Falls Du nicht mitliest, hier der Link zu den wichtigen Bildern
Wir haben also die beiden Pole grundsätzlich theoretisch in Teil 1 des Artikels besprochen. In der Rückführungstherapie werden durch die Erinnerungen an traumatische Situationen im Seelenleben (und oft auch an den meist schöneren, stärkeren, leichteren - vortraumatischen - Zustand davor) meinen Klient*innen die extremen Pole bewusst und dadurch auch die damit verbundenen Emotionen (die hier das Wichtigste sind!). Das kann ich natürlich in den Übungsbeispielen nicht bieten, das ist individuell und das Genauere und sehr Intensive dieser Gefühlszustände wirklich unbewusst, weil es ja in den alten Situationen steckt.
Dieses Glück des Wiedererlebens, Durcharbeitens und Befreiens und dann den individuellen Übungen haben also nur die, die es in der Therapie erfahren haben. Pech für die anderen! 🙂 ...aber vielleicht bist Du ja auch bald eine(r) dieser Glücklichen?? Ich würde mich freuen! Ich würde Dir dann nämlich, wie allen Klient*innen, die in den Sitzungen gefundenen inneren Zustände und Emotionen, die ja da schon in Begleitung ganz live empfunden wurden, als Übungsinhalte per Mail zusenden. Das, damit Du mit den Übungen, die wir in den Sitzungen direkt "im Geschehen" schon gemacht haben, zuhause weiterarbeiten kannst, sollte es noch "Reste" geben. Oder Du die Übungen mit anderen Emotionen im Alltag anwenden kannst: Emotionen, mit denen Du nicht gut zurecht kommst, sie wegdrängen willst, dadurch viel Energie verlierst und mehr oder weniger stark immer gegen das LebendigSein kämpfst.
Eine Übungsart davon lernst Du aber hier jetzt schon kennen!
Ganz allgemein gilt meiner Ansicht nach:
Sonst ist die Methode mindestens nicht nachhaltig, kurze Erleichterung, im schlimmsten Fall wertlos und verspricht mehr als sie kann, ist höchstens Notfallprogramm.
Und: Widerstandsfreiheit bedeutet generell mehr Freiheit. Denn wenn ich Widerstände gegen etwas habe, vor allem bei starken Widerständen, kann ich gar nicht anders als zu widerstehen, ich habe gar keine Wahl - oder der Kraftaufwand ist riesig. Welcher Klaustrophobiker hat die Freiheit, mal einfach in den Lift zu steigen?
Widerstand heißt also Einschränkung durch Ausweichen oder WegdrückenMüssen, durch den Zwang, dagegen anzugehen, um einen einigermaßen angenehmen Zustand zu erreichen, der aber NICHTS an dem unangenehmen Zustand ändert, dem widerstanden wird. Es geht immer um das NichtFühlenWollen durch Vermeiden oder Kontrollieren - der Situation, von Anderen, oder sich selbst.
Es ist eher eine Flucht oder ein Kurzurlaub, auszuweichen, um dann bald wieder mit demselben Unangenehmen konfrontiert zu werden. Man kann vielleicht den Lifts ausweichen (ok, später mit Rolator wird Treppenlaufen auch irgendwann mühsam). Aber oft ist man ja noch dazu in einer Zwickmühle: Denn, wie - in Teil 1 und überall auf dieser Website - ausführlich besprochen, zieht man genau das an, dem man widersteht, zum Beispiel in Form eines lieblosen Partners, suboptimalen Ereignissen, Krankheiten etc...
Also ist Ausweichen zwar manchmal nötig und gut, aber chronisch angewandt selbst ein Problem und schafft neue Probleme und ist keinesfalls eine Lösung...
Bei der Rückführungstherapie ist das Ziel der Widerstandsfreiheit offensichtlich, weil wir maximal einschränkende, traumatische Situationen ansteuern und neutralisieren wollen, damit auch entsprechende Wiederholungen in der Gegenwart unnötig sind. Und die Übungen hier sollen dieser Anforderung natürlich auch entsprechen - tun sie auch, wie Du gleich sehen wirst...
Überprüfe ruhig das, was Du bisher für Dich und Deine Entwicklung oder mehr - oder weniger unbewusst im Alltag - angewandt hast oder noch anwendest, mal darauf hin. Zum Beispiel mit der Frage: Frönt die Methode/Umgangsweise/Therapie dem Widerstand gegen Unerwünschtes, indem sie nur das Erwünschte verstärken will? Oder will sie auf einfache Art die Realitäten oder Vergangenheiten verändern? Unangenehmes einfach an den "Absender" zurückschicken? Oder den unangenehmen Zustand kontrollieren: durch Wegatmen, Ablenken, Beruhigen, Verstehen, EsAndersSehen, Entspannen, Energien-Hin- und Herschieben?
Dadurch wirst Du bewusster, wie Du mit unerwünschten Emotionen umgehst - und kannst dann entscheiden, ob Du es so belassen möchtest oder lieber anders mit ihnen und den Widerständen umgehen möchtest. Oft wissen wir gar nicht, was wir da im Alltag genau mit uns tun, Widerstand ist oft irgendwann zu einem unbewussten Reflex geworden.
Du kennst also als NochNichtKlientIn möglicherweise noch nicht, was da Verdrängtes in Deinem Unbewussten schlummert, aber Du kannst trotzdem von den noch kommenden Übungen profitieren. Es gibt hier gleich viele Anregungen für die, die Dir schon bewusst sind - oder durch die Fragen bewusster werden.
Wenn Du Dich nicht von dem einen Hörbeispiel angesprochen fühlst:
Nutze das zweite "Blanko-"Hörbeispiel oder übernimm das Schema daraus oder aus dem hier auch beigefügten schriftlichen Text und fülle es mit einem von Dir gewählten Thema, das Du als Problemzustand oder -emotion für Dich identifiziert hast!
Wir arbeiten hierbei erschreckend einfach mit den beiden Polen von Zuständen und Emotionen.
Hier kommen jetzt Beispiele für verschiedene Bereiche, die Du anwenden kannst, wenn Du noch keine Idee hast.
Sei experimentell! Versuche es, bleib´ aber dann auch dran, mache die Übung mit einem Thema immer wieder, am besten jeweils so lange, bis Du eine Veränderung im Moment spürst, das ist motivierend für Dein weiteres Arbeiten mit den Übungen.
Vielleicht braucht es ein bisschen Zeit - immer abhängig von der Stärke des Widerstands, klar. Für schnellere "Erfolgserlebnisse" nimm auch mal ein nicht so aufgeladenes Thema, da spürst Du schneller eine Veränderung. Und vielleicht machst Du die Erfahrung, dass die Übung nicht FÜR ALLES angemessen ist. Aber sie ist

Das ist hier ganz spannend, ob für Dich, wenn Du gerade ohne eine Paarbeziehung bist (dann untersuche, ob es ein Muster in Deinen Beziehungen gab, Ähnlichkeiten Deiner PartnerInnen und vor allem Deiner Reaktionen auf sie), mitten in einer sogenannten Dualseelenproblematik, in einer unbefriedigenden oder gar unglücklichen Beziehung:
Nimm ein Beziehungsproblem (egal, ob Du mit dieser Person zusammen bist, mit ihm/ihr arbeitest, befreundet oder befeindet bist - Du kannst es sogar auch auf die Beziehung zu einer Fremdenergie anwenden!). Wir nehmen in Beziehungen oft - vor allem in den Konflikten - einen Pol ein und wir lassen den Anderen/die Andere den anderen Pol verkörpern, das heißt die gegensätzliche Rolle spielen. Und zwar überlassen wir natürlich großherzig dem anderen immer meist den Pol, den wir so gut wie völlig unterdrückt und verleugnet haben: die chaotische Seite, die nehmende Seite, die hilflose, lebensuntüchtige, kranke Seite (-> Helferbeziehungen), die schützende, die aggressive oder die freie Seite, die rücksichtslose, zerstörerische, grenzüberschreitende Seite von uns - das können solche Beispiele sein.
Falls Du hier Bedarf hast, untersuche Deine jetzige oder frühere Beziehungen daraufhin und nimm Deine Emotion/Deinen Zustand und den Zustand der von Dir wahrgenommenen "anderen Seite", des Anderen. Versuche, Dich dazu für den anderen Pol, den "Partnerpol", so gut wie möglich in den Anderen hineinzuversetzen bzw. in den Zustand, in dem Du ihn/sie wahrnimmst.
Klar, da wird es Widerstände geben, das ist jetzt nicht so verblüffend! 😉 Diese Widerstände können sich zum Beispiel folgendermaßen ausdrücken: in Form von solchen Gedanken wie: "So könnte ich nie sein!", "Das ist aber nicht gut!", "Das fühlt sich schlecht an" oder in Form von Scham- oder Schuldgefühlen. Wenn diese Widerstände in der Übung auftauchen (sie werden und sollen ja, denn darum geht es ja gerade!) - dann nicht wie im Alltag weiter ausweichen oder den anderen die Rolle spielen lassen, sondern sich weiter dem Unerwünschten in Dir selbst aussetzen, um den Widerstand abzuschmelzen und nicht in der sog. äußeren Realität anzuziehen bzw. weiter zu nähren in Form von bescheidenen Beziehungen, ewiger Sehnsucht nach dem besseren Partner etc. Das machen wir, indem wir mit den Übungen dranbleiben und uns beiden Polen immer wieder systematisch aussetzen - inklusive der Widerstände, die wir aber nicht extra adressieren, sie tauchen hier einfach mit auf und sind auch mit willkommen im Paket.
Arbeite mit den Alternativen, die sich Dir darstellen: Nimm das Gefühl, das Du in der einen Möglichkeit hast/haben wirst (oder glaubst, haben zu werden) und dann nimm das Gefühl, das Dir die andere Entscheidungsmöglichkeit gibt und nimm dies als die beiden Pole.
Versetz´ Dich in die Situation, die Du Dir wünschst, so lebendig wie möglich und schau, welche Emotion darin steckt und lasse die mit dem Wunsch verbundenen Emotionen kommen (könnten sein: Freiheit, Weite, Glück, Verbundenheit, Fülle...). Nimm die erste, die auftaucht, als einen Pol und dann nimm als anderen Pol den jetzigen Zustand: den Mangel, die Enge, die Unsicherheit oder was es auch sein mag.
Oder ganz allgemein
Nimm Dir direkt eine unangenehme, eher unterdrückte, peinliche oder mit Schuldgefühlen behaftete Emotion vor (Wut, Ohnmacht, Trauer, Angst...) oder
Du kannst Dir auch eine unangenehme Situation vornehmen und erinnere Dich daran, versetze Dich dort hinein und spüre die entsprechende unbeliebte Emotion darin. Dann frage Dich, was der andere, gegenüberliegende Pol für Dich wäre und gehe dort hinein. Einige zentrale, sehr allgemein gültige Beispiele aus Therapiesitzungen findest Du unten, falls Du um Ideen immer noch verlegen sein solltest! 😉
ALLGEMEIN:
Also immer möglichst eine starke Vorstellung oder Erinnerung für jeden Pol benutzen, um in die Emotion bzw. den Zustand zu kommen!
Wie wir in Teil 1 gesehen haben, wirst Du einem Pol näher sein (z.B. Ohnmacht), d.h. dieser ist stärker und leichter zu "produzieren", aufzurufen, und der andere Pol (Macht oder Kontrolle in diesem Fall) ist weiter weg und damit schwächer und schwerer zu "produzieren". Das macht aber nichts!! Das ist ja klar und kann sich und wird sich durch die Übung verändern, Du wirst sehen! Nur etwas Geduld, einfach weitermachen. Weniger darüber sinnieren als einfach machen.
Und auch daran im Alltag denken, denn Du kannst natürlich auch mit ganz aktuellen Emotionen arbeiten, die brauchst Du dann nicht durch Erinnerungen herbeizuholen, die sind ja ganz frisch und lebendig! Und wenn Du das simple Schema verinnerlicht hast, wende es gleich "vor Ort" an, wenn dies möglich ist (ein Toilettengang oder eine kurze Auszeit ist in fast allen Situationen drin, um sie anzuwenden! 😉 )
Widerstand erhöht die Kraft des Unangenehmen und weniger Widerstand lässt frei, was frei werden will.
Nochmal zur Klarheit, weil das bestimmten starken Überzeugungen in Dir widersprechen könnte (die Überzeugung z.B. "Gib´ keine Energie ´bzw. Aufmerksamkeit auf Unerwünschtes"): Keine Angst, dass Du mit dem WillkommenHeißen des Unangenehmen das Unangenehme verstärkst!
Das ist ein riesen Irrtum! Ja, Energie folgt dem Gedanken, aber unbewusste oder unbewusster Widerstand ist die größere Kraft als ein bewusster Wunsch oder ein Gedanke - darüber habe ich hier im Blog schon oft geschrieben. Wenn man das einmal verstanden hat, kann man sich mit dem sog. "Negativen" besser anfreunden, um das zu bekommen oder freizusetzen, was angenehmer ist und zieht nicht genau das an, wovor man sich ängstigt oder was man abwehrt. Vor allem, weil die Angst vor dem Unangenehmen entschwindet.
Aber eben auch das Angenehme willkommen heißen und damit arbeiten, weil ja da auch - wie hier im Artikel vorher besprochen - Widerstand drauf ist!

Dies hier ist eine "schöne Hitliste" von Themen aus den Therapiesitzungen. Es sind ganz grundlegende Emotionen und Zustände (ich sage oft lieber Zustände, sonst kommt man mit Manchen in Diskussionen, was Emotionen sind, was Gefühle etc. etc.,.. was hierfür einfach wurscht ist).
Falls Dir in dieser Liste etwas für Dich Passendes ins Auge springt, müssen natürlich nicht alle Begriffe in einer Aufzählung passend für DICH sein. Mache es für Dich passend! Es soll nur EIN von Dir so gefühlter Zustand sein - das bedeutet, falls z.B. "authentisch" und "wild" für Dich nicht zu EINEM Zustand gehören, lasse den unpassenden einfach weg oder ersetze ihn mit einem für Dich passenderen Wort.
Das sind alles also nur Vorschläge und Beispiele von einigen in der Tiefe gefundenen Polaritäten, vielleicht findest Du Dich in dem einen oder anderen - es wäre keine Überraschung! 😉
Nimm "Deine" Polarität, die Dich anspringt und mach´ die Übung!
| aggressiv, laut, Raum einnehmend | brav, still, zurücksteckend, |
| kontrolliert, Emotionen unterdrückend, gefasst, "brav", eng | unkontrolliert, wild, sich frei ausdrückend, authentisch |
| beschützt, geborgen, sicher | unbeschützt, ausgeliefert, bedroht, ängstlich, unsicher |
| klein, schwach, ohnmächtig, hilflos | stark, groß, weit, mächtig |
| verbunden, geliebt, eins | unverbunden, getrennt, einsam, alleingelassen, isoliert, abgelehnt |
| frei, unabhängig, beweglich | fest, gelähmt, gefangen, angebunden, abhängig |
| spielerisch, leicht, unbeschwert, "kindlich", im Moment sein, hell | schwer, gedrückt, schuldbeladen, dunkel |
| fordernd, nehmend, "egoistisch" (& die entspr. Emotionen) | gebend, auf andere schauend, bedürfnislos (& die entspr. Emotionen) |
Die Übung: Sie "verschwurbelt" Dein System dieser Polaritäten, zwischen denen Du, wie wir gesehen haben, hilflos aufgehängt bist. Dabei geht es nicht darum, in einer der Polaritäten zu "versinken", sondern jede so stark aufzurufen wie möglich, aber dann auch gleich in die andere zu wechseln. Das kann am Anfang schwer sein oder Dir zu schnell gehen, aber bleib´ einfach dabei und mach´ weiter. Wenn Du diese einfache Übung verstanden hast, kannst Du sie ja auch ohne Anhören anwenden und Deine eigene Geschwindigkeit benutzen, behalte aber das eben Gesagte dabei im Kopf.
DER BONUS: DER SPIRITUELLE ASPEKT - FÜR FORTGESCHRITTENE
Neben den Polaritäten kommt noch ein dritter Schritt dazu. Man könnte sagen, die andere Polarität zu den Emotionen, die spirituelle Seite zur eher psychologischen: das SEIN oder die UNIVERSELLE LIEBE. Versuche es einfach mal einzubeziehen, auch wenn der Kopf da auch nicht mitkommt, und es erst anfänglich schwach wirkt - ähnlich schwach wie der "positive" Pol. Wiederholung weicht auch hier Widerstände auf.
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Diese Übung hier ist ein kleiner Teil eines ganzen Übungssystems, das ich nicht erfunden habe, sondern das in beeindruckender Weise von dem Amerikaner Hale Dwoskin angeboten wird und von dem es viele verschiedene Programme zu verschiedenen Themen auf CDs gibt, siehe: Sedona-Website. Oder besuche den Sedona-Youtube-Kanal mit vielen kostenlosen Übungen. Das ist leider alles nur auf Englisch (aber einfachem). Es lohnt sich unbedingt, falls Du ein bisschen Englisch kannst, das Original anzuschauen bzw. anzuhören, vor allem, bevor Du deutsche Anbieter suchst, die es lediglich übernommen haben (so wie ich... 😉 ).
Im Folgenden findest Du hier auf der Seite unten
1. den allgemeinen Text zum Herunterladen und Ausdrucken für Dich, damit Du auch unabhängig von den Hörbeispielen arbeiten kannst, wenn Du lieber liest als hörst.
Und
2. dann zwei Hörbeispiele für die Übung mit einem Beispielzustand und einer allgemeinen "Blankoübung" ohne Beispiel. Letzteres kannst Du dann jeweils mit Deinem aktuell interessanten Zustand füllen, den Du für Dich gefunden hast und bearbeiten möchtest, gefunden im Alltag oder mit Hilfe der vielen Anregungen und Anwendungen oben im Text.
Gerade in der "Corona-Zeit" bist Du vielleicht über einige persönliche Klassiker an Emotionen gestolpert oder hast sogar neue in Dir kennengelernt! Nutze sie! 🙂
Viel Erfolg und spannende Erfahrungen!
Ich hoffe, Dich damit ein wenig in der Corona-Zeit auch von Ferne zu unterstützen und bin für Dich da, wenn Du Fragen dazu hast! Und wenn Du merkst, für Selbstilfe ist Dein Problem oder Deine Blockade zu groß, dann arbeite mit mir zusammen in einer Rückführungstherapie, da gehen wir es zusammen an!
Und wenn Du Geschmack an den Übungen gefunden und deren Wirkung am eigenen Leib und Seele gespürt hast, interessiert Dich sicher auch der Artikel "Befreie Deine Emotionen"!
Herzlichst wie immer,
Dein Ulf
(Je nach Deinen Browser-Einstellungen können die Dateien direkt heruntergeladen werden oder Du musst sie in einem neuen Fenster über ein Menü abspeichern.)
(und bitte nicht vergessen: Die Übung ist nicht gleich im Einmal-Gebrauch effektiv: Wiederholen, wiederholen, wiederholen!)
(auch hier bitte nicht vergessen: Die Übung ist nicht gleich im Einmal-Gebrauch effektiv: Wiederholen, wiederholen, wiederholen!)
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Photos: YinYang-Feuer&Wasser von Comfreak, pixabay: pixabay.com/de/ yin-und-yang-feuer-wasser-hand-1947878/, CC0 (als gif verändert) / LED-Tafeln mit Drähten von israel palacio on Unsplash / Magnet "love" von mohamed Hassan, pixabay: pixabay.com/users/ mohamed_hassan-5229782/ ?utm_source=link-attribution&utm_medium =referral&utm_campaign =image&utm_content=2705819 / "Magnet red" by Tebo Steele is licensed under CC BY-SA 2.0
ABBILDUNG 1
ABBILDUNG 2

1. Polaritäten-Skala einfach
ABBILDUNG 3

2. Polaritäts-Skala mit Lupe rechts
ABBILDUNG 4

3. Polaritäts-Skala mit Lupe links
ABBILDUNG 5
Keltisches Kreuz Position 9
ABBILDUNG 6

4. Polaritäten-Skala komplett
Im Text empfohlene Artikel:
Sechs gute Tipps von Sankt Nimmerlein - Vom Aufschieben des besseren Lebens
Nicht so, wie ich wollte - Lebensvermieser Enttäuschung.
Artikel zum Widerstand gibt es hier
Das kostenlose E-Book "Der Ursprung der Probleme"
Photos: YinYang-Feuer&Wasser von Comfreak, pixabay: pixabay.com/de/yin-und-yang-feuer-wasser-hand-1947878/, CC0 / Polaritäten-Darstellung von Ulf Parczyk, praesenz-web.de; Smileys in der Skala von BilliTheCat auf pixabay: https://pixabay.com/de/users/billithecat-7996303/ ; Keltisches Kreuz-Darstellung von www.tarotonline.de [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons, vom Autor verändert (Pfeil) und Hinzufügen von Tarotkarten von Daniel Albany from pixabay: pixabay.com/users/AlbanyColley-6298107/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=2728227
Ich beziehe mich im Artikel auf bildliche Darstellungen, ohne die der Text eher schwer verständlich ist.
Daher bitte vor dem Hören diese extra Bilder-Seite hier aufrufen, um das entsprechende Bild im angesagten Moment anschauen zu können!
Mit diesem Grundlagen-Artikel zu Polaritäten stelle ich Dir ein sicher eher unbekanntes und auf diese Art wenig beschriebenes Thema vor: spannend, allgemein und daher auf jeden Fall auch Dich betreffend. Manches wird Dich vielleicht überraschen und Deiner Intuition widersprechen, lass´ es aber einfach mal auf Dich wirken! Es stimmt sowohl mit meiner langjährigen Erfahrung als auch der Theorie überein (wie alles, was ich hier schreibe, natürlich...).
...Und das so klar zu haben, wie ich es hoffentlich auch darstellen kann, hat etwas gedauert...
Aber neben den allgemeinen Ausführungen wirst Du in einem folgenden zweiten Teil sogar auch zwei von mir gesprochene Beispiele für eine supergute und supereinfache Übung finden, die auf dem hier Beschriebenen basieren und die Dir ganz praktisch weiterhelfen können, wendest Du sie fleißig an. Es ist das erste Mal, das ich eine Übungsform teile, die ich auch in den Rückführungssitzungen mit den Klient*innen anwende und als „Hausaufgabe“ mit nach Hause gebe!
Doch zunächst eine Grundlage:
Zu mir als Therapeuten begeben sich schon definitionsgemäß immer Menschen in meine Praxis, die unter etwas leiden oder zumindest sehr unzufrieden mit bestimmten Aspekten ihres Lebens sind und dies mit Hilfe meiner Begleitung ändern möchten.
In solchen Situationen oder gar Lebensphasen sind wir in einem Zustand, der mehr oder weniger von dem abweicht, was wir uns für uns wünschen: der berühmte Leidensdruck. Wenn wir Therapie nutzen, möchten wir Einschränkungen loswerden, denen wir alleine hilflos gegenüberstehen und die wir selbst bis dahin nicht aufheben konnten.
Dieser Leidenszustand ist natürlich sehr verschieden stark ausgeprägt und hat für jede und jeden auch ganz unterschiedliche Inhalte. Für manche ist es körperliches, oft chronisches, Leid; für andere Einsamkeit, problematische Beziehungen oder sich wiederholende Muster im Leben, die einfach nicht zu durchbrechen sind; unerklärliche Blockaden im Berufsleben; eine Sinnkrise; oder eine feindliche Umgebung; sehr oft auch Ängste, Selbstzweifel, wenig Eigenliebe oder auch tiefe Schuldgefühle - und meist einiges davon in Kombination.
Wir versuchen oft Vieles selbst, bis wir uns unterstützen lassen und Hilfe annehmen möchten. (Sonst wäre ich ja auch überflüssig und die schlauen Selbsthilfebücher würden ausreichen!! 😉 ) (...wenn Du auch noch wartest, bis es anders besser wird, siehe diesen Artikel).
2. Abstoßung des Unerwünschten:
eine starke emotionale Negativ-Bewertung bzw. das Nicht-Annehmen dieses Umstandes; meist gekoppelt mit einer Ablehnung von uns selbst (oder Vorwürfen anderen gegenüber, je nach dem wen man für verantwortlich hält)
- 2. ist also ein starkes NEIN, ein Wegschieben des aktuellen Zustandes. Hier liegt eine stärkere Ablehnung als im Zustand von einfacher Unzufriedenheit vor.
Der erste Punkt, das Nicht-Erreichen, wäre an sich gar nicht tragisch, ein einfaches Faktum. Die Latte gerissen, Ziel verfehlt, knapp daneben - so what? Das wäre noch sportlich zu nehmen.
Dann einfach so:
(Das Bild kommt fleißigen LeserInnen sicher bekannt vor, es tauchte schon in dem Artikelduo zur Enttäuschung auf - übrigens sehr nahe mit dem hier Beschriebenen verbunden, also auch lesenswert!)
Doch der zweite Punkt, das Nicht-Annehmen, macht uns richtig zu schaffen.
Einerseits, weil der Mangel an sich dann so schmerzlich ist. Andererseits aber auch weil - das ist sehr wichtig - der Mangel, das NichtErreichen meist einhergeht mit einer (bewussten oder unbewussten) Abwertung der eigenen Person. So richten wir oft das Scheitern oder NichtBekommen von etwas und sogar auch Verluste von geliebten Menschen emotional gegen uns selbst. Schuldgefühle, wir haben nicht ausgereicht, schaffen einfach nichts, waren und sind nicht gut genug - das sind alles solche Negativbotschaften, die wir uns dann auch noch dazu "schenken", als wäre das Erlebte nicht schon genug. Schnell und vor allem, wenn es um traumatische Situationen und Wiederholungen geht, werden diese Selbstzuschreibungen allgemeingültig:
Wir sind NIE gut genug, wir schaffen es ja NIE.
Die Liebe für uns selbst kann dann bis hin zu einer starken Selbst-Ablehnung sinken. Eine traurige Verkettung von eigenen Zuweisungen und Interpretationen. (Wenn Dir das bewusst ist, lies doch bitte auch Leuchtturm der Liebe, der Tipp dort könnte ein Weg für Dich sein, diese unselige Kette zu durchbrechen!)
Dieses "Leiden an sich selbst" (das ist das eigentliche Leiden) kann in homöopathischen Dosen vielleicht noch Motivation und Ansporn sein, weiterzumachen, sich zu verbessern und die Reserven auszupacken und damit den Sportler oder die Kämpferin in uns nach vorne bringen. Ein positiv empfundener Spannungszustand.
Überschreitet diese Distanz zwischen Anspruch und wahrgenommener Wirklichkeit jedoch ein bestimmtes Ausmaß und führen Korrekturen und Neu-Versuche (oft über mehrere Leben hinweg) nicht zu einem Erfolg, ist dieses Defizit eher demotivierend, deprimierend - und im Extrem und wenn es um wirklich Wichtiges geht (unser Leben, das Leben anderer oder moralische Werte zum Beispiel), traumatisierend, da bekommt dieses Auseinanderklaffen zwischen Gewolltem und Erlebten eine schmerzhafte Endgültigkeit.
Und wie wir wissen, finden wir in den Traumata existentielle Erfahrungen, die unsere Sichtweise über uns selbst oder die Welt ab da entscheidend prägten. Glaubenssätze entstehen hier, die durch ihren Charakter des Existenziellen und noch dazu Unbewussten sehr haltbare und unerschütterliche "Wahrheiten" über uns beinhalten - und nicht die positivsten natürlich. Und sie erscheinen uns wahr: Wir haben ja diese Erfahrungen gemacht, wir haben versagt: unsere Lieben verraten, unsere Kinder nicht beschützt, unser Wohl über das anderer gestellt usw.!
Daher helfen positive Affirmationen auch wenig, weil positive Sätze und Überzeugungen ja aus dieser Seelen-Sicht der Erfahrungen in früheren oder im heutigen Leben einfach eine Lüge sind. "Ich schaffe es nie", "Ich bin nicht liebenswert und werde immer schuldig", "Ich bin zu schwach für diese Welt" - das können solche Überzeugungen sein, die natürlich - wie alle tiefen Überzeugungen - immer wieder bestätigt werden (oder mit einem immensen Energieaufwand und Widerstand von uns widerlegt werden müssen - bis wir nicht mehr können (z.B. im BurnOut stranden) und sie dann doch wieder wahr werden bzw. uns wieder klar werden, weil wir sie bewusst in unserem Leben manifestieren. Gewirkt haben sie unterschwellig immer.
Wenn Ohnmacht oder Schuldgefühle als "die großen Versagensgefühle", nämlich das "NichtAusreichen", "NichtGenugSein", "EsNichtSchaffen", in einer Situation zu übermächtig werden, verdrängen wir sie ins Unbewusste - und mit ihnen auch die Situationen und Umstände, in denen wir sie hatten. Das ist dann das maximale Leiden nach der obigen Definition. Und das sind dann genau die Situationen, mit denen wir uns in unseren Mustern und in den Wiederholungen des Scheiterns immer wieder verfangen, weil sie durch Widerstand (und in dessen Folge Verdrängung) extrem aufgeladen sind (zum Widerstand gibt es hier im Blog viele Beiträge, weil er so wichtig ist: Das "Nein!" eben hat Folgen.).
Das ist der Grund, warum wir uns selber in den Problematiken, die uns nerven, nicht verstehen. Das ist so, weil wir die Hintergründe unserer Gefühle und unseres Verhaltens gar nicht bewusst kennen, und sie daher scheinbar "irrational" erscheinen: Welcher Geplagte, der acht Mal zurück zum Herd laufen muss, um zu checken, ob wirklich alles aus ist, kennt den Grund dafür, kann es aber trotzdem nicht lassen, obwohl es ihm selbst so unsinnig erscheint? Warum gerät sie wieder an einen Mann, der verletzend und überheblich ist und dem sie trotzdem helfen will? Warum hat jemand eine Panikattacke? Das alles ist nicht bewusst, sonst wäre es kein Problem mehr. (Irrig ist daher die Überzeugung "ich weiß, woher es kommt", wenn sich dadurch nichts geändert hat.)
- Die unbewussten Hintergründe, die Dich tief drinnen motivieren, sind das, was Deinen Ängsten, festsitzenden Problemen und Mustern zugrunde liegt. Und daher sind sie auch das, wonach wir folgerichtig in der Rückführungstherapie suchen bzw. sie zusammen auffinden und aufarbeiten wollen, damit sie kraftlos werden und keine Macht mehr über uns ausüben können.
Wir selbst haben also etwas nicht geschafft. Leider "hilft" uns auch die Projektion der "Schuld" auf die anderen nur für eine gewisse Zeit. Erst einmal erleichtert es vielleicht, weil wir scheinbar die Verantwortung für das Scheitern nicht hatten. Das aber genau hält uns in der Opferrolle, macht uns schwächer und im Weiteren wieder zum Opfer. Daraus gibt es dann auch kein Entrinnen, da wir ja nichts für unsere Situation konnten - und können. Ein Teufelskreis.
Zuwendung von außen für das Opferdasein kann das auf Dauer auch nicht aufwiegen, ja, macht uns chronisch eher noch schwächer, zum Beispiel weil uns die "schwache Position" auch noch Aufmerksamkeit bringt - also im Sinne einer positiven Verstärkung (durch eine Rente, das Zuhören des Arztes, die Zuwendung des Partners, Schonung, Rückzug - je nach dem, was für uns positiv erscheint). Wir haben im Extrem keine aktiven Erfolgserlebnisse mehr in der Welt sehen sie dann eher als feindlich, mindestens aber als uns kontrollierend und mächtiger. Macher sind ja die Anderen.
Das kann fatal sein. Vor allem, weil ein Teil in uns damit gar nicht einverstanden ist - wenn wir nicht schon komplett resigniert haben - und uns noch anderes erleben lassen möchte, sich frei und lebendig und kraftvoll fühlen möchte. Es ist der Teil, der sich in der Welt einbringen, glücklich sein möchte...
So gibt es auch hier wieder einen inneren kraftraubenden Widerstreit zwischen der Tendenz zu einer Art Opfer-Wohlfühlzone (die sich gar nicht so "wohl" anfühlen muss, aber zumindest vertraut ist) und der möchte, dass wir uns angstfrei zeigen und das umsetzen, was in uns steckt und wofür wir vielleicht hierher gekommen sind...
Wenn wir mit dem Leiden zufrieden wären, wäre es ja eigentlich keins mehr... (s. a. den Artikel "Ich liebe mein Problem! ….wäre das Ende der Therapie und das Ende des Problems.")
Und nicht zuletzt: Verständlicherweise ist das alles natürlich der Eigenliebe / dem Selbstwert auch wieder nicht gerade zuträglich. Da kommt in unserem Seelenleben in verschiedenen Erdenleben (und auch vorher) oft eine demütigende und schwächende Situationen auf die nächste und im schlimmsten Fall kann die Spirale immer weiter nach unten gehen. Negative Selbstbewertungen entstehen also auch in den späteren ähnlichen Situationen, die wir über die Resonanz zu den damals traumatischen, verdrängten Erlebnissen anziehen und die Wiederholungen der alten Situation darstellen. Innere Monologe wie "Ich habe mich wieder nicht gewehrt", "Ich habe es wieder nicht geschafft", "Ich habe es wieder falsch gemacht" - solche Sätze verstärken natürlich wieder das Abwertende und senken unsere liebevolle Einstellung zu uns selbst.
Leiden bedeutet also weiterhin: Wir befinden wir uns in einer misslichen Lage, einem inneren Spannungszustand zwischen Leiden und NichtLeidenWollen, der auch oft sehr körperlich sein kann: von muskulärer Verspannung bis hin zu Krankheiten, wenn das Problem dauerhaft nicht auf der eigentlichen Ebene geklärt wird (s.a. die Rolle der Chakren, Tabelle zum Downloaden auf der Schätze-Seite).
Jetzt sitzen wir scheinbar fest in einer negativ erlebten Seite der Stimmungs-Polarität. "Mir geht es schlecht", wie wir dann sagen. Und wir wollen dann meist zur anderen Seite, zum anderen, sich besser anfühlenden Pol.
Wer zum Klienten wird, d.h. jemand ist, der so weit ist, an sich arbeiten zu wollen, hat die Schuldzuweisung schon zurückgenommen (zumindest meistens und zu über 50% 😉 ) und fühlt sich für sein eigenes Schicksal verantwortlich und geht überhaupt davon aus, dass sie oder er mitverantwortlich ist für die scheinbare Misere. Wenn auch natürlich noch nicht klar ist, warum sie oder er diese negative Polarität eingenommen hat. Wer macht sich schon bewusst erfolglos, krank oder einsam oder ängstlich?
Aber der nächste Schritt ist mit der Entscheidung für eine Therapie gemacht, das alleine fühlt sich für Viele schon besser an: es kann jetzt besser werden: Hilfe ist nah.
Betrachten wir uns die Situation des Leidenden aber erst mal genauer, sitzt er gar nicht in der einen, negativ empfundenen Polarität fest. Ich würde schätzen - gleich, wie schlimm es sich anfühlt - es sind auf der Skala "nur" höchstens um die 80-90%:

1. Polaritäten-Skala einfach
Das klingt vielleicht für Viele unwahrscheinlich. Vor allem für Dich, wenn Du Dich fix und fertig fühlst, an der Wand stehend, am Ende.
Doch glaube mir, der "wirkliche Schrecken" wird vermieden, zur positiven linken Seite der Skala ist es nur noch weiter. So hält man sich im Leiden meist in einer Art unguten Balance und kann weder dauerhaft (oder gar nicht) nach links noch will man natürlich richtig nach rechts, in die totale Katastrophe. Denn da lauert sie (eigentlich auf beiden Seiten, aber dazu kommen wir noch... 😉 ).
Und, es wird noch besser, wie oben schon erklärt, ziehen wir uns durch den Widerstand, die Verdrängung, genau in die Situation, deren Bilder und Erleben wir innerlich aufgeladen haben, machen sie wieder real! Vertrackt, verzwickt, bescheiden! Aber eine rein energetische Geschichte.
Hier an der etwas nüchternen Skala kann man aber schön Einiges erklären, z.B. erst mal den Effekt von unterschiedlichen Methoden, mit denen wir - oder manche von uns - etwas an dieser Leidenssituation ändern wollen. Einige Beispiele sind:
Positives Denken, schöne Erfahrungen in spirituellen und therapeutischen Workshops, der Natur, im Sport, mit anderen Menschen, einige Selbsthilfeübungen und Meditationen über lichtvolle und friedliche Momente oder Hilfe von außen bei Heilerinnen oder einfachen Clearings etc., Methoden zur reinen Symptomverbesserung, Trennung vom üblen Partner, ein schöner Urlaub, gute Musik.
Sie alle können uns auf jeden Fall stützen, uns über dunkle Momente oder Phasen retten und unsere innere Situation, unsere Stimmung, zumindest kurzzeitig verbessern. Sie ziehen uns hier auf der Skala nach links. Das kann jeder selbst bestätigen, die meisten werden hoffentlich diese Erfahrung gemacht haben. Wie lange wir dort bleiben, ist von unzähligen Faktoren abhängig.
Tangiert mich der schlecht gelaunte Kollege, der mir jeden Tag gegenüber sitzt, nach einem Yogawochenende mit einer tollen Gruppe gar nicht mehr? Oder lasse ich mich nach ein paar Tagen doch wieder in den Alltag zurückziehen und seine Stimmung färbt wieder ab, nervt er mich wieder wie vorher und ich rutsche wieder auf die altbekannte Position auf meiner Skala?
Die obigen Beispiele sind zumeist von außen angestoßene Veränderungen, bei denen wir etwas an uns machen lassen und etwas tun, was uns gut tut, z.B. ein Wechsel in der Umgebung, dem Umfeld, wir setzen uns schönen Dingen aus.
Wenn solche Verschiebungen auf Deiner Stimmungsskala die Kraft haben, grundlegend etwas an Deinen Glaubenssätzen, Resonanzen und Deiner Stimmung zu verändern, können solche Erlebnisse nachhaltig sein. Das ist jedoch nicht so einfach und auch nicht so häufig, denn - wie oben erklärt - die "im negativen" wichtigsten Erfahrungen sind die tiefsitzenden, traumatischen, unbewussten - und damit die, die nicht einfach durch "korrigierende", schöne Erfahrungen geheilt werden können. Das erklärt die später oft erfolgenden "Rückfälle" (oder wie hieß es in der legendären SF-Kultserie "Raumpatrouille Orion": den "Rücksturz zur Erde" 😉 ).
Schauen wir uns daher erst einmal den rechten Pol genauer an, da sitzt das "absolut Üble", der worst case (der schlimmste Fall), das Trauma:
Das Charakteristische am Trauma ist:
Wir alle haben wahrscheinlich an einem unangenehmen gewaltsamen Ende (oder in einem anderen Trauma inmitten eines Lebens)) irgendeines früheren Lebens gedacht: "Jetzt ist alles aus". Schock. Und Nicht-Wissen-Wollen, Verdrängung - schon im selben Moment. Wir wurden dann nur wenige Momente später, nach dem damaligen Tod, Lügen gestraft, weil wir, unsere Seele, ja weitergelebt hat. Aber die Situation hat sich trotzdem eingebrannt und sich nicht so einfach "korrigiert". Passiert ist passiert! Die Verdrängung und die Widerstandsenergie saßen in genau dem Moment und seitdem sitzt sie da weiterhin, über Jahrhunderte stabil und eingekapselt.
Das ist ein Charakteristikum für Traumata, die Erfahrung ist eingefroren und wird nicht durch andere, spätere Erfahrungen korrigiert! (Das Eingekapselte kann man sogar in Aufnahmen vom Gehirn nachweisen.)
Fest eingekapselt, bis da hin, wo Bewusstsein hinein kommt. (...meist in einer Rückführungssitzung, aber das nur nebenbei... 😉 ) Aber obwohl - oder besser: weil - es da im Untergrund ist, bleibt es leider nicht ohne Auswirkungen: die Energie auf das Verdrängte, durch den Widerstand darauf, erzeugt, wie schon erwähnt, eine Anziehung der Inhalte des Traumas. Gleichzeitig bleibt der Widerstand dagegen. Daher kommt es eben zu dem Vermeiden der Umstände, die zum Trauma geführt haben und die im Trauma eine Rolle gespielt haben; zu Abspaltungen von Fähigkeiten; zu haltbaren blockierenden Glaubenssätzen und vielem Blockierenden mehr.
Apropos Rückführungstherapie: Hier gehen wir den Weg gefühlt nach unten: Hinein in den dicksten und dunkelsten Schlamassel, im Schutz einer vertrauensvollen Begleitung noch die 20% nach rechts auf der Skala gehen, um das, was da sitzt, richtig zu spüren, bewusst zu machen. Um durch das Annehmen dessen, was da abgespeichert ist, zu heilen. Und um dann harmonisch und natürlich wieder aufzusteigen - nicht in einer Flucht vor dem Dunkel, dem Urlaub mit der zwangsweisen Rückkehr, sondern angstfrei, weil durch das Annehmen keine Angst mehr vor dieser abgespeicherten Katastrophe zu sein braucht - eine Entladung und Neutralisierung der vorher schrecklichen und verdrängten Situation. Damit hat sie keine Auswirkungen mehr auf uns.
So, jetzt ist klarer, dass das übelste Übel ganz rechts auf der Skala lauert, noch weiter rechts als unser Zustand im Leiden, weil da rechts außen noch diese größere Katastrophe unbewusst abgespeichert ist. Leider steuern wir aber darauf zu (Resonanz) und kommen ihr immer näher - das Leiden wächst und auch der Widerstand dagegen (das Ganze, dieser innere Widerstreit, kostet viel Kraft, wie man sich vorstellen kann, daher nehmen auch Lebensenergie und Stimmung langsam ab).
Wir werden dem Zustand, in dem wir im Trauma waren und gegen den wir uns wehren, also immer ähnlicher, wandern also allmählich in Richtung rechtem Pol! Wenn es zum Beispiel "arm sterben, von allen verraten, von hinten erstochen" ist, das im Unbewussten aus einer Situation aus einem früheren Leben abgespeichert ist, können wir irgendwann im heutigen Leben Rückenschmerzen bekommen, verraten werden von Freunden, Geld und Job verlieren - genau das wird (vielleicht erst mal in Teilen) wahr, wovor wir die meiste (zumindest unbewusste) Angst hatten! Tragisch, aber ist so. (Etwas ausgearbeiteter findet Ihr das auch in dem kostenlosen E-Book "Der Ursprung der Probleme" auf der Schätze-Seite)

2. Polaritäten-Skala mit Lupe rechts
Also heißt die (Teil-)Lösung hier: den rechten Pol entladen, damit der Widerstand weggenommen wird und wir die Situation dadurch nicht mehr anziehen (oder andere zu bewundern oder zu bekriegen, die das repräsentieren...) - Und dieses Entladen findet ja genau in der Rückführungstherapie durch das Bewusstwerden und Durcharbeiten statt und befreit und damit von den dort gespeicherten Emotionen und Widerständen. Irgendwie logisch, gell? 😉
Und zwar: Der grüne Pfeil 2, die Anziehungskraft des Traumas! Es wird einerseits gespeist durch den Widerstand, der ja eben paradoxerweise anzieht. Aber es gibt auch etwas Anziehendes im Trauma, weil darin etwas steckt, das wir brauchen!! Ohne das fahren wir nur mit halber Kraft, oft auch orientierungslos, entwurzelt, halbiert - es fühlt sich jedenfalls nicht "ganz" an. Darauf kommen wir gleich, was das wohl sein könnte...
Jetzt kommt der "schöne Pol" dran, den wir uns genauer anschauen. Also links auf unserer Polaritäten-Skala liegt das Glück, die Freude, Leichtigkeit oder was immer Du Dir als andere Polarität zu Trauma, Schmerz, Ohnmacht etc. vorstellen kannst. Das ist der Pol, dem sich - wie oben schon ausgeführt - viele Methoden und Techniken widmen, weil es sich einfach besser anfühlt, sich nicht mit den "dunklen Seiten des Lebens" auf der rechten Seite der Skala zu beschäftigen - und diese Vorliebe gilt für TherapeutInnen wie Klient*innen gleichermaßen. Deshalb auch so beliebt. Aber meines Erachtens als Methode nicht ausreichend, um dauerhafter freizukommen.
Mit diesem Pol beschäftigt sich auch das "Wünschen"/"Reality Creation"/"Bestellungen beim Universum" (auch dazu habe ich natürlich schon ausführlicher was geschrieben): Das wahr werden lassen, was man sich wünscht, durch positiv emotional aufgeladene Vorstellungen. Nicht nur Widerstand, wie erwähnt, lädt nämlich Bilder und Erinnerungen auf, sondern alles emotional Aufgeladene wird angezogen. Klar, dem Bild ist es egal, WAS für eine Emotion es ist, die sie auflädt: Energie ist Energie. Ob der Strom aus einem Atom- oder Kohlekraftwerk kommt oder aus einer Windkraftanlage, ist der Glühbirne wurscht. Sie brennt unterschiedslos.
Es könnte sein, dass das, was Du willst, für Dich gar nicht vorgesehen ist. Dein Ich will es einfach nur - weil es sich gut anhört, weil andere es auch wollen, weil es cool wäre... Diesen Grund kann man kaum ausschließen, interessiert jetzt hier aber für unsere Ausführungen nicht. (Über das Thema "Non-Dualität" werde ich mal gesondert schreiben, das führt hier zu weit.)
Bleiben wir dabei: Du möchtest etwas, das liegt links auf der Skala.
Die einfachste Erklärung für das NichtHaben ist: Da ist Widerstand auf dem "Positiven". .....Knaller. .... Wie soll das sein? Glück ist doch sowas Schönes - oder Zweisamkeit - oder finanzielle Sicherheit - oder was immer Du Dir wünschst! Wie soll da neben Anziehung, EsHabenWollen auch eine Widerstandsenergie drauf sein? .......Tjahaaaaaa, das ist es, was ich meinte, das widerspricht dem eigenen Gefühl! Aber den Widerstand nicht zu spüren, heißt nicht, dass er nicht da ist. Das hier viel beschworene Unbewusste ist wieder mal an seinem unsichtbaren Werk. Nur oberflächlich gesehen oder gespürt ist das einfach nur toll, glücklich zu sein, eine Liebesbeziehung zu haben, in Sicherheit zu leben. (Boah! höre ich Dich denken...)
Doch es ist nicht einfach eine wildpferdige Annahme oder billige Unterstellung zum Klientenködern. Denn ganz nüchtern: der Effekt zeigt ganz einfach, ob das stimmt oder nicht. Und wenn Du den Zustand nicht "hast", das Ziel nicht erreicht, der Wunsch nicht erfüllt, dann ist da Widerstand, der größer ist als die Anziehung.
Gute Frage, keine Ahnung! Kenne ich Dein Unbewusstes? Du kannst es erfahren - nämlich in der Therapie! (ok, doch Ködern... 🙂 )
Also kann ich das hier nur allgemein beantworten. Die eine wunderbare Möglichkeit, sich das Glück (setze dafür irgendeinen Wunschzustand von Dir ein) zu verbieten und zu sabotieren, ist die stärkste Gegenkraft, immer unschlagbar:
1. MANGELNDE EIGENLIEBE. SELBSTABLEHNUNG. "Ich habe es nicht verdient", "Ich genüge nicht", "Für Gutes muss ich immer irgendwas tun, was ich nicht will", "Ich schaffe es sowieso nicht"... das sind beliebte Glaubenssätze vor allem aus der Kindheit, aber auch aus der weiter zurück liegenden Vergangenheit, verallgemeinerte Wahrheiten aus traumatischen Situationen (also aus der rechten Polarität kommend).
Sogar die Selbstablehnung ist manchmal unbewusst: Eine Aussage wie "Eigentlich mag ich mich"... ist oft ganz tief drinnen nicht mehr so tragfähig. In Schuldgefühlen, im "übertriebenen" Helfen, im Vermeiden von Nähe kann sich diese ablehnende Haltung aber zeigen.
2. Die andere Möglichkeit ist, dass Glück (Stärke, Reichtum, Erfolg oder xyz) traumatisch aufgeladen ist. Das kann folgendermaßen passiert sein, ganz "einfach": Du warst einmal in diesem "positiven" Zustand und dann ist (dadurch oder einfach zeitlich verknüpft als simple Konditionierung) etwas Traumatisches geschehen. Und damit ist das Gute mit dem Schlechten gekoppelt: "Wenn ich glücklich bin, passiert was Schlimmes.", "Wenn ich stark oder mächtig bin, nutze ich das aus und schade jemandem.", "Wenn ich mit jemandem zusammen bin, verrät er mich.", "Wenn ich Nähe zulasse, stirbt der andere."
Das sind starke Verknüpfungen, die sicher (wenn man sie dann in der Therapie herausgefunden hat), sehr verständlich das Schöne und Gute oder Starke verhindern lassen. Finger weg davon! heißt es dann.
So sind der linke und der rechte Pol verbunden - "Trauma & Glück" nennen wir es mal - und hemmen sich gegenseitig - und Du hängst unglücklich leidend dazwischen.
Fatal - aber ja nicht hoffnungslos.

3. Polaritäten-Skala mit Lupe links
Jetzt ist auch sicher deutlich: Die Zeit vor dem Trauma, in der noch "alles in Ordnung war", ein "guter Zustand" herrschte, ist durch das Trauma (rechter Pol) überdeckt, bleibt aber als Wunsch bestehen ("ich will aber auch wieder stark sein, wenn nicht zyx passiert wäre...", "ich will wieder eine Liebesbeziehung, wenn nicht zyx..."). Das war auch mit dem "Anziehenden im Trauma" vorhin schon erwähnt.
Die Fähigkeiten, oder sogenannten positiven Zustände und Emotionen werden in der Therapie natürlich durch das Aufrollen der gesamten vergangenen Situation wiederbelebt, weil wir ja auch in die Zeit vor dem Trauma gehen. Dort wird auch das Unbelastete wiederbelebt und reaktiviert und durch das Durcharbeiten vom (Unter-)Drückenden des Traumas befreit. Und damit auch vom Widerstand gegen das, was Du heute noch brauchst und möchtest, aber damals verloren hast, erlöst. Es kann wieder aufleben! DU kannst wieder aufleben! (OK, streng genommen ist das ultimativ Starke oder Angenehme nicht IMMER im gleichen Leben vor dem Trauma zu finden, manchmal auch in anderen Leben, trotzdem gilt das Gesagte.)
Und Du siehst dann auch dadurch, was da eigentlich damals schiefgelaufen ist, was Dich ins Trauma geführt hat und wie Du das im Jetzt möglicherweise verhindern kannst. (Man kann natürlich nicht alles Leid verhindern, aber stärker werden, um es verarbeiten zu können und nicht zu verdrängen.)
Klasse, was? 🙂
YIN und YANG!! YING UND YAN!!
- da ist es endlich nach den ganzen ermüdenden Ausführungen klarer! Das polare Pärchen!
Apropos klarer:
.... kennst Du Tarotkarten? Da gibt es Auslagen, in denen Positionen, auf die die Karten gelegt werden, eine definierte Bedeutung zugewiesen ist. Da gibt es - zum Beispiel im sog. Keltischen Kreuz, wohl einem der ältesten und bekanntesten Auslegesysteme - die Position für EINE Karte: "Hoffnungen und Ängste".
Also: Da wo die Hoffnung ist, ist auch die Angst und umgekehrt. Diese Karte liegt direkt vor bzw. unter der Karte auf Position 10 "Ergebnis"!
Das hat was. Und wird jetzt noch verständlicher sein.
Außerdem wirst Du jetzt die buddhistische Kontemplations-Übung sicher besser verstehen (nein, das ist noch nicht die versprochene Übung, aber auch gut, mal darüber zu sinnieren!):
Das Gute im Guten Das Schlechte im Guten Das Gute im Schlechten Das Schlechte im Schlechten
Die Buddhisten haben es also auch ganz gut drauf.

Diese verschiedenen Kräfte/Bewertungen in dieser Übung sind die Pfeile in unserer Polaritäts-Skala:

4. Polaritäten-Skala komplett
...und da wird schon an dieser Übersicht der Kräfte klar, wie ungut sich das da anfühlt im Problemzustand: wie viel Zerrissenheit und K(r)ampf da bewusst und unbewusst stattfindet, wie energieraubend das ist, hilflos mittendrin aufgehängt... Im Widerstreit gegen den aktuellen (Problem-)Zustand (nicht mal eingezeichnet!), den worst case rechts abwehrend und etwas darin aber auch zurückhaben wollen und den Wunschzustand erreichen wollen, aber auch gleichzeitig nicht... ohje... da kann einem schon die Puste ausgehen...
Aber, wie gesagt, der Königsweg da heraus ist meines Erachtens: die Rückführungstherapie.
Ihr Vorgehen stimmt genau mit den hier dargestellten Erfordernissen aufgrund der Hintergründe überein:
Sie entlädt sowohl das Trauma (extrem rechts auf der Skala) als auch den Wunschzustand (links auf der Skala) und macht dadurch den jetzt noch festgefahrenen Zustand dazwischen frei und beweglich, wie es eigentlich sein soll! (Es geht (nie) um dauernde Glückseligkeit (aber auch nicht um dauerndes Leiden...!).)
Welche Methode bietet das an? Eine Methode, die Bewusstsein und Annehmen in die (zuvor unbewussten) Situationen bringt und das in BEIDE POLE? Körperlich, emotional, mental?
Ich kenne keine.
(Und mit dem eben Gesagten erschöpft sich das Potential dieser Therapie noch nicht, aber ich will jetzt nicht schwärmen, der Text ist jetzt schon wieder so lang geworden...)
Mit den Übungen im zweiten Teil wird es dann praktisch werden. Und dann kommt die versprochene Arbeit auf Dich zu.
Bis dahin könntest Du die erwähnte buddhistische Übung mal versuchen und Dir überhaupt diesen Text noch weiter durch den Kopf gehen lassen...
Wie immer herzlichst!
Dein Ulf Parczyk
Im Text empfohlene Artikel:
Sechs gute Tipps von Sankt Nimmerlein - Vom Aufschieben des besseren Lebens
Nicht so, wie ich wollte - Lebensvermieser Enttäuschung.
Artikel zum Widerstand gibt es hier
Das kostenlose E-Book "Der Ursprung der Probleme" auf der Schätze-Seite
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Photos: YinYang-Feuer&Wasser von Comfreak, pixabay: pixabay.com/de/ yin-und-yang-feuer-wasser-hand-1947878/, CC0 / Mann in Sessel von Nik Shuliahin on Unsplash / YinYang-Puzzle von geralt, pixabay: pixabay.com/de/ puzzle-yin-yang-esoterik-210795/ , CC0 / YinYangKaffee von Worthy of Elegance, unsplash, CC0 / Polaritäten-Darstellung von Ulf Parczyk, praesenz-web.de; Smileys in der Skala von BilliTheCat auf pixabay: pixabay.com/de/ users/billithecat-7996303/, lachender Buddha "SAM_1706" by DamienStarkPics is licensed under CC BY 2.0; Keltisches Kreuz-Darstellung von www.tarotonline.de [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons, vom Autor verändert (Pfeil) und Hinzufügen von Tarotkarten von Daniel Albany from Pixabay: pixabay.com/users/AlbanyColley-6298107/ ?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral &utm_campaign=image&utm_content=272822
Wir haben bis jetzt zwei Umstände ausgemacht, die verantworltich sind, vom eigenen Weg abzukommen, das Innere nicht nach außen zu bringen und uns dann eher anzupassen: Die gefühlte (kindliche) Abhängigkeit vom Außen (Teil A) und abgespaltene Anteile (Teil B) waren die Themen bis jetzt, die Nein-Sagen so schwer machen können. Es gibt aber
(hört das denn gar nicht auf mit den Widerständen??):
Dich - vielleicht auch noch gegen den Willen eines anderen - selbst verwirklichen, frei sein, machen was Du willst, Dich leicht fühlen, Freude erleben?!!?
Ja, wo kämen wir denn da hin?
Vielleicht ins Glück!.... ohje, das wäre ja SCHRECKLICH!!! Nee, nee. Mach mal langsam! Die anderen... ja, die dürfen... aber ICH hab´ das doch nicht verdient!
Du willst Dich dann als "armes, ungenügendes Mangelwesen" anderen anbieten und ihnen wenigstens genügen, durch Selbst-Aufgabe, Brav-Sein, bei der Stange-Bleiben.
Hast Du das, was Du eigentlich möchtest, WIRKLICH nicht verdient?
Oder vielleicht doch?
Frag Dich das doch auch mal:
ODER VIELLEICHT DOCH?
(Wenn Du Teil A ernsthaft bearbeitet hast, bist Du vielleicht schon etwas näher am JA auf diese Frage, weil Du die hilflosen und abhängigen Teile etwas mehr in Deine liebevollen Arme genommen hast, und lies auch die Artikel Leuchtturm der Liebe und Verfolgungsjagd nach Liebe)
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Der andere Kandidat, der - in sehr naher Verbindung mit dem BESCHEIDENEN! - auch eine große Rolle spielen kann:
Dieser Teil muss einerseits alte Schuld abtragen (meist aus früheren Leben) und noch etwas erfüllen, was er früher nicht erfüllt hat - oder gutmachen, was er jemandem angetan hat. Manchmal direkt an der Person, um die es früher auch ging. Manchmal aber auch generell Menschen gegenüber (daher auch die Muster über verschiedene Beziehungen hinweg).
Da ist es schwer, loszukommen oder Nein zu sagen, wenn man sich sowieso schon schuldig fühlt. Noch schuldiger, wenn man nicht tut, was der andere will. Verlassen geht schon gar nicht. Runterschlucken. Weitermachen. Eine sehr beengende Geschichte, solche Beziehungen: Unfrei, beklemmend, kontrolliert. Manchmal sogar krankmachend. Und oft meilenweit weg von dem, was man sich für sein Leben und eine Beziehung gewünscht hat - Träume, die irgendwann weit unten im Dunkel versunken sind, doch noch leise aus der Tiefe rufen...
Da ist oft dieses schlechte Gewissen, den anderen im Stich zu lassen. Hier Nein zu sagen, ist dann natürlich schwer. Nicht helfen unmöglich! Das in Beziehungen, in denen Helfen-Wollen im Vordergrund steht. Was nicht selten ist in Beziehungen.
Immer für den anderen da sein wollen durch Selbstaufgabe, den oder die anderen in Deinen Mittelpunkt stellen. Im Extrem kann es bedeuten, den eigenen Fokus immer auf den anderen zu haben, gepaart mit diesen fiesen chronischen Schuldgefühlen. Und dann sich selbst und die eigenen Bedürfnisse gar nicht mehr zu spüren. Da muss man ja nicht mal mehr Nein sagen... Der eigene Wille ist ja mit dem des anderen verschmolzen (ähnlich der in Teil B erwähnten Symbiose).
Du kannst Dich nicht von (aus Deiner Sicht) Hilfsbedürftigen ohne Schuldgefühl abgrenzen, mal nicht auf sie eingehen oder Dich gar von ihnen trennen:
Der arme Ehemann, wie soll der ohne Dich in der Welt zurecht kommen?
Die oben erwähnte Freundin, die steckt doch so in Depressionen, da steckst Du schon mal zurück,
Deine kranke Mutter braucht Dich doch unbedingt, ist doch kein anderer da etc etc.
Wie schon reichlich erwähnt, verkörpert auch im Schuldgefühl der Andere natürlich die eigenen Anteile, die man selbst in sich hat und dann auch völlig im Stich lassen würde. Die Anteile, die wissen, wie es sich anfühlt, sich unbeschützt, ungeborgen, alleine, verlassen zu fühlen. Da scheint ein NEIN unmöglich - ohne Schuldgefühle gar nicht.
Verantwortung und Schuldgefühle und wenig Eigenliebe spielen bei Schwierigkeiten beim authentischen Abgrenzen also auch eine große Rolle. Das alles macht standhafte Knie nicht so grün, aber so wabbelig wie Waldmeisterwackelpudding. Stimme ist weg, Hals ist zu. Es rumort im Bauch. Der eigene Wille verschwunden. Adieu...
Du denkst "Ich will das so nicht!", aber ein Teil von Dir fühlt sich dabei mies, mit schlechtem Gewissen, gibt oft die Unabhängigkeit dann lieber vorher auf und lässt sich von dem anderen kontrollieren.
So kann man auch sagen, dass das schlechte Gewissen gegenüber dem anderen am Ende das schlechte Gewissen diesen eigenen Anteilen in Dir darstellt! Und das Im-Stich-Lassen eigentlich ein Sich-Selbst-Im-Stich-Lassen wäre... HUI!
Konsequent-Sein ist dann ein Wunder. Immer mal wieder Aufbäumen, das bleibt vielleicht noch.
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Nun mal sauber jungfraumäßig zusammengefaßt:
1 - Aus verschiedenen Gründen, Deinen Erfahrungen mit Deinem Umfeld (Strafe, Zwecklosigkeit) und in Deiner Vorvergangenheit (Schuldgefühle, Angst), lehnst Du bestimmte Eigenschaften oder Emotionen von Dir ab, schiebst sie weg, willst sie ausklammern (Hilflosigkeit, Leichtigkeit, Ohnmacht, Freude etc): NEIN
2 - Die Folge ist: Weniger Eigenliebe, da Teile von Dir abgelehnt werden: Mangel: So, wie Du bist, bist Du nicht gut. (Sagst Du vor allem dann selbst zu Dir, nach 1.)
3 - Suche nach Bestätigung von außen. Die anderen sollen das wettmachen, was Du an Liebe nicht für Dich aufbringst (s. Teil A). Hinterherlaufen hinter der Liebe...könnte ja irgendwann kommen...oder willst das bisschen nicht verlieren...Mund halten....
4 - Deine ungeliebten, abgespaltenen Anteile wollen wieder zurück zu Dir, gesehen werden, da sie ja zu Dir gehören! Außerdem liegt da viel (Widerstands-/Ablehnungs-)Energie darauf, d.h. unbewusste Aufmerksamkeit. Sie sind wichtig für Dich, auch wenn sie nicht beliebt sind. Du hast Angst davor, dass sie erscheinen.
5 - Sie erscheinen daher (durch Deine Aufmerksamkeitsenergie aufgeladen) in der Umwelt: Im Partner, in Freunden, KollegInnen etc. Je abgespaltener, umso vehementer. Du ziehst mit der Widerstandsenergie genau die Menschen und Situationen in Dein Leben, die mit diesen Anteilen verbunden sind, sie quasi verkörpern.
6 - In Beziehungen: Konflikte und Mangel, oft: Helfen-Wollen (oder eher: "-Müssen"?), Zurücknehmen, Mitmachen, Weitermachen....
7 - Oft auch Schuldgefühle, sich dann abzugrenzen, nein zu sagen oder den Partner zu verlassen: Er ist ja auch so ein armes Mangelwesen (s. 2., Spiegel - Mitleid)! Und tief drinnen weißt Du: Du würdest durch Verlassen oder Nein-Sagen auch Deine inneren Anteile, die Du im Anderen siehst, auch wegstoßen (eigentlich: nochmal! s. 1.) und Du weißt ja genau, wie sich das anfühlt!
Das alles bindet wie Superkleber, hält Dich fest in Bezügen, die Dir "eigentlich" nicht gut tun. Oder läßt Dich nichts in den Beziehungen verändern vor lauter Angst vor Ablehnung und Verlusten.
Wenn Du Dich aber hier z.B. wieder mit den hilflosen, bedürftigen und sonstigen abgespaltenen, verleugneten Teilen (in beiden ersten Teilen dieses Blogartikels angesprochen) in Dir verbindest und sie annimmst, die jetzt noch die anderen für Dich verkörpern "dürfen", hat das vielfältige Auswirkungen:
Du erhöhst einerseits Deine Eigenliebe (ja, Du darfst Dich auch lieben, wenn Du hilflos bist!), dann senkt sich auch Dein Schuldgefühl gegenüber den Anderen und Du wirst freier, weil Du Deine eigenen Teile in Dir nicht mehr verlässt und verleugnest und dann nicht mehr im Außen anziehst. Die Verantwortung für das Leben der anderen kann von Deinen Schultern weichen. Leichtigkeit kann kommen - Freude! WOW!
Bewusstheitsarbeit wie diese Fragen hier in Teil A & B in Dir arbeiten zu lassen, wird schon einiges bringen. Tiefere Schuldgefühle sind jedoch zugegebenermaßen ein eher hartnäckiges Thema für jede Selbsthilfe, weil die Gründe dafür nicht bewusst sind. Vieles kann man durch die Wiedervereinigung mit den Anteilen, die Dir der andere zeigt, bewirken, aber manchmal nicht alles.
Dafür .... bin ich ja dann da... 🙂 Bei größeren Widerständen kannst Du mich also gerne für die Rückführungsarbeit in Anspruch nehmen: zum Wiedererlangen der eigenen Stärke, der größeren Eigenliebe durch Annehmen der Anteile, die ja nicht ohne Grund irgendwann (meist in früheren Leben) einmal von Dir abgespalten wurden, für die Ursachen der Schuldgefühle und dann die so wichtige Selbst-Vergebung - und damit eine größere Freiheit für Dich, ein Mehr-Du-Selbst-Sein, ein Mehr-In-Dir-Zu-Hause-Fühlen, größere Stärke.
So, das letzte war der Werbeblock. 🙂
Ich freue mich, wie immer, Dich dabei zu unterstützen. Dafür bin ich da. <3
Allerherzlichst, wie immer
Dein
Ulf Parczyk
Und: teilt das wie die Weltmeister 🙂 ..geht hier weiter unten auf der Seite ...oder auf Facebook...
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Photo: Ältere Dame von Alex Harvey, Unsplash
Nein-Sagen für Fortgeschrittene, daher gleich was zum Nachsinnen:
Jedes NEIN nach draußen kann ein NEIN nach innen zu Dir sein.
Jedes JA nach außen kann ein JA nach innen sein.
Ein NEIN nach draußen kann ein JA nach innen sein.
Ein JA nach draußen kann ein NEIN nach innen sein.
*********
Wow, das ist komplizierter Tobak! Aber das ist ja für Fortgeschrittene, wie alles hier in diesem Blog. Am Ende, nach Lesen von Teil A und B des Artikels hier, wird's klar. (Hoffentlich 😉 )
Abgrenzung bedeutet in unserem Zusammenhang, im umgangssprachlichen Gebrauch, dieses NEIN, das uns hier beschäftigen wird:
"Nein, das bin ich nicht/ist nicht mein Problem"
oder
"Nein, das möchte ich nicht/mache ich nicht mit".
Ich behaupte mich damit als Einzelwesen und setze mich von den bewussten oder unbewussten Ansprüchen des Gegenübers ab, und folge nicht allem, was der andere will oder braucht (oder was ich meine, was er will oder braucht). Das, was andere an mich herantragen und für das ich dann meine, Verantwortung übernehmen zu müssen...
Abgrenzung möchte ermöglichen, dass ich "mein eigenes Ding mache" - unabhängig von den Anforderungen der Anderen, ohne zu große Anpassung an andere.
Ich bin nicht der andere, ich habe einen eigenen Willen, eigene Bedürfnisse, gehe meinen eigenen Weg.
Bei dem Thema Abgrenzung von anderen ist man sehr schnell bei klassischen psychologischen Erläuterungen über die frühkindliche Mutter-Kind-Symbiose (heißt: es existiert keine fühlbar klare Unterscheidung zwischen den Ichs der Mutter und des Ungeborenen bzw. des Babys). Und natürlich auch bei der existentiellen und emotionalen Abhängigkeit des Kindes von der Umgebung in der späteren Zeit.
Als Rückführungstherapeut sehe ich den ersten Punkt etwas anders (aber das wäre ein Extraartikel für sich), aber der zweite Teil, die enorme Abhängigkeit des Kindes, ist eine Gegebenheit der menschlichen Entwicklung. Können wir als kleine, gerade geborene Menschen doch nach dem Ausstieg aus der Mutter nicht gleich aufstehen, ´rumrennen und uns selbst im nächsten Laden Milchflaschen kaufen gehen. Oder selbstbewusst auf die Meinung der großen Erwachsenen da oben über uns souverän und hocherhobenen Hauptes schei... ups, sorry... verzichten können.
Doch wir sind Seelen in erst mal hilflosen Säugetierkörpern, die sowohl Zuwendung als auch Nahrung erst mal von den Großen präsentiert bekommen müssen. Das hat natürlich auch was.
Denn es kann hier viel Schönes erlebt werden (Ja, Herr Therapeut, es gibt nicht immer nur Schreckliches!!! 😉 ) in Form von einer tragenden liebevollen Hände, die Schutz, Liebe, Wärme, Nähe, Bestätigt-Werden, Unterstützung, schöne Sättigung geben.
Aber auch (ja, dann wohl doch, Herr Therapeut... 🙁 ) uns in der Not auch in viele emotionale Verwicklungen stürzen können: emotional anstrengende und uns verbiegende Tauschgeschäfte beim Geben und Nehmen, Sich-Aufgeben- oder Sich-Durchsetzen-Müssen, Bindungs- und Verlustängste, Hilflosigkeit, Kälte, Zuwenig-Bekommen etc.
Aus der Angst, das eben erwähnte Lebensnotwendige, Schöne nicht zu bekommen oder zu verlieren, tun wir viel.
Über Teil A dieses Blogartikels und die dort gestellten Fragen (nochmal sehr zu empfehlen, bevor Du weiterliest) kommst Du wahrscheinlich an altbekannte Gefühle auch aus diesen Phasen: Abgrenzung im Sinne von Nein-Sagen z.B., ist dann eine Befreiung von den alten Fesseln der einstmals kindlichen existentiellen Abhängigkeiten. Nicht mehr brav alles erfüllen, was vom Außen gefordert wird, nicht mehr alles passiv hinnehmen. Ich bin ich und habe einen eigenen Willen. Ich stehe zu mir und meinen Bedürfnissen, äußere sie und versuche sie umzusetzen, zu erfüllen.
Sehr gut bis dahin, aber es geht noch tiefer! Wie das? Einfach, da diese Lebensphase ja nicht der Anfang des Lebens unserer Seele ist.
Daher wollen, ja müssen (szenedeutsch: dürfen 🙂 ) wir hier also noch weiter gehen. Komm mit, wenn Du möchtest und wir gehen das mal zusammen noch anders an und stellen erst mal Fragen in den Raum:
1. Ich kann mich schon abgrenzen, aber bin ich damit wirklich erfolgreich? Oder muss ich mich immer wieder abgrenzen?
2. Was ist das überhaupt, wovon ich mich abgrenzen möchte?
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Vorweg mal ganz weise gesprochen:
Aus spiritueller Sicht ist Abgrenzung sowieso eine Illusion. Eine künstliche Trennung von Ich und Welt, die man dann bewusst noch weiter treibt.
Das wollte ich hier an dieser Stelle mal gesagt haben. 🙂
Hat aber auch - denn es ist gar nicht so weltfern, wie es klingt - schon mit dem Geheimnis Deiner drei Finger zu tun. Aber später davon mehr.
Klar, wirst Du vielleicht spontan mit Recht sagen:
Wieder superspirituell, aber ich muss mich doch wohl von Schädlichem, Zerstörerischem, z.B. in Beziehungen, abtrennen dürfen, nein sagen dürfen, schützen dürfen, um mich nicht noch mehr Üblem auszusetzen, mich weiter aufzugeben, noch mehr Energie zu verlieren!? Um damit mich, meine Selbstachtung oder gar mein körperliches Wohl (vielleicht nach Jahren Schmach, Unbill, Mangel und/oder sogar Gewalt) zu retten?!
Endlich mich nicht mehr demütigen, schlagen, beleidigen, ausnutzen, übersehen, ignorieren zu lassen.
Schluss! Aus!
Okay. Klar. Das kann ein Riesenschritt und eine Wahnsinnsbefreiung sein, eine selbstschädigende innere Haltung (und damit auch solche Beziehungen) zu beenden. Das steht komplett außer Frage. Bitte nicht falsch verstehen!
UND DOCH - fortgeschritten wie wir sind 🙂 - es gibt eine noch etwas differenziertere Sichtweise, die dann auch zu einem unterschiedlichen Vorgehen führen kann und nicht nur theoretisch interessant ist. Und auf Dauer erfolgreicher sein wird als bloßes Training. Und Dich vor allem "ganzer" machen wird.
Denn einfache Schnellrezepte klingen immer gut, reichen aber manchmal (und häufiger als erwünscht) nicht aus.
Wichtig finde ich, dass wir in unserem Leben - Notrettungsmaßnahmen ausgenommen - Wege für etwas nachhaltigere Lösungen finden. Und nicht in einem Monat wieder in einer hoffnungsvollen Beziehung mit einem Partner/Partnerin stecken, die bald aber wieder die gleichen Probleme hervorbringt, von der wir uns dann wieder "erfolgreich abgrenzen" müssen. Oder weil derselbe Partner einfach, verdammt noch mal! nicht hören und begreifen will.
Denn da höre ich dann in der Ferne den Sisyphos-Stein den Berg wieder von oben 'runterscheppern.
Abgrenzung ist meist nur dann nötig, wenn ich das, was ich von mir abgrenzen möchte, immer noch anziehe; seien es Situationen oder Menschen. Sonst käme ich gar nicht mehr in deren Dunstkreis. Die berühmte Resonanz. Ich ziehe ja nicht irgendwas oder irgendwen in meine Welt. Sondern ganz Bestimmtes, das nach der Resonanz mit Teilen von meinem Innenleben übereinstimmen muss (oder "darf"? 😉 )
Oh weh. Ich sitze direkt mit im selben Boot - mit genau dem, womit ich nichts zu tun haben möchte!
Wenn ich mich erfolgreich abgegrenzt habe und das Thema in mir gelöst habe, muss ich mich meist nur noch einmal abgrenzen:
nämlich in der Zwischenphase, wenn ich in mir eine Veränderung gemacht habe und noch einmal (oft reicht das) das Altbekannte anziehe, von dem ich mich abgrenzen wollte. Nochmal ein Test, sozusagen. Die Befreiung.
Also Du kannst ganz einfach an den Ergebnissen ablesen: Ist die Abgrenzung geglückt oder nicht? Oder bleibt es eher ein Dauerkampf mit vielen Runden, wobei sich der Andere da drüben gar nicht so einfach abgrenzen läßt! Oder immer wieder ein ähnlicher "Anderer" auftaucht? Und es fühlt sich dabei auch gar nicht so frei an, wie es eigentlich sollte?
Die gelungene Abgrenzung kann man als Test oder ein Sich-und-der-Welt-zeigen-dass-es-geht sehen (kommt auch öfter nach Therapiesitzungen vor - sozusagen als "Realitätsüberprüfung") oder einfach als Teil des Loslassens der Energiereste des Alten - eine Art Trennungsritual. Oder beides, wenn es überhaupt zwei verschiedene Sachen sind.
Später dürfte Abgrenzung dann aber SELTEN MEHR NÖTIG sein, weil keine Resonanz mehr greifen sollte, die ja Abgrenzung überhaupt nötig oder problematisch macht.
...Das ist also der Erfolgstest, ob man mit dem Thema durch ist, von dem man sich abgrenzen möchte - oder eben nicht: Werde ich zu einem Dauerabgrenzer oder "schickt es dann auch mal"?
Wenn es nicht "schickt", es nicht dauerhaft (ok, hin und wieder muss es vielleicht noch mal sein) geschnackelt hat, was dann…?
Zum Beispiel:
Fremdenergien kommen jede Nacht und Du versuchst vehement-verzweifelt, sie mit einem inneren "Weg hier!"-Ruf loszuwerden (-> sie bleiben einfach - oder kommen bald wieder zurück);
Dein Partner bleibt stur, stoisch gradeaus blickend, ungerührt ob Deiner langen Ausführungen am Küchentisch über seine ewige emotionale Stummheit und dass Du das nicht mehr mitmachst (-> nächste Woche dann die Neuauflage dieser Diskussion);
Deine Freundin kaut Dir wieder stundenlang Dein heißes Telefon-Ohr ab, obwohl Du doch schon mal gesagt hast, dass Du nicht immer zuhö… (-> nachher wirst Du sie Energievampir nennen und übermorgen will sie unbedingt nochmal mit Dir telefonieren, wie ihr 524. Beziehungsdrama weiterging…);
Dir reicht's endgültig und Du machst mit Deinem Partner Schluß: Totalabgrenzung! Am besten gar kein Partner mehr. Aus die Maus. (-> aber kommt Dir dieser Ablauf nicht irgendwie bekannt vor? Das war doch nicht der erste, der….).
Wenn das Nein-Sagen nicht fruchtet und nicht zur Erfüllung Deiner Wünsche und Ziele führt, egal, wie laut und oft Du das NEIN äußerst, so ist bei Dir sehr wahrscheinlich nur ein WUNSCH NACH ABGRENZUNG vorhanden, die unbewusste Resonanz (=Anziehung) aber doch viel stärker.
Dann findet eigentlich gar keine Abgrenzung statt. Ich ziehe ja immer noch das Unerwünschte in mein Leben. In diesem Fall kann der bewusste Wunsch dann auch nichts ausrichten. So laut man auch brüllt, so sehr man Dellen in Jens (=nur der Ikea-Tisch!) schlägt.
Ja, Du kannst Dich dann vielleicht schon mal verbal "abgrenzen" (Du bemühst Dich auf jeden Fall wacker), ok. Aber es bleibt bei halbherzigen, erfolglosen Versuchen, auch wenn sie sich sehr "vollherzig" und mutig - für Dich zumindest - anfühlen mögen. Irgendwie kommst Du aber nicht an, nicht beim Gegenüber, nicht beim Universum. Zuwenig authentisch, zuwenig glaubwürdig. Als stehe jemand auf der Bremse. Auch wenn es Dir selbst vielleicht nicht so vorkommt. Die Dellen in Jens beeindrucken Dein Gegenüber irgendwie nicht. Mist.
Kleiner Exkurs Szenesprache: Ich höre öfter bewusste Menschen, die in einem Gespräch über ihre Beziehungen sehr explizit und vor allem auch öfter sagen müssen: "Das ist nicht meins, das ist seins…" Ein sehr beliebter Spruch in unserem Zusammenhang, klingt auch so schön säuberlich und als hätte man alles klar in der Hand.
Hier kann man bei allem wohlmeinenden Optimismus doch leider leicht skeptisch sein, ob das mit der Abgrenzung wirklich glückt oder eher oft noch der fromme Wunsch ist und daher wie eine Art hilflose Selbst-Bestärkung, Selbsthypnose, wirken soll…
Also, es klappt nicht so recht…. wieso und was dann?
(Über einen bestimmten Teil in Dir, der vielleicht gar keine Abgrenzung will, geht ja Teil A des Artikels)
"Wenn Du mit dem Finger auf andere zeigst, zeigen drei Deiner Finger auf Dich" heißt ja ein uralter Spruch. Abgrenzung ist ähnlich: Ich winke mit meinem Zeigefinger das Unerwünschte da draußen weg: " 'raus aus meinem Dunstkreis! Das bin ICH und dieser Dunst hier ist mir! Und ICH bestimme, was ich da drin haben will und was ich tue."
…tja, klingt gut. Was ist aber mit den blöden drei anderen Fingern?
Wenn es nicht glückt mit der Abgrenzung, bedeutet das:
Ich habe versucht, mich etwas gegenüber abzugrenzen, WAS ICH SELBER BIN - UND GLEICHZEITIG NICHT SEIN MÖCHTE.
Diese Tatsache kann schockierend sein, sind es doch genau die Sachen, von denen Du loskommen willst, die Du den anderen "zurückschieben" willst.
Abgrenzung ist dann Widerstand gegen etwas in Dir. In diesem Fall KANN sie gar nicht erfolgreich sein. Wie soll das auch gehen, es gehört ja zu Dir! (wenn auch ungeliebt, aber trotzdem).
Und wenn Abgrenzung demnach auch Widerstand ist, macht dieser das alles noch stärker und zieht genau das wieder in Dein Umfeld, wogegen er eigentlich gerichtet ist.
Das kann die "schöne Welt der Abgrenzung" sein.
Prost Mahlzeit.
Also, so auch die einfache Schlussfolgerung bezüglich erfolgreicher Abgrenzung:
Wenn Du Dich irgendwann mal erfolgreich und nachhaltig abgrenzen konntest, musst Du wohl vorher JA zu genau diesem in Dir gesagt und es integriert haben.
Vielleicht war es Dir gar nicht bewusst, aber es kann gar nicht anders sein.
In allen anderen - nicht dauerhaft erfolgreichen - Fällen bleibt es dann eine immer wiederkehrende Anstrengung. Und ein Kampf, der vielleicht Pyrrhussiege bringen, den Du auf Dauer aber nicht gewinnen kannst. Schon aus Energie(verlust)gründen nicht. Kämpfe zehren.
Die Frage ist also:
VON WAS GENAU IM ANDEREN / IN DER ANDEREN MÖCHTEST DU DICH EIGENTLICH ABGRENZEN?
Was nervt Dich so? Sein Egoismus? Seine Taubheit? Ihre Stummheit? Seine Gewalt? Ihr Egozentrismus? Seine Abwertungen? Ihre Distanz?
Die "schlechte" Nachricht:
Das hast du alles auch in Dir: Einen egoistischen oder tauben oder hilflosen oder einsamen oder stummen oder gewaltsamen oder egozentrischen oder Dich-abwertenden Teil.
Der Andere hat ihn für Dich gespielt, weil Du diesen Teil nicht annehmen wolltest. Glatt in Dein Leben gezogen hast durch Dein Nein Dir selbst gegenüber. Fatal.
Du kannst das Ganze ja selber mal anhand Deiner Geschichte überprüfen: Wann hast Du Dich erfolgreich abgegrenzt und wann nicht? Welche Anteile könnten da eine Rolle gespielt haben? (was "erfolgreich" eigentlich in diesem Zusammenhang bedeuten kann, wird in Teil B noch ausgeführt)
Also ist die einzige logische Möglichkeit:
´Ran an die Spiegelthemen (s. den Artikel Schattenboxen)!
´Ran ans Annehmen, Willkommen-Heißen dieser Anteile! JA JA JA! Ich habe sowas auch in mir!
Schon wieder dieses JA! JA aber jetzt zu dem Zustand, in dem der andere zu sein scheint! Nicht zu dem, was der andere von Dir möchte oder zu dem, was Du meinst machen zu müssen.
Ja zu dem, wogegen Du im Anderen kämpfst (übrigens kann Helfen-Wollen auch Kampf sein).
Annehmen des Abhängigen und Abgespaltenen in Dir durch JA-Sagen (Teil A UND Teil B des Artikels zusammen genommen!),
- dann testen (= einmal abgrenzen, richtig Tacheles reden, und sich dann auch so verhalten)
- und dann kannst Du den Kampf sein lassen.
Du bist sowieso alles.
Sei um Himmels willen (wörtlich gemeint) nur nicht mehr der, der DICH ablehnt. <3
Und:
Gesehen-Werden setzt Sich-Selber-Sehen voraus. In ALLEM, was Du in Dir trägst, egal, was Du "bist".
Mach das zu Deinem Kalenderspruch. 😀
Viel Erfolg beim JA-Sagen! Damit das NEIN-Sagen besser klappt und bald gar nicht mehr in dem bisherigen Umfang nötig ist!
Gleich kommt TEIL C des Artikels hinterher, weil es (meiner verflixten Vollständigkeit halber, das ist mein Jungfrau-Aszendent, sorry, ich kann nix dafür!!!) noch ein, zwei Teile in Dir gibt, die die Sache auch noch erschweren....und eine knackige Zusammenfassung.
Und ein Teil davon in uns ist echt verflixt hartnäckig, aber lies selber den dritten Teil der NEIN-Saga übers NEIN-Sagen!!
Ein weiteres Lese/Hör-Muss, um den meiner Ansicht nach ziemlich guten Überblick zu haben, was am Nein-Sagen so schwer ist und wie Du es Dir leichter machen kannst.
Bleib dran (am Üben und Lesen) und lass Dich ganz herzlich grüßen! JA!
Dein
Ulf Parczyk
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Photo: Ältere Dame von Alex Harvey, Unsplash (transformiert durch UP)
Aber was ist eigentlich Authentizität?
Du bist völlig authentisch, wenn Du Dich in völliger Übereinstimmung mit Deinem Innenleben anderen gegenüber ausdrückst und verhältst. Das ist gemeint, wenn wir über jemanden sagen: "Sie ist einfach sie selbst."
Wann und warum überhaupt bist Du nicht IMMER Du selbst? Das wäre doch super und das einfachste!
....tjaaaa.....
Eine gute Frage, die ich gerne erst mal an DICH weitergebe! 😉 ........
Warum passt Du Dich an, verlierst das, was Du eigentlich in Dir trägst, z.B. einen bestimmten Wunsch oder eine Intuition, aus den Augen? Warum sind Deine Äußerungen und Entscheidungen durch Dein Anschmiegen an andere manchmal so weit weg von Dir selbst? Deine Bedürfnisse bis zur Unkenntlichkeit kaum noch spürbar? Alles dreht sich nur noch um den anderen?
Zu Dir und zu den eigenen Wünschen und Zielen zu stehen, hat viel damit zu tun, Dich unabhängig(er) von anderen zu fühlen. Aus dem immersüßnetten WIR auch mal ein ICH zu machen. Also auch mal NEIN zu sagen. Nein, ich möchte nicht nach Marbella in den Urlaub, sondern in die Berge. Nein, ich finde es nicht gut, so viel zu trinken. Nein, ich möchte mal alleine sein. Nein, ich möchte dass Du zuhörst. Nein, ich kann das depressive Geschwafel nicht mehr hören etc. Du hast sicher auch ein paar Beispiele, was Du EIGENTLICH machen oder sagen möchtest, aber oft nicht tust oder sagst.
Also wird Authentisch-Sein häufig mit Nein-Sagen verbunden und weithin propagiert. Es erscheint als Lösung für viele Probleme und Dein Seelenheil. Der, der nein sagt, entledigt sich angeblich der Zwänge und Fesseln, Normen und Abhängigkeiten und steht zu sich.
Die Tipps, die kursieren, sind meist einfache Aufforderungen, authentisch zu sein und nein zu sagen, wenn Dir nach Nein ist. Und das fällt uns manchmal sehr schwer.
Und, wenn wir bewusster und schlauer geworden sind, weil wir das alles gelesen haben, sind wir dann auch geneigt, uns für diese "Schwäche" noch kräftig selbst zu bestrafen, sollten wir mal doch dann nochmal Nein sagen.
(bis zu einem bestimmten Punkt)
Und bis zu diesem Punkt ist der tonangebende Teil der innere Ja-Sager. Der, der bis jetzt am Drücker war. Der eine Teil in uns.
Ist Nein-Sagen in diesem Fall dann wirklich authentisch?
Das Ja ist echt, das Ja ist stärker. Wer ist aber dieser ja-sagende Teil und ist es wirklich ein Sieg, ab jetzt diesen einfach zu übergehen?
Das oft vorgeschlagene Trainieren, nein zu sagen, kann funktionieren, wie jede verhaltenstherapeutische Methode mal funktioniert, mal nicht. Die Idee dahinter ist hier: Versuche es und übe! Dann halte die Reaktionen der anderen mal aus. Und Du merkst dann, Du überlebst es, wenn sie Dich für Dein Nein ablehnen. Oder sie lehnen Dich gar nicht ab und Du hast jahrzehntelang umsonst ja gesagt.
So oder so ein Erfolg!
Dagegen ist überhaupt nichts zu sagen, wenn es klappt. Versuche es.
Eine andere schönere, liebevollere Version ist, sich so stark mit dem Ja-Sager zu verbinden und ihn (meist unser kindliches Ich) zu umarmen und sich mal mit ihm/ihr zu unterhalten, ihm zuzuhören, ihn oder sie zu spüren und die Gefühle zu fühlen, die zum Ja führen.
Sei es die Angst vor Ablehnung, Einsamkeit und Isolation, vor Lieblosigkeit, Kälte, Ignoriert-Werden, Bestrafung.
Sei es das Gefühl totaler Abhängigkeit, Klein-Fühlen, Sich-gar-nicht-Fühlen, Leere.
Das mal spüren und willkommen-heißen.
Und spüre und heiße auch willkommen die dementsprechenden Wünsche nach Geborgenheit, Liebe, Sicherheit, Gesehen-Werden, Verbindung, Wärme, Aufmerksamkeit, Ent-Schuldigung/Entlastung, Endlich-Ausreichen, Genug-Sein.
Oder was fühlt und sagt DEIN JA-Sager?
Und was möchte dieser kleine bedürftige JA-Sager?
Forsche einfach jetzt mal in Dir nach. Höre ihm zu. Fühle ihn. (Stelle Dir dazu vor, mal Nein zu sagen. Oder nimm eine Erinnerung an eine Situation, in der du Nein gesagt hast und es war unangenehm für Dich.)
Das Herz des JA-Sagers in Dir möchte durch Dein JA eigentlich von außen gefüllt werden. Von dem - oder denen - wir willig sind: denen wir Ja sagen, denen wir uns anpassen, unsere Bedürfnisse hinten anstellen.
Und seine Schuldgefühle und Gefühle von Unzulänglichkeit sollen ausgeglichen werden:
"Ich mache das, was jemand anderes möchte, dann bin ich endlich ausreichend und gut und richtig und werde geliebt." Oder zumindest nicht isoliert und abgelehnt.
Also ist das NEIN-Training, die erste beschriebene Methode, der populärere Weg. Dadurch zeigst und lehrst Du dem Ja-Sager indirekt, dass er die anderen gar nicht so braucht, wie er denkt/fühlt. Viele kommen damit zurecht, glücklicherweise. Viele nicht. Es bleibt immer noch eine Riesenüberwindung, das zu tun, was andere nicht wollen oder das zu äußern, was vielleicht anderen nicht genehm ist.
Bei dieser Methode bleibt der JA-Sager in uns selbst eher unbewusst. Und die Gefahr, dass Dich die lange eingeübte Selbstbestrafung und -abwertung bei dem NEIN-Training weiter begleitet, ist hoch ("Doch schon wieder JA gesagt, Mist!"; "Das kann ich doch nicht machen, ich lasse ja den anderen im Stich!", "Mir steht es gar nicht zu, was Gutes nur für mich zu machen".).
Da diese Tendenz in Dir noch da ist, könnte es sein, dass Du Dich Dir selbst gegenüber verhältst wie die berühmte strenge kühle ehrgeizige Eiskunstlauf-Mama gegenüber ihrem Goldtöchterchen: immer die Peitsche in der Hand… Denn dann könnte es Dir auch immer noch um Leistung und Gut-sein wollen etc. gehen. Jetzt in Bezug aufs NEIN-Sagen.
Also eine leicht paradoxe Lernsituation, in der dann das Ziel ja gerade das Gegenteil des Weges ist…
Der JA-Sager hat ja auch seinen Sinn (bald: gehabt). Wenn Du diesen JA-Sager in Dir erst einmal ansiehst, spürst und annimmst und ihm bewusst selbst all Deine Liebe gibst, Dein einfühlsames Verständnis und Deine ganze Herzenswärme, ist das genau Heilung und GanzWerdung - und nicht wieder Bestrafung und weitere Verdrängung. Durch Bewusstwerdung und liebevolle Öffnung ihm gegenüber.
...und dann geht er von alleine immer selbstbewusster und voller Liebe nach draußen und muss nicht mehr jedem gefallen, weil er sich selbst gefällt, bejaht wurde. Das ist "Stärke aus Schwäche".
Weil er DIR endlich gefällt und Du die liebevolle Verbindung zu ihm über alles stellst. Dann kann er strahlen und von den anderen geliebt werden. Dass er nichts tun muss, um anderen zu gefallen. Und geht in Dir auf, blüht auf in Deinem Verständnis und deiner Liebe, kann dadurch ruhig da sein - und kann sich dann auch weiter verändern und wachsen.
Klar, der zweite Weg ist wieder mal unangenehmer als der erste, weil er Dich viel mehr mit den gerne weggeschobenen "weichen" und "schwachen" Gefühlen in Kontakt bringt. Aber darum geht es ja gerade. Die zu lieben und Deine Liebe zu diesen Gefühlen nicht durch die "Liebe" der anderen ersetzen, dass Du durch Dein JA (das ein NEIN zu Deinen tieferen Gefühlen und Bedürfnissen ist) mühsam erringen willst.
- Was sowieso gar nicht geht:
Denn wenn sein Herz gefüllt werden will: Von außen gefüllt läuft es immer leer, wie ein Herz mit einem Loch in der Herzkammer. Er braucht DEINE Liebe. Genau der Schwache, Verletzliche, Abhängige, Ängstliche, Einsame, Abgelehnte.
Er braucht aber keine weitere Hetze und Druck zu vermeintlicher Stärke durch verkrampftes und erzwungenes NEIN-Sagen.
JA-Sagen zum JA-Sager. Yes, you can!
Das genau ist erst einmal das Heilende.
Das Authentische.
Das Liebevolle in Dir verstärkende.
Dann kommt das NEIN automatisch als JA zu dir selbst. Peng.
Und dann erreichst Du wirkliche Stärke durch "Ganzer-Werden" - nicht durch Unterdrückung und Wegtrainieren des Neins wie störende Speckröllchen. Mehr Freiheit. Frei von dem Kontrollieren-Lassen von den Bedürfnissen der anderen. Mehr Weite und Leichtigkeit. Mehr nach Deiner Intuition leben. Deine Gefühle und Bedürfnisse mehr spüren. Dazu stehen.
(Pst! Der Tipp für die Fortgeschrittenen: Du kannst ja auch mit der Einstellung des zweiten Weges den ersten erleichtern, sie schließen sich ja nicht aus. Durch Liebevolles an die Hand nehmen und zeigen, dass Euch nichts Gewaltiges passiert da draußen, wenn ihr mal nicht macht, was die anderen von Euch wollen…
Und wenn es dann doch unangenehm wird durch die Reaktionen des Gegenübers, bist Du nahe an dem abgelehnten, verletzten Teil in Dir und bleibst jetzt einfach mal bei Deinen Gefühlen von z.B. Verletztheit und Abgelehnt-Werden und heißt auch diese Deine Reaktionen auf Ablehnung durch die anderen willkommen. Das ist eine - klar, erst mal unangenehme - aber eine weitere Chance. Damit wächst Du, auch wenn es sich erst mal besch…eiden anfühlt!)
Im nächsten Teil B werde ich für Dich den in diesem Zusammenhang vielbeschworenen Begriff "Abgrenzung" mal etwas anders beleuchten. Und was das einfache NEIN-Sagen noch so für Nachteile haben kann. Also noch ein wenig tiefer und fortgeschrittener.... Folge mir einfach weiter...
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Photo: Ältere Dame von Alex Harvey, Unsplash
VOM AUSBRENNEN UND ENTFACHEN
Das Feuer Deines Seelenfunkens
will
glühen
leuchten
- ja, sogar
brennen
strahlen
Erstickt nur
im
Muss
Soll
Hätte
Erstickt in der Luftnot
der Mühsal
etwas anderem zu folgen
als dem inneren weisen Kompass
Dafür das rot feurig pulsierende Herz
abgedrückt oder versteinert
kaltes Herz in fester Brust
Der Atem nur ein Hauch
Dem Tode näher als dem Leben
Bis zum matten Grau der Sinnentleerung
Roboterhaft funktionierend
Übrig nur noch ein kleiner Lichtpunkt
und die Sehnsucht nach zu Hause, Helligkeit und Wärme
Das lebendige brodelnde Feuer
verkauft für einen Kocher
mit geliehenem Gas
aus viel zu teuren Ersatzkartuschen
- Mogelpackungen,
deren Inhalt bei jedem Tausch
immer weniger wird
Oder Fake wie eine Kaminfeuer-DVD
oder ein braves domestiziertes Flämmchen
eines kleinen Spirituskamins
in der Ecke des Wohnzimmers
Die eigene Flamme eingepfercht
und fast erstickt
in der Angst
Lieblos
Einsam
Ohne Schutz
Schuldig
irgendwo zu verhungern.
Angst, herauszufallen
und zu stürzen
hart auf die dunkle Seite des Mondes
oder irrend zu treiben
als schwarzer Punkt
im leeren weiten Nichts-All
Im ewigen Geben
Scheinbar ohne zu nehmen
Im ZurückhabenWollen
Dessen, das nie zurückkommen wird
Im DauerHunger
nach GesehenWerden
doch
SichSelbstNichtSehenWollen
Nach GeliebtWerden
doch
SelbstSichVerdammtNochmalNichtLiebenWollen
Im Misstrauen in das eigene Feuer
Das eigene Lodern verstecken
Um dann wie hartes Holz
mutlos, schwer und traurig
auszubrennen
- fast zu verlöschen
in den stillen grauen Tränen
Auch verlöschen im verschleissenden Kampf
gegen Dich selbst
gegen Dein Leben
gegen Deine Seele
Im täglichen erstickenden JaSagen
zu so Vielem
wo eigentlich ein Nein
so dringend gebraucht würde
- oder viele Neins
Oder viel besser noch:
Viele JAs
für den Tanz Deines ewigen Funkens
Und durch jedes JA
zu Deinem ureigenen Brennen
wieder fühlen
die eigene Wärme
den eigenen Willen
die eigene Freude
Noch ungewohnt
Aufzuwachen aus dem kalten Traum
Den Blick auf den Kompass
- plötzlich in Deinen eigenen Händen haltend -
aufgeregt messen
woher der Wind denn kommt
der Dein Feuer befeuert
der Deine Freude entfacht
und Dein Dasein erhellt
Hast Du die schwarzen Räume durchschritten
deren Dunkelheiten umarmt
und nicht geflohen
- das war vielleicht der Sinn der Reise? -
Jetzt durchstrahlst Du sie.
Freigelassen die eigene Glut
das Universum
mit allen anderen Feuern erstrahlen lassen
Die immense Kraft spüren
Die Dir und Allem innewohnt
Deine uralte stille Verheißung einzulösen:
Du bist gewollt
und in genau dieser Farbe Deines Feuers
Und keiner anderen
(die doch so schnell vergehen würde
- Du spürst es genau,
an jedem Tag der Selbstverleugnung)
Ja, und wenn es denn diese vielbeschworene Aufgabe gäbe
wäre es diese:
In Deiner eigenen Farbe zu strahlen
In keiner anderen
Die Freude am Knistern Deines Feuers
Das Andere auch besser wärmt
als jedes falsche Ja es je könnte
Und vor allem Dein lebloses steinernes schmerzendes Herz
wieder beatmet in Deiner sich langsam weicher sich weitenden Brust
Die Kehle befreit zum leuchtendklaren
Hier bin ich!
Ich lebe!
Ich BIN DA!
Und damit den noch glimmenden Funken
beatmen
weiter anfachen
zum Sprühen bringen
Stark als
zartes Flämmchen
oder wildes Lodern
Jetzt im Verbund
mit den anderen Feuern
- ganz anders
- heller und freier als jemals vorher
- und opferlos.
Lass Dein Feuer tanzen mit den anderen vielen Funken
Beweglich, leicht
und leidenschaftlich (wann hast Du das letzte Mal dieses Wort gebraucht?)
Dein Tanz eine Huldigung
an das mysteriöse große Geschenk
des Lebens.
Und wenn es diese vielbeschworene Aufgabe gäbe
wäre es diese
In Deiner Farbe zu strahlen
In keiner anderen
Das ganze Universum
Ein riesiges Lichtermeer
- und Du bist Teil.
Lass Dich erinnern. Lass es sich wieder entfachen.
Ich versuche auch, es mit Dir zu tun.
Herzlichst,
Dein Ulf Parczyk
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Photos: Himmelslaternen, pixabay: pixabay.com/en/chinese-asian-candle-celebration-17422/, CC0, verändert; Feuer von Nikhita Singhal, unsplash; Funkensprühen von Krystle Mikaere, unsplash; Junge mit Himmelslaterne von Gianandrea Villa, unsplash; Ausgehender Scheit von Wil Stewart, unsplash
