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Halbes Jahrhundert Erdenleben I: Midlife Crisis

Halbes Jahrhundert Erdenleben I: Midlife Crisis
Die PraeSenZ-Stirn

Das liebe Altern…..

Ich ziehe zur Zeit am stärksten etwa gleichaltrige KlientInnen an. Vielleicht hat das eine gewisse offensichtliche Logik, da die Interessenten einschätzen, dass bei einem gleichaltrigen Therapeuten möglicherweise ein größeres Verständnis für bestimmte Themen besteht als bei Therapeuten, bzw. Seelen, die in diesem Leben noch nicht so lange mit einem Körper verbunden sind und Therapeuten sind. 😉

Dies führte zu folgenden Gedanken über diese Altersgruppe:

[Hier in diesem Blog teile ich meine persönlichen Erfahrungen als Therapeut mit, daher kann ich nicht sagen, wie groß die Allgemeingültigkeit meiner Aussagen ist. Schön wäre es, wenn Du, die Leserin/der Leser Deine eigenen Auffassungen hier anhand meiner Erfahrungen selbst reflektieren würdest…]

Meine Sichtweise der “Fuffziger” ist folgende:
Die meisten haben sich bis dahin ein bestimmtes Leben aufgebaut, privat und beruflich, und waren eine Zeit lang möglicherweise einigermaßen zufrieden damit.
Um die Fünfzig ist wahrscheinlich eine Zeit, in der das bis dahin aufgebaute Leben bewusst oder unbewusst bilanziert wird – das ist der Aspekt der guten alten Midlife Crisis: Manche Dinge sind erreicht, manche nicht; welche möchte ich noch, welche nicht (mehr)? Der Tod rückt näher, die Zeit in diesem jetzigen Körper ist begrenzt, was möchte ich eigentlich in dessen Angesicht (noch)?

Diese Begrenzung, die ja auf Seelenebene gar nicht besteht, ist trotzdem auch auf Seelenebene ganz heilsam. Man kann sagen, sie kann dazu führen, dass auch die Seele sich bewusster machen kann, was ihr eigentlicher Kern ist. Der Tod als Ratgeber kann auch hier gelten. Im Unterschied zu materialistischen Anschauungen, bei denen der Tod das komplette AUS bedeutet, bedeutet uns Reinkarnationstherapeuten der Tod “lediglich” einen Übergang in eine Phase des Verlassens des feststofflichen Körpers, kein endgültiges AUS.

Ungelöste Themen (die Buddhisten sagen: “Anhaftungen”) werden mit hinübergenommen. Das bezieht sich auch auf unerfüllte Träume und Projekte. So gesehen, ist keine wirkliche Eile vonnöten, alles in diesem einen Leben abzuschließen, wie es die Materialisten meinen, die ja dementsprechend in Hektik und Panik angesichts des Todes verfallen müssen, haben sie ihre Projekte nicht verwirklicht. Das ist unnötig, weiß man, dass es auch möglich ist, später, d.h. in anderen Leben, Themen abzuschließen. [Projekte allerdings, die mit einer bestimmten Phase in der geschichtlichen Erdentwicklung gebunden sind, d.h. ganz an diese Jahre jetzt gebunden wären, stellen hierbei eine Ausnahme dar, sind aber m.E. eher selten.]

Das ist kein tröstlicher Glaube (für Viele ist der Gedanke an Reinkarnation sowieso eher ein Horror, Selbstmörder wahrscheinlich vorneweg…). Es ist eine Tatsache.

Es bedeutet auch nicht, dass man sich in Passivität, Resignation oder Apathie einrichten muss, sondern Dinge angehen kann, die nicht gleich von drohendem Versagen, dem vorzeitigen Ende durch den Tod, gekennzeichnet sind. Diese Ungeduld angesichts einem fiktiven Ende ist vieler Probleme Ursache und bremst Viele eher aus oder stresst sie eher, als dass sie eine stark-ruhige Motivation wäre.

Daher ist so eine Art “Mittelweg”, den Tod als Hinweis zu benutzen, sich zu sortieren und wieder mehr Tiefe und Authentizität in das Leben und etwaige Ziele zu bekommen.

Dabei ist eine althergebrachte Meditation nützlich, sich in einem ruhigen Moment vorzustellen, das körperliche Ende wäre bereits da:

Sterben. Abschiednehmen von diesem Leben.
Wie fühlt sich das für Dich an? Ist da Erleichterung – wenn ja, weswegen, wovon bist Du erleichtert?
Ist da Angst und woher rührt sie genau, was macht Dir genau Angst?
Welche Gedanken kommen dabei hoch? Was ist noch offen an Zielen, Träumen, Projekten?
Was, wie oder wen hättest Du gerne noch erlebt, gesehen, erledigt?
Wohin möchtest Du noch reisen, innen oder außen?
Was hättest Du noch gerne jemandem gesagt, Dich entschuldigt, ausgeglichen?
Wem hättest Du Deine Liebe gern noch mehr gezeigt? Wem Deine Wut oder Enttäuschung?
Was hättest Du noch gerne getan? Was hättest Du gerne noch bekommen und von wem?
Was ist das Wichtigste in Deinem Leben gewesen?
Was war das Schönste?
Was das Schlimmste?
Wie sehr bist Du in Frieden mit Deinem Leben? Mit Dir? Womit und womit nicht?

1. In einem ersten Durchgang der Erforschung könntest Du Dir diese Fragen stellen. Sicher nicht sehr “einfach”: es kann wunderschön, traurig, angsteinflößend sein, aber heilsam, da mal hinein zu gehen. Schöner vielleicht noch, wenn man diese Übung zu zweit machen kann, einer begleitet und stellt die Fragen, der andere berichtet oder antwortet (laut oder still für sich, je nach Wunsch), dann wechselt man die Rollen. Danach könntet Ihr Euch austauschen. Diese Übung kann dann eine tiefe Erfahrung von Nähe in Deine Beziehung mit dem Übungspartner herstellen, gleich, ob es eine Freundschaft oder eine Liebespartnerbeziehung ist. Viel schöner und ganz anders, als sich alleine Audios zum Thema anzuhören und sich alleine Gedanken darüber zu machen.

2. In einem zweiten Durchgang gehe dann stärker in die vorher aufgetauchten (auch die unangenehmen!) Gefühle, Gedanken, Visionen; tauche in sie hinein und durchlebe sie und lasse sie dann so gut wie möglich los. Wenn das nicht so einfach ist, wiederhole es.
Und erfülle die offenen Projekte und Ziele im Geiste, erlebe die noch ausstehenden Erfahrungen schon einmal “virtuell”, und sprich das bis jetzt vielleicht Unausgesprochene im Geiste – in einer inneren Gegenüberstellung mit den entsprechenden Personen – ihr gegenüber aus.

3. In der Übung einen Schritt weiter gehen hieße, darin zu ruhen, dass sowieso schon alles getan ist, schon alles vollkommen ist, alles genug ist, Du ganz und vollkommen bist. Im Sein zu ruhen. Für einen Moment.

Nach dem letzten Durchgang spüre dann noch einmal, was Du jetzt (da Du ja offensichtlich und hoffentlich noch lebst… 😉 ) “praktisch, handfest” umsetzen möchtest und was stärker und was unwichtiger geworden ist an Deinen Plänen, an Offenem. Und beginnen, es umzusetzen. In der Gelassenheit, dass Du alle Zeit hast… Und wenn es sich gut anfühlt und geht, sprich auch wirklich mit den Menschen, mit denen noch etwas offen ist und sag´ ihnen, was Du noch auf dem Herzen hast, wofür Du Dich vielleicht entschuldigen möchtest oder was Du ihnen noch an den Kopf schmeißen willst.  😉

Viel Erfolg!! (Übrigens: Das mag alles ein alter Hut für Viele sein, aber die Übung nur lesen oder die Übung wirklich machen sind zwei ganz verschiedene Vorgänge! 🙂 ) Außerdem sind hier die Übungsteile 2. und 3. sehr wichtig!

Und dann freue ich mich, wenn Du Teil II von “Halbes Jahrhundert Erdenleben” liest oder hörst. Hier geht noch um einen anderen Aspekt: “Das Innere Kind meldet sich”, mit den Themen: Energielosigkeit, Verlust von alten Zielen, Suche nach dem Glück……

Ich wünsche Dir viel Erfolg, Deine Reisen, Träume, Begegnungen, Projekte umzusetzen!
Herzlichst wie immer,
Dein Ulf Parczyk 

Babystirn

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Photo ganz oben: Stirn von Ulf, fast 52 Jahre, Photo unten: Stirn von Zeke, 0 Jahre

 

 

 

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