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Sei Deine eigene Heldin! Sei Dein eigener Held!

Sei Deine eigene Heldin! Sei Dein eigener Held!

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(ca. 14 Min.)

Es ist gut, Vorbilder zu haben, Helden, Autoritäten. Ein guter Chef, eine liebe Freundin, ein Sportler, ein Erleuchteter, eine Größe in dem Gebiet, in dem Du Dich professionell oder privat bewegst. Die Bereiche, die das betrifft, können unterschiedlich groß sein: Eine bestimmte Fähigkeit oder mehrere – oder Du bewunderst sie als ganze Menschen. In der Kindheit waren es Comic- oder Kinderbuchhelden und später SchauspielerInnen und Musikstars, Romanhelden, Künstler, Eltern oder SoapOpera-Figuren. 
Du lernst von ihnen, schaust Dir etwas ab, bewusst oder unbewusst, eiferst ihnen nach, versucht so zu sein wie sie.

Das kannst Du auf unterschiedliche Arten machen, wobei eine Größe hierbei ist, wie groß Du Dich selbst ihnen gegenüber fühlst. Eine „erwachsene“ Möglichkeit ist die, trotz deren Größe, die Du ihnen gibst, auf Augenhöhe zu bleiben. Eine eher schwierige Art ist es, Dich so klein zu machen, dass der oder die andere unermesslich groß erscheint und Du Dich wie ein Zwerg daneben fühlst. Mit Humor genommen, ist auch das nicht problematisch. Ohne Humor genommen, kann es zu Selbstabwertung, verstecktem oder offenem Neid und Aggression gegen Dich und den anderen führen.

Eine Alternative biete ich Dir hier im folgenden Experiment: Sieh Dich mal selbst als Held. 

Du weißt nicht genau, was Deine Vorbilder (oder Deine Gegenspieler) alles erlebt haben, welche Dramen und Komödien sie hinter sich haben. Aber Du kennst DICH. Wie jeder wirkliche und wirklich interessante Held in den Fiktionen hast Du Blessuren erlitten und Schwächen. Der Inspektor im Krimi, der sein Kind damals nicht retten konnte, Siegfried mit seiner verletzlichen Stelle zwischen den Schultern, Achilles und seine Ferse – die Liste ist lang.

Nicht allein die Stärke, nein, das Alles macht Helden zu Menschen, mit denen wir uns identifizieren können. Warum brauchte es einen Jesus, der das Göttliche in Menschengestalt verkörperte und inkarnierte wie wir? Am Kreuz starb, sogar er mit tiefstem seelischem und körperlichen Schmerz und Zweifeln kurz vor seinem Ende?
Die Verbindung zwischen dem Unsterblichen, Ewigen und dem Verletzlichen, Zarten – das bist auch Du.

DAS EXPERIMENT: DEIN STÜCK

Erster Akt

Setz Dich ins Publikum eines Theaters. Sitze mal im Zuschauerraum Deines Theaters und fokussiere Dich auf Dich.

Theater Regisseur

Du bist noch da, lebst trotz vieler Widrigkeiten! Also hast Du wie jeder Held bis jetzt Höhen und Tiefen des Lebens überlebt, Verluste oder Trennungen erlitten, große Gefühle gehabt, Verletzungen erlebt, zarte Gefühle gespürt, hast geliebt, wurdest geliebt, warst krank, warst fit, hast gelacht und geweint, hast selbst verletzt oder verlassen und auch Phasen des Stillstands erlebt (die werden jedoch meistens in Theaterstücken oder Filmen übersprungen ???? ).
Sieh aus dem dunklen ruhigen Zuschauerraum heraus auf die Bühne, sieh‘ Dich an, lass Dich von Dir selbst mal faszinieren, von Deinem Drama, Deinen Hochs und Tiefs, Gefühlen und Gedanken, Deinen menschlichen Schwächen, Deinen Stärken. Sieh Dich für einen Moment mal so, wie Du andere Helden betrachtest. Sieh dich in Deinen Dir wichtigen Stationen Deines Lebens. Sei bewundernd, interessiert, erstaunt, mitfiebernd, verständnisvoll, sogar den dunklen Seiten gegenüber, die zu Dir und jedem Held dazugehören. Sieh‘ Deinen Mut, Deine Ängste, Stärken, Schwächen, „Fehler“, das Offene, Nicht-Erreichte, die Erfolge, das Dich mit allen Verbindende und das Einzigartige, das nur Du sein kannst, niemand sonst in diesem Universum. Als das verletzliche strahlende Wesen, das Du bist.

……….

Zweiter Akt

Jetzt geh‘ hinein in Deinen Held, in Deine Rolle. Sieh es von dort.

Theater Held

Tu so, als könntest Du vergessen, dass Du eigentlich im Zuschauerraum sitzt und selbst Autor des Stückes bist. Vergiss es. (So, wie Du es ja bis vorhin auch in Deinem realen Leben vergessen hast)
Spüre Deinen Helden – Dich – voll und ganz.
Leide mit ihr/ihm, freue Dich mit ihr/ihm in den wichtigen Stationen, hasse mit ihr/ihm, kämpfe wie sie/er,  liebe mit ihr/ihm.

……….

Dritter Akt

Kurz nochmal hinunter in den Zuschauerraum. Weite Deinen Blick ruhig mal auf die ganze Bühne aus. Da sind ja noch die anderen. Die, die mit Dir da oben auftreten, alle sind mit Dir irgendwie verbunden, alle Teil des Stücks. Denn Du bist nicht alleine in diesem Stück, sogar in den Momenten nicht, in denen es sich wie ein Solo anfühlt.

Theaterstück Held Mitspieler

Alle dort spielen Dein Stück mit, denn Du bist nicht nur der Held, Du hast es sogar mitgeschrieben. Du lockst die auf Deine Bühne, die sich von Deiner Präsenz angesprochen fühlen oder abgelehnt, egal. Emotionen sind es, die sie locken, die mit Dir zu tun haben. Sie alle haben einen Kommentar, wollen mit Dir zusammenspielen, ob es Dir, dem Helden, passt oder nicht: Sie sind alle wichtig. Und Du für sie. Bevor der Held nicht alle völlig würdigt, kann hier keiner von der Bühne. Das ist leider ???? das ungeschriebene universelle Gesetz, das alle Stücke erfüllen müssen. Wenn nicht in diesem, dann braucht es eben eine Fortsetzung. Egal, Zeit genug ist da.

Noch weitergehend, obwohl eigenständige Wesen, sind die anderen doch alle irgendwie Teil von Dir und Deines Dramas, Deiner Komödie. Hör‘ auch ihnen aus dem Zuschauerraum zu, sei auch von ihnen fasziniert, spüre ihre Emotionen (von denen sind sie ja auf Deine Bühne magisch angezogen worden). Ganz gleich, ob die anderen Dir nun angenehm sind oder nicht.

Bei einem guten Drama fieberst Du mit, weil es Hürden und Gegenspieler gibt, Verwicklungen, Abgründe, Ziele. Kein Spiel ohne Gegenspieler. Kein Held ohne Bösewicht oder zumindest ohne ungelöste Aufgabe, ohne zu lösendes Problem. Die Jungfrau muss gerettet werden (ok, das ist eine sehr alte Version ???? ), der Verbrecher muss gefangen werden, der Ozean überquert, der unüberwindliche Safe geknackt. 
Wer würde sonst etwas aufführen oder schreiben oder sich das anschauen oder lesen?  Welche Seele würde sich dann aus dem Eins-Sein aufmachen in die vermeintliche Trennung? Warum, wenn nicht für ein Abenteuer, ein Spiel?)

Die anderen funktionieren also nicht nach Sympathie oder Antipathie. Du kennst ihre Geschichte nicht so gut wie Deine, aber sie haben Dir alle etwas zu sagen. Deine Emotionen Deinen Mitakteuren gegenüber sagt etwas darüber aus, was Du selbst vergessen hast – ob Du Dich ihnen gegenüber liebevoll oder angewidert und abgeschreckt fühlst. Fühle Dich ein in die anderen auf der Bühne. Ihr seid eins, ein Stück (im wahrsten wörtlichen Sinne auch 🙂 ).

Somit sind bei jedem guten Stück ALLE WICHTIG, um an das Ziel zu kommen. Gleich, wie es währenddessen aussieht: Welcher Held würde mittendrin sagen, dass es toll ist Gegenspieler zu haben? Würde er nicht auch gerne mal an die Seite gehen und das Stück umschreiben?)

Theater Held Gruppe

………

Puh! 
Verlasse Deinen letzten Standpunkt unter den anderen jetzt wieder.

Ein gutes Stück saugt einen halt richtig ein und man sitzt nicht mehr da unten, sondern ist mittendrin. So geht’s im Leben. ????

Und: Wechseln ist gut, da versteht man erst richtig, worum es in dem Stück geht. Immerhin ist es das eigene. Abwehr von manchen Rollen, Fixierung und komplette Identifikation mit einer Rolle beschränken die Freiheit. (s. Meditation „Leg den Mantel ab“ auf der Schätze-Seite)
Andere Sichtweisen erweitern das Gesichtsfeld und machen flexibler, freier, empathischer und lassen mehr Wahlmöglichkeiten.

Vierter Akt

Jetzt sei einmal das Theater selbst. Schlüpfe in den Raum darum, sei die Wände des Theaters, die Samttapeten, die Vorhänge, die Gänge, die gemalten Hintergründe, die Bretter der Bühne, umschließe das ganze Geschehen.

Theater

Sei das Theater, mit seiner uralten Geschichte, die alle Zeit der Welt umspannt, schon ewig da ist und ewig da sein wird. Schon Billionen Stücke gesehen hat, Billionen noch spielen wird, dabei selbst immer unverändert bleibt. Ein Hort, der alle Dramen beheimatet und jedes Theaterstück, jeden Akt, jede Geste, jeden Blick liebt und umschließt.
Gleich, wer es aufführt, wer mitspielt, wie lustig oder dramatisch oder brutal oder zärtlich diese Momente oder ganze Stunden darin sind. Gleich, ob Schuld oder Sühne, Erfolg oder Scheitern, Glanz oder Abglanz.

Dafür ist es gemacht.
Jetzt sieh Dir Dein Stück von da aus an.

Fünfter Akt

Jetzt sei der Ort, in dem das Theater steht, dann das Land, die ganze Erdkugel, das Sonnensystem, das Universum, das Alles enthält.
Bleibe da mal kurz (oder so lange Du eben möchtest).

………

Dann schlüpfe wieder in Dich hinein, in Dich im Hier und Jetzt, in Deinen jetzigen Körper.
Welcome Back!

Und jetzt spiele weiter…..

………..

Und jetzt: Wie viel Stichwortgeber, Souffleure brauchst Du jetzt noch, wie viel andere möchtest Du immer noch sein?, um Dein ureigenes Stück aufzuführen und Dich als DEIN HELD mit ALLEM DRUM UND DRAN zu lieben? Und nicht anderen Figuren hinterherzujagen und die sein zu wollen, weil sie perfekter ERSCHEINEN? Und anderen zu fliehen, die doch nicht von der Bühne gehen, bevor sie aus dem Stück von Dir ‚rausgeschrieben werden?

DU BIST DEINE HELDIN. // DU BIST DEIN HELD.
LIEBE SIE UND SEI ES. // LIEBE IHN UND SEI ES.

DAS HIER IST DEIN STÜCK.
SPIEL ES.

(Das tust Du alles sowieso schon ????, vielleicht spielst Du es ab jetzt ein wenig bewusster…)

Theater Held Schlussvorhang

Photos:
Photo Artikelbild: Von Sylvain Regaerts, Unsplash 
Photo Kap. 1: (Zuschauer/Regisseur): Bühne von untenvon WikimediaImages  [CC 0 public domain]
Photo Kap. 2: (Heldin/Held) Von American Players (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Photo Kap. 3 A: (andere Mitspieler) Von Frédéric Raspail (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Photo Kap. 4 (Theater): Von Gerd Eichmann (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Photo Kap. 3 B (Gruppe): Schauspielerkreis, von mauriciokell, [CC 0 public domain]
Photo 6 (Ende): Ende-Vorhang, von geralt, [CC 0 public domain]

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