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Halbes Jahrhundert Erdenleben II – aber auch davor oft schon…

Halbes Jahrhundert Erdenleben II – aber auch davor oft schon…

Babystirn

Wie uns die Lebensenergie verläßt…Authentizität, unsere inneren Kinder… interessant auch schon vor den Fünziger Lebensjahren…..

Ging es im ersten Teil dieses Beitrages mehr um die Rolle des körperlichen Todes in dieser Lebensphase und dessen Nutzen, beschäftigt uns hier stärker die Rolle der Seele, ihrer Lebensenergie und der Erfahrungen dieses Erdenlebens. Viele meiner KlientInnen in der Altersgruppe um die Fünfzig leiden unter mangelnder Energie, körperlich, seelisch und geistig. Der Elan fehlt, Dinge anzugehen, oft fühlen sie sich ausgebrannt, Ziele fehlen ganz oder die alten Ziele wirken nicht mehr motivierend. Es fühlt sich oft an wie ein Stillstand, eine Sackgasse oder eine riesige, unbekannte Blockade. Sehr beschwerlich. Das Aufraffen wird schwer, oft ist diese Schwere auch körperlich spürbar, der Geist ist nicht mehr so rege, das Konzentrieren wird schwerer oder/und auch das Erinnern-Können.

Diese Phänomene kann es natürlich in jeder Lebensphase geben, da sind die „Fuffziger“ nichts Besonderes. Wie der Titel ja schon andeutet, diese Aufgabenstellung ist nicht auf eine Altersgruppe beschränkt: Aufgrund der Vor-Erfahrungen in früheren Leben kann es sowohl später als auch früher – oder natürlich nie! – zu diesem Zustand kommen.

Und doch glaube ich, dass diese Lebensphase etwas Besonderes an sich hat. Die größere Nähe des Todes spielte schon im ersten Teil dieses Beitrages eine Rolle. Natürlich sind in dieser Phase viele Menschen „gesettelt“, die Kinder sind erwachsen, der Job ist Routine. Die Liebesbeziehung spielt ohne Kinder möglicherweise jedoch eine neue Rolle, es kann daher auch eine Phase des Umbruchs sein, der Neu-Orientierung. Auch weil die Routine vielleicht nicht ganz so befriedigend ist, nachdem man damals in diese wichtigen Lebensaufgaben hineingewachsen ist. Auch in der Paarbeziehung kann sich Routine oder Langeweile eingeschlichen haben. Sogar äußerlicher Erfolg macht vielleicht keine rechte Freude mehr.

Die Betroffenen haben hier oft sehr mit dem Phänomen der Energielosigkeit zu kämpfen und ihre Emotionen sind daher auch eher im unteren Bereich angesiedelt, das Empfinden von Glück, Frieden und Freude ist daher dann leider nur noch sehr selten. Ein Gefühl von Depression und Sinnlosigkeit schleicht sich ein, das vielleicht noch mit Dagegenhalten unterdrückt wird, um weiter „funktionieren“ zu können. Das führt dann noch schneller zu Erschöpfung.

Wohin geht die Lebens-Kraft denn eigentlich?

Aufgrund meiner Begleitungen in den Therapien habe ich die Erfahrung mit den KlientInnen gemacht, dass viel Kraft dort hineingeht, was irgendwann mal als richtiger Weg eingeschlagen wurde, sich aber möglicherweise schon lange überlebt hat. Aus verschiedenen Gründen (wirtschaftliche Gründe, Gewöhnung, Bequemlichkeit, Geborgenheit, Angstvermeidung etc.) behält man den Kurs aber bei, was jedoch über die Dauer der Lebenszeit immer mehr Kraft kostet, ist doch vielleicht noch etwas anderes im Leben möglich, privat oder beruflich – schlummern noch andere Potentiale, die im Laufe der Zeit aufwachen und immer stärker anklopfen und sich bemerkbar machen – und gegen den alten Kurs arbeiten. Das kostet dann immer mehr Kraft, diese zu unterdrücken, möchte man deren Ruf nicht hören. Es könnte für das eigene Leben sehr revolutionäre Folgen haben.

Oder es kann auch sein, dass wir schon viel früher, als jüngerer Mensch, Entscheidungen eher als Kompromißlösungen denn völlig authentisch in Deckung mit dem tiefen Inneren getroffen haben. Wir wollten vielleicht in beruflichen und/oder privaten Bereichen (Ehe, Kinder…) den gesellschaftlichen Anforderungen (wegen den beruflichen Chancen) oder den Eltern, dem Partner/der Partnerin (wegen deren Bestätigung) genügen.

Die Bedürfnisse nach Sicherheit, Bestätigung, Geborgenheit, Geliebt-Werden spielten sehr wahrscheinlich bei diesen Entscheidungen eine große Rolle und verursachten oft einen hohen Druck hin zu einer Anpassung an Ziele und Inhalte, die gar nicht unsere ureigenen sind. Da verfolgen wir dann bewusst oder unbewusst z.B. Ziele, die eigentlich die der Eltern sind oder wir suchen aus Sicherheitsgründen eine Ausbildung aus, die uns sicherer als eine Wunschausbildung versorgen wird. Wir handelten hier nicht wie freie Erwachsene, sondern noch sehr stark aus unserem abhängigen Inneren Kind und dessen Ängsten und Bedürfnissen heraus. (In einem anderen Beitrag habe ich über das Innere Kind geschrieben. Bei weiterem Interesse empfehle ich diese Lektüre.)

Das sind natürlich alles keine unsinnigen Gründe, sondern sehr existentielle. Es geht hier immer um das körperliche und/oder emotionale Überleben. Es ist natürlich wichtig, diese Ur-Bedürfnisse zu befriedigen. Unglücklicherweise sind diese Bedürfnisse und die Grundlagen der Entscheidungen nicht immer so bewusst. Ob wir unbewusst die Eltern bedienen, ihnen gefallen wollen und oft auch deren Ziele weiter verfolgen und ob wir das selbst wirklich wollen, ist uns in diesen jungen Tagen meist gar nicht klar. Mit solcher Zerrissenheit kämen wir wahrscheinlich nicht zurecht.

Auch ob wir mit Hilfe solcher wichtigen Entscheidungen gegen unsere Eltern und unsere Umwelt rebellieren („Trotz“), ist oft nicht bewusst. Und wenn doch, kann es sehr schwer sein, aus dieser Antihaltung herauszukommen, auch dann, wenn sie nicht mehr notwendig wäre. Diese Antihaltung ist unser Bollwerk gegen das übermächtige Außen und wir versuchen damit, es erst einmal außen zu halten. Eine gewisse Stärke zu zeigen. Was wir aber aufgrund dessen entscheiden, ist dann wieder nicht frei gewählt, sondern ist dann eher ein NEIN im Hinblick auf das Gegenüber, meist die Eltern oder andere Autoritätsfiguren. Es ist dann eine Schwarz-Weiß-Entscheidung vermeintlich gegen das, was von außen als Forderung kommt. Auch wenn wir tief drinnen es vielleicht auch wollen, könnten wir uns dann aus Trotzgründen gar nicht dafür entscheiden – wir würden den anderen damit vielleicht einen Sieg einräumen („Siehst Du!“). Diese Blöße möchten wir uns dann nicht geben, es fühlte sich an wie eine Niederlage. Es geht uns also oft gar nicht um Inhalte, sondern um ein Prinzip. Wir grenzen uns maximal ab, damit wir nicht noch mehr das Gefühl haben, von den „Großen“ kontrolliert zu werden und uns unterlegen zu fühlen.

Diese Haltung kann auch entstehen, weil wir den Kampf um die Bestätigung nicht „gewonnen haben“, weil die Anforderungen der Eltern oder Schule zu hoch waren („Es reicht nie“) und dann trotzen wir, da wir es ja sowieso nicht erreichen und wenden uns aggressiv ab von der scheinbaren Quelle der Bestätigung: „Da ich ja sowieso nicht bekomme, was ich von denen brauche, kann ich mich auch gegen sie wenden.“ Wut über die fehlende Bestätigung und Liebe.

So oder so haben wir manchmal nicht das gewählt, was von innen heraus unser Ureigenstes war, das, wo wir uns wirklich mit allem entfalten können, was in uns steckt; das, wo wir unseren wirklichen Platz mit all unseren Fähigkeiten und Talenten finden könnten hier auf der Erde in diesem Körper: JETZT.

Nicht nur, dass wir nicht wirklich das tun oder das Umfeld erschaffen haben, in dem wir uns wohl fühlen, es kostet auch eine riesige Kraft, das weiter aufrecht zu erhalten – der Kampf um Bestätigung oder auch den Trotz dagegen. Wir laufen regelrecht leer. Es kommt ja eben auch das nicht zurück, was wir investieren.
Wir möchten ja eigentlich auch geliebt werden für das, was wir sind und nicht für das, worum wir uns erst bemühen müssen. Wer will etwas leisten müssen, um geliebt zu werden?

Das Wichtigste von diesen Ausführungen ist aber Folgendes:

Es ist mit den meisten von uns wie mit einem Süchtigen, man läuft einer Ersatzbefriedigung hinterher. Denn nicht nur tun wir so, als wären wir so wie die anderen uns möchten und bekommen dann Bestätigung für ein Anders-Sein als wir eigentlich sind. Wir hetzen auch im Außen einer Liebe hinterher, die nie reichen wird, weil sie immer ein Ersatzmittel sein wird für unsere Eigenliebe, die wir wie ein Vakuum von außen füllen möchten. Das wird jedoch nie passieren. Wir können nur das in dem Maße annehmen, wie wir es selbst für uns spüren. Ist da viel Selbst-Ablehnung, Schuldgefühl, Auto-Aggression, wird das Außen es – auch bei allen Kapriolen, die wir schlagen – nie auffüllen können. Wir würden ja auch nie wirklich glauben.

Das Innere Kind möchte noch immer all das als Erwachsener von außen, was es als kleines, von der Umwelt abhängiges Wesen von außen brauchte. Diese Abhängigkeit wiederum erhöht oft auch nicht gerade das Selbstwertgefühl und die Eigen-Liebe – ein Teufelskreis.

Wohin geht also die Kraft?

Die Kraft geht in den Widerstand, und dies in zunehmendem Maße. Und zwar kraftraubenderweise gleich in zwei Richtungen unseres Widerstandes:

1. Gegen den Weg / das Ich, das Bestätigung bringen soll bzw. trotzen soll —– weil er nicht echt ist.

2. Gegen den Weg / Emotionen / Drang, der echt und eigentlich ist —— weil er keine Bestätigung und Sicherheit verheißt

Die Situation verbessert sich nicht einfach mal so. Eher verschlimmert sich die energetische Situation. Potentiale, Fähigkeiten, schlummernde Möglichkeiten von uns wollen nach vorne und wollen uns zu einer Ganzheit bringen. Ich nehme an, dass bei der besagten Gruppe der „Fünfziger“ bewusst oder unbewusst das Ende, der Tod, eine Rolle spielt, um uns dahin zu bringen, endlich wir selbst zu werden. Es kann auch sein, dass es einfach ein energetischer Vorgang ist, dass in der ablaufenden Lebenszeit die Kräfte in die Dämme gegen das Eigentliche, das durchkommen will, aufgebraucht werden. Möglicherweise eine Kombination von Beidem.

Die LÖSUNG?

MUT.

Weder das Innere Kind, das nicht angepasst ist, noch das Innere Kind, das sich schwach und einsam und verlassen und verletzlich und abhängig fühlt, wird von uns geschätzt oder oft nicht einmal gesehen, sondern in eine dunkle Ecke unseres Ichs geschoben. Wieder einmal ungeliebt – diesmal von uns selbst.

Die Abwehrhaltungen und den Kampf aufgeben (z.B. in einer behüteten Situation einer guten Rückführungstherapie) heißt, sich mit dem kleinen Kind von damals wieder zu verbinden, vor allem auch mit seinem Schmerz, dem Gefühl, ungeliebt zu sein, abgelehnt, verlassen, schwach, hilflos. Entgegen der landläufigen Meinung ist das sehr sehr häufig die Aufgabe von Rückführungstherapie: sich mit dieser wiederum auch von uns verlassenen kleinen Person zu sprechen, es wieder zu spüren, es zu umarmen und lieb zu haben und wie ein eigenes Kind anzunehmen. Das ist ein sehr rührender, schmerzlicher, erhebender Prozess, der uns wieder „ganzer“ macht, die Ganzheit, die wir vergessen wollten.
Dann erst können wir uns wieder mit den dahinterliegenden vergessenen Anteilen verbinden, die wir durch unsere Abwehrstrategien aus existentieller, verständlicher Angst irgendwann weggeschoben haben: Kreativität, Revolutionäres, Noch-Nicht-Überformtes, Pures, „Irrationales“, Verrücktes in uns will auch anerkannt werden – einfach alles, das nicht unbedingt ins rationale Schema paßt oder in das, was uns damals Bestätigung und Sicherheit gebracht hat – und immer noch bringt. Und bei den Menschen, die damals den Großen Erwachsenen eher trotzten, liegt hier vielleicht das begraben und im Dunkel, was den Eltern gefallen hätte….. (OH JE! höre ich von beiden Gruppen… 🙂 )

Dann können wir – jetzt viel stärker, weil wir vieles zentrale Vergessene auf- und angenommen haben – unsere Ziele, unser Leben, unseren Alltag überprüfen und neu sehen. Und uns an dem Geschaffenen erfreuen, die vielen Erfahrungen in den vielen Bereichen unseres bisherigen Lebens ausnutzen (es war ja natürlich Vieles auch richtig, nicht alles unecht oder nutzlos!) und vielleicht noch etwas darüber hinausgehen, authentischer, kraftvoller, mutiger. Keine Energie in Bestätigung oder Abwehr und Widerstand gegen den Weg, Bestätigung zu bekommen, sondern Authentizität und Im-Fluß-Sein mit der eigene Seele.

Dann loslassen, die Illusion zu verfolgen, die Bestätigung von außen bekommen zu wollen. Sich als Liebe selbst im Sein zu spüren. Dadurch den eigenen Platz finden, auf dem alle Ressourcen und Fähigkeiten benutzt werden können. Zuhause sein.

Eine gute Rückführungstherapie bei einem fähigen und erfahrenen Therapeuten kann einen wichtigen Beitrag für diese lebensverändernden Schritte leisten. Ich freue mich, wenn ich Sie dabei begleiten darf.

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Ihr Ulf Parczyk

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Photo ganz oben: Stirn von Zeke, 0 Jahre

Photo unten: Stirn von Ulf, fast 52 Jahre

 

 

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