Unwichtig, verlassen und vergessen - Teil 2 mit Übungen zur Veränderung

Verfasst von Dipl.-Psych. Ulf Parczyk - Zuerst veröffentlicht: 9. September 2021
Letzte Änderung: 13. September 2021
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Unwichtig, verlassen und vergessen - Teil 2 mit Übungen zur Veränderung

 

Jenseits des Individuellen von Lisas Erlebnis - und die Folgen im Heute

Wenn Du möchtest und vor allem, wenn Du Dich von Lisas Erlebnis und den Emotionen, die damit verbunden waren, irgendwie angesprochen gefühlt hast (ich gehe davon aus, dass Du Teil Eins mit dem Inhalt der Rückführungstherapiesitzung gelesen hast, dann bringt Dir dieser Artikel hier mehr), verlassen wir jetzt das rein individuelle Erleben von Lisa.
Wir gehen jetzt zusammen mehr in das Allgemeine, in dem Du Dich mit Deinem Leben und Deinen "Herausforderungen" vielleicht auch noch mehr wiederfinden kannst: in Beziehungsproblemen, Ängsten, Mustern, die allesamt mit dem Thema von Lisa zu tun haben. Und das zentrale Thema in der Doppelsitzung mit Lisa war das VerlassenWerden, AusgegrenztWerden, ImStichGelassenWerden. Verbunden waren diese Emotionen mit einem gefühlten (und so bewerteten) UnwichtigWerden für andere.
Das ist die Angst, die im Vergessen- und VerlassenWerden auch steckt: "Die Anderen finden Anderes wichtiger als mich! Ich bin überflüssig, ich hätte gar nicht da sein müssen!"

Das führt unter anderem dazu, für die Zukunft diese (angenommene) Sichtweise und gefühlte Ablehnung durch die Anderen zu übernehmen, um solche in Zukunft zu vermeiden. Das bedeutet dann, wir lehnen selbst bestimmte Anteile, die wir für das Vergessen- oder AusgegrenztWerden verantwortlich halten, auch ab. Wir wollen so nicht mehr sein, das hat uns nichts Gutes eingehandelt. Sehr verständlich, aber dadurch entfernen wir uns auch von uns, und die Eigenliebe sinkt zugunsten der Anpassung. Im Untergrund bleiben diese Anteile aber bestehen und auch die Ursachensituationen werden im Unbewussten abgespeichert und wiederholen sich dann immer wieder. Wir ziehen sie immer wieder an.
Meist befindet sich danach der ohnmächtige, kleine, schwache, abhängige Teil in uns, der sehr bedürftig ist, mit dem StarkUndUnabhängigSeinWollenden Teil im Kampf. Der letztere Teil sagt sich dann nach solch einer Erfahrung "Ich muss es alleine schaffen", manchmal klingt er auch etwas trotzig: "Ich kann´s auch alleine, ohne Euch Doofen! Ich brauche Euch gar nicht, ääätsch!!"
Das ist ein sehr verbreiteteter innerer Konflikt. Viele meinen, es immer alleine schaffen zu müssen, sehnen sich aber trotzdem nach Nähe und Geborgenheit und SichAnlehnen- oder FallenLassenKönnen. Sie sind aber durch frühere Erfahrungen misstrauisch bis ungläubig, dass das wirklich klappen würde, dass das Gegenüber wirklich vertrauenswürdig ist.

Meist gab es da schon einige Erfahrungen im heutigen Leben, die das dann bestätigen: AlleinGelassenWerden oder VergessenWerden ist sicher schon sehr verletzend im heutigen Leben; in anderen Zeiten - hier für Lisa in der beschriebenen Situation in ihrem früheren Leben - war das aber absolut traumatisch und todbringend. Isolation und Ausgrenzung können töten. Daher machen sie und Ablehnung und VerlassenWerden eine solche Angst auch im heutigen Leben. Die früheren Erlebnisse machen den heutigen Schmerz noch größer, weil sie solch tiefen Ängste und Trauer aus alten Zeiten wecken. Diese alten Zeiten können die abhängige Säuglingsphase oder frühere Leben sein.

So ist es meistens: Was im heutigen Leben sehr unangenehm ist, ist oft gespeist durch frühere, schrecklichere Erlebnisse. Nach einer Therapie sind diese Situationen gar nicht mehr oder mindestens weit weniger unangenehm, wenn sie nicht mehr die alten unbewussten Erinnerungen auslösen, wie sie das vorher taten. Das Ganze, die Abhängigkeit und Nähe in Beziehungen zum Beispiel, löst nicht mehr die alten existentiellen Ängste aus. Und es lässt nicht in dieser Hinsicht ähnliche Beziehungsmuster und Partner anziehen, die die alte enttäuschende Erfahrung immer wieder bestätigt haben.  Und das dann ja doch wieder Rückzug und Distanz "gerechtfertigt" wären, man sich wieder als "beziehungsunfähig" oder gar "als Wesen, das nicht genügt" bezeichnen kann.

Aber jetzt: Hurra! Ende der alten Ängste und Schutzmaßnahmen! Jetzt ist die Zeit für vorsichtiges `Rantasten, `Rauskommen aus dem Schneckenhaus! Welt, hier und so bin ich!

Bei Lisa war es das GetrenntSein von ihrem Lebensgefährten, das diese, vor allem nächtliche, Panik, ausgelöst hat. Das war der Trigger, der die inneren Bilder in Gang gesetzt hat, die aber nachts nicht über die Bewusstseinsschwelle gekommen sind. Was ja das "Normale" ist: Die Verdrängung schützt das Bewusstsein, aber ein Teil von uns IST in der/den Ursachensituation/en. Und da wiederum ist der Körper ganz vorne (in diesem Fall mit Schwitzen, Herzrasen, Bauchschmerzen), dann aber auch die Emotion (hier Angst/Panik).

Kurz mal was ganz Allgemeines dazwischengeworfen:  🙂

Es erscheint mir nach meinen langjährigen Erfahrungen eines der größten Themen einer Seele überhaupt, wenn nicht das Einzige, aus dem sich die anderen ergeben:
Das Gefühl der Abgetrenntheit, der scheinbaren Trennung von der Einheit.
(Als gäbe es etwas außerhalb der Einheit - eigentlich eine etwas absurde Annahme, aber so machen wir es, weil wir unbedingt ein "individuelles Ich", eine von anderen Individuen getrennte Seele haben wollen... - und uns dann wieder nach der Einheit sehnen, als "Suchende"... so, als könne man die Einheit "verlieren" und "finden"... verrückte Welt...  😉 )

Diese Trennung wird dann (muss ja, da alles eins ist) gespiegelt in
der Trennung
1.  von anderen (-> Gefühle von Isoliertheit, AusgegrenztWerden, Distanz bis hin zu Gewalt/Missbrauch/Mobbing, AusgestoßenWerden, BedrohtWerden, Einsamkeit; im Trauma als die größte Abtrennung von allem), aber natürlich
2. gleichzeitig auch von sich selbst (-> Kontrolle der Emotionen, SichVerstellen, SichNichtMehrFühlen, Distanz zu sich selbst bis hin zu Selbstentfremdung/SichNichtImKörperFühlen/AusserhalbVonSichStehen, Selbstablehnung bis hin zu Selbsthass)

 


Der größere Nutzen dieses Artikels für Dich

Ok, Du hast jetzt ein Beispiel für eine Rückführungstherapie kennen gelernt. Das ist sehr gut, aber ich möchte Dir hier noch einen Extra-Service bieten (wie es so meine Art ist...  😉  ).
Vielleicht kannst Du Dich - auch ohne Erinnerung an ein früheres Leben - mit den Emotionen und Themen, die hier zur Sprache kamen und die ich hier noch einmal - zugegebenermaßen etwas nüchtern und pragmatisch - aufgelistet habe (mein Jungfrau-Aszendent, Du weißt), identifizieren.
In diesem Fall könntest Du mit den folgenden wichtigsten Emotionen, die solche traumatischen Situationen, wie die, die Lisa erlebt hat (und nicht nur Lisa) und die im heutigen Leben durch ähnliche Situationen/Emotionen/Gedanken wieder ausgelöst werden, arbeiten. Und zwar mit den im ersten Teil schon erwähnten Übungen geduldig verändern und Dich damit langsam von diesen Themen zu lösen. (Du findest die Links zu den Übungen am Ende des Artikels.)

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Schneller und tiefgreifender ginge es jedoch natürlich mit einer Rückführungstherapie, in der Du zusammen mit mir diesen Ursachensituationen begegnest und wir gemeinsam diese und die damit zusammenhängenden Emotionen durcharbeiten könnten, das ist keine Frage. Traumatische Erlebnisse werden nicht berührt, daher braucht Selbsthilfe immer mehr Geduld und kommt nicht so tief wie eine Therapie, weil Du da niemanden "außen" hat, der begleitet und der durch Dein Vertrauen die Angst vor den auftauchenden Emotionen und Situationen reduziert. Aber trotzdem kannst Du weit damit kommen!

Was prägt solch eine Verlassenheitssituation, welche Emotionen sind enthalten und welche Folgen für das Heute kann sie haben?

Was gleichzeitig bedeutet: Mit was hat man nach solchen traumatischen Situationen, sei es in diesem oder in früheren Leben, wahrscheinlich zu kämpfen? Das heißt nicht, dass alle Punkte für Lisa, oder JEDEN oder JEDE gelten oder gelten müssten!
Die folgende Liste zeigt lediglich die häufigsten Möglichkeiten, die ich aus meiner therapeutischen Praxis kenne.
Die Themen Verlassen/Betrogen/EnttäuschtWerden und UnbeschütztFühlen gehören zu den verbreitetsten Themen, mit den direktesten Auswirkungen auf Beziehungen.
Schau selbst mal im Kontakt mit Dir selbst, ob Dich davon Einiges betrifft. Ganz unten gebe ich Dir wieder eine Hilfe, wie Du das praktisch für Dich umsetzen kannst, um weiterzukommen. So bin ich halt.   😉

Dabei kann als VerlassenWerden auch gesehen werden, wenn man von einer wichtigen Person, die einen eigentlich beschützen sollte, nicht beschützt wird. Denn auch da fühlt man sich natürlich alleingelassen: Geschlagen-, Beleidigt- oder MissbrauchtWerden und ein Elternteil schaut zu oder weiß es. Oder man hatte als Kind im heutigen Leben einen Krankenhausaufenthalt; oder wurde ins Internat gegeben und man wollte es gar nicht; oder Vater oder Mutter hat die Familie verlassen; oder der Bruder hat mir nie beigestanden, wenn ich gemobbt wurde; eine Oma stirbt, die mich immer beschützt hat...

Nochmal ganz kurz: Die Verarbeitung einer katastrophalen Situation und ob sie für eine Person traumatisch ist, ist eine individuelle Reaktion. Eine Situation ist nie per se traumatisch. Daher kann man nicht sagen, dass die obigen Beispiele per se traumatisch für jemanden sind. Es gibt keine "traumatische Situation", nur Situationen, in denen jemand traumatisiert wird - oder vielleicht auch nicht. Das liegt unter anderem an den Vorerfahrungen. Auch denen in früheren Leben, wie vorhin besprochen, die die jetzige emotionale Situation dann zusätzlich belasten und überlasten - und dann jemanden traumatisieren können.

Mögliche Folgen von traumatischem VerlassenWerden

Nach den Pfeil nach rechts klein -Pfeilen zeige ich mögliche Folgen der Emotionen in solchen früheren traumatischen Verlassenheitssituationen auf das heutige Leben auf - vielleicht findest Du Dich in Teilen dort wieder!? (Hierbei gibt es naturgemäß Überschneidungen und Wiederholungen, das ist eben so.)

[Konditionierungen sind klare Folgen (Trigger können alle möglichen sein, hier im Beispiel waren es: große Tiere; Nacht; AlleingelassenFühlen Pfeil nach rechts klein Angst, Phobien, Panik)]

Verlassen Werden/Fühlen
Pfeil nach rechts klein "Ich muss alles alleine schaffen" (wäre nicht ganz so schlimm, wäre da nicht die Information aus der früheren Erfahrung dazu: "Ich schaffe es nicht alleine!" Also: es alleine versuchen, aber dann mit viel Energieaufwand gegen diese negative Information, weil es ja keine Alternative gibt...; BurnOut; Depression; fehlende Weichheit oder "Weiblichkeit"; Schwäche nicht eingestehen können; sich nicht anlehnen können - siehe auch den nächsten Punkt:

Verlustangst (die eigentlich ist: eine existentielle Angst: Sterben, Bedrohung durch eine gefährliche, stärkere Außenwelt: Missbraucher, Täter, Natur - durch AusgestoßenWerden, AlleinSein, UnbeschütztSein)
Pfeil nach rechts klein Nähe und Tiefe einer Beziehung vermeiden, On/Off-Beziehungen, Klammern, ImmerBeimPartnerSeinMüssen, Eifersucht

Unverbunden, abgetrennt, abgelehnt fühlen, Distanz zu anderen
Pfeil nach rechts klein bindungsunsicher, sozial ängstlich, misstrauisch, Nähe vermeiden, distanziert bleiben

Angst, nicht liebenswert zu sein (ohne Liebe stirbt man)
Pfeil nach rechts klein Unglaube, wenn man geliebt wird; gar nicht erst Nähe eingehen; dafür "arbeiten, um geliebt zu werden; Eifersucht; alles tun, um geliebt zu werden oder sich mindestens anerkannt fühlen

UnbeschütztFühlen, klein, hilflos, ohnmächtig fühlen
Pfeil nach rechts klein große Ängstlichkeit; viel Rückzug brauchen; sich eher verstecken, auch die Emotionen und Bedürfnisse; bis hin zu Paranoia und Angst vor großen Plätzen: alles ist dann bedrohlich; im Widerstand dazu führt es zu: "Stärke" produzieren oder um andere Hilflose kümmern

Gefühl der Ungerechtigkeit (Da ist die Eigenliebe noch hoch: "Sie müssten sich doch um mich kümmern!")
Pfeil nach rechts klein schnell wütend, wenn irgendwo auf der Welt etwas Ungerechtes passiert (was nicht immer etwas ganz Persönliches ist, es aber zusätzlich persönlich aufgeladen sein kann)

Gefühl, nicht ausreichend, falsch zu sein, anders und schlechter als andere, sich fremd fühlen (manchmal auch Schuld zu sein oder am falschen Platz)
Pfeil nach rechts klein den Platz nicht finden (auch im Außen), sich nie zugehörig fühlen, am Rand bleiben; anstrengen müssen, anpassen müssen, sich ständig vergleichen müssen; generelle Schuldgefühle; sich einsam fühlen, als Ausserirdische/r

Unverständnis bei Unwissenheit
(Kopfzerbrechen, Zweifel: "Lag das VerlassenWerden an mir? Haben sie mich geliebt? Bin ich liebens-wert? Bin ich selber SCHULD, so wie ich bin?" - Und der Widerstand: "Es soll nicht an mir liegen!")
Pfeil nach rechts klein sich als Mangelwesen fühlen, als falsch, man hat etwas falsch gemacht, genügt nicht, reicht nicht aus, und wird daher von wichtigen Menschen (Eltern, Partner) abgelehnt (oder hat Angst davor); Trauer, Schmerz (meist im Herzchakrabereich); "Nur, was ich weiß, kann ich kontrollieren und verändern - und mich dann dem Geforderten anpassen, damit ich nicht falsch bin, dann nicht von wichtigen Anderen (Eltern, Gruppe, Familie) abgelehnt und ausgestoßen werde, sterbe oder damit ich Bestrafung und Gewalt vermeide"; hohe Empathie, um andere einzuschätzen; Grübelneigung; Zweifel; Unsicherheiten; immer alles genau wissen wollen...

Hoffnung – und Enttäuschung/BetrogenWordenSein ("erst wollten sie mich, dann nicht mehr")
Pfeil nach rechts klein Misstrauen; Vermeidung von Nähe; unterschwellige Wut; Enttäuschungen in Beziehungen wiederholen sich; Wechselbäder in Beziehungen, On/Off-Beziehungen

Gefühl von Unwichtigkeit / UnwertSein, der das Verlassen- oder VergessenWerden durch andere scheinbar bedeutet
Pfeil nach rechts klein in der Kindheit manchmal das Gefühl: "es ist egal, ob ich da bin oder nicht" - das stellt die eigene Existenz und Bedeutung komplett in Frage: warum bin ich dann inkarniert? wie auch das NichtWillkommenFühlen: sich in der Kindheit lästig fühlen, eine Belastung oder Überforderung für Eltern(teile) sein, das fünfte Rad am Wagen, vernachlässigt, zurückgesetzt;
Pfeil nach rechts kleinPfeil nach rechts klein geringer Selbstwert, der viele Folgen hat, z.B. Nähevermeidung ("sie kommen sonst darauf, wie mangelhaft ich bin"); dafür arbeiten müssen, etwas leisten oder helfen müssen, um den eigenen Mangel auszugleichen und die anderen gewogen halten, Gefühl, nie gesehen zu werden, gedemütigt werden, respektlos behandelt, gemobbt; Gefühle von Sinnlosigkeit und Depression; Energielosigkeit; Ängste zu versagen; Unsicherheit in sich selbst, Bestätigung brauchen, Harmoniebedürfnis groß; Probleme in Beziehungen bis hin zu Abwertungen und Gewalt, "toxische Beziehungen"

Warten (elend lang) auf eine "Erlösung", dass endlich jemand kommt; Passivität und vielleicht Angst, "es bleibt ewig so"
Pfeil nach rechts klein depressive Phasen, Traurigkeit, Melancholie, die "ewig" währt; Lähmung, oft auch körperliche Starrheit; "kindliche" Passivität; Wunsch, errettet zu werden; Energielosigkeit; Resignation, Hoffnungslosigkeit, Aufgeben

Plötzlichkeit, UnvorbereitetSein (plötzlicher Verlust von Liebe und Schutz und Geborgenheit)
Pfeil nach rechts klein Angst, Unsicherheit: "nichts ist sicher!"  -> sich nicht näher einlassen, distanziert bleiben, um sich vor dem drohenden Ende zu schützen ("Fuß in der Ausgangstür", "Zweckpessimismus", negative Vorwegnahme aus Verlustangst); sich selber trennen, bevor man verlassen wird)

Zweifel an eigenen Gefühlen und Einschätzungen und/oder den Gefühlen der anderen ("Stimmte meine Wahrnehmung von vorher? Liebten sie mich denn vorher überhaupt?")
Pfeil nach rechts klein Zweifel in Beziehungen den Gefühlen des Gegenübers betreffend, Unsicherheiten, Liebesbeweise brauchen, Klammern, Eifersucht

SichAbtrennen von Emotionen und Bedürftigkeit / Selbstkontrolle / NichtAusdrücken von Emotionen / NichtImKörperFühlen
(Distanz von sich als Widerstand gegen zuviel Emotionen, Ängste und Abhängigkeitsgefühle - wenn Emotionen und Bedürftigkeit von anderen abgelehnt wurden oder weil es zwecklos oder gefährlich war; oder einen noch schwächer hätte fühlen lassen, Emotionen wie Trauer offen auszudrücken)
Pfeil nach rechts klein auch heute nicht immer im Körper, abgetrennt fühlen von Anderen und den eigenen Gefühlen, "emotionslos", depressiv, überkontrolliert, sich nur wenigen Menschen öffnend, kaum FreundInnen; hohe Anpassung; Ehrgeiz, Leistungswille und Perfektionismus; "Kopfmensch"; Unterdrückung von Wildheit, Spontaneität, Kindlichkeit & Leichtigkeit

In der Tiefe sehr abhängig fühlen und dann im Widerstand Abhängigkeit vermeiden
Pfeil nach rechts klein "Stärke": "Ich kann/muss es ja alleine schaffen" (s.o.); On-Off-Beziehungen oder gar keine Liebesbeziehungen

Trotz, Wut, Aggression (gegen die, von denen man sich abhängig fühlt; die einen im Stich gelassen haben)
Pfeil nach rechts klein unterschwellige oder bewusste Aggression mit sich herumtragen; Opfergefühl; schnell aggressiv bei Ungerechtigkeiten in der Welt; "StreiterIn für die Schwachen"; gar nicht mehr dazugehören wollen ("der/die Rebell/in", Außenseiter)

Trauer, Schwere
Pfeil nach rechts klein oft im heutigen Leben traurig von Anfang an, "ohne ersichtlichen Grund" in diesem Leben

Einsamkeit
Pfeil nach rechts klein kann sich ebenfalls durch das ganze Leben ziehen, schon als Kind, z.B. durch die Resonanz aus dem früheren Leben Eltern angezogen, die kühl und distanziert sind; in Beziehungen nie wirklich verbunden fühlen

______________

"Üben?! Yeah! Her damit, ich will was tun für mich!"

Ich hoffe, genau diesen Schrei höre ich jetzt in den Zimmern und Gärten, auf Balkonen und auf Toiletten, am Arbeitsplatz, in der U-Bahn - kurz, überall, wo der Artikel gelesen oder gehört wird!   😀

Übungen Beifall

Dann los: Nimm Dir eine Emotion vor, die Du für Dich identifiziert hast (eine nach der anderen, wenn es mehrere sind - was gut möglich ist...) und arbeite mit ihr mit Hilfe den von mir beschriebenen Emotionsübungen und dem jeweiligen Audio dazu!
Mit Geduld, etwas Zeit und gutem Willen kannst Du dadurch für Dich Dein Leben verändern. Das ist nicht untertrieben, es kommt nur auf Dich an.

(Psssst, ein kleiner geheimer Hinweis: Du wirst bemerken oder erforschen, dass eine Emotion der Widerstand einer anderen Emotion sein könnte...Auch ein interessanter Lerngewinn!)

Natürlich kannst Du auch die wunderbare Polaritäten-Übung mit diesen Zuständen machen, um sie zu bearbeiten, freizusetzen.
Zur Erinnerung - oder wenn Du den Artikel noch nicht gelesen hast (das Audio zur Übung befindet sich am Ende des zweiten Teiles):

Die augescheinlichste und wichtigste Polarität hier ist natürlich und typischerweise in der Rückführungstherapie die:

Der Zustand vor dem Trauma: verbunden fühlen, sicher, geborgen, behütet, umsorgt, geliebt fühlen  [auch wenn er das später in Frage gestellt hat -  wenn wir damals diesen Zustand empfunden haben, können wir ihn auch wieder aufrufen;
vielleicht hast auch Du Erinnerungen an solch einen Zustand: mit der geliebten Oma oder dem Opa, einer Tante, bei Vater und/oder Mutter... Gehe da innerlich hinein und ] vs.
Zustand nach dem Trauma:
verlassen, vergessen, allein, ausgegrenzt, ängstlich, panisch, unbeschützt fühlen

Doch Du kannst es auch mit anderen Emotionen und Zuständen aus der obigen Liste anwenden, z.B. schwer vs.  leicht fühlen; abhängig vs. unabhängig fühlen. Immer für beide Zustände in Erinnerungen gehen und die Emotionen dort abrufen. Die entsprechenden, erwähnten Audios helfen Dir dabei.
(Ich verrate Dir ein kleines therapeutisches Geheimnis: Vom Texte Lesen alleine haben sich leider die Wenigsten verändert! 😊  Also ran an die Arbeit!)

Ich hoffe, ich habe Dir wieder Einiges geboten - dann empfehle mich weiter, teile meine Webadresse, like meine Facebook-Seite, abonniere meinen Newsletter, berichte mir von Deinen Erfahrungen mit den Übungen, gehe mit mir zusammen in einer Therapie Deine Beziehungs- oder andere Themen an, wenn Dir Übungen zu mühsam erscheinen oder Du damit steckenbleibst, Du schneller vorwärts kommen möchtest und vor allem: Die Themen an der Wurzel packen möchtest - das schaffen die Übungen - bei aller Liebe zu ihnen - nicht.
Ich freue mich, wenn Du von diesem Artikel profitierst und auch vielleicht auf unseren Kontakt und unsere Zusammenarbeit!

Wie immer grüße ich Dich herzlichst,
Dein
Ulf Parczyk

 

Hier noch einmal die Links zu den im Text erwähnten Seiten:

 


Photos: Beitragsphoto weinender Junge von Kat J Pfeil nach rechts: iconfinder.com; Jubel: Keith Luke

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