Unwichtig, verlassen und vergessen - Beschreibung einer Rückführungs­therapie - Teil 1

Verfasst von Dipl.-Psych. Ulf Parczyk - Zuerst veröffentlicht: 9. September 2021
Letzte Änderung: 20. September 2021
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Unwichtig, verlassen und vergessen - Beschreibung einer Rückführungs­therapie - Teil 1

 

Verdrängung ist Schutz, aber auch Lüge.
Nur Wahrheit heilt, auch wenn sie erst mal schmerzhaft ist.
Rückführungstherapie stellt Deine persönliche Wahrheit wieder her,
für Deine Seele ist das wie Aufatmen und WiederGanzerWerden.

 

Eine Rückführungssitzung

Du weißt, ich scheue ja weder Kosten noch Zeit, Tinte oder gar Mühen, um Dir die Rückführungstherapie näherzubringen (noch näher gebracht wäre natürlich, Du kämst zu einer Therapie zu mir, ich kann die Erfahrung selbst nicht wirklich gut beschreiben).  🙂   Ich habe schon ein Beispiel für eine Therapie, dort (zum Thema Sinn) veröffentlicht und dort auch mein Vorgehen näher erklärt.
(Wenn Du noch gar nicht recht weißt, was es mit dieser Art der Psychotherapie auf sich hat, schaue erst mal kurz auf die Rückführungstherapie-Seite.)

Ich möchte Dir hier einen Artikel bieten, der diesmal einen weniger technischen als inhaltlichen Schwerpunkt hat.
Hierfür hat mir eine Klientin, ich nenne sie hier Lisa, netterweise die Einwilligung gegeben, von ihrer Therapie bei mir zu berichten. Es ist unser vierter Doppeltermin (Verlauf einer Therapie), jetzt im Sommer 2021. Wir hatten zwei Doppeltermine im Jahr 2019 und einen im Frühjahr diesen Jahres. Die Abstände zwischen den Terminen können sehr groß sein, wie Du siehst. Und außerdem siehst Du daran, nicht immer und allen Klient*innen genügt ein Doppeltermin, die einzelnen FortSchritte geben scheinbar vielen Klient*innen das Vertrauen in weitere Termine, deren Frequenz sie natürlich selbst bestimmen, je nach Bedarf. Manchmal geht es um ähnliche Themen, manchmal um andere.

Jetzt zu Lisa: Das Thema ihrer Rückführung ist meiner Therapeutenerfahrung nach ein sehr verbreitetes, auch daher bietet es sich an, davon zu erzählen. Vielleicht betrifft das Thema ja auch Dich? Mal sehen...
Wenn es das tut, habe ich für Dich einen zweiten Teil geschrieben. Dieser geht auf das inhaltliche Thema bzw. die Themen der Sitzung näher ein und beleuchtet die Bedeutung dieser früheren Erfahrungen für das Heute, vor allem heutige Beziehungen. Aus diesen Themen kannst Du leicht praktische Übungen ableiten und hast damit einen Nutzen für Deine persönliche Entwicklung, ohne dass Du selbst um ein früheres Leben weißt. Immerhin kannst Du damit ein Stück weiterkommen - vorausgesetzt, Du bist fleißig...  😉

Falls Emotionen (außer Neugier und Spannung  😉 ) durch den folgenden Text ausgelöst werden, lies bitte Teil 2 durch und wende dann die dort genannten und verlinkten Übungen an! Oder melde Dich bei mir oder erwäge auch einen Termin bei mir.

Genug der Vorworte - wir springen jetzt direkt in die Sitzung:
[Lisas (ziemlich) wörtliche Rede in Blau oder in "Anführungsstrichen"; meine Nachfragen, die der Klientin helfen, die Situation zu erforschen, habe ich hier ausgelassen. Und: Der Bericht liest sich viel viel schneller als im Live-Ablauf der Sitzung, weil die Antworten manchmal nicht wie aus der Pistole geschossen kommen (u.a. auch wegen dem Widerstand)]

Der rechte Arm von Lisa zittert, wackelt, und sie weint:
meine Beine sind nicht gut...
(Sie ist sofort im Geschehen)
Ich hab´s auch nicht richtig verstanden, sie haben´s nicht erklärt... sie sind alle weg und ich weiß nicht, wo! Vielleicht kommen sie ja wieder... meine Familie...

Sie sitzt in einer Hütte, es ist Tag.
Sie sind ´rausgegangen, wie immer... sind Stunden weg, länger als normal...
Sie weiß nicht, wieso sie weg sind und hat große Angst, dass sie nicht wiederkommen.
Vielleicht hat es mit mir zu tun... ich weiß es nicht...
Ihr Arm bewegt sich von alleine, zuckt immer noch, und die Beine fühlen sich nicht beweglich an.
(Alles Erlebte aus einer traumatischen Situation ist abgespeichert, natürlich auch die Körperempfindungen, nicht nur (in der Situation bewusste und unbewusste) Gedanken und Emotionen - und tauchen in einer Sitzung auf und sollen auch wieder auftauchen, damit alles entladen wird. Lisas Erleben kann ich Dir hier nicht so nahebringen, wie es wirklich war. Ich hoffe, Du bekommst trotzdem einen Eindruck.)
Ich kann nur getragen werden, warum jetzt nicht? Normalerweise sind sie irgendwo und ich höre sie... jetzt aber nicht...
Sie kann nur kriechen, langsam. Sie, stellt sich heraus, ist ein Er: ein Junge, hat schwarze Haare, etwas dunklere Hautfarbe und sitzt alleine in einer Strohhütte
. Er (ich spreche jetzt natürlich von "ihm") scheint seit Geburt behindert. Was früher nicht schlimm gewesen sei -
...aber jetzt lassen sie mich zurück!? ... Meine Familie ist immer draußen gewesen, Essen suchen, sie waren oft unterwegs. Normalerweise sind sie irgendwo, ich höre sie dann immer. Jetzt sind sie aber verschwunden, so, als wären sie immer weiter weg gegangen... was machen sie?... kommen sie wirklich nicht wieder?....
Er ist acht oder neun Jahre alt und lebt mit seiner Familie in einem kleinen "Dorf" bestehend aus drei oder vier anderen Hütten mitten im Urwald. Sie sind nur nachts drinnen, das Leben spielt sich draußen ab. Er liegt meist in einer Hängematte, was er sehr schön findet, so ist er immer bei den anderen.
Ich habe nie darüber nachgedacht, dass ich anders bin.
Er fühlte sich geliebt, hat mit den anderen gelacht und geredet und hat keinen Unterschied zwischen sich und den Geschwistern gespürt.
Doch jetzt ist niemand mehr da, auch die Kinder nicht, die er sonst immer hört.
Immer wieder zwischendurch kommen die so quälenden Überlegungen:
Liegt es doch an meiner Behinderung, dass sie weg sind?
Er
zweifelt jetzt langsam an der Liebe, die er damals spürte. Aber er hat sich doch geliebt gefühlt!

Rückführungstherapie: Strohhütte

Es wird langsam dunkel und
im Dunkeln war ich nie alleine... vielleicht kommen wilde Tiere?
Angst. Es gibt keine Tür oder geschlossene Fenster. Er bekommt langsam Hunger und kann nicht schlafen...
Jetzt beginnen sogar Bauchweh vor Hunger ("natürlich" bekommt Lisa auch in der Sitzung Bauchschmerzen).
Er sitzt ungeschützt auf dem Boden, eigentlich liegt die Familie nachts in Hängematten. Die Angst wird groß und größer, wird zur Panik, vor allem im Bauch zu spüren.
(Lisa (und sicher auch der Junge damals) weint sehr. Du siehst auch hier, Emotionen und Körpergefühle, neben den Gedanken und Bildern - das alles ist auch aus früheren Leben abgespeichert und wird wieder frei (und soll es auch), wenn wir in die Situation gehen und sie behutsam erforschen. Es soll das Alles nicht aus einer neutralen Beobachterposition heraus gesehen, sondern wirklich "wieder"erlebt werden, bis es wirklich und nicht "gewollt und künstlich" neutral ist. Aber es soll auch nicht überfordern. So dramatisch das hier auch klingt und unangenehm für Lisa in der Sitzung war, es ist immer aushaltbar. Ihre Seele drängt dazu, es zu erzählen, weil es so schlimm war und endlich gewürdigt werden soll, was sie erlebt hat! ...Und sie gibt keine Ruhe, bis man es tut.)

An dieser Stelle arbeiten wir einige Minuten mit diesen Gefühlen und deren Widerständen - nicht, um die Emotion an dieser Stelle zu stoppen, sondern im Gegenteil, die Widerstände dagegen abzubauen - was die Emotionen auch erst einmal auch stärker werden lassen kann, logisch. Ihr Annehmen soll ganz am Ende stehen, das ist das Ziel. Emotionen und die Widerstände gegen sie sind ein zentraler Teil meiner Rückführungsarbeit. (Die Übung findest Du in den Emotionsartikeln genauer erklärt und auch zum Selbermachen aufgesprochen - sehr zu empfehlen!):
Hier ist es jetzt Angst und Panik des Jungen - und auf der anderen Seite der Widerstand, der aus einigen Aspekten besteht: Der Wunsch nach Geborgenheit und Schutz; das Bedürfnis, dass die anderen wieder da sein sollen; das Überlegen, woran es lag, dass sie weggingen: "Haben sie mich nicht lieb gehabt, mit Absicht alleingelassen? Was ist jetzt los? Kommen sie noch zurück?"

Es ist verständlicherweise schwer, diese große, existentielle Panik anzunehmen und er versucht daher mit verschiedenen Mitteln, sie kleiner zu machen. Wir aber müssen jetzt dranbleiben und die Panik durch geduldige Beschäftigung mit ihr durch sanftes, schrittweises Annehmen zu verringern - nicht davor Weglaufen oder etwas "damit machen" und manipulieren, das wäre gerade nicht annehmen.

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Schnitt und Rückblende:
Dies hier war der Einstieg in die Sitzung: die tiefe Trauer der Klientin, während sie im Vorgespräch von ihrer gegenwärtigen nächtlichen Panik spricht, die aus der Angst vor dem VerlassenWerden, UnwichtigWerden, VergessenWerden zu entspringen scheint. Diese Trauer ist im Vorgespräch beim Erzählen im Sitzen schon so akut und stark, dass wir entscheiden, das Gespräch abzubrechen (das ausführliche Erstgespräch und die Anamnese hatten wir sowieso schon in der allerersten Sitzung und haben uns vor drei Monaten ja auch gesehen) und später weiterzuführen, um jetzt gleich in die Sitzung zu gehen, damit wir das Gefühl nicht zerreden - Flexibilität auf beiden Seiten...
Lisa legt sich auf die Therapie-Couch und schließt ihre Augen (das ist das übliche Setting in einer Rückführungstherapie) und weint sehr. Ich begleite sie in ihrem Schmerz und bitte sie, damit zum frühesten Ereignis zu gehen, in der sie diese Trauer hatte (ich möchte nicht viele Technikanmerkungen machen, weil ich sie - wie gesagt - an anderer Stelle schon ausführlich gegeben habe. Aber Du siehst hier - und das ist eine häufige Frage von "Neueinsteiger*innen: es ist kein Hexenwerk, zurückzugehen: die Klientin braucht nur den Kontakt mit dem problematischen Gefühl, denn da ist sie ja eigentlich schon "drin" in dem früheren Ereignis, woher dieses Gefühl kommt. Und man braucht dafür "nur" eine vertrauenswürdige, angstfreie Atmosphäre, die Tricks wie Entspannungseinleitungen, Atemübungen und anderen Zinnober unnötig machen.).
Dann kamen wir sofort in die oben beschriebene Situation am Anfang: Der Junge, der alleine in der Hütte sitzt, das unkontrollierte Zittern des Armes...
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Knüpfen wir aber jetzt wieder da an, wo wir in der Beschreibung waren: wir sind mitten in seiner Panik, da er schon Tage allein in der Hütte zubrachte (ein bisschen zu trinken hatte er irgendwo gefunden) und arbeiten ja jetzt mit der Übung am Widerstand gegen diese Panik. Das hilft, weiterzugehen, nimmt viel Energie und Widerstand auch aus der Situation "damals". - Aber natürlich auch aus der Situation von Lisa heute, sonst müssten wir gar nicht mit der früheren Situation arbeiten bzw. wäre sie gar nicht aufgetaucht.

Die müssen einfach wiederkommen! Es geht nicht, dass sie nicht wiederkommen!
Es ist quälend, kaum auszuhalten. Trotzdem schläft er immer mal wieder kurz vor Erschöpfung ein. Seine Beine und Füße kribbeln.
Ich kann gar nichts machen, nur hier sitzen... sterben ...warten, bis sie wiederkommen... 
Er schwankt immer wieder zwischen Hoffnungslosigkeit und Hoffnung, in einer extrem seelisch und körperlich ohnmächtigen Situation. Er lauscht gespannt in die Stille, ob sich etwas rührt: ob Tiere kommen oder seine Familie....
Ich sterbe, wenn sie nicht wiederkommen.
Es wird langsam hell.
Ich bin mir sicher, dass sie nicht mehr wiederkommen, dass ich sterbe, aber ich kann das alles nicht akzeptieren.
Er ist "gaga im Kopf", da ist ein "Surren" im Kopf. Es ist alles zu unerträglich, es soll aufhören.
Ich stelle mir vor, sie kommen zurück.
Aus Verzweiflung flüchtet er in Vorstellungen, die Anderen kämen zurück.
Die ganze Unklarheit, das Unwissen, warum sie weg sind, das NichtVerstehen:
Ich muss es wissen, damit ich nicht wahnsinnig werde.
Auch an dieser Stelle machen wir die Emotionsübung (mit "Unklarheit, Unwissen" und dem Widerstand "WissenWollen, Gewissheit haben wollen"), die ein besseres Annehmen bringt, aber es ist noch schwer auszuhalten. So schnell verschwinden extreme Gefühle nicht völlig.

Rückführungstherapie: Angst

Daher gehen wir nach der Übung natürlich zurück in die Situation, um dadurch noch weitere (Widerstands-)Energie aus dem Ganzen nehmen:
Er "flieht in seinen Kopf", macht sich ohne Unterlass Gedanken und Vorstellungen, sie kämen zurück oder sie kämen nicht zurück, will Erklärungen finden. Es bleibt quälend und wir bleiben in der Qual, überspringen sie nicht, geben keine Kommentare dazu, die trösten sollen. Wir müssen da jetzt zusammen durch, ähnlich, wie der Junge es ja auch damals musste - nur heute nicht allein. Wir haben die Aufgabe, seine Wahrnehmungen zu bestätigen, indem wir sie bewusst machen und anerkennen, das ist schmerzhaft, unangenehm, mit viel Widerstreben verbunden, inakzeptabel:
Die wollen mich nicht mehr, weil ich zuviel Arbeit mache... gemein, wenn sie mich nicht mehr wollen und sagen es nicht... hätten mich auch in den Wald bringen und mich alleine lassen können...
...und dann alle gleichzeitig!? haben die sich abgesprochen und sind gegangen? Haben sie mich gar nicht lieb gehabt vorher?

Er kriecht in der Hütte herum, kriecht ein Stück aus der Hütte: es ist alles so leer, nur ein Topf, sonst keine herumliegenden oder -stehenden Sachen. Da ist ein Tisch, auf den kann er nicht sehen, weil er nur von unten schauen kann.
Er ist jetzt in einem merkwürdigen Zustand,
so, als wäre ich nicht mehr ich, alles ganz komisch im Kopf, Angst, und Traurigkeit, die Bauchschmerzen... ich glaube gar nicht mehr, dass sie mich irgendwann mal lieb hatten...

Jetzt wird der kleine Junge sauer und will auch - trotzig - gar nicht mehr, dass sie wiederkommen ... und doch auch, dass sie wiederkommen... er will ja nicht sterben...
Er geht jetzt aus dem Körper, weil er es nicht aushält, dieses quälende Warten, die Gedanken, sie hätten ihn nicht lieb und vielleicht nie lieb gehabt, das komische Gefühl im Kopf, es ist alles nicht mehr zu ertragen...
Er sieht sich jetzt von außen (Überlastung, Überforderung, Zuviel: traumatisierende Situationen beinhalten oft einen Ausstieg aus dem Körper, "Dissoziation" genannt. Es ist der Versuch der Seele, eine - auch räumliche - Distanz zu Emotionen, dem Körper, den Schmerzen, der ganzen Situation zu bekommen: "herauszuschlüpfen" im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Phänomen, das sogar auch in der "Mainstream-Psychologie" und Psychotraumatologie altbekannt ist. Aus dem Körper treten ist das, was wir im Tod und im Schlaf oder auf Astralreisen oder eben im Trauma machen können. Eine normale "Fähigkeit", weil wir ja nicht unser Körper sind, ihn nur haben und drin wohnen.)

Jetzt ist es etwas erträglicher, und es wäre jetzt einfacher zu sterben... manchmal hoffe ich immer noch, sie kommen zurück... ich habe schon mehrere Nächte verbracht, nachts ist es immer am schlimmsten (Lisa hat im heutigen Leben die Panik auch immer nachts), dann kann ich nicht so gut aus dem Körper, weil ich Angst habe, nicht bei ihm zu sein...
Er möchte den Körper nicht verlassen, nicht auch noch seine Seele den Körper! Hier ist schon genug verlassen worden!... er möchte ihn beschützen können. (Das Zucken des Armes übrigens zieht sich wiederkehrend durch die Sitzung (wie das Weinen), nicht jedes Mal hier beschrieben.)

Wir gehen jetzt weiter in der Zeit - bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich etwas verändert. (Wir wollen nichts Wichtiges und vor allem nicht die Emotionen auslassen, müssen aber auch nicht jede Minute in Echtzeit durchleben. Sonst hätten wir Tage zu tun und es wäre gar nicht nötig.)
Was ist wirklich, was ausgedacht?...
Die Realität verschwimmt langsam - in der Isolation, im Hunger und der (Todes-)Angst.
Die Tiere kommen... sie sind ähnlich Wölfen, sind aber keine...

Rückführungstherapie: Wilde Tiere

sie schleichen herum... irgendwann kommen sie ´rein. Sie sehen, dass ich schon schwach bin - was ist wirklich, was geträumt? deshalb habe ich keine Angst, ich bin auch nicht im Körper... [sehr zarte Gemüter sollten den nächsten Absatz überspringen...]

Sie greifen mich an, beißen, in den Arm (der rechte Arm, der von Anfang an zitterte), ich sehe es von außen, es sind viele Tiere, ich kann nicht weglaufen...  ...die anderen müssten mich doch beschützen! ...die sind böse, essen Menschen, das wusste ich nicht... wenn wir Viele waren, sind die nie gekommen... dann bin ich tot... Schmerzen fühle ich nicht, ich bin ja außerhalb vom Körper... war das nur eine Phantasie? ich bin tot, ich kann nicht weg... (er/Lisa weint) ich weiß nicht, wo die anderen sind, ich kann nicht weg...

Rückführungstherapie: Dunkelheit Angriff Tod

Er, d.h. seine Seele, bleibt noch länger dort, in der Nähe seines Körpers. Irgendwie kann er sich immer noch nicht von ihm lösen und sich frei bewegen.
Die anderen, seine Gruppe, kommen auch in dieser Zeit nicht zurück.

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Kleiner Exkurs:
Das alles ist nicht angenehm zu erleben - oder wieder zu erleben, klar. Und ich habe sehr überlegt, ob ich das überhaupt hier im Blog beschreiben sollte. Aber es gehört zur Ehrlichkeit in meinem Blog dazu, zu beschreiben, dass Rückführungstherapie nicht immer angenehm ist, sondern ihre Effektivität und Befreiungsmöglichkeit gerade aus der Konfrontation mit diesen Erfahrungen besteht:
Das behelfsmäßige, oft uralte Pflaster mit etlichen negativen Nebenwirkungen erst mal runter und dann richtig von innen heraus heilen lassen.

Klar, ich könnte das alles schön umschreiben, um es den potentiellen Klient*innen nicht direkt zu sagen und die Leser*innen nicht allzu sehr zu schocken: "Integration von abgespaltenen Anteilen", "Schattenarbeit", "Seelenrückholung", "Aufarbeiten, was für die Seele noch offen ist" - aber was ist das, was noch offen, abgespalten, unverbunden ist? Erst mal nichts Angenehmes, sonst gäbe es natürlich erst gar nichts Abgespaltenes, Offenes, Unverbundenes.
Also die Gefahr eingehen, manche abzuschrecken, die davon nichts wissen wollen, ist meines Erachtens besser, als schön drumherum zu reden und die Klient*innen sind dann gar nicht bereit, sich ihrem "Schatten" zu stellen. Dann sind andere Therapieformen vielleicht erst mal besser geeignet.
Das ist ja auch Funktion meines Blogs für Dich: Die Methode kennenzulernen plus meinen individuellen Stil.

Wichtig ist immer, dass wir dranbleiben, dass ich mit der Klientin zusammen das Gefundene gut durcharbeite, damit sie es integrieren kann, was innerhalb der Sitzung meist gar nicht so lange dauert. Das geht dann über in eine Befreiung von dem alten, mitgeschleppten Ballast, der uns auf unbewusster Ebene ungleich dauerhafter und schmerzhafter Probleme im Leben bereitet hat als die unangenehmen Minuten in einer Sitzung.
Falls doch noch etwas offen bliebe, hätten wir ja auch noch den zweiten Sitzungstag, um es rund zu machen. Das ist ja gerade auch der Vorteil der Zwei-Tagestermine, in denen ich immer arbeite. Du siehst ja in in den Rückmeldungen hier auf der Feedbackseite meiner Website oder in unabhängigen Bewertungen, z.B. bei Google, dass - ähnlich wie beim Zahnarzt - das Ergebnis danach zählt; da kann es auch mal während der Sitzungen holprig werden...  😉    (Es ist ja auch nicht so, dass man aus Sitzungen mit anderen Therapieformen jedes Mal freudestrahlend aus der Tür geht; das sind dann oft auch dort die wichtigsten Sitzungen...)

Das alles findet in einer beschützten, ruhigen, annehmenden Atmosphäre, in der Du Dich aufgehoben fühlst - das sollte eine gute Therapie und ein guter Therapeut natürlich bereitstellen bzw. Du solltest das bei einem Therapeuten fühlen, sonst kommt man nirgendwohin. Die Verbindung mit dem sog. Positiven, Schönen, Leichten in uns findet (oft nach Jahrhunderten) dann automatisch statt, weil wir das, was uns davon getrennt hat, zusammen ausgeräumt haben.
...und sooo schwer ist das alles dann auch wieder nicht, sonst hätte ich das als Begleiter nicht zwanzig Jahre miterleben wollen und wäre völlig überzeugt, dass diese Methode die hilfreichste ist, die es zur Zeit auf diesem Planeten gibt!  😊

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Zurück in die Sitzung, zur Erinnerung: der Körper des Jungen ist gestorben, seine Seele ist ja schon aus dem Körper gegangen:
Nach "unendlicher Zeit" "geht" er dort aus der Hütte weg (es ist ja ohne Körper eher ein Schweben als ein Gehen),
ich schwirre da im Wald herum, weiter oben, bei den Bäumen (ich wusste nicht, dass das geht!), und suche die anderen noch...
Er kann sich als Seele frei bewegen, lässt seinen Körper zurück und irgendwann trifft er auf eine Frau, die er kennt und an die er sich klammert "wie ein Äffchen an Hals und Rücken". Die Frau sieht ihn natürlich nicht und merkt auch nicht, dass er da ist. Er ist jetzt das, was wir eine Fremdenergie oder, weniger schön, Besetzung nennen (s. Clearing): Wie hier der Junge jetzt, ist eine Fremdenergie oft eine Seele, die etwas nicht abgeschlossen hat und versucht, es an oder in einer Person im Körper zu bekommen oder wiederzubekommen.
Bei ihm ist es dieses Bedürfnis:
Ich muss mich an jemanden klammern, damit sich jemand um mich kümmert. Immer musste sich jemand um mich kümmern, mir zu essen geben, mich beschützen, sich um mich kümmern...
Er bleibt bei ihr, bis sie stirbt:
Ich bekomme einen Schreck: schon wieder kein lebendiger Körper mehr da?! Ich fliege so ´rum, es ist dunkel, aber nicht Nacht. Die Seele der Frau ist auch weg.
Er fliegt herum, ohne Angst. Er hat auch bei der Frau nicht wirklich bekommen, was er brauchte: Geborgenheit und Sicherheit und gibt es daher jetzt auf, "hier unten" danach zu suchen und schwebt nach oben, "weg von der Erde". Es wird dort oben hell...

- Ende der Rückführung am ersten Tag -

 


Nach der Rückführung

Wir besprechen die Sitzung ausführlich nach, stellen die Bezüge zum Heute fest: die nächtliche Angst vor dem VerlassenWerden, in der Folge das Misstrauen in wichtige Menschen, die sie jederzeit verlassen könnten (und eine Art der Bestätigung für die eigenen Mängel, wenn sie es tun), oft dann lieber Andere vorher verlassen, die fehlende Selbstliebe (sich unwichtig, mangelhaft, nicht genügend fühlen), die Angst, das Zuhause zu verlieren oder sich nicht richtig heimisch zu fühlen, keinen guten Platz gefunden zu haben.
Auch die Kindheit im heutigen Leben, in der sich Ähnliches wiederholt hat (wie es oft der Fall ist nach Traumata in früheren Leben) ist ausführliches Thema in unserem Gespräch: Nach der Trennung ihrer Eltern wurde Lisa von ihrer Mutter immer wieder über das Wochenende zu ihrem für Lisa sehr unangenehmen Vater geschickt - obwohl ihre Mutter um Lisas Widerwillen wusste. Auch das war für Lisa ein VerlassenWerden durch die Mutter, ein ImStichGelassenWerden, eine Riesenenttäuschung - und das immer wieder.
Und nicht nur in der Kindheit stellen wir Bezüge zur Sitzung gestern, auch zu den vorherigen Therapiesitzungen: Interessanterweise hatte sie anfänglich, in ihrer ersten Sitzung vor zwei Jahren, eine Fremdenergie bei sich, die dieselbe Problematik hatte: Es war ein behindertes Mädchen, das auch von ihrer Gruppe verlassen wurde! (...wer daran zweifelt, dass wir Fremdenergien bezüglich unserer eigenen Themen anziehen - hier bitte, eine weitere Bestätigung! Fremdenergien sind unsere Spiegel!)

Die zweite Sitzung

Jetzt, am zweiten Tag des Doppeltermins, also am folgenden Tag nach der Sitzung, gehen wir noch einmal in das frühere Leben als Junge und schauen, was noch emotional aufgeladen ist: Vor allem die (Todes-)Ängste, der Unglauben, die Unsicherheit, die Ohnmacht. Und wir neutralisieren es weiter mit NochEinmalErzählen und auch mit Hilfe der erwähnten Übungen. Dabei spielt der Tod des Jungen eine Hauptrolle, da ist verständlicherweise noch Widerstand abzuschmelzen, was aber gut gelingt.

Sich selbst heute mit der - in unserem Beispiel - verlassenen, unbequemen, einsamen, traurigen Person von damals zu verbinden, ist zunächst einmal ein schmerzlicher Prozess, durch den man aber meiner Erfahrung nach gehen muss. Sonst gewinnt man diesen Teil nicht zurück, lehnt ihn ja wieder ab mit einem "Ist mir zuviel, zu schmerzhaft, zu anstrengend".
Da müssen wir durch, sonst gäbe es nur eine oberflächliche Verbindung, so in dem Stil: "Jaja, ich sehe Dich, ist schon ok, aber ich will nicht nochmal in Deinen Schmerz."
Und: Sehen oder Wissen um ihn ist noch lange nicht Spüren! Sehen oder Wissen heilen nicht, integrieren nicht, sie halten diese Person, die wir selbst waren - und noch sind(!) - immer noch auf Distanz: also würden wir uns weiter selbst vor uns selbst fern! Eigenliebe ist etwas anderes...
Daher:

Wir müssen wohldosiert durch alten Schmerz, Ohnmacht, Trauer, um uns selbst anzunehmen. Mit allen Emotionen.[/su_box]

Vielleicht keine tolle Nachricht, aber es ist so!
(Sonst würde ich Entspannungsübungen, Lachyoga, Kuschelgruppen mit Positiven Affirmationen und Engel-Channelings anbieten.  😀   (Aber nichts gegen diese Methoden, nur sind sie halt keine Therapie.)

Also ist es wichtig, diese unangenehmen Emotionen wieder zu spüren, anzunehmen und damit erst den "anstrengenden", schmerzhaften, ohnmächtigen Teil zum Beispiel, den auch wir damals (aus guten Gründen) verlassen haben, jetzt in uns aufzunehmen: zum Beispiel in unser Herz.

Mit Herz

Damit hat er oder sie nun zum ersten Mal einen verlässlicher Partner in uns gefunden - für beide Beteiligten - hier: Klientin und Junge - zuerst ein ungewohntes Gefühl, aber sehr bewegend!
Er, der Vergessene, Verlassene, Heimatlose - und damit wir selbst, wir sind ja auch er - haben einen Platz, ein Heim in uns gefunden (auch das war ja ein Thema von Lisa).

Es kann gut sein, dass wir erst über die Zeit sein Vertrauen gewinnen müssen, indem wir immer mal wieder Kontakt mit ihm aufnehmen, sprechen müssen. Denn er wird verständlicherweise zunächst skeptisch sein, ist er doch so enttäuscht worden. Aber wenn wir uns als liebevoll und beschützend erweisen, was vor allem heißt, ihn eben so anzunehmen und sein zu lassen mit all seinen Ängsten und Trauer und was er sonst fühlt... müssen wir uns dann auch heute nicht mehr so stark auf das Außen verlassen, dass uns das herstellen soll (und uns natürlich auch enttäuschen muss, ist es nicht bearbeitet).
Durch das Hereinnehmen, Aufnehmen, Annehmen und Lieben des Jungen fällt auch die ewige Wiederholung und Resonanz durch unsere damalige Erfahrung und den dort gebildeten Glaubenssatz "Ich werde sowieso verlassen" weg, immer wieder enttäuscht und verlassen werden zu müssen - oder es durch Strategien wie SelberVerlassen oder GarNichtErstEinlassen verhindern zu müssen. Wir haben jetzt in uns die Verbindung hergestellt, die Einsamkeit aufgehoben, kümmern uns selbst.

Perspektivwechsel

Danach, wenn alles nicht mehr emotional geladen ist, also Erinnerungen keine oder kaum Emotionen hervorrufen, können wir mal die Perspektive wechseln. Wir gehen hierbei in die wohl wichtigste Person in Lisas damaligem Leben und arbeiten die Situation jetzt aus der Sicht der Mutter durch.
Warum auch noch eine andere Person "bearbeiten"?
Weil auch deren Perspektive übernommen wurde und auch diese neutralisiert werden sollte. Wir tragen immer auch einen Teil des Gegenübers aus traumatischen Situationen unbewusst weiter. Daher ist es auch hier wichtig, wenn dieser bewusst wird.

Dadurch entsteht auch ein emotionales Verständnis, das über ein "sie hatte sicher ihre Gründe" weit hinausgeht. (Solch oberflächliche aber weit verbreitete Form der Ent-Schuldigung, z.B. der Eltern, dient meines Erachtens für Einige nur zu einem Wegschieben der eigenen Gefühle wie Hass und Wut (s. Artikel zum VerstehenWollen), was aber im besten Falle nichts nützt, nur etwas unterdrückt. Vergebung wird auch oft genauso oberflächlich benutzt, weil es als eine Technik gilt, in der man den "Täter" loslassen, die Beziehung innerlich kappen kann... Bitte nicht machen, wenn es nicht von Herzen kommt!)
In eine andere Person hineinschlüpfen, ist eine ganz andere (oft natürlich auch unangenehme) Nummer, aber sehr heilsam - nachdem die eigenen Emotionen schon weitgehend durchgearbeitet sind und nicht vorschnell, bevor sie es sind und dann vielleicht sogar es tun, um sie zu vermeiden.

Hier in Lisas früherem Leben, so lernen wir durch das Identifizieren von Lisa mit ihrer Mutter, war die Mutter heillos überfordert mit mehreren Kindern und dazu dem behinderten, unselbständigen Jungen. Das spürt Lisa ganz direkt, wenn sie das Geschehen aus Sihcgt der Mutter betrachtet. Außerdem gab es einen großen Gruppendruck durch die Männer, die den "lästigen Jungen" zurücklassen wollten, wenn sie weggehen und weiterziehen - frühere Kulturen waren da ja oft nicht zimperlich.

Gegenüberstellungen

Wie oft gegen Ende einer Rückführung gehen auch wir dann in eine Gegenüberstellung mit den wichtigen Personen aus dem früheren Leben: Hier bei Lisa der Junge, seine Mutter und die jetzige Lisa. Wir rufen diese Personen innerlich auf und an dieser Stelle der Sitzung kann ausgesprochen und gefühlt werden, was noch zwischen den Personen offen ist. Wir treffen noch einmal die, denen wir, oder die uns etwas angetan haben. Hier finden meist bewegende Umarmungen, Versöhnungen, Vergebungen statt; manchmal müssen aber auch noch Wut und Trauer geäußert werden, wenn noch nicht alles heil ist. Auch das Innere Kind kann hier oft endlich umarmt und geliebt und angenommen werden. Und auch uns selbst - in einer Gegenüberstellung mit uns selbst - können wir endlich oft vergeben, weil wir alles emotional verstanden und angenommen haben, wofür wir uns unbewusst vielleicht Jahrhunderte schuldig gefühlt und nicht vergeben haben. Auch sich hier zu ent-schuldigen steigert die Eigenliebe enorm, es bedeutet das Ende der Selbstvorwürfe.

Auch das ist noch einmal sehr emotional und stellt zumeist einen großen Frieden ein. Und spätestens hier werden die Beteiligten aus einem früheren Leben oft als "bekannte Pappenheimer" im heutigen Leben identifiziert, denn oft trifft man sich mehrmals...
Und das Bearbeiten solcher stark energetisch aufgeladenen gemeinsamen Erfahrungen, wie Traumata es sind, prägen dann natürlich auch die heutige Beziehung - nicht unbedingt im Schönen, je nach Erfahrung... Auch das kann sich durch die Therapie natürlich sehr ändern und zeigt sich schon in den inneren Gegenüberstellungen.

Lisa hat die Mutter aus dem früheren Leben zwar im heutigen Leben wohl nicht wiedergetroffen, hatte aber immer noch Angst, sie würde andere - wie der Junge damals die Mutter - überfordern. Also übernimmt sie aus Schutz vor dem WiederVerlassenWerden die Sicht der Mutter auf sich selbst, die aus Überforderung besteht und die bei Lisa dann logischerweise dazu führt, nicht genug zu dem Bedürftigen, "Andersartigen", "Anstrengenden" zu stehen, um nicht wieder abgelehnt zu werden.
Also schiebt sie diesen Teil in sich auch weg, wie die Mutter, und verlässt ihn ebenfalls: Dieser "schwierige" Teil ist lästig, unwichtig, überfordernd, nicht wert, mitgenommen zu werden – das ist zutiefst schmerzhaft und komplett gegen jede Selbstliebe gerichtet und wirkt unbewusst für immer weiter, wenn man es nicht irgendwann bewusst macht und in Liebe integriert, genau das, was wir hier mit den Sitzungen machen.

Innere Anteile

Rückführungstherapie besteht also meist nicht nur aus den Rückführungen im engeren Sinne. Ohne dogmatisches Vorgehen gehe ich immer nach meiner Intuition - immer aufgrund dessen, was die Seele des Klienten vorgibt, sie ist die Führerin, könnte man sagen.
Hier in der Sitzung arbeiten wir jetzt noch mit den inneren Anteilen von Lisa, die deutlich geworden sind: dem kleinen, bedürftigen, abhängigen Teil auf der einen Seite und dem unabhängig-sein-wollenden Teil, der Bedürftigkeit ablehnt, sie als "schwierig" wertet und Angst hat, dass die Bedürftigkeit und Abhängigkeit (wieder) zu groß wird. Im letzteren Teil steckt also auch die uns bekannte überforderte Mutter aus dem früheren Leben, die so in Lisa weiterlebt. Sie ist Teil geworden von ihr - auch, weil Lisas Seele Angst hat, wieder zurückgelassen zu werden, wenn sie wieder so viel Arbeit macht, viel Aufmerksamkeit und Hilfe benötigt und daher solche Zustände in Zukunft scheuen wird.

Wenn man auf diese Art mit diesen "Anteilen" (oder man kann auch sagen: inneren Personen oder Unterpersönlichkeiten) arbeitet, stecken in ihnen mehr als nur die Erfahrungen eines früheren Lebens. Diese Anteile sind eine allgemeine Verkörperung eines Zustands mit allen entsprechenden Erfahrungen in verschiedenen Zeiten, oft natürlich unter anderen auch das Innere Kind in Dir, das diese Themen ja schon in sich hatte und meist Ähnliches erlebt hat. Das macht solch eine Teile-Arbeit, an eine Rückführung anschließend, noch umfassender und tiefgreifender als die Arbeit mit einem einzelnen früheren Leben und Personen, die es aber als Voraussetzung braucht.

Auch diese sogenannte "Teile-Arbeit" ist noch einmal sehr emotional und berührend, denn die beiden Teile können sich aussprechen. Beide wollen und machen das Beste für Lisa, aber auf sehr unterschiedliche Weise. Nun können sie aber, nach dem langen Gegeneinander, jetzt zusammenarbeiten, weil sie sich kennengelernt haben, Lisa bewusst wurden, Gesichter bekommen haben.
In Lisas Vorstellung sitzen am Ende beide inneren Teile zusammen in einer Hängematte (!) in einem Wald - Bild dafür, dass sie jetzt verständnis- und liebevoller miteinander umgehen und den jeweils anderen respektieren: Ende eines inneren unbewussten Kampfes und nun Verbindung, nicht mehr Trennung und ImStichLassen. Und die Hängematte als Bild ist natürlich kein Zufall, auch wenn es spontan auftaucht: sie war ja damals, vor dem VerlassenWerden, Ort des WohlFühlens und AufgehobenFühlens in der Gruppe.
Sehr berührend für alle sich geistig und körperlich im Praxisraum Befindliche...
Und für mich persönlich ist es natürlich immer wunderschön, wenn eine Doppelsitzung so "rund" zu Ende geht. Das ist nicht immer so, je nach dem, was wir in der Zeit, an den zwei Tagen, bearbeiten können.

Hängematte Erfolg Rückführungstherapiebeit

Therapieerfolg?

In welchem Ausmaß unsere Arbeit an den zwei Tagen sich für Lisa im Alltag umsetzt, ist jetzt an deren Ende noch nicht klar - aber: wir haben alles gegeben und alles Auftauchende sorgfältig und liebevoll behandelt und bearbeitet. Nicht geschludert, nichts schnell übergangen vor lauter Angst vor Emotionen, nichts umgedeutet in Positives oder ähnliches therapeutisches Schindluder betrieben. Nein, wir haben zusammen mutig und geduldig das Aufgetauchte (und die darin erscheinenden Personen) gewürdigt und die Situationen emotional tapfer und geduldig durchgearbeitet, Seele wieder mit Abgespaltenem verbunden - und am Ende zwei, auf der Hängematte schaukelnd, zusammengebracht...

Und wir haben auch - und vor allem - den Weg zurück zu dem vor-traumatischen Zustand gebahnt, der durch das Trauma, die negative Erfahrung, verstellt wurde. Ansonsten wäre immer wieder (wie es ja in dem problematischen Zustand vor der Therapie ist) bei einer positiven Erfahrung, so man sie überhaupt zulassen kann, immer verknüpft mit der negativen! Das ist eine reine Wenn-Dann-Konditionierung. In diesem Fall in dem Stil: "Immer, wenn es mir gutgeht, ich mich aufgehoben fühle, dann kommt die Katastrophe, verliere ich die, die mir wichtig sind!" Wenn aber das Trauma entladen ist und keine Emotionen und Widerstände mehr auslöst, ist diese Barriere zum Zustand vor dem Trauma beseitigt, der Hängemattenzustand kommt wieder mehr zu seinem Recht!

Das war anstrengend, die beiden Sitzungen dauerten jeweils mehrere Stunden, ist aber im Moment auch heilsam und befreiend. Mehr konnten wir gar nicht tun. Eines ist sicher: Lisas Seele hat es sehr gut getan, sie konnte endlich das Alles zeigen und loswerden, auch wenn es, demütig gesagt, "nur" ein Schritt in der Entwicklung von Lisa zu mehr Authentizität und innerer Freiheit und Angstlosigkeit war.

Ob unsere Arbeit, zusammen mit ihrer weiteren inneren Arbeit in Form der Emotions-Übungen zum Beispiel, Lisa in Bezug auf das Symptom ausreichen und ihre Angst gänzlich auslöschen wird, wird sich zeigen. Es muss sich auf jeden Fall alles erst mal setzen, verändert sich im Alltag noch einmal, andere Menschen reagieren auf die Veränderung in Lisa etc. - jetzt ist es jedenfalls im Fluss.
Und: diese Arbeit geht immer über das Symptom hinaus, wie Du sehen konntest. So viel hängt an den Ursachensituationen! Da kann es schon sein, dass man hier und da noch nacharbeiten könnte.


Was ist hier

Das Typische für eine Rückführungstherapie?

  • Ein Clearing zur Bearbeitung der möglicherweise blockierenden oder die Arbeit sabotierenden Fremdenergien geht immer der Rückführungsarbeit voraus (bei Lisa hier als erste Sitzung vor zwei Jahren).
  • Wir geraten in unbewusste Erinnerungen, auch in frühere Leben, also möglicherweise: andere Zeiten, andere Länder, in anderem Geschlecht (echt oder nicht? Das diskutiere ich ausführlich in diesem Artikel.) Wir gelangen so an die Hintergründe, warum wir im heutigen Leben, auch in unserer Kindheit oft schon, bestimmte Probleme haben.
  • Tiefe Themen, an der Deine Seele schon lange "knabbert" und die sie nicht abgeschlossen hat, werden an die Oberfläche gehoben, bewusst und damit überhaupt bearbeitbar. (Und damit musst Du sie nicht in Deine nächsten Leben weiterschleppen.)
  • Es wird in den Sitzungen emotional und körperlich.
  • Es wird zwischendurch unangenehm (wer Rückführungstherapie anders verkauft oder anders macht, macht was falsch, ganz einfach). Rückführungen sind Traumaarbeit. Dann so lange in der Sitzung das Geschehen durcharbeiten, bis es sich neutralisiert, ist der Schlüssel. Und zusammen als gutes Team, schaffen wir das natürlich!  🙂
  • Das Durcharbeiten befreit, weil wir den Widerstand gegen das unbewusste Erlebnis abschmelzen - Stück für Stück, in der Geschwindigkeit, die die Klientin zulässt. Nicht schneller, nicht langsamer, damit wir nichts einreißen, denn Widerstand ist auch notwendiger Schutz (s. Artikel zum Widerstand in der Rückführungstherapie).
  • Es braucht manchmal mehrere Sitzungen (und am besten auch den Willen, auch außerhalb an sich zu arbeiten), um ein Thema zu verabschieden, zu vermindern - es dauert, so lange es dauert. Auch hier nicht auf wilde Versprechen hereinfallen und Wunderheilungen erwarten - man kann immer noch positiv überrascht werden.)
  • Wir verbinden uns in der Rückführungstherapie mit den Personen, sind dann wieder die, die wir selbst einmal waren und die wir in uns versteckt haben. Dadurch bestätigen wir sie, nehmen sie ernst und überhaupt erst wahr - und an. Das sogenannte GesehenWerden fängt immer bei uns selbst an und das NichtGesehenWerden im heutigen Leben, das Viele beklagen, spiegelt dies dann.
  • Wir verbinden uns dabei nicht nur mit den eher unangenehmen Erfahrungen in Deiner Seelengeschichte, sondern verhelfen gerade dadurch auch der Zeit davor, der Person, die wir davor waren, gefühlt und gesehen zu werden, zu ihrem Recht. Damit kann sie wieder im Jetzt lebendig werden: z.B. Dein Inneres Kind, das noch mehr Leichtigkeit und Spielerisches hatte oder die Frau, die Du in einem früheren Leben warst, in der Du vor dem Trauma noch Deine starke Weiblichkeit und Größe hattest (oder ein Mann natürlich entsprechend männlich und groß etc... 🙂  )
  • Es ist – bei aller Problematik, die einen in die Therapie bringt – auch eine  spannende Arbeit, die selbstentdeckend, bewusstseinserweiternd und bei Manchen auch weltbildverändernd ist! Das „Panorama“ des heutigen Lebens wird gesprengt und Du erfährst Deine Wurzeln, Deine Herkunft, Deine früheren prägenden Erfahrungen! Das ist schon was!
  • Geduldiges BewusstWerden bedeutet Annehmen von vorher Unakzeptablem, Situationen, Anderen und vor allem: Dir selbst! Das ist praktische Arbeit an der SelbstLiebe. Die bekommt man ganz konkret durch Fühlen und Erfahren von abgelehnten eigenen Anteilen, nicht einfach durch AufDieSchulterKlopfen oder nette Zettelchen am Badezimmerspiegel "Ich bn so toll!".
  • Rückführungsarbeit hat im Kern (bei mir) das Annehmen von Emotionen. Das ist mit Abstand das Wichtigste. Sie kann weiterhin eine Teile-Arbeit beinhalten oder andere therapeutische "Zusätze", wie Gegenüberstellungen mit wichtigen Personen, bei denen (wenn möglich) Vergebung und eine Aussprache über noch Offenes stattfinden kann oder wir müssen uns am Ende nochmal um den Körper kümmern etc. Nichts "geplant", eher der Intuition folgend, was noch gebraucht wird.
  • Dazu gehört auch die Nachsorge: Lisa bekam ihre individuellen Übungen zum Weiterarbeiten, sollte es notwendig sein und kann sich natürlich melden, wenn sich Fragen auftun, noch etwas unklar ist. Niemand wird allein gelassen. Außerdem besteht immer die Möglichkeit, einen Nachfolgetermin auszumachen, sollte es notwendig sein, um Offenes weiter zu bearbeiten.

Das war noch nicht alles - von einer Sitzungsbeschreibung - – zu DIR!
Das war meine Vorstellung eines Beispiels für eine Rückführungstherapie. Doch die Themen, die diese Sitzung ans Licht gehoben hat, die Emotionen und die Auswirkungen, die es - vor allem, aber nicht nur - auf Beziehungen haben kann, sind sehr weit verbreitet. Das sehe ich in meiner Praxis immer wieder. Daher nutze ich das Beispiel, um Dir im zweiten Teil Möglichkeiten aufzuzeigen, an Dir selbst zu arbeiten, wenn Dich die Themen "ich reiche nicht aus", das Gefühl, nicht dazuzugehören oder anders zu sein, Verlassenheits- und Verlustängste, instabile Beziehungen und vieles mehr, was hier an die Oberfläche kam, ansprechen. Daher freue ich mich, wenn Du auch dies nutzt, um weiterzukommen! Den Link zum nächsten Artikel findest Du unten.

Ich hoffe, ich habe Dir wieder einen weiteren Einblick in meine Arbeit gegeben - dann empfehle mich bitte weiter, teile meine Webadresse, like meine Facebook-Seite, abonniere meinen Newsletter, und vor allem, wenn Dir meine Art zu arbeiten zusagt: gehe mit mir zusammen Deine Themen in einer Therapie Deine Beziehungsthemen an!
Nutze erst einmal das kostenlose Orientierungsgespräch am Telefon zum ersten Kennenlernen, in dem Du mich weiter und persönlicher abchecken kannst!  😉
Ich freue mich auf Dich!

Wie immer herzlichst,
Dein
Ulf Parczyk

 

Hier nochmal die Links zu den im Text erwähnten Seiten:

_______

 


Da es hier im Artikel mehr um Inhaltliches ging, hast Du sicher noch

Weitere Fragen zur Therapie?

Da ich mich nicht zu oft wiederholen möchte, sind die wichtigsten Fragen zu einer Rückführungstherapie hier unten verlinkt.
Falls doch eine Frage von Dir nicht beantwortet ist, zögere nicht, Dich bei mir zu melden, ich freue mich!


Was bringt mir das: alte, verdrängte Situationen wiederzuerleben, mit all dem Leid?

Zur Antwort

 

Geht es mir danach besser?

Zur Antwort

 

Gibt es Erfahrungsberichte von (Ex-)Klient*innen?

Zur Antwort

 

Muss ich Angst haben, dass mich das alles überfordert?

Zur Antwort

 

"Klappt" es denn bei jedem?

Zur Antwort

 

Wenn ich in der Sitzungen in ein früheres Leben komme, ist das echt oder Phantasie?

Zur Antwort

 

Wie teuer ist so etwas?

Zur Antwort

 

Wie verläuft eine Rückführungs-/Reinkarnationstherapie? (inkl. der Lieblingsfrage von Interessenten: "Genügt ein Doppeltermin, damit ich keine Probleme mehr habe?"  😉  )

Zur Antwort

 

Bei welchen Problemen könnte das für mich in Frage kommen?

Zur Antwort

 

Bin ich geeignet für eine solche Therapie, gibt es Voraussetzungen?

Zur Antwort

 

Wie finde ich einen guten Rückführungstherapeuten? (Du hast ihn doch schon gefunden!  😉  )

Zur Antwort

 


Photos: Beitragsphoto weinender Junge von Kat J;  Strohhütte von Laurentiu Morariu; Schakal von Geran de Klerk;  2 Schakale (Ausschnitt) Sander Weeteling;  ängstlicher Junge (Ausschnitt) von Melanie Wasser; Frauen in der Hängematte von Janko Ferlič; 

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