💡 Auf einen Blick: Warum das bloße Wegdrücken deines Leidens dich in einer Sackgasse gefangen hält
Steckst du fest in chronischen Blockaden, Beziehungskrisen oder seelischem Schmerz und versuchst verzweifelt, den Pol zu wechseln? Dipl.-Psych. Ulf Parczyk erklärt, warum reines „positives Denken“ bei tief sitzenden Traumata versagt und weshalb der mutige Weg direkt hinein in das ungeliebte Dunkel der einzige Pfad zu echter Selbstliebe und Balance ist.
- Die Falle des Nicht-Annehmens: Nicht der erlebte Mangel an Gesundheit oder Nähe erzeugt das eigentliche Leid, sondern deine unbewusste Selbstabwertung und der energetische Widerstand gegen diesen Zustand.
- Grenzen kosmetischer Korrekturen: Lichtvolle Meditationen oder flüchtige Wellness-Workshops verschieben dich auf der Polaritätsskala oft nur temporär – sie heilen jedoch keine schockartigen, karmischen Glaubenssätze.
- Heilung an der Wurzel: Erst das angstfreie, begleitete Durchfühlen der letzten, verdrängten Prozente deines Schmerzes entlädt die alte Traumatisierung und führt dich in die wahre, schubladenlose Freiheit zurück.
Als Therapeut habe ich es schon definitionsgemäß immer mit Situationen zu tun, in denen Menschen zu mir kommen, die unter etwas leiden.
In solchen Situationen sind wir in einem Zustand, der von dem mehr oder weniger abweicht, was wir uns für uns wünschen. Wenn wir Therapie nutzen, möchten wir selbst nicht zu beendende Einschränkungen loswerden, denen wir hilflos gegenüberstehen.
Dieser Leidenszustand ist dann natürlich sehr verschieden stark ausgeprägt und hat für jeden auch ganz unterschiedliche Inhalte. Für manche ist es körperliches, oft chronisches, Leid; für andere Einsamkeit; problematische Beziehungen oder sich wiederholende Muster im Leben, die einfach nicht zu durchbrechen sind; unerklärliche Blockaden im Berufsleben; eine Sinnkrise; eine feindliche Umgebung oder Ängste, Selbstzweifel und Schuldgefühle – meist kommt mehreres zusammen, bis man sich unterstützen lässt und Hilfe annehmen möchte.
Das Gemeinsame am Leid ist
1. das Nicht-Erreichen von eigenen Zielen (z.B. Gesundheit, eine funktionierende Beziehung, Entfaltung der eigenen Möglichkeiten) – also ein erlebter Mangel –
und
2. eine starke emotionale Negativ-Bewertung bzw. das Nicht-Annehmen dieses Umstandes
Der erste Punkt wäre an sich gar nicht tragisch:
Doch der zweite Punkt, das Nicht-Annehmen, macht uns dann richtig zu schaffen. Weil er gleichbedeutend ist mit einer (bewussten oder unbewussten) Abwertung der eigenen Person. Die Liebe für uns selbst kann dann bis hin zu einer starken Selbst-Ablehnung sinken. Dieses – das ist das eigentliche – Leiden kann in homöopathischen Dosen vielleicht noch Motivation und Ansporn sein, weiterzumachen und die Reserven auszupacken. Überschreitet es jedoch ein bestimmtes Ausmaß und führen Korrekturen und Neu-Versuche (oft über mehrere Leben hinweg) nicht zu einem Erfolg, ist es eher demotivierend und im Extrem traumatisierend.
Und wenn dann Ohnmacht oder Schuldgefühle als die “großen Versagensgefühle” zu übermächtig werden, verdrängen wir sie – und mit ihnen die Situationen, in denen wir sie hatten. Das sind dann genau die Situationen, mit denen wir uns in unseren Mustern und in den Wiederholungen des Scheiterns immer wieder verfangen. Da, wo folgerichtig die Rückführungstherapie ansetzt. Aber das soll jetzt gar nicht unser Thema sein…
Wir selbst haben also etwas nicht geschafft. Leider “hilft” uns auch die Projektion der “Schuld” auf die anderen nur für eine gewisse Zeit. Erst einmal erleichtert es vielleicht, weil wir scheinbar die Verantwortung für das Scheitern nicht hatten. Das aber genau hält uns in der Opferrolle, macht uns schwächer und im Weiteren wieder zum Opfer. Daraus gibt es dann auch kein Entrinnen, da wir ja nichts für unsere Situation konnten – und können. Ein Teufelskreis. Zuwendung von außen für das Opferdasein kann das auf Dauer auch nicht aufwiegen, ja, macht uns chronisch eher noch schwächer.
Und nicht zuletzt: Verständlicherweise ist das alles der Eigenliebe / dem Selbstwert auch nicht gerade zuträglich.
Der Schritt zu einer (Rückführungs-)Therapie ist für Viele ja auch nicht der erste. Wir versuchen meist erst einmal selbst zurecht zu kommen, durch den Einsatz der Strategien, die wir zur Verfügung haben (neudeutsch und beliebt hier der Begriff “Ressourcen”). Mehr anstrengen, kränker werden, mehr nachdenken, mehr darüber lesen, positiver denken, das Bewusstsein ausweiten und damit vielleicht entdecken: es gibt z. B. für körperliche Probleme psychische Ursachen, es könnte für Ängste oder andere Probleme Ursachen in der Kindheit geben, dann sogar in früheren Leben, es gibt auch eine feinstoffliche Welt….).
Die meisten, wie auch ich selber und sicher auch die Leserinnen und Leser, “schafften” sich bewusstseinsmäßig von der rein materiellen Welt zur Eröffnung der geistigen, seelischen Hintergründe. Heute ist das glücklicherweise keine “Geheimwissenschaft” mehr, das von kleinen Zirkeln gehütet wird. Bis es zu einem der wichtigsten Schulfächer an unseren Schulen wird, wird leider sicher noch dauern, aber kommen wird es. Wer heute noch mit “naturwissenschaftlich” die Physik von Newton meint, die meine Generation in der Schule als “klassische und einzige Physik” gelernt hat, ist sicher noch in der Überzahl, weil die moderne Physik sich mit Dingen befasst, die mit diesem Verständnis allein nicht mehr zu erfassen ist. Die sog. “Skeptiker” würde ich hier hinein zählen. Mit klassischen Experimenten…..
Leiden bedeutet also: Wir befinden wir uns in einer misslichen Lage, einem inneren Spannungszustand, der auch sehr körperlich sein kann: von muskulärer Verspannung bis hin zu Krankheiten, wenn das Problem dauerhaft nicht auf der eigentlichen Ebene geklärt wird (s.a. die Rolle der Chakren Schätze-Seite).
Jetzt sitzen wir scheinbar fest in einer negativ erlebten Polarität. Und wollen zur anderen Seite.
Wer zum Klienten wird und also so weit ist, an sich arbeiten zu wollen, hat die Schuldzuweisung (zumindest meistens und zu über 50% 😉 ) zurückgenommen und fühlt sich für sein eigenes Schicksal verantwortlich, wenn auch nicht klar ist, warum er oder sie diese negative Polarität eingenommen hat. Wer macht sich schon bewusst erfolglos, krank oder einsam oder ängstlich? Aber der nächste Schritt ist gemacht.
Eine Ahnung, wir haben uns selbst irgendwie in diese missliche Lage gebracht, gesellt sich oft zu dem Wissen um das Gesetz der Resonanz bzw. Anziehung, das besagt, dass wir solche Lebenssituationen kreieren, die unseren Glaubenssätzen und inneren Überzeugungen entsprechen. Diese müssen nicht bewusst sein. Und müssen nicht unbedingt positiv klingen. Vom Unbewussten her gesehen gibt es wenig Überraschungen, eher Bestätigungen unseres Selbst- und Weltbildes. Flexibel und vom Bewusstsein gesteuert können nur Glaubenssätze sein, die nicht tief in uns verankert sind. Leider gehören zu den tiefsitzendsten und hartnäckigsten die von traumatischen Situationen gespeisten. Da, wo der Widerstand am höchsten, die Angst vor Wiederholung am größten ist. Die Glaubenssätze aus den stärksten emotionalen Situationen, wo es scheinbar um alles ging, sind eben die am stärksten aufgeladenen und daher nicht so leicht revidierbaren. (Bsp.)
Betrachten wir uns die Situation des Leidenden aber genauer, sitzt er gar nicht in der einen, negativ empfundenen Polarität fest. Ich würde schätzen – gleich, wie schlimm es sich anfühlt – es sind auf der Skala “nur” höchstens 80%:
🙂 —————————————————- 😕 ————————————–X———- 🙁
Der “wirkliche Schrecken” wird vermieden. Zum positiven Ende der Skala ist es nur noch weiter. So hält man sich im Leiden meist in einer Art unguten Balance und kann weder dauerhaft nach links noch nach rechts.
Hier an der Skala kann man schön die unterschiedlichen Methoden erklären, etwas an dieser Leidenssituation zu ändern.
Positives Denken, schöne Erfahrungen in Workshops, der Natur, mit anderen Menschen, einige Übungen und Meditationen über lichtvolle und friedliche Momente oder Hilfe von außen, bei der wir passiv bleiben, können uns auf jeden Fall stützen, uns über dunkle Momente retten und unsere innere Situation zumindest kurzzeitig verbessern. Sie ziehen uns hier auf der Skala nach oben. Wie lange wir dort bleiben, ist von unzähligen Faktoren abhängig. Das kann jeder selbst bestätigen, die meisten werden diese Erfahrung gemacht haben. Tangiert mich der schlecht gelaunte Kollege, der mir jeden Tag gegenüber sitzt, nach einem Yogawochenende mit einer tollen Gruppe gar nicht mehr oder zieht er mich nach ein paar Tagen wieder in den Alltag und seine Stimmung färbt wieder ab, nervt er mich wieder wie vorher und ich rutsche wieder auf die altbekannte Position auf meiner Skala?
Wenn ich die Kraft hätte, durch solche Verschiebungen grundlegend etwas an meinen Glaubenssätzen zu verändern, könnten solche Erlebnisse dauerhaft etwas ändern. Das ist jedoch nicht so einfach – wie oben erklärt – bei den tiefsitzenden, traumatischen, die nicht einfach durch “korrigierende” Erfahrungen geheilt werden können.
Wir alle haben wahrscheinlich an einem unangenehmen gewaltsamen Ende irgendeines früheren Lebens gedacht: “Jetzt ist alles aus”. Schock. Nicht-Wissen-Wollen, Verdrängung. Wir wurden dann nur wenige Momente später, nach dem damaligen Tod, Lügen gestraft, weil wir, unsere Seele, ja weitergelebt hat. Aber die Situation hat sich trotzdem eingebrannt und sich nicht so einfach “korrigiert”. Passiert ist passiert. Die Verdrängung und die Widerstandsenergie saßen in genau dem Moment und seitdem sitzt sie da weiter. Das ist ein Charakteristikum für Traumata. Bis dahin, wo Bewusstsein hinein kommt. …Meist in einer Rückführungssitzung, aber das nur nebenbei… 😉
Apropos Rückführungssitzung: Hier gehen wir den Weg nach unten: Hinein in den Schlamassel, im Schutz einer vertrauensvollen Begleitung noch die 20%, um das, was da sitzt, richtig zu spüren, bewusst zu machen und durch das Annehmen dessen, was da abgespeichert ist, zu heilen. Und dann harmonisch und natürlich wieder aufzusteigen, nicht in einer Flucht vor dem Dunkel, sondern angstfrei, weil durch das Annehmen keine Angst mehr sein braucht.
Tarotkartenposition Hoffnungen und Ängste
Das Gute im Guten
Das Schlechte im Guten
Das Gute im Schlechten (= Vorteil?)
Das Schlechte im Schlechten
yinyang
Beispiel:
Einsamkeit – Unabhängigkeit, Freiheit
Geborgenheit – Enge, Anpassung
Das Anziehende im Abgewehrten, das Abgewehrte im Anziehenden.







