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Nein-Sagen bringt doch nichts. Wenn es nicht wirklich authentisch ist. So geht´s besser: Teil A

Nein-Sagen bringt doch nichts. Wenn es nicht wirklich authentisch ist. So geht´s besser: Teil A

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(ca. 12 min.)

Nein-Sagen bringt doch nichts. Wenn es nicht wirklich authentisch ist. So geht´s besser: Teil A

von Ulf Parczyk

Nein-Sagen bringt doch nichts.
Wenn es nicht wirklich authentisch ist.
So geht´s besser: Teil A

DER NEUE DREITEILER AUS DER PraeSenZ-PRAXIS

 

JA! Authentisch NEIN sagen!

Aber was ist eigentlich Authentizität?
Du bist völlig authentisch, wenn Du Dich in völliger Übereinstimmung mit Deinem Innenleben anderen gegenüber ausdrückst und verhältst. Das ist gemeint, wenn wir über jemanden sagen: “Sie ist einfach sie selbst.”

Wann und warum überhaupt bist Du nicht IMMER Du selbst? Das wäre doch super und das einfachste!

….tjaaaa…..

Eine gute Frage, die ich gerne erst mal an DICH weitergebe!  😉   ……..

Warum passt Du Dich an, verlierst das, was Du eigentlich in Dir trägst, z.B. einen bestimmten Wunsch oder eine Intuition, aus den Augen? Warum sind Deine Äußerungen und Entscheidungen durch Dein Anschmiegen an andere manchmal so weit weg von Dir selbst? Deine Bedürfnisse bis zur Unkenntlichkeit kaum noch spürbar? Alles dreht sich nur noch um den anderen?

Zu Dir und zu den eigenen Wünschen und Zielen zu stehen, hat viel damit zu tun, Dich unabhängig(er) von anderen zu fühlen. Aus dem immersüßnetten WIR auch mal ein ICH zu machen. Also auch mal NEIN zu sagen. Nein, ich möchte nicht nach Marbella in den Urlaub, sondern in die Berge. Nein, ich finde es nicht gut, so viel zu trinken. Nein, ich möchte mal alleine sein. Nein, ich möchte dass Du zuhörst. Nein, ich kann das depressive Geschwafel nicht mehr hören etc. Du hast sicher auch ein paar Beispiele, was Du EIGENTLICH machen oder sagen möchtest, aber oft nicht tust oder sagst.

Also wird Authentisch-Sein häufig mit Nein-Sagen verbunden und weithin propagiert. Es erscheint als Lösung für viele Probleme und Dein Seelenheil. Der, der nein sagt, entledigt sich angeblich der Zwänge und Fesseln, Normen und Abhängigkeiten und steht zu sich.

Die Tipps, die kursieren, sind meist einfache Aufforderungen, authentisch zu sein und nein zu sagen, wenn Dir nach Nein ist. Und das fällt uns manchmal sehr schwer.

Und, wenn wir bewusster und schlauer geworden sind, weil wir das alles gelesen haben, sind wir dann auch geneigt, uns für diese “Schwäche” noch kräftig selbst zu bestrafen, sollten wir mal doch dann nochmal Nein sagen.

NEIN-Sagen ist nicht authentischer als JA-Sagen

(bis zu einem bestimmten Punkt)

Und bis zu diesem Punkt ist der tonangebende Teil der innere Ja-Sager. Der, der bis jetzt am Drücker war. Der eine Teil in uns.

Ist Nein-Sagen in diesem Fall dann wirklich authentisch?

Das Ja ist echt, das Ja ist stärker. Wer ist aber dieser ja-sagende Teil und ist es wirklich ein Sieg, ab jetzt diesen einfach zu übergehen?

Das NEIN-Training

Das oft vorgeschlagene Trainieren, nein zu sagen, kann funktionieren, wie jede verhaltenstherapeutische Methode mal funktioniert, mal nicht. Die Idee dahinter ist hier: Versuche es und übe! Dann halte die Reaktionen der anderen mal aus. Und Du merkst dann, Du überlebst es, wenn sie Dich für Dein Nein ablehnen. Oder sie lehnen Dich gar nicht ab und Du hast jahrzehntelang umsonst ja gesagt.

So oder so ein Erfolg!

Dagegen ist überhaupt nichts zu sagen, wenn es klappt. Versuche es.

Den JA-Sager an die Hand nehmen

Eine andere schönere, liebevollere Version ist, sich so stark mit dem Ja-Sager zu verbinden und ihn (meist unser kindliches Ich) zu umarmen und sich mal mit ihm/ihr zu unterhalten, ihm zuzuhören, ihn oder sie zu spüren und die Gefühle zu fühlen, die zum Ja führen.

Sei es die Angst vor Ablehnung, Einsamkeit und Isolation, vor Lieblosigkeit, Kälte, Ignoriert-Werden, Bestrafung.

Sei es das Gefühl totaler Abhängigkeit, Klein-Fühlen, Sich-gar-nicht-Fühlen, Leere.

Das mal spüren und willkommen-heißen.

Und spüre und heiße auch willkommen die dementsprechenden Wünsche nach Geborgenheit, Liebe, Sicherheit, Gesehen-Werden, Verbindung, Wärme, Aufmerksamkeit, Ent-Schuldigung/Entlastung, Endlich-Ausreichen, Genug-Sein.

Oder was fühlt und sagt DEIN JA-Sager?
Und was möchte dieser kleine bedürftige JA-Sager?

Forsche einfach jetzt mal in Dir nach. Höre ihm zu. Fühle ihn. (Stelle Dir dazu vor, mal Nein zu sagen. Oder nimm eine Erinnerung an eine Situation, in der du Nein gesagt hast und es war unangenehm für Dich.)

Das Herz des JA-Sagers in Dir möchte durch Dein JA eigentlich von aussen gefüllt werden. Von dem – oder denen – wir willig sind: denen wir Ja sagen, denen wir uns anpassen, unsere Bedürfnisse hinten anstellen. 

Und seine Schuldgefühle und Gefühle von Unzulänglichkeit sollen ausgeglichen werden:
“Ich mache das, was jemand anderes möchte, dann bin ich endlich ausreichend und gut und richtig und werde geliebt.” Oder zumindest nicht isoliert und abgelehnt.

Unsere Eiskunstlauf-Mama

Also ist das NEIN-Training, die erste beschriebene Methode, der populärere Weg. Dadurch zeigst und lehrst Du dem Ja-Sager indirekt, dass er die anderen gar nicht so braucht, wie er denkt/fühlt. Viele kommen damit zurecht, glücklicherweise. Viele nicht. Es bleibt immer noch eine Riesenüberwindung, das zu tun, was andere nicht wollen oder das zu äußern, was vielleicht anderen nicht genehm ist.

Bei dieser Methode bleibt der JA-Sager in uns selbst eher unbewusst. Und die Gefahr, dass Dich die lange eingeübte Selbstbestrafung und -abwertung bei dem NEIN-Training weiter begleitet, ist hoch (“Doch schon wieder JA gesagt, Mist!”; “Das kann ich doch nicht machen, ich lasse ja den anderen im Stich!”, “Mir steht es gar nicht zu, was Gutes nur für mich zu machen”.).

Da diese Tendenz in Dir noch da ist, könnte es sein, dass Du Dich Dir selbst gegenüber verhältst wie die berühmte strenge kühle ehrgeizige Eiskunstlauf-Mama gegenüber ihrem Goldtöchterchen: immer die Peitsche in der Hand… Denn dann könnte es Dir auch immer noch um Leistung und Gut-sein wollen etc. gehen. Jetzt in Bezug aufs NEIN-Sagen.
Also eine leicht paradoxe Lernsituation, in der dann das Ziel ja gerade das Gegenteil des Weges ist…

Der andere, zweite Weg ist der bewusstere und “umarmendere”

Der JA-Sager hat ja auch seinen Sinn (bald: gehabt). Wenn Du diesen JA-Sager in Dir erst einmal ansiehst, spürst und annimmst und ihm bewusst selbst all Deine Liebe gibst, Dein einfühlsames Verständnis und Deine ganze Herzenswärme, ist das genau Heilung und GanzWerdung – und nicht wieder Bestrafung und weitere Verdrängung. Durch Bewusstwerdung und liebevolle Öffnung ihm gegenüber.

…und dann geht er von alleine immer selbstbewusster und voller Liebe nach draussen und muss nicht mehr jedem gefallen, weil er sich selbst gefällt, bejaht wurde. Das ist “Stärke aus Schwäche”.

Weil er DIR endlich gefällt und Du die liebevolle Verbindung zu ihm über alles stellst. Dann kann er strahlen und von den anderen geliebt werden. Dass er nichts tun muss, um anderen zu gefallen. Und geht in Dir auf, blüht auf in Deinem Verständnis und deiner Liebe, kann dadurch ruhig da sein – und kann sich dann auch weiter verändern und wachsen.

Klar, der zweite Weg ist wieder mal unangenehmer als der erste, weil er Dich viel mehr mit den gerne weggeschobenen “weichen” und “schwachen” Gefühlen in Kontakt bringt. Aber darum geht es ja gerade. Die zu lieben und Deine Liebe zu diesen Gefühlen nicht durch die “Liebe” der anderen ersetzen, dass Du durch Dein JA (das ein NEIN zu Deinen tieferen Gefühlen und Bedürfnissen ist) mühsam erringen willst.

– Was sowieso gar nicht geht:

Denn wenn sein Herz gefüllt werden will: Von aussen gefüllt läuft es immer leer, wie ein Herz mit einem Loch in der Herzkammer. Er braucht DEINE Liebe. Genau der Schwache, Verletzliche, Abhängige, Ängstliche, Einsame, Abgelehnte.

Er braucht aber keine weitere Hetze und Druck zu vermeintlicher Stärke durch verkrampftes und erzwungenes NEIN-Sagen.

JA-Sagen zum JA-Sager. Yes, you can!

Das genau ist erst einmal das Heilende.

Das Authentische.

Das Liebevolle in Dir verstärkende.

Dann kommt das NEIN automatisch als JA zu dir selbst. Peng.

Und dann erreichst Du wirkliche Stärke durch “Ganzer-Werden” – nicht durch Unterdrückung und Wegtrainieren des Neins wie störende Speckröllchen. Mehr Freiheit. Frei von dem Kontrollieren-Lassen von den Bedürfnissen der anderen. Mehr Weite und Leichtigkeit. Mehr nach Deiner Intuition leben. Deine Gefühle und Bedürfnisse mehr spüren. Dazu stehen.

(Pst! Der Tipp für die Fortgeschrittenen: Du kannst ja auch mit der Einstellung des zweiten Weges den ersten erleichtern, sie schließen sich ja nicht aus. Durch Liebevolles an die Hand nehmen und zeigen, dass Euch nichts Gewaltiges passiert da draussen, wenn ihr mal nicht macht, was die anderen von Euch wollen…
Und wenn es dann doch unangenehm wird durch die Reaktionen des Gegenübers, bist Du nahe an dem abgelehnten, verletzten Teil in Dir und bleibst jetzt einfach mal bei Deinen Gefühlen von z.B. Verletztheit und Abgelehnt-Werden und heißt auch diese Deine Reaktionen auf Ablehnung durch die anderen willkommen. Das ist eine – klar, erst mal unangenehme – aber eine weitere Chance. Damit wächst Du, auch wenn es sich erst mal besch…eiden anfühlt!)

Im nächsten Teil B werde ich für Dich den in diesem Zusammenhang vielbeschworenen Begriff “Abgrenzung” mal etwas anders beleuchten. Und was das einfache NEIN-Sagen noch so für Nachteile haben kann. Also noch ein wenig tiefer und fortgeschrittener…. Folge mir einfach weiter...

HIER GEHT´S ZU TEIL B!

Nein-Sagen, aber richtig!
_________________
Photo: Ältere Dame von Alex Harvey, Unsplash  

 

 

 

 

 

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