Befreie Deine Emotionen Teil 2

Verfasst von Dipl.-Psych. Ulf Parczyk - Zuerst veröffentlicht: 10. Juli 2021
Letzte Änderung: 10. Juli 2021
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Befreie Deine Emotionen Teil 2

Lebendiger, authentischer, gesünder
- und ein praktischer Weg dorthin! Teil 2

(Bitte natürlich vorher Teil 1 von "Emotionen befreien" lesen!)

...jetzt kommen sie endlich: Monster, Gitarre & Ball...

Der Kampf mit dem Monster und seine Reaktion darauf

Widerstand hat immer mit Zwang zu tun: Ich MUSS handeln, ich muss die Emotion wegbekommen, etwas damit machen, sie verändern. Das ist das Gegenteil von Freiheit.
Doch ich kann fliehen, schnell rausgehen und joggen, durchatmen, singen, pfeifen, auf einem Bein hoppeln oder gute Musik hören, eine Flasche Wein leeren - alles schön und gut, aber dauerhafte Änderungen gibt es dann nicht - ich muss halt immer wieder fliehen, joggen, durchatmen, singen, hoppeln, trinken oder pfeifen. Wie anstrengend auch, vor allem wenn man es gleichzeitig macht.  😉
Aber: Kann man eine Phobie vor Schlangen heilen, indem man sie immer wieder vermeidet? Sicher nicht. Langsames Annähern aber hilft. Das ist die Technik dieser Übung - und im Grunde auch die Technik der Rückführungstherapie:
Sich den Schrecknissen gelinde anzunähern, den Widerstand abbauen, statt uns unser Leben durch VermeidenMüssen und Widerstände schwer zu machen und weiter einzuschränken.

Was wir eigentlich sind, wird ja dann durch Unterdrückungen, Verleugnungen aber fast rätselhaft, unklar, kann geradezu bedrohlich sein. Manche haben ihr Zentrum fast verloren unter dicken Schichten von Kontrolle. Wir drücken bestimmte Gefühle dann oft gar nicht mehr aus (oder im besseren Fall noch alleine im stillen Kämmerlein, wenn es niemand mitbekommt). Irgendwann spüren wir sie dann auch nicht mehr, juchhu! – - – wie traurig eigentlich.

Es scheint fast, als hätten die Gefühle dann vielleicht auch keinen Bock mehr und zögen sich zurück. Weg. Scheinbar aber nur. Man versuchte sie zu knebeln und auszusperren. Doch sie warten geduldig (zumindest anfänglich) und klopfen an der Tür, wollen wieder `rein, die kleinen Monster.
Wie ich an einigen Stellen hier und in meinen anderen Artikeln schon erwähnt habe:

Widerstand ist - vor allem, wenn man den Hintergrund kennt - immer sinnvoll (spätestens in einer Rückführung wird einem das klar). Es hält aber auch genau das fest, das so unangenehm ist - bewahrt genau das, dem widerstanden wird.

Das kleine Monster bleibt glatt vor der Tür stehen, will jetzt erst recht nicht weg - so abgelehnt, gemieden, ja verleugnet: "So geht das nicht!", meint es - und fängt an, an der Tür zu hämmern und zu rütteln. Es passt ihm gar nicht, so ausgeschlossen sein! Es will zurück zu Dir! Es ist doch da!
Mist. Widerstand und Kontrolle und Aussperren helfen nicht richtig, dieses Monster wegzuschicken, ja besser: auszurotten. Es ist hartnäckig. Vor der Tür fängt es jetzt auch noch an zu schreien! Dabei willst Du doch nur Deine Ruhe! Es bleibt erst recht und macht Sperenzien, tobt und will wieder ´rein und wahrgenommen werden, das wilde Biest: Du hältst dagegen! Drückst die Tür zu, hältst Dir die Ohren zu. Stark sein, weghören, Contenance! Du willst doch nur Deinen lieben Frieden!
Dann irgendwann tobt nicht nur in Deiner Seele der Kampf an der Tür, auch im Körper fangen die Verspannungen an zu schmerzen, Stress, Krankheiten, Energieverlust drohen. In Beziehungen funkt es dazwischen, kommt ungebeten doch durch, zum Beispiel in Form von Deinen Ausbrüchen von Wut, versteckter Arroganz, herbeigeführter Ohnmacht. Und über Jahre wird das Monster stärker - oder Du langsam schwächer und müder - oder beides, egal.

Bedenke: Das "Monster Emotion" wird immer gewinnen - in diesem oder in einem kommenden Leben. Alles andere ist Illusion.

Warum dann nicht gleich jetzt dran? Die vorgeschlagene Übung lässt Dich ganz langsam und behutsam die Tür wieder öffnen, das Monster vorsichtig anschauen und dann nach und nach wieder hereinlassen. Bis es bei Dir sein darf, gewürdigt und angenommen (eben das, was sich wohl jedes Wesen im Universum tief drinnen wünscht).

Monster

1: Der Rausschmiss des ungeliebten Monsters

 

Monster

2: Das Monster will zurück und gesehen werden

 

Monster

3: Das Monster drängt herein, jetzt langt es ihm

 

Monster

4: Widerwillig öffnet sie ihm langsam die Tür (= die Übungen, oder/und die Rückführungstherapie...)

 

Monster

5: Sooo schlimm ist es gar nicht - es könnte sogar ein Freund sein!? Hilfreich? Oh!

(Die wunderschönen Monster-Bilder sind von meinem Freund Stefan Meye)

Noch ein schönes Bild: DER BALL

Weil es mir so wichtig ist, das hier alles weiterzugeben, warte ich mit noch einem Bild für diese Vorgänge auf:

Widerstand gegen Emotionen

Nehmen wir das Bild eines Balles für das Paket von unerwünschten Emotionen, die meist mit Gedanken, Erinnerungen und Körpergefühlen einhergehen.  Die Emotionen wären dann der Kern des Balles. Wir stehen also jetzt im "Swimming Pool des Lebens" 😉 und halten diesen unangenehmen Ball, zum Beispiel voll mit Hass, so weit wie möglich von uns fern: er ist uns zuwider, das wollen wir nicht fühlen - oder setze in den Ball was auch immer Du jetzt als extrem unangenehmen Zustand empfindest; beliebte Beispiele gab ich ja schon.

Wir drücken diesen Ball also möglichst ins Unsichtbare, weit unter die Oberfläche des Wassers. Unser Widerstand arbeitet so gut, wie wir Kraft haben, den Ball herunterzudrücken. Je weiter weg unter die Wasseroberfläche wir ihn drücken wollen, also je unangenehmer seine Nähe für uns ist, um so mehr Auftrieb bekommt er und um so mehr Kraft kostet uns das Herunterdrücken. Der Ball verschwindet dadurch nicht eigentlich, im Gegenteil, er haftet an uns fest und nimmt einen mehr oder weniger großen Teil unserer Aufmerksamkeit, Kraft und Energie ein. Das passiert nicht selten unbewusst.

Jetzt, mit diesem Bild, kannst Du Dir vorstellen, wie Dir die Energie und Aufmerksamkeit für Dinge im Moment des gegenwärtigen Augenblicks fehlen. Bist Du doch sehr beschäftigt mit dem Unterdrücken von Emotionen, Gedanken, Bildern: eben unserem Ball (und meist ist es noch anstrengender, weil es ja oft nicht nur ein "Solo" ist: es gibt oft mehrere Bälle gleichzeitig, auf die Du aufpassen und die Du dressieren "musst"!).

....und oberhalb der Wasseroberfläche überspielen wir dann alles und markieren die Unberührten, die im wahrsten Sinne des Wortes "alles im Griff" haben, manchmal sogar lächelnd, vielleicht nur etwas verkrampft... so lange es eben noch geht. Immer in Angst, wenn wir schwächer werden, knallt uns der Ball direkt voll auf die 12 und haut uns ganz um. (Oder in dem anderen Bild: das Monster stürmt die Tür und frisst uns...)

Das allgemeingültige Prinzip ist: Erst was Du wirklich bei Dir haben kannst, ohne es unbedingt loswerden zu wollen, kannst Du loslassen.
Daher der zweiter Merksatz:  😉  Annehmen bzw. WillkommenHeißen IST Loslassen.

Wozu können dauerhafte Unterdrückung & Kontrolle führen?

Widerstand gegen Emotionen ist zwar einmal überlebensnotwendig gewesen, irgendwann einmal wurde Widerstand aber gegen das zwanglose Sein, das Fließen gerichtet, gegen das "lebendige Leben", gegen die eigenen Anteile von Wut, Trauer, Ohnmacht, ja manchmal sogar von Freude! Daher verschlingt er so viel Energie.

Wir können uns jetzt auch gut vorstellen, dass dieser anstrengende Vorgang in der Folge auch zu körperlich und psychisch sehr eindeutigen Phänomenen führen wie BurnOut, Depression (da ist der Vorgang schon im Wort), Energielosigkeit , Erschöpfung bis hin zu Apathiezuständen. Er stellt natürlich auch körperlichen Stress dar, so dass uns Muskelverspannungen plagen und Krankheiten schneller ereilen. Aber auch Konzentrationsschwierigkeiten (wie kann man sich auf etwas konzentrieren, wenn man doch "alle Hände voll" zu tun hat?), Gedächtnisstörungen oder schnelle Ermüdung und schnelle Überforderung können uns ebenfalls das Leben im Alltag schwer machen, Aufgaben zu erledigen ("es ist alles zu viel"). Man braucht ja die körperlichen und seelischen Muckies für etwas anderes, eben zum Unterdrücken. (Stimmig an dem Bild des unterdrückten Balles ist auch, dass, wenn die Kräfte aus welchen Gründen auch immer im Leben einmal nachlassen, die alten Pakete von alleine wieder nach oben kommen, Viele kennen dieses Phänomen: genau das, was man gefürchtet hat, tritt ein...)

Widerstand und Beziehungen

Natürlich spielen Widerstände auch im Beziehungsleben eine dominante Rolle. Wir versuchen, andere zu kontrollieren (auch im Helfen über unser Mitleid oder über unser "Wohlverhalten" und Zurückstecken von Bedürfnissen), um sie aus bestimmten Zuständen zu bringen (meist die Klassiker Ablehnung, Trauer, Ohnmacht, Wut etc.), die wir selbst nicht annehmen. Wir "können es dann nicht sehen" oder aushalten, wenn andere sich so fühlen. Dann versuchen wir also zusätzlich zu unserem eigenen inneren Kampf, auch noch den Zustand des anderen zu verändern!

Was wir selbst nicht annehmen können, können wir auch nicht annehmen, wenn es andere in unserem Umfeld haben, das konfrontiert uns ja , mitschwingend, getriggert, mit unseren eigenen abgelehnten Zuständen. - – Puh, wie anstrengend! - und den anderen auch wenig in seinem Zustand annehmend. Nichts (zumindest in dem "heiklen" Bereich) wird gelassen, wie es ist. Damit alleine hat das NichtAnnehmen natürlich große Auswirkungen auf Beziehungen.

Auch wenn man versucht, Verlustangst durch Klammern, Dienen, Sorgen oder Eifersucht zu überdecken oder zu vermeiden, handelt man in Beziehungen aus Widerstand heraus und nicht aus Freiheit. Ebenso bei Ängsten vor Nähe (die auch in Verlustangst begründet sein kann).
Das sind nur einige Beispiele, wie man sich das Leben durch eigene Widerstände schwer machen kann (dem Partner manchmal auch... 😉  )

Und - da ich es schon oft hier auf meiner Seite erwähnt habe und es mittlerweile Gemeingut ist: Widerstand ist Energie und lädt damit das auf, gegen das der Widerstand gerichtet ist. Und wir wissen: Das, was aufgeladen ist, ziehe ich an. Das ist dann natürlich meist suboptimal im Falle des Widerstands, weil es genau das anzieht, was wir ja gerade überhaupt nicht wollten. Dann kommt es durch die Hintertür als Spiegel um die Ecke. Also wenn ich Aggressionen unterdrücke, könnte es sein, dass ich Mobbing-Opfer werde, hilflos ausgeliefert - wie ich mich auch wiederum nicht fühlen möchte, auch dagegen Widerstand habe - und dann vielleicht "lieb" und angepasst bin - auch als Erwachsene noch. Ein weites Thema, das ich hier nicht weiter ausführe. Es reicht, darauf hinzuweisen, um Dir deutlich zu machen, dass Widerstand nicht etwas "Privates" ist, was nur Dich betrifft. Dein ganzes Leben ist davon betroffen, auch das Beziehungsleben.

Natürlich führt die Ablehnung von Emotionen und Zuständen, da sie als zum eigenen Ich gehörig empfunden werden, immer auch zur Ablehnung oder Abwertung der eigenen Person ("Ich bin so ohnmächtig und schwach, ein Waschlappen"), zu einem Sinken der Eigenliebe. Also ist diese Übung hier auch ein praktischer Weg zur Erhöhung der Eigenliebe! (Denn das ist ja manchmal schleierhaft, wie man das praktisch machen soll: "sich selbst lieben". `Ein hehrer Aufruf, aber wie?´möchte man den oder die SchreiberIn oft fragen - hier hast Du eine Möglichkeit!)

Du siehst, es hat weitreichende Folgen für Deinen Körper, Deine Beziehungen, Arbeit, Zufriedenheit und vor allem für Deine Selbstliebe, im Kampf mit Emotionen zu liegen. Und über kurz oder lang wirst Du unterliegen, mindestens Dir nicht guttun.

JA WAT NU?

Unterdrücken, verleugnen, ausdrücken, in Anderen ersticken oder bekämpfen, VerstehenWollen - Du hast gesehen, das alles sind Techniken, um Emotionen nicht wirklich zu spüren.
Ja, was soll man denn stattdessen damit machen?

Am besten: NICHTS. Dableiben. Was da ist, anerkennen. Die Emotion einfach willkommen heißen und spüren - und dann loslassen.

Voraussetzung ist, dass wir uns der Momente bewusst werden, in denen wir uns fast automatisch und superschnell ablenken von hochkommender Trauer, Wut oder was auch immer wir nicht spüren möchten. Und uns schnell abwenden, sie wieder aus unserer Aufmerksamkeit drängen wollen, ausleben, andere oder uns verstehen oder wie auch immer verändern wollen - nur den Widerstand leben.
Dann können wir auch ruhig den Widerstand oder Widerwillen spüren, auch dieser ist ja da! Also ALLES ANNEHMEN - inklusive des NichtHabenWollens!
Und das ist dann fast schon die unten vorgestellte Übung!

Das nimmt sehr viel Druck aus dem System und eine Entspannung tritt ein, weil wir uns den Emotionen nicht mehr entgegenstellen. Immer weniger ist der Widerstand notwendig und schmilzt. Und damit auch die Masse an Gedanken, die mit dem Verändern der Gefühle beschäftigt sind: alles VerstehenWollen, Einsortieren, Analysieren, Kopfzerbrechen, das wirst Du merken.

Authentisch = Schwingend

Weniger Widerstand gegen Emotionen bedeutet auch immer, dass Du Dich selbst mehr annehmen kannst!

So wütend, arrogant, ohnmächtig, unperfekt, böse, unspirituell, traurig, kleinlich, doof wie Du dann eben bist, ist es dann eben so! Welch ein befreiendes Gefühl, von den Selbst-Be- und Abwertungen wegzukommen! Nicht mehr im Dauer-Krieg mit Dir selbst! Klingt gut? IST gut!!   🙂

Daher ist es meines Erachtens sehr sinnvoll, sich gerade mit den unbeliebten Emotionen und Zuständen zu beschäftigen und sie nicht zwanghaft und oft schon unbewusst vermeiden und unterdrücken zu müssen. Und sie dadurch loslassen. Denn sie wollen gar nicht bleiben! - nur durch unseren Widerstand halten wir auch noch an ihnen fest! In "Emotion" steckt der Begriff "Motion" das heißt: "Bewegung"! - Also gerade nicht Starrheit und Festhalten!

frei schwingen, widerstandsfrei
Pling! Clong!

Das Gesündeste - sowohl für Deine Seele als auch für Deinen Körper - wäre, wie ein Instrument zu sein, dessen angeschwungene Saiten und damit Töne ausschwingen können. Der Widerstand wäre wie eine Hand, die auf die Saiten drückt und den Ton gar nicht zum Klingen bringen möchte. Ersetze jetzt Töne mit Emotionen.
Klinge!
Sicher es gibt auch Töne, die schräg, zirpend, kratzend und nicht so angenehm sind - aber es gibt sie halt! Ohne Sinn, Zweck, Ziel, einfach da. So einfach ist das. (Das Ich will natürlich mehr draus machen, wie immer...)

Das große Zauberwort in der Psychotherapie ist seit einigen Jahren Resilienz. Das bedeutet psychische Elastizität, die Fähigkeit, mit belastenden Situationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen umgehen zu können. Was wäre für die Verbesserung der Resilienz besser geeignet als das Annehmen der (unangenehmen) Emotionen und das Einüben mit Hilfe z.B. der vorgestellten Übung? Denn nur ohne oder zumindest mit wenig Widerstand übersteht man "belastende Situationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen". Denn wie wir gesehen haben, bedeutet Widerstand immer spätere Beeinträchtigungen.

Wie schon oft hier im Blog gesagt, es geht nicht darum, sich besser zu fühlen, sondern darum, sich besser zu fühlen. Du musst ja die Emotionen nicht alle lieben - aber vielleicht kannst Du sie wertschätzen als Teil des Lebens und nicht etwas, das verleugnet und dauernd dressiert werden muss.
(Klar gibt es Situationen, in denen man nicht alles ausdrücken möchte, es geht hier nur um die Vermeidung von chronischer und/oder unbewusster Verleugnung und Kontrolle.)

Und erinnere Dich daran, dass die Zustände bei den meisten Kindern in einem bestimmten Alter noch viel beweglicher sind: da wechselt Freude schnell in Traurigkeit oder Wut in Freude oder umgekehrt. Wir Erwachsene sind da eher schwerfällig und "gesetzter" und manche Emotionen sind eben dann mittlerweile ganz tabu. Das ist, gelinde gesagt, nicht sooo toll. (Falls sich hier Widerstand in Dir regt (zum Beispiel "Was wäre denn da los, wenn ich jetzt alle Gefühle fühlen oder gar ausdrücken würde?", dann ist das schon eine interessante Widerstands-Beobachtung!)

Kommt das große ABER bei Dir?

Annehmen ist der Schlüssel.
Aber ...aber....aber ....ich kann doch nicht einfach...
Vielleicht ist es erst mal nicht einfach. Doch wieder "ich selbst" sein heißt für mich immer auch: Fühlen, was jetzt da ist! Radikal. Egal, warum, woher es kommt, wohin es geht. So ist es dann im Moment. Kein Gemache mehr, keine Erklärungsflut, Ausflüchte - – frei schwingen.
- Freilassen, Würdigen, wahrnehmen, willkommen heißen, anerkennen, aus der Dunkelheit ins Helle, den Ton schwingen lassen, den Ball loslassen, vom VorDerTürAussperren ins Warme lassen - nenne es, wie Du willst.
WOOAAAHH! Was dann? Hillfee!!

Emotionen frei

Das könnte ein guter Weg, ein gutes Ziel sein.
Sich diese Freiheit erlauben, statt der Schwere, die immer an Dir selbst und Deinen inneren Zuständen nörgeln will, etwas nicht haben will. Endlich widerstandsfrei. Ob gerade hell oder dunkel, grün oder rot, wild oder zahm - so wie wir im Moment sind, einfach sein! Und uns dafür zu lieben, dass wir ein lebendiges Wesen sind, das auch Gefühle hat, die nicht "konform" sind, die nicht "angepasst" sind, deren Ziel nicht das "Funktionieren" ist, aber gesund und authentisch. Kein ABER mehr für Dich.
Das wär´s doch, oder?
Dann ist die Übung am Ende des Artikels sicher was für Dich. Mit ein bisschen Investition von Zeit und Geduld kann es gelingen!
Und vielleicht ist das Monster dann gar nicht so groß oder unangenehm, eklig oder zerstörerisch!? Sondern arbeitet für Dich? Für Deine Lebendigkeit!

Und noch eine gute Nachricht: Es geht hier nicht darum, `rumzubrüllen, zu toben oder in der Öffentlichkeit zu weinen - es geht nur um´s Schwingen in der Emotion. Emotion ist für mich eine Frequenz, in der unsere Seele (und der Körper mit) schwingt. Das sollen sie einfach tun können. Der Ausdruck der Emotion ist dann eine Entscheidung.


Die Übung erklärt anhand des Bildes des Balles

Bei starken Widerständen gegen ein Gefühl musst Du die Emotionen und den dazugehörigen Widerstand immer wieder und oft einladen und loslassen. Also: Den Ball richtig anfassen und spüren, aber auch den Widerstand: den Ball nicht haben zu wollen, nicht spüren wollen - und dann den Widerstand loslassen. Dann alles für einen Moment loslassen. Und das mehrmals, bis der Widerstand langsam wegschmilzt und eine Erleichterung eintritt.

Ohne das Einladen und Annehmen des Widerstandes, des Verändern-Wollens, wird das Annehmen nicht funktionieren.

Ganz einfach, weil man sonst mit angezogener Handbremse (er-)lebt und der Widerstand sonst immer dagegenarbeiten wird.

Es ist also wichtig, auch den Widerstand anzuerkennen, nicht zu übergehen oder abzuwerten als "überflüssig" oder "ineffektiv", sondern ihn auch zu wertschätzen. Er ist ja auch da, also auch genauso wie das Gefühl anzunehmen! Und dann erst loszulassen. "Ich muss meine Gefühle annehmen" alleine bringt nichts, nur Druck auch noch Widerstand - ist also Widerstand gegen den Widerstand! So wird das Ganze nur energetisch noch fester. Also der Widerstand muss mit ins Boot: Ich will den Ball nicht haben, weg damit!

Das Befreiende ist dann die Befreiung vom Widerstand, nicht von der Emotion. Emotionen können dann kommen und gehen, sie verbrauchen keine Kraft mehr und sie werden nicht festgehalten, nicht vergrößert durch das Unterdrücken und nicht verschoben, weil sie angenommen werden. Die Aufmerksamkeit und Kraft kann im Moment sein und nicht aufgespalten und aufgebraucht auf aufreibenden und energiezehrenden Kriegsschauplätzen. Dadurch verlieren sie auch den größten Schrecken und ihre (Negativ-)Bewertung.

Der Ball und die Hände sind frei. Wir können fangen und werfen oder ihn einfach wegschwimmen lassen. Freier Fluss für freie Bälle!

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(Ist das nicht so einfach selbst zu erreichen, stehe ich Dir sehr gerne zur Verfügung, die größeren Bälle zusammen mit Dir zu befreien. Dann musst Du vielleicht (s. Teil I) in vergangene, festgehaltene Situationen direkt hinein und die Bälle dort befreien, um Deinen Prozess etwas zu beschleunigen, die komplexeren und tiefer sitzenden Emotionen, Glaubenssätze und damit zusammenhängenden Bilder freizusetzen. Dafür bin ich ja mit der Rückführungstherapie da. 😉 )

Jetzt wird´s endlich praktisch:

DIE ÜBUNG - "RELEASING" (=engl. Loslassen)

Wozu diese einfache Übung dient, sollte jetzt klar geworden sein. Du solltest sie so oft und lange wie möglich und nötig anwenden, sie ist auch sehr alltagstauglich.
Versuche es! Es lohnt sich!

Wenn Du die Polaritäten-Artikel (die ich noch einmal sehr empfehle) mit den Erläuterungen und Übungen schon gelesen hast, musst Du nicht mehr viel wissen und kannst gleich zur Übung fortschreiten.  Der Unterschied zur Polaritäten-Übung ist hier, dass nicht die andere Polarität zu einem inneren abgelehnten Zustand aufgerufen wird, sondern direkt der Widerstand dagegen. Immer, wenn es keine Polarität, kein Gegenstück zu einem Zustand gibt oder Du Dir nicht den Kopf darüber zerbrechen willst, welcher es denn nun sein könnte, ist diese Übung hier die einfachere. Sie bietet sich daher auch an, wenn Du in einem Moment gerade "live" Widerstand gegen eine Emotion spürst und in der Situation eine Übung machen möchtest. Dann spürst Du vielleicht auch am besten, wie sich der Widerstand anfühlt oder wie er beschaffen ist (manchmal sind es auch Gedanken, die gegen die Emotion arbeiten).

KURZBESCHREIBUNG DER ÜBUNG

Die Übung: Du rufst den inneren Zustand auf, den Du für Dich als unangenehm, problematisch oder schwierig identifiziert hast. Dann den Widerstand. Dann loslassen. So einfach.

Das kann am Anfang beim Hören schwer sein oder Dir zu schnell gehen, aber bleib´ einfach dabei und mach´ weiter. Wenn Du diese einfache Übung verstanden hast, kannst Du sie ja auch ohne Anhören anwenden und Deine eigene Geschwindigkeit benutzen. Und integriere sie in Deinen Alltag, als Haltung, das wäre am effektivsten.

Nutze den Text oben für Anregungen für Deine Übungen, Deine persönliche "Monsterliste" dafür. Auf Deiner Monsterliste stehen natürlich alle Zustände, die du vermeidest, bei denen Du großen Widerstand empfindest, die Du loswerden willst, oder aus denen Du andere herausbringen möchtest.
Und der Widerstand, was ist das? Er kommt ja manchmal fast schneller als die Emotion: er muss ja da sein, sonst würdest Du die Übung gar nicht machen. Spüre einfach nach Aufrufen der Emotion, was da auftaucht (z.B. Gedanken: "es ist ein ekliges Gefühl", "es ist zuviel", "ich will was anderes fühlen", "das darf man nicht, sollte man nicht" etc.) oder was Dein Körper als Reaktion auf die Emotion macht. Das ist dann Dein Widerstand, auch den willkommen heißen. Wenn keiner da wäre, stünde die Emotion nicht auf Deiner Liste. Diese Übung ist nichts Intellektuelles, Du musst nichts verstehen, nichts analysieren. Einfach mal machen. Du wirst sehen, wie es wirkt. Irgendwann kann der Zustand einfach in Dir sein.

Nutze die Erinnerung an unangenehme Situationen und Zustände, um die Emotion hervorzulocken. Versetze Dich möglichst lebendig hinein und dann los!

Arbeite einen Zustand nach dem anderen in der nächsten Zeit ab. Du wirst merken, es bewegt sich etwas!

 

________  ach ja, und noch was Spannendes:

ÜBUNG 2 - DER BONUS: DER SPIRITUELLE ASPEKT - FÜR "FORTGESCHRITTENE"

Neben dem Aufrufen der Emotion und des Widerstandes kann noch ein dritter Schritt dazukommen, wenn Du möchtest. Man könnte sagen, die andere Polarität zu den Emotionen, die spirituelle Seite zur eher psychologischen: das SEIN oder die UNIVERSELLE LIEBE. Versuche es einfach mal einzubeziehen, auch wenn der Kopf da auch nicht mitkommt, und es erst anfänglich schwach wirkt - ähnlich schwach wie der "positive" Pol. Wiederholung weicht auch hier Widerstände auf. 

_____________

Diese Übung hier ist ein kleiner Teil eines ganzen Übungssystems, das ich nicht erfunden habe, sondern das in beeindruckender Weise von dem Amerikaner Hale Dwoskin angeboten wird. Von ihm gibt es viele verschiedene Programme zu verschiedenen Themen auf CDs, schau mal auf der Sedona-Website. Oder besuche den Sedona-Youtube-Kanal mit vielen kostenlosen Übungen. Das ist leider alles nur auf Englisch (aber einfachem). Es lohnt sich unbedingt, falls Du ein bisschen Englisch kannst, das Original anzuschauen bzw. anzuhören, vor allem, bevor Du deutsche Anbieter suchst, die es lediglich übernommen haben (so wie ich... 😉 ).

 

Im Folgenden findest Du also hier auf der Seite unten
1. den allgemeinen Text zum Herunterladen und Ausdrucken für Dich, damit Du auch unabhängig von den Hörbeispielen arbeiten kannst, wenn Du lieber liest als hörst.
Und
2. dann zwei Hörübungen: Übung 1 ist die allgemeine "Blankoübung". Sie kannst Du dann jeweils mit Deinem aktuell interessanten Zustand füllen, den Du für Dich gefunden hast und bearbeiten möchtest, gefunden im Alltag oder mit Hilfe der vielen Anregungen oben im Text.
Die zweite Übung bezieht den spirituellen Aspekt mit ein. Wähle, was Dir eher liegt.

Wenn Du Weiteres lesen möchtest: Empfohlene Artikel zum Nein-Sagen; der erwähnte zu den Polaritäten (auch mit Übung!); über Enttäuschung; generell zu Emotionen, Kontrolle & Widerständen: Hier geht´s zu den Artikeln.

Und jetzt `ran!
Und klar, wie oben schon erwähnt, hat der hartnäckige Widerstand gegen Gefühle oft traumatische Ursachen. Wenn Du also nicht mir dieser Selbsthilfe weiterkommst und steckenbleibst, könnte Dir wahrscheinlich eine Rückführungstherapie helfen. Da gehen wir dann zu zweit die "dickeren Klöpse" an. Ich bin bereit.  😉
Wie immer herzlichst,
Dein Ulf

DER ÜBUNGSTEIL

ALLGEMEINER ÜBUNGSTEXT
zum Downloaden und Ausdrucken:

(Je nach Deinen Browser-Einstellungen können die Dateien direkt heruntergeladen werden oder Du musst sie in einem neuen Fenster über ein Menü (über einen Rechtsklick auf der Maus z.B.) abspeichern.)


1. HÖRÜBUNG "EMOTIONEN BEFREIEN:

(und bitte nicht vergessen: Die Übung ist nicht gleich im Einmal-Gebrauch effektiv:
Wiederholen, wiederholen, wiederholen!)

 

2. HÖRÜBUNG "EMOTIONEN BEFREIEN - spirituell":

(auch hier bitte nicht vergessen: Die Übung ist nicht gleich im Einmal-Gebrauch effektiv:
Wiederholen, wiederholen, wiederholen!)

 


Photos: Beitragsbild Frau: Aditya Saxena on Unsplash; Monstercomic von Stefan Meye; "Ball & Widerstand" - Photos von Autor; Frau kopfüber: Persnickety Prints on Unsplash; Gitarre: Natasya Chen on Unsplash; 

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