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Unbedingt gut sein. Müssen – Wollen – Können?

Unbedingt gut sein. Müssen – Wollen – Können?

Perfektionismus – Motivation oder Überforderung?

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Innere Standards haben und diese erreichen wollen. Das ist für die meisten Menschen völlig in Ordnung. Etwas anpeilen, was im Moment noch nicht erreichbar ist

Jedoch bei schleichender oder akuter Überforderung: Burn Out. In den Schlund zwischen Anspruch und Wirklichkeit fallen, zerrissen zu werden, bis hin zu kompletter Selbst-Ablehnung, Verzweiflung, Ohnmacht oder Depression. Ziele also gar nicht mehr verfolgen, weil sie sowieso weit hinter dem Horizont der Möglichkeiten erscheinen.

Im ersten Schritt der Bewusstwerdung kann man diese Situation der Gesellschaft oder den Eltern antragen, nämlich dass die Akzeptanz, die Verbundenheit oder gar Liebe von bestimmtem Verhalten oder Eigenschaften abhängig gemacht wird/wurde. Das verinnerlicht zu haben und sich selbst mit den kritischen Augen ansehen, sich genauso lieblos und unwert zu fühlen, wie man selbst irgendwann von diesen „Mächtigeren“ angeschaut wurde, erreichte man ihre Standards nicht. Ein Riesendruck, dem zu genügen, den manche auch nach vielen Lebensjahrzehnten noch fühlen können und diesem Druck folgen müssen, auch wenn z.B. die Eltern schon lange tot sind.

Ist dieser Druck für die jeweilige Person handhabbar und überwältigt er sie oder ihn nicht, kann es eine Kraft sein, die zu Leistungen anspornt. In diesem Falle ist die Eigenliebe dann nicht völlig davon abhängig, dieses Soll zu erfüllen, d.h. der lieblose, fordernde Blick ist nicht zu stark. Ist er aber zu stark, kann er leicht demotivieren und in Selbst-Haß münden. Und nicht nur der Beruf ist davon betroffen, der vielleicht noch profitieren würde, weil das in unserer Gesellschaft auch (arbeitgeber-)konform ist, sich richtig ´reinzuhängen, es gut machen zu wollen (dann drohen oft aber workaholism / Burn Out) sondern alle Bereiche des Lebens: das Aussehen muss makellos sein, das Verhalten in Beziehungen (man will keine Fehler oder Schwächen zeigen) usw.

Kontrolle ist das große Thema. Und natürlich Angst:

Allgemein würde ich sagen, wenn der Perfektionismus aus einer tiefen Angst entstanden ist (die bis zu Panikattacken gesteigert sein kann), ist es keine im positiven Sinne motivierende Kraft mehr, weil es eigentlich darum geht, sich oder zumeist eher: andere Leben zu retten – und nicht, um einfach das Beste aus einem herauszuholen.

Verantwortlich sind zumeist frühere Leben, und hier Situationen, in denen nicht ausgereicht hat, was wir getan haben und andere sind dadurch geschädigt worden oder gestorben (eine Thematik mit Schuldgefühlen mit dem daraus resultierendem Gedanken „weil ich es nicht gut gemacht habe, muss ich es jetzt gutmachen„). Oder man war selbst tödliches Opfer von anderen und hätte etwas „besser“ oder anders machen können, um es zu vermeiden. Das sind Hintergründe, die die „normale“ Psychologie nicht kennt.

In der Rückführungstherapie geht man in diese Situationen, um sie zu neutralisieren und aus ihnen zu lernen.

So weit die Beobachtungen aus der Praxis. Ein weit verbreitetes Problem. Therapeutisch gilt es, diese Sichtweisen in ihrer puren Form zu erleben und dann die Projektionen nach außen aufzuheben (die z.B. zu Angst vor den Urteilen anderer, mangelnder Durchsetzung und Abgrenzung, Schuldgefühlen etc. führen können), indem man die Gründe für diese Sichtweise aufsucht. Ziel ist natürlich, Kontrolle über die Standards zu bekommen und die Eigenliebe nicht von dem Erreichen dieser abhängig zu machen.

Könnte dieser Perfektionismus aber nicht auch schon eine Projektion auf höherer Ebene sein?

Steckt darin nicht auch der gefühlte Zwiespalt zwischen dem, welche Möglichkeiten eine SEELE hat, die potentiell alles sein und tun kann und dem begrenzten Dasein im irdischen Körper? Zwischen dem göttlichen Alles und der scheinbar getrennten Individualexistenz?

Für mich hier also dann: Keinen „perfekten“ Blog schreiben mit durchgefeilten Aussagen, eher Vorläufiges mit dem Mut zum Unvollständigen…. wie das Leben…. 😉

 


 Photo: Ulf Parczyk

 

 

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