Hast Du schon mal gelebt? 14 Hinweise auf frühere Leben

Verfasst von Dipl.-Psych. Ulf Parczyk - Zuerst veröffentlicht: 4. Februar 2022
Letzte Änderung: 3. März 2022
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Hast Du schon mal gelebt? 14 Hinweise auf frühere Leben

Frühere Leben, Reinkarnation, Karma - diese Themen beschäftigen Dich wohl, wenn Du hier gelandet bist.
Glaube, Theorien, Annahmen - aber hast Du wirklich schon einmal gelebt? Gibt es Anzeichen für ein Vorleben, Wiedergeburt? Beweise oder mindestens Hinweise dafür?
Wenn Du Dich das fragst, hast Du sicher noch keine Rückführung oder Rückführungstherapie (=Rückführungen zur Bearbeitung von heutigen Problemen durch das Aufarbeiten von Erfahrungen im heutigen und in früheren Leben) und darin frühere Leben von Dir selbst erlebt - das ist natürlich der Königsweg: die eigene Erfahrung.

So gebe ich Dir hier mögliche Hinweise auf frühere Leben – schaue einmal, ob Dir da ein oder mehrere Punkte bekannt vorkommen:

Karmische Beziehungen Wiedererkennen Frühere Leben

1. Wiedererkennen Anderer

Du hast bei einer Begegnung das starke Gefühl:
"Den oder die kenne ich schon ewig!"

Meist ist dies dann ein Eindruck, der sofort, ohne weiteres Kennenlernen, in Dir als klares Gefühl aufpoppt: Bumm!!
Es fühlt sich wie eine uralte Vertrautheit an. Manchmal verbindet Euch dann auch später ein geradezu telepathisches Verständnis ohne viele Worte. Häufig ist da auch das Empfinden, das Gegenüber sieht Dich völlig – und Du Dein gegenüber ebenso: ein totales Erkennen. Ein Gefühl, ähnlich dem, wenn Du Deine alten, warmen Lieblingssocken anziehst...

Das Wiedererkennen des Anderen findet nicht nur über die Frequenz, der Schwingung und Ausstrahlung einer Person, statt, sondern oft auch über die Augen des Anderen. Nicht umsonst sollen die Augen die Spiegel der Seele sein und etwas in ihnen scheint über Leben wiedererkennbar zu sein.

Dieses spontane Wiedererkennen geschieht aber manchmal auch bei sich ungut anfühlenden Kontakten. Wir haben ja in den oft zahlreichen früheren Leben nicht nur angenehme Beziehungen geführt, wie Du Dir denken kannst. Auch diese Beziehungen können dann durch negative Erfahrungen so aufgeladen sein, dass wir diese Seelen wiedertreffen, weil noch Rechnungen - auf Deiner Seite oder beim Gegenüber - offen sind: Die oder der Andere hat Dir vielleicht übel mitgespielt oder Du ihm oder ihr. Es scheint dann noch "Klärungsbedarf" zwischen Euch zu geben und ein Wiedertreffen ist vorprogrammiert...    😉
Und dabei kann es natürlich ebenfalls im heutigen Leben zu einer spontanen Reaktion in Dir kommen: ein mulmiges Gefühl oder auch eine Antipathie, ohne dass Du die Person im jetzigen Leben je gesehen hast.

Diese Beziehungen nennt man landläufig "Karmische Beziehungen", weil sie eine Geschichte vor diesem Leben haben. Unter sie zählen auch Dualseelen, Seelenpartner, oft auch Seelenverwandte (mehr dazu auf meiner speziellen Seite zu Karmischer Liebe, Karmischen Beziehungen).

 

2. Déjà-vus

Deja-vu früheree Leben Zeitmaschine

Déjà-vus sind Erlebnisse, in denen wir glauben, die aktuelle Situation schon einmal erlebt zu haben - das kennst Du sicher auch, es ist ein relativ häufig auftretendes Phänomen.
"Genau das habe ich schon mal erlebt!"

Es gibt verschiedene Erklärungsversuche für dieses merkwürdige Geschehen - die meisten sind hirnphysiologische.
Einer davon ist, dass es sich um verdrängte, unbewusste Erlebnisse handeln könnte (im Wikipedia-Artikel über Déjà-vus auf Platz 1 der möglichen Ursachen!). Und in unseren Zusammenhang könnte das fallen, denn klar: meistens sind frühere Leben nicht bewusst, das könnte also passen!

Also könnte es sein, dass Du eine sehr ähnliche Situation wirklich schon einmal erlebt hast, vielleicht sogar mit denselben Menschen/Seelen - nur nicht im heutigen Leben! Du hast bloß keinen bewussten Zugriff darauf, kannst Dich nicht daran erinnern. Du hast nur diese Ahnung. Es fühlt sich im Déjà-vu so an, als wärst Du in einer Art einmaligen Zeitschlaufe, die Dich leicht aus dem gegenwärtigen Moment hebt: Wie einen Lidschlag außerhalb der linearen Zeit zu sein - ein sehr merkwürdiges Gefühl...
(Der Vollständigkeit halber: Es könnte sich bei Déjà-vus alternativ auch um das reale Erleben einer Situation handeln, die man irgendwann kurz oder unbewusst präkognisziert (=vorausgesehen) hat.)

 

3. Innere Nähe zu bestimmten Ländern, Kulturen oder historischen Zeiten

"Hier war ich schon mal!" , "Das Land ist gruselig", "Die Sprache kenne ich" oder "Ich trage gerne lange Kleider"

Bestimmte Länder, Orte, Landschaften ziehen Dich an (oder stoßen Dich ab), obwohl Du vielleicht nie vorher da warst. Oder Du warst schon da und fühltest Dich sofort zuhause - oft heimischer als am Geburts- oder Wohnort! Auch hier ist oft diese "unerklärliche" Vertrautheit zu spüren, wie sie bei Menschen vorkommen kann. Es muss sich hierbei natürlich nicht immer um ein fernes Land handeln: es kann ein Waldstück in Norddeutschland sein, ein Dorf in Thüringen.

Oder es gibt eine bestimmte Kultur, die Dich anzieht oder sehr vertraut erscheint.
Oder Du entdeckst, dass Du eine Sprache schnell verstehst oder leichter lernst als andere Sprachen.
Oder eine bestimmte Zeit kommt Dir sehr nahe vor: Du nimmst an Ritterspielen teil oder interessierst Dich für Schamanismus oder verschlingst Literatur über die alten Ägypter...
Manchmal (und nicht sehr verwunderlich) treffen alle diese Punkte zu: Ein bestimmtes Land, die jetzige oder alte Sprache und Kultur der Einwohner*innen dort - das kennst Du, da geht Dir das Herz auf!  (OK, es kann auch hier - wie immer bei Erinnerungen - die unangenehme Version geben, dann nämlich, wenn Du nichts Schönes in diesem Land erlebt hast.)

 

Victory für Ausserirdische

4. Außeridischen-Gefühl

Du fühlst Dich total falsch hier, findest keinen Platz, die Erde ist nicht heimisch:
"Ich bin auf dem falschen Planeten gelandet!" - "Hier gehöre ich nicht hin!" - "Was geht denn hier ab?" - "Wie geht denn `Leben´ hier?

Das Gefühl, am falschen Ort, im falschen Universum, in der falschen Familie, überhaupt: sich fremd fühlen: Du gehörst nirgends dazu, so sehr Du Dich auch bemühst. Alle Anderen kriegen es gut hin (scheinbar), nur Du nicht. Wie kamst Du nur hier her? Was sind denn hier die Regeln? Passe ich nirgends hinein?

(Übrigens habe ich diesen davon Betroffenen diesen Artikel gewidmet: "Die ultimative Liebeserklärung an alle Außerirdische")

Dieses Empfinden kann darauf hinweisen, dass Du vielleicht wirklich im Herzen noch einen anderen Zustand kennst und jetzt auf einem anderen Planeten gelandet bist und noch halb (unbewusst) in diesem früheren Zustand bist. Sozusagen: mit nur einem Bein inkarniert, mit dem anderen noch auf einem anderen Planeten...

Oder Du bist in Deinem Herzen noch in einer ganz anderen Phase des Erdendaseins, in der es sehr anders war als jetzt.
Jedenfalls fühlst Du Dich jetzt und hier ANDERS als die Anderen.

- Daher ist dieses Erleben oft verbunden mit dem nächsten Punkt:

4.a. Unergründliche Sehnsucht

"Ich will zurück!"

Wenn es einen "falschen Ort" gibt, gibt oder gab es vielleicht auch einen "richtigen" für Dich?
(Das ist natürlich eine rhetorische Frage. Woher soll das Gefühl der Fremdheit kommen, wenn man das Vertraute nicht kennen würde?...)

Sehnsucht nach einer anderen, inneren Heimat, die Du scheinbar verloren hast, die nur höchstens als nicht aussprechbare Ahnung in Dir lebt: Dieser Ort in Dir fühlt sich möglicherweise vertraut an, oft auch weniger "brutal": da könnten Seelen ohne festen Körper sein, eher feinstofflich, die sich verbundener mit anderen Seelen fühlen; es wäre heller, unbedrohlich, geborgener, leichter. Dahin könnte Deine Sehnsucht zielen, wenn auch unbewusst.
(Es ist übrigens nicht so selten, dass jemand "von außen" kommt und auf der Erde inkarniert. Vielleicht möchtest Du hierzu auch den Bericht über eine Rückführungstherapie lesen, in der ein "Außerirdischen-Leben" auftaucht.)

Manchmal, das zeigen auch Rückführungen, liegt der SehnsuchtsOrt aber auch in einer unbewussten Erinnerung an einen bestimmten angenehmen Zustand nicht entfernt vom irdischen Leben auf fernen Planeten, sondern in einem früheren Leben: Oft ist es das Aufwachsen in einer früheren Familie, in der Du Dich geborgen, sicher, aufgehoben und geliebt gefühlt hast - ein Zustand, den Viele (Klient*innen) aus dem heutigen Leben traurigerweise gar nicht kennen. Oder Du hattest in einem Vorleben eine wundervolle Liebesbeziehung mit jemandem, intensiver als jede Beziehung, die Du im heutigen Leben hattest.
Also muss dieser SehnsuchtOrt nicht unbedingt ein geografischer Ort sein, sondern eher ein Platz in Deinem Herzen, in Deinen Erinnerungen an NichtBewusstes aber Unvergessenes tief in Dir, an die Beziehung zu einem Ort, einem Menschen oder einem Zustand. Auf jeden Fall: Es gibt oder gab ihn!

Ist die Sehnsucht sehr groß, kann das bis zu einer Todessehnsucht führen. In dieser geht es jedoch weniger um den körperlichen Tod oder "das Ende" (ok, das klingt merkwürdig), sondern eher um die Sehnsucht nach Frieden oder (meist eher unbewusst) nach dem Licht, der sogenannten Zwischenwelt zwischen den Leben, oder eben einem anderen Ort im Universum, der als Heimat empfunden wird.
Rückführungen zum Sehnsuchtsort sind verständlicherweise sehr heilsam, weil die SeelenHeimat bewusst wird. Dadurch wird die innere Trennung davon aufgehoben und das kann zu einem stärkeren Ankommen im Hier und Jetzt führen.

 

Traum von früheren Leben - alte Zeiten

5. Träume

"Wo war ich denn heute nacht?"

Vielleicht hattest Du einmal einen Traum von Dir selbst in vergangenen Zeiten? Und Du hast nicht am Tag davor eine historische TV-Serie oder einen Film geschaut oder ein Buch über die betreffenden alten Zeiten gelesen, auf die Du das schieben konntest? (Doch sogar wenn es so gewesen wäre, wäre dies kein zwingender Grund, dass es in dem Traum nicht um ein früheres Leben ging. Denn vielleicht hat der Film oder das Buch nur die Erinnerung wachgerufen, die dann im Traum verarbeitet wurde...)

Oft ist ein Merkmal dieser Träume, dass sie sich sehr lebendig und "realistisch" anfühlen. Es drängt etwas aus dem Unbewussten, das erledigt, abgeschlossen, gesehen werden will.
(Wer beim Abschließen helfen könnte, wenn das durch den Traum nicht vollständig geklappt hat oder aber nicht alleine geht, muss ich, glaube ich, nicht weiter ausführen...  😉  )

 

6. Flashbacks oder Erinnerungen in Meditation oder Tagtraum

"Wo bin ich denn jetzt?"

Flashbacks sind in diesem Zusammenhang Zustände, in denen man sich "mitten am Tag" plötzlich in einer früheren Situation erlebt, die Gegenwart tritt zurück: Der Ex-Soldat, der sich bei einem lauten Krach auf der Straße hinter einen Baum flüchtet, wäre solch ein Beispiel. Er ist dann nicht mehr im Heute, denn ein Auslöser hat ihn innerlich in die (traumatische) Vergangenheit "gebeamt", in der gebombt wurde.
(Es muss nicht immer so traumatisch und dramatisch sein. Dass wir mehr auf unsere Vergangenheit reagieren als auf die Gegenwart und die aktuellen Personen in ihr, ist meist unser Lebensalltag! ...Und genau das, was uns dann in die Therapie bringt, um diese Altlasten loszuwerden, damit wir wirklich auf die Gegenwart antworten und nicht auf Muster und Stereotypen unserer Vergangenheit: zum Beispiel der Beziehungen zu den Eltern im heutigen Leben, Menschen und Situationen aus früheren Leben.)

Flashbacks oder Erinnerungen in Meditation oder Tagtraum - das sind wohl die klarsten Phänomene, weil sie im oder nahe am Wachbewusstsein stattfinden und oft mit allen Sinneseindrücken gekoppelt sind: Gefühlen, Tönen, Bildern, Körpergefühlen etc. Sie hinterlassen einen tieferen Eindruck, auch weil man nicht einfach sagen kann: "ach, das habe ich nur geträumt".
Eine "Rettung" wäre trotzdem noch der Gedanke, es sei eine Phantasie. Das müsste man natürlich überprüfen. Oft hat man aber eine innere Sicherheit und Intuition in der Entscheidung, ob es sich um Phantasie oder Realität handelt. Bei Flashbacks ist Phantasie sicher sowieso keine Erklärung.

Oft drängt hier auch nicht irgendetwas, sondern Traumatisches aus dem Unbewussten nach oben. Dies mit mehr oder minder großer Macht, weil es endlich ans Tageslicht will. Das Bewusstsein dessen, was da hochdrängt, scheint dann sehr wichtig für das heutige Leben.
Manchmal kommen Klient*innen, die dies erleben, in meine Praxis, um zusammen daran weiterzuarbeiten, weil noch nicht alles (und natürlich meist das Unangenehmste) auftauchen konnte und es dafür (professionelle) Begleitung braucht.

Das alles ein Ruf der Seele.

 

gefangene Frau

7. Probleme, die scheinbar "grundlos" sind

Ängste, Phobien, körperliche Krankheiten oder Gebrechen, Körpermale, Blockaden, Beziehungsmuster etc...:
"Warum habe ich das denn jetzt?", "Warum ziehe ich das immer wieder an?", "Warum komme ich da nicht ´raus?"

Hier geht es um scheinbar "irrationale Reaktionen" von Dir, die Dir zu schaffen machen und nicht einfach abzustellen sind.
Nur ein paar Beispiele:
Die Angst vor dem Wasser; Zwänge, sich immer wieder die Hände waschen zu müssen; Verlustängste; fühlst Dich ausgebremst, erfolglos; "psychosomatische Krankheiten"; Verhaltensmuster, ohne Möglichkeit, sie zu ändern; Anziehen von ähnlichen Partnern mit dann ähnlichen Beziehungsproblemen; Phobie vor Tieren etc. etc...
- generell: emotionale Reaktionen auf bestimmte Menschen oder äußere Situationen, die wie konditioniert sind und irgendwie nicht mit dem heutigen Leben zu tun haben (ob sie es nicht doch sind, muss wieder mal eine Rückführung zeigen).

So oder so sind die mneisten oder gar alle Symptome und Probleme meines Erachtens immer Reaktionen auf vergangene Erfahrungen und dann, wenn man diese kennt, nicht mehr "irrational", sondern sehr verständlich.

Diese ganzen "Blockierer" und "Peiniger" sind folgerichtig die häufigsten Gründe überhaupt, eine Rückführungstherapie aufzusuchen. Da fast meine ganze übrige Website davon handelt, halte ich diesen Abschnitt kurz. Interessiert Dich dieser Punkt mehr, dann schmökere zum Beispiel HIER weiter.

 

8. Spontane Aussprüche, die nicht zum jetzigen Leben passen

"Ich habe die beste Mutter, die ich je hatte!", "Als ich eine Frau war, hatte ich schwarze Haare" sagt ein Junge

Solche und ähnliche Aussprüche sind öfter bei Kindern zu hören oder zumindest dokumentiert, als von Erwachsenen. Aber dafür gibt es kein Alter, sie können einem immer spontan "herausrutschen", manchmal als "Versprecher": "meine Schwester" zur Mutter zu sagen oder "mein Sohn" statt "mein Freund"...
Hier blitzen dann oft frühere Leben durch, meist unerkannt, weil wir sie einfach als zufällige Versprecher ansehen...

Bei Kindern ist die Distanz zu früheren Leben (und anderen Phänomenen wie Energien und Engeln sehen etc.) erfahrungsgemäß noch nicht so groß und noch nicht wegtrainiert mit elterlichen Sätzen wie: "das hast Du bestimmt geträumt", "das hast Du Dir nur eingebildet". Trotzdem können solche Äußerungen auch Erwachsenen entfleuchen.
Fällt Dir vielleicht sogar ein Beispiel von Dir ein?

In Therapien bzw. Erstgesprächen ist man als Therapeut natürlich hellhörig für (Glaubens-)Sätze, die eine lange oder sehr lange Geschichte haben könnten (bevorzugt natürlich Sätze mit "nie" oder "immer": "Ich habe es nie richtig gemacht", "Ich muss immer alles tragen"). Sie können zu wichtigen Einstiegen in eine Therapie werden, weil sie - so generalisiert - eine große Reichweite in unseren Leben haben können und dann bestimmt nicht unbedingt glücklich machen. Vielleicht hast Du auch solche allgemeinen Sätze über Dich oder die Welt, die Anderen "in petto". Sie können immer auch aus früheren Leben stammen - und dann im heutigen Leben wieder Bestätigung gefunden haben, denn Glaubenssätze werden immer "gerne" bestätigt, nicht so einfach verworfen.

 

9. Spirituell sein

"Ich bin spirituelles, ewiges Sein"

Interessanter Punkt: Ist SpirituellSein im heutigen Leben ein Hinweis auf frühere Leben?

Eigentlich ist eine Seele per se ja schon "Spirit", "spirituell". Nur, weil die Zeiten in den westlichen Gefilden der Welt lange eher materialistisch waren, ist Spiritualität quasi eine Rückgewinnung, keine Neuerwerbung.
Daher könnte man diesem Punkt einen gewissen Wert geben: Wer heute spirituell ist, hat schon Vorleben gehabt, die spirituell(er) waren, und die unbewusste oder bewusste Erinnerung daran weckte wieder schlafende Hunde -äh- die Erinnerung an so etwas wie die Seele.

Ok, klingt - fast - gut.

Zu Recht könnte man aber auch hier gerade einwenden:
Wenn die Seele per Definition spirituell ist, dann sind Seelen, die noch nie inkarniert waren, also noch gar keine Vorleben auf der Erde hatten, vielleicht "noch spiritueller" als alle anderen, weil sie noch nicht so "materiell verdorben" sind!?
Und weiter: "Noch nie inkarniert" muss nicht heißen, sie hatten überhaupt keine "Vorleben" - sie hatten vielleicht nur keine, die auf der Erde stattfanden.
Um es noch besser zu machen:
Es gibt ja auch "komplett frische" Seelen, ohne jegliche Erfahrungen, weder irdische noch außerirdische!...
...was jetzt? Wer ist "spiritueller" bzw. muss man frühere Leben haben, um spirituell zu sein?

Haha, das scheint jetzt super verschwurbelt... naja, warum muss immer alles gleich ganz klar sein? Ist doch trotzdem (hoffentlich) ganz interessant, diesen Gedanken mal zu folgen...  😉

Auf jeden Fall ist das aus meiner Sicht einer der schwammigsten Punkte. Und ähnlich uneindeutig aus denselben Gründen würde ich Hochsensibilität oder spirituelle Fähigkeiten wie Hellfühlen, Hellsehen in Bezug auf einen Hinweis auf frühere Leben einschätzen. Sie sind alle kein Indiz dafür.

 

müder Koala

10. Lebens-Müde?

"Das hab ich alles schon gesehen
Das ist mir alles schon bekannt..."*
(gähn)
* Aus einem Songtext der Fantastischen Vier (nein, ich bin kein Fan, passt hier nur so gut...)

Das kann darauf hinweisen, dass Du schon Einiges in diesem und in früheren Leben hinter Dir hast. Es hat sich möglicherweise ein gewisser Überdruss über viele Seelenleben hinweg ergeben - Neugier und Spannung sind weg. Du hast schon alles Denkbare in Jahrtausenden auf der Erde durchlitten, Ekstasen erlebt, x Beziehungen in den schillerndsten Farben geführt, bist mehrmals unter verschiedene Räder gekommen, hast die Leichtigkeit auf vielen Festen getanzt - kurz: diese Welt und ihre Möglichkeiten sind gründlich erforscht, die Neugier erlahmt...

Als Alternative könnte es natürlich auch auf eine allgemeine Energielosigkeit hinweisen, die mehr durch Aufreiben in nur diesem heutigen Leben und durch das Gefühl von Sinnlosigkeit und Festhängen in Mustern und Wiederholungen geprägt ist: eine Art depressiver Verstimmung oder BurnOut.
Denn: Viele Leben hinter sich zu haben, eine sogenannte "alte Seele sein", muss nicht zwangsläufig zu weniger Neugier und LuftAusgehen führen! (Und bei der Bezeichnung "alte Seele": Vorsicht Ego-Alarm! Nicht jede, die das von sich gern behauptet, muss auch eine sein! Denn uralt fühlen kann man sich auch aus anderen Gründen...  🙂  )

 

11. Eher Solo spielen

"Ich bin eher einsam und zurückgezogen" oder auch, "positiver": "Ich bin lieber allein und Einzelgänger"

Das kann natürlich mit sozialen Ängsten zusammenhängen, mit Erfahrungen im heutigen Leben, in denen sich andere Menschen blöd oder noch schlimmer Dir gegenüber verhalten haben (nach dem Spruch von Sartre "Die Hölle, das sind immer die anderen" - – ich weiß, er kannte wohl das Resonanzgesetz nicht... 😉  ).

Aber es könnte eben auch sein, dass der Grund in früheren Leben bzw. auch in den Gründen für Hinweis 4 ("außerirdisch fühlen") oder auch Punkt 12 ("lebensmüde, alles gesehen") liegen. Viele schlechte Erfahrungen mit Anderen über viele Leben hinweg können verständlicherweise auch zu einem langsamen Rückzug von anderen führen.

Es kann ein Gefühl von Verbundenheit "fehlen"- oder es kann auch einfach Desinteresse sein - oder simple Genügsamkeit, die keine Geselligkeit braucht, um sich gut zu fühlen, vielleicht auch Introversion - oder Resignation, nicht "die Richtigen" getroffen zu haben, sich nie verstanden zu fühlen.

Was trifft wohl auf Dich zu? Die obigen Aussagen zum Solodasein könntest Du als Fragen zur Selbsterforschung nutzen und sie innerlich überprüfen.

Ansonsten bist Du eben wie Du bist - Du musst nicht den Normen genügen (kann man meist ja sowieso nicht - wie auch, als Individuum?). Geselligkeit ist ein Bedürfnis in unterschiedlicher Ausprägung wie alle Bedürfnisse. Verbunden kann man sich auch ohne viele äußeren Kontakte fühlen. Dich mit anderen anhand einer Norm zu vergleichen hat eh´ wenig Taug, egal, wie solche Vergleiche aussehen - schmeicheln dem Ego oder ziehen herunter. Auf jeden Fall sind sie unsinnig. Kannst Du ohne Verluste weglassen.  😉

 

trauriger Junge

12. Traurig - schon als Kind, auf Deinen Kinderfotos - Du kennst es gar nicht anders.

"Ich war schon immer so traurig (oder wütend oder melancholisch oder ernst)", oder: "Es war schon immer so ein alter Schmerz in mir..."

Der Schmerz kann seit mehreren Leben in Dir lodern, eine uralte Wunde sein, ein schmerzhafter Verlust vor Hunderten von Jahren.
Auch hier gilt: Der Grund für die Traurigkeit kann auch in der Zeit nach dem Inkarnieren liegen: im Mutterleib oder der frühesten Kindheit, durch Trennungserlebnisse oder Ablehnung zum Beispiel.

Aber - das kann man (meist mit Fug und Recht) über die meisten Probleme sagen - im engeren Sinne verursacht sind die wenigsten davon in diesem Leben, meist handelt es sich eher im heutigen Leben um Retraumatisierungen, Wiederholungen aus früheren Leben, Auslösungen von noch älteren Erlebnissen. Das zeigen die Erfahrungen in Rückführungen.

Was davon richtig ist, erfährt man dann in einer Rückführungstherapie: Gehen wir zur Ursache für die Traurigkeit und verfolgen wir sie in die Vergangenheit, dann gibt es einen ersten Zeitpunkt in diesem Leben, mag er im dritten Lebensjahr liegen oder noch früher, im Mutterleib zum Beispiel. Dann versuchen wir, einen kurzen Moment in der Zeit weiter zurückzugehen. Dadurch sehen wir bzw. fühlen wir, ob die Traurigkeit schon vorher da war... und wenn ja, woher sie eigentlich kommt... und gehen weiter zurück zu dieser Ursache. So geht das.

 

Beethoven-Büste

13. Du bist Beethoven (oder ihm ähnlich) - Frühe Interessen, Talente, Fähigkeiten

"Ich habe schon im Babybett Rhythmen auf meine Windel getrommelt, während ich meiner Mutter liebliche Melodien aus fernen Zeiten gepfiffen habe."

...Dann, etwas später, bist Du acht Monate alt, ziehst Dich am Schemel hoch, drehst ihn auf die richtige Höhe und setzt Dich ans Keyboard Deiner Schwester (Sitzen geht ja noch besser als Stehen und Laufen) - und:
Barräng! (keine Ahnung, was das heißt, soll so ein Überraschungston sein):
Du spielst die Tasten - ohne vorherige Verbeugung oder Fingerknacken - sofort wie eine junge Göttin (oder natürlich vielleicht die männliche oder diverse Version davon), so dass es Deinen Eltern blass um die Ohren wird: Sie sehen Dich schon vom VIP-Rang aus im Pianist*innen-Olymp, Preise absahnen, ihnen als Eltern bei der Verleihung tränenreich danken usw usw.

Zwei Monate später kritzeltest Du Deine erste Symphonie mit Deinen abgekauten Wachsmalstiften auf den Küchenboden - aus Angst, es endet wie mit Deiner Zehnten Symphonie damals - nämlich gar nicht: Du befürchtetest, Du kommst mit einem Opus schon wieder nicht mehr ganz zu Potte, weil Du Deinen Körper vorher verlässt (siehste! gleich auch eine Bestätigung für Punkt 8: "Unerklärliche" Probleme, z.B. hier: Ängste, die in früheren Leben wurzeln...).

Klar, solche Talente und Fähigkeiten können vererbt werden - wie bei Mozart in seiner Musikerfamilie zum Beispiel oder wie eben bei Beethoven, dessen Vater Johann Sänger, Gesangs- und Klavierlehrer war.
ABER Deine Schwester mit ähnlichen Genen kann dagegen ein Mathematik-As sein und hat mit Musik nichts am Hut. Du aber nutzt halt geschickt die Gene Deines Vaters, der Musik im Blut hat.
- Gene sagen generell nicht viel darüber aus, was, wieviel und ob sich etwas wirklich im Leben umsetzt. Du (jetzt als reinkarnierter Beethoven angesprochen) hast Dir den richtigen Körper mit den passenden Genen und Möglichkeiten angezogen (in doppeltem Wortsinne), mit dem Du umsetzen kannst, Deine Zehnte jetzt fertig zu schreiben und das nicht irgendwelchen Stümpern, Nachahmern und Geldgeiern im heutigen Leben zu überlassen (oder, wenn Du eher schreibst, als reinkarnierte Autorin Margaret Mitchell die Tantiemen für die Fortsetzung von "Vom Winde verweht" selber einstreichst und nicht einem Niemand überlässt...).
Also: Nutze Deine Talente und Potentiale jetzt, oder lege sie erst einmal frei, sonst hört das ja nie auf mit der Reinkarniererei...  😉

Übersetze die reinkarnierte Begabung für Komponieren und Musik vielleicht für Dich in ein schon früh in Deinem Leben sich zeigendes Talent für:
* Beziehungen schlichten (=Du hast geschrien, wenn Streit zwischen den Eltern war, um die Aufmerksamkeit auf Dich zu ziehen und den Streit zu beenden),
* Organisieren (=Du hast schon auf Deiner Wickelauflage die Puder und Cremes für Deine Mutter in die richtige Reihenfolge gestellt),
* Makramee (=Du hast schon früh Schnürsenkel Deiner Geschwister und Eltern zu Wunderwerken verflochten),
* Medizin (=Du hast Deinem kleinen Bruder schon literweise ungesüßten Zitronensaft eingeflößt, natürlich nur, damit er seine Erkältung überwindet, nicht um ihn zu quälen!)
* Schauspielerei (=Deine Eltern siehst Du in der Erinnerung oft Kopf an Kopf auf der Couch schlafend, während Du seit vier Stunden unermüdlich im Türrahmen gegenüber die Prinzessin gibst - und natürlich auch die fünf anderen Rollen: Prinz, Bösewicht, König, Königin, Pferd)

...das aber jetzt ernst genommen: Welches Talent könntest DU mitgebracht haben, hat sich vielleicht schon früh gezeigt und hast Du ausgebaut - oder ist gar irgendwann in Deiner Kindheit oder Jugend untergegangen?
In der gleichen Richtung diese Frage: Gab es Berufswünsche, die Du später als illusorisch und unrealistisch abgetan hast und die noch in Dir weiterschlummern? Vielleicht warten diese Fähigkeiten noch darauf, umgesetzt zu werden, in welcher Form auch immer?
Hast Du Hobbies? Nicht unwahrscheinlich, dass manche aus Tätigkeiten und Interessen in früheren Leben stammen.

 

14. Ich habe erfolgreich die Internet-Tests "Wer war ich in einem früheren Leben?" bestanden

"Ich war Pirat"

Verschiedene Persönlichkeitstests schwirren im Netz herum - ja (räusper), mann muss es sagen, vor allem auf "Frauen-Seiten" (Brigitte, desired.de, woman.at - um nur einige zu nennen...). Was ich von solchen "Tests" halte, muss ich wohl nicht sagen - ein witziger Zeitvertreib für trübe Novembertage, natürlich mehr nicht.
Man (und frau) kann da doch wirklich anhand einer Handvoll Fragen herausfinden, was man mal in einem früheren Leben war! Erstaunlich, wie einfach! Hätte ich das doch vorher gewusst!  🙂

Ich habe selbst verschiedene davon absolviert (was tue ich mir nur manchmal mit diesem Blog hier an?) und es kamen sehr unterschiedliche Persönlichkeiten heraus, die ich gewesen sein soll: von Königin über Poet bis Pirat, Magd und verunglücktem Seefahrer...  🙂 .

Ok, klasse, das stellt mich zumindest als schillernde Persönlichkeit dar. Und man hatte ja einige Vorleben, könnte man mir entgegenhalten, also war ich ja vielleicht alles davon! Ja. VIELLEICHT! (obwohl ich denke, die meisten meiner Vorleben zu kennen, war nur eines dabei, das übereinstimmte - immerhin! - ich verrate aber nicht, welches... 🙂  ) Dass ich zum Beispiel Königin war, ist ein netter Gedanke - aber nein, eher nicht. (Das erinnert mich übrigens an meinen Cleopatra-Artikel über Wahrheit in den Erinnerungen an frühere Leben)

So ist das, wenn man keine Erfahrungen aus erster Hand hat: man muss doofe Tests im Internet machen! Das gilt auch für mediale Durchgaben: So interessant es auch ist, was nützt es, wenn es nur eine Annahme von jemandem Dritten ist, sei sie auch noch so wahrscheinlich und das Medium noch so gut?
Was macht man dann mit solchen Zuschreibungen durch andere oder durch solche Tests? (Ich möchte letztere aber nicht ernster nehmen als sie sind und kein Spielverderber sein.)

Kennst Du die "Sei wie Max"-Sprüche im Internet?
Hier ist mein selbstgebastelter:   🙂

Sei nicht wie Max, sei wie Herbert und mache selbst eine Erfahrung!

"Das ist Max. Er interessiert sich für frühere Leben. Er macht Tests dazu im Internet. Sei nicht wie Max, sei wie Herbert und mache selbst eine Erfahrung!"

 

Summa Summarum

Für alle Hinweise gilt:
Es kann sein, dass sie mit früheren Leben zusammen hängen, müssen aber nicht zwangsläufig. Gib´ das einem Wissenschaftler (oder einem "normalen" Psychologen) und Du bekommst wahrscheinlich ein schallendes Lachen - im besten Falle...
Aber was wissen schon wir Psychologen...  😉

Aber im Ernst: Manche Punkte halte ich für näher an einer möglichen Wahrheit, andere wiederum halte ich für sehr, sehr spekulativ. Vieles davon kann auch im heutigen Leben verursacht sein, vor allem, weil es ja auch Unbewusstes aus dem heutigen Leben gibt, das uns dazwischenfunken kann.
Das Argument jedoch, das ich vorhin schon angeführt habe, gilt trotzdem: auch wenn z.B. eine Phobie oder eine Verlustangst durch Erfahrungen im heutigen Leben begründet werden könnte, bleibt noch die Frage, ob man das Thema nicht schon mitgebracht und gemäß des Resonanzgesetzes "nur" angezogen hat und es sich um eine Wiederholung handelt.

Also nochmal: Sei nicht wie Max, bleib´ nicht bei den Brigitte-Tests. (Eigentlich wäre dann der Name "Maxine" vielleicht passender, merke ich gerade, aber bleiben wir multi-gendermäßig...)

Wobei ich, wie an anderen Stellen hier auf meiner Website auch schon, doch noch anmerken möchte, dass ich Rückführungen aus Neugier zwar verstehen kann, ich als Therapeut jedoch an Therapien interessiert bin: ich bin und bleibe Psychologe, kein Wellnesscoach oder ReinkarnationsTouristenFührer. Daher nehme ich dieses große Potential dieser Methode auch sehr ernst und gehe verantwortungsvoll mit ihr um. Denn Vorsicht - nicht immer sind "Neugierrückführungen" nur ein Spaß, das Unbewusste lässt sich nicht so einfach kontrollieren.

Ich bin jedenfalls für Dich da, wenn Du Dich aufmachen möchtest, Dich mit Deinen (eben wahrscheinlich uralten) Themen, Problemen, Blockaden näher zu beschäftigen, um sie endlich und hoffentlich loslassen zu können.

Es hat echt mal gut getan, hier etwas Lockereres zu bieten. Wem es zu wenig ernst war, der findet ja wirklich genug davon in meinem anderen Artikeln...

Lass´ es Dir in diesem Leben gut gehen - und:
vollende Deine Zehnte Symphonie, sonst macht es jemand Anderes für Dich...  😉   (Künstliche Intelligenz z.B.)

Herzlichst, wie immer,
und vielleicht bis bald in meiner Praxis,
Dein Ulf Parczyk

 

Das ist sicher noch was für Dich:

Rückführungstherapie-Seite: Was ist Rückführungstherapie?

Artikel zu Rückführungstherapie (Sitzungsbeispiele, Vorgehen u.v.m.)

Erfahrungsberichte von Klient*innen

Feedbacks von Klient*innen

Fragen & Antworten - alles Wichtige in Kurzform: Kosten, Verlauf, Eignung, Hypnose etc. etc.

 

 


Photos: Beitragsphoto Barock-Dame: Michael Gaida auf pixabay; von "Alte Socken" von UP  😉  ; "Time machine?" by soomness is licensed under CC BY 2.0; Traum-Hinweis-Bild von Syed Hasan Mehdi von Pexels; gefangene Frau von Andrea Piacquadio von Pexels; müder Koala von Cris Saur on Unsplash; trauriger Junge von Thadeusz Lakota on Unsplash; Beethoven-Büste von Maria Lupan on Unsplash; Max/Bill-Meme-Generator auf imgflip.com

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