwas zurückgewonnen. Und durch die begonnene Aufarbeitung des Abschiedes mehr hier "herunterholen" können auf die Erde, in ihr Jetzt. Denn das ist passiert: Wir haben den großen Widerstand um alles herum, was mit ihrem Platz und ihrer Aufgabe zu tun hatte, schon sehr aufgeweicht. Der Platz, der eigentlich immer in ihr ist (wir waren ja vorhin "da" und sie hat sich dadurch wieder mit ihm verbunden!), nicht nur "damals, da oben", scheinbar getrennt von ihr, wie es bisher war.

Das Alles dank der Empfindung des Druckes in Maries Bauch am Anfang der Sitzung! (Der übrigens jetzt am Ende der Sitzung nicht mehr so spürbar ist.)

 Rückführungstherapie:
Der Faden, den uns Symptome & Probleme in die Hand legen, aufnehmen und in die Tiefe verfolgen und das dort Gefundene (Situationen, Emotionen, Glaubenssätze etc.) bewusst machen dadurch Annehmen und auflösen.

Kommunikation mit dem Verdrängten und Verleugneten führt zu Annehmen, Entspannung, Befreiung, größerer Leichtigkeit und Lebensfreude

So zeigt sich hier auch, was alles buchstäblich an einem Symptom hängen kann. Genau an dem, was uns lästig ist und wir ja eigentlich loswerden möchten und dessen Sinn wir erst einmal nicht verstehen. Wenn wir aber dann der Spur folgen, offen, mutig und mit Begleitung den Weg in die Tiefe gehen, das Angebot des Körpers annehmen, wir alles bergen können! Wir stoßen immer auf unsere zentralen, wichtigen (Lebens-)Themen, die wir dann bearbeiten können.

Das muss sich in Marie sicher alles erst mal "setzen"! Das ist schon ein Hammer, so mal eben die eigene Herkunft wiederzuerleben und auch die vielen Erkenntnisse und unterschiedlichen durchlebten Emotionen!

Und Marie wird in den nächsten Tagen, in der nächsten Zeit, sehen - besser: fühlen, wie es ihr geht, was sich verändert hat und ob noch etwas offen ist, um da die Übungen anzuwenden. Wir haben getan, was wir konnten in der Zeit. Es ist sicher noch nicht alles an Problemen und Symptomen ausgeräumt. Was nicht so überraschend ist, wenn der Widerstand gegen das Leben und HierSein so groß war wie bei Marie. Etwas Unterstützung für die Übungen ein paar Tage später am Telefon noch und sie macht erst mal für sich weiter. Sie kann sich ja immer dafür entscheiden, an diese tiefe, intensive Arbeit anzuknüpfen und wiederzukommen, das weiß sie natürlich.
Wir könnten dann gut anknüpfen, das Vertrauen ist gebildet und wir könnten weiter gehen: Neues entdecken oder, wenn nötig, das Bekannte weiterbearbeiten: Sind noch Emotionen übrig, die schwer annehmbar sind, sind die Polaritäten immer noch Polaritäten, wie steht es jetzt mit der Eigenliebe, der Einsamkeit, Aggression, den Möglichkeiten, sich mit anderen zu verbinden, den körperlichen Symptomen, wie steht es mit Abschieden, der Aufgabe, dem NichtGenugFühlen?
Das wären meine anknüpfende Einstiegsfragen bei einer weiteren Sitzung. Mal sehen…

Heilung im FastFoodStil, das wollen wir alle. Schnell ´raus aus der Misere. Viele Klient*innen halten ihr Unglück unbewusst auch nach Jahren oder gar Jahrzehnten psychotherapeutischer und spiritueller Arbeit fest und sind trotzdem (oder gerade deswegen) ungeduldig. Verständlich. Doch schöner wäre, wir könnten liebevoller mit uns umgehen und uns etwas Verständnis entgegenbringen, dass da etwas sehr Tiefes, mit sehr viel Widerstand Behaftetes (Emotionen wie totale Ohnmacht, Angst oder ein immenses Schuldgefühl z.B.) dem Leiden zugrunde liegt.
Und, wie hier gesehen, wir immer mit grundlegenden Kernkonflikten zu tun haben, die unsere Freiheit und positive Widerstandslosigkeit verhindern, damit wir nicht immer wieder das Ungewollte in unser Leben ziehen.
Das ist nicht mal nebenbei erledigt, fordert schon etwas von Klient*innen, auch vielleicht über eine Sitzung hinaus, in Form von Eigenarbeit und/oder weiteren Terminen.

Weiter haben wir gesehen - und ich verallgemeinere das mal aufgrund meiner langen Erfahrung:

 Verletzlichkeit ist unser Urgrund.  

Nur wenn wir diese ehren und uns vor ihr verneigen, können wir ein Leben führen, das sich nicht immer in Widerstand lebt - in (oft unbewusster) permanenter Angst, in Misstrauen und dem Willen nach Kontrolle - über uns selbst oder/und andere.

Diesen Urgrund von den Erfahrungen zu befreien, die uns irgendwann Gefühle von Schwäche, Ohnmacht, Hilflosigkeit und Ausgeliefertheit mit etwas Negativem, Traumatischen verbinden ließen, dafür ist die Rückführungstherapie das geeignetste Mittel. Sie allein kann auch die Widerstände gegen die andere Polarität befreien, die wir ebenfalls nach Erfahrungen weg geschoben haben: die Macht und Stärke, das Erreichen im Tun in den Welten. Auch diese ist zurückzugewinnen in der Therapie.
Danach sinken diese Polaritäten geradezu in die Selbstverständlichkeit und sind gar keine mehr.

Dass da immer etwas Unverletzliches, Ewiges ist, was immer geliebt ist, können wir danach (hoffentlich) etwas besser erahnen oder gar erfahren.

 Liebe kennt keine Ausnahmen.  

Und Du bist ihr dann durch solche Arbeit in Deiner Haltung zu Dir selbst näher gekommen, weil Du wieder Teile von Dir angenommen hast, errettet aus der Unbewusstheit und Ablehnung. Mehr "Seelennähe", Leichtigkeit, Lebendigkeit, Emotionalität.

Und um noch einmal auf das Thema "Sinn" zurückzukommen: Es war auch spannend zu sehen, wie sehr diese Themen mit einer Aufgabe verknüpft waren und das Durcharbeiten davon die Aufgabe nach so langer Zeit wieder befreien kann. Auch die Verbindung von Sinn mit der Eigenliebe und auch dem inneren Konflikt in uns, um den es eigentlich geht, wurde sehr deutlich. Es gibt keine Aufgabe, aus der wir mit unserem Innenleben "draußen" sind und nur im vermeintlichen Außen etwas bewegen oder bewirken wollen.

Mach Dich auch auf!
Ich bin für Dich da.
Und bitte vergiss nicht: Das Sein braucht eigentlich gar keine Aufgabe! (s. Salatbesteck Teil 1)

Herzlichst, wie immer,
Dein
Ulf Parczyk

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Photos: Beitragsbild Sternenhimmel von Clemente Ruiz Abenza, Unsplash; Pflanzenbild (von Autor verändert) auf pixabay von InspiredImages, pixabay: pixabay.com/de/l%C3%B6wenzahn-tau-natur-blume-pflanze-843587/ , CC0;

Neues vom Salatbesteck. Von Sinn, Berufung und Aufgabe in der Rückführungs­therapie.

Sinn finden. Das ist ein zentrales Motiv des Menschen und auch Du hast Dich sicher mindestens einmal gefragt, ob "das alles hier" Sinn macht und wenn ja, welchen es wohl hat: das "Große Ganze", wie auch persönlich Dein eigenes Leben, Deine tägliche Arbeit oder sogar das morgendliche Aufstehen. Bei vielen Klient*innen meiner Praxis ist dies oft ein zentrales Thema, da Rückführungstherapie durch ihren seelischen, mehrere-leben-übergreifenden Charakter unter anderem auch dafür prädestiniert ist.

Nicht nur "wir Laien", auch Generationen von Philosophen haben diese Frage natürlich in ihren Stuben gewälzt, sie bewegt ja (fast) alle, bewusst oder unbewusst:

Hat Leben, hat Leiden einen Sinn? Wenn ja, ist dieser vorgegeben oder nicht?

Wenn ein Aspekt in diesem Universum sinnlos wäre, z.B. das Leiden, kann dann der Rest einen Sinn haben?

Kann eine Einzelne überhaupt etwas bewegen in der Welt, geht es um Effektivität des Tuns (Stichwort Sisyphos)?

Geht es überhaupt ums Tun, geht es darum, einen Nutzen für die Gemeinschaft zu haben, zu dienen? Oder um reines Glück für mich?

Geburt, Leben, Tod, Zwischenphase, Geburt, Leben, Tod, Zwischenphase, Wiedergeburt… was soll das eigentlich, ist das ein System ohne Ende - und wofür überhaupt?

Welche Stellung habe ich in dem Ganzen, welche Bedeutung habe ich und was ich tue?

Auch die Psychologie/Psychotherapie kümmerten sich um das Thema. Allen voran die Logotherapie, die "Sinn" schon im Titel trägt. Erschaffen von Viktor Frankl, dessen eigenes Schicksal und seine Erfahrungen im Konzentrationslager und die seiner Mithäftlinge seine Psychotherapie geprägt haben. Er fand, dass diejenigen, die nicht aufgegeben und überlebt haben, die waren, die einen Sinn über die Zeit im KZ hinaus in sich fanden.

Im Persönlichen bildet sich der Sinn auch in dem Thema Beruf und vor allem "Berufung" ab: Das Empfinden, mein Tun folge einem höheren Ruf und gibt dem Beruf - und oft damit dem ganzen Leben - einen übergeordneten Sinn. Es fragt sich da: Muss ich meine Berufung erst finden und wenn ja, wie? Unzufriedenheit mit einer Arbeit, die "uns nichts bringt", aber auch eine Arbeit, die unserer Meinung nach auch anderen nichts bringt (das sind zwei Aspekte - sind sie das wirklich?) kann zu einer Krise führen, die sich als emotionale Lage schnell ausweiten kann in ein energieloses Funktionieren, weil "man ja das Geld braucht". Meist ist das nicht ohne Verluste an Energie und/oder dem Erwerb von Krankheiten bis zum Ende der Erwerbstätigkeit durchzuhalten.

Im spirituellen Bereich sprechen wir in diesem Zusammenhang auch oft von "Aufgabe", die nicht unbedingt im beruflichen Sektor liegen muss, und unserem Leben auch Sinn geben kann. Eine einmal angenommene oder sich selbst gegebene Aufgabe, die nicht erfüllt worden ist, kann ähnlich dauerhaft über Leben hinaus wirken wie ein Versprechen oder Gelöbnis und kann damit auch für das heutige Leben sehr bindend sein, ist oft unbewusst und kann sich daher sehr unfrei anfühlen. Davon später aber mehr.

Es geht also oft beim Thema "Sinn" nicht nur um das Arbeitsleben, sondern überhaupt um unser gesamtes Leben:

In gedrückten Stimmungen bis hin zu depressiven Phasen spielen Gefühle von Sinnlosigkeit, die die emotionale Komponente von einem scheinbaren Fehlen von Sinn darstellen, meist eine große Rolle; in der Entscheidung zum Selbstmord vielleicht am stärksten: "Es hat alles keinen Sinn (mehr)", zusammen mit einer düsteren Zukunftsprognose, die man Hoffnungslosigkeit nennen kann - diese dunkle Zweiheit kann sich als üble Sackgasse für ein Leben darstellen und manche sehen eine Lösung darin, den Körper sterben zu lassen, um nur aus dieser Situation heraus zu kommen. (Mit einem Konzept von Wiedergeburt ist das sicherlich eine fragwürdige Lösung, begleiten uns unsere ungelösten Probleme doch weiter. Ein "Ausruhen" in der Zwischenphase jedoch kann es zumindest bringen, viel mehr aber auch nicht. Übrigens auch nicht die Verdammnis, die manche noch vermuten.)

- Es geht also scheinbar ums Ganze bei dieser Frage.

Dieser Satz ist wörtlich gemeint. Das sehen wir später noch besser.

Sinn Sinnlosigkeit Berufung Aufgabe

Salatbesteck

oder: Was ist "Sinn"?

Es gibt ja interessanterweise mehrere Bedeutungen des Wortes Sinn. Sehen wir sie uns an:

Die meisten beziehen sich im engeren Sinne auf das, was wir hier untersuchen:

Mit Sinn geben wir irgendetwas im Universum (Ereignissen, Erfahrungen, Sachen…) eine Bedeutung:

ein Ding wie ein Salatbesteck wird z.B. sinnvoll, weil wir es (be-)nutzen können. Sinn ergibt sich also aus Zusammenhängen, die wir ziehen:

Salat + Besteck, mit dem Salat vermischt und aufgetan werden kann => Salat, servierfertig.

Sinn entsteht also erst aus Beziehungen zwischen einzelnen Teilen. Damit wird etwas erst wirklich verständlich und sinnvoll im dafür vorgesehenen Sinn, d.h. hier Gebrauch. Ohne Salat kann Salatbesteck schön sein, bewundert werden, aber erfüllt sonst keinen Sinn, ist nutzlos.

Wir können natürlich Salatbesteck auch für das Umrühren einer Suppe oder das Ausgraben von Unkraut verwenden, aber das wäre ein suboptimaler Einsatz, da es dafür andere, von findigen Menschen erfundene Spezialwerkzeuge gibt: Es wäre eine "Zweckentfremdung".

Auch wenn nur die Stiele übrig sind, das alte Besteck kaputt ist, kann es zumindest den vorgesehenen Zweck nicht mehr erfüllen und wir werfen es weg oder benutzen es z.B. als Ständer für Fingerpuppen (so ein Un-Sinn, keine Ahnung, wie ich gerade darauf komme).

Ein prägnantes und der Therapie näheres Beispiel für das Erkennen von Bedeutung und Sinn wäre:

"Weil ich damals Krebs hatte, habe ich überhaupt Spiritualität kennengelernt".

Die Erfahrung einer Krankheit führte hier zu einer Suche nach einer Lösung, die im Spirituellen lag und bekam damit einen Sinn.

Für Viele beginnt über den Wunsch und die Suche nach Heilung auch eine Suche nach Hintergründen für Krankheiten, Mustern oder Ereignissen. Und dies nicht selten gerade motiviert durch die Suche nach einem Sinn, nach einer Ursache: "Warum ich?" oder auch "Warum passiert mir das jetzt?"

Es ist schwer für uns, etwas als sinnlos zu begreifen. In Zeiten von Verlust, Vergeblichkeit, Hoffnungslosigkeit kommt bei den meisten von uns die Sinnfrage auf. Wir sind dann Meister darin, gerade unangenehmen Umständen einen Sinn zu unterstellen und suchen vor allem dann danach (s. mein Blogartikel über das Verstehen-Wollen), um diese Spannung zu lösen und damit Unglück in einen positiven Zusammenhang stellen zu können - ein "Reframing" (einen neuen Rahmen geben), wie es die Psychologie nennt. Ein Vorgang, der uns das Schicksal scheinbar erträglicher macht - oder machen soll.

Wenn etwas Sinn macht, der ja definitionsgemäß über den einzelnen Teil oder Lebensausschnitt hinausgeht, den wir gerade erleben oder erlebt haben, erleichtert uns das: das Üble hat zumindest einen Nutzen. ("Es macht Sinn" steht ja neudeutsch auch für "Es ist verständlich", ich kann es in das, was ich weiß, einreihen, in Beziehung setzen. Damit scheint es kontrollierbarer zu werden.)

Oft spielt die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung eine Rolle. Durch diese Beziehung, diesen Zusammenhang, wird uns etwas sinnvoll und verständlich: "Ah ja, weil ich damals abc ist heute xyz." Dieses Erkennen von Zusammenhängen findet natürlich auch immer in der Rückführungstherapie statt, auf die wir noch näher eingehen.

Wichtig ist, festzustellen, dass das alles Konstrukte sind, die Zusammenhänge herstellen, an die wir dann glauben, keine ultimative Realität. (Was ja auch eine bestimmte Freiheit gibt, durch die Möglichkeit des Austausches, der Veränderlichkeit. Welchen Sinn ich z. B. einer Sache als Jugendlichem zuschrieb, verändert sich über die Jahre möglicherweise.

 

Eine andere Bedeutung des Wortes "Sinn" bezieht sich auf den Bereich der Wahrnehmung: wir haben klassischerweise fünf (bis sieben 🙂 ) Sinne, vermittelt durch die Sinnesorgane, die die Welt erfassen.

Wir können die Wortbedeutung von "Sinn" vielleicht für unsere Zwecke für eine bessere Erinnerung reduzieren auf das Wortpaar "sinn-voll" und "sinn-lich".

Wir schauen uns das Thema genau unter diesen beiden Aspekten an.

Über diese "Doppeldeutigkeit" des Wortes kann man sinnieren, ebenso über die Wortherkunft von  "Sinn", nämlich "streben, begehren, reisen, sich begeben" (Quelle siehe hier).

Wir kommen auch darauf zurück und dann macht auch das Sinn. 🙂

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Jetzt untersuchen wir das näher, wie immer hier im Blog.

Hinter dem Bedürfnis nach Sinn (setze ruhig "Berufung" ein, wenn es gerade passender für Dich ist) steht zuerst ein Mangel, hier: ein Mangel an Sinn, Verständnis, Lebensfreude, Platz in der Welt, Verbindung.

Irgendetwas ist nicht richtig in meinem Leben, ich bin nicht am richtigen Ort oder tue nicht das Richtige, habe meine Tätigkeit in der Welt nicht gefunden - oder im extremen Allgemeinen: mein Leben ist hohl und leer, ich bin haltlos umhertreibend, nichts ist erfüllend, ich kann keine Verbindung spüren - nicht zu mir und nicht zu anderen, alles ist sinnlos.

Dann ist kein Sinn für uns wahrnehmbar, etwas fehlt scheinbar, was das Leben lebenswert macht. Der (sinnvolle oder gänzliche) Zusammenhang, das Empfinden der Verbindung fehlt: zwischen mir und anderen Menschen oder zwischen mir und dem, was ich tue oder erlebe. Es bleibt ein seelen- und herzloses Funktionieren in Rollen, die uns nicht passen.

Dieser Mangel kann mich dann motivieren, mich woanders hin zu begeben (s. Wortherkunft von "Sinn"), etwas anderes anzustreben oder zu begehren: Aus dem Mangel in eine zufriedenstellendere, erfüllendere Zukunft. Oder eine andere Interpretation des Geschehens zu finden, die sich erfüllender anfühlt:

"Für etwas Bestimmtes/meine Entwicklung/meinen Erfahrungsschatz wird es gut sein." ist hier ein Klassiker. Damit ist das, was passiert, positiv gedeutet und lässt uns, wie schon gesagt, Vieles ertragen (die gedankliche Einordnung von KZ-Erfahrungen, von denen Viktor Frankl schrieb, ist solch ein Extrembeispiel... In der spirituellen Szene wird oft behauptet, man hätte sich alles "ausgesucht", was dem Ganzen auch Sinn gibt - darauf bin ich an anderer Stelle im Blog schon eingegangen).

Wir können daher sagen, Sinnfindung findet meist aus einem Widerstand, einem Nicht-Annehmen von Umständen, Vorfällen, Vorgängen statt. Etwas kann nicht alleine für sich stehen, es muss dann geradezu in andere oder überhaupt einen Zusammenhang gestellt werden, damit ein "Sinn", etwas "Positives" und damit eine Entspannung entstehen kann. 

Salatbesteck Sinn in der Rückführungstherapie

A. SINN-VOLL

Rückführungen, frühere Leben und Sinn

So zentral es für uns Menschen eben ist, spielt das Thema Sinn natürlich auch in der Rückführungstherapie eine Rolle. Zuerst einmal in Form des Gefühls der Sinnlosigkeit als Motiv, überhaupt eine Therapie aufzusuchen und spirituelle Antworten bekommen zu wollen. Den eigenen Platz nicht einzunehmen, vielleicht nicht einmal zu kennen, aber das Gefühl, der jetzige sei auf jeden Fall der falsche.

Auch, etwas spezifischer, die eigene Berufung nicht gefunden zu haben oder (noch) nicht ausüben zu können wegen möglicher Blockaden, ist ein häufiges Einstiegsthema. Gefühlte (oft gar nicht genau zu benennende) Hemmungen oder Blockaden, die verhindern, im gewünschten Beruf weiterzukommen.

I. Übergeordnete Rolle von Sinn in der Therapie

Indirekt bzw. auf übergeordneter Ebene bewirken Rückführungen, dass wir uns und andere besser verstehen, weil wir die Ursachen für gegenwärtige Probleme mit uns selbst, in Beziehungen, oder auch von Krankheiten kennen. Wir stellen das heutige Leben in einen Kontext und Gründe für unselige Muster werden uns klar und wir können die Ursachen und mit diesen Ursachen die Emotionen, die damit verbunden sind, besser loslassen. Ich komme dadurch "mehr zu mir", meinem Zentrum (das m.E. der eigentliche Platz ist, den wir uns wünschen, nicht ein äußerer).

Diese Wirkungen der Therapie sind jetzt hier sehr kurz gesagt, aber dennoch ziemlich positiv im Erleben 😉  ...und haben auch Auswirkungen auf das Gefühl der Sinnlosigkeit. Aus der Erfahrung mit den Sitzungen und ihren Effekten kann ich schließen:

Leben kann sich nicht sinnlos anfühlen, wenn Du mit dem Leben wirklich verbunden bist

(was gerade nicht heißt, dass diese Verbindung immer nur mit angenehmen Gefühlen verbunden ist - eben der ganze Regenbogen gehört zum Leben / ist das Leben, wie ich immer sage).

Und Sinn heißt ja, ein bestimmtes Teil einordnen, in einen Zusammenhang zu stellen. Das findet in oder nach Rückführungstherapiesitzungen selbstverständlich dauernd statt. Das Verständnis und Finden von Ursachen ist ja, wie erwähnt, auch mit einem Gefühl von Sinnhaftigkeit verbunden. Daher gehen Klient*innen viele "Kronleuchter" auf, wenn klar wird, warum da eine Panik ist, die vorher gar nicht begründbar war, woher die Kopfschmerzen kommen, oder woher eine Anziehung durch ein bestimmtes Land kommt, ein Interesse für Textilien etc. etc. Die Therapie deckt diese Zusammenhänge in einer Weise auf, die Therapien, die lediglich im heutigen Leben arbeiten, nie vermögen werden, weil in den allermeisten Fällen keine Ursachen von Problemen im heutigen Leben zu finden sind (nicht einmal so etwas "Einfaches" wie eine Phobie kann die herkömmliche Psychologie erklären.)

Klar wird der obige Satz, wenn wir uns die andere Seite ansehen, das Gefühl des Fehlens von Sinn, Sinnlosigkeit. Es ist ein Gefühl, abgeschnitten, unverbunden zu sein, auf der dunklen Seite des Mondes, außerhalb der Liebe, in Eiseskälte - also von allem scheinbar abgetrennt. Oft gepaart mit dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, dass dieser Zustand auch nie enden wird, bilden diese Gefühle vielleicht die größten Widerstände gegen das Leben ab, daher spielen sie in der Motivation zum Selbstmord eine große Rolle.

Lebendigkeit fragt nicht nach Sinn.

II. Etwas Spezifischer: Über Berufung und Sinn in Rückführungen, auch ohne sie vorher explizit zum Thema zu machen

Du weißt ja wahrscheinlich als fleißige/r Leser/in schon, worauf die Rückführungstherapie basiert (wenn nicht, bitte lies unbedingt das kostenlose E-Book hierüber). Es geht seeeehr kurz gesagt darum, dass wir von vergangenen traumatischen (Ohnmachts- oder Schuld-)Situationen in der Gegenwart an unserer Entfaltung im Heute gehindert werden.

Wenn wir in einem früheren Leben in der Ausübung eines Berufes gestoppt wurden (d.h. z.B. ermordet wurden oder durch unser Schuldgefühl, wenn wir etwas in unseren Augen Schlimmes in unserer Tätigkeit angerichtet haben), bleibt in dem entsprechenden Leben verständlicherweise noch einiges offen. Wir haben unsere Tätigkeit ja nicht freiwillig beendet und hätten sie vielleicht gerne noch weitergeführt oder uns bei denen, die wir geschädigt haben - im Falle von Schuldgefühlen - gerne entschuldigt.

Wir hängen so zwischen ErfüllenWollen und VermeidenWollen - ein klassischer (Annäherungs-Vermeidungs-)Konflikt.

Demgemäß führen unabgeschlossene Handlungen und Ziele in der Vergangenheit, meistens in früheren Leben, zu einer Spannung, die zum Abschließen drängt. Für uns ist noch etwas offen. Es zieht uns an, es abzuschließen oder weiterzuführen, doch gleichzeitig schreckt es ab, das Interesse, die Tätigkeit oder das Potential wieder aufzunehmen (zumindest, wenn es Probleme im heutigen Leben damit gibt), weil das Schicksal damals traumatisierend war.

Leider ist uns das Ganze aber gar nicht mehr bewusst, da es traumatisch war! Also wirkt dieser Konflikt im Unbewussten und wir wissen gar nicht, warum wir nicht am richtigen Platz sind oder Blockaden haben, unsere Berufung zu leben (Vermeidung). Da bleibt m.E. nur die Rückführungstherapie, damit wir uns die Hintergründe überhaupt bewusst machen können, durch Annehmen loslassen und uns dadurch von den Hemmungen befreien und unseren Potentialen ohne blockierende, nicht-integrierte Erfahrungen folgen können.

Berufung führt m.E. die meisten unserer vorher noch verstreuten Potentiale zusammen, sie macht unsere verschiedensten Fähigkeiten eben sinnvoll, d.h. können wir sie in einem erfüllenden Zusammenhang erleben und nutzen. Oft kommt es uns dann vor, dass wir erst jetzt doch gebrauchen können, was wir uns vorher in einer als überflüssig angesehenen Tätigkeit angeeignet haben. Plötzlich brauchen wir sie, die am Telefon in einem ungeliebten Aushilfsjob in einem Call-Center geschulte Stimme und Kontaktfähigkeit mit Fremden dann in unserer Selbständigkeit, oder der Umgang mit vielleicht verhassten Computern und Textverarbeitung in einem furchtbaren Bürojob später im Traumberuf, etc. Klar, haben wir damit zuerst "nur" Geld verdient, darüber hinaus hat sich die Tätigkeit aber sinnlos angefühlt. Das ist dann später in unserem "Berufungs-Beruf" anders, die vorherige Tätigkeit wird eingebunden und in einen anderen, erfüllenderen Zusammenhang gestellt.

Sinn ergibt sich eben meist erst im Nachhinein...  😉

, da es ja eine gedankliche Interpretation von etwas Geschehenem ist.

Das Gefühl von Sinn und Bedeutung und Erfüllung sind dann die emotionalen und gedanklichen "Nebenwirkungen" der Berufung. Wir können uns in die Welt effektiv mit unserer Energie einbringen - und sind dann interessanterweise auch sicher "nützlicher" für die Gemeinschaft als in einer Position, die vielleicht sicher, im äußeren Sinne "erfolgreich" ist, vielleicht sogar sozial, aber nicht der richtige Platz für uns war (burnout-trächtig, klar).

Viele sprechen in diesem Zusammenhang von "eine Aufgabe haben". Auch das ist ein hochinteressanter Ausdruck und taucht oft auch in Rückführungssitzungen als Motiv auf. Wer hat uns die Aufgabe gegeben, wollten wir sie, warum habe ich sie, will ich sie weiter verfolgen? sind dann wichtige Fragen, wenn eine Aufgabe von früher uns bewusst wird, um jetzt frei und bewusst entscheiden zu können. Sind wir in der Aufgabe gescheitert (dann heute schnell ein "Ich schaff es nicht"), wurden wir abgehalten, war sie zu groß, haben wir etwas nicht berücksichtigt? - sind weitere spannende Fragen, wenn wir in Rückführungstherapien darauf stoßen. Was nicht selten ist, da unabgeschlossene Aufgaben eben bis zu ihrer Erfüllung oder freiwilligen Niederlegung geduldig auch unbewusst weiterwirken.

Denn vielleicht waren wir im heutigen Leben früher "nur" korrumpiert durch Anerkennung (der Eltern, der Gesellschaft, des Umfelds), durch das Gefühl von scheinbarer Sicherheit und durch das Bedürfnis nach wirtschaftlichem "Überleben", im besten Falle nur durch Luxus. Und wir haben dadurch einen Weg eingeschlagen, der irgendwann nicht mehr passt und bei dem wir Mut brauchen, ihn zu verlassen (oder die Energie ausbleibt oder der Körper "versagt", d.h. zeigt, dass es so nicht weiter gehen kann). Denn die Angst vor Verlust von Liebe, die Angst vor Einsamkeit, Isolation, AusgegrenztWerden und daher ein LieberDazuGehören und im gesellschaftlichen Sinne ErfolgreichSein, führen oft zu Berufswahlen, die sich zumindest später im Leben oft als nicht ganz frei und selbst gewählt anfühlen - wir fühlen uns dann vielleicht wie oben das Salatbesteck beim Umgraben "zweckentfremdet"… "Das bin gar nicht ich". Solch eine Situation erfüllt uns nicht gerade mit Sinn.

Dann, beim Entdecken der eigenen Stärke, dem Konfrontieren von diesen Ängsten, können wir in unsere Bahnen kommen, dem ureigenen Strom folgen. Und oft erst dann kommen vielleicht auch vorher versteckte, "unpopuläre" Potentiale wie HeilenKönnen, "übersinnliche" Wahrnehmungen wie Hellfühlen, Hellsehen etc. oder künstlerische Gaben durch, die vorher im "Funktionieren" als unbeliebt und störend angesehen und weggedrückt wurden.

So kann man auch sagen, dass jede Befreiung von alten Blockaden und Einschränkungen durch die Vergangenheit, gleich welchen Themas, uns immer auch unserem Sinn näherbringt, weil sie uns mehr in unseren "Flow des Lebens" kommen läßt. Und da die Evolution Dich hervorgebracht hat, wird es auch einen Platz für Dich geben, ohne Ziehen und Zerren am Schicksal. Einfach so.

Im Mühelosen liegt die Kraft.

🙂

III. Ganz spezifisch: Sinn als Thema einer Therapie

Generelle Gefühle von Sinnlosigkeit können, wie gesagt, Teil eines ganzen Themenkomplexes sein. Aufgabe des Erstgesprächs ist u.a. sich da zusammen klarer zu werden, wie dieses Gefühl in die gegenwärtige Situation einzuordnen ist. Ist es das "Hauptgefühl", steckt noch etwas anderes dahinter, in welchem Lebensbereich ist dieses Gefühl existent, wann fing es an, etc.?

Was noch "hinter dieser Sinnlosigkeit stecken" könnte, wären u.a.: Gefühle von fehlender Effizienz, Hilflosigkeit, Ohnmacht, die dazu führen, nichts mehr anpacken und erfolgreich (in jedem möglichen Sinne gemeint, nicht nur im wirtschaftlichen oder beruflichen) sein zu können, die eigenen Potentiale nicht mehr in die Welt bringen zu können, Hoffnungslosigkeit, Verluste von Lieben. Das wären dann sicherlich auch mögliche Ansatzpunkte für die Therapie, nicht unbedingt "direkt" der fehlende Sinn. Aber das würden wir vor der Therapie gemeinsam untersuchen und zusammen einschätzen.

Natürlich können wir auch ganz direkt anpeilen, woher Gefühle von Sinnlosigkeit kommen.

Dieses Gefühl kann aufgeladen sein durch eine Auslösung (ähnlich eines flash backs) einer Erinnerung, wo wir das Gefühl schon einmal hatten, z.B. während eines Todes, in dem wir dieses Gefühl von "es hat alles keinen Sinn gehabt" als letzten Eindruck dieses früheren Lebens hatten und dann mit diesem Gefühl schon in das heutige Leben wieder gestartet sind. Kein leckeres Eigenvermächtnis, das wir da dann antreten...

Das durchzuarbeiten wäre dann natürlich unsere Aufgabe.

Das Gefühl von Sinnlosigkeit kann auch durch eine fremde Energie verstärkt sein, die dasselbe Gefühl in Dein Energiesystem mitgebracht hat. Auch Fremdenergien werden am Beginn einer Rückführungstherapie im sog. Clearing untersucht (auf Fremdenergien gehe ich aber in einigen anderen Blogartikeln und hier ein).

Exkurs: Politisch völlig Unkorrektes

toll sein, wichtig, besonders

a. Wichtig und Groß

Bei Einigen, die von Aufgabe und Berufung sprechen, nehme ich wahr (abgesehen davon, dass es sich für mich persönlich oft so anstrengend und bemüht anhört):

Der Ego-Kamm schwillt dabei gehörig an. Es ist toll für das Gefühl von Bedeutung, eine Berufung zu haben, eine Aufgabe, das klingt so schön groß. Wer ist schon einfach ein simples Salatbesteck? Nein, schillern muss es, es müssen große Salatblätter bewegt werden. Keine Kresse, Riesenkopfsalat.

Nichts gegen Ego, aber das alles bringt 1. nur eine weitere,  sich "besser" anfühlende Identifikation mit sich, die wieder Druck, Gewinnen und Scheitern beinhalten und damit neue Programmierungen schaffen kann, 2. die eigene Entwicklung, wie beschrieben, eher hemmt als fördert, wenn und weil Widerstände im Spiel sind, und 3. vom Effekt her wahrscheinlich etwas weniger "bringt", als man denkt, was sich aus Folgendem ergibt:

Hinter der Großen Ecke lauert - irgendwie logisch - die Wichtigkeit, die Wichtige Aufgabe der Weltrettung. Alles Kleine, Hilflose, Leidende, Unbewusste, Unspirituelle im Universum muss gerettet oder mindestens verbessert werden (und das nicht nur im Beruflichen, für manche ist schon der Partner eine Aufgabe!).

Die Erde bzw. ihre Bewohner, müssen renoviert werden; ganz klar braucht fast jeder hier eine spirituelle Aufmöbelung! (nicht meine Meinung, nur zitiert!)

Denn liebevoller, spiritueller, lichtvoller - einfach eben anders muss sie werden, die Welt. M-I-T-L-E-I-D ist auf den Salatbesteckteilen eingraviert (wer es besser weiß, benennt es um in "Mitgefühl", das ist zwar etwas anderes als Mitleid, klingt aber besser).

Daraus ergibt sich schon der Sinn, nämlich das Abstellen von dem, was Mitleid hervorruft:

"Meine dunklen, "bösen" Anteile sind schlecht, also auch die in der Welt. Meine Hilflosigkeit und Ohnmacht fühlen sich schlecht an, also soll sich auch kein anderer so fühlen. …Und dabei ist es einfacher, das alles im Außen anzugehen, da kann ich mich selbst in Ruhe lassen."

Schuldgefühle sind - nicht verwunderlich - oft die "andere Seite" bzw. der Motivator für das Helfen. Man vergisst schließlich täglich eher noch das Innere Kind (oder einen anderen Anteil aus der sog. Vergangenheit), das leidet und eigentlich Zuwendung bräuchte, um dann lieber "die Welt zu retten", stellt damit jede(n) "da draußen in der armen Welt" über das eigene innere Hilflose, Leidende. Die so gefühlte Schuld trägt sich so sicher nicht ab, vergrößert sich nach innen noch.

Vieles vom Helfen ist also energetisch mindestens fragwürdig, sowohl für die persönliche Entwicklung als auch vom Effekt her:

Denn alles, was aus Widerstand gegen Emotionen (Hilflosigkeit und Leid z.B.) passiert, verstärkt das, wogegen es rebelliert, gegen das, was es nicht haben will. Denn Widerstand gegen einen inneren Zustand (der äußere ist ja nur der Auslöser für die inneren Gefühle) kreiert ihn weiterhin (das habe ich in den meisten Blogartikeln genügend ausgearbeitet, glaube ich 🙂 )

what you resist, persists ("dasjenige, dem Du widerstehst, bleibt bei Dir") - habe ich auch irgendwann schon mal zitiert, ist aber eben ein wahrer Spruch, den man nicht oft genug wiederholen kann.

Was Helfen (in jeglicher Schattierung) aus Widerstand bewirkt, kann man sich dann an zwei Salatbestecken abzählen.

Eine "Aufgabe", die für Viele sinnstiftend ist, bekommt durch den Widerstand einen gewissen persönlichen Druck und hat dann das Ziel, diesen Zustand im Innen und Außen zu verändern. Daher bekommt es oft etwas Kriegerisches, schon in der Sprache: "Krieger des Lichts", "Kampf gegen die Dunkelheit - oder gegen das ˋElend in der Welt´, für Heilung, für die Schwachen etc."

Denn Viele haben immer noch die Hoffnung, dass sich durch Kampf gegen Inneres und/oder Äußeres sich irgendetwas zum Besseren ändern wird. Nope. Energetisch schon nicht möglich. Gebt ihn auf und befasst Euch anders und wirklich mit Euch, wenn Ihr weiterkommen wollt - das ist mein Vorschlag.

Solche Widerstände in sich selbst abzubauen, statt im Außen immer dieselben Kämpfe auszutragen, ist genau Sinn von Therapie, klar. Ob und wie man danach noch helfen möchte, ist dann offen. Jedenfalls nicht mehr aus dem Druck und Zwang des persönlichen Widerstands gegen das eigene Innere heraus. Und damit viel effektiver und nicht den "unerwünschten Pol" verstärkend.

b. Mangel.

Nicht nur basieren Berufung und Sinnsuche auf gefühltem Mangel (der immer ein Mangel an Liebe "von außen" ist, wie ich in anderen Artikeln schon ausführte), wir projizieren den Mangel auch noch nach außen (wie sollte es auch anders sein?).

"Die Welt ist verbesserungswürdig, es ist etwas nicht in Ordnung mit ihr. Das ist meine Aufgabe, hier einen Beitrag zu leisten. Genauso wie ich mich immer noch verändern muss, damit alles gut wird. Eigentlich ist nämlich nichts wirklich in Ordnung.
Kurz: Also eigentlich muss sich alles verändern - und das immer (zumindest bis zu einem imaginierten, aber nie zu erreichenden Zustand in der Zukunft, die ja auch wieder nur konstruiert ist)."

Da ist es wieder, das altbekannte Hamsterrad. Bin ich da angekommen, wo ich wollte, ist immer noch nicht alles in Ordnung. Wie auch? Der Mangel ist ja einprogrammiert.

Und die Programmierung ist "Es ist (und ich bin) nicht gut genug, falsch, nicht ausreichend. Und es wird nie reichen."

So stimmt dann der Satz fatalerweise:

Irgendwas ist immer (und wird immer sein).

Welch ein Feld für Aufgaben, Verändern, Machen, Sinnfindung!

Hm. Bilde Dir über den Sinn dieser komplizierten Struktur selbst eine Meinung.

Wo ist da die Leichtigkeit des Seins? Denn es hört sich hier so an, lieber Ulf, als wären Sinn und Aufgabe was Schlimmes!?

Klar kann man Aufgabe und Berufung auch sportlich sehen, das wäre dann …die Aufgabe!  🙂 🙂

Schlimm ist nichts, doch wenn Sinn und Aufgabe sportlich gesehen würden, wäre alles etwas entspannter und karmafreier. Meist ist Sinn aber, wie schon ausgeführt, belastet durch persönliche Widerstände und Bedürfnisse, die einen ziemlichen Druck aufbauen. Nicht verwunderlich, gerät Aufgabe daher oft zur Selbst-Aufgabe (Stichworte "Krieg gegen..."; "Ich muss..."; workaholic; BurnOut; Aufgabe zu groß oder nicht mehr die richtige; hohe Ansprüche bis hin zu Perfektionismus; unbedingt etwas erreichen müssen, sonst droht Versagen; Verlust der (Eigen-)Liebe, drohende Verdammnis etc etc.).
Sportlich wird es erst, wenn die überstarke Identifikation mit Sinn und Aufgabe reduziert wird, z.B. eben durch die Rückführungstherapie, die die (kindlichen) Projektionen von Glück und Erfolg und Liebe zurücknehmen hilft, die traumatischen Erinnerungen an Aufgaben und Scheitern entschärft.

Es geht ums Ganze, wie schon gesagt.

B. SINN-LICH

Denn das noch tiefere Thema ist eigentlich: Wie gestalten wir unser Sein?

Brauchen wir dafür unbedingt Konzepte, Gedankenkonstrukte wie den angeblich zu findenden "Sinn", um unseren Widerstand gegen Erleben zu pflegen und die Distanz zum Leben eher zu vergrößern?

...Konzepte, die das Konstrukt "Vergangenheit" "erklären" wollen oder Bedeutung in das Konstrukt "Zukunft" projizieren? Gibt es nicht einen "Sinn" JETZT?

 

Jetzt kommt denn auch der eigentliche Knaller, der PraeSenZ-Hammer im wahrsten Sinne des Wortes "Präsenz":

Wenn Sinn immer schon da wäre, wir ihn weder wahrnehmen, noch kennen, noch als richtig oder falsch identifizieren müssen?

Auch wenn es Dir gerade weit entfernt vorkommt, nur mal wirken lassen, als Möglichkeit:

Wenn es überhaupt keinen Mangel gäbe, keine Konstruktionen von Sinn, Berufung und Aufgabe nötig wären - und alles wäre JETZT gut (Dich sogar eingeschlossen!)?  Genau DAS HIER JETZT der Sinn, nicht größer, nicht kleiner, nicht morgen oder gestern.

Was übersetzt heißt: (Eigen-)Liebe und annehmen total. 

Was wiederum bedeutet: Widerstand minimal bis NULL, NADA, NIENTE?
(Erinnere Dich: Die andere Wortbedeutung von "Sinn" ist Wahrnehmung, ohne Gedanken und Bewerten...)
Wie wäre das?
Kein Erreichen-, Verändern-, Vorwerfen-, Schuldigfühlen-, Retten-Müssen?

WOW

Oh, wie schrecklich (vielleicht auch tiefer und einfacher) muss das sein!?!
Tun als Spielen, nicht als Bürde, Schwere, Aufgabe?
Beide Bedeutungen des Wortes "Sinn" abdecken: Sinn-voll und Sinn-lich.
Aber: Wer will das schon?
😀

…und es wäre sicher immer noch etwas zu tun, es würde einfach getan, ohne Brimborium = Gedankengebäude drumherum.
Der einzige Sinn wäre dann einfach: Leben!
(Damit ist dann auch die Etikettierung und nachträgliche und gedankliche Interpretation als "Sinn" sinnlos: Leben wird so sinn-lich und damit schon sinn-voll genug.)

Einfach Salatbesteck sein, vorher noch das Label "Salatbesteck" ablegen (auch nur ein Konzept, ein Name, eine Zuweisung, die einschränkt wie jeder Name - auch Deiner übrigens) - und einfach sein!  (...schließt ja nicht aus, wenn es Freude bereitet, auch mal als "Salatbesteck" zu fungieren!)

_________
Ein sinnvoller Abschluss wäre ein solcher:
Ich hoffe, dieser Artikel macht Sinn für Dich.
Er hat seinen Sinn schon im Schreiben gehabt, wenn Du ihn jetzt gelesen hast (danke dafür) und er Dir ein paar neue Anregungen gegeben hat, ist er noch sinnvoller!
Noch sinnnnnvoller ist er, wenn Du Lust bekommen hast, das Thema Deines persönlichen Sinnes in einer Therapie mit mir zu erforschen und Deiner Fülle, die immer schon da ist, näherzukommen: Widerstände abbauen, statt im Außen vergeblich "weiterzuwühlen", mehr in den Flow kommen, das Freisetzen von Potentialen, dadurch das Ganze und vor allem Dich mehr annehmen (Stichwort Eigenliebe), Sinn im "Im-Moment-Sein" und der Verbindung mit Dir selbst und allem zu ent-decken.
🙂

Lies bitte zu den "zwei Aspekten" des Sinns, man könnte sie "spielerisch" und "seinserfüllt" nennen, noch den älteren, kurzen Blogartikel Standbein-Spielbein! Der Beitrag trifft es zwar noch nicht genau, war aber immerhin ein guter pointierter Versuch darüber.

Ich wünsche Dir alles Liebe,
wie immer herzlichst,
Dein Ulf Parczyk

LESETIPPS: Natürlich weitere Artikel zur Rückführungstherapie. Hilfreich wären hierzu auch noch der erwähnte Beitrag Standbein-Spielbein, aber auch die kostenlose "Wirf den Mantel ab"-Hör-Meditation auf der Schätze-Seite! Auch der Artikel zum Verstehen-Wollen passt in diesem Zusammenhang gut.

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Photos: Beitragsphoto von rawpixel on Unsplash; Hölzernes Salatbesteck auf pixabay von EME: pixabay.com/en/cutlery-wooden-cutlery-spoon-fork-498479/; besonders verziertes Salatbesteck auf pixabay von stux: pixabay.com/en/cutlery-panel-cutlery-tool-379611/;

 

DU BIST AUF DER SUCHE NACH DEM RICHTIGEN REINKARNATIONSTHERAPEUTEN BZW. RÜCKFÜHRUNGSTHERAPEUTEN FÜR DICH?

WIE SORTIERST UND WÄHLST DU AM BESTEN AUS?

  - Mit Checkliste zum Ausdrucken -
(Der Link dahin befindet sich hier am Ende des Artikels. Aber bitte am besten erst mal den kompletten Text lesen, der noch mehr Erläuterungen hat als die Liste!)

Ich gehe davon aus (und sonst kämst Du wohl auch gar nicht zu meinem Blog), dass Du Dich ernsthaft für Rückführungstherapie bzw. Reinkarnationstherapie interessierst und als nächste (oder erste) Therapiemethode für Dich in Erwägung ziehst.
Aber Du hast Dich vielleicht noch nicht ganz dafür als nächsten wichtigen Schritt in Deinem Leben entschieden. Oder Du weißt noch nicht, wen Du als Therapeuten wählen sollst (ist mir zwar rätselhaft, aber ... BITTE!! Dann such halt noch weiter....ts... 😀  😀 ...  ....Gerade von mir gesprochen, habe ich übrigens versucht, sowohl in meinem Blog als auch auf der "Verlauf & Kosten"-Seite und unter "Fragen & Antworten" die untenstehenden Fragen der Checkliste, auf meine eigene Arbeit bezogen, zu beantworten.)

Klar, es gibt Interessierte, die sehen irgendwas im Fernsehen über Rückführungstherapie oder lesen ein Buch - googlen - und - peng! - da springt ihnen ein Therapeut plötzlich aus einer Anzeige oder einen Link ins Auge - ein bisschen auf der Website lesen - Intuition sagt: Klasse! Der isses! - angerufen - Termin gemacht. Aber nicht jeder ist so spontan, traut seiner ersten Intuition. Ist vielleicht eher erst mal überfordert vom Angebot. Für diese vor allem ist dieser Text geschrieben: Klare Hinweise als Hilfen, die die immer noch nötige Intuition unterfüttern sollen.

VERTRAUEN VERTRAUEN UND NOCHMAL VERTRAUEN

Rückführungstherapie bzw. Reinkarnationstherapie ist die effektivste Therapieform für die, die den Mut haben, sich auf die Transformation von hemmenden Faktoren aus der Vergangenheit einzulassen. Da es immer Arbeit an den traumatischen Hintergründen ist, ist die Wahl des Therapeuten (ich benutze der Einfachheit halber jetzt immer die männliche Version, sorry) entscheidend für den Therapieerfolg.
Du, der Therapeut und Dein Einlassen auf ihn bzw. Dein Öffnen-Können sind die Erfolgskriterien für eine gute Therapie. Entgegen aller Wundermeldungen ist Wachstum und Therapie ein Prozess und Erfolg nicht immer nur gleich in einem einmaligen Termin zu bekommen, auch wenn Deine Ungeduld etwas anderes möchte und beeindruckt ist von Erfolgsgeschichten "In vier Stunden von ... geheilt". Klingt jedoch super, zugegeben.  😉

Natürlich gilt das alles auch für viele andere Therapieformen, aber die Rückführungstherapie ist sicher eine sehr spezielle Methode, bei der es noch schneller als bei anderen Methoden, die sich mit dem In-die-Tiefe-Gehen mehr Zeit lassen (oder es gar nicht vorhaben) um Vertrauen geht und es daher noch sensibler auf die Auswahl ankommt. Du musst Dich also schneller sicher fühlen, denn wir haben im Regelfall nicht wochen- oder monatelang Vorbereitungstermine bis wir zum Durcharbeiten von traumatischen Situationen in früheren oder im heutigen Leben kommen. (Bei durch im heutigen Leben tief traumatisierte, nicht sehr stabilen Personen kann das jedoch nötig sein und ist auch immer möglich.)
Nein, wir wollen schneller an die Ursachen. Und je mehr Vertrauen Du Deinem gewählten Therapeuten von Anfang an entgegen bringst, um so besser und schneller kannst Du mit ihm ans Eingemachte gehen.
Ohne Vertrauen geht GAR NIX.
Mal ganz lax gesagt.
Der Therapeut ist Dein Standbein im Hier und Jetzt, er ist (bzw. sollte es sein) Deine Brücke, über die Du sicher in Situationen gehen kannst, die Du sonst vermeidest und unbewusst hältst. Da hilft dem Therapeuten kein Doktortitel und dreißig Buchveröffentlichungen, wenn er das nicht für Dich ist, ist alles Essig. Da gehst Du (zum Glück) innerlich nirgendwohin, wo es Dir weh tun könnte, das wäre zu unsicher. [Wenn Du schon Therapieerfahrungen hast, überprüfe mal innerlich, ob Abbrüche, "Mißerfolge" oder das Ende von Therapien auch vielleicht daher gekommen sein könnten, dass die Beziehung nicht tragfähig genug war (oder dann irgendwann nicht mehr tragfähig genug war - für das, was Du dann gebraucht hättest).] Du musst Dir also vorstellen können, mit ihm ein stabiles Team zu sein - oder sehr schnell zu werden. Deshalb ist und sollte "die Chemie" Punkt 1 bleiben (siehe unten). Und:

DEINE PERSÖNLICHEN PRIORITÄTEN ZÄHLEN

Stell´ Dir daher Deine eigene Rangreihe zusammen! Drucke die pdf-Datei (s.u.) aus und nummeriere sie für Dich durch. Stelle Dir damit die Reihenfolge zusammen, wie wichtig Dir die einzelnen Punkte sind, nach Deinen eigenen Prioritäten... Ausgenommen Punkt 1, wie gesagt. Danach weißt Du genauer, wonach Du beim Suchen vor allem schauen solltest.
Zum Beispiel: Kaum eine Frau nimmt den Friseur nur, weil er nur 20 Euro kostet (wenn er das denn täte! 😉 ) und gleich um die Ecke ist. Oder einen Zahnarzt, nur, weil er im gleichen Haus praktiziert. Das sind Vertrauensbeziehungen, die hier wirken und die die Auswahl bestimmen (sollten).

Also schau Dir die Kolleginnen und Kollegen genau mit Hilfe dieser Liste an, bei der ich meine persönlichen Präferenzen zurückgehalten habe. Aber Du weißt wahrscheinlich in etwa schon durch meine Website hier, wie ich arbeite und was ich bis jetzt so gemacht habe. Daher hier eine neutrale Checkliste, mit der Du anhand Deiner persönlichen Prioritäten aussieben kannst. Denn jeder hat Anderes, was für ihn bei der Therapeutenauswahl wichtig ist.

THERAPEUTENADRESSEN

Wie findet man überhaupt Adressen von Therapeuten? Es gibt den Weltverband EARTh, in dem es auch Standards gibt, wer aufgenommen wird; es gibt das größte alternative Therapeutenportal therapeuten.de (Suche auch nach Postleitzahlen und Therapiemethoden), das Portal therapie.de - und es gibt natürlich das übliche Googeln, das kennst Du ja.

ALLES AN INFOS NUTZEN, WAS DU BEKOMMST

Für die Beantwortung der untenstehenden Fragen solltest Du alle Dir zur Verfügung stehenden Informationsmöglichkeiten nutzen:
Zuerst die Website des Therapeuten, ggf. Youtube-Videos, Blog, Audiopodcasts, Bücher, E-Books etc. Was jedoch nicht auf der Website oder in anderen Medien beantwortet wird, kommt auf Deine Frageliste für das Telefonat (s.u.) mit dem entsprechenden für Dich möglicherweise geeigneten Therapeuten - eine Liste, damit Du in der vielleicht herrschenden Aufregung an alles denkst, was Du von ihm wissen willst! Danach hast Du noch weiter ausgesiebt und Du kannst mit einem oder mehreren geeigneten Therapeuten ein Erstgespräch vereinbaren, das Du auch wiederum nutzen kannst, um Deine Intuition und ihn "live" weiter zu überprüfen.

Wichtig ist, dass Du Dir erst mal klar wirst, was genau Du brauchst. Dafür vor allem ist diese Frageliste hier. Dann kannst Du die Informationen des Therapeuten gezielt nach Antworten durchstöbern oder beim Fehlen ihn selber löchern. Und nicht zuletzt den Dir passenden gezielter anziehen (Resonanz!! 🙂 ).

 

Checkliste für die Suche nach einem Rückführungstherapeuten

DIE ZEHN-PUNKTE-CHECKLISTE
für die Suche nach einem (für Dich) guten Rückführungstherapeuten

1. DIE "CHEMIE", DER BERÜHMTE "DRAHT"

Macht der Therapeut Dir emotional den Eindruck, als könnte er Dich verstehen, als könntest Du Dich ihm öffnen, Du Dich bei ihm sicher fühlen?
("objektivere" Punkte kommen dann noch später, hier ist Deine INTUITION gefragt)

Wie bekommst Du das heraus?
a. Sein Foto auf der "Über mich"-/"Zur Person"- oder Kontaktseite: Wie ist da Dein Eindruck? Gefällt Dir seine Ausstrahlung? Könntest Du Dich so jemandem gegenüber öffnen, Emotionen zulassen, Dich auch "schwach" fühlen? Und schau Dir seine Videos an, höre seine Audios. Und höre nach innen, ob ein Kontakt mit dieser Person für Dich heilsam sein könnte. Spricht es Dich emotional an, was und wie er es sagt?

b. Lass den Schreibstil auf seiner Website oder anderen Veröffentlichungen auf Dich wirken (wir setzen mal voraus, er hat die Texte selbst geschrieben und kein Webdesigner oder Profitexter für ihn 😉 ). Fühlst Du Dich in seinen Texten schon etwas verstanden, angesprochen? Wirkt das alles authentisch auf Dich?

c. Ein Telefonat mit dem Therapeuten. Da erlebst Du ihn spontan und kannst weitere Fragen stellen! (siehe unten die Telefonliste) Nutze solch einen Service! Kann er aus Deiner Sicht etwas Einfühlsames, Zutreffendes zu Deiner Kurzschilderung sagen?

[Exkurs aus Therapeutensicht: BITTE bereite Dich auf solch ein Telefonat vor. Ich LIEBE 😉  solche Fragen wie: `Wie verläuft denn so eine Therapie?´, `Was kostet es denn?´, `Und das ist dann mit Hypnose, oder?´ ....   ähem...da heißt es, ruhig bleiben und innerlich OM summen... 😀  ...Da hat man schon so viel Mühe, Zeit und Herzblut in die Website gesteckt, um umfassend zu informieren, und da kennt dann jemand nicht mal die Preise und hat auch sonst nichts gelesen... Also bitte vorher informieren! Und vorher dadurch schon Therapeuten aussortieren - dafür gerade ist diese Liste hier. Dann kannst Du Dich im Telefonat auch auf Deine persönliche Fragen konzentrieren, die die jeweilige Website des Therapeuten nicht beantwortet und kannst auf solche Dinge achten wie die Chemie zwischen Euch oder auf Dein Gefühl, verstanden zu werden.]

 

2. DAS GESCHLECHT DES THERAPEUTEN

Soll Dein Therapeut eine Frau oder ein Mann sein? Oder ist Dir das gleichgültig?
Es gibt sicher einige, die lieber mit einer Frau als Therapeutin arbeiten möchten - andere wiederum mit einem Mann als Therapeuten - oder divers. Gleichgültig, welche psychologisch-seelischen Hintergünde diese Wahl haben mag, es ist wichtig, diese Frage für sich zu klären.
Wenn man mit dem nicht bevorzugten Geschlecht doch meint arbeiten zu müssen (so etwas sollte man natürlich NIE - mit jemandem arbeiten MÜSSEN! - aus welchen Gründen auch immer: günstige Preise, räumliche Nähe etc...), kann es zu Verzögerungen, Stillständen und anderen Problemen in der Therapie durch das Fehlen von Deinem Vertrauen und Nicht-Einlassen kommen.
Klar kannst Du an den Widerständen gegen Männer/Frauen in der Therapie mit einem Therapeuten mit genau dem entsprechenden Geschlecht auch arbeiten. Es sollte Dir dann nur klar sein, dass es wahrscheinlich dann erst mal kein anderes Thema geben kann, da das Geschlecht des Therapeuten viel Widerstand erzeugen kann (z.B. in Fällen von Mißbrauch).
Das alles kannst Du in gewissem Maße gleich im Vorfeld durch die richtige Wahl steuern.

3. FACHKOMPETENZ

Wie wichtig ist Dir, dass der Therapeut fachlich kompetent erscheint - besser noch: IST?
a. Die Basics - die Ausbildung(en):
Ist er Diplom-Psychologe oder Arzt - ist Dir also eine "traditionelle" universitäre Ausbildung als Grundlage wichtig? Braucht er aus Deiner Sicht einen Doktortitel? Oder hat er den Heilpraktiker für Psychotherapie, der zumindest einen Nachweis darüber liefert, dass er sich ernsthaft schon einmal mit Therapiemethoden und sog. psychischen Störungen beschäftigt hat und weiß/wissen sollte, wie er welche Klient*innen nicht behandeln sollte.

Welche Rückführungstherapieausbildungen hat er? Vielleicht bekommst Du heraus, wo und wie umfassend seine Ausbildung gewesen ist: Ein Wochenendkurs zum "Rückführungsbegleiter" oder eine mehrjährige umfassende Ausbildung?
Hat er andere Therapieausbildungen, oder lediglich die zum Rückführungstherapeuten?
[Übrigens: Nach deutschem Recht dürfen nur die therapieren, die Ärzte, ärztliche oder psychologische Psychotherapeuten oder Heilpraktiker sind. Daher die manchmal recht interessanten sprachlichen Verrenkungen mancher meiner Mitbewerber*innen, sich nicht Rückführungs- oder Reinkarnationstherapeut zu nennen. Taucht da z.B. "Rückführungsbegleiter", "Reinkarnations-Analyst" oder "Karma-Coach" etc. auf, kann man schon ahnen, warum... Therapieren ohne diese Abschlüsse ist nicht legal! Ob Du diesen "Coaches" etc. trauen möchtest, ist natürlich Deine persönliche Sache. Ich würde lieber zu einem KFZ-Mechaniker gehen, der sich schon mal nachweislich mit den Details und Hintergründen der Bremsen meines Wagens auseinandergesetzt hat - auch wenn ein Diplom oder Zeugnis sicher nicht alleinges Gütekriterium ist.]
[Übrigens No. 2: Die "Flut" von Rückführungsbegleitern etc. kommt natürlich auch daher, dass man in manchen Institutionen in zwei Wochenenden schnell und relativ preisgünstig vom Metzger zum Rückführungsbegleiter, Karma-Coach etc. gemacht wird (nichts gegen Metzger als Rückführer, war nur ein Beispiel 😉 ). Und wo nur ein bisschen Geld zu verdienen ist, sowohl auf Ausbilder- als auch Anwenderseite... und schwupps ist ein weiterer "Kompetenzeintrag" auf der Website. Sieht immer gut aus: "Mann, hat der oder die viele Ausbildungen!"
Ich persönlich lehne das ab, ein anderes Etikett aufzukleben, um sich weitere Kern-Ausbildung und Prüfungen zu sparen: wenn man Therapie anbietet, auch wenn man sie einfach mal so umbenennt, sollte man auch die legalen Voraussetzungen und die damit verbundenen vielen Pflichten erfüllen. Als Coach hat man da so gut wie gar keine(!): außer die Mehrwertsteuer vom Honorar zu erheben und abzuführen. Easy!]

b. Was er schreibt oder sagt: Wie fachlich kompetent und einleuchtend wirkt das auf Dich, was er veröffentlicht - auf seiner Website, in Büchern, in Videos und Audios etc.?

c. Wie wichtig ist Dir seine Lebens- und Therapieerfahrung? (Natürlich muss jeder auch mal anfangen dürfen... 😉 ) Gibst Du also auch einem Anfänger eine Chance oder muss es Methusalem persönlich sein, dem Du vertrauen kannst (Methusalem hat dann sicher wieder keine gescheite anerkannte Ausbildung, geschweige denn eine Website... 😀 )

d. Ein Rückführungs- bzw. Reinkarnationstherapeut sollte auch Clearingtherapeut sein. (Ich persönlich bin kein Freund von "Universalanbietern", doch Clearing - die Arbeit mit Fremdenergien - ist eine wirkliche Ausnahme. Das ist sozusagen ein Muss und daher auch schon Bestandteil vieler seriöser Rückführungstherapieausbildungen.)

e. Wie sieht es aus mit Empfehlungen des Therapeuten? Gibt es Feedbacks auf der Website - oder besser noch: hast Du eine persönliche Empfehlung z.B. von einer Freundin, einem Freund bekommen?

 

4. PRAXISORT

Wie weit darf die Praxis von Dir entfernt sein?
a. Hast Du da ein Limit wegen den Kosten, Fahrtkosten, Fahrtzeiten oder möglichen Hotelübernachtungen? Berücksichtige auch bei den Kosten für Fahrten und ggf. Unterkunft, dass auch noch Folgetermine nötig sein könnten.

b. Ist Dir wichtig, dass die Praxis barrierefrei ist und/oder verkehrstechnisch gut angebunden?

c. Bist Du reisefähig? Wenn längere Anfahrtswege schwierig sind, kannst Du von jemandem gebracht und abgeholt werden?

d. "Online"-Angebote: Ich wäre da sehr vorsichtig. Klar ist es für beide weniger aufwändig: Keine Reisekosten und -mühen auf der einen Seite, auf der anderen Seite keine Praxiskosten: Computer an und los geht´s. Klingt gut, aber ich würde nie eine körperlich und emotionale Therapiearbeit über den Computer führen wollen, halte das bei z.B. Verhaltens- oder Gesprächstherapien für anwendbar, für Traumaarbeit aber (und das ist seriöse Rückführungstherapie eben) sogar für verantwortlich grenzwertig.

Die menschliche "old school"-Nähe und eben nahe und wirklich präsente, nicht virtuelle Unterstützung ist nicht ersetzbar, auch wenn sie velleicht aufwändiger ist. Auch die Möglichkeit, vor allem für Klient*innen von außerhalb, für eine Therapie und innere Veränderung mal aus dem gewohnten Rahmen an einen anderen Ort zu gehen (und sprichwörtlich mal von der eigenen Couch herunter) und die Konzentration in dieser Zeit ganz auf sich selbst zu behalten, ist förderlich für den Prozess.

Mache natürlich nicht alles von der Nähe der Praxis abhängig (s. Vertrauen etc.). Sehr viele meiner Klient*innen nehmen lange Anfahrtswege zu mir oder anderen Therapeut*innen in Kauf. Ein passender Therapeut muss nicht zufällig um die Ecke seine Praxis haben.

 

5. THERAPIEKOSTEN

Welche Grenzen hat Dein Budget? Was bist Du gewillt zu zahlen?
Klar, Du mußt die Therapie bezahlen können.
[Exkurs aus Therapeutensicht: Berücksichtige bei den Preisen, hier sind - bei den richtigen Profis zumindest - Menschen am Werk, die freiberuflich engagiert arbeiten, nur konzentriert darauf und nur davon leben möchten. Und Viele davon arbeiten vollzeit, aber bei dieser Tätigkeit kann man nicht 40 Stunden in der Woche therapieren. Man übersieht als Laie sicher, welche Kosten die Praxisführung und die Selbständigkeit mit sich bringen und wie man als Therapeut für sich sorgen muss, um auch längerfristig gute, hochkonzentrierte Arbeit bieten zu können.]

Es gilt für mich unbedingt Folgendes:
Qualität vor Geldbeuteldicke

Lieber eine teurere qualitativ gute Therapie, als zu einem Therapeuten gehen, der um die Ecke wohnt, weil es "praktischer" und "billiger" ist. Mit Sparen tust Du Dir gerade auf diesem sensiblen Gebiet nichts Gutes und hast vielleicht (im besten Falle) eine frustrierende Erfahrung, die den Willen zur Veränderung erst einmal wieder stoppt. Das, was effektiv und tiefgehend ist, ist in inkompetenten Händen immer mindestens haarig bis gefährlich...
Daher: Geiz ist hier überhaupt nicht geil!
Spare dann lieber an oder nimm´ Ratenzahlung - falls angeboten - in Anspruch. Qualität hat auch hier seinen Preis. Und wenn Du Dir einen bestimmten Therapeuten ausgewählt hast, sollte er das auch sein. Frage also ggf. nach Ratenzahlung.
Du investierst in Deine glücklichere, freiere Zukunft. Geldausgaben sind in den allermeisten Fällen eine Sache der Prioritäten.
Gesetzliche Krankenkassen bezahlen übrigens nie. Bei privaten Kassen ist die Übernahme nicht sicher. Bei den meisten Therapeuten ist man daher Selbstzahler.


6. ZEIT

Welchen Zeitrahmen sollten die Sitzungen haben? Wann kannst Du - und sollte er dann Termine für Dich haben?
a. Dauer der Therapie: Einzelsitzungen (wie lange?), ganze Wochen oder gar vier Wochen am Stück oder ZweiTagesTermine wie bei mir?

b. Terminierung: Kannst Du an Werktagen? (Urlaub nehmen ist wieder eine Sache der Prioritäten, das geht ja theoretisch immer.)
Bietet er das Wochenende an, damit Du Dir nicht freinehmen mußt? (Quetsche die Therapie aber bitte nicht in eine "einzelne freie Minute", sie ist tiefgreifend und sollte nicht gleich wieder im Alltag untergehen. Das ganze Wochenende Therapie, dann Montagmorgens ohne Pause wieder voll ´rein in den Alltagstrubel, nur um Urlaubstage zu sparen, würde ich nicht empfehlen.)

c. Und, wie gesagt, gehe nicht von vorneherein von nur einem einzelnen (Doppel-)Termin aus. Trotzdem schön, wenn es so kommen sollte.

 

7. BESTIMMTE TECHNIKEN

Hast Du von bestimmten Vorgehensweisen gehört, von denen Du begeistert bist, die er beherrschen soll?
Z.B. Hypnose, Atemtechniken als Einleitung, Arbeit mit Engeln, Therapie ohne Schnörkel und künstlicher "Spiritualität" (letzteres ist eher mein Ding 😉  ) etc...

 

8. SOLO- ODER UNIVERSALGENIE?

Möchtest Du, dass sich der Therapeut auf die Rückführungstherapie konzentriert oder möchtest Du jemanden, der auch andere Methoden anwendet?
Also ein Therapeut, der eine Rose oder lieber einen Strauß von Techniken oder Methoden hat? Bei welchem von den beiden würdest Du Dich mit der Rückführungstherapie wohler fühlen? Brauchst Du Deiner Meinung nach noch andere Unterstützung durch andere Methoden bei einem Therapeuten oder reicht Dir die Rückführungstherapie?

 

9. FALLS DU PSYCHOPHARMAKA EINNIMMST

(übrigens sind auch Schmerz- und Schlafmittel Psychopharmaka!)

Arbeitet der Therapeut mit Dir, wenn Du Psychopharmaka einnimmst?
Einige Therapeuten schließen Dich dann aus. Unbedingt vorher fragen, wenn es nicht aus der Website hervorgeht.

 

10. FALLS DU DROGEN-, MEDIKAMENTEN- oder ALKOHOLSÜCHTIG BIST ODER EINE PSYCHOSE HAST

Arbeitet der Therapeut mit Dir, wenn Du süchtig bist oder eine Psychose hast/hattest?
Falls Du zur Zeit akut stoffabhängig süchtig bist, bitten Dich viele Therapeut*innen, Dich erst nach einem Entzug wieder zu melden. Manche wenden bei Psychosen (bei zurückliegenden weniger oft, im akut Stadium eher öfter) keine Rückführungstherapie an. Auch hier: kläre das früh genug ab (durch seine Website oder am Telefon) und überlege selbst, ob das wirklich das Richtige für Dich ist.

....upps, falsch gezählt, es sind doch 11 Punkte!  🙂  🙂


11. INHALTLICHE SPEZIALISIERUNGEN

Ist Dir wichtig, dass der Therapeut therapeutische oder/und persönliche Erfahrung mit genau Deiner Problematik hat?
Ich persönlich glaube nicht, dass ein Therapeut alle Facetten körperlichen und seelischen Leids mitgemacht haben muss (um Gottes Willen, nein danke!  😉 ), um empathisch zu sein.
Aber vielleicht gehörst Du zu den Menschen, die sich aufgehobener fühlen, hat z.B. der Therapeut selber schon Ähnliches wie Du erlebt (Krebskrankheit oder Todesfälle z.B.). Oder/und Dir ist wichtig, dass er sich auf ein bestimmtes Thema spezialisiert hat. (Das ist in der Rückführungstherapie jedoch nicht allzu häufig, da wir ja mehr an den Ursachen als an den Symptomen (die lediglich (Teil-)Erscheinungen und Nachhall von früheren Erlebnissen sind und daher "nur" Ausdruck eines Themas) interessiert sind. Aber es gibt es hin und wieder doch Spezialausrichtungen der Therapeuten. Wenn, dann werden sie es sicher auf ihrer Website deutlich gemacht haben - oder Du erkennst es an den Themen ihrer Veröffentlichungen.



DAS TELEFONAT

TelefonCheckliste Rückführungstherapeut


VORBEREITUNG FÜR DAS TELEFONAT:

Du hast jetzt nach der Anwendung Deiner Checkliste einen (oder mehrere) passende Therapeuten gefunden, die "harten Fakten" über ihn oder sie gesammelt (z.B. Preise, Sitzungsdauer etc.), vielleicht sogar - wenn es mehrere sind - zusammen mit ihrer Webadresse notiert. Hast einen genaueren Eindruck anhand der obigen Checkliste über das gewonnen, was Dir wichtig ist, anhand dem, was er so von sich im Netz oder in Büchern über sich und seine Arbeit preisgegeben hat.

Jetzt auch mal mutig voran und rufe ihn einfach mal an! Dann erst bekommst Du den ersten persönlichen Eindruck von ihm. Klar, kannst Du ihn auch erst mal anmailen, aber es geht nichts über den direkten und spontanen Livekontakt. Beißen kann er nicht, da ist die Entfernung dazwischen...Und die meisten Therapeuten sind zahme Wesen.  😉

Am besten, Dir ist vor dem Telefonat klar, was Du mit ihm besprechen möchtest (das schont nebenbei auch seine unbezahlte Zeit).

FRAGEN VOR DEM TELEFONAT:

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WÄHREND UND NACH DEM TELEFONAT:

In dem Telefonat fokussiere Dich auf seine Stimme und seine Reaktionen auf Deine Fragen und ggf. Problematik: Ist seine Stimme sympathisch, geht er hier schon verständnisvoll auf Dich ein? Hier immer auf Dein Gefühl achten.
Und frage Dich währenddessen oder danach: Könntest Du Dich bei ihm aufgehoben fühlen, Dich öffnen? Hat er schon ein wenig Dein Vertrauen gewonnen, d.h. könntest Du Dich sicher bei ihm fühlen, auch Peinliches oder Schmerzhaftes erzählen?

Bist Du Dir während oder nach dem Telefongespräch noch nicht sicher, ist er es vielleicht nicht oder Du vereinbarst erst mal ein Erstgespräch und schaust und fühlst darin, wie es Dir in der Gegenwart des Therapeuten geht und ob Du Dich öffnen kannst. Das ist eigentlich der beste Test. Nach dem Erstgespräch kannst Du Dich immer noch für eine Therapie entscheiden. Mach Dir keinen Druck und lass Dir keinen machen, von wem auch immer! Du machst das alles für Dich!

Also ´ran an die Wählscheibe (ok, mit diesem Ausdruck habe ich mich als Methusalem geoutet...ich habe aber richtige Ausbildungen und eine Website!!! Aber dafür keinen Rauschebart. 🙂  )

Ich hoffe, ich habe Dich für Deinen nächsten Schritt ermutigt und etwas Praktisches an die Hand gegeben, um Dich besser zurechtzufinden bzw. Dir klarer zu werden, wo Deine Prioritäten in der Therapeutenwahl liegen.

Jetzt wünsche ich Dir viel Erfolg bei der für Dein kommendes freieres Leben wichtigen Entscheidung für eine Therapie (was? immer noch nicht für eine Rückführungstherapie entschieden? 😉

Hier noch ein schöner Text für Unentschiedene von mir: "Sechs gute Tipps von Sankt Nimmerlein, dem Heiligen des Aufschiebens eines besseren Lebens")

Vielleicht fällt ja auch Deine Therapeutenwahl auf mich. Ich würde mich sehr freuen, Dich begleiten zu dürfen. Klopfe meine Website danach ab, ob ich der Richtige für Dich bin. Ich darf wohl unbescheiden sagen, ich habe mir alle Mühe gegeben, meine Arbeit auf ihr so transparent wie möglich zu machen, wie wohl wenige andere in diesem Bereich.
Alles Liebe und vielleicht bis bald,
Dein Ulf Parczyk

 

Ach ja, hier der Link zur Liste zum Anschauen und Herunterladen:

PDF: Suchen und Finden eines guten Rückführungstherapeuten

(Und noch eine große Bitte: Wenn Du dann ersten Kontakt aufgenommen hast, ghoste bitte nicht den Therapeuten/die Therapeutin! Immer mal wieder kommt es leider vor, dass Interessenten sich nach dem kostenlosen Telefongespräch und schon besprochenen Terminvorschlägen einfach nicht mehr melden. Das kostet Zeit, hinterher zu telefonieren oder zu -mailen, manchmal nicht mal dann mit Erfolg. Ich verstehe es echt nicht - und ich verstehe schon viel - und diese Rücksichtslosigkeit ärgert mich. Termine werden dadurch blockiert, Klarheit muss geschaffen werden etc.
Sag´ es lieber gleich (von mir aus mit Mut) am Telefon im Vorgespräch, wenn Du doch kein Interesse hast - oder dass Du es Dir noch überlegen möchtest. Oder, wenn Du danach kalte Füße bekommen hast, schreib´ einfach kurz: "Ich interessiere mich doch nicht mehr für einen Termin." Dann ist alles klar, das ist ja keine Schande oder Weltuntergang. Scham oder Feigheit oder Faulheit oder was auch immer kosten das Gegenüber, das Dich unterstützen wollte, Lebenszeit, die besser mit der Unterstützung wirklich Interessierter zu verbringen ist. Und Dich kostet es nur eine kurze Mail. Wir Therapeuten danken Dir!)

_______

Photos: Beitragsfoto von Ryan McGuire, gratisography / Checkliste von TeraVersalainen, pixabay: pixabay.com/de/checkliste-%C3%BCberpr%C3%BCfen-liste-marker-2077024/, CC0 / Telefon von 526663 pixabay: pixabay.com/de/telefon-w%C3%A4hlscheibe-alt-arrangement-499991/, CC0

 

 

 

 

Hier der zweite Teil des Artikels über die Echtheit von Rückführungserfahrungen, Erinnerungen in Reinkarnationstherapie an frühere Leben. Bitte vorher Teil 1 lesen/hören!

 

Cleopatra

3. "Das, was ich wiedererlebe, ist vielleicht ein früheres Leben, aber nicht unbedingt von mir persönlich."

Das Weltgedächtnis

Es gibt im Spirituellen die Annahme, dass ALLES im Universum: alle Erfahrungen, Taten, Gedanken nicht verlorengehen und abgespeichert seien. Dieser Wissensspeicher wird "AKASHA-CHRONIK" genannt und umfasse sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart und Zukunft. Medial Begabte oder Menschen in besonderen Bewusstseinszuständen hätten Zugang zu diesem Speicher und könnten aus ihm lesen.

Auch die Inhalte und früheren Leben könnte der Klient in seinem besonderen Bewusstsein in den Rückführungssitzungen aus dieser Akasha-Chronik gezogen haben. Die These lautet also: Es seien zwar Rückerinnerungen, aber nicht die des Klienten selbst. Sie wären quasi "gechannelt" aus dem Gedächtnispool der irdischen Wesen (Menschen, Tiere, Mineralien etc.). Die wiedererlebten Situationen wären also nicht persönlich von der Seele des Klienten erlebt worden.


Mein Kommentar:

Die berühmt-berüchtigten früheren Leben als Cleopatra

Auch so ein Totschlagargument der sogenannten "Skeptiker": Es gäbe Tausende von Menschen, die in einem früheren Leben Cleopatra gewesen sind. Also wäre das ja wohl unglaubwürdig mit den früheren Leben. Und den Rückführungen. Es liefen heutzutage dank Rückführungen auch noch Tausende von reinkarnierten Jesussen oder Hildegard von Bingens zwischen den ganzen Cleopatras herum.


Mein Kommentar:

Man darf sich jetzt aber nicht vorstellen, dieser Punkt hier würde auch nur 0,5 % der Arbeit in der Praxis ausmachen.
Eben der Vollständigkeit halber, Du weißt ja...   😉



4. "Warum erinnere ich mich denn sonst nicht, wenn ich früher schon einmal gelebt habe?"

Zweifel nagen manchmal auch an Klienten, die sich diese Frage stellen. Sie haben bis zur Sitzung keine Eindrücke von früheren Leben gehabt und bezweifeln daher, dass diese in Sitzungen dann echt sein können und nicht künstlich herbeigezogen. Wir würden möglicherweise in der Sitzung etwas zusammenbasteln, was ja bis jetzt gar nicht von alleine gekommen ist. Wenn es sie wirklich geben würde, dann hätte man ja schon vorher Eindrücke davon haben können, ohne Therapie.
Also auch wieder: Phantasiealarm!


Mein Kommentar:

Dass Traumatisches direkt auftaucht - das, was wir in den Sitzungen bearbeiten - ist sowieso nicht sehr wahrscheinlich, weil man es nicht verkraften würde. Höchstens Ausschnitte könnten auftauchen, nicht unbedingt traumatischer Art.
Aber bei ganz ganz Vielen tauchen mittlerweile oft spontane Rückerinnerungen auf. Vielleicht nicht bei dem Fragenden selbst, sonst wäre es ja kein Einwand. Aber es werden fühlbar mehr Menschen, die auch auf anderen Wegen als in einer Therapie (wo ja eben die obige "Gefahr" der Beeinflussung von manchen gesehen wird) Eindrücke von früheren Leben haben, und zwar in:

(Diese Erinnerungsformen kann man natürlich ähnlich kritisch diskutieren, so wie ich dies hier mit den Erinnerungen in Sitzungen tue, aber das würde hier zu weit führen.)



Hammer

5. Der Hammer kommt zuletzt! Noch dazu ein Hattrick!

Der Lohn für die fleißigen und geduldigen LeserInnen unter Euch, die bis jetzt durchgehalten haben...  🙂  :

Drei ganz starke Argumente für Erinnerungen an wahre Ereignisse in früheren Leben:
- Sitzungsverlauf - Warum so?
- Symptome - Warum überhaupt?
- Heilung - Warum eigentlich?

1. Treffer: Ein wahres Wunder innerhalb der Sitzung!

Dieses Argument liegt in dem Ablauf einer Sitzung begründet: In therapeutischen Rückführungen taucht traumatisches Material auf, das nach unserer Theorie (s. kostenloses E-Book "Die Ursache der Probleme" auf der Schätze-Seite) verantwortlich für unsere heutigen Probleme ist und durch den Widerstand entsprechend mühsam erarbeitet werden muss.
Demnach wäre der Vorgang nach der Phantasie-Theorie in der Sitzung selbst (!!) folgender:

  1. Der Klient hat ein Problem und geht zum Rückführungstherapeuten
  2. In der Sitzung produziert er unbewusst eine Phantasie eines vergangenen Ereignisses, sehr ausgearbeitet und in allen Details.
  3. Im geradezu gleichen Moment wird es dann wieder verleugnet (eigentlich bleibt es einfach unbewusst)
    (Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: ich phantasiere etwas unbewusst und im gleichen Moment unterdrücke ich es wieder!??)
  4. Und dann wird es, oft zäh und nur mit Unterstützung und begleitet von unangenehmen Emotionen und physischen Empfindungen, z.B. Schmerzen, wieder aufgedeckt. Und das nur Stück für Stück, manchmal in Stunden Arbeit.
    (Mühe wäre bei einer Phantasie ja gar nicht nötig! Er hat es sich doch eben selbst ausgedacht!)
  5. Und ist dann am Ende emotional und von der Handlung her auch noch schlüssig! Und zwar die kompliziertesten Handlungen und Handlungsstränge! Es tauchen ja oft zu Beginn Dinge auf, die man sich erst nicht erklären kann und die erst dann stimmig werden, wenn alles aus der Verdrängung aufgetaucht ist, da es sich dann erst alles zusammenfügt.

Das wäre ein wahres Wunderwerk!! Und wofür eigentlich das Ganze? Es ist ja nicht mal eine "nette Geschichte"...

2. Treffer: Symptom nicht durch Zufall

Wir postulieren ja (im Gegensatz zur herkömmlichen Psychologie), dass jedes Symptom oder Problem, sei es körperlicher oder psychischer Art, eine real erlebte Ursache hat. Eine wirkliche Erfahrung steckt dahinter - in diesem oder in früheren Leben.
Daher könnte man sagen: kein Symptom ohne Vergangenheit. Und wenn in diesem Leben nichts auftaucht, ist es wahrscheinlich, dass die Ursache weiter zurück liegt.

Also kurz: Kein Symptom gäbe es ohne vergangene Erfahrungen und davon die allermeisten Symptome nicht ohne frühere Leben!

Also: dass es Symptome gibt, weist schon auf eine Realität dahinter hin!
Eine reale Erfahrung führte dazu - und deren Verdrängung.
Wie oben schon ausgeführt, führen wohl Phantasien und False Memories
(s. Teil 1 dieses Artikels) nicht zu handfesten Symptomen und Verhaltensänderungen wie das ein (verdrängtes) Trauma tut.
Mit den Alternativerklärungen könnte man auch schlecht erklären, warum die Menschen sich genau so erleben und verhalten wie ein Mensch, der z.B. in einem früheren Leben von der Inquisition gefoltert und verbrannt wurde.
Oder wo die seelischen Gründe von Geburts- oder Muttermalen oder Behinderungen im heutigen Leben herstammen. Phantasien oder andere Erklärungsmöglichkeiten können diese schwerlich gebildet haben. (Dafür muss man natürlich wissen (glauben ist das falsche Wort), dass auch solche Phänomene eine seelische Ursache haben, aber das ist ja 1x1  😉  )

3. Treffer: Heilung durch Rückführung

Warum ist Rückführungstherapie dann wirksam, wenn es sich bei den Erinnerungen nur um Phantasien, Kryptomnesie, Falsche Erinnerungen oder Erfahrungen aus der Akasha-Chronik handeln würde?

Dann lässt die Heilung der Symptome m.E. den Umkehrschluss zu, dass das Reale in den Sitzungen getroffen und durch die Bewusstwerdung und das Annehmen entschärft wurde. Und das bezieht sich ja nicht nur auf frühere Leben, es werden ja auch Situationen des heutigen Lebens bearbeitet und können zu denselben Ergebnissen führen.
Trauma ➡ Verdrängung ➡ Bewusstwerdung ➡ Heilung.
Warum sollte es sonst wirken, wenn es nicht ein echtes Erlebnis war?

Was wirkt, ist wirklich...  🙂

(Abgesehen davon: Wie ja alle "Phantasie-Argumente" auch für Erinnerungen an Ereignisse im heutigen Leben gelten könnten! Wer kann alle Erinnerungen des heutigen Lebens auf Realität überprüfen, wenn andere Zeugen z.B. die Wahrheit leugnen oder anders wahrgenommen haben? Aber dieses Argument haben wir ja schon oben ausgehebelt...)

 

Nach unserer Theorie (wie gesagt, bitte unbedingt hierzu das kostenlose E-Book "Die Ursache der Probleme" lesen!) sind die Probleme ja gerade durch den Widerstand gegen die traumatischen Situationen verursacht. Hätten wir sie in dem Moment annehmen können, hätten sie auch keine Auswirkungen (-> Symptome, Probleme) gehabt. Genau das NEIN zur Realität hat zu ihnen geführt.
M
it der Bewusstwerdung verhelfen wir der Realität gerade wieder zu ihrem Recht! Das "Ja! Es IST passiert!" ist genau das Annehmen, das uns heilt. Die Erinnerungen dann mit der Einschätzung "Phantasie" wieder zu einer Nicht-Realität zu machen, wäre dann absurd und das genaue Gegenteil dessen, was unsere Arbeit ja bringt und damit Effekte zeitigt...

Die Nähe der Eindrücke zu den heutigen Erfahrungen erklärt sich natürlich damit, dass wir die Realität dieser schmerzhaften Situationen, die wir bis jetzt nicht angenommen haben, durch den Widerstand verdammt sind zu wiederholen. Unselige Muster entstehen, die das Drama von einst reinszenieren... Also ist das "Symboldrama" eher das, was wir jetzt erleben, nicht die eigentlichen zurückliegenden Ereignisse... 😉
Die Probleme sind entstanden durch unsere Wahrnehmung und Nicht-Verarbeitung (Verdrängung, Verneinen) der früheren Realität. Das verdrängt, was wir damals für wahr gehalten und nicht ausgehalten haben: unsere Schuld, unseren Untergang, unseren Tod...
Nehmen wir das NEIN in der Therapie weg, erledigen sich auch die Symptome und Probleme, die mit diesen Ursachensituationen zusammenhingen.
Die Heilung halte ich für eines der stärksten Indizien für den Wahrheitsgehalt der Erinnerungen.

.....Und ist auch eigentlich ganz logisch. 🙂

Unterm Strich

 Ich glaube, es ist deutlich geworden, dass die Alternativerklärungen Phantasie (bzw. Symboldrama, False Memories), Kryptomnesie, Akasha Chronik-Zugriffe einzeln gesehen und dann noch mehr in der Zusammenschau nicht sehr überzeugend sind.

Gerade der offene, nicht Druck in eine bestimmte Richtung ausübende, Charakter der Sitzungen zusammen mit dem geduldigen Durcharbeiten macht das Produzieren von Phantasien unwahrscheinlich und wenn Unwahres auftaucht, arbeiten wir uns zum wahren Kern durch, der sich hinter allem verbirgt.
Andere Zugänge als mein therapeutisches Vorgehen in den Sitzungen können wahrscheinlich mehr solcher "Fehlerquellen" in den Erinnerungen hervorrufen, sind anfälliger dafür und können dadurch fehlerbelasteter sein, z.B. in klassisch-hypnotherapeutischen Richtungen.
Auch Zugänge zu früheren Leben, die sich nur oberflächlich mit dem aufgetauchten früheren Leben beschäftigen, wie Rückführungen von CD oder Gruppenrückführungen, bergen sicher stärker die Gefahr von den dargestellten Verzerrungen.

Für mich, der ich ja tagtäglich mit diesen Erfahrungen der unterschiedlichsten Klient*innen (mit unterschiedlich starkem "Glauben" an Reinkarnation übrigens) in den zahllosen Sitzungen konfrontiert bin, sind die Alternativerklärungen sowieso noch einmal mehr sehr weit weg von der Realität. Diese Erfahrung hat ein Interessierter verständlicherweise aber nicht. Daher ja auch dieser (mal wieder) lange Text...  🙂

Der Nutzen der Behauptung oder des Zweifels, die Eindrücke in therapeutischen Rückführungssitzungen wären Phantasien, kann auch manchmal weniger wahrheits- als interessengeleitet sein.

Der Verstand hätte dann z.B. einen Grund, die Inhalte als nicht wahr einzustufen. Das wirkt angstreduzierend: Man müsste sich als Klient nicht ernsthaft mit den unbequemen Inhalten auseinandersetzen (bei unangenehmen Taten z.B.: "Ich war das ja gar nicht damals. Das ist eine Phantasie."). Also können die Zweifel oder das Wegschieben der Erfahrungen auch Ausdruck des Widerstandes sein, mit dem wir ja sowieso in der ganzen Arbeit zu tun haben. Verstand und Widerstand sind dann "partners in crime"  😉 .
Und als Wissenschaftler (oder überhaupt als "Skeptiker") müsste man sonst auch sein Weltbild oder die eigene Philosophie ändern. So kann man  ausschließlich an dem weiter festhalten, was das heutige Leben bietet...   😉

Ich gehe mal stark davon aus, dass die hartnäckigen Skeptiker nie eine Rückführungstherapie (bei mir) gemacht haben.  🙂
Daher gilt: Mach Dir selber ein Bild -- wie immer: die Erfahrung zählt!
Dann urteilen.

Ich grüße Euch wie immer allerherzlichst!
Euer
Ulf Parczyk

 


Photos: Beitragsbild "Cleopatra- Having a little bath in milk" von Pascal; CC1.0  //  "Cleopatra DIY costume toddle" von currystrumpet; CC2.0 //  "diary writing" von Fredrik Rubensson, flickr; CC2.0  //  "Hand hält Hammer"; public domain

Hier der erste Teil des Artikels über die Echtheit von Rückführungserfahrungen, Erinnerungen in Reinkarnationstherapie an frühere Leben:

"Habe ich das damals wirklich erlebt?"

Viele, die sich mit Rückführungen in frühere Leben und Reinkarnationstherapie beschäftigen, bewegt die Frage danach, ob die Eindrücke und Bilder in den Rückführungen frühere Wirklichkeiten ihres Seelenlebens sind.
Diese Zweifel können manchmal durch Zweifel an der Tatsache der Reinkarnation unterstützt sein: Wer nicht an frühere Leben glaubt, tut sich wohl auch schwer, den Erinnerungen daran Glauben zu schenken.
Aber man kann auch ohne das einfach nur mit dem Glauben Schwierigkeiten haben, dass Rückerinnerungen in Reinkarnationssitzungen wahr sind.

Hinter der obigen Frage stecken die Zweifel oder Bedenken, dass man als KlientIn auf der Therapiecouch irgendwas dahinfabuliert, was nichts mit vergangenen Realitäten zu tun hat. Im schlimmsten Fall nur ein interessanter Zeitvertreib. Natürlich sind Zweifel oft gesund. Gerade wenn man keine Erfahrungen gemacht hat, soll man ja auch nicht einfach etwas übernehmen, nur weil es jemand behauptet.

Dafür, dass diese Eindrücke in den Sitzungen auch etwas anderes sein können als Erinnerungen an eigene frühere Leben, sprechen viele Argumente, die ich Euch hier gerne näher erläutern möchte. Außerdem wird hoffentlich etwas klarer, dass und wie mein eigenes therapeutisches Vorgehen Alternativerklärungen zur Wahrheit nahezu ausschließen kann.

Die häufigste Alternativerklärung für echte Erinnerungen ist natürlich folgende:

1. "Ich bilde mir das alles ein, ich phantasiere mir das zusammen."

Hier kommen die Bedenken zum Tragen, man beschäftige sich in den Sitzungen mit Material, das man sich einfach ausgedacht hat. Ein Werk der blühenden Phantasie, über die jeder mehr oder minder verfügt. Zufällige Phantastereien.

Nur Bilder der Seele

Oder im "besten Falle" nehmen manche an - oder hoffen -, dass die Seele sich in diesen Bildern ausdrückt: ähnlich wie in Träumen oder in einer Art Phantasiegeschichte oder einem Symboldrama, das das Problem des heutigen Lebens ausdrückt und dabei in früheren Zeiten spielen lässt. Frühere Leben wären dann in dieser Theorie Analogien für das heutige Drama, nur auf eine historische Bühne verschoben.

Diese Haltung wird sogar von manchen RückführungstherapeutInnen eingenommen, die sagen: "Wir nehmen die Bilder als Ausdruck der Seele, die uns damit etwas zeigen möchte. Ich arbeite einfach damit und ob es wahr ist, ist mir als Therapeut gleichgültig."

Psychologen würden vielleicht sogar noch weiter gehen und würden sagen, dass diese Phantasie von einem früheren Leben eigentlich ein Trauma überdeckt, indem sie von einem noch schlimmeren Trauma im heutigen Leben ablenkt. Solche Bilder hätten dann den unbewussten Zweck, mehr Distanz zu erzeugen, wenn das Furchtbare in einem früheren Leben stattgefunden hätte. So in der Form: "Je länger her, umso weiter weg von mir und meinem heutigen Leben..."

Realität ist da, Phantasie wird gemacht.

Um auf die Phantasieannahme einzugehen, müssten wir zunächst kurz klären, was "Phantasie" und "Realität" eigentlich sind. Keine Angst, es wird nicht richtig philosophisch, das überlassen wir lieber den Philosophen, die sich schon seit je her mit dieser Frage herumschlagen.
Nur ganz (und hoffentlich nicht zu) einfach:

In einer Phantasie MACHEN wir ein Bild selbst. Es ist ein kreativer Vorgang. Wir verknüpfen dabei bekannte Inhalte mit Hilfe unserer Vorstellungskraft zu einem neuen Bild. Eine fliegende regenbogenfarbene Schildkröte mit sechs Beinen ist eine Phantasie. Wir erschaffen etwas Neues, zusammengesetzt aus bekannten Teilen - Beine, Flügel, Schildkröte, Farben - aus der Realität, die schon existiert. Ein individueller, kreativer Ausdruck, ein Spiel mit dem Realen. Gemeinhin sagt man daher, wer Phantasie und Realität nicht unterscheiden kann, ist psychotisch. Das führt uns gleich zum Begriff der

Realität. Sie ist hingegen das, worüber eine Übereinstimmung zwischen Menschen besteht, dass es wirklich IST. Beispielsweise, sieht jemand die berühmten weißen Mäuse, die anderen jedoch nicht, hat er sicher bald ein Problem... 😉  Für ihn selbst kann es wahr sein, es besteht aber mit den anderen keine Übereinkunft, dass es "wirklich" so ist. (Daher sind Visionäre in Kunst und Wissenschaft auch immer erst mal als verrückt eingestuft worden...)
Realität ist einfach "da" - "robust", wie auch gesagt wird.


Mein Kommentar:

Zwei verschiedene Vorgänge

Phantasie besteht aus Realem

Falsche Deckerinnerungen

Körper und Emotionen

 

Buch schreiben

Der Klient als Spontanautor von Epen

 


Falsche Erinnerungen und Suggestion

Nehmen wir aber an, wir hätten es jetzt mit einer Phantasie zu tun, und würden sie für eine Realität halten, dann würde das in der psychologischen Forschung FALSE MEMORY SYNDROME genannt. Es handelt sich dann um Erinnerungen an Situationen, die von uns als wahr angenommen werden, die aber nicht real passiert sind. Nicht-Reales wird damit zu einer subjektiv als sicher empfundenen vergangenen Realität.

Diese Möglichkeit spielt in Gerichtsverfahren, in denen es z.B. um den Nachweis von sexuellem Missbrauch an Kindern geht, eine wichtige Rolle. Ist wirklich passiert, was das Kind behauptet?
Aber auch bzgl. Rückführungen könnte man diese These vertreten: Wir haben das sichere Gefühl, die Erinnerungen sind wahr, die Geschehnisse gab es aber gar nicht.

Beim False Memory Syndrome spielt die Außenwelt häufig eine große Rolle. Erinnerungen werden verfälscht oder gar "gemacht", vor allem durch Beeinflussung von außen. In einigen Fällen von Missbrauch wurden Therapeuten oder Sozialarbeiter für das Zustandekommen von Missbrauchsbeschreibungen von Kindern verantwortlich gemacht. Die von manchen Kindern berichteten Geschehnisse konnten in diesen Fällen vor Gericht nicht nachgewiesen werden. Man nimmt hier an, dass der Druck durch bewusst oder unbewusst suggestive Fragen der Betreuer und Therapeuten als Ursache für die angeblichen Falschaussagen des Kindes ursächlich war. Die Erinnerungen wären dann sogenannte induzierte Erinnerungen gewesen, false memories.

Diese mögliche Suggestion durch den Therapeuten wird von einigen Forschern oft als Alternativerklärung für die Erinnerung an frühere Leben angenommen. Der Therapeut hätte demnach ein Interesse daran, die Klienten in diese Bilder zu schicken und drücke sie - am besten noch in Hypnose - durch Fragen und Behauptungen in die Phantasie eines früheren Lebens. Dies, weil er selbst glaube, dass die Ursache in früheren Leben läge oder es irgendwie heilsam wäre, auf diese Art das Problem zu bearbeiten. Und bringt dann durch bestimmte Hypnoseeinleitungen und Suggestivfragen den Klienten dazu, ein früheres Leben zu "produzieren".


Mein Kommentar:

Wie kann man wirklich ausschließen, dass unbewusste Suggestionen eine Rolle spielen? Man kann es nicht. Aber das bei keiner Realität, die sich bildet: ist sie doch - wie oben erläutert - eine Übereinkunft mit anderen. Und wer wird sich schon allgemeinen Übereinkünften verweigern, haben wir doch fast alle den Wunsch, nicht aus Allem herauszufallen? Also sind wir durch Glaubenssätze quasi sowieso hypnotisiert: Darüber, wie die Welt ist und wie wir sind; dass wir überhaupt sind und dass wir jeden Morgen noch dieselben sind; wie das hier alles auf der Erde funktioniert; was man tun und lassen sollte - was eben wirklich für uns ist und was nicht.
Alles Glaubenssätze und die meisten durch Übereinstimmungen.

Künstler und wirklich kühne Forscher, wie gesagt, bilden da möglicherweise eine Ausnahme. Sie nehmen sich die Freiheit, auch anders zu denken und wahrzunehmen als der Mainstream.

Aber zurück zur Therapie: Auf bewusster Ebene sind solche suggestiven Effekte schon durch mein Vorgehen und meine therapeutische Haltung minimiert (und ich kann hier nur von meinem Vorgehen sprechen, das sich über die vielen Jahre hin zu einem Minimum an Technik entwickelt hat).

Frühere Leben Schottland

2. "Ich werde das dann irgendwo in einem Buch gelesen oder im Film gesehen haben."

Bei dieser Alternative zu echten Erinnerungen kommt die Möglichkeit zum Tragen, dass man Wissen, Informationen, Bilder, Geschichten, die man irgendwann im Leben über Medien wie Fernsehen, Bücher, Internet, Kino aufgenommen hat, zu einer persönlichen Phantasie bastelt. Und dass sie dem aufgenommenen bewussten oder unbewussten Wissen und den Interessen folgt, die man sowieso schon hat.


Mein Kommentar:


Schwieriger ist die Einschätzung der Einflüsse auf Erinnerungen, deren inneren Bilder und das Wissen hieraus, wenn diese Einflüsse gar nicht bewusst sind. Hier spricht man von Kryptomnesie. In diesem Fall hier würde das so ablaufen:

Informationen, Ideen etc. werden aufgenommen. Dann vergisst man (über die Jahre möglicherweise), dass man sie aufgenommen hat (dass man ein bestimmtes Buch gelesen hat z.B.). Später tauchen diese Informationen vielleicht in einer Sitzung wieder auf und man weiß nicht, dass man sie vorher schon kannte, geschweige denn, woher sie stammen.
In Rückführungen könnten damit Umstände auftauchen, von denen man irgendwann mal gelesen hat, weiß aber nicht mehr, dass man es sich angelesen hat. Ein Krieg, die Pest, ein Kirchenbau - Fakten, die damit zusammenhängen....aber man bringt es in oder auch nach der Sitzung gar nicht mit ehedem Gelesenem in Verbindung, die Informationen wirken also neu.


Mein Kommentar:


 

Das war erst mal der erste Teil! 🙂  Damit das Ganze verdaulich bleibt, habe ich den Artikel aufgeteilt, doch der zweite Teil wartet schon auf Dich!
Darin weitere spannende Aspekte zum Thema, z.B. der "Cleopatra-Vorwurf" und vor allem der dreifache Hammer, der zuletzt kommt und schwer zu widerlegen ist... 
Bis dahin!
Ich grüße Euch allerherzlichst
Euer
Ulf Parczyk

 


Photos: Beitragsbild "Theda Bara in the role of the film `Cleopatra´ (1917) von Orange County Archives, CC2.0   // "First Light" (Schottland) von mendhak, flickr //  "diary writing" von Fredrik Rubensson, flickr; CC2.0

Bitte unbedingt vorher Teil 1 lesen/hören!

Die Liebesbeziehung

Wir verlieben uns: Herrliches Gefühl, ein Schweben, die Welt erstrahlt in hellerem, größeren Glanz als vorher, alles - und vor allem wir mittendrin - ist leichter, beschwingter, fröhlicher, glücklicher. Alles ist wie verwandelt. Oft fühlt sich der Andere ["der Andere" steht hier im Folgenden für beide Geschlechter] merkwürdig vertraut an, wie alte geliebte und wiedergefundene Turnschuhe. Das Leben ist gut. Wir hätten es fast vergessen... Wunderbar.

Herzen Liebe

Von da aus kannst Du zusammen mit dem Leben unzählig viele verschiedene Geschichten schreiben, Du kennst wahrscheinlich mehrere davon.
Diese Geschichten könnte man sehr grob in diese drei Versionen einteilen:

Version 1 (the happy one):
Das Verliebtsein geht über in eine glückliche Beziehung, die Liebe vertieft sich, die Bande und das Vertrauen werden stärker, wir sind gegenseitiger Halt, Freund, Partner in Leichtigkeit und Schwere, teilen unsere innersten Gefühle und Gedanken und lassen die Zeit stillstehen beim Liebemachen, verschmelzen dabei für einen wundervollen Moment des EinsSeins mit dem Anderen, mit Allem.

Oder Version 2 (the - more or less - short one):
Das Verliebtsein geht irgendwann über in Ernüchterung, wenn wir den oder die andere besser kennen lernen. Wir haben uns scheinbar vertan.
Aus.
Traurig, aber der Richtige wird schon noch kommen. Bald haben wir das Ganze fast vergessen. Ein ganz kurzes Kapitel - oder auch nur ein Absatz - in unserer späteren Autobiographie.

Oder diese, auch sehr beliebte, Version 3 (the complicated one),
die uns hier weiter beschäftigen wird (in einem Therapeutenblog muss es ja immer um die problematischen Varianten gehen [ja, warum eigentlich? Das überdenke ich nochmal…. 😉 ]:
Also: Du verliebst Dich in jemanden. Und anfänglich ist alles dufte, phantastisch, überirdisch.
Irgendwann merkst Du jedoch, Deine Liebesgefühle werden gar nicht so erwidert, es ist manches doch gar nicht so schön, wie Du es Dir wünschst.

Die Skala kann hierbei sehr weit sein: Der andere sieht Dich und Deine Bedürfnisse gar nicht richtig. Oder zieht sich öfter von Dir zurück. Oder läßt liebevolle Gesten vermissen. Oder drückt seine Gefühle Dir gegenüber nicht so aus, wie Du es Dir vorstellst. Oder ist manchmal (wahrscheinlich eher in einer späteren Phase) ignorierend, emotional völlig verschlossen, bis hin zu offen lieblos oder gar demütigend und verletzend - verbal oder vielleicht sogar handgreiflich.

Deine Wünsche und Bedürfnisse laufen ins Leere: zuwenig Liebevolles, zuwenig Zärtlichkeit, zuwenig Wärme. Du fühlst Dich verletzt. Wo Du doch scheinbar so viel Liebe geben kannst, dem anderen die Wünsche von den Lippen abliest oder gar telepathisch seine Gedanken und Gefühle wahrnimmst und versuchst zu erfüllen. Der Andere ein schwarzes Loch, der aufsaugt, aber nichts oder nur spärlich zurückgibt.
Du versuchst, noch stärker zuzugreifen, verzweifelt klammerst Du fest, hakst nach, willst Bestätigungen, Worte, Antworten, Schönes, Liebevolles, Zärtliches....

Also folgen hier in dieser Schmerz-Version:

DIE ENTTÄUSCHUNG UND DAS UNGLÜCKLICHSEIN.

Jetzt wäre eine Option, die obige zweite Version zu wählen:
Notbremse ziehen und so schnell wie möglich 'raus aus der Beziehung.

Wenn nicht: Was hält uns dann noch auf?

DIE HOFFNUNG.

Das Leben in der Zukunft, in der Phantasie.

ES könnte sich ja noch ändern.
ER / SIE könnte sich ja noch ändern.
Du weißt, er kann anders sein. Du hast es vielleicht mit ihm erlebt (das macht die Enttäuschung ja so groß). Es gab Zeiten oder zumindest Momente der Öffnung, die Dir doch gezeigt haben: es geht doch: er liebt Dich oder mag Dich zumindest sehr.

Vielleicht gibt es diese Zeiten auch gar nicht. (Je weniger, umso weniger scheinst Du Dich selbst zu lieben. Eine harte Erkenntnis…) Dann speist sich Deine Hoffnung vielleicht aus dem Glauben an die Zukunft, dass er Dich irgendwann schon sehen wird oder dass es ihm irgendwann besser geht (z.B. wenn er aufhört, Drogen zu nehmen, aufhört zu trinken oder anders aufhört zu leiden und sich den Emotionen zu öffnen).

Diese Hoffnung (wie auch das Muster überhaupt) ist oft so gut bekannt von unseren Beziehungen zu unseren Eltern oder einem Elternteil: Irgendwann MÜSSEN sie doch begreifen, dass ich liebenswert bin! Und wir tun immer noch alles, um das endlich zu erreichen, jetzt auch mit diesem Partner.
Um die Trauer, dass die Liebe von den Eltern vielleicht wirklich nie so kommt, wie wir uns dies wünschen (was sie durch Leistung auch nie tun wird, weil dies nur "Belohnung" wäre und nicht Liebe) drücken wir uns lieber. Das wäre zu schlimm. Und es würde bedeuten, dass wir (vermeintlich) gar keine Liebe "verdient" hätten, und das nie mehr!

Diese kindliche Abhängigkeit ist es auch, die wir selbst spüren, wenn wir so "hinter der Liebe herjagen":
Wir fühlen uns klein, wie in einem Flashback. Zurückversetzt in eine Zeit, in der wir als Kind die Liebe und Geborgenheit so dringend gebraucht haben. Manchmal ist die Erwachsene in uns völlig verschwunden.
Wo ist sie hin, unsere starke, autonome Person, die vorher noch ganz gut alleine zurechtkam? Hat sich verkrümelt und den Raum dem kleinen, enttäuschten, abhängigen, verletzten Kind überlassen, das mit denselben Methoden wie damals in der Kindheit versucht, das zu erringen, was es möchte: Schutz, Geborgenheit, Liebe, Wärme….

Bis dahin stellen wir uns zurück, lassen Grenzen übertreten, liefern uns aus, geben, helfen, machen, warten... Und wenn das nicht wirkt, das Alles noch mehr, noch länger, noch stärker.....
Denn eines Tages wird er ja…

Jagd nach Liebe

JAGD IST SCHWERE ARBEIT.
(Und fühlt sich manchmal auch so schwer und düster an wie das Bild hier.)

Und vielleicht baust Du Deine Hoffnung sogar auf Deinem FürIhnDasein auf: Wenn Du ihn nur genug liebst, geduldig bist, ihm hilfst, Dich kümmerst, dann geht es ihm besser, dann kann er sich auch für Dich öffnen, Dich respektieren, dann liebt er Dich zurück…
Vielleicht kennst Du seine (oft problematische) Vergangenheit - wer hat sie nicht? - und versuchst ihn zu verstehen (zum Sinn und Unsinn des Verstehen-Wollens s. meinen Blogartikel dazu). Das macht Deine Geduld noch geduldiger, Dein Helfen-Wollen noch intensiver. Deine Hoffnung liegt in seiner Heilung, seinem Aufwachen. Der Fokus liegt ganz auf ihm.

Denn diese Hoffnungen lassen Dich Deine Bedürfnisse hinten anstellen. Dich gar ausnutzen lassen.
Sich eine Zeit lang opfern, denn IRGENDWANN kommt die Liebe zurück, so glaubst Du.
Das kann sein, muß aber nicht.
Vielleicht ist es auch für Dich ein Beziehungsmuster. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Du generell glaubst, dass Du nur durch Zurückstellen der Befriedigung Deiner Bedürfnisse und durch Helfen zu Liebe kommst. Sie wird so eine Belohnung Deiner Leistung, wie früher gute Schulnoten für einen liebevollen Klaps der Eltern, der sonst ausbleibt. Ein Tauschgeschäft, ein Kauf.

Natürlich ist die zweifelnde Frage berechtigt: Wirst Du für die Selbstverleugnung, Deine Therapeutinnenrolle geliebt oder einfach so, wie Du bist?
Oft kennen wir diese Form der Beziehung auch schon aus der Kindheit: Ein Elternteil, das seine Elternrolle nicht ausgefüllt hat - wegen psychischer Krankheit, eigener Bedürftigkeit, Überforderung oder Kindlichkeit, die uns selbst (zu) früh in eine "starke", erwachsene Helferrolle gebracht hat. Oder/und wir hatten das Gefühl, nicht willkommen zu sein und fühlen uns schlecht behandelt, überflüssig, eine Belastung, unbeschützt und ungeliebt und mußten für uns selber sorgen. "Enttäuschte Stärke" würde ich das dann nennen.

Mangel in der Liebe

TUN UND LEISTEN FÜR "LIEBE" HEIßT: SICH-VERÄNDERN-MÜSSEN

Das Ganze wird nun zu einem Zerrspiel. Es geht eigentlich um die Macht, Dich und/oder den Anderen so "hinzubekommen", dass Du etwas zurückbekommst. Aus dem Gefühl der Ohnmacht in die Macht kommen.
Was für ein Spiel: Erst ziehen wir einen Menschen an, der für uns ein "LEUCHTTURM DER LIEBE" (Bitte lest dazu meinen gleichnamigen Blogartikel) ist, der zu wenig Licht bzw. Liebe auf uns außendet. Dann wollen wir aber Leuchtturmwärter spielen und an den Knöpfen im Inneren des Leuchtturms (in dem wir eigentlich gar nichts zu schaffen haben, weil es nicht unserer ist) herumdrehen, bis uns das Ergebnis passt, die Menge Licht ausreicht. Und vermeintlich die Menge Licht auf uns abstrahlt, die wir brauchen. Da jedoch das Licht von außen kommt, wird es nie wirklich reichen und immer von anderen abhängen.
Also viel Mühe um nichts bzw. nicht das, was wir eigentlich bräuchten.

Für Liebe kann man gar nichts tun. Etwas tun kannst Du für Wohlwollen, Aufmerksamkeit, Bewunderung, Dein Gehalt. Nicht für Liebe.
Dahinter steht die Auffassung "Wenn ich ….(xyz) bin / tue / leiste, nur dann bin ich liebenswert"
Und damit eigentlich ganz allgemein: "Ich bin, so wie ich bin, nicht liebenswert".
Das sind die grundlegenden Glaubenssätze, die diesem Irrtum des Leistungsglaubens zugrunde liegen. Die beliebten Erklärungen "Das habe ich nicht verdient" oder "Das habe ich mir verdient" stehen ja in direktem Zusammenhang damit.

Der Teil in uns, der durch Leistung, Helfen, Geben oder Sich-Aufgeben geliebt wird, ist man ja eigentlich gar nicht in der Gänze. Es ist der Teil, der sich an das angepasst hat, was erforderlich ist, um unsere Situation als Kind zu sichern: Geborgenheit, Zuwendung, Aufmerksamkeit, Nahrung. Ganz Existentielles damals.
Mein Papa wollte einen Sohn, also klettere ich auf Bäume. Meine Mama will eine Prinzessin, also schminke ich mich dauernd. Mein Bruder ist behindert, also halte ich mich zurück mit meinen Wünschen...
Also sind wir im Kern sowieso gar nicht getroffen von dieser Art "Liebe", der wir nachrennen - wenn sie denn überhaupt kommt.
Das wissen wir, zumindest ganz tief innen. Aber wir wollen das für uns an Zuwendung retten, was wir können.

Ohne Tun oder Verändern werden wir jedenfalls nicht geliebt, das ist der Schluss, den wir ziehen. Wir empfinden uns dann als Mangelwesen: So einfach reichen wir nicht aus, müssen wohl mehr oder anders sein, scheinen falsch zu sein. Und behalten dieses Denken in den allermeisten Fällen bis ins Erwachsenenalter bei.
Trotz ist übrigens das - neben Anpassung - andere Mittel, mit dem manche von uns versuchen, sich von den Ansprüchen zu distanzieren, um damit ein wenig das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit zu erringen. Aber leider ist das Thema dadurch auch nicht gelöst, denn wir retten uns nur ins Gegenteil und bleiben dort auch hängen. Pubertät reloaded.

Ebenso versuchen wir durch Stärke und die Einstellung "Ich schaffe alles allein" diese Unabhängigkeit zu erreichen. Das ist eine super Leistung, doch gelingt es uns später dann oft nicht sehr gut - aus Angst vor eben dieser Abhängigkeit, aus der wir kommen und die immer noch droht - uns gerade in Liebesbeziehungen auch mal "schwach" und verletzlich zu zeigen. Hier sind wir dann an einer Polarität hängengeblieben und können uns schlecht davon lösen. Das zieht natürlich "schwache, hilflose" Partner an, die diese andere Rolle dann für uns spielen müssen. Und denen können wir dann wieder schön helfen und uns selber (oh, Zufall!) nicht schwach zeigen...  😉

ARBEIT HEIßT KONTROLLIEREN-WOLLEN.

Umgekehrt heißt das Gesagte für Deine Beziehung zu Deinem Partner, an dem Du Dich abarbeitest:

Dein Partner ist (für Dich) auch nicht so ok, wie er jetzt ist!!

Wir möchten also - zugespitzt gesagt - Macht und Kontrolle über die vermeintliche Quelle der Liebe im Außen: den Partner - oder zumindest seinen jetzigen Zustand. Helfen, Klammern, Drohen, Weggehen, Wiederkommen, Flehen, Nörgeln - wir setzen alles ein, was wir drauf haben. Riesendruck für den anderen, egal, unsere Not diktiert unser Verhalten.

Da der Andere vielleicht leidet (manchmal nicht mal ihm bewußt  😉 ), hast Du auch gute Argumente für seine Veränderung. Es täte ihm ja überhaupt gut, wenn - ja wenn: er nicht mehr trinken, sich nicht mehr zurückziehen, verschließen, schweigen würde…. Denn seine Probleme sind ja nicht auf Eure Beziehung beschränkt, das siehst Du. Diese Wahrnehmung unterstützt Deine Haltung: er müsse sich verändern, ja! …und nicht nur wegen Dir. Das hört sich, so formuliert, so übergriffig an, wie es tatsächlich dann auch ist: Wir wissen es für ihn oft besser als er selbst.

Dein Argument ist dann oft, Du sähest seinen Kern und der wäre ganz anders als die "Oberfläche" jetzt. Und da er diesen Kern - wie gesagt - manchmal vielleicht sogar zeigt, wird das umso glaubhafter und nährt Dein Durchhalten.
"Er schlägt mich zwar, aber eigentlich ist er ein liebevoller Mensch, ich weiß es."

Trotzdem: So, wie er jetzt ist, wird er jedoch auch von Dir nicht geliebt. Auch ER muss irgendetwas bringen, sich verändern, heilen, anders sein - dann erst kannst auch Du glücklich sein. Erst dann bekommst Du etwas zurück - so Deine Rechnung.

Das glückliche Leben, Leichtigkeit und Erfüllung finden in der Zukunft statt. Vielleicht vertröstet er Dich selbst auch damit. Und das vielleicht nicht nur, um Dich nicht zu verlieren. Er glaubt und will es vielleicht auch. Das macht es Dir nicht leichter, aus der Situation auszusteigen. Er beteuert Veränderung. Therapie interessiert ihn aber vielleicht nicht oder Erfolge brauchen einfach zu lange...

UND IMMER WIEDER: DER SPIEGEL

Es ist vielleicht eine Binsenweisheit, aber dennoch wahr und unbequem:
Der Andere ist Dein Spiegel. Auch, wenn er so anders erscheint.

Oder modern ausgedrückt:

Selfie

Der Andere ist ein (oft ungeliebtes) Selfie von Dir.
(Zumindest, was die Liebe und die Themen anbelangt, vom Aussehen her hoffentlich nicht... 🙂 )

Schau ihn Dir genau an, wie er sich verhält und was Du glaubst, wie er sich fühlt. Das ist auf unbewusster Ebene, was auch in Dir schlummert und nicht da sein darf. Sein Thema ist Dein Thema. Das, was Dich so stört, was Dir im Weg ist. Gerade das. Sonst würde er Dich gar nicht anziehen. Auch wenn er am Anfang gar nicht so wirkte wie es sich später dann herausgestellt hat. Dein Unbewusstes sah da schon viel weiter.

Seine Tendenz zum Abgrenzen, die Freiheit, die Schwäche, das Chaos, der Rausch, das Kalte, Kleine, Unemotionale, Verstockte, Hilfsbedürftige, Lebensuntüchtige, Wilde, Aggressive - das sind nur wenige Beispiele, finde Deine - ist auch in Dir! Irgendwo tief drinnen. "Nein, so bin ich nicht" sagt vielleicht der Kopf und will sich weiter abgrenzen.
Doch der Kopf ist vielleicht schlau, aber nicht weise.  😉

DER ANDERE IST GAR KEIN ANDERER!

Hier ist, was in Teil 1 beschrieben wurde, also praktisch erlebbar: jede Ab-Trennung ist Illusion...
Diese Anteile, die er verkörpert, können gar nicht "Außen", "Nicht-Ich" sein! Dieses szenetypische "Das ist nicht meins" riecht meistens stark nach einer zwar gewollten, aber nicht geschafften "Abgrenzung", sonst wäre "nicht meins" gar kein Gesprächsthema.

Doch Dein Fokus liegt im Außen, auf ihm, da soll die Musik lieber spielen. Das verhindert Deine Gefühle oder schwächt sie ab - sowohl das schmerzhafte Vermissen der Erfüllung der eigenen Träume und Wünsche als auch das Beschäftigen mit Deinen eigenen Anteilen, die er jetzt ausagiert.

Das Helfen-Wollen und das Verständnis und das Mitleid (ja, eher Mitleid als Mitgefühl) haben hier ihre Grundlage. Du triffst auf das unbewußt sehr wohl Bekannte, von Dir selbst Abgelehnte und möchtest, dass es nicht mehr existiert, weder in Dir noch im Außen, das Dich ja an Dein eigenes Innenleben immer wieder erinnert:
Es / er muss sich also ändern, dann würde es verschwinden, so die unbewusste Hoffnung.
Und auch, damit Du am Ende geliebt wirst, wenn Du nur alles getan, diesen Teil geheilt oder ausgeräumt hast, der ja schon in Dir selber unbewusst leidet - und dies so leider auch weiter tun wird.

NICHT-GEHEN-KÖNNEN

Das bewusst oder unbewusst so gut zu kennen, was im Anderen ist, macht dann so schwer, den Partner zu verlassen. Die Schuldgefühle wären zu groß. Eigentlich steckt darin auch, dass wir kennen, wie das ist, wenn dieser Anteil verlassen und weggeschickt wird. Unsere Eltern haben ihn schon nicht gesehen und geliebt - und wir haben ihn selbst in uns in der Folge auch schon lange verlassen und vor uns versteckt (das Lebendige, Freche, Helle, Spielerische, Wütende, Liebende, Fühlende, Abhängige, Kleine...). Dieser Teil fühlt sich einfach zu unangenehm an, schmerzt zu sehr. Die Trennung schmerzte schon und auch die Erfahrungen, die zu dieser Trennung führten. Und die Distanz zu diesem scheinbar verlorenen Teil auch.

Das macht die Anziehung des Partners aus. Sonst hätten wir genau diese Paarbeziehung jetzt gar nicht, in der der Andere nun genau diese Rolle spielt, also diesen in uns versteckten Teil verkörpert.

ANGST

ON/OFF-Beziehungen sind auf diese Abhängigkeiten gegründet. Der jeweils Andere spiegelt so gut unseren inneren unbewussten Anteil. Und die damit verbundene, energetisch sehr geladene, Mischung aus Hoffnung und Schuldgefühlen läßt uns immer wieder zurückkehren und es noch einmal versuchen. Egal, was der Kopf (und oft auch unser Umfeld, das sich irgendwann geschlossen an die Stirn tippt 😉 ) sagt.

Die starken Emotionen siegen. Wie ein Magnet zieht der Andere uns immer wieder an. Wir können nicht von ihm lassen. Und der Andere ganz oft auch nicht von uns. Das kann Jahre so gehen. Oft ein sehr zermürbendes ZweiPersonenStück.
Denn Verlustangst kriecht hoch oder springt Dich immer wieder an: Das Wenige an Gutem auch noch verlieren. Die Hoffnung auf Liebe verlieren. Die so gut (von den Themen her) passende, wenn auch sich schlecht anfühlende, Beziehung verlieren.

Es dreht sich (am besten, er dreht sich! 🙂 ) und die Liebe kommt von ihm zurück! Das muß doch gehen!
Schwere Emotionsarbeit für das ersehnte HappyEnd.

Ein passendes Paar! -- Ein unglückliches Paar.
Stabil in der Instabilität.
Treu den immer gleichen Konflikten.
Mit Kämpfen um etwas, das nie zu erringen ist.

__________________________________

....Welche weiteren Emotionen beteiligt sind, was es dabei mit besonderen Beziehungsformen wie Dreier- und Fernbeziehungen und Erfahrungen aus früheren Leben auf sich hat - und natürlich, wie Du ein wenig weiter kommen kannst, wenn Du in diesen Mustern steckst:
Der dritte und letzte TEIL der Liebesjagd-Saga...
Bleiben Sie dran!  😀 

HIER ZUR FORTSETZUNG!!

Alles Liebe!
Euer Ulf Parczyk

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HIER ZUM WEITERLESEN DIE IM TEXT ERWÄHNTEN BLOGARTIKEL:

LEUCHTTURM DER LIEBE – 3 Liebeszustände und 1 Lösungsfrage

Standbein - Spielbein

Ich versteh´ mich nicht! Die Sackgasse des Verstehen-Wollens – und ein Weg heraus

Schattenboxen

 

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Photos: 1. Beitragsbild (Hand) von Alexander Lam, unsplash.com / 2. Herzen: "heart bokeh" von Beatnik Photos, Creative Commons 2.0 3. Jäger: von Internet Archive Book Images [No restrictions], via Wikimedia Commons / 4. Frau am Boden liegend von Oscar Keys, unsplash.com / 5. Selfie im Fenster von Never Edit, Flickr.com, Creative Commons 2.0

DIE GRUNDLAGEN

Wer kam auf die glorreiche Idee, dass sich Herz auf Schmerz reimt?

Gibt es etwas öfter Besungenes, Beschriebenes, Besprochenes als die Liebe zwischen zwei Menschen?
Sicher gleich gefolgt von der unglücklichen Liebe.
Oder sogar andersrum in der Hitliste.
Danach gefolgt von dem Verlust der Liebsten und dem Tod überhaupt.
Dramen von Shakespeare bis zu Fassbinder, Geschichten von Goethes Werther bis zu den Groschenheften, Songs von Walther von der Vogelweyde bis Peter Maffay, Filme von "Vom Winde verweht" bis "Titanic":
Kultur eine Kultur der Beschreibung der Liebe - und des Schmerzes.

Gibt es etwas, das stärker die Emotionen befeuert als die Liebe? Leidenschaft, Verbundenheit, Geborgenheit, Wut, Enttäuschung, Sehnsucht, Vertrauen, Einsamkeit, Wärme, Ekstase, EinsSein, Ängste, Begierde, Haß, Zärtlichkeit.….. all das PASSIERT IN DER LIEBE zwischen zwei Menschen!

Ja, die Liebe ist eigentlich ein Hammer.
🙂

Sicher, da gibt es einige Lieben in unserem Leben: die Liebe zur Natur. Die Liebe zu unseren Haustieren. Die Liebe zu unserer Fahrradventilsammlung und vielen anderen Hobbys, aber auch den beruflichen Aktivitäten, oder anderen Freuden wie Bügeln oder Windsurfen. Die Liebe zu unseren Freunden, unserem Papa und unserer Mama, unseren Kindern.
Herzensdinge. Liebesdinge.

Und immer ist es eine Liebe, die mehr oder weniger weit weg sein kann von der vielbeschworenen universellen Liebe, die eher ein Zustand als eine Emotion ist.

Denn sie ist immer dieselbe Kraft hinter Allem. In Allem. Bedingungslos. Ausnahmslos. Ewig.

Eben! Here she comes, the one and only and the one who was always there:
Die universelle Liebe.

unsplash_will_van_wingerden

Doch kanalisiert und personifiziert in einer Person, unserem Liebespartner, ist sie sicher die "heikelste" Form, auf jeden Fall vielbesungener und uns als Erwachsene im Allgemeinen mehr beschäftigend als die oben genannten "Liebesobjekte". Das daher, weil sie viele Themen noch pointierter aufwirft (krasser, würde die Jugend sagen) - durch ein Gegenüber, das uns nah und noch dazu sehr ähnlich und doch wieder verschieden ist... Und leider obendrein auch einen eigenen Willen hat.
Ach herrje….  😀

Du siehst, jetzt erst, mit dieser Projektion der Liebe in den Anderen, kann die wunderbare Möglichkeit für Dramen beginnen! (Ist doch im Vergleich die universelle Liebe mehr mit Ruhe und Frieden verbunden…  😉 ):
Die Liebe erst nach außen verlagern und dann durch einen Anderen zurückbekommen zu wollen (so das Spiel). Die Jagd beginnt.
Aber so funktionieren ja alle unserer Spiele: Wir behaupten, etwas nicht zu haben und daher erreichen oder bekommen zu wollen.
Ein Teil von uns hat es schon, aber das wäre ja langweilig zu wissen. Wozu dann der ganze Aufriss mit Zielen, Aufgaben etc etc.? Das macht ja Leben aus: Bewegung. Wir wollen ja immer irgendwo anders hin, mehr werden, anders werden, etwas erreichen.

Also das Gefühl (manche Erleuchteten nennen es mit Recht auch Illusion 😉 ) von Mangel motiviert uns, etwas im Außen als Ziel anzupeilen und es dann erst "zu haben".
So auch hier.

Wow. Dann jetzt noch ein bisschen mehr Hintergrund -  nur so, mal nebenbei den Anfang vom Universum besprechen, weil es gerade passt und das Lagerfeuer so schön knistert:  😀
(Ich weiß, ich habe fortgeschrittene LeserInnen, denen kann ich schon einiges zumuten.)

Dieser Mangel hat seine Entsprechung in unserer ersten "Ur-Trennung" "damals", der Trennung vom Göttlichen (der Liebe), dem EinsSein, dem Zeitlosen, dem Heilen, dem Ganzen, wo Alles und Nichts ist (...und Worte nicht hinkommen. 😉 ).
Diesen göttlichen Zustand dadurch scheinbar (Scheinmangel!…) verlustig geworden mit dem Schritt in Zeit und Raum und Individualität:
Der Wahrnehmung, ein Tropfen, eine einzelne Seele zu sein, mit einem Namen versehen, eine bestimmte, über viele Leben hinweg erkennbare Frequenz zu sein, abgetrennt von anderen, im besten Falle noch verbunden mit anderen Einzelnen. Aber nicht mehr EINS. Nicht mehr alles. Nicht mehr ganz. Scheinbar jetzt ein Mangelwesen.

Diese Trennung wiederum wird entsprechend ähnlich gespiegelt im Körperlichen, im (zumindest theoretisch möglichen) heilen Zustand im Mutterleib und der Abtrennung in das individuelle Leben bei der Geburt.

Ab jetzt regieren diese Wahrnehmungen:
Da ist nicht mehr alles, das Ganz-Sein ist scheinbar verloren.
Wir sind nur noch unkompletter Teil des Kuchens.
Verlust wird also erst jetzt - durch diese Trennung - möglich.
Mangel, das "Zuwenig", wird jetzt möglich.
Und die Angst. Und die Anziehung.
Und überhaupt Emotionen!

Emotionen!

(...und ab da gab es Kühe mit modischen Schuhen.  Kuh mit Schuh    😀 )

Und damit beginnt Das Spiel.
Und ein Spiel braucht einzelne Spieler und Ziele und Hindernisse (die anderen Spieler oder den Weg zum Ziel selbst).
Sonst ist es kein Spiel, sondern Langeweile. Ohne das hätten wir auch zu Hause bleiben können im EinsSein.

Das Spiel, die Reduzierung auf einen Teil des Ganzen, ist also der Grundzustand im sichtbaren und unsichtbaren Universum.
(Auch wenn das Spiel oft sehr ernst und dramatisch aussieht und sich anfühlt…)

Wir sind also Wesen, die als Individuen in Raum und Zeit agieren, aber "gleichzeitig" Alles, das Göttliche (oder wie es der Einzelne bezeichnen möchte).

Die Verbindung zwischen dem überpersönlichen, zeitlosen, göttlichen Liebeszustand und dem individuellen, freien, scheinbar getrennten, Sein auf eine individuell befriedigende Weise zu schaffen, beschäftigt Viele von uns ein Leben lang.

Jede Heilung (heil, ganz werden), die diese Bezeichnung verdient, MUSS diese Verbindung schaffen.
Und viele - oder alle? - grundlegenden Fragen gehen darauf zurück:
Das Trennende, Individuelle vs. das Ganze. Das Diabolische (von "entzweien", "verfeinden"), "Böse" vs. das Gute, das Göttliche.
Gibt es die dunkle Rückseite des Mondes, können wir aus der Liebe fallen?
Können wir als Individuen verbunden sein und doch individuell bleiben?
Will ich wirklich inkarnieren oder mit einem Bein in einem Zustand bleiben, der dem EinsSein ähnlicher ist als der Getrennte bzw. Irdische?
Kann ich wirklich geliebt werden?
(Lies bitte hierzu auch meinen kleinen Blogartikel dazu: Standbein - Spielbein)

Dieses Spiel (wie sich später herausstellen wird, eigentlich mal wieder harte Arbeit  😉 ), das uns hier näher interessiert, ist eben diese Jagd nach Liebe.
Die auf einer anderen Ebene also immer da ist (also wieder dieser verflixte Scheinmangel).

Nur ist bei diesem besonderen Spiel um Liebe der eine wichtige Aspekt von ihr, die Bedingungslosigkeit, von vornherein nicht gegeben, da wir ihr ja nachjagen müssen. Mmh….

Also die Voraussetzungen für dieses Spiel sind schon …. naja, sagen wir: marode…:
Ich möchte etwas haben, was dann eigentlich gar nicht das ist, was ich will, aber dann gib mir wenigstens jeden Tag davon und am besten noch mehr (erinnert mit Grund stark an einen Junkie).

Angesichts der menschlichen (Liebes-)Dramen gilt also:

Das, was wir erjagen, durch Verstellung und Verzerrung und Anbiederung erschummeln oder erpressen können, kann diese Liebe per Definition gar nicht sein.

Und doch… Wir glauben es fest. Wir glauben daran, von anderen geliebt werden zu können und machen sie damit zu Urhebern von Liebe. Einer Liebe, die dadurch persönlich wird und an einzelnen Wesen hängt wie Zettel an einem Abreisskalender.

Welche Blüten diese Jagd in unserem Leben treibt und
welche Muster sie in unserem Liebesleben erzeugen kann, die alles andere als glücksspendend sind und
welche Emotionen dabei vorrangig beteiligt sind und
wie Du da herauskommst:

LIES DIES BITTE IN TEIL 2 DIESES EPISCHEN DRAMAS!

Alles Liebe!
Euer Ulf Parczyk

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HIER AUCH NOCH ZUM WEITERLESEN DIE IM TEXT ERWÄHNTEN BLOGARTIKEL:

LEUCHTTURM DER LIEBE – 3 Liebeszustände und 1 Lösungsfrage

Standbein - Spielbein

Ich versteh´ mich nicht! Die Sackgasse des Verstehen-Wollens – und ein Weg heraus

Schattenboxen

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Photos: 1. Beitragsbild (Hand) von Alexander Lam, unsplash.com / 2. Person im Licht von Will van Wingerden, unsplash.com / 3. Mann mit Grimassen von Ryan McGuire, Gratisography / 4. Kuh mit Schuhen von Ryan McGuire, Gratisography

"Nutzen einer Fremdenergie oder Besetzung?? Fremdenergien brauche ich wie ein Loch im Kopf!". Das könnte Eure spontane, verständliche Reaktion auf die Überschrift sein.
Gerade für die von Euch, die akut von fremden Energien gepeinigt werden, hört sich der Titel vielleicht sogar zynisch an. Aber in dem Titel steckt mehr Wahrheit, als man vielleicht auf den ersten Blick denken oder fühlen kann.

Wer wüsste besser als ich, wie viel tiefes und echtes Leid und wie viel Ohnmacht Du spürst, wenn Du betroffen bist. Und wie unverstanden Du Dich oft fühlst, weil Du Deine Probleme den meisten anderen nicht erklären willst, nicht einmal Deinem Psychotherapeuten, um nicht für völlig verrückt erklärt zu werden. Manchmal nicht einmal Deinen Freunden.

(Wenn Du unter sehr großen Problemen im Zusammenhang mit einer Fremdenergie leidest, lies bitte auch den allerletzten Abschnitt am Ende des Artikel)

Ich möchte vor allem jenen von Euch, die glauben, davon betroffen zu sein, aber auch Interessierten und Nicht-Betroffenen (es ist sowieso häufiger, dass eine "Besetzung" gar nicht bewusst ist) mal einen anderen Blick auf das Phänomen richten lassen. Das könnte mithelfen, aus dem Gefühl, Opfer zu sein, in der man sich gerade in dieser Thematik fühlt, herauszukommen. Vielleicht ergibt sich ja durch diesen Text hier - so meine Hoffnung - eine etwas weniger angsterfüllte, hilflose Haltung gegenüber diesem mit Emotionen aufgeladenem Phänomen "Fremdenergie" bzw. "Besetzung" (Das Wort "Besessenheit" lasse ich daher gleich mal unter den Tisch fallen.  😉 Manche sagen einfach "Symbiose" dazu.)
Solltest Du noch gar nicht wissen, worum es bei Fremdenergien und im Clearing geht, lies bitte unbedingt erst einmal eine allgemeine Einführung in das Thema hier.

Bevor wir zum Kern der Frage vorstoßen, brauchen wir zum Verständnis noch:

10 wichtige Grundsätze (auch) für das Thema Fremdenergien & Clearing

Zehn Grundannahmen sind in diesem Zusammenhang wichtig und spielen daher auch für mein Vorgehen in der Clearingarbeit eine entscheidende Rolle:

1. Es gilt: Der feststoffliche Körper ist nur der sichtbare Teil unseres menschlichen Wesens. Die Seele ist die Kraft, die diesen Körper bewohnt, sich mit ihm ausdrückt und Erfahrungen machen kann.

2. Die Seele ist unsterblich und kann nach dem körperlichen Tod ins Licht gehen. Muss sie aber nicht, sondern kann auch "erdgebunden" bleiben und sich in andere Energiesysteme begeben und beeinflussen.

3. Es gilt die Zuordnung: EIN Körper, der genau EINER Seele gehört und ihn für die Dauer des Lebens zu einer Zeit bewohnt.

4. Unser Wesen ist ein offenes System, das fest- und feinstoffliche Energie abgeben und auch fremde - ebenfalls fein- und feststoffliche - Energien aufnehmen, ein- und umbauen oder auch durchlassen kann (s. das Chakrensystem, die verschiedenen feinstofflichen Körper, Ernährung, Informationen abgeben und aufnehmen, Atmen, Heilen etc. etc.)

5. Wenn etwas in der Auseinandersetzung unseres Wesens mit der Umwelt (d.h., wenn man so will: mit den anderen Energien und Energiesystemen, wie anderen Menschen, Tieren, Gedanken, feinstofflichen Energien usw.) Wichtigkeit bekommt, gibt es keinen Zufall. Das Resonanzgesetz kennt keine Ausnahmen. Es besteht also eine Anziehung von Gleichem.
Das Wissen um dieses Gesetz ist heutzutage so verbreitet, dass ich hier wohl nicht mehr weiter darauf eingehen muss.

6. Resonanz wirkt über die stärkste Kraft in meinem System. Daher sind z.B. bewusste Wünsche - auch die, eine Fremdenergie los zu sein - erfolglos, wenn stärkere unbewusste Kräfte in mir dagegen arbeiten (s. a. Punkt 6 zu Widerstand).
Daher ist ein "schnelles Clearing" oft eine Drehtürtherapie.

7. Starker Widerstand und starkes Wollen (kräftiges Weg- und Hinstreben) führen zum Festhalten dessen, was eigentlich locker durch mich durch ginge, ohne "Reste" oder Aufmerksamkeit von mir.
Letzteres passiert ja auch zum Glück bei uns allen und in jedem Moment mit den allerallermeisten Energien, gleich welcher Art! Es gibt ja genug davon, die um uns herumschwirren 😉 . Und die wenigsten davon machen uns Probleme - eben aus diesem Grund: weil wir gar kein Augenmerk darauf, keine Resonanz dafür haben. Da, wo aber unser Widerstand ist, kann eine Energie mit gleichem Thema in uns "hängenbleiben" oder "andocken".
Es gilt auch: Je größer der Widerstand, umso stärker das Festhalten daran und umso stärker die peinigenden Symptome.

8. Wir können mit allem im Universum kommunizieren, wenn wir uns darauf einstellen können.

9. Resonanz und Widerstand sind keine festen Größen, sondern können durch Therapie und Erfahrungen verändert werden. Was bis dahin festgehalten wurde, kann erst dann dauerhaft losgelassen werden. Resonanzthemen sind meistens Lebensthemen. Damit werden durch die mit dem Clearing verbundene Therapie (Rückführungstherapie in meinem Falle) diese Themen bearbeitet, was zu mehr Sinn, Glück und Freiheit insgesamt im Leben verhilft - und der Effekt nicht nur auf die Fremdenergien bezogen ist.

10. Gedanken plus Emotionsenergie kreieren nicht nur Zukunft, sondern können auch verschickt oder angezogen werden und andere beeinflussen (in Schwarzer Magie z.B.).

Diese Annahmen stellen das dar, warum es überhaupt Fremdenergien geben kann. Und warum wir überhaupt ein Clearing durchführen können. Und begründen noch dazu gleichzeitig das Vorgehen dabei, das ja dann logisch daraus hervorgehen muss:

Kontaktaufnahme mit der Energie (Clearing)
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Herausfinden der Resonanzthemen/Widerstände (Clearing)
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Was braucht Fremdenergie dazu, dass sie KlientIn verlassen kann? (Clearing)
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Falls sie noch nicht gehen kann - oder nach dem Loslassen: Bearbeiten der Resonanzthemen (Rückführungstherapie)
dadurch Verringerung bis Verlöschen des Widerstandes, d.h. der Festhalteenergie von beiden Seiten.
Integration der abgespaltenen Anteile.
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gegenseitiges Loslassen der Fremdenergie (eine Lösung und Loslösung muss immer in beiderseitigem Einverständnis von KlientIn und Fremdenergie erfolgen. Uneinigkeit ist ein Zeichen, dass irgendetwas noch nicht genügend bearbeitet ist). (Clearing)
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An dieser Darstellung seht Ihr auch, dass Rückführungstherapie und Clearing nie so "akademisch" getrennt voneinander stattfinden, sondern ineinander verwoben sind.

Jetzt, nach so viel notwendiger Vorarbeit, aber endlich zum Nutzen. Hin zu dem Positiven, die das Da-Sein einer Fremdenergie, einer Besetzung, für die Betroffenen hat, bzw. das sich bei fachgerechter und gründlicher Therapie ergibt und direkt mit den oben genannten Grundannahmen in Beziehung steht.

Selbstverständlich sind die unten genannten Punkte zum Nutzen einer Fremdenenergie zumeist unbewusste Ursachen. Wer hat sich auch schon bewusst eine solche Art der Beeinflussung ausgesucht? Sie ist ja nicht von uns direkt zu steuern und in ihren Effekten oft auch sehr unangenehm, seelisch wie körperlich.
Daher lies bitte diese Vorteile nicht so, als wären dies bewusste Motive von Dir bzw. von Betroffenen.

Besetzung Nutzen

Welchen Nutzen hat eine Besetzung / Fremdenergie?

1. Ich bin nicht allein

Auch wenn es mir nicht bewusst ist oder war, haben mich die Fremdenergien oft schon Jahre, meist Jahrzehnte bis hin zu Jahrhunderten, "begleitet". Gleich, welche sich negativ anfühlenden Auswirkungen das hatte, führte das trotzdem dazu, dass ich in dieser Zeit nie alleine mit mir war. Wie manchmal von Partnern, die zwar nicht immer nett sind, aber da, kann auch hier eine Trennung und das folgende "Alleinsein" angstbesetzt sein. Die Angst vor dem Alleinsein, welche Gründe hinter dieser Angst auch noch stecken können (s. z.B. 2.), kann natürlich auch schon eine mögliche Anziehung für Fremdenergien darstellen.

2. Ich bin geschützt

Das ist ein Spezialfall von Punkt 1. Oberflächlich gesehen feindliche Fremdenergien entpuppen sich im Therapieverlauf manchmal in ihrer Funktion und ihren tieferen Motiven doch ganz anders. Hinter den oft lästigen, hinderlichen oder gar schmerzhaften Auswirkungen der Beeinflussung durch eine Fremdenergie verbirgt sich oft ein positiv wirkender, beschützender Einfluss, der aber dem Betroffenen erst einmal nicht sehr offensichtlich ist.
Beschäftigt sich man mit den Fremdenergien im Clearing jedoch näher, sehen vielleicht überraschenderweise sehr viele Fremdenergien den Schutz des "Besetzten" als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an. Ein klassisches und weit verbreitetes Beispiel ist Aggression. Fremdenergien führen manchmal zu "Ausrastern", in denen andere einen nicht wieder erkennen - und man selbst sich auch nicht. Hier hat die oder der Betroffene Aggression und Wut oft total und schon lange ausgeblendet und die Fremdenergie muss dann "einspringen", damit er oder sie sich überhaupt wehren kann. Diese aggressiven Attacken treffen dann aber - ähnlich wie bei cholerischen Ausbrüchen - nicht immer die Richtigen und in einer der Situation angemessenen Weise. Daher wirken sie sich eher zerstörerisch auf Beziehungen aus. Außerdem werden sie als sehr störend empfunden. Sinnhaft sind sie trotzdem.

Dass die Bearbeitung des Widerstandes gegen Aggression und Integration derselben dann in diesen Fällen das große Thema in der weiteren therapeutischen Arbeit ist, ist sicher einleuchtend. Danach kann man sich situationsgemäß und "angemessen" wehren und  muss die Kontrolle nicht unbewusst an eine Fremdenergie abgeben.

3. Ich vermeide eine Trennung

Es kommt häufig vor, dass wir in einem Clearing Fremdenergien finden, die früher mit dem Betreffenden enger verbunden waren - ob liebend oder feindlich gesonnen. Das können Menschen aus dem heutigen Leben sein, die bereits verstorben sind (z.B. Elternteile, Geschwister, Oma, Opa, Partner) oder häufig auch solche aus früheren Leben, die wir aus den verschiedensten Gründen nicht loslassen konnten - und sie uns auch nicht. Die Besetzung zeigt, dass etwas zwischen den beiden Beteiligten - Betroffenem und fremder Energie - noch nicht abgeschlossen ist. Das überhaupt herauszufinden, dazu brauchen wir ein Clearing, das in Kontakt tritt mit der Energie, Informationen über den Zusammenhang mit mir sammelt und sie nicht einfach "herauswirft", damit ich sie endlich "loswerde".

Eine Klientin fand durch das Clearing einen Mann als Fremdenergie in sich. Im Gespräch mit diesem Mann ergab sich, dass die beiden in einem früheren Leben einmal ein Ehepaar waren. Der Mann verließ die Familie öfter aus geschäftlichen Gründen und reiste dabei mit seiner Kutsche. Eines Tages verunglückte die Kutsche auf dem Rückweg nach Hause und er starb bei diesem Unfall. Nach dem Tod suchte er - natürlich körperlos - seine Frau auf, um sich zu verabschieden, was ihm aber verständlicherweise durch seinen feinstofflichen, unsichtbaren Zustand nicht so gelang, wie er sich dies wünschte. Er blieb unbemerkt und seine Frau wusste nicht, warum er nicht zurückkam. Ihr Mann wollte sie nicht verlassen und weiter ins Licht gehen, sondern lieber in ihrer Nähe bleiben. Zu der Trauer, die er über die Trennung sowieso hatte, kam noch die Trauer dazu, sich nicht ausdrücken oder seine trauernde Frau gar trösten zu können. Er blieb bei seiner Frau und "begleitete" sie über verschiedene Leben hinweg - als Fremdenergie.
Dies im Clearing herausgefunden, wollte sich die Klientin erst in der Nachfolgesitzung von dem Mann verabschieden - hatte sie ihn in ihrer ersten Sitzung ja erst wieder kennengelernt! (Dass sein Da-Sein sich u.a. nicht unbedingt förderlich auf die Männerbeziehungen der Klientin ausgewirkt hat, ist sicher einleuchtend. Da war ja schon jemand, der diesen Platz blockiert hat und der einen Nebenbuhler "im Fleische" nicht unbedingt freundlich begrüßt.)

4. Meine inneren Themen werden verstärkt oder werden mir überhaupt erst sichtbar und bewusst

Eine Besetzung stellt auf einer bewussten Ebene einen mehr oder weniger schweren energetischen Übergriff dar.
Doch in der Anziehung von Fremdenergien verbergen sich, wie gesagt, eigene unbewusste Motive, eben die Resonanzthemen.

Fremdenergien und vor allem die Beschäftigung mit den Hintergründen, warum ich sie überhaupt angezogen habe, macht mir meine unbewussten Themen deutlich (seriöse Clearingtherapie vorausgesetzt!). In den mit der Fremdenergie verbundenen - oft störenden - Phänomenen und ausgelösten Symptomen stecken die Informationen, die ich für den nächsten Entwicklungsschritt brauche und nutzen kann. Sie stellen - ähnlich wie körperliche Krankheiten - einen Ausdruck dessen dar, was in mir noch nicht integriert ist und verstärken vor allem diesen Ausdruck oft so stark, dass ich nicht mehr ausweichen kann, bis er "gelesen" bzw. eher im wahrsten Sinne "gehört" oder gesehen wird. Das findet im Clearing statt.

Was für ein Thema genau jedoch dahintersteckt, dafür braucht es meist einen einfühlsamen und ausgebildeten Begleiter, weil das Thema nicht ganz offensichtlich ist (wie bei Krankheiten auch). Wenn mir das alles bewusst wäre, wäre die Fremdenergie gar nicht mehr da - oder nie dagewesen. Das bedeutet: Also auch wenn ich glaube zu wissen, was der mögliche Hintergrund ist, kann das zwar stimmen, das Thema ist aber dann immer noch nicht wirklich verarbeitet (oder schlicht falsch), wenn die Fremdenergie noch Zugriff hat.

"Beliebte" Resonanzthemen sind zum Beispiel:
Aggression/Abgrenzung (s. P. 2.),
Macht/Ohnmacht/Hilflosigkeit/Wehrlosigkeit,
Einsamkeit (s. P. 1.),
Erfolg (ja! Auch auf "positiven" Emotionen und Zuständen kann Widerstand liegen, sonst hätten wir sie ja!)
Sexualität (z.B. bei astralem sexuellem Missbrauch),
Schuldgefühle (ziehen sehr gerne Sabotierendes, Glücksverhinderndes oder gar Zerstörerisches an),
Trauer (s. P. 3.),
Sinnlosigkeitsgefühl/Resignation/Apathie (z.B. bei einem "inneren Antreiber")
- im Grunde sind jedoch alle Zustände und Emotionen möglich, die man irgendwann in der eigenen Seelenentwicklung abgespalten haben könnte.

Für die Bearbeitung dieses unbewussten Resonanzthemas brauchen wir dann weitere therapeutische Arbeit, die über das eigentliche Clearing hinausgeht. In meinem Fall ist dies die Rückführungstherapie, die sich zur tieferen Bearbeitung dieser Themen, nachdem man sie im Clearing herausgefunden hat, anbietet - und sowieso schon im Clearing selbst eine große Rolle spielt (siehe z.B. im nächsten Punkt).

5. Ich kann mein schönes Bild von mir aufrechterhalten

Wir möchten ja meist ein positives Bild von uns haben. Und andere sollen dies auch haben. Dabei stören uns leider oft manche inneren Strebungen, Anteile oder Emotionen. Das Abspalten dieser Anteile beginnt irgendwann mal aus guten (verdrängten) Gründen in der Vergangenheit (-> Rückführungstherapie).

Wenn ich chronisch etwas verleugne, "verschwindet" es dann von der Oberfläche und dann glaube ich, dass ich diese Anteile gar nicht habe. Vielleicht (und am besten 😉  ) noch nie wirklich hatte, in diesem heutigen Leben zumindest.

Ich: gewalttätig? eklig? hasserfüllt? neidisch? hilflos? arrogant? tieftraurig? quälend? schuldig? schadenfroh? mächtig? aufgebend? konkurrent? glücklich? schutzlos? sadistisch? depressiv? schwach? sexuell unstillbar? erfolgreich? schwerelos? übergriffig? frei?
ICH? NIEMALS!!!

Wunderbar, da stört nichts mehr den Frieden! Meinen nicht und den von anderen auch nicht.
Klappe auf, ´rein damit und Klappe zu. Was nicht zu sehen ist, gibt´s nicht mehr.
Leider haben wir diese Rechnung ohne die energetischen Gesetze gemacht. Hoppla, gestolpert: Da war doch noch so was wie Resonanz... Zack, da kann eine Fremdenergie in der Tür stehen - oder besser: reinkommen ohne anzuklopfen. Nicht schwer, denn ich bin ja damit beschäftigt, die Klappen zuzuhalten, damit alles schön im Keller bleibt. Das kostet Kraft und viel Aufmerksamkeit. Je mehr Klappen, umso mehr. Leider das alles unbewusst, sondern wäre es ja steuerbar.

Oft ist dies auch bei spirituellen Menschen der Fall, die sich auf den Weg gemacht haben und sich jetzt schon als Lichtwesen sehen - ohne jegliche dunkle Anteile. Ein Hinweis darauf, ob dies echt oder nur ein Wunschzustand des Egos ist, lässt sich relativ leicht ersehen:

Ist das lediglich ein Wunschzustand, zeigt es sich im Anziehen von "wenig lichtvollen" oder "dunklen" Energien, in Form von beruflichen oder privaten Situationen, Partnern, Freunden und Freundinnen - oder eben auch Fremdenergien.
Das "Negative" ist uns ein Gräuel. Doch wenn wir dies noch anziehen, zeigt sich, ob wir wirklich schon so weit sind, dass nichts an uns anhaftet. Wenn doch, zeigt es, dass noch eine Resonanz mit diesen Themen besteht.
Das ist dann leider eine üble Kröte für unser Ego, das so gerne schon "weiter" wäre... Aber ein ehrlicher Blick auf uns bringt uns meiner Ansicht nach weiter, als uns weiter ungestört durch eine rosa Erleuchtungsbrille zu sehen. Das hält nur auf.

Fremdenergien können uns daher dabei helfen, unsere abgespaltenen, unliebsamen Anteile zu finden und zu integrieren, zu bejahen. Ehrlicher werden. Sie peinigen uns so lange, bis wir es begreifen. "Abgrenzen" und "Wegschicken" als Dauerbrenner in einer (schlechten) Clearingpraxis bringt wenig und ist eigentlich nichts Neues: Das haben wir ja vorher schon mit den ungeliebten Anteilen versucht, was dann ja gerade die Fremdenergien angezogen hat! Das funktioniert dann wohl scheinbar nicht so gut...  😉

Die Fremdenergie spiegelt mich ja auf einer tiefen, unbewussten Ebene -  wie alles andere im Leben mich auch spiegelt. Clearingtherapie ist daher logischerweise "Schattenarbeit" (s.a. diesen Blogartikel). Diese verdrängten und verleugneten Anteile und Emotionen sind durch den Widerstand dagegen extrem aufgeladen. Wie so oft auf meiner Website ausgeführt, sind diese Widerstände große Energien (je größer der Widerstand, umso größer die Auswirkungen auf mich, umso "schlimmer" die Wirkungen der Fremdenergie), die genau das kreieren bzw. über die Anziehung in meine Welt ziehen, was ich unbedingt nicht möchte. Ich wehre mich, will mit etwas überhaupt nichts zu tun haben - dann holt es mich ein. Der gute alte Freud nannte dies so treffend die "Wiederkehr des Verdrängten". Das findet dann hier in Form von Fremdenergien statt.
Ich gerate durch sie in eine (Not-)Situation und GENAU in die, in die ich NIE geraten WOLLTE. Zustände des Ausgeliefert-Fühlens, der Schutzlosigkeit, der (scheinbaren) Zerstörung, des Scheiterns sind hier die schlimmsten Formen, die sich aus unserer reichen Erfahrungsschatztruhe des Ausgeblendeten erheben und real werden wollen.
Es sei denn, wir entschärfen sie vorher und entlassen dann die Geister aus der Truhe. Und bergen unsere Schätze, die sich darunter befinden.
Sich ausweitendes Bewusstsein und Annehmen sind die heilenden Kräfte.
Das Umarmende, nicht der Krieg.
Das Erweiternde, nicht das Abgrenzende.
Denn in diesem Kampf siegt immer das Unbewusste.

....aber bis dahin kann ich wenigstens noch glauben oder auch sagen, dass ich mit dem, was die Fremdenergie tut oder ausdrückt, nichts zu tun habe.
Ich war´s ja nicht, ich bin nur ihr Opfer.....  smiley-heilig

Direkt damit verbunden ist der nächste Nutzen:

6. Ich muss keine Verantwortung für diese unliebsamen Anteile übernehmen!

Vor allem unbewusst (und nur manchmal auch bewusst, nämlich, wenn ich von der Fremdenergie aus irgendwelchen Gründen weiß) schiebe ich dann alles Unliebsame und Verleugnete der Fremdenergie unter.
Im Extrem: "Das war nicht ich, das war die Fremdenergie!"

Ein gutes Beispiel hierfür ist wieder mal die Aggression unter Punkt 2:
Ich übernehme keine Verantwortung für meine Wut, also muss die Fremdenergie "meinen Job erledigen", mal auf den Tisch hauen, Tacheles reden, Ausflippen. Und dann aber haut sie auch mal durch den Tisch. Das Verantwortung-Abgeben hat also Nebenwirkungen, die einem niemand vorher richtig erklärt hat.  😉
Das ist so, wie wenn ich für eine "kleine Klärung" einen Schlägertypen bestelle, ihn dann machen lasse, mich währenddessen hinter ihm verstecke und er dann richtig ausrastet, ohne dass ich ihn noch kontrollieren könnte. Der Kerl macht, was er will...

Natürlich können auch alle anderen abgespaltenen Anteile Fremdenergien untergeschoben werden, zu deren Opfer wir uns dann leider damit machen. Die Themen Macht oder Sexualität oder Erfolg sitzen da auch gleich mit in der ersten Reihe.

7. Ich kümmere mich jetzt erst, seit ich diese Erfahrung gemacht habe, um Themen wie Spiritualität, Feinstofflichkeit, Seele, Heilung

Viele kommen auf das Thema Fremdenergien wie die Jungfrauen zum Kind (wenn das nicht das unpassendste Bild wäre, das in diesem Zusammenhang möglich ist!  😉 ). Ich muss ja überhaupt selbst erst einmal darauf kommen, dass da eine Energie auf mich wirkt. Was ja schwer ist. Das setzt eine große innere Öffnung in uns voraus, da dieses Thema ja öffentlich tabu ist (besprich dies mal mit Deiner Hausärztin, Deinem Kollegen oder Deiner Psychologin... 😉 ).
Dieses Thema kann ja tiefe Ängste um unsere geistige Gesundheit und vor Kontrollverlust auslösen. Wir sind ja so stolz darauf, alles immer im Griff zu haben - und dann sowas! Nicht mal in uns selbst klappt das mit der Kontrolle! Das führt dann zu einem Eingeständnis von Schwäche gegenüber etwas, was nicht einmal zu sehen ist.

Aber dadurch, dass man rätselhafte körperliche oder psychische Beschwerden hat und dadurch oft einen "Gang durch die Institutionen" Schulmedizin und klassischer Psychotherapie macht, kommen viele Menschen dann oft zu den Themen spirituelle und energetische Heilung. Die Beschäftigung mit diesen Sachthemen und daher mit sich selbst und der Seele, wäre manchmal gar nicht geschehen, wäre da nicht eine plagende Fremdenergie gewesen...

Nicht selten entfalten sich durch die Bearbeitung dieser Themen auch mediale oder empathische Fähigkeiten, die vorher blockiert wurden. Und für manche tun sich Türen zu ganz neuen Aufgaben auf. Auch die Anziehung solcher spirituellen Themen steht ja in Resonanz mit uns und daher sehr oft mit unabgeschlossenen Aufgaben aus früheren Leben, die vergessen wurden, aber bis dato nicht erledigt. Das alles kann in einer Therapie zu Bewusstsein kommen und an alten Aufgaben und neuem Sinngefühl wieder angeknüpft werden.
___________________________________________

So gesehen, bei dieser beeindruckenden Liste, kann man daher sagen, für die Seelenentwicklung können Fremdenergien ein Segen sein!
Zumindest, wenn man konstruktiv und mit kompetenter Begleitung deren Potential nutzt.
Und ich hoffe, Ihr seht nun Fremdenergien etwas mehr als Ausdruck einer Thematik, die wie eine körperliche Krankheit entschlüsselt und gelesen werden kann. Und vor allem: So ohnmächtig, wie Ihr Betroffene Euch fühlt, seid Ihr nicht:
Dass Du unbewusst selber der oder die Anziehende warst, bedeutet gleichzeitig, dass Ihr selbst Eure Situation auch wieder verändern könnt. Dass es also auch eine Lösung gibt.
Dass Du jetzt gleich jubilierst, eine Fremdenergie bei Dir zu haben, ist sicher zuviel verlangt. Und dass Du sie schwuppdiwupp dauerhaft los wirst, meistens auch. Aufgeladen ist sie ja, wie beschrieben, durch unbewusste eigene Energien und Themen, die Du in Begleitung abbauen kannst. Und genau darauf kannst Du auch Deine Hoffnung und Dein Vertrauen bauen, wenn Du Dich in diesen Heilungsprozess einlässt, der wirkliches Wachstum beinhaltet und keine Symptombehandlung oder therapeutisches FastFood ist.

Also: Licht am Ende des Tunnels scheint daher nicht nur für die Fremdenergien...  😉

Wichtige Informationen, wenn Du sehr große Probleme mit gewalttätigen Einwirkungen durch Fremdenergien hast: BITTE HIER WEITERLESEN

Ich wünsche Dir, ob betroffen oder nicht, alles Gute, mehr Selbstliebe und das Lieben vor allem Deiner ungeliebten Schattenanteile! Gib´Dir Geduld dafür! Mal irgendwo eine Sitzung machen, weg ist alles - schön wär´s, aber bei diesem Thema halte ich das zumindest bei heftigem Leid für seeehr optimistisch. Ich glaube, durch den Artikel wird hoffentlich klar: Du musst selbst ran und an Dir arbeiten. Und das in einem Prozess, nicht in einer Wunderheilung, in der Du wieder passiv machen und kontrollieren lässt - wie Du Dich sowieso schon in der Fremdenergie-Problematik fühlst. Da scheiden meiner Erfahrung nach die meisten Betroffenen aus, weil sie in einer Sitzung alles anders haben möchten und ihnen Hintergründe und eigene Themen sehr egal sind.
Prüfe also bitte Deine Erwartungen und entscheide, ob Du wirklich an Dir mit etwas Geduld arbeiten möchtest (und kannst) - was auch mehrere Sitzungen bedeuten kann und Deine Mitarbeit braucht. Denn nur in diesem Fall wärst Du ein/e potentielle/r Klient/in für mich.

Herzlichst, Euer
Ulf Parczyk

PS1.: Hier eine Selbsthilfe! Wenn Du mit den Thesen dieses Artikels übereinstimmst und wirklich an Dir arbeiten möchtest, kannst Du mit diesem Artikel selbst anfangen: "5 klare Hilfestellungen, wenn Du von Fremdenergien betroffen bist. Was wirklich hilft."

PS2.: Teilt diesen Artikel gerne mit denen, die mit diesen Problemen kämpfen und etwas Hoffnung und Optimismus brauchen - oder mit denen, die sich einfach dafür interessieren könnten!
Rückmeldungen gerne per E-Mail oder als Kommentar auf meiner PraeSenZ-Facebook-Seite, wo der Artikel auch verlinkt ist.

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Photos: Titelbild: ohne Titel, Ryan MacGuire, Gratisography; Zwei Frauen: ohne Titel, von Julia Caesar, Gratisography; Pfeil-Icon: iconfinder

 

 

Du kommst in einem bestimmten Bereich nicht weiter: In der Liebe, im Beruf oder mit einem körperlichen Problem. Das geht vielleicht schon länger so - oder diese lästigen Dinge sind alte Bekannte, die Dich immer wieder als unerwünschte Gäste in Deinem Leben besuchen, in dem Fall also Wiederholungstäter.

Fragst Du Dich in diesen Fällen dann auch langsam, woher das kommt? Hast Du auch den Drang, das alles zu verstehen? Möchtest Du Dich dann nicht eigentlich auch besser verstehen? Begreifen, warum Du in solch einer Lage bist - bzw. mit spirituell-psychologischem Hintergrund - Dich fragst, wie Du Dich in solch eine Lage bringen konntest? Und das vielleicht immer wieder?

Schon wieder ein Partner, der Dich übersieht oder schon wieder dieser lästige Kopfschmerz oder schon wieder diese Ängste...

Je größer das Problem ist,
je länger es anhält,
je öfter Du in missliche, ähnliche Lagen gerätst
umso verzweifelter sind diese Fragen zumeist:

 "WARUM PASSIERT MIR DAS?", "WOHER KOMMT DAS?"

Mit diesen Fragen schlägst Du Dich vielleicht schon lange herum,
meist genau so lange wie mit Deinen Problemen oder Blockaden selbst.

Und irgendwie, wenn Du ehrlich bist, bist Du damit weder Deine größeren, wichtigen Probleme losgeworden,
noch hast Du diese Fragen beantworten können.
Du verstehst Dich selbst nicht und strengst Dich doch so an dafür.

Und es kann noch besser werden: Obendrein bestrafst Du Dich möglicherweise auch noch dafür, dass Du das alles immer noch nicht durchblickt hast:
"Das muss man doch verstehen können! Ich bin einfach zu dumm!"

Wir setzen oft sogar noch einen drauf:
"Wieso können die anderen alles besser, kommen viel besser klar mit ihrem Leben?" - Auch ein beliebter Herunterzieher in diesem Zusammenhang.
Also das All-Inclusive-Paket zum Problem noch dazugebucht:
Nicht nur inkompetent, nein, auch noch nicht einmal intelligent genug, es zu verstehen und obendrein noch unfähiger als der ganze glückliche, fähige Rest der Menschheit.
Ich hoffe nicht, Du hast dieses komplette Gedanken-Paket gebucht, aber Viele tun das leider. Und es gibt nicht mal Armbändchen dafür, geschweige denn Vollpension und Gratisgetränke an der Bar. Eher die Abwärtsspirale in den Gefühlskeller.

Was machen wir dann in unserer Ratlosigkeit oft?
Wenn Du es nicht weißt, jemand anderer muss es doch wenigstens wissen: Die Experten. Oder geprüfte LeidensgenossInnen. Es muss doch schon Menschen geben, die die Lösung aufgeschrieben haben - also her damit: Internetseiten, Selbsthilfebücher, Blogs 😉 , Sachliteratur von "Depression leicht gemacht", "Erleuchtung bei einer Minute Sitzen pro Tag" bis "An Apple a Day Keeps Your Karma Away" etc.

Erklärungen finden, mental das innere Thema auseinandernehmen - wir füttern unseren armen Kopf weiter mit Daten und Informationen, dann muss er doch das richtige Ergebnis ausspucken. Computer funktionieren doch auch so: Datenbank erweitern und dann neu berechnen. Die schnelle Lösung dann zum Ausdrucken, Teilen oder Liken.

Und noch viele weitere Betätigungsfelder für (hilflose) Berechnungen sind möglich!
Denn manchmal zerbrichst Du Dir auch den Kopf darüber, wie und warum die anderen ticken, versuchst diese auf dieselbe Weise zu verstehen:
"Warum war er jetzt wieder so verletzend?"; "Was hat sie dazu gebracht, mich so plötzlich zu verlassen?"; "Weshalb mobben die mich wieder?" Fragen über Fragen.

Sehr verständlich, diese Warum-Fragen zu stellen. Es ist sicher ein menschlicher Zug, Fragen zu stellen - vor allem Fragen nach Ursachen.
Nach meiner Erfahrung - auf diese Weise zumindest - leider fast nie erfolgreich.
Weder im Verständnis selbst, noch im Ausräumen der Probleme.

Mal wieder ein paar - hoffentlich schlauere - Fragen an Dich:

Wenn Du Dich durch das Obige in manchen Aspekten beschrieben fühlst,

frage Dich jetzt einfach bitte:

Möchte ich das Problem verstehen oder glücklich sein?

....

😉

....

Und jetzt noch eine:

Hast Du, wenn Du glücklich bist, auch so viele Fragen nach den Ursachen Deines Glückes?

....

....

Ich tippe mal, wahrscheinlich nicht. Jedenfalls nicht, wenn Du nicht forschender Psychologe oder Philosoph bist.
Du bist wahrscheinlich (hoffentlich) einfach glücklich, genießt den Zustand, den Moment, und fängst nicht an zu grübeln.

Denn beim Denken ist das Glück oft dahin (jedenfalls wenn Du nicht zu den genannten Forschern gehörst, die sicher dabei auch und gerade Glücksmomente haben 😉 ).

Wenn Du tiefer in Dir forschst, geht der Impuls für diese Fragen höchstwahrscheinlich von einer oder mehreren Emotionen in Situationen aus, die unangenehm sind.

Das Nachdenken darüber hat dann meines Erachtens zwei Funktionen:

1. Ich gehe lieber in den Verstand, als mich weiter mit diesen Gefühlen herumzuschlagen: "Lieber Denken als Fühlen." (= Wunsch nach Vermeidung)

2. Wenn ich weiß, was es verursacht, kann ich es verändern (= Wunsch nach Kontrolle).

Beides - Wünsche nach Vermeidung und Kontrolle - sind hier Aspekte des Widerstands gegen ein Gefühl (oder meist mehrere) in einer (oder mehreren ähnlichen) Situationen. Wir wollen das alles weghaben.

An anderen Stellen hier in meinem Blog habe ich schon darauf hingewiesen, dass Widerstand eine Situation oder ein Gefühl gerade festhält. Also gerade das, was ich unbedingt loswerden möchte, verfolgt mich weiter. Ein rein energetisches Phänomen.

Was ist dann ein effektiverer Umgang damit?

Ganz klar: Wieder mit dem Gefühl oder den Gefühlen, die mit den unverständlichen, problematischen Situationen einhergehen, Kontakt aufnehmen. Und Verstandesfragen nach Ursachen oder über Beweggründe von Dir und/oder anderen für diese Zeit mal für einen Moment beiseite lassen.

Schließe mal die Augen und nimm Dir die bestimmte jetzige oder frühere unangenehme Situation vor, gehe so gut hinein, wie Du nur kannst. Verbinde Dich in dem Maße, wie es Dir jetzt möglich ist, mit Dir dort in der Situation und Deinen Gefühlen und Körpergefühlen. Heiße sie willkommen, d.h. lade sie mal mit offenen Armen ein, spüre sie mal und erlaube ihnen einfach mal, sich in Dir auszubreiten. Klar, kann sich das erst mal nicht angenehm anfühlen. Du hast Dir ja nicht ohne Grund vorher den Kopf zerbrochen, sondern um dem aus dem Weg zu gehen, was Du jetzt versuchst. Lass jetzt einfach mal auftauchen, was sowieso in Dir vorgeht, wenn auch sonst unbewusst oder gebremst.

Jetzt lasse sie einfach los, so gut es Dir möglich ist. Loslassen ist wie das Öffnen der Faust, die etwas festhält und dann freigibt. Lass das einfach passieren.

........

Jetzt hast Du Dir einen kleinen Vorgeschmack gegeben, was Du eigentlich mit dem Verstehen-Wollen vermeidest. Und einen möglichen Einstieg in einen effektiveren Umgang. Die komplette Übung folgt weiter unten.

HALT! Und was ist mit der Rückführungstherapie? Da geht es doch um Ursachen!?

Ich höre da noch eine Frage, die im Raum steht:

"Aber das schreibt hier doch wohl ein Rückführungstherapeut! Ihr seid doch an den Ursachen interessiert und seht da die Heilung. Und da geht es doch gerade um das Verständnis der Vergangenheit!?"

Eine sehr gute Frage, die uns weiter führt: Es gibt meines Erachtens unterschiedliche Arten von Verständnis. Die Art von Verständnis, die ich oben angesprochen habe und die viele von uns immer wieder benutzen möchten, ist ein eher mentales, kopfmäßiges Verstehen, quasi von außen. Es hat die Charakteristik und ist daran erkennbar, dass sie sich oft im Kreis dreht, uns mürbe und energielos macht, weil keine klaren Antworten kommen, die uns wirklich befriedigen, weil sie nicht mit unserem Bauchgefühl oder Herz verbunden sind. Da dieses Denken ja gerade versucht, unsere Gefühle zu vermeiden, schneidet es uns aber von dem wahren Verständnis von uns selbst oder dem anderer ab. Man könnte sagen, es ist nicht "ganzheitlich", um dieses mittlerweile etwas abgegriffene Wort zu benutzen.

Verstehen-Wollen an sich ist ja natürlich nichts generell Abzulehnendes. Es gibt ein wahres Verständnis, aus dem eine Klarheit entspringt, die ich durch Grübeln jedoch nicht erreichen kann. Sondern nur in Verbindung mit mir als ganzem Wesen. Und da muss ich mich meinen Emotionen stellen, sie annehmen und in mir zulassen. Gefühlsmäßig durchdringen. Sonst bleiben dies alles nur Kopfkonstruktionen, die vielleicht richtig sein können oder auch nicht: Unklar, weil sie ja keine Verbindung zu unserer Intuition haben, die viel mehr weiß, als der Kopf allein je wissen kann.

Rückführungstherapie zielt in ihrer Ganzheitlichkeit (auf körperlicher, emotionaler, geistiger und spiritueller Ebene) auf ein widerstandsfreies, annehmendes Erleben, das Verständnis automatisch hervorbringt. Und zwar durch die Wiederverbindung mit uns selbst, mit dem, von dem ich mich irgendwann getrennt habe, weil es zu unangenehm = traumatisch war: nämlich meinem Erleben (und oft in Sitzungen auch dem Innenleben der anderen).
Durch ein Erleben meiner, aber auch oft der Perspektiven von anderen beteiligten Personen in diesen vergangenen Situationen, komme ich zu einem neuen Verständnis, das viel tiefer geht als durch Nachdenken - und sich viel wahrer anfühlt. Und diese vertiefte Verbindung mit mir und anderen nehme ich natürlich aus den Sitzungen mit in meinen Alltag; sie ist nicht auf die "früheren" Situationen in der Vergangenheit begrenzt.
Das ist dann heilend im wörtlichen Sinne, "ganzer" machend (auch wenn wir das auf einer tieferen Eben schon immer sind... 😉 ). Grübeln tut dies nicht, weil es nichts in mir verbindet, sondern ja eher vermeiden will.

In diesem Sinne könnte jetzt klarer sein, warum dieser Spruch auf dem Foto stimmt ("Wenn Du ein Problem in Dir verstehen möchtest,musst - und wirst - Du es bis dahin auch festhalten"):
Unser Anspruch, etwas verstehen zu wollen, programmiert uns: In einer Art selbsterfüllenden Prophezeiung wird das Warten auf Verständnis die Voraussetzung, es loszulassen. Irgendwie fatal. Und dieses Verständnis kommt - wie wir gesehen haben - nicht auf die Weise, wie wir vielleicht meinen. Der Mann auf dem Foto sieht wohl schon in die Zukunft, die er sich auf diese Weise selbst gebastelt hat.
Noch dazu kommt, dass der Widerstand gegen Gefühle (der das Verstehen-Wollen überhaupt in Gang setzt) das Problem nämlich auch noch weiter festhält.
Also folgern wir: Entsteht kein Annehmen der Situation oder der Gefühle, wird sich herzlich wenig in unserem Leben verändern. Und auf das wirkliche Verstehen können wir auch lange warten.

Klingt zugegebenermaßen trüb, wenn da nicht eine Alternative wäre. Jetzt können wir nämlich die obigen Fragen und Übungen zusammenziehen und erweitern.

 

VerstehenWollen heißt Festhalten

Eine Übung, wenn Du Dich das nächste Mal bei dieser Art von Grübeln ertappst:

* Heiße bitte willkommen: Dein Bedürfnis, das Problem zu verstehen.

* Möchtest Du das Problem lieber verstehen oder lieber das Problem loslassen?

* Gib´ Dir die Erlaubnis, das Verstehen-Wollen für einen Moment mal loszulassen

* Welches Gefühl oder Körpergefühl liegt Deinem Verstehen-Wollen eigentlich zugrunde: Was genau möchtest Du nicht so gerne fühlen und möchtest es daher lieber verstehen? (Dazu kannst Du die betreffende problematische Situation innerlich aufrufen und dann hineinspüren)

* Dieses Gefühl willkommen heißen (sind es mehrere, das Ganze mehrmals jeweils mit einer Emotion durchlaufen).

* Spüre, ob da ein Widerstand ist, dieses Gefühl fühlen zu wollen. Diesen Widerstand (oft auch ein körperlicher im Sinne von Anspannung) auch willkommen heißen!

* Das Alles für einen Moment, so gut es geht, loslassen.

Diesen Zyklus so lange mit ein und demselben Gefühl wiederholen, bis Du eine Veränderung spürst. Dann Dir das nächste aufgetauchte Gefühl vornehmen. Bei dicken Problemen (= großem Widerstand) kann man das auch an mehreren Tagen bis hin zu Wochen machen. Je öfter, je besser.
(Übung angelehnt an die Sedona-Methode)

Also: ´Ran ans Willkommen-Heißen von dem, was sowieso da ist. Das leidige All-Inclusive-Paket abbestellen, dieses unselige Plastik-Armbändchen ablegen und jetzt trotzdem - oder besser: gerade - an der Bar einen darauf und auf Dich selbst trinken.   🙂

Euer
Ulf Parczyk

PS: Übrigens wird diese mentale Art des Verstehens oft auch als Grundlage der beliebten "Vergebung" benutzt. Oder auch als Grundlage für das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse ("Weil er/sie ja nicht kann und als Kind geschlagen wurde, gibt er/sie mir heute nicht...")
Vielleicht sollte sich ein zukünftiger Blogbeitrag von mir auch damit mal beschäftigen...

Photo: Caleb George, Unsplash

Zuerst ein FIKTIVER innerer Monolog eines FIKTIVEN Klienten

Ich warte, bis die Situation ganz schlimm ist.
Jahre schon.

Aber hier und da habe ich schon was versucht: Gesprächstherapie, Seminare, Workshops. Aber bin noch nie so richtig ans Eingemachte gegangen. Es geht auch so schon einigermaßen. So schlimm ist es ja nicht. Ich bin ja nicht krank oder sowas. Andere haben auch Probleme. Und sicher noch mehr als ich.

Die Rückführungstherapie, Reinkarnationstherapie und Clearing habe ich schon lange im Auge. Früher wusste ich gar nicht, dass es so etwas gibt und ich hätte davon wahrscheinlich auch nichts gehalten. "Frühere Leben", "Seele", "Fremdenergien" - das hätte mich eher gegruselt. Aber da hat sich einiges in mir verändert. Könnte ja alles wahr sein. Vor allem, wenn es hilft.
Nun aber könnte es wirklich etwas für mich sein. Eine ganz gute Website von einem Therapeuten habe ich schon mehr als ein Jahr in meinen Favoriten gespeichert, gehe immer wieder mal auf seine Seite und bekomme auch seinen Newsletter.
Ist schon interessant, die ganze Thematik fasziniert mich schon. 
Aber irgendwie traue ich mich nicht...vielleicht später mal....Ich lese vielleicht erst noch ein paar Bücher darüber.

Reinkarnationstherapie: Fühlt sich auch irgendwie ein bisschen unangenehm an. Könnte schmerzhaft sein. Oder ich könnte was Schlimmes über mich erfahren: Habe ich vielleicht was verbrochen in früheren Leben? Bestimmt...   😉

Dann, Monat für Monat gehen ins Land, wird es aber so schlimm im Alltag, dass ich muss. Ich kann kaum noch arbeiten. Meine Beziehung ist dabei, zu Bruch zu gehen und mein Körper entwickelt auch schon einige lästige Symptome. Die Ärzte sagen zwar, da ist nichts...
Und ich bin immer so schrecklich müde.

Und irgendwann kommt leider doch dieses "Später".

Jetzt geht so gut wie nichts mehr. Und jetzt kann es mir nicht schnell genug gehen. Und jetzt kann ich auch nicht mehr anders. Und jetzt will ich´s so schnell wie möglich weghaben.
Zugegeben, es ist durchs Warten nicht besser geworden. Auch nicht durchs Lesen. Ich bin ziemlich am Ende. Jetzt kann ich es fast nicht mehr selbst entscheiden, so drängt meine Situation. Ich kriege es allein nicht mehr hin. Fiel mir schon immer schwer, Hilfe anzunehmen. Ich habe es immer erst mal alleine versucht, aber das geht nicht mehr.

Meine Internetfavoriten angeklickt und auf die Website gegangen: Jetzt rufe ich an. Ich gebe mir einen Ruck. Ungeduld und Not regieren mich, drängen mich, spüre ich.
Wunschtermin also am besten gestern!

Telefonat mit Therapeut, Riesenschritt für mich. Erleichterung. Puh, das wär schon mal getan!

OK, erst in drei Wochen hat er Zeit. Mist. Aber klar, war vielleicht etwas unrealistisch mit "gestern"...
Irgendwie schlage ich mich noch bis dahin durch. Es ging ja auch bis jetzt.
Gibt auch Hoffnung, so ein Termin.

Ich freue mich und habe aber auch ein bisschen Angst davor: Was kommt da ans Licht über mich? Wer war ich wohl in früheren Leben? Was steckt wohl hinter meinen Versagensängsten? Hab´ ich mal so richtig was in den Sand gesetzt?

Mmh... war das eine gute Entscheidung mit dem Termin? Und ist das Geld dann gut angelegt, wird schließlich nicht von der Kasse bezahlt...!? Naja, ganz nett war er ja zumindest. Und kompetent klang er auch. Ihm konnte ich am Telefon schon Sachen erzählen, die hätte ich einem "normalen" Therapeuten nicht erzählen können, dann hätten sie mich gleich eingeliefert. Und ich habe auch nicht mehr viele Ideen, was ich sonst noch unternehmen könnte. Das ist jetzt sowas wie meine letzte Hoffnung. Soll er mit mir machen, was er will, Hauptsache, mein Zustand ist weg, so schnell wie möglich.

Ich glaube nicht an Wunder. Das sage ich mir zumindest. Habe auch schon einige Therapien hinter mir, also weiß ich ja, ich kann weiter kommen, aber der Erfolg kam da auch nicht auf Fingerschnipp.
Aber jetzt diese Reinkarnationstherapie: Was da so in den Büchern steht: Erstaunlich! In einer Sitzung und höchstens ein paar Stunden ein paar frühere Leben angeschaut und meinetwegen auch die Ursachen durchlitten, aber dann bin ich es los.
So EIN Termin und mein Problem ist weg. 
Also ehrlich gesagt, tief innendrin glaube ich doch an Wunder... 


Der voranstehende Text ist, wie schon überschrieben, nicht von einem wirklichen Klienten geschrieben, beinhaltet aber - oft wortwörtlich -, was ich in Vorgesprächen höre. Nicht jeder Klient ist in solch einer Situation. Aber doch, meiner Erfahrung nach, viele, die sich spät für eine Psychotherapie - für Rückführungstherapie im Besonderen - entscheiden.
Sozusagen erfolgreich Therapie-Prokrastination betreiben. 😉
(Prokrastination = Aufschieben)

Warten aufs Glück

Wie zögern wir Schritte zu unserer Heilung erfolgreich heraus?
Sechs ausreichend gute Gründe zum Aufschieben

Ich möchte hier noch einmal zusammenfassen, von was wir uns vom freiwilligen Fortschritt abhalten lassen.
Der heilige Sankt Nimmerlein würde diese Einstellungen als gute Verhinderer von Fortschritt vorschlagen.

[Manche Punkte gelten für jede Therapieform, manche sind vor allem für die Reinkarnationstherapie gültig, weil sie besonders tiefgeht und man sich nicht lange "um den heißen Brei reden" kann.]

1. "Es geht mir nicht schlecht genug."

Wir spielen unsere Probleme vor uns und anderen herunter

Einer der beliebtesten und hartnäckigsten Klassiker.

Unterstützt von der Meinung, Therapie wäre "etwas für Kranke, ich bin doch gesund". Dass Therapie aber ein probater Weg ist, auch in - noch glücklicherweise  - nicht allzu großen Problemsituationen innere Blockaden auszuräumen und damit einfach eine Chance zu nutzen, zufriedener und glücklicher und "ganzer" zu werden, wird damit nicht berücksichtigt. Schon lange sind Psychotherapien auch zur Verbesserung der allgemeinen Lebenssituation gedacht und nicht nur etwas für "Kranke". Sich hier als "normal" zu begreifen (wenn dies überhaupt ein attraktives ....  ist  😉  ), ist eher hinderlich für Entwicklung und größere Zufriedenheit und Entfaltung JETZT, nicht irgendwann in der Zukunft, wenn das Kind schon fast in den Brunnen gefallen ist.
Schon "kleine" hartnäckige körperliche Symptome, "kleine" bekannte, aber ärgerliche wiederkehrende Beziehungsprobleme,"nicht so häufige" Ängste behindern uns und können erfolgreich mit Rückführungstherapie bearbeitet werden.
Erst großer Schmerz und Handlungsunfähigkeit führen mit solch einer Haltung zu der Entscheidung für eine Therapie.

Zu den - auch kleinen - Hemmungen, Unzufriedenheiten oder Problemen zu stehen. Ohne Vergleich mit anderen, eher im Vergleich mit dem, wie Du eigentlich leben willst.
Und musst Du noch weiter warten, bis dahin?

2. "Ich krieg´ das schon alleine hin."

Hilfe anzunehmen ist für viele von uns schwer

Viele denken, dass sie sich einen Zacken aus der Krone brechen, wenn sie Unterstützung brauchen. Der Zacken wird erst herausgebrochen, wenn sie mit dem Rücken an der Wand stehen. Die tieferen Gründe sind hier meist Stolz, generelles Misstrauen und Zweifel, Ängste, sich jemandem in die Hände zu begeben. Diese führen zu einem oft sehr starken Bedürfnis nach Unabhängigkeit, die Hilfe-Annehmen leider oft ausschließen - bis es nicht mehr anders geht.

Stolz und Unabhängigkeit sind gut. Manchmal. Beim Thema Helfen-Lassen auch?

3. "Es kann nur schlimmer werden."

Das Problem hat mehr (unbewusste oder bewusste) Vorteile als Nachteile

Dies ist ein kniffliger Grund, nichts zu tun, weil dieser Grund meistens natürlich unbewusst ist.

"Was soll das für einen Vorteil haben, wenn ich doch leide?"

a. "Sekundärer Krankheitsgewinn"
Das hat schon spätestens der gute alte Freud entdeckt:
Ich bekomme Zuwendung (wenigstens von Ärzten oder Therapeuten, aber auch in meinem Freundeskreis) und Aufmerksamkeit, wenn ich leide. Man kümmert sich um mich, ich bin wichtig und fühle mich umsorgt. Ein Gefühl, das ich vielleicht schon in der Kindheit nicht hatte und mit meinem Leiden jetzt bekomme.
Oder ich bekomme ZuwendungEN, z.B. in Form von Frührente. Nicht aber, wenn ich gesund wäre. Auch das oft ein unbewusster Grund, man würde dies nicht unbedingt bewusst denken. Dies kann aber den Zustand des Leidens auch festhalten.

Nebenbemerkung: Man verrät aus TherapeutInnen-Kreisen kein Geheimnis, wenn ich verrate, dass diese Klient*innen die schwierigsten für jeden Therapie sind. Gilt doch das Besuchen einer Therapie dann schon als Alibi "Ich will doch weiterkommen, ich finde nur nicht den richtigen Therapeuten/die wirksame Therapieform!".
Oft sind dies Menschen, die schon viele Therapien angefangen haben, viele Workshops ("Workshop-Hopper" 😉 ) besucht haben, aber nichts wirkte so richtig. Ein etwas vorwurfsvoller Ton, manchmal verbunden mit einem Jammern über die Therapieszene und vorige TherapeutInnen kennzeichnet ein Vorgespräch, man selbst ist dann "die letzte Rettung"...

Die Frage, die ich mir hier stellen kann:
Was habe ich von meinen Symptomen? Welche Vorteile bringen sie mir?
(nicht spontan: "Keine!" antworten, das wäre offen gestanden ein wenig oberflächlich...)

b. Angst vor Wiederholung der unbewussten, unangenehmen Erfahrungen
Jeder Zustand, in dem sich ein Mensch befindet, ist besser als ein anderer, sonst würde er ihn schon gewählt haben.
Dieser Punkt wäre schon einen gesonderten Artikel wert.
Hier nur so viel: Unbewusste Erinnerungen an traumatische Ereignisse sind die Ursache für heutige Einschränkungen, Das lehrt und läßt die Rückführungstherapie bekanntermaßen erfahren. Demgemäß vermeide ich mit dem Zustand, in dem ich bin: den Blockaden, Einschränkungen und meiner Lebensweise - insgesamt eine Wiederholung des Traumas. Ängste weisen z.B. ganz offensichtlich in diese Richtung.
Also halte ich lieber an dem Bekannten, aber Sicheren fest. Mein Unbewusstes weiß ja, was sonst passiert. Und das war nicht gut...

Genau das bewusst zu machen, uns vom Bann und den Einschränkungen durch die Vergangenheit zu befreien, ist ja Aufgabe der Rückführungstherapie. Also mal ´ran, jetzt und nicht erst später.

4. "Ich wußte das gar nicht!"

Rückführungstherapie / Reinkarnationstherapie sind nicht bekannt genug

Ihr Leser oder Leserinnen seid hiervon natürlich jetzt nicht mehr angesprochen, sonst würdet Ihr das hier nicht lesen. Das bedeutet auch, diese Ausrede gilt jetzt nicht mehr für Euch!  🙂
Ihr könntet auch mithelfen, etwas gegen diesen Umstand zu tun, indem Ihr Websites, Blogeinträge, Facebookeinträge etc. teilt oder weiterleitet, damit andere Hilfesuchende von dieser Therapieform erfahren. Ehemalige Klient*innen könnten auf Facebook, Twitter usw. von ihren Erfahrungen berichten, dass Rückführungen nicht nur etwas Sensationelles für RTL ist, sondern eine effiziente und seriöse Therapiemethode darstellt.

5. "Ich glaube nicht an Reinkarnation
...also kommt Reinkarnationstherapie für mich nicht in Frage."

Für eine Therapie muss man kein Glaubensbekenntnis ablegen. Viele nutzten diese Methode erfolgreich, auch wenn sie am Anfang skeptisch, aber offen waren. Man muss auch keine Bibliotheken über spirituelle Literatur gelesen haben, die Literatur über Karma im Schlaf aufsagen können.
Viel wichtiger ist, dass man interessiert ist am eigenen Innenleben und bereit, auch Unangenehmes in der Therapie zu erleben und damit befreien zu können. Wann und wo diese Hemmnisse entstanden sind, ist für die Therapie und den Therapeuten gleichgültig. Und diese Offenheit ist die beste Haltung auch für die Klient*innen.

Einzuschätzen, ob das, was man als KlientIn in der Therapie erleben kann, zu einer möglichen Änderung des eigenen Welt- und Menschenbildes führt, liegt dann immer noch in der eigenen Einschätzung und Verantwortung.
Außerdem arbeitet man in der Rückführungtherapie viel häufiger und länger im heutigen Leben als der Laie gemeinhin denkt. Es wird eben aufgearbeitet, was vom Unbewussten angeboten wird, nicht, was der Klient oder die KlientIn mit seinem Bewusstsein möchte oder nicht möchte. Für "reine Reinkarnations-Fans" kann das sogar erst einmal enttäuschend sein, ist aber das, was in vielen Fällen zuerst aufgearbeitet werden muss.

6. "Rückführungstherapie ist gefährlich."

Misstrauen und Misinformation.

Vorsicht ist gut. Sie führt zur genauen Prüfung. Man kann sich aber manchmal auch damit lähmen.

Solche größeren Ängste haben die Klienten, mit denen ich dann spreche, jedoch meist weniger, sonst würden sie sich gar nicht melden. Ein gewisser Respekt ist trotzdem oft noch da. An anderer Stelle (Fragen und Antworten-Seite) bin ich auf diese Ängste schon eingegangen.

Angst vor dem, was sich im Unbewussten befindet und auftauchen könnte, ist natürlich, kann aber auch den Weg in eine Rückführungstherapie verzögern. Ich hoffe, meine aufklärende Website, die Art meines Vorgehens in der Therapie und meine Person selbst (oder die eines Therapeuten, den sie wählen möchten) geben Euch so viel Vertrauen, mit mir/ihm oder ihr die seelischen Hintergründe zu erforschen und zu transformieren.

Das Klient-Therapeut-Verhältnis ist nämlich das A&O der Therapie. Der Boden, der Dich trägt und die Sicherheit geben soll, in die unbewussten Bereiche zu gehen und Licht dorthin zu bringen.
Therapie hat generell nur Sinn und kann nur dann erfolgreich sein, wenn Du ein solches Gefühl von Vertrauen und Sicherheit zum Therapeuten hast.
Dieses muss größer sein als die Ängste, vor dem, was da kommen mag. Sonst geht nichts.

Und natürlich wissen wir nie, was uns in den Rückführungen begegnet. Dass diese Inhalte unbewusst sind, ist ja gerade die Ursache für die Probleme. Nur, wenn wir sie nicht bewusst machen, halten wir sie gerade fest und kreieren sie dadurch immer wieder neu.

Auf das Team Du-Therapeut vertrauen. Ohne Mut kein Preis. Der Gewinn ist groß.

Mich Therapeut selbst befragt:
Warum lasse ich die Menschen nicht einfach in Ruhe machen und lasse mich hier stattdessen lang und breit über das Aufschieben aus? Ist doch egal, wann die Klienten kommen!

1. Vielleicht kann ich hiermit die motivieren, die am Wanken sind und sich bewusst sind, dass sie vielleicht etwas tun  "sollten", aber sich noch erfolgreich hindern.
Ich hoffe dazu beizutragen, dass manche Gegen-Motivation bewusster geworden ist und ich manche Hürde damit schrumpfen konnte.

Noch länger unzufrieden, unglücklich, blockiert zu sein - oder gleich was tun?

Bevor es noch schlimmer wird und Du Opfer Deiner eigenen Probleme wirst (nicht zuletzt leidet Dein Körper auch irgendwann unter dem Aufschieben) und handeln musst, weil Du stetig und zielstrebig in eine große Hilflosigkeit hineingeritten bist. (Klingt etwas dramatisch, ist aber häufig so.)

Dich vorher für eine bessere Gegenwart entscheiden als weiter auf eine Klippe zuzulaufen wäre vielleicht doch eine Alternative. "Das Leben" bringt Dich sowieso "irgendwann" weiter, die Schubser werden nur nicht unbedingt sanfter.

Unsinniges Leid verhindern, Dir Gutes tun. Jemanden suchen, dem Du als Begleiter vertrauen kannst und Dir mal helfen lassen; auch wenn Du Dich nicht als "psychisch Kranker" fühlst.

2. Wenn man in einer solchen Drucksituation ist, dass man ein Symptom, eine Situation etc. unbedingt loswerden möchte, erhöht man den Druck darauf. Der Widerstand dagegen wird also höher. Widerstand aber (darum geht es auch in manchen anderen meiner Blogartikel) bedeutet Festhalten. Das klingt paradox, ist aber leider so. Also das macht das Symptom noch hartnäckiger als es früher schon war...und das Arbeiten damit nicht leichter, wie man sich leicht vorstellen kann.
Das bedeutet oft auch, dass der Klient den Druck auf die Therapie erhöht - auf sich selbst und den Therapeuten. Kann letzterer noch leichter damit umgehen, ist es für den Klienten das Gegenteil der erwünschten Offenheit, da ist nicht mehr viel Spielraum für schnelle Heilung. Stattdessen hat die Offenheit Platz gemacht für eine große Anspannung und  Leistungsdruck für den Klienten, in dem dann das Unbewusste mal so nebenbei durchkommen soll:
Er oder sie muss jetzt und sofort das Problem "loswerden".

Ungeduld ist aber kein guter Partner in der Therapie. Da will man notwendige Schritte (z.B. Vertrauen in der Therapie gewinnen, um die Bearbeitung von den "großen Klöpsen" überhaupt zu ermöglichen; Bearbeitung von kindlichen Erfahrungen im heutigen Leben; auf mehrere Sitzungen einstellen) am liebsten überspringen.
Und das geht nicht.
Der Prozess ist nicht vom Willen abhängig und schert sich nicht um Ungeduld.
Mit dem Mitgehen, was aus dem Unbewussten auftaucht, diese Geduld ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Zusammenarbeiten und sicherer Schutz vor Ent-Täuschungen und für Dankbarkeit für die Schritte, die man bereit war, tun zu können.

Also daher mein Hinweis:
Lieber mal früh, mit noch "kleinen Malessen und Unzufriedenheiten" einen kleinen Ruck geben, Geld und Zeit für sich und die eigene befreitere und glücklichere Gegenwart und Zukunft investieren und die Reise nach innen mit einem kompetenten Rückführungstherapeuten begeben

- bevor Du Dich in großem Leid, unter dem Druck der eigenen Lage, ohnmächtig und ungeduldig,
letztendlich doch für inneren Fortschritt und Wachstum entscheiden musst.  😉
Irgendwann musst Du doch an Deine Themen. Lass Dich nicht "vom Leben" (eigentlich ja: von Dir) gegen Deinen Willen am Ende doch zu einer Therapie´rumkriegen!  🙂

Warte nicht bis zum Namenstag von Sankt Nimmerlein.
Lass´ dich nicht von Deiner Lage zwingen.
Entscheide Dich frei und früh. Besser ist das.

Yes, you can!  🙂

Alles Liebe,

Ulf Parczyk

Wie gesagt - Teilen oder Liken erwünscht!  😉

Lesetipps: Hast Du noch weitere Fragen & Antworten zur Therapie, zu meiner Person, was Klient*innen nach einer solchen Therapie schreiben, zum Verlauf & Kosten einer Therapie?

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Photo: Luke Palmer, Unsplash

Wie uns die Lebensenergie verläßt...Authentizität, unsere inneren Kinder... interessant auch schon vor den Fünziger Lebensjahren.....

Ging es im ersten Teil dieses Beitrages mehr um die Rolle des körperlichen Todes in dieser Lebensphase und dessen Nutzen, beschäftigt uns hier stärker die Rolle der Seele, ihrer Lebensenergie und der Erfahrungen dieses Erdenlebens. Viele meiner Klient*innen in der Altersgruppe um die Fünfzig leiden unter mangelnder Energie, körperlich, seelisch und geistig. Der Elan fehlt, Dinge anzugehen, oft fühlen sie sich ausgebrannt, Ziele fehlen ganz oder die alten Ziele wirken nicht mehr motivierend. Es fühlt sich oft an wie ein Stillstand, eine Sackgasse oder eine riesige, unbekannte Blockade. Sehr beschwerlich. Das Aufraffen wird schwer, oft ist diese Schwere auch körperlich spürbar, der Geist ist nicht mehr so rege, das Konzentrieren wird schwerer oder/und auch das Erinnern-Können.

Diese Phänomene kann es natürlich in jeder Lebensphase geben, da sind die "Fuffziger" nichts Besonderes. Wie der Titel ja schon andeutet, diese Aufgabenstellung ist nicht auf eine Altersgruppe beschränkt: Aufgrund der Vor-Erfahrungen in früheren Leben kann es sowohl später als auch früher - oder natürlich nie! - zu diesem Zustand kommen.

Und doch glaube ich, dass diese Lebensphase etwas Besonderes an sich hat. Die größere Nähe des Todes spielte schon im ersten Teil dieses Beitrages eine Rolle. Natürlich sind in dieser Phase viele Menschen "gesettelt", die Kinder sind erwachsen, der Job ist Routine. Die Liebesbeziehung spielt ohne Kinder möglicherweise jedoch eine neue Rolle, es kann daher auch eine Phase des Umbruchs sein, der Neu-Orientierung. Auch weil die Routine vielleicht nicht ganz so befriedigend ist, nachdem man damals in diese wichtigen Lebensaufgaben hineingewachsen ist. Auch in der Paarbeziehung kann sich Routine oder Langeweile eingeschlichen haben. Sogar äußerlicher Erfolg macht vielleicht keine rechte Freude mehr.

Die Betroffenen haben hier oft sehr mit dem Phänomen der Energielosigkeit zu kämpfen und ihre Emotionen sind daher auch eher im unteren Bereich angesiedelt, das Empfinden von Glück, Frieden und Freude ist daher dann leider nur noch sehr selten. Ein Gefühl von Depression und Sinnlosigkeit schleicht sich ein, das vielleicht noch mit Dagegenhalten unterdrückt wird, um weiter "funktionieren" zu können. Das führt dann noch schneller zu Erschöpfung.

Wohin geht die Lebens-Kraft denn eigentlich?

Aufgrund meiner Begleitungen in den Therapien habe ich die Erfahrung mit den Klient*innen gemacht, dass viel Kraft dort hineingeht, was irgendwann mal als richtiger Weg eingeschlagen wurde, sich aber möglicherweise schon lange überlebt hat. Aus verschiedenen Gründen (wirtschaftliche Gründe, Gewöhnung, Bequemlichkeit, Geborgenheit, Angstvermeidung etc.) behält man den Kurs aber bei, was jedoch über die Dauer der Lebenszeit immer mehr Kraft kostet, ist doch vielleicht noch etwas anderes im Leben möglich, privat oder beruflich - schlummern noch andere Potentiale, die im Laufe der Zeit aufwachen und immer stärker anklopfen und sich bemerkbar machen - und gegen den alten Kurs arbeiten. Das kostet dann immer mehr Kraft, diese zu unterdrücken, möchte man deren Ruf nicht hören. Es könnte für das eigene Leben sehr revolutionäre Folgen haben.

Oder es kann auch sein, dass wir schon viel früher, als jüngerer Mensch, Entscheidungen eher als Kompromißlösungen denn völlig authentisch in Deckung mit dem tiefen Inneren getroffen haben. Wir wollten vielleicht in beruflichen und/oder privaten Bereichen (Ehe, Kinder...) den gesellschaftlichen Anforderungen (wegen den beruflichen Chancen) oder den Eltern, dem Partner/der Partnerin (wegen deren Bestätigung) genügen.

Die Bedürfnisse nach Sicherheit, Bestätigung, Geborgenheit, Geliebt-Werden spielten sehr wahrscheinlich bei diesen Entscheidungen eine große Rolle und verursachten oft einen hohen Druck hin zu einer Anpassung an Ziele und Inhalte, die gar nicht unsere ureigenen sind. Da verfolgen wir dann bewusst oder unbewusst z.B. Ziele, die eigentlich die der Eltern sind oder wir suchen aus Sicherheitsgründen eine Ausbildung aus, die uns sicherer als eine Wunschausbildung versorgen wird. Wir handelten hier nicht wie freie Erwachsene, sondern noch sehr stark aus unserem abhängigen Inneren Kind und dessen Ängsten und Bedürfnissen heraus. (In einem anderen Beitrag habe ich über das Innere Kind geschrieben. Bei weiterem Interesse empfehle ich diese Lektüre.)

Das sind natürlich alles keine unsinnigen Gründe, sondern sehr existentielle. Es geht hier immer um das körperliche und/oder emotionale Überleben. Es ist natürlich wichtig, diese Ur-Bedürfnisse zu befriedigen. Unglücklicherweise sind diese Bedürfnisse und die Grundlagen der Entscheidungen nicht immer so bewusst. Ob wir unbewusst die Eltern bedienen, ihnen gefallen wollen und oft auch deren Ziele weiter verfolgen und ob wir das selbst wirklich wollen, ist uns in diesen jungen Tagen meist gar nicht klar. Mit solcher Zerrissenheit kämen wir wahrscheinlich nicht zurecht.

Auch ob wir mit Hilfe solcher wichtigen Entscheidungen gegen unsere Eltern und unsere Umwelt rebellieren ("Trotz"), ist oft nicht bewusst. Und wenn doch, kann es sehr schwer sein, aus dieser Antihaltung herauszukommen, auch dann, wenn sie nicht mehr notwendig wäre. Diese Antihaltung ist unser Bollwerk gegen das übermächtige Außen und wir versuchen damit, es erst einmal außen zu halten. Eine gewisse Stärke zu zeigen. Was wir aber aufgrund dessen entscheiden, ist dann wieder nicht frei gewählt, sondern ist dann eher ein NEIN im Hinblick auf das Gegenüber, meist die Eltern oder andere Autoritätsfiguren. Es ist dann eine Schwarz-Weiß-Entscheidung vermeintlich gegen das, was von außen als Forderung kommt. Auch wenn wir tief drinnen es vielleicht auch wollen, könnten wir uns dann aus Trotzgründen gar nicht dafür entscheiden - wir würden den anderen damit vielleicht einen Sieg einräumen ("Siehst Du!"). Diese Blöße möchten wir uns dann nicht geben, es fühlte sich an wie eine Niederlage. Es geht uns also oft gar nicht um Inhalte, sondern um ein Prinzip. Wir grenzen uns maximal ab, damit wir nicht noch mehr das Gefühl haben, von den "Großen" kontrolliert zu werden und uns unterlegen zu fühlen.

Diese Haltung kann auch entstehen, weil wir den Kampf um die Bestätigung nicht "gewonnen haben", weil die Anforderungen der Eltern oder Schule zu hoch waren ("Es reicht nie") und dann trotzen wir, da wir es ja sowieso nicht erreichen und wenden uns aggressiv ab von der scheinbaren Quelle der Bestätigung: "Da ich ja sowieso nicht bekomme, was ich von denen brauche, kann ich mich auch gegen sie wenden." Wut über die fehlende Bestätigung und Liebe.

So oder so haben wir manchmal nicht das gewählt, was von innen heraus unser Ureigenstes war, das, wo wir uns wirklich mit allem entfalten können, was in uns steckt; das, wo wir unseren wirklichen Platz mit all unseren Fähigkeiten und Talenten finden könnten hier auf der Erde in diesem Körper: JETZT.

Nicht nur, dass wir nicht wirklich das tun oder das Umfeld erschaffen haben, in dem wir uns wohl fühlen, es kostet auch eine riesige Kraft, das weiter aufrecht zu erhalten - der Kampf um Bestätigung oder auch den Trotz dagegen. Wir laufen regelrecht leer. Es kommt ja eben auch das nicht zurück, was wir investieren.
Wir möchten ja eigentlich auch geliebt werden für das, was wir sind und nicht für das, worum wir uns erst bemühen müssen. Wer will etwas leisten müssen, um geliebt zu werden?

Das Wichtigste von diesen Ausführungen ist aber Folgendes:

Es ist mit den meisten von uns wie mit einem Süchtigen, man läuft einer Ersatzbefriedigung hinterher. Denn nicht nur tun wir so, als wären wir so wie die anderen uns möchten und bekommen dann Bestätigung für ein Anders-Sein als wir eigentlich sind. Wir hetzen auch im Außen einer Liebe hinterher, die nie reichen wird, weil sie immer ein Ersatzmittel sein wird für unsere Eigenliebe, die wir wie ein Vakuum von außen füllen möchten. Das wird jedoch nie passieren. Wir können nur das in dem Maße annehmen, wie wir es selbst für uns spüren. Ist da viel Selbst-Ablehnung, Schuldgefühl, Auto-Aggression, wird das Außen es - auch bei allen Kapriolen, die wir schlagen - nie auffüllen können. Wir würden ja auch nie wirklich glauben.

Das Innere Kind möchte noch immer all das als Erwachsener von außen, was es als kleines, von der Umwelt abhängiges Wesen von außen brauchte. Diese Abhängigkeit wiederum erhöht oft auch nicht gerade das Selbstwertgefühl und die Eigen-Liebe - ein Teufelskreis.

Wohin geht also die Kraft?

Die Kraft geht in den Widerstand, und dies in zunehmendem Maße. Und zwar kraftraubenderweise gleich in zwei Richtungen unseres Widerstandes:

1. Gegen den Weg / das Ich, das Bestätigung bringen soll bzw. trotzen soll ----- weil er nicht echt ist.

2. Gegen den Weg / Emotionen / Drang, der echt und eigentlich ist ------ weil er keine Bestätigung und Sicherheit verheißt

Die Situation verbessert sich nicht einfach mal so. Eher verschlimmert sich die energetische Situation. Potentiale, Fähigkeiten, schlummernde Möglichkeiten von uns wollen nach vorne und wollen uns zu einer Ganzheit bringen. Ich nehme an, dass bei der besagten Gruppe der "Fünfziger" bewusst oder unbewusst das Ende, der Tod, eine Rolle spielt, um uns dahin zu bringen, endlich wir selbst zu werden. Es kann auch sein, dass es einfach ein energetischer Vorgang ist, dass in der ablaufenden Lebenszeit die Kräfte in die Dämme gegen das Eigentliche, das durchkommen will, aufgebraucht werden. Möglicherweise eine Kombination von Beidem.

Die LÖSUNG?

MUT.

Weder das Innere Kind, das nicht angepasst ist, noch das Innere Kind, das sich schwach und einsam und verlassen und verletzlich und abhängig fühlt, wird von uns geschätzt oder oft nicht einmal gesehen, sondern in eine dunkle Ecke unseres Ichs geschoben. Wieder einmal ungeliebt - diesmal von uns selbst.

Die Abwehrhaltungen und den Kampf aufgeben (z.B. in einer behüteten Situation einer guten Rückführungstherapie) heißt, sich mit dem kleinen Kind von damals wieder zu verbinden, vor allem auch mit seinem Schmerz, dem Gefühl, ungeliebt zu sein, abgelehnt, verlassen, schwach, hilflos. Entgegen der landläufigen Meinung ist das sehr sehr häufig die Aufgabe von Rückführungstherapie: sich mit dieser wiederum auch von uns verlassenen kleinen Person zu sprechen, es wieder zu spüren, es zu umarmen und lieb zu haben und wie ein eigenes Kind anzunehmen. Das ist ein sehr rührender, schmerzlicher, erhebender Prozess, der uns wieder "ganzer" macht, die Ganzheit, die wir vergessen wollten.
Dann erst können wir uns wieder mit den dahinterliegenden vergessenen Anteilen verbinden, die wir durch unsere Abwehrstrategien aus existentieller, verständlicher Angst irgendwann weggeschoben haben: Kreativität, Revolutionäres, Noch-Nicht-Überformtes, Pures, "Irrationales", Verrücktes in uns will auch anerkannt werden - einfach alles, das nicht unbedingt ins rationale Schema paßt oder in das, was uns damals Bestätigung und Sicherheit gebracht hat - und immer noch bringt. Und bei den Menschen, die damals den Großen Erwachsenen eher trotzten, liegt hier vielleicht das begraben und im Dunkel, was den Eltern gefallen hätte..... (OH JE! höre ich von beiden Gruppen... 🙂 )

Dann können wir - jetzt viel stärker, weil wir vieles zentrale Vergessene auf- und angenommen haben - unsere Ziele, unser Leben, unseren Alltag überprüfen und neu sehen. Und uns an dem Geschaffenen erfreuen, die vielen Erfahrungen in den vielen Bereichen unseres bisherigen Lebens ausnutzen (es war ja natürlich Vieles auch richtig, nicht alles unecht oder nutzlos!) und vielleicht noch etwas darüber hinausgehen, authentischer, kraftvoller, mutiger. Keine Energie in Bestätigung oder Abwehr und Widerstand gegen den Weg, Bestätigung zu bekommen, sondern Authentizität und Im-Fluß-Sein mit der eigene Seele.

Dann loslassen, die Illusion zu verfolgen, die Bestätigung von außen bekommen zu wollen. Sich als Liebe selbst im Sein zu spüren. Dadurch den eigenen Platz finden, auf dem alle Ressourcen und Fähigkeiten benutzt werden können. Zuhause sein.

Eine gute Rückführungstherapie bei einem fähigen und erfahrenen Therapeuten kann einen wichtigen Beitrag für diese lebensverändernden Schritte leisten. Ich freue mich, wenn ich Dich dabei begleiten darf.

Die PraeSenZ-Stirn

Herzlichst,
Dein Ulf Parczyk

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Photo ganz oben: Stirn von Zeke, 0 Jahre, Photo unten: Stirn von Ulf, zu diesem Zeitpunkt fast 52 Jahre

Perfekt

[Ich wollte schon immer auch mal einen Spruch mit Bild bringen, wie das so üblich ist....... 😉 ]

Photo: Ulf Parczyk

Klappt es bei Dir? Wünschen, Bestellungen beim Universum, Manifestieren oder unsere Wirklichkeit kreieren und die Schwierigkeiten damit - aus der Sicht der Rückführungstherapie

- Erfolgreiches Wünschen - Über "The Secret", Bärbel Mohr und andere -

Wir sind es selbst, die unsere eigene Wirklichkeit erschaffen.

Ob Haben oder Sein, welche Wohnung, Arbeit oder welcher Partner, wir ziehen immer selbst die äußeren Gegebenheiten an, mit denen wir uns dann erfreuen können - oder auseinandersetzen müssen... 🙂 Das funktioniert aufgrund des Resonanzgesetzes: Wir stellen das im Außen her, was wir an Informationen oder Glaubenssätzen und Vorstellungen über uns und die Welt in uns herumtragen.

Das ist der Leitsatz, der dazu führt, dass wir unsere Wirklichkeit erschaffen und verändern können. Das sagen die, die sich mit dem "Wünschen" oder Kreieren beschäftigen. Das sagen aber auch wir Rückführungstherapeuten.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen ist jedoch, dass zumeist auch die "fortgeschritteneren" Wunsch- oder Erfolgs-Coaches die folgende, so will ich es nennen, Bewusstseinspsychologie betreiben:

Wir gehen bewusst in eine erwünschte Situation, erschaffen sie innerlich und sie wird sich irgendwann äußerlich manifestieren. Das ist der grobe Verlauf, eine innere Resonanz zu einem erwünschten Zustand herzustellen.

Was meines Erachtens hier aus verschiedenen Gründen zu kurz kommt, ist, dass das Unbewusste immer am längeren Hebel sitzt und nicht so einfach von der Schlüssigkeit des Wunschzustandes zu überzeugen ist. Gibt es in der "Gesamt-Seele" keinen Einspruch gegen die erwünschte Realität, wird sie auch hergestellt werden. Gibt es jedoch unbewusste Glaubenssätze und Überzeugungen, die den Wunsch sabotieren, wird er nicht in Erfüllung gehen; möglicherweise tritt höchstens die Blockade noch deutlicher zutage (was für bewusste Menschen immerhin auch ein Erfolg sein kann... 🙂 ). Ansonsten klappt es mit dem Wünschen einfach nicht.

In der Rückführungstherapie hingegen kann man sich dann hemmende oder sabotierende innere Zustände genauer anschauen und arbeitet die verursachenden Faktoren durch. Es geht hier um unbewusste, verdrängte Situationen, in denen man (hier: ein negatives) Bild von sich und/oder der Welt festgeschrieben hat: "Ich hab´ nichts Gutes verdient", "Die Welt gibt mir nicht, was ich brauche", "Man kommt hier zu nichts", "Ich schaff´es sowieso nicht", "Ich bin grundsätzlich schuld" etc. Solche tieferen, mehr oder weniger unbewussten Glaubenssätze unterminieren viele positive Absichten.

Bringt man Bewusstsein in diese verdrängten Situationen, kann man sie und die damit verbundenen Informationen und Programmierungen neutralisieren und sich dann erst frei für positivere Glaubenssätze entscheiden. Diese können dann dazu führen, dass die Welt eher so werden kann, wie man sie sich wünscht. Diese Bewusstwerdung und das Abbauen von Blockaden ist zentrale Aufgabe der Rückführungstherapie. Ich unterstütze Dich hier natürlich gerne dabei!


Bei weiterem Interesse downloade Dir und lies bitte das kostenlose E-Book "Der Ursprung der Probleme" hier auf der Schätze-Seite. Dort erfährst Du noch mehr zu den Hintergründen.

Wenn Du mit der Rückführungstherapie (und mit mir 😉  ) an Deinen Hemmungen, Sabotagen und Blockaden durch unbewusste Programmierungen und Fremdenergien arbeiten möchtest, bin ich gerne für Dich da. Hast Du noch weitere Fragen & Antworten zur Therapie, zu meiner Person, was Klient*innen nach einer solchen Therapie schreiben, zum Verlauf & Kosten einer Therapie?  Nimm einfach Kontakt mit mir auf und nutze das kostenlose telefonische Orientierungsgespräch, ich freue mich!

Herzlichst, Dein Ulf Parczyk

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Photo: Almos Bechtold on Unsplash

Rückführungstherapie wird im Allgemeinen mit früheren Leben verbunden. Umso mehr, wenn die alternative Bezeichnung "Reinkarnationstherapie" gewählt wird. In der Praxis spielt jedoch dieses heutige Leben zwangsläufig sehr oft eine große Rolle.

Warum eigentlich? Genügt es nicht, einfach zur Ursache des Problems in irgendein früheres Leben zu springen und das Problem ist ausgeräumt?

Manchmal ja, meistens nein. In der Rückführung überlassen wir es der Kraft der Seele, was wir uns anschauen. Zumindest in meiner Praxis gibt es keine Vorgaben über den Verlauf, was wir uns anschauen "müssten". Das halte ich für künstlich und stellt eine unnötige Kontrolle des Prozesses dar. Wir müssen weder in ein früheres Leben, noch unbedingt in die Schwangerschafts- oder Geburtsphase oder irgendwo anders hin. Wir gehen mit dem, was kommt und "freiwillig" auftaucht. Kein Zwang, kein Druck in irgendeine Richtung.

Hierbei geschieht es häufig, dass auf dem Weg zur Ursache eines Themas die Kindheit auftaucht. Oft ist es "einfacher", dort Situationen "wieder" zu erleben, manchmal weil wir sie schon kennen, sie uns noch halbwegs bewusst sind - zumindest Teile davon - die aber trotzdem noch Unbekanntes beinhalten. Gerade am Beginn der therapeutischen Arbeit möchte man nicht unbedingt gleich sicheres Terrain verlassen. Bei Vielen war auch die Kindheit schon nicht eine nur angenehme Zeit, also gibt es dort sowieso Einiges aufzuarbeiten. Oft auch für Klient*innen, die schon viel an sich gearbeitet haben, möglicherweise aber noch nicht ausreichend oder nicht auf den emotionaleren Ebenen. Und natürlich: nicht alle Ursachen müssen außerhalb unseres heutigen Lebens liegen.

Gleich oder erst nach und nach kann man dann das Bekannte verlassen, je nach Vertrauen und Abwehr dessen, was wir ansteuern. Man gewinnt zunehmend Sicherheit und Vertrauen in die gemeinsame Arbeit und steigt tiefer in Unbekanntes, Unbewusstes. Oft gefragt nach der Dauer einer solchen Therapie liegt genau hier die (wahrscheinlich unbefriedigende 😉 ) Antwort: Es dauert, so lange es dauert. Vertrauen und damit verbunden ein gewisses Gefühl von Sicherheit, das nötig ist, um Verdrängtem gemeinsam zu begegnen, ist individuell unterschiedlich. Vielleicht dauert es Minuten, Stunden oder Sitzungen, um dorthin zu gelangen, wo man eigentlich hin möchte. Alle Schritte dahin sind schon therapeutisch, der Weg ist eben auch Ziel. Die Widerstände und Ängste, denen man auf diesem Wege begegnet (und die natürlich nicht nur in der Therapie auftauchen, sondern auch im "richtigen Leben"), nehmen wir mit und so stärken wir uns für weitere Aufgaben und Erfahrungen, ebenfalls in und außerhalb der Therapie. Alle diese "Hürden" haben Erfahrungen als Hintergrund und wollen uns schützen, haben aber auch ihre Nachteile.

Das ist das Eine. Wir arbeiten uns oft - nicht immer - über manche Kindheitserlebnisse "nach hinten / früher".

Bei der Arbeit in der Kindheitsphase kann man sich die hochinteressante Frage stellen: Warum inkarniert eine Seele in einen Körper, der der Umwelt in so starkem Maße ausgeliefert ist? In der die Seele sich durch diese starken Abhängigkeiten so stark prägen läßt?

Man kann sagen, dass das sogenannte Innere Kind den Teil oder die Unterpersönlichkeit (oder meist eher Mehrzahl: die Inneren Kinder die Unterpersönlichkeiten) darstellt, die unseren Umgang - nach den Erfahrungen, die wir in früheren Leben gemacht haben - mit zentralen Themen wie Verletzlichkeit, Hilflosigkeit, Schutzlosigkeit, Ohnmacht, Vertrauen widerspiegelt - vorausgesetzt, es lagen "einschlägige" Vorerfahrungen in früheren Leben vor.

Über die Kindheit (incl. der wichtigen Stationen Zeugung, Schwangerschaft und Geburt) und die Resonanz, bestimmte Eltern/Geschwister/Familie anzuziehen, kann man daher auch ablesen, wie sich diese Themen in einem gestalten. Sicher prägen uns die Familienmitglieder und die Familienatmosphäre. Und man kann natürlich sehr wohl auch in diesem Leben traumatisiert werden. Dafür braucht man keine früheren Leben zu bemühen. Entscheidend in der therapeutischen Arbeit ist jedoch, wie man sich nach Durcharbeiten dieser Ereignisse fühlt bzw. damals gefühlt hat (was ein und dasselbe ist). Und oft zeigt sich, dass diese Problemenergie immer noch vorhanden ist bzw. vorher schon vorhanden war, das Trauma oder die Ereignisse in diesem Leben sind gar nicht die Ursache. Und wenn noch "Problemenergie" darauf sitzt, wird es auch weiterhin ein Problem geben, wenn auch hier schon große Erleichterung spürbar ist. Dann nimmt man sich das nächste "hereinströmende" Ereignis vor.

Das Innere Kind ist auch daher in unserer Arbeit so wichtig, weil es einen Anteil unserer Seele verkörpert, der Hoffnung auf das Angenommen- und Geliebt-Sein im Echtsein hat - das Pure in uns, verletzlich, freudig, verträumt, sensibel, beweglich, phantasievoll, energetisch und zart, auch wenn es in den allermeisten Fällen nicht "tabula rasa" hier in diesem Leben ankam. Die Vorerfahrungen entscheiden auch über die Stärke dieses Anteils. Dieses Kind stellt für uns die Wieder-Verbindung mit dem Spontanen, möglicherweise gesellschaftlich Unangepassten, Individuellem und doch Verbundenem wieder her, der Kreativität, dem gefühlten tieferen Kern in uns. Die Hoffnung auf Vertrauen und Sicherheit, Liebe und Geborgenheit. Näher dem Herz als dem Verstand. (Aber wo Hoffnung, da leider auch manchmal Enttäuschung....)

Schlau und spirituell könnte man dem Kind antworten, das sind ja alles Projektionen auf die Umwelt, Du möchtest ja nur passiv alles von außen! Ja, es braucht das ja gerade alles von außen - oder hätte es gebrauchen können.... Die Vorerfahrungen, die Glaubenssätze, kurz gesagt: das Innere in einem selbst entscheidet jedoch immer darüber, ob man es bekommt. Die Spiegelung verrät uns dann auch hier den inneren Zustand der Seele. In der Therapie ist dann notwendig, diesen inneren Zustand so zu verändern, zumindest weniger von außen zu brauchen und sich mehr selbst zu geben, das was das Kind von außen wollte: an Liebe, Bestätigung, Wert, Willkommen-Sein, einen Platz haben, das Licht erstrahlen lassen, den eigenen Kern, die eigenen Emotionen angstfreier nach außen in die Welt bringen, spielerischer mit Allem umgehen, sich leichter und freier fühlen, unschuldig, kräftig. Ein innerer Teil von uns ist mit dieser Hoffnung gestartet, auch wenn ein anderer Teil schon ängstlich das Negative aus den vorigen Inkarnationen am Horizont drohen sieht und dadurch die Wiederholungen und Muster in Gang setzt.

Als Therapeut fühle ich mich manchmal als Anwalt dieses Kindes im Klienten/in der Klientin, weil sich ein starker Anteil im Klienten mit der Umgebung identifiziert hat. Die Umwelt, die "Großen", waren stärker und von ihnen fühlte man sich existentiell abhängig - zumeist waren das die Eltern - und hat dann deren Sichtweise auf sich selbst übernommen. In den Problemfeldern zumindest, ist dies oft eine lieblose, beschuldigende, distanzierte, verurteilende oder ablehnende Kraft, die das eigene innere Kind von außen mit den urteilenden Augen be- bzw. abwertet. Ab da - und das ist das wirklich Traurige - lassen wir den verletzlichen, weichen Kern im Stich und legen uns in der existentiellen Not, der Liebe, Anerkennung oder Aufmerksamkeit der Eltern nachjagend (und später der übrigen Umwelt) eine Schicht Unechtes auf: Verzerrungen, Verhärtungen, Verfälschungen des Eigentlichen. Das Kind wird ins Dunkel abgeschoben und vergessen - so weit dies möglich ist.

Aufgabe hier, ist u.a. zu untersuchen, warum dies alles möglicherweise unabdingbar war, welche Rolle wir damit den Eltern geben, bestimmte eigene Anteile (z.B. Aggressivität, Kreativität, Sexualität, Verletzlichkeit etc etc...) von ihnen verurteilen zu lassen, die wir meistens durch Vorerfahrungen in früheren Leben ebenfalls schon vor der heutigen Inkarnation verurteilten, das gibt uns die Verantwortung zurück und lässt die Kindheit oft in einem ganz anderen Licht erscheinen. Das ist dann eine wahre Befreiung des Inneren Kindes aus der Macht der "bösen Eltern". Diesen Punkt erreicht, offen gesagt, nicht jeder in der Therapie, dafür ist oft einige Arbeit erforderlich, müssen wir doch dafür aus der Opferrolle heraus, was aus verschiedenen Gründen nicht so einfach ist. (Aus diesen Überlegungen geht vielleicht für den einen oder die andere schon ein großer Unterschied zwischen Rückführungstherapie und Familienstellen hervor, auch anderen Therapiemethoden, wie die Psychoanalyse, die in diesem Leben verbleiben.)

So oder so, ist das Wiederentdecken, In-Den-Arm-Nehmen und wirklich Annehmen (endlich!) des Inneren Kindes ein tief rührendes (nicht nur für den Klienten...) Geschehen - und vielleicht das größte Geschenk, das wir uns selbst machen können. Dem Kind vielleicht erstmals im Leben wirkliche Sicherheit, Schutz, Geborgenheit und Liebe geben. Wir stehen diesem Kind dann gegenüber - Herz zu Herz, Auge in Auge - mit seinen ganz spezifischen Eigenheiten und Fähigkeiten und dem "grundlosen" Wert, den es einfach in sich trägt, weil es da ist. Weil es ein Ausdruck der Liebe und der Vielfalt im Universum ist und einfach nur sein darf und nicht anders sein muss, geschweige denn "perfekter", "richtiger", "erfolgreicher", "besser"..... Und damit hebt man den inneren (und damit gespiegelt auch) äußeren Mangel auf und macht ihn zu der Fülle, die man ist. Wieder mal ein großes Paradox: Das (nur vermeintlich!) Schwache annehmen und dadurch stärker werden.....

Wenn wir selbst es schaffen, es so zu lieben, wie es da vor uns steht (was oft nicht so einfach ist, wie es klingt), in diesem Moment ist das geschafft, dass auch andere uns so annehmen wie wir sind. So werden wir unsere eigenen Eltern und schließlich - paradoxerweise mehr Kind - erwachsen.

Auch in der nächsten Inkarnation (...in die Du mit einer Rückführungstherapie natürlich auch damit gleich investierst.... 🙂 ).

Werdet wie die Kinder.

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Sagte mal jemand, der dem Göttlichen sehr nahe stand (das, was wir alle wohl versuchen...) 😉

Herzlichst, Dein Ulf Parczyk

PS.: Mein Inneres Kind hat jedenfalls bei diesem Text gejubelt und gejauchzt und war zeitweise Ghostwriter
-- wie ging es Deinem Inneren Kind beim Lesen?.... 🙂

Wir schauen jetzt erst mal PanTau pantau(alte tschechische Kinderserie meiner Generation 🙂 )

 

DIE REISE ZU DEINEM INNEREN KIND AUF YOUTUBE:

Dein Inneres Kind wartet


Lesetipps für Dich:

Hast Du noch weitere Fragen & Antworten zur Therapie,
zu meiner Person,
was Klient*innen nach einer solchen Therapie schreiben,
zum Verlauf & Kosten einer Therapie?

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Photos: Oberes Babyphoto von Pawel Loj from Atlanta, GA, USA (tiny foot) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons; unteres Babyphoto von Larali21 (Own work) [CC-BY-SA-3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons)

Es liegt (leider?) eine tiefe Wahrheit in den Worten:

Was man stark loswerden möchte, hält man erst recht fest!

Erst mal eine schlechte Nachricht: Weghaben-Wollen ist der Klebstoff für das "Übel".

Das gilt auch und insbesondere für Probleme, Gefühle, Symptome, Situationen, Muster!

Das alles bringt einen natürlich in die Therapie.

Gleichzeitig entscheidet das Maß der Abwehr gegen das, was einen in die Therapie bringt, über die Dauer der Therapie, also den Zeitpunkt des Loslassens.

Also ist wirkliche Therapie meines Erachtens nur erfolgreich, wenn sie Annehmen dessen beinhaltet, was vorher inakzeptabel war. Aber damit ist nicht gemeint, wie ich es öfter mal höre, dieses Resignative: "Jetzt kann ich damit umgehen". Das ist immer noch kein wirkliches Annehmen, zumindest, wenn es in einer Trauerstimmung geäußert wird, wie es scheinbar oft der Fall ist.

Tieferes Annehmen ist gemeint. Und Rückführungstherapie bzw. Reinkarnationstherapie führt genau dahin, wo Problem, Gefühl, Symptom, Eigenschaft, Situation etc. am inakzeptabelsten, "abgelehntesten" war. Wenn man das dort Verdrängte annehmen kann, dann auch alle "einfachen Ausläufer" der persönlichen Katastrophen.

Du siehst: Das Alles kann also nur ein (spannender und lohnenswerter) Prozess sein, der immer weitere Verbesserungen und Erleichterungen auf dem Weg mit sich bringt. Oft weniger ein Knall und Peng und ich bin heil, sondern stetiger und geerdeter Fortschritt und Befreiung.

Mein viel benutzter Spruch dazu: Wenn es so wenig verdrängt wäre, dass Du auf der Couch zu Hause alleine darauf kämst, also wenn Du Dich auf der Couch in einer ruhigen Minute selbst fragen könntest, woher das Symptom oder Problem kommen, und dann käme die Antwort, dann hättest Du vorher gar kein wirkliches Problem gehabt. Unterstützung ist bei den größeren Kalibern oft notwendig, sprich: Lebensthemen, Kernfragen, festsitzenden Mustern und Wiederholungen.

....Und das alles ist sicher nur eine halb befriedigende Antwort auf die ängstliche Frage von Klientinnen und Klienten "Wie oft muss ich eigentlich kommen?".

Das kann auf Grundlage dieses genannten Wissens verständlicherweise kein ehrlicher Therapeut der Welt wirklich vorhersagen. Das, weil wir nicht wissen, wie stark die Ablehnung gegen das ist, was abgelehnt wird und das wir gerade anschauen müssen. Und das gemeinsame Anschauen und Wiedererleben ist gleichbedeutend mit Annehmen und Bewusstmachen.

Also Geduld und Vertrauen..... 😉

Und hier im Blog findest Du weitere Einträge zum wichtigen Thema Widerstand....

Herzlichste Grüße,
Dein Ulf Parczyk

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