Destilliertes - Mein Blog

Halbes Jahrhundert Erdenleben I: Midlife Crisis

Halbes Jahrhundert Erdenleben I: Midlife Crisis

50er_Stirn-1024x407

Das liebe Altern…..

Ich ziehe zur Zeit am stärksten etwa gleichaltrige KlientInnen an. Vielleicht hat das eine gewisse offensichtliche Logik, da die Interessenten einschätzen, dass bei einem gleichaltrigen Therapeuten möglicherweise ein größeres Verständnis für bestimmte Themen besteht als bei Therapeuten, bzw. Seelen, die in diesem Leben noch nicht so lange mit einem Körper verbunden sind und Therapeuten sind. 😉

Dies führte zu folgenden Gedanken über diese Altersgruppe:

[Hier in diesem Blog teile ich meine persönlichen Erfahrungen als Therapeut mit, daher kann ich nicht sagen, wie groß die Allgemeingültigkeit meiner Aussagen sind. Schön wäre es, wenn Sie, die Leserin/der Leser Ihre eigenen Auffassungen hier anhand meiner Erfahrungen selbst reflektieren würden.]

Meine Sichtweise der „Fuffziger“ ist folgende:
Die meisten haben sich bis dahin ein bestimmtes Leben aufgebaut, privat und beruflich, und waren eine Zeit lang möglicherweise einigermaßen zufrieden damit.
Um die Fünfzig ist wahrscheinlich eine Zeit, in der das bis dahin aufgebaute Leben bewusst oder unbewusst bilanziert wird – das ist der Aspekt der guten alten Midlife Crisis: Manche Dinge sind erreicht, manche nicht; welche möchte ich noch, welche nicht (mehr)? Der Tod rückt näher, die Zeit in diesem jetzigen Körper ist begrenzt, was möchte ich eigentlich in dessen Angesicht (noch)?

Diese Begrenzung, die ja auf Seelenebene gar nicht besteht, ist trotzdem auch auf Seelenebene ganz heilsam. Man kann sagen, sie kann dazu führen, dass auch die Seele sich bewusster machen kann, was ihr eigentlicher Kern ist. Der Tod als Ratgeber kann auch hier gelten. Im Unterschied zu materialistischen Anschauungen, bei denen der Tod das komplette AUS bedeutet, bedeutet uns Reinkarnationstherapeuten der Tod „lediglich“ einen Übergang in eine Phase des Verlassens des feststofflichen Körpers, kein endgültiges AUS.

Ungelöste Themen (die Buddhisten sagen: „Anhaftungen“) werden mit hinübergenommen. Das bezieht sich auch auf unerfüllte Träume und Projekte. So gesehen, ist keine wirkliche Eile vonnöten, alles in diesem einen Leben abzuschließen, wie es die Materialisten meinen, die ja dementsprechend in Hektik und Panik angesichts des Todes verfallen müssen, haben sie ihre Projekte nicht verwirklicht. Das ist unnötig, weiß man, dass es auch möglich ist, später, d.h. in anderen Leben, Themen abzuschließen. [Projekte allerdings, die mit einer bestimmten Phase in der geschichtlichen Erdentwicklung gebunden sind, d.h. ganz an diese Jahre jetzt gebunden wären, stellen hierbei eine Ausnahme dar, sind aber m.E. eher selten.]

Das ist kein tröstlicher Glaube (für Viele ist der Gedanke an Reinkarnation sowieso eher ein Horror, Selbstmörder wahrscheinlich vorneweg…). Es ist eine Tatsache.

Es bedeutet auch nicht, dass man sich in Passivität, Resignation oder Apathie einrichten muss, sondern Dinge angehen kann, die nicht gleich von drohendem Versagen, dem vorzeitigen Ende durch den Tod, gekennzeichnet sind. Diese Ungeduld angesichts einem fiktiven Ende ist vieler Probleme Ursache und bremst Viele eher aus oder stresst sie eher, als dass sie eine stark-ruhige Motivation wäre.

Daher ist so eine Art „Mittelweg“, den Tod als Hinweis zu benutzen, sich zu sortieren und wieder mehr Tiefe und Authentizität in das Leben und etwaige Ziele zu bekommen.

Dabei ist eine althergebrachte Meditation nützlich, sich in einem ruhigen Moment vorzustellen, das körperliche Ende wäre bereits da:

Sterben. Abschiednehmen von diesem Leben.
Wie fühlt sich das für Sie an? Ist da Erleichterung – wenn ja, weswegen, wovon sind Sie erleichtert?
Ist da Angst und woher rührt sie genau, was macht genau Angst?
Welche Gedanken kommen dabei hoch? Was ist noch offen an Zielen, Träumen, Projekten?
Was, wie oder wen hätten Sie noch gerne erlebt, gesehen, erledigt?
Wohin möchten Sie noch reisen, innen oder außen?
Was hätten Sie noch gerne jemandem gesagt, sich entschuldigt, ausgeglichen?
Wem hätten Sie Ihre Liebe gern noch mehr gezeigt? Wem Ihre Wut oder Enttäuschung?
Was hätten Sie noch gerne getan? Was hätten Sie gerne noch bekommen und von wem?
Was ist das Wichtigste in Ihrem Leben gewesen?
Was war das Schönste?
Was das Schlimmste?
Wie sehr sind Sie in Frieden mit Ihrem Leben? Mit sich?

1. In einem ersten Durchgang der Erforschung könnten Sie sich diese Fragen stellen. Sicher nicht sehr „einfach“: es kann wunderschön, traurig, angsteinflößend sein, aber heilsam, da mal hinein zu gehen. Schöner vielleicht noch, wenn man diese Übung zu zweit machen kann, einer begleitet und stellt die Fragen, der andere berichtet oder antwortet (laut oder still für sich, je nach Wunsch), dann wechselt man die Rollen. Danach können Sie sich austauschen. Diese Übung kann dann eine tiefe Erfahrung von Nähe in Ihrer Beziehung mit dem Übungspartner herstellen, gleich, ob es eine Freundschaft oder eine Liebespartnerbeziehung ist. Viel schöner und ganz anders, als sich alleine Audios zum Thema anzuhören.

2. In einem zweiten Durchgang gehen Sie dann stärker in die vorher aufgetauchten (auch die unangenehmen!) Gefühle, Gedanken, Visionen; tauchen in sie hinein und durchleben Sie sie und lassen sie dann so gut wie möglich los.
Und erfüllen die offenen Projekte und Ziele im Geiste, erleben die noch ausstehenden Erfahrungen schon einmal „virtuell“, und sprechen das bis jetzt Unausgesprochene im Geiste – in einer inneren Gegenüberstellung mit den entsprechenden Personen – aus.

3. In der Übung einen Schritt weiter gehen hieße, darin zu ruhen, dass sowieso schon alles getan ist, schon alles vollkommen ist, alles genug ist, Sie ganz und vollkommen sind. Im Sein zu ruhen. Für einen Moment.

Nach dem letzten Durchgang spüren Sie dann noch einmal, was Sie jetzt (da Sie ja offensichtlich noch leben… 😉 ) „praktisch, handfest“ umsetzen möchten und was stärker, was unwichtiger geworden ist an Ihren Plänen, an Offenem. Und beginnen, es umzusetzen. In der Gelassenheit, dass Sie alle Zeit haben….

Viel Erfolg!! (Übrigens: Das mag alles ein alter Hut für Viele sein, aber die Übung nur lesen oder die Übung wirklich machen sind zwei ganz verschiedene Vorgänge! 🙂 ) Ausserdem sind hier die Teile zwei und drei sehr wichtig!

Bald folgt Teil II von „Halbes Jahrhundert Erdenleben“ über einen anderen Aspekt: „Das Innere Kind meldet sich“: Energielosigkeit, Verlust von alten Zielen, Suche nach dem Glück……

Babystirn

Photo ganz oben: Stirn von Ulf, fast 52 Jahre

Photo unten: Stirn von Zeke, 0 Jahre

 

 

E-Mail an PraSenZ

Du möchtest einen Termin?

Du hast noch eine Frage? 

Nimm einfach Kontakt mit mir auf!

Ulf Parczyk, Dipl.-Psych.

 

 

PraeSenZ anrufen

Du möchtest einen Termin?


Phone-52Reply Filled-50

Du hast noch eine Frage? 

Nimm einfach Kontakt mit mir auf!

Ulf Parczyk, Dipl.-Psych.

Teile diese Seite mit denen, denen sie weiterhelfen könnte!

Ja, ich möchte den PraeSenZ-Newsletter!

Sei immer informiert, wenn es Neues von der PraeSenZ-Praxis gibt: Blogartikel, Downloads etc.
Falls nichts bei Dir ankommt, bitte in den Spamordner schauen und PraeSenZ dort freigeben!
Natürlich bekommst Du garantiert kein Spam!
Anmelden
close-link