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Ihr Inneres Kind und die Rückführungstherapie

Ihr Inneres Kind und die Rückführungstherapie
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Rückführungstherapie wird im Allgemeinen mit früheren Leben verbunden. Umso mehr, wenn die alternative Bezeichnung „Reinkarnationstherapie“ gewählt wird. In der Praxis spielt jedoch dieses heutige Leben zwangsläufig sehr oft eine große Rolle.

Warum eigentlich? Genügt es nicht, einfach zur Ursache des Problems in irgendein früheres Leben zu springen und das Problem ist ausgeräumt?

Manchmal ja, meistens nein. In der Rückführung überlassen wir es der Kraft der Seele, was wir uns anschauen. Zumindest in meiner Praxis gibt es keine Vorgaben über den Verlauf, was wir uns anschauen „müßten“. Das halte ich für künstlich und stellt eine unnötige Kontrolle des Prozesses dar. Wir müssen weder in ein früheres Leben, noch unbedingt in die Schwangerschafts- oder Geburtsphase oder irgendwo andershin. Wir gehen mit dem, was kommt und „freiwillig“ auftaucht. Kein Zwang, kein Druck in irgendeine Richtung.

Hierbei geschieht es häufig, dass auf dem Weg zur Ursache eines Themas die Kindheit auftaucht. Oft ist es „einfacher“, dort Situationen „wieder“ zu erleben, manchmal weil wir sie schon kennen, sie uns noch halbwegs bewusst sind – zumindest Teile davon – die aber trotzdem noch Unbekanntes beinhalten. Gerade am Beginn der therapeutischen Arbeit möchte man nicht unbedingt gleich sicheres Terrain verlassen. Bei Vielen war auch die Kindheit schon nicht eine nur angenehme Zeit, also gibt es dort sowieso Einiges aufzuarbeiten. Oft auch für KlientInnen, die schon viel an sich gearbeitet haben, möglicherweise aber noch nicht ausreichend oder nicht auf den emotionaleren Ebenen. Und natürlich: nicht alle Ursachen müssen ausserhalb unseres heutigen Lebens liegen.

Gleich oder erst nach und nach kann man dann das Bekannte verlassen, je nach Vertrauen und Abwehr dessen, was wir ansteuern. Man gewinnt zunehmend Sicherheit und Vertrauen in die gemeinsame Arbeit und steigt tiefer in Unbekanntes, Unbewusstes. Oft gefragt nach der Dauer einer solchen Therapie liegt genau hier die (wahrscheinlich unbefriedigende 😉 ) Antwort: Es dauert, so lange es dauert. Vertrauen und damit verbunden ein gewisses Gefühl von Sicherheit, das nötig ist, um Verdrängtem gemeinsam zu begegnen, ist individuell unterschiedlich. Vielleicht dauert es Minuten, Stunden oder Sitzungen, um dorthin zu gelangen, wo man eigentlich hin möchte. Alle Schritte dahin sind schon therapeutisch, der Weg ist eben auch Ziel. Die Widerstände und Ängste, denen man auf diesem Wege begegnet (und die natürlich nicht nur in der Therapie auftauchen, sondern auch im „richtigen Leben“), nehmen wir mit und so stärken wir uns für weitere Aufgaben und Erfahrungen, ebenfalls in und ausserhalb der Therapie. Alle diese „Hürden“ haben Erfahrungen als Hintergrund und wollen uns schützen, haben aber auch ihre Nachteile.

Das ist das Eine. Wir arbeiten uns oft – nicht immer – über manche Kindheitserlebnisse „nach hinten / früher“.

Bei der Arbeit in der Kindheitsphase kann man sich die hochinteressante Frage stellen: Warum inkarniert eine Seele in einen Körper, der der Umwelt in so starkem Maße ausgeliefert ist? In der die Seele sich durch diese starken Abhängigkeiten so stark prägen läßt?

Man kann sagen, dass das sogenannte Innere Kind den Teil oder die Unterpersönlichkeit (oder meist eher Mehrzahl: die Inneren Kinder die Unterpersönlichkeiten) darstellt, die unseren Umgang – nach den Erfahrungen, die wir in früheren Leben gemacht haben – mit zentralen Themen wie Verletzlichkeit, Hilflosigkeit, Schutzlosigkeit, Ohnmacht, Vertrauen widerspiegelt – vorausgesetzt, es lagen „einschlägige“ Vorerfahrungen in früheren Leben vor.

Über die Kindheit (incl. der wichtigen Stationen Zeugung, Schwangerschaft und Geburt) und die Resonanz, bestimmte Eltern/Geschwister/Familie anzuziehen, kann man daher auch ablesen, wie sich diese Themen in einem gestalten. Sicher prägen uns die Familienmitglieder und die Familienatmosphäre. Und man kann natürlich sehr wohl auch in diesem Leben traumatisiert werden. Dafür braucht man keine früheren Leben zu bemühen. Entscheidend in der therapeutischen Arbeit ist jedoch, wie man sich nach Durcharbeiten dieser Ereignisse fühlt bzw. damals gefühlt hat (was ein und dasselbe ist). Und oft zeigt sich, dass diese Problemenergie immer noch vorhanden ist bzw. vorher schon vorhanden war, das Trauma oder die Ereignisse in diesem Leben sind gar nicht die Ursache. Und wenn noch „Problemenergie“ darauf sitzt, wird es auch weiterhin ein Problem geben, wenn auch hier schon große Erleichterung spürbar ist. Dann nimmt man sich das nächste „hereinströmende“ Ereignis vor.

Das Innere Kind ist auch daher in unserer Arbeit so wichtig, weil es einen Anteil unserer Seele verkörpert, der Hoffnung auf das Angenommen- und Geliebt-Sein im Echtsein hat – das Pure in uns, verletzlich, freudig, verträumt, sensibel, beweglich, phantasievoll, energetisch und zart, auch wenn es in den allermeisten Fällen nicht „tabula rasa“ hier in diesem Leben ankam. Die Vorerfahrungen entscheiden auch über die Stärke dieses Anteils. Dieses Kind stellt für uns die Wieder-Verbindung mit dem Spontanen, möglicherweise gesellschaftlich Unangepassten, Individuellem und doch Verbundenem wieder her, der Kreativität, dem gefühlten tieferen Kern in uns. Die Hoffnung auf Vertrauen und Sicherheit, Liebe und Geborgenheit. Näher dem Herz als dem Verstand. (Aber wo Hoffnung, da leider auch manchmal Enttäuschung….)

Schlau und spirituell könnte man dem Kind antworten, das sind ja alles Projektionen auf die Umwelt, Du möchtest ja nur passiv alles von außen! Ja, es braucht das ja gerade alles von außen – oder hätte es gebrauchen können…. Die Vorerfahrungen, die Glaubenssätze, kurz gesagt: das Innere in einem selbst entscheidet jedoch immer darüber, ob man es bekommt. Die Spiegelung verrät uns dann auch hier den inneren Zustand der Seele. In der Therapie ist dann notwendig, diesen inneren Zustand so zu verändern, zumindest weniger von außen zu brauchen und sich mehr selbst zu geben, das was das Kind von außen wollte: an Liebe, Bestätigung, Wert, Willkommen-Sein, einen Platz haben, das Licht erstrahlen lassen, den eigenen Kern, die eigenen Emotionen angstfreier nach aussen in die Welt bringen, spielerischer mit Allem umgehen, sich leichter und freier fühlen, unschuldig, kräftig. Ein innerer Teil von uns ist mit dieser Hoffnung gestartet, auch wenn ein anderer Teil schon ängstlich das Negative aus den vorigen Inkarnationen am Horizont drohen sieht und dadurch die Wiederholungen und Muster in Gang setzt.

Als Therapeut fühle ich mich manchmal als Anwalt dieses Kindes im Klienten/in der Klientin, weil sich oft ein im Klient starker Anteil mit der Umgebung identifiziert hat, die stärker aussahen und von denen man sich existentiell abhängig fühlte – zumeist waren das die Eltern – und hat deren Sichtweise auf sich selbst übernommen. In den Problemfeldern zumindest ist dies oft eine lieblose, beschuldigende, distanzierte, verurteilende oder ablehnende Kraft, die das eigene innere Kind von außen mit deren Augen ab-/bewertet. Ab da – und das ist das wirklich Traurige – lassen wir den verletzlichen, weichen Kern im Stich und legen uns in der Not der Liebe, Anerkennung oder Aufmerksamkeit der Eltern (und später der übrigen Umwelt) nachjagend eine Schicht Unechtes auf, Verzerrungen, Verhärtungen, Verfälschungen des Eigentlichen. Das Kind wird ins Dunkel abgeschoben und vergessen – so weit dies möglich ist.

Aufgabe hier, ist u.a. zu untersuchen, warum dies alles möglicherweise unabdingbar war, welche Rolle wir damit den Eltern geben, bestimmte eigene Anteile (z.B. Aggressivität, Kreativität, Sexualität, Verletzlichkeit etc etc…) von ihnen verurteilen zu lassen, die wir meistens durch Vorerfahrungen in früheren Leben ebenfalls schon vor der heutigen Inkarnation verurteilten, das gibt uns die Verantwortung zurück und läßt die Kindheit oft in einem ganz anderen Licht erscheinen. Das ist dann eine wahre Befreiung des Inneren Kindes aus der Macht der „bösen Eltern“. Diesen Punkt erreicht, offen gesagt, nicht jeder in der Therapie, dafür ist oft einige Arbeit erforderlich, müssen wir doch dafür aus der Opferrolle heraus, was aus verschiedenen Gründen nicht so einfach ist. (Aus diesen Überlegungen geht vielleicht für den einen oder die andere schon ein großer Unterschied zwischen Rückführungstherapie und Familienstellen hervor, auch anderen Therapiemethoden, wie die Psychoanalyse, die in diesem Leben verbleiben.)

So oder so, ist das Wiederentdecken, In-Den-Arm-Nehmen und wirklich Annehmen (endlich!) des Inneren Kindes ein tief rührendes (nicht nur für den Klienten…) Geschehen – und vielleicht das größte Geschenk, das wir uns selbst machen können. Dem Kind vielleicht erstmals im Leben wirkliche Sicherheit, Schutz, Geborgenheit und Liebe geben. Wir stehen diesem Kind dann gegenüber – Herz zu Herz, Auge in Auge – mit seinen ganz spezifischen Eigenheiten und Fähigkeiten und dem „grundlosen“ Wert, den es einfach in sich trägt, weil es da ist. Weil es ein Ausdruck der Liebe und der Vielfalt im Universum ist und einfach nur sein darf und nicht anders sein muss, geschweige denn „perfekter“, „richtiger“, „erfolgreicher“, „besser“….. Und damit hebt man den inneren (und damit gespiegelt auch) äußeren Mangel auf und macht ihn zu der Fülle, die man ist. Wieder mal ein großes Paradox: Das (nur vermeintlich!) Schwache annehmen und dadurch stärker werden…..

Wenn wir selbst es schaffen, es so zu lieben, wie es da vor uns steht (was oft nicht so einfach ist, wie es klingt), in diesem Moment ist das geschafft, dass auch andere uns so annehmen wie wir sind. So werden wir unsere eigenen Eltern und schließlich – paradoxerweise mehr Kind – erwachsen.

Auch in der nächsten Inkarnation.

(In die Sie mit Ihrer Rückführungstherapie – wie jedes Mal – natürlich auch damit gleich investieren….. 🙂 )

Werdet wie die Kinder.

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Sagte mal jemand, der dem Göttlichen sehr nahe stand (das, was wir alle wohl versuchen…) 😉

Herzlichst, Ihr Ulf Parczyk

PS.: Mein Inneres Kind hat jedenfalls bei diesem Text gejubelt und gejauchzt und war zeitweise Ghostwriter
— wie ging es Ihrem Inneren Kind beim Lesen?…. 🙂

Wir schauen jetzt erst mal PanTau pantau(alte tschechische Kinderserie meiner Generation 🙂 )


 

Oberes Babyphoto von Pawel Loj from Atlanta, GA, USA (tiny foot) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons
Unteres Babyphoto von Larali21 (Own work) [CC-BY-SA-3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons)

 

 

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